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Song des Tages: Zella Day – „Seven Nation Army“


Es gibt Gitarrenriffs, die jeder mitsingen kann. Im Schlaf. Erst recht in bierseliger Laune. Welche Musiker dahinter stehen und wie der entsprechende Song eigentlich heißt, ist den meisten dabei sogar oft verdammt egal. „Smoke On The Water“ von Deep Purple etwa, „Paranoid“ von Black Sabbath sicherlich, „Back In Black“ von AC/DC wohlmöglich, „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana ohne jeden Zweifel – und eben „Seven Nation Army“ von The White Stripes. Letzterer mittlerweile vor allem dank seiner Verbindung zum tumben Volksunterhaltungssport Fußball. Doch nicht so schnell, alles auf Anfang…

Januar 2002, The White Stripes waren gerade auf Tour in Australien. Der Soundcheck vor ihrer Show in Melbourne wurde unerwartet zu einem entscheidenen Moment in der Karriere des Duos. Jack White spielte zum ersten Mal die berühmten sieben Noten des Riffs von „Seven Nation Army“. Der Gitarrist und Bandkopf zeigte es Ben Swank, seines Zeichens Crew-Mitglied und Angestellter bei seiner Plattenfirma Third Man Records, der lediglich ein knappes „It’s OK“ darauf erwiderte. Ganz in Ordnung, Chef, aber irgendwie auch nichts Besonderes…

Nun, so kann man sich irren.

Jack White hoffte zu Beginn der 2000er, in der Zukunft einmal den Titelsong zu einem James-Bond-Film schreiben zu dürfen. Aus diesem Grund fasste er zunächst den Entschluss, das Gitarren-Thema aus Melbourne für ebenjenen Zweck aufzubewahren – eine Idee, die er schnell wieder über den Haufen warf, denn zu unwahrscheinlich erschien ihm dieses Szenario. Und dieses Mal war er es selbst, der sich irrte, schließlich durfte White etwas später tatsächlich den ersehnten Bond-Titelsong schreiben – und wohlmöglich ist das 2008 mit Alicia Keys veröffentlichte „Another Way To Die“ (für den Film „Ein Quantum Trost“) der vielleicht beste Bond-Titeltrack der jüngeren Geschichte…

Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Also wurde daraus dann doch ein Song für The White Stripes und nicht für den Spezialagenten seiner Majestät im Vereinten Königreich. Zumindest geografisch rückten Jack und Meg White dabei nicht allzu weit von 007 ab, denn „Elephant“, das vierte, 2003 erschienene Album des Duos aus Detroit, Michigan, wurde in den Toe Rag Studios in London aufgenommen. Und „Seven Nation Army“ wurde von den beiden zum Opener des Albums erkoren.

Auch das Dahinter ist im Grunde recht schnell abgehandelt. So liegt etwa der Name des Liedes bis heute darin begründet, dass Jack White die Wörter „Salvation Army“, zu deutsch Heilsarmee, als Kind nicht richtig aussprach. Kurzerhand machte er „Seven Nation Army“ daraus. Ursprünglich nur als Arbeitstitel gedacht, avancierten die Wörter schließlich zum tatsächlichen Namen des Liedes, welcher sich inhaltlich mit Kleinstadt-Gossip auseinandersetzt. Jack Whites eigene Erfahrungen, insbesondere im Zusammenhang mit seiner Berühmtheit, bilden das Fundament des Textes.

Und das Klangliche? Nun, einem wichtigen Motto blieben The White Stripes auch auf „Elephant“ treu: keine Bass-Gitarren, Ladies und Bluesmänner! Den Sound des ikonischen Riffs von „Seven Nation Army“ erschuf Jack White mithilfe einer halbakustischen E-Gitarre aus den 1950ern, das Ausgangssignal wurde durch ein Effekt-Pedal namens Whammy der Firma Digitech um eine Oktave herunter transponiert. Ausreichend Fachsimpelei?

Dennoch waren anfangs nicht alle Parteien von dem späteren Evergreen begeistert. Neben Ben Swank musste Jack White auch die Vertreter seiner Partner-Plattenfirmen XL und V2 davon überzeugen, dass „Seven Nation Army“ ein großartiger Song war. Großartig genug sogar, um ihn zur ersten Single-Auskopplung des neuen Albums zu machen. Im Gegensatz zum Band-Frontmann erschien „There’s No Room For You Here“ den Label-Mitarbeitern als geeignetere Wahl – doch White blieb stur und hatte schließlich Erfolg.

Im Oktober 2003 begann dann die „ganze Sache mit dem Fußball“. Der belgische Club FC Brügge spielte in der Champions-League-Gruppenphase auswärts gegen eines der damals besten Teams der Welt: den AC Mailand. Milan hatte im Mai desselben Jahres die UEFA Champions League gewonnen und ging daher als haushoher Favorit in das Match im heimischen San Siro.

