Schlagwort-Archive: Humor

Song des Tages #2: Foo Fighters – „Run“


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Dave Grohl? Klar, Spitzentyp (längst bekannt), der auf meiner imaginären Buddies-Liste einen der vorderen Plätze belegt. Andererseits kann ich freilich auch gut nachvollziehen, wenn man seine Sympathieattacken ebenso wenig ab kann wie die Musik seiner mittlerweile fast ein Vierteljahrhundert gemeinsam rockenden Hautband, den Foo Fighters. Musik ist eben, vor allem: Geschmacksache.

Eines jedoch kann man dem Grohl nicht absprechen: Arbeitseifer und massig Talent auf vielen Ebenen. Denn so ist 48-Jährige, dessen Karriere einst in den seligen Neunzigern als Nirvana-Schlagmacher („Nevermind“! „Smells Like Teen Spirit“! Grunge! Musikgeschichte!) begann, nicht nur antreibender Gitarrero-Frontmann der Foos, sondern nimmt in den letzten Jahren auch immer lieber und öfter auf dem Regiestuhl Platz – etwa für die großartigen Musikdokumentationen „Sound City“ oder „Sonic Highways„. Und logischerweise besorgte der dauerbeschäftigte Vollblutmusiker (der eben auch selbst immer Fan geblieben ist) auch die dazugehörigen Soundtracks, zu „Sonic Highways“ gleich mit den Foo Fighters selbst. Dazu wieder eine Welttournee (bei der sich Grohl, das Bühnenmonster, im Juni 2015 bei einem Bühnensturz im schwedischen Göteborg ein Bein brach – und die Show trotzdem zu Ende brachte). Und danach? Auszeit? War angedacht, doch vorher kamen die Foos im November 2015 noch mit der kostenlos ins Netz gestellten EP „Saint Cecilia“ ums Eck.

Dass die mittlerweile sechsköpfige Band – allen Witzen, Auszeit-Versprechungen und Nebenaktivitäten ihrer Mitglieder zum Trotz – nie länger die Beine still halten kann, war noch nie überraschend. Der Song, mit dem sich Dave Grohl und Co. vor ein paar Tagen zurückmelden, jedoch schon ein wenig.

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So tarnt sich „Run“ in der ersten Strophe als gefällige Powerballade (davon gab’s ja auf dem bisher letzten Album, „Sonic Highways“, schon ein paar), um im Refrain zum wohl lautesten Stück Musik zu werden, das die Foo Fighters seit „Wasting Light“ (2011) aufgenommen haben. Shouts von Grohl? Derb ungeschliffen in die Saiten rockende Chords, die in den Moshpit einladen? Sind gern genommen.

Auch das dazugehörige Musikvideo – die sind ja bei den Foos bereits seit den Anfangstagen beinahe durchgehend Highlights mit Alleinstellungsmerkmal – zeigt die Band einmal mehr als selbstironische Verkleidungskünstler: In der Kapelle eines Altersheims spielen sie als absolut rüstige weiße Greise auf, die mit „Run“ den Rest der Bewohner zu Unruhen anstiften, welche in eine wilde Prügelei und schließlich in eine große (letzte?) Party inklusive Choreografie münden. Regie beim Video führte – man ahnt es – Dave Grohl.

Und das Beste: Wie die Band, welche in den kommenden Tagen in Europa auf Tournee sein wird, in dieser Woche bekannt gab, wird „Run“ am 15. September 2017 Verstärkung erhalten, ist der Song schließlich Teil des neuen, neunten Foo-Fighters-Studioalbums „Concrete And Gold„. Man darf gespannt sein. Stillhalten war eben nie Dave Grohls Sache…

 

 

Rock and Roll.

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Hugleikur Dagsson – schwarzer Humor auf Isländisch


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Alle Cartoons: © Hugleikur Dagsson / Tumblr

 

Keine Frage – der isländische Zeichner Hugleikur Dagsson mag es böse. Sehr böse. Seine Cartoons zeigen eine ganz eigene Sicht auf die Welt: hintersinnig, witzig und manchmal sehr traurig.

