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Song des Tages: Warm Blue – „Every Castle“


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Foto: Promo / Flo Ehlich

Münster scheint nicht erst seit gestern ein recht gutes (Start)Pflaster für Bands aus dem Indie’n’Punk Rock, Emo- und Post Hardcore-Umfeld zu sein – man denke nur an Kapellen wie die Donots, Muff Potter, Messer oder Long Distance Calling, man denke nur ans „Gleis 22„, welches bereits seit den Achtzigern als einer der beliebtesten Indie-Clubs der Bundesrepublik gilt.

105894619_738906070194703_3907301730159260491_oAus der westfälischen 300.000-Einwohner-Universitätsstadt zwischen Dortmund und Osnabrück kommen auch Warm Blue. Gegründet hat sich die aus Sänger und Bassist Jan Rüther, den Gitarristen Jan Becker und Max Roling sowie Schlagzeuger Tim Löffeler bestehende Band erst im vergangenen Jahr. Frischlinge scheinen jedoch alle vier keineswegs zu sein, denn immerhin haben sie innerhalb der kurzen Zeit nicht nur eine gemeinsame Bandchemie gefunden, sondern mit Thies Neu in der Berliner Tonbrauerei sogar ihre Debüt-EP „To Draw A Face“ aufgenommen, welche zwar vorerst nur digital erscheinen soll, mit der die Münsteraner aber noch auf Label-Suche sind. Warm Blue selbst verorten sich zwischen melancholischem Post Rock, Emo und grungy Indie Rock à la Basement, Superheaven oder Pianos Become The Teeth – dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen. Mit „Every Castle“ gibt’s bereits einen ersten Song, am 17. Juli soll mit „Sighs“ eine zweite Hörprobe folgen… Die Band dürfen Genre-Freunde also gern auf dem Schirm behalten.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Norbert Buchmacher – „Die Ballade von Willi und Walther“


Norbert-Buchmacher Foto- Robin Disselkamp

Foto: Robin Disselkamp

Aus gegebenem Anlass – wer sich die aktuellen Bilder der Unruhen in den Staaten von Amerika (das „Vereinigte“ scheinen sie derzeitig gut und günstig via eBay Kleinanzeigen verramschen zu wollen) anschaut, der weiß wohl recht schnell Bescheid – soll einmal mehr Norbert Buchmacher zu Wort kommen.

norbert-buchmacher-habitat-einer-freiheit-201828Regelmäßige Leser von ANEWFRIEND werden sich vielleicht vage in den Juni des vergangenen Jahres zurück erinnern, als der Berliner Musiker und sein aktuelles Album „Habitat einer Freiheit“ (das gibt’s derzeit als „name your price“ via Bandcamp, also hat wohl niemand von euch auch nur noch irgendeine Ausrede, da nicht reinzuhören!) hier vorgestellt wurden. Auf ebenjenem Werk findet sich auch der Song „Die Ballade von Willi und Walther“, in welchem Buchmacher im Stil von Brechts Dreigroschen-Oper auf rassistische Tendenzen innerhalb der deutschen Polizei aufmerksam macht – ein Stück, welches in diesen Tagen aktueller, wichtiger und zeitgeistiger denn je erscheint, und allen, die noch immer keinen Wind von all den Missständen da draußen bekommen haben, zu denken geben sollte…

 

Via Facebook teilte Norbert Buchmacher heute ein Kunst-Grafik des vor ein paar Tagen durch Polizeigewalt getöteten Afroamerikaners George Floyd (welche ihr auch weiter unten seht) sowie folgende Zeilen:

„In der Buchmacher-Welt seht ihr hier einen weiteren Willi. Manche Menschen mögen sich fragen, was damit gemeint ist. Wer sich jedoch intensiv mit uns befasst und auch nur ansatzweise Wert auf lyrische Inhalte legt, der wird ‚Die Ballade von Willi und Walther‘ verstanden haben. Denn in diesem Song geht es genau um das aktuelle Thema. Das ungerechte Behandeln und grundlose Morden von unschuldigen Menschen, welche einen anderen Hautton haben als die Herren in der Uniform. Die Menschheit kämpft nicht erst seit gestern mit diesem Problem und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Freund und Helfer sagt man. Das mag in vielen Fällen zutreffen, jedoch verliert diese Bezeichnung immer mehr an Bedeutung. Der Missbrauch von Macht und potentieller Überlegenheit rückt in den Vordergrund und sorgt immer wieder für Zündstoff. Solange Menschen diskriminiert und misshandelt werden, sollten wir als Künstler jede Möglichkeit nutzen die Faust zu heben und auch ein Mikrofon eignet sich doch bestens dafür 😉 Wir machen vielleicht Pop-artige Musik, aber wir sind im Herzen immer noch Punks und das wird sich auch nie ändern. Wem wir immer noch ein Rätsel sind, der darf sich gerne mit belangloser deutscher Pop Musik befassen, da muss man nicht so viel denken, right? Wir machen diese Musik, weil es Dinge gibt, die einfach gesagt werden müssen. Wir sehen es als unsere Pflicht, das Mikrofon für mehr als schöne Melodien zu nutzen. ‚Die Ballade von Willi und Walther‘ ist unser Soundtrack zu den aktuellen Geschehnissen und so schnell wird sie nicht aus unserem Set verschwinden.“

 

 

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Rock and Roll.

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Sunday Listen: Frère – „Void“


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Nur mit seiner Gitarre und einer Handvoll Songs stand Alexander Körner unter dem Namen Frère jahrelang allein auf Bühnen, mal mit etwas mehr, mal auch mit deutlich weniger Publikum davor. Seine einfühlsamen Songs, die anstatt nach Depression und bedauerlichem Ruhrpott-Alltag irgendwo zwischen U-Bahn-Stationen und schalem Pils vielmehr nach Gelassenheit und unaufgeregter Vertrautheit klingen, werden mit einer dünnen Haut skandinavischer Kälte überzogen, die empfindsam erscheint und sich ohne größere Umschweife warm in die Hörerherzen einspielt. Was der junge Bochumer in den ersten drei Jahren – seit Erscheinen der 2014er EP „GHOST“ – im Alleingang fabrizierte, wurde spätestens beim 2017 veröffentlichten Debütalbum „Void“ zu einem Quartett aufgestockt. So bekommt der eigenbenannte Post-Folk durch seine Mitstreiter – Multi-Instrumentalist und Produzent Alessandro Marra, Jazz-Schlagzeuger Sebastian Grönheit sowie Gitarrist und Bassist Alan Kasab – noch mehr kreative Möglichkeiten, die die vier Musiker wie Brüder miteinander verbinden – Frère eben.

„’Void‘ vereint die Verspieltheit Efterklangs und den Postrock von This Will Destroy You mit der kompositorischen Finesse Bon Ivers.“

(Intro, Oktober 2017)

a0991223031_16Schon das Intro des Debüts mit seinen schmeichelnd-mystischen Synthesizer-Anklängen weist darauf hin, dass die nächsten Stücke nicht in Punkto Lautstärke überzeugen werden, sondern eine fragile Klangwelt langsam und dynamisch zum Blühen erwecken wollen, während die Schönheit des Moments in ausladende, clever umherwogende Arrangements gekleidet wird. Die Gitarre lenkt mit dem sanften Einsetzen der Elektronik und den taktbetonten Drums die Melodien in Richtung verträumten Indie-Pops wie dem Opener und Titelsong „Void“ oder fixiert den ausdrucksvollen Gesang der kleinen erzählerischen Geschichten, die oft sehnsüchtig bis melancholisch (mit sentimentalen Tränchen im Knopfloch) tönen. Die wortkarg betitelten acht Songs dazu, die in ihren besten, folkigsten Augenblicken an besinnliche Schwerenöter wie José González oder Ben Howard erinnern, spielen sich zumeist jenseits der ausladenden Fünf-Minuten-Marke ab und entführen Körners fordernde und doch einfühlsame Stimme in durchaus spannende, ungewöhnliche Gefilde. Das bereits erwähnte Titelstück etwa bemüht sich um Minimalismus mit dezent jazzigen Untertönen, und scheint trotzdem – und fast schon im Gegensatz dazu – immer noch eine Schippe bei Lautstärke und Eindringlichkeit zulegen zu können. Das kurze, jedoch intensive Noise-Finale ist die logische Konsequenz dieses Aufbaus, dem mit „Trains“ ein rein folkiger, herrlich unschuldiger Gegenpol zur Seite gestellt wird – ein auf seine reduzierte Art und Weise wunderschönes Stück Musik.

