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Sunday Listen: Glaston – „Inhale / Exhale“


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„The trick is to keep breathing.“ – das wussten schon Garbage. Und gerade innerhalb einer Band ist das gemeinsame Ein-, das gemeinschaftliche Ausatmen (man dürfte an dieser Stelle auch gern Sinnbilder von Rädchen und Zahnrädern verwenden) besonders wichtig. Stichwort: Bandchemie.

All jenes nimmt im dicht besiedelten Post-Rock-Genre noch einmal eine Sonderstellung ein, denn da die meisten ihrer Vertreter frei gewählt oft gänzlich auf Gesang verzichten, wird  der Kombination aus GitarreSchlagzeugBass (manchmal noch garniert mit elektronischen Experimenten) die Aufgabe zuteil, sämtliche Emotionen vom Proberaum übers Aufnahmestudio und die Konzertbühne mitten hinein ins Hörerherz und ins Publikum zu tragen.

Eventuell ist dies ja der Grund, wieso das aus Zürich und Basel stammende Schweizer Post-Rock-Quartett Glaston ihr im Oktober erschienenes Debütalbum „Inhale / Exhale“ getauft hat. Passend erscheint der Titel allemal, schließlich lebt ein Großteil der zehn Stücke von jenem instrumentalen Auf und Ab, vom stetigen Wechselspiel aus ruhigen intensiven Momenten.

Anders jedoch als bei vielen ihrer Genre-Kollegen lassen Glaston dem nicht selten mit Jazz-Variationen flirtenden Piano von Selina Maisch oft eine zentrale Rolle zukommen, welche Jake Gutzwiller (Gitarre), Timo Beeler (Bass) und David Preissel (Schlagzeug) wiederum mit ihren Instrumenten umweben – mal behutsam, mal wuchtig. So gelingt der seit 2013 gemeinsame Sache machenden Band der Spagat, sowohl ausgewiesene Post-Rock-Kenner, auf deren Playlist gewordenem Speiseplan ansonsten Genre-Größen wie Explosions In The Sky, Maybeshewill oder God Is An Astronaut stehen, zu überzeugen, als auch Quer- und Irgendwie-Alles-Hörer neu für sich zu gewinnen.

Der Rest? Ist gemeinsames Atmen…

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Ralph McTell – „Streets Of London“ (2017 Version)


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Keine Frage, „Streets Of London“ kennt so ziemlich jeder, der jemals mit Folk Music in Berührung gekommen ist. Und auch mit beinahe einem halben Jahrhundert auf dem musikalischen Buckel ist Ralph Mc Tells zur Akustischen vorgetragenes Rührstück, das die Problemchen von Otto Normal und Erika Mustermann denen der Obdachlosen, der einsamen Alten und all der ignorierten und vergessenen Mitglieder der Gesellschaft gegenüber stellt, noch immer einer der schönsten Songs, der je den Namen der englischen Hauptstadt im Titel tragen durfte (und das, obwohl die Konkurrenz nie schläft!).

R-465286-1342590352-4238Und „Streets Of London“ ist nicht nur eines der bekanntesten, sondern auch – mit Coverversionen von Cat Stevens bis zu den Sex Pistols – eines der am meisten aufgenommen Stücke der Musikgeschichte.

Zwar hätte es den weihnachtlichen Anlass nicht gebraucht, um sich der Botschaft von McTells Klassiker zu besinnen, trotzdem sollte man gerade vor und nach den Feiertagen, die manch eine(r) gern mal besinnlich, mal ausgelassen feiernd im Kreise von Freunden und/oder Familie verbringt, auch mal an jene denken, denen es – und das eben auch an den anderen Tagen des Jahres – nicht so gut geht wie einem selbst. Ob man nun – und sei es nur gegen das schlechte Gewissen – eine kleinere Summe an eine Organisation nach Wahl spendet, einem Straßenmusikanten ein, zwei Euro in den Hut schmeißt oder einem Obdachlosen etwas zu essen kauft? Scheißegal – der Gedanke zählt.

