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Sunday Listen: Elliott Smith – live im Terrace Club, 1997


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Dem regelmäßigen Leser dieses bescheidenen Blogs dürfte über die Jahre ja bereits meine zeitweise manische Hingezogenheit zur Musik eines gewissen Elliott Smith unter die Augen gekommen sein. Und da ich bereits an der ein oder anderen Stelle darüber geschrieben habe, möchte ich hierüber auch gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren, und viel lieber die Songs des immens einflussreichen, leider viel zu früh verstorbenen Singer/Songwriters selbst sprechen lassen…

Etwa die des Live-Mitschnitts einer Show im Terrace Club der Princeton University in Princeton, NJ, welche Smith im Zuge der Support-Tour zum damals aktuellen Album „Either/Or“, das im vergangenen Jahr und zum zwanzigsten Albumgeburtstag ein Expanded-Edition-Re-release erfuhr, im April 1997 spielte.

Ohne zu übertreiben, könnte man behaupten, dass der nicht eben geräumige Indie-Club der renommierten Universität, für den Begriffe wie „Wohnzimmer-Konzert“ wohl einst erfunden wurden und in dem man in den Neunzigern weniger später große Bands wie At The Drive-In oder Modest Mouse in intimem Ambiente bestaunen durfte, an jenem 12. April das mit Fug und Recht stillste Konzert seiner Historie erlebte, bei dem Elliott Smith nicht nur Stücke von zwei seiner – damals – drei Solo-Alben „Roman Candle„, „Elliott Smith“ und eben „Either/Or“ zum Besten gab, sondern auch herzerweichende Coverversionen der Big Star- beziehungsweise Kinks-Originale „Thirteen“ und „Waterloo Sunset“ – ihr wisst schon: „Stecknadel“, „Magie“ und „Tränenreichtum“

Zu finden ist der fast einstündige Soundboard-Mitschnitt der Show im Terrace Club der Princeton University unter anderem einmal mehr auf archive.org (als Stream oder kostenfreier Download).

 

 

SETLIST
– Division Day
– Alameda
– Angeles
– Alphabet Town
– Between The Bars
– Bled White
– St. Ides Heaven
– Thirteen
– Say Yes
– Needle In The Hay
– Big Decision
– Southern Belle
– 2:45 a.m.
– Waterloo Sunset
– Clementine

(via xpn.org)

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: The Lion and the Wolf – „Symptoms“


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„Es ist nicht leicht, heutzutage für irgendetwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Alles ist voller Müll. Zweifelhafte Jugendliche mit zweifelhaften Inhalten erreichen über YouTube & Co. in wenigen Sekunden hunderttausende Menschen und drehen ihnen Schwachsinn an. Deine Timelines sind täglich voll mit dem nächstem Hype-Act, von dem man zwei Monate nach der Album-Veröffentlichung nie wieder etwas hört. Deine Freunde nehmen ironisch an Quatsch-Veranstaltungen teil, dein Streaming-Account schlägt dir immer nur die Bands vor, die dir eh seit Wochen per targeted-sponsored-Post um die Ohren gehauen werden.“

Weise einleitende Worte, die sein deutsches Label Grand Hotel van Cleef da im Vorstellungstext für Tom George wählt. Worte, die man so – oder zumindest so ähnlich – auch hier auf diesem bescheidenen Blog bereits dutzende Male gelesen haben dürfte. Weil sie nur allzu wahr sind…

Andererseits: Wenn sich selbst da kaum ein Alleinstellungsmerkmal ergibt – wo dann, bitte? Immerhin kann einer wie der bärtige Brite, der einst seinen Job schmiss und die heimatliche Abgeschiedenheit der Isle Of Wight verließ, um sein Glück im quirligen London zu suchen, sich nicht eben blank auf seine Abrissbirne schwingen, um seiner Musik zu mehr Publicity zu verhelfen. Und auch (Voll)Bart tragende Akustikgitarren-Troubadoure gibt es im Zweifel wie Sand am Bon-Iver-Strand… Was also macht The Lion and the Wolf aus?

R-9268908-1477685364-7524Nun, der Großteil der Songs der bisherigen beiden Alben „Symptoms“ (2014 noch im Alleingang fertiggestellt und vertrieben) und „The Cardiac Hotel“ (zwei Jahre darauf beim Grand Hotel van Cleef erschienen) überzeugt mit (s)einer fast schon sakralen Schlichtheit, die auf dem Debütalbum kaum mehr benötigt als die bereits erwähnte Akustikgitarre, während sich ab und an mal ein Klavier, eine zweite, weibliche Stimme oder Streicher ins Klangbild schieben – man ist bei so viel fragiler Folk-Melancholie nahe dran, dem Briten einen Gig in der nächsttollsten Kirche zu organisieren…

