Schlagwort-Archive: Alternative Rock

Sunday Listen: Corey Taylor – „Live in London 2016“


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Corey Taylor ist wohl nicht nur eine der coolsten Säue im Rock-Bizz, der 44-Jährige ist auch seit jeher mit einer der unbestreitbar tollsten Stimmen im gitarrenbetriebenen Musikgeschäft gesegnet. Das zeigt(e) der Sänger aus dem US-amerikanischen Des Moines, Iowa bei seinen beiden Bands – hauptberuflich Slipknot, im Stadionbühnen-Nebenerwerb Stone Sour – natürlich zuletzt immer öfter (Mann wird ja auch nicht jünger), doch durch die Maske des skurrilen Horrorclown-Brüllaffen (Slipknot) beziehungsweise kühlen Alternative-Rockstars (Stone Sour) scheinen Taylors stimmliche Qualitäten auch nach über zehn Alben mit beiden Bands viel zu selten durch…

Viel lieber mag man sich den nach außen oft harten Typen mit dem derben Humorverständnis und der potentiell weich-empfindsamen Seele doch lieber im Akustik-Gewand geben. Etwa bei ebenjener Show, die der US-Rockstar am 8. Mai 2016 im Londoner Koko gab. Dort spielte Corey Taylor in etwa zwei Stunden nicht nur so einiger reduzierte Versionen von Songs aus dem Backkatalog seiner beiden Bands, sondern auch massig Coverversionen von Evergreens wie „Have You Ever Seen The Rain?“, „Love Song“, „The One I Love“ oder „Folsom Prison Blues“. Großer Unterhaltungswert, große Stimme.

 

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SETLIST

  1. I’ll Be Your Lover, Too (Van Morrison cover)
  2. Bother (Stone Sour song)
  3. Friend of the Devil (Grateful Dead cover)
  4. Snuff (Slipknot song)
  5. Taciturn (Stone Sour song)
  6. SpongeBob SquarePants Theme (Painty the Pirate & Kids cover)
  7. Zzyzx Rd. (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  8. Have You Ever Seen the Rain? (Creedence Clearwater Revival cover) (with Christian Martucci)
  9. Dying (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  10. Hard Luck Woman (KISS cover) (with Christian Martucci)
  11. The Travelers, Pt. 1 (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  12. Tired (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  13. The One I Love (R.E.M. cover) (with Christian Martucci)
  14. Ever Fallen in Love (With Someone You Shouldn’t’ve) (Buzzcocks cover) (with Christian Martucci)
  15. 30/30-150 (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  16. Lovesong (The Cure cover) (with Christian Martucci)
  17. Farm Song (Life Sex & Death cover) (with Christian Martucci)
  18. Name (Goo Goo Dolls cover) (with Christian Martucci)
  19. Folsom Prison Blues / Mystery Train / American Nightmare (with Christian Martucci)

    Encore:

  20. The Conflagration (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  21. Through Glass (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  22. Take It Easy (Eagles cover) (with Christian Martucci) (preceded by Free Bird tease)
  23. Spit It Out (Slipknot song) (preceded by Never Gonna Give You Up tease)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Selig – „Unterwegs“


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Foto: Promo / Mathias Bothor

Muss man eigentlich noch viel über Selig schreiben? Immerhin gehören Jan Plewka, Christian Neander, Lenard „Leo“ Schmidthals und Stephan „Stoppel“ Eggert mittlerweile – wenn man so will – zu den Elder Statesmen des deutschen Alternative Rocks…

Dass die Hamburger Band seit ihrer Wiedervereinigung vor zehn Jahren deutlich entspannter zu Werke geht als noch in den Neunzigern, als ihnen Hits wie „Ohne Dich„, „Sie hat geschrien„, „Ist es wichtig?“ oder „Bruderlos“ einerseits das (auch heute noch) seltsame Trademark „Hippie-Metal“, aber auch den Ruf der „deutschen Antwort“ auf Grunge-Größen wie Nirvana, Pearl Jam oder die Stone Temple Pilots einbrachten, bevor ihnen 1999 der Druck und so einige Ego-Streitigkeiten (vorerst) das bandinterne Genick brachen, ist mit jedem neuen Album, dass die vier Musiker seit 2008 in schöner Regelmäßigkeit in die Plattenläden stellen, deutlicher zu erkennen. Denn irgendwie müssen sich Jan Plewka und Co. nun, in der zweiten Phase der Bandhistorie, niemandem mehr wirklich beweisen. Ob’s am Alter liegt (denn immerhin sind alle der Fünfzig näher als der Vierzig)? Oder daran, dass Seligs Songs zwar modern, jedoch auch irgendwie zeitlos aus der Zeit gefallen klingen?

