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Sunday Listen: Scott Hutchison – Live beim Acoustic Lakeside Festival 2014


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Foto: Susi Ondrusova

Zum Abschluss der ausgedehnten Scott-Hutchison-Tribute-Woche auf diesem bescheidenen Blog (wäre der Anlass kein so trauriger, hätte ich gern an anderer Stelle mehr über den Mann geschrieben, von dem – mal als Kopf von Frightened Rabbit, mal als lautstarker Fronter seiner erst unlängst erstmals in Erscheinung getretenen „All-Star-Band“ mastersystem – in den letzten Jahren ohnehin oft die Rede war) möchte ich euch ein recht besonderes Konzert ans Hörerherz legen.

Im Juli 2014 spielte Scott Hutchison eine Solo-Show beim – vergleichsweise beschaulichen – Acoustic Lakeside Festival im österreichischen Sittersdorf. Die Tatsache, dass er erst kurz vor Konzertbeginn, und mit zwölf Stunden Anreise in den schottischen Knochen, auf dem Festivalgelände ankam und demzufolge wenig Zeit hatte eine Setlist vorzubereiten, macht diese Show – zusätzlich zu dem Fakt, dass Hutchison eher selten ohne Mitmusiker von Frightened Rabbit und Co. auf Konzertbühnen stand – so besonders, schließlich spielt der trotz Anreisestress bestens aufgelegte Musiker viele Publikumsfavoriten von FR-Alben wie „The Midnight Organ Fight“, „The Winter Of Mixed Drinks“ oder „Pedestrian Verse“, aber auch selten gehörte Songperlen wie „Fuck This Place“ und „Scottish Winds“…

Besser noch: Niko Springstein hat das Konzert für einen Blog auf (digitalem) Tonband gebannt (sic!) und bereits vor etwa vier Jahren in bester Soundboard-Qualität zum Download verfügbar gemacht. Merci dafür auch noch einmal von ANEWFRIEND, welcher euch den tollen, gut einstündigen und 14 Songs starken Konzertmitschnitt hiermit wärmstens empfiehlt.

Cheers, Scott!

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Setlist:
01 Intro
02 Fuck This Place
03 Holy
04 The Twist
05 My Backwards Walk
06 Living In Colour
07 Intro
08 Scottish Winds
09 Head Rolls Off
10 Backyard Skulls
11 Intro
12 Old Old Fashioned
13 Intro
14 Swim Until You Can’t See Land
15 Good Arms vs Bad Arms
16 The Woodpile
17 The Loneliness And The Scream
18 Keep Yourself Warm

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Elliott Smith – live im Terrace Club, 1997


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Dem regelmäßigen Leser dieses bescheidenen Blogs dürfte über die Jahre ja bereits meine zeitweise manische Hingezogenheit zur Musik eines gewissen Elliott Smith unter die Augen gekommen sein. Und da ich bereits an der ein oder anderen Stelle darüber geschrieben habe, möchte ich hierüber auch gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren, und viel lieber die Songs des immens einflussreichen, leider viel zu früh verstorbenen Singer/Songwriters selbst sprechen lassen…

Etwa die des Live-Mitschnitts einer Show im Terrace Club der Princeton University in Princeton, NJ, welche Smith im Zuge der Support-Tour zum damals aktuellen Album „Either/Or“, das im vergangenen Jahr und zum zwanzigsten Albumgeburtstag ein Expanded-Edition-Re-release erfuhr, im April 1997 spielte.

Ohne zu übertreiben, könnte man behaupten, dass der nicht eben geräumige Indie-Club der renommierten Universität, für den Begriffe wie „Wohnzimmer-Konzert“ wohl einst erfunden wurden und in dem man in den Neunzigern weniger später große Bands wie At The Drive-In oder Modest Mouse in intimem Ambiente bestaunen durfte, an jenem 12. April das mit Fug und Recht stillste Konzert seiner Historie erlebte, bei dem Elliott Smith nicht nur Stücke von zwei seiner – damals – drei Solo-Alben „Roman Candle„, „Elliott Smith“ und eben „Either/Or“ zum Besten gab, sondern auch herzerweichende Coverversionen der Big Star- beziehungsweise Kinks-Originale „Thirteen“ und „Waterloo Sunset“ – ihr wisst schon: „Stecknadel“, „Magie“ und „Tränenreichtum“

Zu finden ist der fast einstündige Soundboard-Mitschnitt der Show im Terrace Club der Princeton University unter anderem einmal mehr auf archive.org (als Stream oder kostenfreier Download).