Vor dem Spiel vertrieben sich die mitgereisten Fans aus Belgien die Zeit in einer Bar in der Mailänder Innenstadt. Zwischen den Unterhaltungen über die sichere Niederlage gegen den italienischen Giganten, dem feuchtfröhlichen Klirren von Biergläsern und dem nervösen Rücken von Stühlen ertönte plötzlich ein äußerst prägnantes Gitarren-Riff, das sich selbst die betrunkensten Brügge-Fans merken konnten. „Seven Nation Army“ von The White Stripes nahm seinen Lauf – gemeinsam mit dem kleinen Fußball-Wunder am selben Abend, denn in der 33. Minute erzielte Andrés Mendoza das Siegtor für Brügge. Und die in die italienische Modemetropole mitgereisten Fans? Flippten selbstredend aus. Voller Euphorie erinnerten sie sich an die eingängige Melodie, die sie am Mittag gehört hatten (wenngleich auch nicht an den dazugehörigen Text), und grölten ausgelassen ein lautes „Oh…oh-OH-oh oh OHH OHH!“. Verbunden mit der seligen Sieg-Erinnerung nahmen die Anhänger des FC Brügge das Lied mit zurück nach Belgien und etablierten es fortan im eigenen Stadion.

Ein paar Jahre darauf, im Februar 2006, spielte der FC Brügge erneut gegen ein italienisches Team, nun aber zu Hause gegen den AS Rom im kleinen Bruder der Champions League, dem UEFA Cup (welcher sich heute „UEFA Europa League“ schimpft). Zwar verlor Brügge jenes Spiel mit 1-2, doch dies tat der Popularität von „Seven Nation Army“ als Fußball-Song keinen Abbruch – ganz im Gegenteil: Nun fanden auch die Anhänger der Roma Gefallen an dem leicht memorablen Mitgröhl-Riff des Songs und machten ihn sich zu eigen.

Die italienische Fußball-Legende Francesco Totti (785 Spiele mit 307 Toren in 24 Jahren als Profi beim AS Rom) kommentierte das Geschehen auf den Rängen gegenüber einer niederländischen Zeitung mit den Worten: „Ich hatte den Song noch nie gehört, bevor wir in Brügge aufs Feld gelaufen sind. Seitdem kann ich den ‚PO-PO-PO-PO-PO-POO-POO-Song‘ nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Es hat sich fantastisch angehört und die Zuschauer mochten es sofort. Danach habe ich mir schnell ein Album der Band besorgt…“

Gemeinsam mit Totti und den Fans des AS Rom gelangte „Seven Nation Army“ wieder zurück nach Italien. Bei der Weltmeisterschaft im Sommer 2006 wurde das Lied so etwas wie die inoffizielle Hymne der Azzurri auf dem Weg zum Titel in Deutschland. Die Funktionäre der UEFA bemerkten den Trend und machten den White-Stripes-Song zur offiziellen Einlauf-Musik der Mannschaften während der Europameisterschaft 2008. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten es alle mitbekommen – ob sie nun wollten oder nicht. „Seven Nation Army“ verselbstständigte sich, fernab vom US-amerikanischen Detroit, und wurde zum Mannschaften wie Fanszenen übergreifenden, veritablen Fußball-Hit.

Jack White selbst freute sich über die Geschichte, die vor nunmehr zwanzig Jahren in Melbourne begann (und irgendwie auch die White Stripes überlebte, welche 2011 ihr Bandende bekannt gaben). Als er auf die Adaption seines Hits durch die italienischen Fußball-Fans angesprochen wurde, unter denen „Seven Nation Army“ als der „PO-PO-PO-PO-Song“ bekannt ist, sagte er: „Ich fühle mich geehrt, dass die Italiener den Song zu einem der ihren gemacht haben. Nichts ist schöner in der Musik als die Annahme einer Melodie durch Menschen, die ihr erlauben, den Pantheon der Folk-Musik zu betreten. Als Songwriter ist so etwas unmöglich zu planen. Besonders in modernen Zeiten. Ich liebe es, dass die meisten Leuten überhaupt nicht wissen, wo die Melodie herkommt, wenn sie sie singen. Das ist Folk-Musik.“

Manchmal nimmt ein Song eben ungewöhnliche Wege…

Womit wir nun auch bei der Künstlerin von ANEWFRIENDs heutigem „Song des Tages“ wären. Bereits 2012 nahm Zella Day eine Coverversion des White-Stripes-Klassikers auf. Dennoch sollte es nahezu eine weitere Dekade dauern, bis ebenjene Neuinterpretation durch die Verwendung in einem Werbespot eines namenhaften südkoreanischen Elektronikherstellers zu weitreichenderer Bekanntheit gelangte. Im Grunde zu Unrecht, denn die Version der mittlerweile 27-jährigen, aus Pinetop-Lakeside, Arizona stammenden und inzwischen – wie so ziemlich viele – in Los Angeles, Kalifornien beheimateten Indie-Pop-Musikerin kann sich als reduziert-schmissige Ballade durchaus hören lassen. Und das nun auch für all jene, die noch nie ein Fussballstadion von innen (oder im Fernsehen) gesehen haben…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Beton (Бетон) – „Kyiv Calling“


