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Sunday Listen: Andrew Bryant – „A Meaningful Connection“


„What is this feeling that I have / ​​Like I’m caught between the here and the now? / Just some shitty midlife crisis / That would bore even the steadiest crowd?“ – bereits die ersten Zeilen des Songs „Reality Winner“ fangen sehr gut ein, worum es in Andrew Bryants neuem Album „A Meaningful Connection“ geht. Um einen Mann, der in einer unsteten Zeit nach Wahrheit sucht, seine Bedürfnisse und Ängste ergründet. Was ist wirklich sinnvoll? Was ist real? Welche Geschichte habe ich noch nicht erzählt, welche sollte noch erzählt werden? Was, wenn sich die vermeintliche Wahrheit am Ende als plumpe Lüge entpuppt? Wie werde ich gehen, wenn meine Zeit gekommen ist?

Das Coverfoto erinnert an John Lennons und Yoko Onos „Bed-ins for Peace„, doch anstatt einer Blume hält der Musiker aus Oxford, Mississippi ein Smartphone in der Hand – hello, peace, love and digitale Zerstreuung. Dementsprechend anspielungsreich und dezent sarkastisch fällt auch die Eröffnungsnummer „Private Window“ aus: „Folk singers on Twitter / You know they’ve got all the answers / They’re all at the tips of your fingers / In that pale blue light / You can lay down in your bed / Hang your hat on every line that you’ve read / While your lover is dreaming / You are waking to that blue bird song.“ Eitel Sonntagssonnenschein ist hier wenig, vielmehr verarbeitet der US-amerikanische Musiker in den neuen Songs unter anderem seine Grabenkämpfe mit dem bösen Teufel aus der Flasche und schafft es, seine Suche nach Sinn und Halt in poetische Texte zu fassen. Zudem zeichnete sich Bryant für alle kreativen Prozesse vom Songwriting über die Aufnahmen, die Performance und den Mix selbst verantwortlich – eine durchaus beeindruckende Leistung. „I sing all my songs and feel them / Staring at the back of my eyelids / And we call this a meaningful connection“, wie er in „Birmingham“ singt, mit einer Stimme, die verletzlich und kraftvoll zugleich erscheint.

Kleine Erzählbrötchen dürfen gern andere backen. Auf „A Meaningful Connection“ sucht Andrew Bryant nach der nur schwer zu fassenden Verbindung, nach der wir uns alle sehnen, und reckt all jenen, die so tun, als sei alles in bester Ordnung, seinen süffisanten Mittelfinger entgegen – denn das, Ladies and Gentlemen, ist es – Scheiße noch eins – offensichtlich nicht. Die songdienliche Instrumentierung unterstreicht Bryants Bariton, der dem eines Timothy Showalter (Strand Of Oaks) nicht eben unähnlich ist, und erinnert mal an den lässigen Country von Chris Isaac („Fight“), mal an den Neo-Lounge von Faye Webster („Private Window“). Überhaupt bilden Musik und Text auf dem neuen Album eine beeindruckende Schere. „I want to be like Christ but I don’t want to die“, singt Bryant etwa in „Fight“ als eine Art geläutertes Mantra und legt damit die Tiefe des emotionalen Schmerzes offen, die einem hier immer wieder begegnet. Dem gegenüber stehen scheinbar skurrile Einsichten, hinter denen sich jedoch kaum weniger tiefe Trauer verbergen mag: „There’s no turning back and there’s no wasting time / When you don’t come from anywhere and you leave nothing behind“ heißt es etwa in „Lying On The Road“, während anderswo, im bereits genannten „Private Window“, eher der moderne Sarkasmus blüht.

In „Birmingham“ findet sich Bryant auf der Heimfahrt am Ende einer Tour wieder, auf welcher sich wohl jeder Musikschaffende am Ende eines langen Tages nach (s)einer inneren Heimat, nach dem besonderen Herzensmenschen am Ende des Weges sehnt. Und während er sich nach Hause wünscht, umarmt Bryant sein technologisches Surrogat: „I’m looking for your name in my phone / I’m looking at my phone, want to see your face in my palm“. Eine wirkliche, bedeutungsvolle Verbindung? Vielleicht nicht, aber dennoch eine Verbindung, die in unserer technologisch isolierenden Welt jeden Tag schwieriger wird. Und besser ein Flackern auf einem gottverdammten Bildschirm als absolute Düsternis.