Wenn sich „Portugal“ weitestgehend ungestüm-laut und ins Weite blickend gibt und somit Einflüsse von Mogwai über Vega4 bis hin zu Caspian Sea Monster (ANEWFRIEND stellte die Chemnitzer Band vor ein paar Jahren vor) miteinander vermengt, ist das mindestens so unerwartet und doch urtypisch wie das düstere „Ghost“ oder das knappe, folkig-poppige „Child“ mit feinen Hall-Effekten und schüchterner Suche nach dem Sinn des Seins. „Book“ schlägt dem sprichwörtlichen Fass schließlich den Boden aus, lässt dabei erfreulicherweise – trotz stattlicher acht Minuten Spielzeit – kaum nennenswerte Längen entdecken und verneigt sich im grandiosen Finale sogar kurz vor Post-Rock-Kopfkinomeistern wie Godspeed You! Black Emperor oder Sigur Rós.

Auf gewisse, manchmal leicht unorthodoxe Weise bleibt „Void“ stets unberechenbar und geht vielleicht gerade deshalb so gut und traumhaft leicht ins Ohr. Der Hang zu ausladenden Arrangements bringt fast durchgehend kleine, charmante musikalische Perlen hervor – überraschende Wendungen, intime Folk-Momente sowie das ein oder andere kleine elektronische Experiment inklusive. Alexander Körner und seine Buddies von Frère zäumen das minimalistische Indie-Singer/Songwriter-Pferdchen von einer anderen, vergleichsweise weniger vertrauten Seite auf und fahren damit recht gut. Die Bochumer Band begeistert und bewegt von der ersten bis zur letzten Sekunde. Zerbrechlichkeit und Stärke müssen sich eben nicht zwingend gegenseitig ausschließen. Und da ebenjenes Debütlangspielwerk von Frère auch schon wieder knapp drei Lenze auf dem Buckel hat, wird’s wohl höchste Zeit, dass deutlich mehr Freunde der oben genannten Bands und Künstler das ein oder andere Ohr riskieren…

 

 

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Trixsi – „Wannabe“


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Foto: Lucja Romanowska

Anfang 2019 brodelt es im Hamburger Punkrockindie-Untergrund: Unter dem Namen Trixsi stehen erst in der Astra Stube, dann wenige Wochen später im Molotow fünf Gestalten auf der Bühne, die an anderer Stelle bereits für Aufmerksamkeit gesorgt hatten. Als „Zusammenrottung Hamburger Gewohnheitstrinker“ beschreibt sich das Kollektiv, das man mit etwas mehr Superlativ im Sinn schlicht und ergreifend auch „Indie-Supergroup“ nennen könnte. Am Mikrofon steht nämlich Jörkk Mechenbier, bekannt für seine Aktivität als Sänger von Love A sowie Schreng Schreng & La La, hinter ihm bauen sich Paul Konopacka und Torben Leske von der Indie-Band Herrenmagazin an Schlagzeug und Gitarre auf. Außerdem sind Kristian Kühl von Findus an der Gitarre und Klaus Hoffmann von Jupiter Jones am Bass dabei. Dass diese Namen spannende Musik verheißen könnten, dachte sich wohl auch das renommierte Label Glitterhouse Records und nahm die Gruppe deshalb im vergangenen Jahr noch auf der Bühne des Orange Blossom Special Festivals unter Vertrag.

139664Ebenfalls 2019 standen dann bereits die ersten beiden Songs von Trixsi zum Streamen bereit: „Ab Morgen“ und „Trauma“ geben einen wunderbaren Einblick in eine Welt, die von eingängigem Indie-Punk, melancholisch-treibenden Gitarrenriffs und kritisch-humoristischen Texten geprägt ist. Sänger Jörkk Mechenbier, seines Zeichens ohnehin seit Jahren einer der Lieblingskrakeler vieler Deutsch-Punks, scheut sich keineswegs, das Ganze einfach „Deutschrock“ zu taufen und erklärt: „Torben besteht darauf, dass wir eine Rockband sind. Warum nicht? Deutschrock ist ja besser als sein Ruf. Deutschrock scheitert nur daran, dass die Leute keine Subkultur und keinen gesellschaftskritischen Auftrag haben, wohingegen wir ja wegen unserer Weltanschauung und politischen Haltung überhaupt erst angefangen haben Musik zu machen.“

