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Der Heiland des Prog-Rocks?


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(gefunden bei Facebook)

 

Stellt sich ja die Frage: Ob Oma dann auch zu „Wish You Were Here“, „Animals“ oder „The Dark Side Of The Moon“ die heilige Messe begehen würde? Gepriesen sei Pink Floyds großer Gitarrengniedler…

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: isolate + Interview mit Bassist Paul Riemer


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Ich gebe es gern zu: Wenn’s um gute Musik aus meiner sächsischen Heimat geht, dann bin ich von vollstem Hörerherzen und nur allzu gern Lokalpatriot. Klar kennt man mittlerweile die Chemnitzer Buben von Kraftklub längst über die Grenzen des Freistaates hinaus (während Indie-Connaisseure auf Playfellow schwören). Natürlich entwickelt sich in Leipzig so langsam aber sicher eine florierende Indie-Szene, die unlängst auch die Flensburger Punkrock-Größen von Turbostaat dazu veranlasste, ihr neustes (und erstes) Live-Album „Nachtbrot“ ausgerechnet im renommiert-speckigen, in jedem Falle grundsympathischen Conne Island aufzunehmen.

Und auch Dresden hat mittlerweile weitaus mehr zu bieten als die am Anfang interessant aus dem Boden geschossenen, gen Ende (bis zur Auflösung vor etwa sechs Jahren) mit einem guten Teil Fremdscham „Allein, allein“ daher trällernden Polarkreis 18. isolate etwa.

Das zwar noch junge, aber bereits seit 2014 gemeinsam in den Proberäumen in der (und rund um die) sächsische(n) Landeshauptstadt gemeinsam an neuen Sounds tüftelnde Trio hat vor Kurzem, im vergangenen Dezember, ihre schlicht „A“ betitelte Debüt-EP via Bandcamp ins weltweite Netz gestellt, deren sechs Songs experimentellen Indiepop ebenso streifen wie ProgRock – Radiohead meets Sigur Rós meets Agent Fresco meets Interpol meets… Oder, wie’s die Band selbst tituliert: „Progressive Pop“. Sehr jung, sehr frisch, sehr interessant – sollte man in Auge und Ohr behalten, diese drei von isolate!

 

Hier kann man die Debüt-EP „A“ in Gänze hören…

 

…und sich gleich noch das – im Übrigen (und gerade für eine „kleine Band“) äußerst professionell gelungene – Musikvideo zum Song „Asleep“ anschauen (zu dessen Entstehungsprozess ihr weiter unten mehr Informationen bekommt):

 

Und da es immer gut ist, mehr über die Hintergrunde einer noch unbekannten, jungen Band zu erfahren, hat ANEWFRIEND dem Bassisten und Tastenmeister von isolate, Paul Riemer, einige Fragen zukommen lassen:

Hallo Paul. Damit die Leser von ANEWFRIEND euch näher kennen lernen: Bitte stelle dich und deine aktuelle Band isolate doch einmal kurz näher vor…

Hallo! Wir sind eine dreiköpfige Band aus Dresden, die es seit Ende 2014 gibt. Wir bezeichnen unser Genre als „Progressive Pop“ aber wir weichen genauso gern auch der Frage nach dem Genre aus. Niklas spielt Drums, Johan spielt Gitarre und singt und ich spiele die Synthies, das Klavier und den Bass.

Lass uns über den Entstehungs- und Aufnahmeprozess eurer im vergangenen Dezember veröffentlichten Debüt-EP „A“ sprechen (oder, in diesem Fall wohl eher: schreiben). Wie, wann und wo entstanden die Songs dazu?