51aSMEGs6xLDiese Frage will auch das neuste, siebente Studioalbum „Kashmir Karma“ nicht beantworten. Stattdessen präsentieren sich Plewka, Neander, Schmidthals und Eggert in den elf neuen Stücken, welche in einer einsamen Hütte in Schweden entstanden, wohl so entspannt und zuweilen bluesig-laid back wie nie. Dass nicht jeder Song hängen bleibt, die Band es manchmal, wie bei der Single „DJ„, mit Stonerrock, Wah-Wah-Pedalen und Psychedelic-Anleihen etwas übertreibt, und vor allem Jan Plewka seine besten Tage als Texter bereits im Gros wohl hinter sich hat und sich ab und an zu sehr auf spirituelle Allgemeinplätze und etwas leere Pathos-Worthülsen verlässt? Geschenkt. Denn speziell der Sänger-Frontmann, der ansonsten meist mit einem Schwung von Rio-Reiser-Covern im Gepäck durchs Land zieht, besitzt auch mit 47 Lenzen noch eine der tollsten und prägnantesten Stimmen der Rock-Republik.

Und solange die Band es noch fertig bringt, so wundervolle Nummern wie die neuste „Kashmir Karma“-Single-Auskopplung „Unterwegs“ zu schreiben, welche speziell für mich eine ganz besondere Bedeutung hat (mehr dazu eventuell zu gegebener Zeit auf diesem bescheidenen Blog) und, wie ich finde, das lang gesuchte deutsche Pendant zum Red-Hot-Chili-Peppers-Evergreen „Road Trippin‘“ bildet (so es das denn braucht), dürfen Selig ihren musikalischen Stiefel gern „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ durchziehen. Mein Hörerherz haben sie…

KK

 

 

Hier gibt’s das Musikvideo zu „Unterwegs“ (welches sich in der Single-Version, und mit dem ein oder anderen elektronischen Element an Bord, jedoch – zumindest wie ich finde – nicht ganz so gelungen anhört wie in der Album-Variante, die erst ganz entspannt beginnt, bevor Gitarrist Christian Neander dem Song ein tolles Solo spendiert)…

 

…sowie das Lyric Video:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Toy Cars – „Erie“


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Toy Cars aus Asbury Park, New Jersey machen Indie Rock, welcher mal straight durchs Dach zu huschen scheint, mal eine Ecke vorher Emo-lastig bibbernd zu Boden sinkt. So weit, so normal – schließlich sind sie damit (und in bester Gesellschaft von Bands wie etwa Tiny Moving Parts oder Moose Blood) kaum allein auf weiter Flur.

a0005384546_16Die Krux: Die größte Stärke des Vierers um Matteo Debenedetti (Gesang, Gitarre), Matt Caponegro (Gitarre), Chris Beninato (Bass) und Mike Linardi (Schlagzeug) ist auch gleichsam ihre größte Schwäche. Denn so schnell alle zwölf Songs des im Januar erschienenen Debütalbums „Paint Brain“ – mit maximal dreieinhalb Minuten – zum Punkt kommen, so wenig bleibt am Ende von ihnen hängen. Natürlich, straight gerockt bekommen’s Toy Cars auf die Kette, doch leider klinkt sich ein guter Teil der Stücke bereits längst vor dem Punkt, an dem es spannend werden könnte, aus. Da kann The-Gaslight-Anthem-Bassist Alex Levine noch so sehr als (lokaler) „musikalischer Mentor“ der Band fungieren und das heimatliche Asbury Park noch so große – jedoch kaum hilfreiche – Assoziationen an den jungen Bruce Springsteen vors geistige Auge rufen – Matteo Debenedettis Stimme ist leider kaum solch ein akustisches Ereignis wie die von Gaslight-Anthem-Fronter Brian Fallon oder dem „Boss“, und um Packend-poppiges im Drei-Minuten-Format hinzubekommen, sollte man nicht nur die Chuzpe, sondern auch die Qualität der Ramones haben. Eventuell lösen Toy Cars diese Versprechen ja auf Album Nummer zwei ein…

Die positivsten Ausnahmen: Der mit 3:29 Minuten längste (!) Albumsong „Cobwebs„, welcher gen Ende mit einem kurzen Ausflug in postrockige Gefilde sowie einer knappen Screamo-Einlage zu überzeugen weiß. Und das reduzierte „Erie“, bei dem Matteo Debenedetti gesanglich von PRIM-Frontfrau Jenna Murphy unterstützt wird.