Umso schöner, dass der hanseatische Gelegenheitstrinker-Fünfer auch in den letzten Monaten auch in den letzten Monaten nicht ganz untätig war, wie wir nun hören dürfen: „Alles für’n Arsch in der Wannabe-Demokratie / Die Jungen sterben online, die Alten sterben nie“ stellt Jörkk Mechenbier mit gewohnt meckernd-keifender Stimme in der neuen Single „Wannabe“ fest. Zusammen mit dem begleitenden Musikvideo, das von Regisseurin Lucja Romanowska umgesetzt wurde (die Dame ist nebenbei auch verantwortlich für alle Band-Fotos), bildet der Song die erste Auskopplung aus dem Trixsi-Debütalbum „Frau Gott„, das am 26. Juni – freilich bei Glitterhouse Records – erscheinen soll. Gespannt? Wie ein Flitzebogen!

 

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Fugitive Dancer


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Foto: Facebook

Die Zeiten sind, bei allem Merkwürdigem, was da in der Welt um uns gerade so abgeht, kaum weniger schnelllebig als noch vor ein paar Jahren. Das macht sich freilich auch im Musikgeschäft bemerkbar, wo selbst ich, der sich tagein, tagaus die größtgrößte Mühe gibt, nur nichts und keine Band und keine(n) Künstler(in) zu verpassen, manchmal feststelle, dass mir in den letzten Jahren wohl so einiges durch die Lauscher gerutscht sein mag. Fugitive Dancer etwa.

Obwohl: so ganz richtig ist das nun auch nicht. Denn obwohl die sechsköpfige (!) Augsburg-meets-Ulmer Band erst vor wenigen Tagen ihr zweites Album „9 PM On Thursdays“ in die (digitale) weite Welt entlassen hat, sind Informationen rar gesät – was wohl daran liegen mag, dass sich Sebastian Krichler (Gesang, Gitarre), Maxim Skripko (Gesang, Gitarre), Julian Klein (Keyboard, Backgroundgesang), Marius Stehle (Schlagzeug), Jadwiga Seelig (Cello) und Andreas Miehle (Bass) in den letzten Jahren recht rar gemacht haben. Woran lag’s? Nun, wohl – ganz schnöde und piefig – an unterschiedlichen Lebensentwürfen und den Tücken des Alltags (welche heutzutage eben meist das Familiäre und das Brötchenverdienen in der Prioritätenliste am schönen Hobby Musik vorbei mogeln) – darauf lassen auch (untenstehende) Zeilen schließen, die die Band ihrem neusten Release via Facebook mit auf den Weg gab.

49778029816_b373c9d397_oDabei legten Fugitive Dancer vor knapp einer Dekade einst vielversprechend los: Nach Veröffentlichung ihres Debütalbums „Brother From Another Mother“ trat die Band im Frühjahr 2011 als Vorgruppe der norwegischen Singer/Songwriter-Pop-Musikerin Marit Larsen in Neu-Ulm auf, was ihnen zunächst etwas mehr überregionale Bekanntheit und schließlich sogar einen Auftritt im SWR Fernsehen einbrachte. Im Laufe des Jahres spielte die Band ihre ersten zwei bundesweiten Tourneen, die sie das ein ums andere Mal auch zu den österreichischen Nachbarn führten (wie ein Beitrag bei FM4 belegt). Und danach? Kam 2013 mit dem feinen „26“ noch ein vermeintlicher Appetizer während der Wartezeit auf den neuen Langspieler, und dann: der Alltag. Und dann lange Zeit nichts mehr, während nicht nur der Facebook-Auftrittder Band, der zwischen 2014 und 2020 nichts Neues zu berichten weiß (der Wikipedia-Eintrag ebenso wenig), sondern wohl auch die Instrumente im Proberaum ordentlich Staub ansetzten.