 

 

SETLIST
– Division Day
– Alameda
– Angeles
– Alphabet Town
– Between The Bars
– Bled White
– St. Ides Heaven
– Thirteen
– Say Yes
– Needle In The Hay
– Big Decision
– Southern Belle
– 2:45 a.m.
– Waterloo Sunset
– Clementine

(via xpn.org)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lasse Matthiessen – „When We Collided“


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Foto: Michael Bomke / Promo

„In life, you continuously reach a point of reflection. Where are you? What are you feeling? What is real and what is perhaps still just a pleasant illusion that makes it easier to live with status quo? When we Collided deals with this theme. The protagonists wander through a summery night in Paris, not knowing what the morning will bring. Thus, they live in the moment…“

Viel besser als das, was die werten Kollegen auf folkradio.co.uk über „When We Collided“, den neusten Song des dänischen Wahl-Berliners Lasse Matthiessen schreiben, kann man es eigentlich kaum in Worte fassen (was ja bei mancher Musik ohnehin schwer scheint).

Für das Stück, welches wiederum Teil von Mathiessens neuster, heute erscheinender EP selben Titels ist, hat sich der Singer/Songwriter mit der New Yorker Musikerin Sara Hartman zusammen getan – eine transatlantisches Duett, quasi. Und während über diesem Song noch die Ruhe der Melancholie liegt, setzen andere Stücke der EP, wie etwa „Broken Choir“ mit seinen ausufernden und schwelgerischen Arrangements, konsequent den Weg fort, den Lasse Mathiessen  mit dem 2014 veröffentlichten, vielseitigen Album „Wildfires“ eingeschlagen hatte…

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Ein zwar kurzes, jedoch durchaus lesenswertes Interview mit dem Musiker, dessen dunkle Stimme an sich die meisten seiner Songs schon mit schummrigen Melancholienebeln belegt, findet man übrigens hier.

 

Rock and Roll.

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Konzerttipp: Mogwai – Live im Gothic Theatre, Denver, 2006


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Wenn es um meine liebste Post-Rock-Band aller Zeiten geht, dann liegen Mogwai seit eh und je sanft und sicher in den Top 3. Punkt.

Und da habe ich die Bonuspunkte, die das Quartett durch seine schottische Herkunft (proudly Glasgow born and raised – aye, Sir!) oder durch seine Namensgebung (benannt nach den flauschigen Horrortierchen aus „Gremlins“ – beide Filmteile gehören seit Kindheitstagen zu meinen All-Time-Favs) inne hat, noch gar nicht mit eingerechnet. Fakt ist, dass  Stuart Braithwaite (Gitarre, sporadischer Gesang), Barry Burns (Gitarre, Piano, Synthesizer, darf ab und an auch mal ans Mikro), Dominic Aitchison (Bass) und Martin Bulloch (Schlagzeug) sowohl auf Platte als auch – gerade – live und auf Bühnenbrettern ohne viele Worte eine emotionale Wucht entfesseln, dass es einem – oder zumindest: mir – nicht selten die Gedankengänge frei die Beine weg bläst.

TRR291_MOGWAI_ECS_cover_hi-res_1500x1500px_640xNoch schöner ist, dass die Die-Hard-Celtic-Glasgow-Fans vor wenigen Tagen mit ihrem nunmehr neunten Studiowerk „Every Country’s Sun“ eine Rückkehr nach Maß gefeiert haben, nachdem mich Stuart Braithwaite und Co. mit allem, was da nach dem 2008er Werk „The Hawk Is Howling“ erschien, ein wenig verloren hatten, und auch nach über zwanzig Bandjahren beweisen, dass man vornehmlich instrumentalen Post-Rock durchaus spannend und emotional mitreißend gestalten kann.