Unter diesem Motto dürfte wohl auch die just neu aufgenommene Version von „Streets Of London“ stehen. Mit an Bord ist freilich das mittlerweile 73-jährige Folk-Urgestein Ralph McTell. Aber auch: ein 88-köpfiger Chor, Richard Thompson an der Gitarre und Eurythmics-Sirene Annie Lennox als Gastsängerin. Die Einnahmen der Neuaufnahme kommen der britischen Charity-Organisation Crisis zugute.

Ralph McTell hat zum Song und der 2017er Version Folgendes zu sagen:

“It’s 50 years since I wrote Streets of London and it saddens me that the issues raised in the song are still so relevant today. When the idea of a single to support Crisis was mooted, I was very pleased that it might help raise awareness of the charity’s work and the wider issue of homelessness. I have been performing a Christmas concert in aid of Crisis for a few years now; inspired by its commitment to improving the circumstances of so many.

“I was also thrilled that the wonderful Annie Lennox was prepared to lend her voice to a new recording, and when I discovered that Crisis had its own choir, it offered the perfect opportunity to create a new and exciting version of a song so many people know.”

Mehr Infos findet man hier.

 

 

„Have you seen the old man
In the closed-down market
Kicking up the paper
With his worn out shoes?
In his eyes you see no pride
Hand held loosely at his side
Yesterday’s paper telling yesterday’s news

So how can you tell me you’re lonely
And say for you that the sun don’t shine?
Let me take you by the hand and
Lead you through the streets of London
Show you something to make you change your mind

Have you seen the old girl
Who walks the streets of London
Dirt in her hair and her clothes in rags?
She’s no time for talking
She just keeps right on walking
Carrying her home in two carrier bags

So how can you tell me you’re lonely
And say for you that the sun don’t shine?
Let me take you by the hand and
Lead you through the streets of London
Show you something to make you change your mind

In the all night cafe
At a quarter past eleven
Same old man sitting there on his own
Looking at the world
Over the rim of his teacup
Each tea lasts an hour
And he wanders home alone

So how can you tell me you’re lonely
Don’t say for you that the sun don’t shine
Let me take you by the hand and
Lead you through the streets of London
Show you something to make you change your mind

Have you seen the old man
Outside the Seaman’s Mission
Memory fading with the medal ribbons that he wears
In our winter city
The rain cries a little pity
For one more forgotten hero
And a world that doesn’t care

So how can you tell me you’re lonely
And say for you that the sun don’t shine?
Let me take you by the hand and
Lead you through the streets of London
Show you something to make you change your mind“

 

Rock and Roll.

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Trauriger Harlekin mit Engelsstimme – Puddles The Clown covert sich durch die Musikgeschichte


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„Ein Clown ist ein Artist, dessen primäre Kunst es ist, Menschen zum Lachen zu bringen“, heißt es bei Wikipedia. Der unter anderem durch die US-Fernsehshow „America’s Got Talent“ bekannt gewordene Clown Puddles ist augenscheinlich jedoch alles andere als fröhlich: In dem Format „Puddles Pity Party“ veröffentlicht der traurige Clown Coverversionen vieler bekannter Songs wie „Hurt“ (Nine Inch Nails), „Royals“ (Lorde), „Under Pressure“ (Queen), „Space Oddity“ (David Bowie), „Where Is My Mind?“ (Pixies) oder „Losing My Religion“ (R.E.M.). Nebst der eigenartigen Kostümierung ist es vor allem die fulminante Stimme des mysteriösen Künstlers, die für hochgezogene Augenbrauen sorgen dürfte…

Sein aktuellstes Projekt ist die Neuinterpretation des DIO-Klassikers „Rainbow In The Dark„, den der Sänger-Clown einmal mehr mit unfassbar engelsgleich voluminöser Stimme zum Besten gibt. Zum Lachen ist auch das nicht – berühren wird diese Puddles’sche Coverversionen jedoch in jedem Fall…

 

 

Ein kurzes Vorstellungsvideo zu Puddles The Clown – mit musikalischer Untermalung der Puddles’schen Version von „Royals“ – gibt es hier:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Belle and Sebastian – „We Were Beautiful“


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Wer sich Belle and Sebastian bereits im Kopf zurecht legen möchte, ohne den ersten Ton ihrer Musik gehört zu haben, muss eigentlich nur zwei Wikipedia-Fakten kennen:

„Die Band wurde im Januar 1996 von Stuart Murdoch im Rahmen eines Sozialprogramms für Arbeitslose in Glasgow gegründet.“