Wer könnte da auch „Nein“ sagen – The Clash haben einer neuen Version ihres Gassenhauers „London Calling“ durch eine ukrainische Punkband namens Beton ihren Segen gegeben. „Kyiv Calling“, das in der Nähe der Frontlinien aufgenommen wurde, könnte mit seinen Text, der den Rest der Welt dazu auffordert, die Verteidigung des Landes gegen die russischen Invasoren zu unterstützen, dabei zeitgemäßer kaum sein. Zudem wird der gesamte Erlös dieser „Kriegshymne“ der Widerstandsbewegung Freie Ukraine (FURM) zugute kommen, die damit ein gemeinsames Kommunikationssystem finanzieren will, das die Bevölkerung vor Bedrohungen warnt und um internationale Unterstützung wirbt.

In den letzten Tagen hatten die drei Mitglieder von Beton, Bohdan Hrynko, Oleg Hula und Andriy Zholob, nachdem sie die Erlaubnis von The Clash erhalten hatten, den Text des 43 Jahre jungen Punkrock-Hits umgeschrieben und ihre Version am vergangenen Donnerstag und Freitag in einem Studio in Lviv aufgenommen, wenige Tage bevor das russische Militär Raketen auf die Stadt abfeuerte, die zu einem Zentrum für vertriebene Bürger geworden war. Der Song wurde direkt darauf im fernen Los Angeles von dem Musikproduzenten Danny Saber, welcher bereits mit David Bowie, den Rolling Stones oder eben Joe Strummer gearbeitet hat, abgemischt. Passend zur aktuellen Situation in der Ukraine enthält der neue Text Zeilen wie „The iron age is coming, the curtain’s coming down“, „Kyiv calling to the Nato zone / Forget it, brother, we can’t go it alone“ oder “Phony Putinmania has bitten the dust” und soll eine moralisch aufbauende Botschaft des Widerstands verbreiten sowie andere Länder um Hilfe aufrufen. Passend dazu zeigt das Video Aufnahmen von Freunden, Familienangehörigen, Kollegen und Freiwilligen Helfern, die einige der jüngsten Anschläge in Städten von Charkiw bis Kiew dokumentieren.

Auch die Musiker von Beton beteiligen sich auf ukrainischer Seite an den Kriegsanstrengungen. Andriy Zholob (Gitarre, Gesang) arbeitet auch als Orthopäde und behandelt Kriegsopfer und Soldaten, während Bohdan Hrynko (Schlagzeug, Gesang) und Oleg Hula (Bass, Gesang) aktuell Teil der Territorialverteidigung sind und damit bereit, sich dem Widerstand anzuschließen, wenn sie dazu aufgefordert werden. In „normalen“ Zeiten ist Hrynko Architekt und Hula Miteigentümer einer Firma, die Ton- und Lichttechnik für Konzerte und Festivals liefert.

„Viele ukrainische Musiker befinden sich jetzt auf den Schlachtfeldern oder in der Territorialverteidigung“, so Zholob gegenüber dem „Guardian„. „Sie haben ihre Gitarren gegen Gewehre getauscht. Wir hoffen, dass dieses Lied den Geist der Ukrainer und unseren Widerstand gegen die russische Aggression zeigt. Wir freuen uns, dass es in der ganzen Welt als Symbol der Solidarität und Hoffnung gespielt wird.“ Weiter führte Zholob gegenüber dem „NME“ aus: „The Clash waren eine unserer Inspirationen, als wir uns in den Punkrock und die Musik im Allgemeinen verliebten. In ihrer Musik gibt es keinen Snobismus oder Prätentiosität, sie hatten etwas zu sagen und äußerten ihre Meinung gegen den menschlichen Zorn.“ Der Song verkörpere „all das, und wir sind sehr glücklich, dass wir diesen ikonischen Klassiker in unsere eigene Hymne mit neuer Bedeutung und neuem Leben verwandeln können.“ 

Der ursprüngliche Song wurde 1979 von Gitarrist Mick Jones und Joe Strummer, dem 2002 verstorbenen Sänger und Texter von The Clash, geschrieben (und wenig später auf dem gleichnamigen Album veröffentlicht), während die Band in einer Zeit internationaler Instabilität um die Welt reiste und Konzerte gab. Eine Zeit, die geprägt wurde von besorgniserregenden Ereignissen wie dem Reaktorunfall im US-Kernkraftwerk Three Mile Island, der Geiselnahme im iranischen Teheran oder der Ölkatastrophe von Ixtoc I im Golf von Mexiko. Zurück im heimischen Großbritannien wuchs der öffentliche Unmut über die politische Macht von Margaret Thatcher und die Auswirkungen der Energiekrise. Ausgehend von all dem Chaos, das er um sich herum spürte, schrieb Strummer daraufhin Zeilen, die bewusst an das alte BBC-Radio-Rufzeichen erinnern sollten, aber ebenso Anklänge an eine bevorstehende dystopische Zukunft lieferten: „London calling to the faraway towns / Now war is declared and battle come down / London calling to the underworld / Come out of the cupboard, you boys and girls / London calling, now don’t look to us / Phony Beatlemania has bitten the dust..“