Die Songs von „A“ entstanden innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre. Unser Songwriting ist dadurch geprägt, dass wir zwar gern miteinander spielen, uns aber nur schlecht Songs beim gemeinsamen Jammen ausdenken können. Daher haben wir die Tracks Stück für Stück am Computer vorproduziert und so lange daran rumgebastelt, bis wir zufrieden waren. Das war vor allem bei den „Maintracks“ (Asleep, Adri!, Aglow) so. Das Intro und Outro (Anew, Alight) haben wir uns dann gezielt überlegt, um den anderen Songs einen sinnigen Kontext zu geben. “Afar” ist eine große Ausnahme gegenüber den Anderen: die Wahrheit ist, dass ich mir letztes Jahr einen neuen Synthesizer gegönnt habe und ich dann beim Rumklimpern und Kennenlernen des Instruments diesen Track nebenbei mitgeschnitten habe. Die beiden anderen haben den Mitschnitt dann auf unserem Computer gefunden und fanden ihn so passend, dass er es schlussendlich auch auf die Platte geschafft hat.

Wir haben die EP überwiegend bei uns im Proberaum aufgenommen. Die Gitarre hat Johan bei unserem Audio-Good-Guy Philip (Ex-Copy Of A Golden Sketch) aufgenommen. Mit ihm haben wir auch die Drums eingespielt und er war es auch, der die EP dann gemischt und gemastert hat (übelst geiler Typ). Um jeweils den Sound zu erzielen, den wir uns vorgestellt hatten, haben wir ganze vier verschiedene Klaviere aufgenommen. Einmal unser Stage-Piano im Proberaum, mein akustisches Piano zuhause, sowie einen Flügel und ein DDR-Klavier in einer Musikschule in der Nähe von Dresden. Im Outro “Alight” stellen wir auch mal zwei der Klaviere im Song direkt gegenüber. Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Produktion ist die Verwendung von selbst aufgenommenen Samples. Wir haben mit unseren Handys viele einzelne Geräusche aufgenommen und bearbeitet, zum Beispiel Klänge aus einem Antiquariat. Am Ende von “Adri!” ist ein Juni-Käfer zu hören, dessen Brummen wir am Computer stark verfremdet haben.

Wo wir gerade bei „Entstehungsprozessen“ sind: Wie – und mit wem – ist das (im Übrigen sehr sehenswerte) Musikvideo zum Song „Asleep“ entstanden?

Danke! Das Video entstand in Zusammenarbeit mit Javier Sobremazas, einem spanischen Filmemacher, der in Dresden lebt und hier bereits für einige lokale Bands ein paar fantastische Musikvideos gedreht hat. Wir haben mit ihm Kontakt aufgebaut und gemeinsam das Video geplant. Die Story, Locations und Darstellenden haben wir dann gemeinsam gesucht. Schauspieler haben wir glücklicherweise in unserem Freundeskreis gefunden und so war unser kleines Filmteam schon komplett. Javier hat einen tollen Sinn für Bilder und Atmosphäre. Er hat ohne jedes künstliche Licht gefilmt und dadurch eine starke, natürliche Stimmung erzeugt. Oft hat er an den Orten, an denen wir gefilmt haben, auch einfach kleine „zufällige“ Details gefilmt und mit in das Video geschnitten. Das hat das Ganze zusätzlich abgerundet.

Wo findet ihr eure musikalischen Inspirationen? Habt ihr bestimmte Vorbilder, was das Klangbild eurer Songs sowie die Herangehensweise ans Komponieren betrifft?

Das ist wohl schwer zu definieren. Ich denke, da hat jeder von uns einen anderen Weg. Ich kann nur für mich sprechen und sagen, dass ich am liebsten einfach am Klavier sitze und drauf los spiele – teilweise stundenlang. Immer dann, wenn ich in dieser Situation einen für mich interessanten, am liebsten ungewohnten Schnipsel entwickle, versuche ich mir diesen zu merken und Stück für Stück weiter zu verfolgen.