Da Mogwai auch und vor allem eine Live-Band sind, sollten sich alle Interessierten, nebst dem ersten, 2010 erschienenen Live-Album „Special Moves“ (für das die Band im Jahr zuvor eine Show in der Music Hall of Williamsburg im New Yorker Stadtteil Brooklyn mitschnitt), auch die ein oder andere Live-Show aus der langen Karriere der Glaswegians zu Gemüte führen.

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Meine persönliche Empfehlung ist – nebst einer 2001 in Dallas, TX mitgeschnittenen Show (hier zu finden) – eine Aufnahme des Gastspiels von Mogwai im Gothic Theatre von Denver, CO vom 3. Mai 2006. Der Sound: superbe Soundboard-Qualität, die auch für ein höchst offiziell veröffentlichtes Live-Album herhalten könnte – eine professioneller aufgenommen und abgemischte Live-Show findet man sonst nirgends im Netz (und zudem noch als kostenfreier Download). Die Setlist: eine bunte Mischung aus frühen Sachen bis hin zum bis dato neusten Werk Mr. Beast„. Über 90 Minuten feinster Post-Rock. Und am Ende der 23-minütigen Schlussnummer „My Father My King“ dröhnen die Ohren. So soll’s sein.

Die 2006er Show aus Denver findet man hier (via archive.org).

All jenen, die bisher weniger mit der Diskografie sowie dem Schaffen von Mogwai vertraut sein sollten, sei außerdem die immerhin 3 CDs starke, 2015 (zum 20. Bandgeburtstag) erschienene Retrospektive „Central Belters“ ans Hörerherz gelegt.

 

 

Wer zum Ton auch gern bewegte Bilder hat, der findet hier zwei relativ aktuelle Live-Show-Mitschnitte der Rock-Schotten:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: BRUTUS – „Horde II“


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Sollte nichts Weltbewegend-Lautes mehr in die Plattenläden gestellt werden, so kommt mein (Punk-)Rock-Album des Jahres 2017 aus dem belgischen Leuven.

Also von BRUTUS.

Ganz im Ernst. Seit Erscheinen im Februar diesen Jahres dreht sich das selbstbetitelte Debütwerk in meinen Gehörgängen. Und dreht sich. Und dreht sich. Und rockt, verdammt! Was dabei die Faszination ausmacht? Nun zum Einen, dass Schlagzeugerin Stefanie Mannaerts neben ihrem nicht gerade kleinlichen Gepolter auch noch einen amtlichen Job am Mikro erledigt, während Stijn Vanhoegaerden (Gitarre) und Peter Mulders (Bass) die elf Songs durch einen wilden Ritt zwischen Hardcore-Punk, Metal und Rock gleiten lassen. Dass dabei zu keiner Minute Langeweile aufkommt? Mindestens erstaunlich. Genau übrigens wie die Tatsache, dass das Trio dabei auch den Pop nicht ganz aus den Augen verliert…

Ein gutes Beispiel für BRUTUS‚ Achterbahnfahrt zwischen den Stilen ist das Stück „Horde II“. Und genau zu diesem hat die dreiköpfige belgische Band nun ein Musikvideo veröffentlicht. Die Performance-Aufnahmen zeigen Mannaerts und Co. in einem Raum voller Spiegel und Glühbirnen, die warmes, orangefarbenes Licht erzeugen. Ab dafür? Hellyeah.

 

 

Übrigens: Im November kommen BRUTUS für drei Club-Shows wieder nach Deutschland:

02.11. Aachen – Musikbunker
05.11. Berlin – Monarch
12.11. Trier – Exhaus

 

Wer mag, kann sich anhand dieses Mitschnitts des Auftritts beim belgischen Lokerse Feesten vor wenigen Tagen einen Eindruck von den amtlichen Live-Qualitäten der Band machen:

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Elliott Smith – live beim Fuji Rock 2000


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Elliott Smith mag ein begnadeter Musiker und Songwriter gewesen sein, Liveauftritte der im Oktober 2003 viel zu früh verstorbenen Musiklegende avancierten gerade zum Ende seiner Karriere oft zur von ihm selbst besungenen „Needle in the Hay“.