Beton, die sich selbst als „Punk-Hardcore“ bezeichnen, spielen seit mehr als einem Jahrzehnt gemeinsame Konzerte vor allem innerhalb der Ukraine sowie in dieser Zeit auf einigen der führenden ukrainischen Festivals, darunter dem Zaxidfest oder dem Tarasova Gora Festival, und geben zu, dass sie anfangs eher ein „Scherz“ denn eine ernstzunehmende Band waren, seit 2019 jedoch mehr und mehr Anerkennung für ihren kraftvollen Sound gewannen. So warf auch ihr letztes Album, „Members Only“ aus dem vergangenen Jahr, einen ernsteren Blick auf die Probleme, mit denen sich die Ukraine vor der Invasion konfrontiert sah, darunter Polizeigewalt, der Aufstieg der Komsumkultur und Arbeitslosigkeit. Auch wenn sich das Land und deren Popkultur in der Vergangenheit nicht eben im Fokus der westlichen Welt befand, so bildet Punk Rock auch in der Ukraine einen wichtigen Bestandteil der dortigen Kulturszene und aktuell ein kleines Ventil, um der Wut angesichts der russischen Aggression Ausdruck zu verleihen.

„Wir haben keinen Zweifel an unserem Sieg, wir sind stolz darauf, Ukrainer zu sein und spüren die Unterstützung von Musikern im Ausland. Das bedeutet uns sehr viel“, meint Zholob, der auch Mitglied von FURM ist, einem von Bürgern geführten Netzwerk tausender Menschen aus vielen Berufen, das mehr als dreißig Organisationen in der gesamten Ukraine miteinander verbindet. Seine Aufgabe ist es, die territoriale Integrität wiederherzustellen und die Souveränität der Ukraine zu stärken, um sie auf eine mögliche Zukunft als EU- und Nato-Mitgliedstaat vorzubereiten. Zudem werden alle Spenden an die FURM für die explizit nichtmilitärische Arbeit der Bewegung im Bereich der Kommunikation und der Unterstützung von humanitären Partnernetzwerken und -organisationen verwendet. 💙 💛

NACHTRAG (21.03.2022):

Ich selbst bin durch einen Facebook-Post des geschätzten britischen Singer/Songwriters Billy Bragg auf diesen Song aufmerksam geworden, konnte jedoch, da ich zwar ein paar Sprachen, jedoch leider weder Russisch noch Ukrainisch spreche, auch nach einiger Google-Suche recht wenig über jene Band namens „Beton“ (abseits von Namensvettern aus der Slowakei) in Erfahrung bringen. Ein weiterer Post von Bragg, dem man seit Jahr und Tag weder politischen Aktivismus noch eine bewundernswert aufrechte Haltung absprechen kann, machte jedoch auch mich stutzig. Der 64-jährige Musiker teilt darin ein Foto der Band…

…sowie folgende Erklärung:

„Yesterday evening I posted a clip of the Ukranian band Beton performing their rewrite of ‚London Calling‘. According to reports, the song ‚Kyiv Calling‘ was approved by the Clash, with funds raised going to the Free Ukraine Resistance Movement.

After a few hours of discussing the lyrics of the song and whether Joe Strummer would approve of the rewrite, a number of people drew my attention to a series of photographs on the band’s Facebook page showing members of the band wearing t-shirts based on the Ramones circular logo. 

The word ‚Ramones‘ at the top of the logo had been replaced with the word ‚Banderas‘ and although all of the names within the circle were not visible, the one that was clearly read ‚Stepan‘. The photos dated from a year ago.

This is deeply troubling. Stepan Bandera was a far-right Ukranian politician who collaborated with the Nazis during the occupation of Ukraine and whose followers were complicit in the Holocaust. That he did these things in the name of Ukranian independence from the Soviet Union has led some present day far right nationalists to adopt his image in their decade long struggle with Russia. 

The knock on effect of this has been to allow Putin to smear all those who want a democratic Ukraine free from Russian influence as neo-nazis. The lionisation of Bandera explains his attempt to legitimize the invasion as a campaign of ‚denazification‘, despite the fact that when, during the 2019 Ukrainian elections, all of the major far right Ukrainian parties formed a unified party for the national election, they gained just 2.15% of the vote and failed to secure a single seat in the national parliament. Compare that with the 2009 EU parliament election, where the BNP won 6% of the vote. 