Unsere Vorbilder im Klangbild sind auch sehr verschieden. Wir mögen die Härte und Präzision von Bands wie Agent Fresco und Arcane Roots. Aber ebenso die zerbrechlichen, ruhigen Momente, die Nils Frahm und Ólafur Arnalds erzeugen. Wir alle haben einen sehr breiten Musikgeschmack. Eben alles, was gut gemacht ist und was interessant und schön zu hören ist. Das reicht dann von Jazz und Funk über experimentelle Musik und Ambientkram bis hin zu Progressive Metal – aber auch cooler Popmusik. Unsere gemeinsamen Wurzeln liegen schlussendlich aber bei Postrockbands wie Sigur Rós und pg.lost, zu welchen wir auch von Zeit zu Zeit zurückkehren – denn unter dieser Flagge haben wir gemeinsam begonnen Musik zu machen.
Der wohl wichtigste Punkt in unserem Songwriting-Prozess ist wohl, dass wir nur sehr schwer zufrieden zu stellen sind. Immer wieder werden Stellen, teilweise ganze Songs, in Frage gestellt. Immer wieder fragen wir uns, ob alle Songs zueinander passen, ob wir die Spannung über die Dauer eines Konzertes halten können und so weiter. Entsprechend sind unsere Vorbilder dahingehend eben Künstler, bei denen einfach alles zueinander passt, wie etwa bei Sigur Rós, Agent Fresco oder The Contortionist. Solche, stellenweise schon konzeptionellen, Herangehensweisen interessieren uns, weil man so noch mehr Tiefe zwischen den Songs erreichen kann und es als Hörer noch mehr zu entdecken gibt.

Wie siehst du selbst als musikschaffender Indie-Künstler die derzeitige Lage der Musikindustrie? Kann man, insofern man Wert auf Integrität legt und nicht nur auf den „schnellen Euro“ anhand von ein, zwei „Hits“ schielt, aktuell überhaupt noch von seiner Musik leben?

Ich denke, man kann schon von seiner Musik leben, ohne seine Seele zu verkaufen. Man muss eben ein bisschen wissen, wie der Markt tickt. Und damit meine ich nicht, welches Genre angesagt ist, sondern dahingehend, dass man sich in gewisser Weise schon verkaufen können muss. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein, im Gegenteil. Networking, sowohl „offline“ als auch online, macht Spaß und wenn man sich Mühe gibt und Feedback von Leuten bekommt, die einen nicht aus dem direkten Freundeskreis kennen, kann das sehr motivierend sein!

Gleichzeitig sollte man immer das machen, auf was man Bock hat. Bock, Ausdauer, Pausen, viel Kaffee und eine Priese Kreativität, dann wird’s auch gut. Wenn man sich verstellt um erfolgreich zu sein, geht das schon irgendwie, aber man verliert seine Identität und es macht garantiert nach einiger Zeit nicht mehr so viel Spaß. Und Spaß ist das Wichtigste.
Man hat heutzutage die Freiheit, alles im Internet zu veröffentlichen. Diese Chance muss man nutzen und sein Glück selbst in die Hand nehmen. Zum Beispiel Labels und Veranstalter auf sich aufmerksam machen. Nur muss man sich auch bewusst darüber sein, dass man darin natürlich nicht der Einzige ist. Entsprechend braucht es ein Alleinstellungsmerkmal, etwas Originelles, das einen zwischen all den anderen Musikern sichtbar macht.

Was sind deine/eure nächsten Pläne mit isolate? Wird es in absehbarer Zeit ein erstes Album geben?

Ein Album ist vorerst nur sehr vage in weiterer Zukunft geplant. Wir wollen jetzt erstmal neue Songs schreiben um dann im Sommer und Herbst viel live zu spielen und unsere Musik präsentieren. Vor allem außerhalb von Dresden und im näheren Ausland. Wenn es dann genug neue Sachen gibt und diese auch live gut funktionieren, dann machen wir bestimmt ein Album.

Zum Abschluss noch ein paar allgemeinere Fragen…

Was sind deine frühesten musikalischen Erinnerungen?

Es gibt VHS-Kassetten, auf denen ich die Titelmelodie zur Trickfilmserie „Heidi“ zum Besten gebe. Ansonsten habe ich schon ab der 1. Klasse Instrumentalunterricht erhalten, Johan bekam seine erste Gitarre mit vier Jahren und hat damit versucht, die ABBA-Platten seiner Eltern zu ergänzen und Niklas hat schon in frühester Kindheit auf Töpfen rum getrommelt und Luftschlagzeug zu den Lieblingsbands seiner Eltern gespielt.