„Drink The Pain Away“ wendet sich schließlich der traditionellen Country-Ballade zu, mit wenig mehr als einer Akustikgitarre, Gesang, drei Akkorden und der nackten, häßlichen Wahrheit. Als direkte Antwort auf selbige entsorgt Andrew Bryant in „Truth Ain’t Hard To Find“ in den ersten Zeilen des Stückes seine letzte Flasche, auf der Suche nach einem ehrlicheren, nüchternen Weg, mit sich selbst zu leben. Harter Tobak? Wohl wahr. Umso verwunderlicher gerät „Liminal“, der Abschluss des Albums, der mit seinem synkopischen Schlagzeug, einer funkt Basslinie und den atmosphärischen Disco-Synthesizern wie aus einer ganz anderen Welt – und von einer ganz anderen Platte! – klingt. Gleichzeitig ist der Abschluss das einzige Instrumental auf einem lyrisch durchaus schwer wiegenden Album, das Bryants traditionelle Folk-Songwriter-Tendenzen ein ums andere Mal für eine Reise in unsere von Technologie, Zerstreuung und viel zu oft kalte Wirtschaftszahlen geprägte Gegenwart über Bord wirft. Gleichzeitig deplatziert und doch irgendwie das nahezu perfekte Ende für „A Meaningful Connection“, erinnert „Liminal“ den Hörer doch an die graue Hohlheit des Synthetischen, wenn dem Leben alles Natürliche entzogen wird. Und alle, die selbst nach Sinn und Wahrheit zwischen den Zeilen suchen, können Andrew Bryant auf seiner Reise durch seine eigenen Kämpfe, Erfolge und Misserfolge auf dem Weg hin zu „A Meaningful Connection“ begleiten…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sam Fender – „Seventeen Going Under“


Foto: Promo / Jack Whitefield.

Fast zwei Jahre sind vergangen, seit Sam Fender aus dem beschaulichen North Shields, UK mit seinem Debüt-Album „Hypersonic Missiles“ die Spitze der UK-Charts (und auch der ANEWFRIEND’schen Jahrescharts) stürmte. Sein Leben ist seitdem ein anderes. Als Opener für große Namen wie Hozier oder Michael Kiwanaku sammelte der 27-jährige britische Musiker Bühnenerfahrung, reiste – so es denn möglich war – durch die Weltgeschichte und arbeitete an neuer Musik.

Mit seinem kommenden Album „Seventeen Going Under“ blickt Fender nun zurück auf seine Vergangenheit. Auf einen Lebensabschnitt, in dem die Welt gleichzeitig so offen und so verschlossen wirkt wie in kaum einem anderen. Auf eine endende Jugend in einer Stadt, in der er sich nicht selten gefangen gefühlt hat. In „Seventeen Going Under“ hält der Musiker, dessen Songs ANEWFRIEND seinerzeit als „die Frontmänner von The Gaslight Anthem und The Killers treffen sich im englischen Pub zum schwarzhumorigen Springsteen-Tribute-Abend“ beschrieb, sich radikal den Spiegel vor und zelebriert den Übergang von der Jugend ins Erwachsenenleben.

Nach einer durchaus interessanten Metallica-Coverversion gibt es bereits jetzt das Titelstück des zweiten Langspielers zu hören. Dass North Shields, Fenders im englischen Nordosten gelegener Heimatort, auch als Schauplatz für das Video des namensgebenden Albumtitels dient, verwundert dabei kaum, bildet die 10.000-Einwohner-Stadt doch einen ständigen Bezugspunkt für die Musik des jungen Songwriters. Hier verbrachte er seine eigene Jugend, sammelte seine eigenen Geschichten und Erfahrungen. Und um genau die geht es in „Seventeen Going Under“. Der Song handelt von verlorener Unschuld und gewonnener Freiheit, von Drogen und Faustkämpfen, von Liebe, Wut und Verzweiflung. Eine explosive Hymne auf die ambivalente Nostalgie der Adoleszenz.