I left a message on the band’s Facebook page asking them to explain why they were wearing t-shirts that appeared to support Bandera, but after 24 hours, I’ve had no response, so I’ve deleted my post. 

We can argue about the meaning of ‚London Calling‘ and what Joe Strummer would or wouldn’t have said about the lyrical changes, but we can be damn sure that he would not have allowed his song to be utilised by a band that expressed their support for fascists.“

Das machte mich, der zwar vieles mag und eine freie Meinungsäußerung ebenso schätzt wie einen gesunden, zielgerichteten Diskurs, jedoch weder radikalen Arschgeigen noch irgendwelche Nazis auf diesem bescheidenen Blog bekannter als ohnehin (leider) bereits machen möchte, ebenfalls zum Nachdenken. Sollte ich also den Post löschen? Oder trotz alledem stehen lassen?

Nun, ich habe mich – aktuell – für letzteres entschieden. Denn so zweifelhaft die Gesinnung der ukrainischen Band auch sein mag (Wer möchte, der darf sich über den oben erwähnten Stepan Bandera mal etwas belesen. Oder über das Regiment Asow. Oder über die Machenschaften, die einen wie Vitali Klitschko in das Bürgermeisteramt Kiews gehoben haben – in keinem Konflikt ist eben alles schwarz und weiß, gut und böse…), so wichtig ist dennoch dessen Botschaft. Eben jene, dass dieser sinnlose, Menschenleben zerstörende Angriffskrieg auf die Ukraine aufhören muss – besser gestern als morgen. Und wenn sich Joe Strummer dafür dreizehn Mal im Grab umdrehen mag, dann soll’s das wert gewesen sein. Andererseits beweist dieser Nachtrag mitsamt seinen zusätzlichen Informationen eben auch, dass es stets lohnt, genauer drauf zu schauen, Sachen zu hinterfragen und stets auf der Hut zu sein, da eben – und gerade im Zuge dieses Krieges, welcher zu einem Großteil nicht nur über Waffen, sondern auch über mediale Wege geführt wird – nicht alles so einfach, leicht überschaubar und für Außenstehende begreiflich ist, wie es im ersten Moment scheint… Namaste. ✊

NACHTRAG (22.03.2022):

Heute Nachmittag veröffentlichte die Band ein Statement, in welchem die sich zwar von Rassismus und Faschismus distanzierte, aber Bandera aber auch als ukrainischen Helden und Symbol des Widerstands würdigte: „In dieser Nacht hatten wir einige Angriffe, in denen unserer Band Faschismus und Nazismus vorgeworfen wurde. Vor allem wegen unserer T-Shirts mit Stepan Banderas Namen. Stepan Bandera ist für viele Ukrainer ein Held, ein Symbol des Widerstands gegen die russische Besatzung, ein Symbol des Maidans. Er verbrachte auch viele Jahre als Gefangener in einem Konzentrationslager der Nazis. Wir verstehen und wir verurteilen, dass manche Menschen einige Gräueltaten in Banderas Namen verübt haben.“ Dann führten Beton ihre Verbindung zu The Clash aus: „Wir haben den Track aufgenommen, weil wir The Clash und ihre Haltung zum Widerstand und gegen Unterdrückung lieben. Wie sie sind wir antifaschistisch und antirassistisch. Wir wollen in einem demokratischen, kriegsfreien Land leben, in dem jeder, gleich welcher Rasse und welches Glaubens, willkommen ist. Jeder, der unsere Lieder hört, wird sehen, dass wir über Widerstand, Konsumismus und Freiheit schreiben. Wir singen über betrunkene Autofahrer und gemeine Oligarchen. Wir haben keine Zeit für extremistische Politik.“ Ob dieses Statement überzeugende Argumente liefert, sollte jede(r) freilich selbst entscheiden. Fest steht jedoch, dass Banderas Person auch in der Ukraine als sehr umstritten gilt. Während er im Osten des Landes überwiegend als NS-Kollaborateur und Kriegsverbrecher angesehen wird, wird er im Westen der Ukraine wegen seinem Kampf für eine freie Ukraine als Nationalheld verehrt. In einem Artikel des MDR wird Bandera zum Beispiel von dem US-Historiker und Yale-Professor Timothy Snyder als ein Anhänger der „Idee der faschistischen Ukraine“ bezeichnet... Schlussendlich läuft’s wohl vor allem die innere und äußere Wahrnehmung hinaus.

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sting – „Russians“ (live)


Bild: Getty Images

„In Europe and America, there’s a growing feeling of hysteria“, so lauten die ersten Zeilen des Songs „Russians“ von Sting. Ursprünglich erschienen 1985 auf dem Album „The Dream Of The Blue Turtles“, erlangt der Titel nun, satte 37 Jahre später, erneut an Relevanz. Auf Instagram performt Sting den Song gemeinsam mit dem Cellisten Ramiro Belgardt und teilt vorab emotionale Worte.