Welches sind deine – insofern es die gibt – größten „musikalischen Helden“?

Ich glaube konkrete, dauerhafte musikalische Helden habe ich gar nicht. Wir hören immer wieder neue Musik und entsprechend kommt auch immer mal wieder jemand dazu, während andere in Vergessenheit geraten (bzw. ihren Heldenstatus aberkannt bekommen :D).

Wenn du (oder ihr) die Möglichkeit hätte(s)t, mit einem bestimmten Musiker auf Tour oder ins Studio gehen zu können – welcher wäre das?

Ich denke ich spreche für uns alle, wenn ich sage, das ‘ne Tour mit Agent Fresco der Hammer wäre.

Was wären deine 5 Platten als Soundtrack für die Großstadt…

Ich glaube nicht, dass wir uns auf 5 einigen könnten, daher meine persönlichen:

Delta Sleep – Ghost City

Interpol – Turn On The Bright Lights

Erik Truffaz – Bending New Corners

Agent Fresco – A Long Time Listening

Golden Kanine – We Were Wrong, Right?

…und deine 5 Platten für die einsame Insel?

Totorro – Home Alone

Kings of Convenience – Riot On An Empty Street

Sigur Rós – Með suð í eyrum við spilum endalaust

Marker Starling – Anchors and Ampersands

Enemies – Embark, Embrace

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview mit ANEWFRIEND genommen hast!

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Caspian Sea Monster


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Fotos: Facebook

„Bereits vor mehr als fünf Jahren schmiedeten Musiker von Playfellow, Calaveras und Might Sink Ships Pläne eines neuen Bandprojektes, das auf den Namen Caspian Sea Monster hört und lange Zeit nur im Proberaum existierte. Nun endlich veröffentlicht das Quartett sein selbstbetiteltes Debütalbum. Sieben wundervoll atmosphärische Postrocknummern auf CD und LP gepresst und über Stargazer Records veröffentlicht. Nicht erst vor fünf Jahren, als sich die Musiker von Caspian Sea Monster zum ersten Mal zusammen rotteten, gab es schon so eine kleine Chemnitzer Bandkommune: Playfellow, Calaveras, Radar, Neon Blocks, Dollys Meat, Suralin, Might Sink Ships, Volt usw. Chemnitz ist nicht groß und man lief sich ständig über den Weg, teilte sich Proberäume oder spielte gemeinsam Konzerte. Jeder verstand sich mit jedem, man tauschte sich aus und es entstanden einige Nebenprojekte. Dass es bei Caspian Sea Monster ganze fünf Jahre dauerte, bis das selbstbetitelte Debütalbum fertig gestellt wurde, ist der Tatsache geschuldet, dass man zunächst erstmal sporadisch Musik machte. Schließlich galt die Band ja noch als Nebenprojekt von Toni Niemeier (Gitarre und Gesang – Playfellow), André Dettmann (Bass, Keys – Playfellow), Marc Ebert (Gitarre, Bass und Gesang – Might Sink Ships) und Tom Müller (Drums – Calaveras). Erst nach und nach festigten sich die sieben mindestens 5-minütigen Songs ihres Debütalbums, die zum Teil erst im Studio fertig geschrieben wurden. Caspian Sea Monster kreieren epischen Postrock mit Gesang und bieten genug Fläche, um sich komplett fallen zu lassen und in den Klangteppichen zu versinken. Tolles Debüt und große Empfehlung für Postrock-Fans.“

Soweit der offizielle, durchaus informative Pressetext.