Das Foto auf der Wikipedia-Seite von Hugleikur Dagsson zeigt den 39-Jährigen, der früher auch als Radiomoderator bei der isländischen Radiostation „Radíó X“ arbeite, als einen freundlichen Mann, der entspannt in die Kamera lächelt. In seinem Inneren aber muss etwas sehr Dunkles sein. Und genau das bringt er seit 2002 in Comics ans Licht. Seine Cartoons sind einfach gezeichnet – und voll von schwarzem Humor.

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Eines seiner Bücher heißt „Solltest du darüber lachen?„, ein anderes „Finden Sie DAS etwa komisch?“ – und genau dieses Gefühl erwecken viele seiner Zeichnungen. Sie greifen ernste Themen wie das Leid Geflüchteter, häusliche Gewalt oder die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung auf – und überspitzen sie gnadenlos. Das mag nicht jede(r) witzig finden, und manche, die mit weit weniger Sinn fürs Ironische oder Sarkastische gesegnet sind, sogar abstoßend. In jedem Fall jedoch regt Hugleikur Dagsson so – auf seine Weise – zum Nachdenken an…

Mehr von Dagssons Cartoons findet ihr hier oder hier.

 

Rock and Roll.

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If you’re a real fan…


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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„Jake Likes Onions“ – Sarkasmus in Comicform


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Wer einen absurden Sinn für Humor hat, sollte sich unbedingt die Comics von „Jake Likes Onions“ ansehen. Der Künstler behandelt darin Themen wie Arbeit, Liebe, Tod und Existenzialismus und fügt bekannten Sprichwörtern und populären Filmen seine eigenen, schrulligen Wendungen hinzu. Der Zeichner, dem bereits 165.000 Nutzer via Instagram und knapp 99.000 Nutzer via Facebook folgen, hat ein Gespür dafür, seine Geschichten mit einem irreführenden Gefühl der Unschuld zu beginnen, bevor er etwas ins Spiel bringt, was man so wohl kaum erwartet hätte… Einige seiner wöchentlich erscheinenden Comic-Strips sind hellauf lustig, andere sind schwarzhumorig-dunkel, aber alle sind komisch (so man denn selbst eine gesunde Prise Ironie und Sarkasmus mitbringt).

 

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Mehr Comics findet ihr auf der Website von „Jake Likes Onions“, via Facebook oder hier

 

Rock and Roll.

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Opas schauen Musik: KRAFTKLUB


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Insgesamt und in Albumform kann ich eher wenig mit Kraftklub anfangen. Ehrlich, ich hab’s probiert, oft genug. Ist wohl einfach so.

Trotzdem muss man Felix „Brummer“ Kummer, Till „Brummer“ Kummer, Steffen „Israel“ Tidde, Karl Schumann und Max Marschk Einiges zugute halten:

  1. Die Band hat – zumindest auf Bühnenbrettern – ordentliche Entertainerqualitäten. Das haben die fünf nicht zuletzt bei der diesjährigen Ausgabe von „Rock and Ring“ bewiesen, wo sie als „Latenight-Special“ auftraten (ein Videomitschnitt der Show geisterte zwar in den letzten Tagen durchs weltweite Netz, wurde jedoch – bis auf eine Performance des Songs „Fenster“ – leider wieder entfernt…).
  2. Die Band hat Chemnitz (oder, in Hipster-Deutsch: Karl-Marx-Stadt) wieder zurück (?) in die oberen Chartregionen der bundesdeutschen Musikszene gehievt: jedes ihrer bislang drei Album sicherte sich den ersten Platz der Albumcharts. Was wiederum dazu geführt hat, dass ein Kultursender wie arte die Berliner *hust* „Rüpelrapcombo“ K.I.Z. in die beschauliche sächsische 250.000-Einwohner-Stadt einlud, um eine durchaus amüsante Ausgabe von „Durch die Nacht mit“ zu drehen…
  3. Die Band hat bereits 2013 selbst ein ansehnliches Festival aus dem Boden gestampft: das „Kosmonaut Festival“ findet seitdem alljährlich am Stausee Oberrabenstein unweit von der heimischen Fanbase Chemnitz statt, und hatte mit Künstlern wie Frittenbude, Casper, Bosse, AnnenMayKantereit, Fettes Brot, Materia, den Beatsteaks, Thees Uhlmann, den Fantastischen Vier, Haftbefehl, K.I.Z. (was sich wohl auch aus Punkt 2 ergab), Turbostaat, Prinz Pi, Olli Schulz, Boy oder Alligatoah bereits fast das komplette Who-is-Who der bundesdeutschen Musikszene zu Gast.
  4. Die Band mag zwar im Gros auf durchweg tanzbare Indiediskogutelaunestampfer setzen, traut sich jedoch ab und an auch etwas. Etwa auf dem aktuellen, jüngst erschienenen dritten Album „Keine Nacht für Niemand“ (jaja, schon der Albumtitel fängt mit einer nur eben halb witzigen Hommage an Ton Steine Scherben an): so ist der zuerst vorgeschobene Song „Dein Lied“ eine zwar böse, jedoch unterhaltsame Abrechnung mit der Ex, die Frontmann Felix Brummer gleich mal eben – Rap-Cred wollen auch gesammelt sein – als „verdammte Hure“ bezeichnet – unterstützt von einem Piano und einer Armada aus Streichern. Und auch die erste offizielle Singleauskopplung „Fenster“ lässt sich durchaus hören, hat diese doch als bittersüße Abrechnung mit all den verschworbelt-hasserfüllten Paranoiker-Gedankenwelten all der sogenannten „Wutbürger“ und „Verschwörungstheoretiker“ einen recht ernsthaften Hintergrund, welcher zum Nachdenken anregt. Plus: das gut versteckte Bonusfeature vom potentiell besten bundesdeutschen Freizeit-Musikarzt (aus Bärlin! auuuus Bärlin!) gegen Ende des Songs.

 

Komplett ernst nehmen kann ich Kraftklub trotzdem nicht. Liegt es daran, dass ich mich mit Ü30 knapp außerhalb der potentiellen Zielgruppe befinde? Liegt es daran, dass ich einen Teil der Band noch kenne, als diese als schulpflichtige Dreikäsehochs durch den elterlichen Chemnitzer Musikclub „Atomino“ hüpften? (Zur Erklärung: Die Eltern von Felix und Till Kummer, Jan und Ina Kummer, spielten zu DDR-Zeiten in der *hust* „kultigen“ Elektropop-Band AG. Geige. Der Vater, Jan Kummer, ist heute Leiter des „Atominos“, welches gerade in Chemnitz auch 2017 noch einen ausgezeichneten Ruf als schmissige Indie-Disse und Konzertlocation besitzt.) Liegt es daran, dass mich durchgängig auf Tanzbarkeit und Hurra geklöppelte Indiediskostampfer generell schnell kalt lassen? Oder: bin ich auch einfach zu alt?!?

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Und: wenn ich mich schon „zu alt“ für die Musik und das Gehabe von Kraftklub fühle, wie fühlen sich dann erst die grauhaarigen Semester?

Diese Frage beantwortet der YouTube-Kanal „Digster OnFleek“ in der neusten Ausgabe der Reihe „Opas scheuen Musik“, in welcher sie älteren rüstigen Herrschaften, die sich oftmals bereits erfolgreich für die Dritten, für Gehhilfen und Zivildiensthelfer qualifiziert haben, die „Musik der Jugend“ vorsetzen. Und dieses Mal eben Kraftklub. Aber schaut am besten selbst…

 

 

Rock and Roll.

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