Und obwohl sich manche Dinge – leider, leider – wohl nie ändern, sind die Zeiten heute natürlich andere. So bezog sich der Text von „Russians“ ursprünglich auf den Kalten Krieg, der sich damals vor allem zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion abspielte. Obwohl der Song zu Zeiten seiner Veröffentlichung weltweit in den Top 20 rangierte, habe der 70-jährige britische Musiker ihn, wie er auf Instagram schreibt, in den vielen Jahren seitdem er entstand, kaum gesungen. Der Grund ist nachvollziehbar: „Weil ich nie dachte, dass er wieder relevant werden würde.“

Sein Statement weiter: „Doch nun, in Angesicht der blutigen und bedauerlich-fehlgeleiteten Entscheidung eines Mannes, bei den friedlichen und unbedrohlichen Nachbarn einzumarschieren, ist dieser Song, wieder einmal, ein Plädoyer für unsere gemeinsame Menschlichkeit. Für die mutigen ukrainischen Menschen, die gegen diese brutale Tyrannei kämpfen, und auch für die vielen russischen Menschen, die trotz der Drohung von Festnahmen gegen diese Schandtat demonstrieren.“

In Anlehnung an die letzten Zeilen des damaligen Hits – „We share the same biology, regardless of ideology / But what might save us, me and you / Is if the Russians love their children too“ – schließt Gordon „Sting“ Sumner seine Ansprache auf Social Media mit den eindringlichen Worten „Wir alle lieben unsere Kinder. Stoppt den Krieg.“

Außerdem appelliert er an seine Follower, sich zu engagieren. So teilt der ehemalige Police-Musiker etwa eine Adresse in Polen, an die Menschen Medizin, Kleidung und Lebensmittel senden können, die dann direkt weiter in die Ukraine transportiert werden, um den Menschen in Not zu helfen.

Kaum verwundern dürfte freilich, dass der Post von den Followern positiv aufgenommen wird. Sting, der damals, am 11. September 2001, für einen ähnlich eindringlichen Gänsehautmoment sorgte, als er als einer von wenigen Musikern sein für diesen Tag geplantes Konzert nicht absagte und bei diesem etwa eine besondere Version des Songs „Fragile“ spielte, habe „Worte für jede Situation, persönlich oder politisch“, äußert sich jemand. Auch Dank wird ausgesprochen: „Danke Sting. Nun genauso kraftvoll wie damals“, schreibt ein anderer Fan.

💙 💛

„In Europe and America, there’s a growing feeling of hysteria
Conditioned to respond to all the threats
In the rhetorical speeches of the Soviets
Mr. Krushchev said we will bury you
I don’t subscribe to this point of view
It would be such an ignorant thing to do
If the Russians love their children too

How can I save my little boy from Oppenheimer’s deadly toy
There is no monopoly in common sense
On either side of the political fence
We share the same biology
Regardless of ideology
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too

There is no historical precedent
To put the words in the mouth of the President
There’s no such thing as a winnable war
It’s a lie we don’t believe anymore
Mr. Reagan says we will protect you
I don’t subscribe to this point of view
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too

We share the same biology
Regardless of ideology
What might save us, me and you
Is if the Russians love their children too“

Peace.

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Song des Tages: Song Around The World feat. John Paul Jones – „When The Levee Breaks“


Da manche Coverversion dem Original stets neue Facetten abgewinnen kann, hat John Paul Jones für die Initiative „Song Around The World“ eine neue Version von „When The Levee Breaks“ aufgenommen. Dabei bekam der ehemalige Led Zeppelin-Bassist Unterstützung von siebzehn Musiker*innen aus Ländern rund um die Welt. Darüber hinaus kommen die Einnahmen des Songs verschiedenen Umweltorganisationen zugute.

Für die neue Version des beinahe einhundert Jahre alten Songs wurden Jones und die Musiker*innen in ihren jeweiligen Heimatländern aufgenommen. Dazu zählen unter anderem der Schlagzeuger von Jane’s Addiction, Stephen Perkins, die Sámi-Sängerin Elle Márjá Eira, der nigerianische Perkussionist Sikiru Adepoju sowie Derek Trucks und Susan Tedeschi von der Tedeschi Trucks Band.

Das Lied wurde im Rahmen der Initiative „Song Around The World“ der wohltätigen Organisation Playing For Change produziert. Die gesamten Einnahmen kommen daher verschiedenen wohltätigen Zwecken zugute, darunter WWF, Conservation International und American Rivers. Zuvor wurden im Rahmen der Initiative bereits eine Reihe anderer Cover-Stücke aufgenommen – beispielsweise von Peter Gabriels „Biko“, oder auch „Colors“ der Black Pumas, gemeinsam mit Slash.