Und der regelmäßige Vorbeisurfer auf diesen digitalen Seiten mag sich – zurecht – fragen: Chemnitz, die x-te? Karl-Marx-Stadt, echt – schon wieder? Japp. Denn obwohl das beschauliche sächsische Städtchen von einer internationalen Kulturmetropole á la New York City, London, Paris oder meinetwegen Berlin in etwa so weit entfernt ist wie Frauke Petry vom Bau eines Flüchtlingsheims, weist Chemnitz eine beachtliche Dichte an durchaus interessanten neuen Bands auf – und das nicht erst seit gestern…

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Neues Beispiel: Caspian Sea Monster. Allein schon der Name, den die vier Herren, welche in etwa eine All-Star-Truppe von Chemnitz‘ Finest darstellen (Might Sink Ships! Playfellow! Da fehlen eigentlich nur noch Kraftklub…), ihrem neusten musikalischen Baby gegeben haben: benannt nach einem russischen Fluggerät, das erstmals über dem kaspischen Meer gesichtet wurde – technoide Null-Aussage, die zur Mystik verführt. Oder Caspian: eine amerikanische Post-Rock-Band, die 2003 in Beverly, Massachusetts gegründet wurde, und sich, mit nunmehr vier Alben im Gepäck, auch diesseits des Atlantiks einen Namen erspielt hat – der klangliche Verweis bis nach Sachsen könnte ferner liegen. Und trotzdem klingt das, was Caspian Sea Monster da in knapp 55 Minuten fabrizieren, verdammt eigen.

4250137215037Das fängt bereits bei Toni Niemeiers Gesang an, welcher dem ein oder anderen Freund deutschen Indierocks bereits von Playfellow bekannt vorkommen dürfte. Eine sehr eigene Stimme hat der Mann, der im „wahren Leben“ – das mag kein Punkrock sein, aber irgendwo müssen die Brötchen ja herkommen – einem Job an der TU Chemnitz nachgeht (das Internet vergisst nichts). Klar. Ein Gesangsorgan, das vor allem bei seiner Hauptband an manch einer Stelle an einen wie Radioheads Thom Yorke mit angenehmem Tremolo und mächtig Emphase und Drama erinnert. Nicht die schlechteste Referenz? Sicher. Aber eben auch: mächtig Geschmacksache. Und die Gitarren: Lassen sich massig Zeit, bis die Schlagzeug-Bass-Rhythmusfraktion gemeinsam mit dem Keyboard das musikalisch-atmosphärische Fundament errichtet hat (nur eines der sieben Stücke des Debütalbums bleibt knapp unterhalb der Fünf-Minuten-Marke), um schlussendlich mit gekonnten Licks um Berge aus Effektgeräten zu flirren, brettern und steigen. Post-Rock, Baby! Damit der Hörer bei all der klanglichen Reizüberflutung nicht gleich vom Stuhl kippt, baut die Band jedoch immer wieder melancholische Ruhephasen in ihre Songs ein: hier mal eine Akustische („Spinning Wheel“), da eine weite Synthie-Fläche, dort ein paar elektronische Experimente („Parts“). Im feinen „The Trembling“ meint man gar ein Banjo zu hören! So ganz mögen sich Caspian Sea Monster nie festlegen, wählen im finalen „Into Dust“ etwa einen beinahe klassisch nervösen Alternative-Rock-Abgang.

Als Ganzes lassen sich, bei all dem Geplucker, den Soundwänden und dem Gitarrengegniedel, die unvermeidlichen Pink Floyd zwar nie so ganz von der Hand weisen (und die ein oder andere Platte der britischen Progrock-Götter hat sicher jeder der vier Chemnitzer im heimischen Plattenschrank stehen), jedoch haben an vielen Stellen auch andere Brüder im Geiste, wie Mogwai, Maybeshewill, Jeniferever, Steaming Satellites oder iLiKETRAiNS, den Fuss auf dem mentalen Effektpedal. Zwar mag nicht jede Minute des Debütalbums fesseln, aber wer bitte hätte ein Werk, das durchaus internationale Reife besitzt und fast wie aus einem geproggten Post-Rock-Guss daher schwebt, im piefigen Chemnitz verortet? Bedrohlich, schräg, entspannt, klassisch – aber auch: irgendwie anders und mit viel Dynamik, Facettenreichtum und Spielfreude im Schlepptau. Chapeau.

 

 

Via Bandcamp kann das Album gestreamt und erstanden werden…

 

…während man via YouTube den ein oder anderen Live-Mitschnitt…

 

oder ein Interview mit Teilen der Band findet:

 

Rock and Roll.

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