„Seventeen Going Under“, das für den 8. Oktober 2021 angekündigte Album (dessen Coverartwork – ob nun gewollt oder nicht – optisch eine recht deutliche Reminiszenz an Springsteen’sche Großtaten darstellt), dürfte persönlicher ausfallen als der nicht selten unverhohlen gesellschaftskritische 2019er Vorgänger „Hypersonic Missiles“. Nicht zuletzt durch die Zeiten der Isolation während der Pandemie, sagt Fender im Interview mit „Radio X“, hinterfragte er, wo er steht, wo er herkommt, und wohin es weiter geht. Als „eine Coming-of-age-Story“ beschreibt er sein neues Album. Als einen „Lobgesang auf das Leben nach der Not, einen Lobgesang auf das Überleben“. Passend dazu hat hat er einen offenen Brief an sein 17-jähriges Selbst geschrieben, in dem es unter anderem heißt:

“Hey Sam, it’s Sam from the future. You’re probably wondering how I’ve mastered the art of time travel, and you’re definitely fantasizing about some neo-futuristic alternate universe that looks like a cross between Star Wars and Blade Runner. Don’t build your hopes up – phones get a bit better and the internet is an even bigger cesspit than it was then.

Und weiter schreibt Fender:

“17 is when all the challenges begin: you’re not a baby, but you’re definitely not an adult (turns out that bit takes a lot longer than you think). I’m not even sure it’ll happen at all for you, but growing up is for fools and the near dead, so stop being so serious all the time. Right now I’m imagining you on the back step of Mam’s flat on Verne Road in North Shields, smoking some shite baccy, blasting Revolver out of that sketchy CD player at such an obnoxious level that it reaches you in the backyard – and every neighbour in a square mile (if you look hard enough through your brother’s collection you’ll find a copy of Revolver where ‘She Said She Said’ doesn’t skip).”

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lucas Uecker – „Der König tanzt nicht mehr“


Foto: Promo / Christine Lipski

Man kennt ihn vor allem als Gitarre spielenden Teil der Hamburger Akustik-Indiepop-Band Liedfett, eventuell ist dem einen oder der anderen von euch sogar schon sein feines, 2019 erschienenes Solo-Debüt „Unterm Teppich“ zwischen die Lauschmuscheln gekommen (welches seinerzeit auch auf ANEWFRIEND Erwähnung fand). Nun hat Lucas Uecker mit „Der König tanzt nicht mehr” (s)eine neue Single veröffentlicht und mit „Schöne Dinge“ sein zweites Soloalbum in Aussicht gestellt (wenn auch noch ohne fixen Release-Termin).

Der erste Höreindruck gerät dabei ebenso energetisch wie düster: Der König tanzt nicht mehr“ ist eine Geschichte vom Fall und Sturz eines Monarchen. Ein kleines, Rocksong gewordenes Drama über eine Sucht und ihre Kinder. Über einen Protagonisten, den die Welt vergessen hat. Einen Schwindler, der an sich selbst zu Grunde geht. Verpackt in einem rauen, orchestralen Sound sowie in ein Schwarz-weiß-Video, in welchem Schauspieler Wolf-Dietrich Sprenger eindrucksvoll den gealterten Protagonisten verkörpert, entführt Lucas Uecker den Zuhörer in die Welt, die hinter den Kulissen liegt. Vorhang auf für „Der König tanzt nicht mehr“! 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tim Neuhaus – „In Your Honor“


Diese Pandemie tut keinem von uns auf Dauer gut – ob nun beruflich oder privat. So weit, so Fakt. Umso bewundernswerter, dass es dennoch Bands und Künstler*innen schaffen, aus dieser Phase der Auftrittsfreiheit und des perspektivischen Stillstands Kreativität zu schöpfen und dem allgemeinen Wahnsinn der Welt etwas Gutes abzugewinnen. So wie Multiinstrumentalist Tim Neuhaus, welcher die auferlegte Bühnen-Arbeitspause der vergangenen Monate dafür nutzte, um ein paar lang gehegte musikalische Träume endlich Wirklichkeit werden zu lassen und nun eine neue EP veröffentlicht. Wie der Titel nahelegt, soll „ECHOES, Vol. I“ nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Cover-EPs sein, welche der passionierte Schlagzeuger (unter anderem in der Band von Clueso) und Indie-Singer/Songwriter in Zukunft veröffentlichen möchte…

Über seine Liebe zum Covern und der Entstehung des ersten Teils der „Echoes“-Reihe erzählt Neuhaus Folgendes: „Nach der anfänglichen Schockstarre während des Lockdowns machte ich mich daran, mich ein paar liegengebliebenen Vorhaben zu widmen, die sonst im Musik-Alltag wenig Platz gefunden hätten. Eins davon: ein Solokonzert nur mit Cover-Songs! Das Knust in Hamburg hat mir das im Dezember 2020 mit einem Streaming-Konzert möglich gemacht. Ich habe die Songs gespielt, die mich inspiriert haben, selbst Songs zu schreiben – und davon gibt es viele! Immer wenn ich meine eigene Musik schreibe, tut es gut, viel zu covern, um von anderen zu lernen und seine eigenen Songs im Großen und Ganzen besser einschätzen zu können. Nach diesem Abend entstand die Idee zu diesem langfristigen Cover-Projekt.“