When The Levee Breaks“ erlangte große Bekanntheit, als Led Zeppelin 1971 ein Cover des Songs auf ihrem Album „Led Zeppelin IV“ veröffentlichten. Was jedoch wohl die Wenigsten wissen: Die ursprüngliche Version wurde bereits 1929 von Kansas Joe McCoy aufgenommen. Das Lied behandelt den Aufruhr, welcher auf die Mississippiflut von 1927 folgte. Damals zerstörten die Wassermassen große Flächen von Ackerland, wodurch zahlreiche Menschen ihre Heimat verlassen mussten. In den Lyrics heißt es:

„If it keeps on rainin‘, levee’s goin‘ to break
When the levee breaks, I’ll have no place to stay“

(„Wenn es weiter so regnet, dann bricht noch der Damm
Wenn der Damm bricht, dann hab‘ ich kein Zuhause mehr“)

Zum Inhalt des Songs meint Jones mit etwas Fatalismus: „Es scheint sich seit 1927 nicht viel verändert zu haben, oder auch seit 2005 und dem Hurrikan Katrina. Es ist noch immer ein mächtiges Lied, sowohl von der Musik, als auch vom Text her…“

Der Produzent und Gitarrist des Videos, Sebastian Robertson, ergänzt: „Wenn man ‚When The Levee Breaks‘ als ein Lied betrachtet, welches das Bewusstsein für die Belange der wichtigsten Umweltorganisationen stärken soll, fühlt es sich wirklich wie ein Plädoyer für Klimagerechtigkeit an. Die jammernden Gitarren, die Mundharmonika und der Gesang bilden eine Harmonie für Mutter Erde.“

Für John Paul Jones stellt diese Aktion dabei keineswegs eine karitative Eintagsfliege dar, schließlich machte der 76-jährige Musikveteran auch in der Vergangenheit durch seine Engagement für wohltätige Zwecke auf sich aufmerksam. So gab der Bassist beispielsweise 2019 gemeinsam mit Thurston Moore (Sonic Youth) ein Benefizkonzert, dessen Einnahmen damals der Erhaltung des lokalen Radiosenders „Resonance FM“ zugute kamen.

Rock and Roll.

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Song des Tages: Wir sind Helden – „Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst“


Zwar hat dieses Lied, seinerzeit erschienen auf dem dritten Wir sind Helden-Album „Soundso„, bereits knappe 15 Jahre auf dem musikalischen Buckel, aber: Hey, Songs über den Krieg kommen halt nie so ganz aus der Mode Leider? Ja, leider. Man denke nur an John Lennons Evergreen „Imagine„, Bob Dylans ebenso bittere wie großartige Kriegstreiber-Abrechnung „Masters Of War„, Black Sabbaths „War Pigs“ oder eben Elvis Costellos „(What’s so Funny ‚Bout) Peace, Love and Understanding“ (auf das Judith Holofernes hier auch textlich verweist).

Glaubt man den weisen Statistikern, so war die Welt seit 1945 lediglich mickrige 26 Tage ohne Krieg – nicht einmal ein ganzer Februar, ohne dass irgendwo auf der Erde irgendwelche hirnverbrannten Idioten gegenseitig versuchen, sich im Auftrag ihrer macht- und geltungsgeilen Führer die Köpfe einzuschlagen. Natürlich haben „wir“ in Europa – der Historie und zwei Weltkriegen zum Trotz (von denen die meisten von uns – Gottseidank und hoffentlich – nur aus Geschichtsbüchern oder Guido-Knopp-Dokumentationen gehört haben) – mit unseren vergleichsweise prall gefüllten Kühlschränken und gemütlichen Couchgarnituren meist gut reden. Natürlich geht nun nicht wenigen von „uns“ ein wenig die sprichwörtliche Düse, wenn (mehr oder weniger) plötzlich ein Despot Raketen vor die europäische Haustür fliegen lässt. Umso dringender sollten wir alle – als mehr oder minder vernunftbegabte, dem Humanismus zugeneigte Menschheit – erkennen, dass wir durch globale Probleme – sei es nun eine weltumspannende Pandemie, Hungersnöte durch ungerechte Güterverteilung, recht hausgemachte Klimakatastrophen oder eben – in jedem Fall! – sinnfreie Kriege – nur gemeinsam durchkommen. Während der fatalistische Nihilist und der optimistische Heilige in mir noch versuchen, sich gegenseitige in ihrer nimmerendenden Debatte zu übertönen, sage ich’s mit den kraftstrotzenden Worten von Edwin Starr: „War, huh, yeah / What is it good for? / Absolutely nothing!“. Denn niemand mag hoffen, dass die Warnung, die Judith Holofernes 2007 in ihrem Stück zu Gehör brachte, Wahrheit wird: „Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst / Du kriegst zurück was du verpennst…“

„Wie weit ist weit genug weg
Wie weit ist weg
wie weit?
Was sind sechzig Jahre?
Ein Wimpernschlag
in der Zeit

Wie lang ist lange vorbei
wie lang wann ist es vorbei
Wie lang ist langweilig lang
wir waren schon lang nicht dabei

Was ist so lustig?
Was ist so lustig an Liebe und Frieden?
Was ist so lustig?

Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst
Du kriegst zurück was du verdrängst
Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst

Wie weit ist weit genug weg
Wie weit ist weg?
Na warte

Wie weit ist weit genug weg
Zehn Finger breit
auf der Karte

Wie lang ist lange vorbei
Wie lang wann ist es vorbei
Wie lang ist langweilig langsam
wären wir wieder dabei

Was ist so lustig an Liebe und Frieden?
Was ist so lustig?

Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst
Du kriegst zurück was du verschenkst
Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst
Du kriegst zurück was du verschenkst

Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst
Du kriegst zurück was du verpennst
Der Krieg kommt schneller zurück als du denkst
Du kriegst zurück was du verpennst

Peace.

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Song des Tages: Pom Pom Squad – „Popular“ (feat. Matthew Caws)


Manchmal werden eher scherzhafte Corona-Zwangspausenideen ja Wirklichkeit. Die von Mia Berrin etwa. Im März 2021 twitterte die Frontfrau der New Yorker Garage-Indierocker Pom Pom Squad vollmundig “I’m gonna recreate the video for ‚Popular‘ by Nada Surf but I’m gonna play every character”. Feine, kleine Schnapsidee, klar. Doch siehe da: Neun Monate später machte die Band tatsächlich Nägel mit Köpfen!

Und auch der Fakt, dass zwischen Tweet und Umsetzung eine komplette Schwangerschaft hätte vergehen können, hat einen recht simplen Grund, denn die Newcomerband aus Brooklyn durfte Nada Surf im Anschluss an die fixe Twitter-Idee tatsächlich bei einigen Shows als Vorband unterstützen. Mia Berrin ist rückblickend voll des Lobes: „Die Zusammenarbeit mit Nada Surf war ein Traum. Sie sind eine unglaubliche Gruppe von Individuen und waren während unserer gemeinsamen Tournee so nett zu allen von Pom Pom Squad. Es ist schwer, sich nicht von ihrer Karriere inspirieren zu lassen, und so ist es etwas ganz Besonderes, ihrem Vermächtnis auch nur ein wenig nahe zu kommen.“

Berrin nahm die positiven Tour-Erfahrungen und wählte für ihr Remake des Musikvideos des 1996er Indie-Hits von Nada Surf (seinerzeit erschienen auf dem Debütalbum „High/Low“ und kürzlich von der Band neu aufgenommen) sogar den damaligen Drehort des Musikvideo-Originals, die Bayonne High School in New Jersey. Zudem ist das Pom Pom Squad’sche Musikvideo, in welchem Mia Berrin tatsächlich nahezu alle Hauptrollen übernimmt, voller kleiner Easter Eggs, von Fotos von Nada Surf-Frontmann Matthew Caws und Berrin über echte Schüler jener High School, welche hier Statistenrollen übernehmen, bis hin zu einem Auftritt von Matthew Caws höchstselbst, der als Teil der musizierenden Band zu sehen (und hören) ist.

Überhaupt ist die Idee von Pom Pom Squad, sich ausgerechnet „Popular“ zum Covern vorzunehmen, nur allzu folgerichtig, schlägt der Song doch auch thematisch mit Spoken-Word-Zeilen wie “Being attractive is the most important thing there is” oder “If you wanna catch the biggest fish in your pond, you have to be as attractive as possible” ganz ähnliche Töne an wie die Stücke des im vergangenen Mai erschienenen PPS-Albums „Death Of A Cheerleader„, auf welchem Mia Berrin und ihre Band Geschichten übers herzschmerzende Erwachsenwerden mit einer beinahe filmreifen Ästhetik irgendwo zwischen „The Virgin Suicides“, „Eis am Stiel“, Bubblegum-Pop und Bikini Kill verbinden. Und dass die Zeilen des gut 25 Lenze jungen Nada Surf-Klassikers nun aus dem Mund einer offen queer lebenden farbigen jungen Frau anstatt aus dem eines weißen Hetero-Cis-Mannes kommen, könnte doch irgendwie toller und zeitgemäßer und 2022er kaum sein… 👍

„I think the video is amazing! I love how it feels like a shot-for-shot recreation at the start but quickly takes on its own totally new character. The original was shot in 1996, looking back at previous decades, while this one feels set in the present day, looking inwards and towards the future… another really cool aspect of the video is that the cheerleader character feels more and more sincere and human as the story develops. By the end, she’s much more than a player in a high school creation, she’s a person in the world and the singer of the song. To me there’s a ‚closed film‘ sense about Pom Pom Squad. Meaning that even if you could trace influences in their music, it feels as if they’ve invented it all themselves. They are their own world. That’s a trait I’ve felt in all my favorite bands: they’ve created their own reality.“ (Matthew Caws)

Rock and Roll.

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