…und…

„Der Bandname bezieht sich auf das Kinderbuch ‚Belle et Sébastien‘ der französischen Autorin Cécile Aubry über den Jungen Sébastien und seinen Hund Belle.“

Denn wenn man so will, dann macht es einem der Großteil der Songs der siebenköpfigen Band um Frontmann Stuart Murdoch tatsächlich so einfach: ihr kammermusikalischer Indiefolkpop versucht um jeden Preis, der kalt-grauen schottischen Plattenbautristesse zu entkommen und flieht daher in die melancholischen Fantasiewelten französischer Jugendliteratur.

BS_We-Were-Beautiful-single-AW-1501209844-640x640Dass dieses Konzept kein schlechtes sein muss (das kann es auch gar nicht sein, immerhin begeistern Belle and Sebastian damit bereits seit mehr als zwanzig Jahren Fans wie Kritiker), beweist die schottische Band einmal mehr mit dem neuen Stück „We Were Beautiful“, seines Zeichens Teil des Auftaktes zur neuen, dreiteiligen EP-Reihe „How To Solve Our Human Problems“ (das Album wird dann im Februar 2018 nachgereicht). Der Song ist eine flotte Indiepopnummer, bei deren Umsetzung die Band Unterstützung von Dave McGowan (Keyboarder bei den schottischen Landsleuten von Teenage Fanclub) erhielt, während die prominent besetzten Synthieflächen noch von Trompeteneinsätzen und einem amtlichen New-Ordner-Gedächtnis-Bass flankiert werden.

Das dazugehörige, kaum minder tolle Musikvideo wurde von Regisseur Blair Young in Belle and Sebastians Heimatstadt Glasgow gedreht. Ob der dazu tatkräftige Hilfe eines Sozialprogramms für Arbeitslose bekam? Wir wissen es zwar nicht, passen würde es jedoch…

 

 

„I was blank as I could be
Hearing voices telling me
‚Walk away from everything‘
But where was I meant to go?
Far away from those I know
To some desolate below

We were in the uber scene
Where they grind the coffee bean
Where the women are oblique
And the boys are paper thin
Ragged beards upon their chin
We were on the outside looking in

Rise above the present day
Rise above the popular melee
I see you the way you are
I see you, the star

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful before we got wise
We were beautiful with sky and blanket laying low

 I am hanging on the line
I’m on duty all the time
I am your Samaritan on call
I could try my best to heal
All the emptiness you feel
In the giving, I will be alive

We were wrapped around our roots
Nothing on except our boots
We were intimate around the waist
We were settling our scores
We were healing over sores
We were living out the pleasure that we lost

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful for all of time and space
I will tell it to the sun and I will tell it to…

If you listen to the night
We can heard the madmen fight
Hear the foxes making out
But the people all immune
Sleeping silent in their rooms
Growing bodies with their sleep
Making plans inside their heads
Making love to shallow friends

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful before we got wise
We were beautiful with sky and blanket fading out

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful for all of time and space
I will tell it to the sun and I will tell it to your face“

 

Rock and Roll.

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Tradition verpflichtet – das UK-Label Big Scary Monsters verschenkt (s)einen Label-Sampler


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Weil Traditionen etwas Schönes sind – und freilich auch irgendwann, irgendwie verpflichten -, verschenkt das britische Indie-Label Big Scary Monsters auch in diesem Jahr – wie auch 2016 und in den Jahren zuvor – (s)einen Label-Sampler mit einer bunten Auswahl querbeet durch sein Künstlerangebot zwischen Indie- und Punkrock, Emo, Posthardcore oder Mathrock.

Mit dabei sind 2017 Bands wie Sorority Noise, Kamikaze Girls, Reuben, Modern Baseball oder Beach Slang. Wohl bekomm’s!

„That’s nearly it for 2017, so we put together a sampler for you, featuring a track from each of our releases over the past 12 months. We’ve released a ton of new music for you in 2017, with something for everyone to get their teeth into. Did you miss anything?