Und auch die Tatsache, dass sich Tom George beim zweiten Album „The Cardiac Hotel“ etwas Bandunterstützung (bis hin zu Bläsern) gesucht hat, um seinen Stücken ein klein wenig mehr Zug und Indiepop-Appeal zu verleihen, wird an den Vergleichen, welche von allseits beliebten wie unvermeidlichen Singer/Songwriter-Paten wie Bon Iver, William Fitzsimmons oder Elliott Smith bis hin zu Jeff Buckley (hallende E-Gitarren!), Bright Eyes, Get Well Soon (die opulenteren Momente) oder Death Cab For Cutie (das charmant-ungenierte „I Will Follow You Into The Dark“-Ripoff im Song „The Pinching Point“ – es entbehrt kaum einer gewissen Selbstironie, dass George ebenjenes DCfC-Stück bei derselben Live Session auch gleich noch gecovert hat) reichen, wenig ändern. Warum auch? Tom George schreibt Songs, deren Geschichten (etwa die über die Krankheit seines Vaters in „My Father’s Eyes„) sich ebenso wenig aufdrängen wie die Melodien. Man muss schon genau(er) hinhören, sich Zeit nehmen und sich auf Georges Stücke einlassen. Wer genau das jedoch tut, wird belohnt. Dafür stehen wohl auch die Indie-Damen und Herren vom Grand Hotel van Cleef mit ihrem guten Label-Namen…

 

Das Debütalbum von The Lion and the Wolf findet man via Bandcamp im Stream sowie – auf Wunsch – als „Name your price“-Download fürs heimische Abspielgerät:

 

Und das neuste, vor wenigen Tagen veröffentlichte Stück von The Lion and the Wolf hat sich die weiter oben geäußerte Kopfkino-Idee vom Kirchen-Gastspiel wohl zu Herzen genommen und – mit etwas sakralem Hall und viel Gospel-Feeling in der Hinterhand – festgestellt: „The Church Never Sleeps“…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Fismoll – „Let’s Play Birds“


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Mag sein, dass ANEWFRIEND mit dieser Entdeckung ein wenig late to the party kommt – aber besser jetzt als nie, oder?

Fakt ist: Fismoll sind ein echtes kleines Geheimtipp-Juwel für alle Freunde naturalistischen Singer/Songwritertums, das seine Vergleichskreise vom beinahe unvermeidlichen Bon Iver über Ben Howard bis hin zu Kopfkino-Meistern wie Ólafur Arnalds oder Sigur Rós zieht. So weit, so oft gelesen. Trotzdem sind Fismoll echte Exoten…

Warum? Nun, das Band-Projekt, hinter dem Arkadiusz Glensk steckt, kommt – man ahnt’s  dem Namen nach bereits – aus Polen. Und dieses Land mag in den letzten Jahrzehnten zwar die ein oder andere bekanntere Rock- oder Metal-Band hervor gebracht haben, aber: Singer/Songwriter? Eher kaum. Eventuell ist es ja tatsächlich so, wie nillson.de bereits 2013 anlässlich des Erscheinens des Fismoll-Debütwerks „At Gladeschrieb und ein guter Teil der polnischen Musik bleibt – internationale Qualität hin oder her – „irgendwo an der Landesgrenze hängen“.

Klar, der Musiker aus Poznań (oder, auf Deutsch: Posen), Jahrgang 1994, dessen Talent Glensk wohl bereits in die Kinderschuhe gelegt wurde, während ihm seine Eltern etwas auf  Violine und Cello vorspielten, mag ein sanfter Klangteppich-Leisetreter sein, dessen Lieder lieber musikalische Landschaften von einsamen Berggipfeln und nebelverhangenen Pfaden malen, als ihre Qualitäten an die große Marketing-Glocke zu hängen. Nichtsdestotrotz sollte man Arkadiusz Glensk und seinen Mitmusikern sowie deren letzten musikalischen Lebenszeichen in Form des zweiten Albums „Box Of Feathers“ und der „Abandoned Stories EP“ (beide 2015 erschienen) mehr als ein Ohr leihen. Es lohnt sich…

 

Hier gibt’s das Musikvideo zum Song „Let’s Play Birds“ vom 2013 veröffentlichten Debütalbum „At Glade“…

 

…und das Stück noch einmal in einer Live-Session-Variante:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Riley Pearce – „Brave“


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Manchmal, ja manchmal darf man sich gut und gern diese Frage stellen: Wo zur Hölle kommen die nur alle her, diese melancholischen jungen Männer, die noch keine Dreißig sind, einem jedoch vom Leben, der Liebe, der Vergänglichkeit und der großen, weiten Welt erzählen (wollen)?

Im Fall von Riley Pearce könnte man antworten: aus dem australischen Perth.

Gut, der Indie-Alt.Folker ist nicht die größte Hausnummer im Musikzirkus. Wenn man jedoch Songs wie „Brave“ hört, könnte man mutmaßen, dass es der Mittwanziger noch weit bringen wird.