Als erste Single entschied sich Neuhaus für (s)eine Coverversion des Foo Fighters-Songs „In Your Honor„, im Original vom 2005er Album selben Titels: „Nirvana, die Foo Fighters und Dave Grohl triggern in mir das Lebensgefühl des Grunge bis heute und erinnern mich daran, warum ich Anfang der Neunziger mit der Musik angefangen habe. ‚In Your Honor‘ ist ein Song, der sich auf der Gitarre anfühlt wie Schlagzeug spielen. Er handelt von der vollkommenen Hingabe an etwas, an das du glaubst. Es ist wie sich ein Stück Urvertrauen zurückholen.

So sehr sich Neuhaus bei jenem Foo Fighters-Cover noch austobt, so sehr nimmt sich der umtriebige Musiker, der in der Vergangenheit auch durch seine Arbeit an dem ein oder anderen Soundtrack in Erscheinung trat, an anderen Stellen des Minialbums zurück. Das tut den insgesamt acht Nummern mal mehr, mal weniger gut. Ausgerechnet der Opener, eine Coverversion des Boss’schen Evergreens „Streets Of Philadelphia“, verblasst ein wenig im Vergleich mit dem Oscar-prämierten Original. Lobenswert mag zwar ins Gewicht fallen, dass Neuhaus dem Song mit einer dominierenden Akustikgitarrenmelodie eine neue Ebene verpasst, nur leider zündet diese nicht gänzlich. Das anschließende Randy Newman-Cover von „You’ve Got A Friend In Me“ funktioniert hingegen um einiges besser und passt tatsächlich ganz wunderbar zur Stimmlage des Westfalen. Das Neuhaus keine Angst vor großen Namen hat, beweist auch das Cover von Radioheads „Thinking About You“. Zwar bewegt sich das Stück recht nah am Original, besticht hier aber durch sein sauberes Arrangement und einen etwas fokussierterem Einsatz der Synths, was dem Song tatsächlich richtig gut tut.

Noch näher am Original bewegt sich Tim Neuhaus durch „Colorblind“ von den Counting Crows. Man könnte die Nummer glatt unbemerkt im „Eiskalte Engel“-Soundtrack austauschen ohne dass es groß auffallen würde (was wohl auch als Kompliment zu werten sein dürfte). „Daydream“ von den Smashing Pumpkins bekommt hingegen eine ganz eigene Note verpasst: kleine elektronische Spielereien finden sich hier ebenso wie ein verdammt cooler Gitarren-Effekt, der den Song nochmal eine Spur zeitgeistiger klingen lässt. Elliott Smiths‘ tieftrauriges „Everything Means Nothing To Me“ hätte einen perfekten Abschluss abgegeben, aber als kleine Digitalkonserven-Zugabe bekommt man noch Nick Drakes „Northern Sky“ – umso schöner, dass einem Neuhaus dieses Kleinod von Song mit seiner Neuinterpretation wieder ins Gedächtnis ruft. Und auch dieses Cover weiß zu überzeugen, wobei der Indie-Singer/Songwriter durch den Einsatz von Streichern nochmal einmal eine Prise Süßholz on top gibt. Ergibt unterm Strich eine kleine, feine Coverversionensammlung, welche gespannt auf kommende Teile macht.

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


(Bob Dylan, eigentlich Robert Allen Zimmerman, *24. Mai 1941, US-amerikanischer Singer/Songwriter und Lyriker sowie einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts, der heute seinen 80. Geburtstag feiern darf)

Rock and Roll.