Thank you for sticking with us and buying into our bands. We (and they!) greatly appreciate it! If you like what you hear, be sure to check out the latest physical and digital releases from all the bands.“

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Stereophonics – „What’s All The Fuss About?“


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Macht irgendjemand noch ein Fass auf, wenn mal wieder ein neues Stereophonics-Album erscheint? Nein? Und das aus guten Gründen…

Zwar ist die vierköpfige walisische Rockband bereits seit 1992 aktiv und hat immer wieder bewiesen, dass sie auch heute noch relevant sein kann. Andererseits bleibt bei dem „soliden Pop-Rock“ (Musikexpress.de) ihrer alle zwei, drei Jahre in schöner Regelmäßigkeit erscheinenden Alben kaum mal ein Song als erhebendes Aha-Erlebnis hängen. Vielmehr dockt der Großteil der Stücke von Kelly Jones, Richard Jones, Adam Zindani und Jamie Morrison an selige Britrock-Zeiten der Neunziger an, als alles „Cool Britannia!“ schrie und entweder auf Oasis oder Blur geeicht schien und dürfte damit im besten Fall Nostalgikern in Lederjacken in die Hände spielen, in schlimmen Momenten kommt vernachlässig- wie austauschbarer Bon-Jovi-Stadiorock dabei heraus.

61M1TfV-VoL._SS500Dass die Reibeeisen-Stimme von Frontmann Kelly Jones auch nach einem Vierteljahrhundert Stereophonics noch immer an einen ewig jungen Rod Stewart erinnert, dürfte klar sein. Dass die Band durchaus in der Lage ist, ab und an und noch immer mit einem ihrer Songs zu Überrauschen, dürften all jene wissen, die neuen Werken der Waliser stets eine Chance geben. Man erinnere sich etwa an das großartige „Violins And Tambourines“ vom 2013er Langspieler „Graffiti On The Train„, ein fünfminütiges Mini-Drama von einem Song, der neben dem freilich obligatorischen GitarreSchlagzeugBass von einer ganzen Armada aus Streichern gen Klimax getragen wurde. Ja, die Stereophonics sind immer dann richtig gut, wenn sie es sich erlauben, den drögen Drei-Minuten-Riff-Song beiseite zu schieben und sich auf Neues einzulassen.

Das beweist wieder einmal das Stück „What’s All The Fuss About?“, seines Zeichens Teil des im Oktober erschienenen zehnten Studioalbums „Scream Above the Sounds„. Während die meisten der neuen Songs einmal mehr sauber und gefahrlos durch die Gehörgänge rauschen, gönnen Kelly Jones und Co. ebenjenem Stück ein halbes Bläserorchester nebst Saxofon und einer Flamenco-Akustikgitarre, welche „What’s All The Fuss About?“ erst richtig interessant machen und ihm die bereits vorab beschworene, Stereophonics’sche dramatische Note fernab der Alltäglichkeit verleihen. Well done, guys!

 

 

„Feel warm wind today
Back from L.A
Tie your hair in a red-band bow when you greet me by the gate
Sipping straight from your coffee cup and break bread crumbs on the floor
Fight my hand ‚cause I want a drink but I want you so much more
Oh, what’s the fuss all about?

New, warm, wasted
Back to our place
You didn’t care if I said too much, I could see that by your face
You sleep and stir when I pick you up and drop you
I fought the man ‚cause I wanna think that I’ll be here evermore
Oh, what’s the fuss all about?

Oh, what’s the fuss all about?

The bell rings aloud in the schoolyard sun
Young boys, all they wanna do is run
The trees and the leaves, and they blow in the breeze
And the blossoms appear, make the young girls sneeze
The swings in the park and the ghosts in the dark
The troops on the day and the secrets we share
The things that we learn and the things that we earn
Embarrassed and dazed at mistakes that we make

Jet streams in the sky
You’re gone in the blink of an eye
Heavenly hugs and the shoulders you shrug
The bully, the boss and the priest and his cross
The letters we write and the wrongs you can right
The space that we meet in the loneliest weeks
Words in the wind
Repented our sins

The games that we play and the changes we make
The love and the light and the smiles you ignite
Skin on skin

The life that we chase, it feels like a waste
To get to a place with the pride and the grace
It’s hard to replace the touch of your face
When you’re so far away

Are you lost, are you found
On this merry-go-round?
What’s all the fuss about?“

 

Rock and Roll.

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