In den Anfangstagen, etwa ab 1997, nachdem sich der 1969 in Omaha, Nebraska geborene US-Musiker von seiner damaligen Band Heatmiser lossagte, um fortan im Alleingang Platten zu veröffentlichen, fanden seine Auftritte noch im kleinen, intimen Rahmen von Indie-Clubbühnen statt, auf denen sich Smith – das kann im Rückblick mit Sicherheit sagen – am wohlsten fühlte. Er war gewitzt, interagierte an guten Tagen auch gezielt mit dem Publikum, hatte, bei aller Scheu, die ihn zeitlebens nie so ganz verließ, auch scheinbar selbst eine gute Zeit. Später, nach dem Erfolg durch die Oscar-Nominierung für seinen Song „Miss Misery“ (welchen er 1997 zum Soundtrack des Gus-Van-Sant-Films „Good Will Hunting“ beisteuerte), wurden die Bühnen und Zuschauerzahlen um einiges größer. Und Smiths Auftritte – ob nun allein oder ab und an mit Begleitband – fahriger. Die Witze, die er zwischen seine Songs streute, wurde seltener, er vergaß, was man wohl auch (s)einer immer schlimmer werdenden Drogensucht zuschreiben könnte, Textzeilen, brach immer öfter Songs ab, welcher er ohnehin immer öfter mit besorgniserregend brüchiger Stimme vertrug. Ein trauriger Clown. Eine Ballade vom großen Nichts. Der Rest ist Musikgesichte…

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Von den ohnehin nicht allzu zahlreichen Solo-Auftritten Elliott Smiths zwischen 1994 und 2003 existieren im weltweiten Netz – und da traue ich mir als selbsterklärter „Elliott-Smith-Ultra“ durchaus eine Expertise zu – nur ein, zwei Handvoll in guter Soundboard-Audioqualität (zum 10. Todestag Smiths im Jahr 2003 hatte ich hier auf ANEWFRIEND bereits darüber geschrieben, wer darüber hinaus den ein oder anderen Tipp haben mag, der hinterlasse einfach einen Kommentar oder schreibe ein Mail).

Umso schöner, dass nun ein „neuer“ Konzertmitschnitt – und das auch noch in Ton und Bild – aufgetaucht ist. Gefunden hat ihn Kevin Moyer, welcher 2014 die durchaus empfehlenswerte, in jedem Fall erste offizielle Elliott-Smith-Dokumentation „Heaven Adores You“ schuf und sich dafür auch durch Berge von analogem wie digitalem Archiv-Material wühlte:

„When I was working on the documentary ‚Elliott Smith: Heaven Adores You‘, many friends and fans were gracious enough to share their keepsakes with us – memories, videos, pictures and etc. During the production, one of Elliott’s close friends and collaborators gave us an old VHS tape that had a performance that they had acquired and kept for a keepsake. I had it transferred from VHS tape and digitized for potential inclusion in the Heaven Adores You project, but it never made the final cut. With the blessing of the tape owner I am uploading the full performance here. This seems to be previously unreleased footage. I hope you enjoy it.“

Insofern ist der nun von Moyer via YouTube zur Verfügung gestellte Auftritt von Elliott Smith und seiner Band beim japanischen Fuji Rock im Naeba Ski Resort, Niigata aus dem Jahr 2000 schon ein echtes, rares Schmankerl für Fans wie Smith-Connaisseure gleichermaßen, zeigt es den Sadcore-Musiker, der zu dieser Zeit gerade sein fünftes Solo-Album „Figure 8“ in die Plattenläden gestellt hatte (und somit das erste nach dem großen Oscar-Rummel), doch in vergleichsweise bestechender Form und Songs, welche in dieser (späten) Phase seiner Karriere nicht selten an die Melodieverliebtheit der Beatles denken ließen…

 

 

SETLIST

– Ballad of Big Nothing
– Independence Day
– Junk Bond Trader
– Son of Sam
– Everything Means Nothing to Me
– Amity
– Stupidity Tries
– Mr. Good Morning
– Sweet Adeline
– In the Lost & Found
– LA
– A Question Mark
– Can’t Make a Sound
– Bled White
– Color Bars
– Cupid’s Trick
– 2:45 AM

 

Rock and Roll.

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