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Song des Tages: Frank Turner – „The Gathering“


„The first time that the beat drops in the bar, it’s going to be biblical!“ – Schon ab der ersten Zeile formuliert Frank Turner in „The Gathering“ jene Gedanken, die sich viele Konzertgänger*innen wohl auch schon mal gemacht haben dürften, die seit über einem Jahr jenen Moment herbeisehnen, wenn sie endlich wieder mit ihrer Clique zusammen in Bar, Club oder Arena zu Livemusik feiern können. Diesem Gefühl leiht Turner auch im Verlauf des Songs immer weiter das Wort, „I’ve been missing the feeling when we close the gaps between us“, singt er im Refrain über die Intimität, die zwischen Musiker*innen und Publikum entstehen kann. Später ruft er noch einmal das Gefühl von Isolation und Pflichterfüllung der vergangenen zwölf Monate wach, um dann nur umso stärker zu betonen, wie wundervoll dieser Moment werde, wenn alle wieder zusammenkommen – und lässt den Song in einer dramatischen Beschwörung des Szenegefühls von Fans und und Musiker*innen mit Groupshouts gipfeln.

Die Botschaft des von Rich Costey produzierten neuen Songs unterstreichen im Lyric-Video nicht nur schwitzige Live-Szenen aus Turners Archiv, sondern auch knackiger, treibender Singer/Songwriter-Punk, in den Turner mit seinem aufgekratzten Gesang einmal mehr jede Menge Herzblut legt. Sein Kollege Jason Isbell verleiht dem ganzen gegen Ende dann noch etwas Extra-Punch mit einem hochoktanigen Gitarrensolo, während Muse-Schlagzeuger Dominic Howard an seiner musikalischen Wirkungsstätte ordentlich reinhaut.

„Es geht um den Moment, wenn du in einem Raum mit lauter Menschen zusammenkommst, dich an jemand Fremdes anlehnst, laut den Refrain mitsingst und den Text durcheinanderbringst“, so Turner über den neuen Song, der für ihn auch einen sehr persönlichen Bezug hat: „Das größte Ding an dieser Lockdown-Erfahrung war für mich die Identitätsfrage. Ich der Typ, der auf Tour geht, der war ich, seit ich 16 Jahre alt war. Ich habe nicht mehr so oft Nacht für Nacht im selben Bett geschlafen, seit ich sieben war.“

Das vergangene Pandemie-Jahr hatte sich der britische Musiker mit zwei Split-Releases vertrieben: „West Coast Vs. Wessex“ mit NOFX und kürzlich „Buddies II: Still Buddies“ mit Jon Snodgrass. Außerdem spielte er zu seinem Geburtstag im Dezember ein Livestream-Konzert. Nun wird es wohl im Laufe diesen Jahres ein neues Album (sein neuntes) geben, wie Frank Turner vor ein paar Tagen in einem kurzen Live-Stream-Video wissen ließ. Besser noch: auf dem Nachfolger zum im Spätsommer 2019 erschienenen „No Man’s Land„, auf dem er fast ausschließlich Songs über bedeutende Frauen der Weltgeschichte gesungen hatte, werden wohl noch weitere hochkarätige Gäste am Start sein, wie zum Beispiel Nine Inch Nails-Drummer Ilan Rubin. Bis dahin lässt „The Gathering“ als punkige Hymne alle von jenem hoffentlich bald bevorstehenden Moment träumen, an dem endlich wieder Menschenmengen auf Konzerten dicht an dicht miteinander feiern und schwitzen (dürfen)… 

„The first time that the beat drops in the bar, it’s gonna be biblical
The second that the sing-along starts, it’ll be sensational
So sound the alarms and the sirens, the bells in the churches
Bring your parents and your kids into the street, throw open the hatches

I’ve been missing the feeling when we close up the gaps between us
It’s better than the best, benediction, more bracing than blood-lust
‚Cause we’ve been waiting and wandering, practicing and praying
Saving and slavering, gathering ourselves for the gathering

We’ve been huddled in our houses for however many days like survivors
And we’ve been dutifully paying our dues and paying heed to our advisors
Yeah, but we’re pent-up and we’re pissed off and we’re perilously close to the precipice
We’re butterflies in ballet shoes and Brothel Creepers coming out of our chrysalis
It comes down to this:

I’m missing the feeling when we close up the gaps between us
It’s better than the best, benediction, more bracing than blood-lust
‚Cause we’ve been waiting and wandering, practicing and praying
Saving and slavering, gathering ourselves for the gathering

All together now

This is our mantra: we gather together
We look out for each other, because we’ve got strength in our numbers
This is our mantra: we gather together
We look out for each other, ‚cause we’ve got strength in our numbers
And I’ll be the preacher and this is the scripture:
Once more with feeling, this is a gathering

This is a gathering
Gather together
Gather together
Gather together
This is a gathering
Gather together
Gather together
Gather together
This is a gathering“

Rock and Roll.

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