Schließlich hat das Stück, welches bereits 2016 auf der „Outside The Lines EP“ erschien, alles, was die gefühlige Indie-Zielgruppe zum Träumen bringen dürfte: die melancholische Grundstimmung, die im Verlauf des Songs von dezent dynamischem Schlagwerk sowie einer einsamen Trompete durchbrochen wird, den zarten Schmelz im Stimmtimbre, genau das richtige Textamalgam aus Sehnsucht und Aufbruch. Und auch die (zumeist bärtigen) Vorbilder von José González über Ben Howard oder Lord Huron bis hin zu Justin „Bon Iver“ Vernon passen irgendwie perfekt in Riley Pearce‚ Klangbild, sodass es kaum verwundert, dass das Stück bereits in Serien wie „Shadowhunters“, oder jüngst einer Episode der 11. Staffel von „Shameless“ (wo ich auf den Song gestoßen bin) zu hören war und via Spotify bereits mehr als fünf Millionen mal gestreamt wurde…

 

 

„You’re scared ‚cause I am, too
This feeling in my head, is being there for too long
We sleep now with the light on
But shadows make shapes in the light
And I don’t know what they might be
You called me, because I answered
So cover your toes with the jacket in your hands
And the bones with the blanket
She tells me that I will be alright
And for a second it feels that I believe her
‚Cause I forget the way that I’ve felt

I’m trying, I’m just trying to be brave
I’m just trying to be brave
(Oh-oh-oh-oh)
I’m just trying to be brave
(Oh-oh-oh-oh)
I’m just trying to be brave

There’s somebody who heard it that splits us right down to the middle
But I’d be coming back for you
But lost, ‚cause I answered
Directions mean nothing in the dark
And I don’t know where you stand
The maps are gone, so are our footprints, too
To get home now will take something that I’m not sure that I have left

I’m trying, I’m just trying to be brave
I’m just trying to be brave
(Oh-oh-oh-oh)
I’m just trying to be brave
(Oh-oh-oh-oh)
I’m just trying to be brave

I’d be coming back for you
I’d be coming back for you
(I’d be coming back for you)“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Sean Christopher – „A Thousand Hues“


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Neues vom britischen Singer/Songwriter-Newcomer Sean Christopher, den ANEWFRIEND bereits im vergangenen Oktober kurz vorstellte.

Wie bereits im formidablen Stück „Paper Plane Pilot“ hat sich Christopher auch für den nächsten Vorboten seines am 11. Mai erscheinenden Debütalbums „Yonder“ von der großen weiten Welt da draußen inspirieren lassen und erzählt in „A Thousand Hues“ von Liebe und Tragik gleichermaßen:

“I read a story a few years ago about a Japanese man who lost his wife during the Tsunami back in 2011. He could not find her on land and decided to take diving lessons to search the sea. I was really moved by it and ‘A Thousand Hues’ was written soon after.”

Wunderschön, oder? Ob der Akustikgitarrenklampfer da, wie ich meine, ähnlich klingt wie Coldplay-Frontmann Chris Martin zu seligen „Parachutes“-Zeiten, oder, wie an anderer Stelle gemutmaßt, eher nach Peter Gabriel oder dem jungen Sting? Völlig egal.

 

(Wer möchte, der findet den Song hier bei YouTube…)

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Spaceman Spiff – live beim Autumn Leaves Festival 2017


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Foto: Wikipedia

Satte drei Jahre liegt das letzte Spaceman Spiff-Album „Endlich Nichts“ nun schon zurück. Und dass man die Hoffnungen auf ein neues Werk nicht zu hoch hängen sollte, erwähnte ich an anderer Stelle bereits vor ein paar Monaten

Trotzdem war Hannes Wittmer, seines Zeichens Kopf, Hirn, Herz und Stimme hinter dem nach einer Comic-Figur benannten Liedermacher-Pseudonym, freilich auch in der letzten Zeit nicht untätig und spielte etwa mit Cellistin Clara Jochum einige Spaceman Spiff-Shows.

Eine davon, das Gastspiel beim diesjährigen Autumn Leaves Festival im österreichischen Graz, hat Niko Springstein für einen Blog auf (digitalem) Tonband gebannt (sic!) und kürzlich in bester Soundboard-Qualität zum Download verfügbar gemacht. Merci dafür auch noch einmal von ANEWFRIEND, welcher den Konzertmitschnitt hiermit allen Freunden der gepflegten deutschsprachigen Singer/Songwriter-Unterhaltungskunst ans Hörerherz legt…

Edith (28.12.2017): Der Spaceman hat den Download zunächst auf Niko Springsteins Blog entfernen lassen, ihn jedoch mittlerweile selbst auf der eigenen Seite zum kostenfreien Download bereit gestellt… Dann eben so.

 

Setlist:
01 Strassen
02 Egal
03 Intro
04 Hier Und Der Wahnsinn
05 Irgendwo Ist Immer Woanders
06 Milchglas
07 Wände
08 Intro
09 Oh Bartleby
10 Intro
11 Teesatz
12 Han Solo
13 Intro
14 Photonenkanonen
15 Vorwärts Ist Keine Richtung
16 Encore
17 Nichtgeschwindigkeit

 

 

Rock and Roll.

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