 

 

„You’ve got iron lungs

And I’ve got paper bones

We’re weightless, at last

As we’re making our way home

And all that I have is luck inside my head

Throw me to the wolves, it’s your best bet

A notion that I can’t shake

Whatever feels the worst is right

All that I have is luck inside my head

Throw me to the wolves, it’s your best bet

You say that it’s better than it’s ever been

But, for every rise, there’s a descent…“

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(via)

 

Zu Ehren des am 10. Mai verstorbenen Frightened Rabbit– und mastersystem-Frontmanns Scott Hutchison wurde in Glasgow ein Mural gemalt. Das Wandbild wurde vor etwa zwei Tagen vom schottischen Künstler Michael Corr am Riverside Museum realisiert, zog jedoch aufgrund von Bauarbeiten in der Nähe am gleichen Tag um und kann zunächst noch bis Sonntag am Barras Courtyard angesehen werden.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: ABAY – „Different Beds“ (Off The Road Sessions)


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An Aydo Abay scheiden sich seit jeher die Geister. Das war schon damals bei Blackmail so, bei denen Abay stolze 14 Lenze hinter dem Mikro stand, während derer sich die Koblenzer Indierock-Band durch wahre Ochsentouren kreuz und quer durch die Indieclubs der Republik langsam aber stetig ihr Publikum erspielte. Allen voran: Aydo Abay, seines Zeichens eine der wohl launischsten und unberechenbarsten Frontmann-Diven, die das bundesdeutsche Indierock-Genre seit eh und je zu bieten hat. Andererseits war es auch die quengelige Stimme des türkischstämmigen Musikers, die Blackmail so besonders, so markant, so einzigartig machte. Dass ihn seine Launenhaftigkeit – begleitet von so einigem bösen Blut und vieler gemeinsamer Jahre sowie sechs recht erfolgreichen Alben zum Trotz – seinen Platz hinterm Blackmail-Mikrofon kostete? Längst Geschichte…

Denn seit einigen Jahren ist Aydo Abay – nach dem einen oder anderen mal mehr, mal weniger fruchtbaren Versuch mit der Vorgängerband Ken – mit seiner eigenen *hust* Kombo unterwegs. Dass die ganz ungeniert ABAY heißt, darf man als Größenwahn interpretieren. Oder eben massig Gespür fürs Ironische hinter der Namenswahl vermuten. Im Grunde führt ihr Frontmann all das, was ihm der Egos seiner anderen ehemaligen (Blackmail-)Bandkollegen wegen damals verwehrt blieb, nun zur Perfektion: mehr Düsternis, mehr poppige Süßlichkeit. Alles in einem Stück? Ja, gern doch! Und ab und an darf’s sogar mal ein komplett ironiebefreites Scooter- oder ABBA-Cover sein…

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Und ebenjene ABAY, welche im Juni ihr neues Album „Love And Distortion“ veröffentlichen werden und zu denen – nebst ihrem namensgebenden (und natürlich noch immer polarisierenden) Frontmann – auch der ehemalige Juli-Gitarrist Jonas Pfetzing zählt, waren 2016 in die Leipziger Off The Road Studios zu Gast, um dort eine Session aufzunehmen und den Song „Different Beds“ (vom zweiten Album „Everything’s Amazing And Nobody Is Happy„) zum Besten zu geben.

Bei „Different Beds“ – wie immer bei den „Off The Road Sessions“ ebenso augenzwinkernd-ironisch wie bissig-unterhaltsam anmoderiert von Schauspieler Axel Thielmann, der sich hier anfangs an Abays „Jammern“ und der Vergangenheit seines musikalischen Partners Jonas Pfetzing bei Juli abarbeitet – krachen nach dem atmosphärischen Intro aber doch die Gitarren, später dürfen ABAY sogar allein zu einem milden Mondschein-Alternative-Solo ausholen, während Aydo Abay in den Off The Road Studios rauchend am Mikro steht…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: mastersystem – „The Enlightenment“


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Vor etwa einem Monat waren mastersystem bereits auf ANEWFRIEND mit „Notes On A Life Not Quite Lived“, seines Zeichens die erste Single des Debütwerks „Dance Music„, welches wohl leider aus traurigem Anlass auf ewig das einzige Album der schottischen All-Star-Band aus den Geschwistern Scott Hutchison und Grant Hutchison (Frightened Rabbit), Justin Lockey (Editors) und James Lockey (Minor Victories) bleiben wird, zu Gast.

Und auch wegen „The Enlightenment“ ist „Dance Music“, dieses ruppige Biest aus selig tönend-shoegazendem Neunziger-Jahre-Indie-Rock, das nicht selten die Regler auf die moderate Elf dreht, auf dem besten Weg, sich in meine persönlichen Top 5 des Musikjahres zu spielen. Nuff said. Großartigst. Ein Statement als zu früher Schlussakkord unter der Albumdiskografie des Scott Hutchison…

 

 

„Turn the torch on the night I was born
The room I grew up in and grew into a new skin

The night will spark the enlightenment
And I know you, you made a difference
The dark will usher the light in
And I know this, this is different

Ten years perished the thoughts have been buried
They learned to escape me and now I don’t think
I lost my father, I’m not my brothers
They’re in there somewhere, you can’t choose your demon

The night will spark the enlightenment
And I know you, you made a difference
The dark will usher the light in
And I know this, this is different

I was wrong…“

 

Rock and Roll.

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