Umso schöner zu hören, mit welch‘ großartigen Songs sich Fugitive Dancer nun zurückmelden, schließlich lässt die knappe Dreiviertelstunde von „9 PM On Thursdays“, die sich in der melancholisch-bunten Referenztruhe mal bei Größen wie Matt Berninger und seinen glücklicher- und verdienterweise im Weltruhm angekommenen Lads von The National, mal bei den ganz ähnlich tönenden Mancunians von The Slow Show (die sich ja nicht von ungefähr nach einem Song von ersterer Band benannt haben), mal bei den besten Seiten von Coldplay (meint: die Anfangszeit zwischen „Parachutes“ und „A Rush Of Blood To The Head“) bedient, kaum zu wünschen übrig. Wer lieber in Schubladen einsortiert, der darf gern jene für mit Bedacht und Sorgfalt komponierten, verlässlich zwischen Hymnus und persönlichem Kleinod schwankendem Indie Pop gaaaanz weit aufziehen. Obwohl die ein oder andere musikalische Inspiration freilich kaum zu verleugnen sein dürfte, muss sich das Sechsergespann mit diesen neun neuen Songs selbst vor internationalen Vergleichen keineswegs verstecken.

Umso hin und her gerissener lassen einen Fugitive Dancer mit diesem Album gerade zurück: ein klein wenig traurig ob der Tatsache, dass dieses Werk, welches die Band eventuell bereits vor einiger Zeit aufnahm, jedoch – völlig zurecht – mit all seinem Herzblut und tollen, geradezu süchtig nach der Repeat-Taste machenden Melodien für zu schade für die digitale Schublade befand, wohlmöglich schon das letzte gemeinsame Lebenszeichen gewesen sein mag, und froh, dass man selbst auf Songs wie „Autumn Sky“, „Away“ oder „Weather Woman“ gestoßen ist, bevor die Flut der schnelllebigen Zeiten alles wieder unter sich begräbt. Nicht nur deshalb sind Fugitive Dancer schon jetzt eine meiner persönlichen Entdeckungen des Musikjahres…

 

„‚9 PM On Thursdays‘ – diese Zeit war einmal unsere Zeit. Band-Beisammensein gewordener Termin. Damals, als wir bereits in sechs verschiedenen Städten wohnten und jeden Donnerstag um 21 Uhr für ein, zwei Stunden digitalen Miteinanders auf Skype zusammenfanden. Um unsere, trotz der räumlichen Trennung, noch großen Pläne zu schmieden, Bandproben in Mannheim zu koordinieren, über unsere Zukunft als Band zu sprechen – und den Release jenes Albums zu planen, an dem wir so lange gearbeitet hatten.

Und die Zukunft fand statt, nur ohne unsere Pläne. Lautlos nahm die Zeit jede(n) von uns an die Hand, führte uns hinein in neue Abschnitte und heraus aus anderen, schmiss uns das Leben in allen Farben um die Ohren, ließ uns neue Heimaten finden – und die alte, jahrelange Heimat Fugitive Dancer aus den Augen verlieren. Dabei haben wir sie nie vergessen, nur den Weg zurück nicht mehr gefunden.

Nun lichtet sich in der vielleicht merkwürdigsten Zeit, die man sich dafür ausdenken kann, nach sechs stillen Jahren der Nebel noch einmal und wir reichen nach, was wir zumindest uns damals versprochen hatten: Die Veröffentlichung eines Albums, das uns noch immer die Welt bedeutet und von dem wir hoffen, dass es eure Welt in diesen seltsamen Tagen für ein paar Momente ein bisschen heller macht. Wir verbleiben…

…mit letztem Gruß? Man weiß es nicht. Passt auf Euch auf.
Andi, Jadi, Julian, Marius, Maxim, Sebastian“

 

Via YouTube findet man „9 PM On Thursdays“ im Stream:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Slut – „For The Soul There Is No Hospital“


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Foto: Gerald Von Foris

Oh my Slut! Die München-Ingolstadt-Achse meldet sich nach einer mehrjährigen Pause zurück und präsentiert mit „For The Soul There Is No Hospital“ ein erstes Liedgut aus ihrem kommenden Album (dem ersten seit dem 2013 erschienenen „Alienation„), welches noch dieses Jahr über das bandeigene Label Lookbook veröffentlicht werden soll.

Reduktion lautet die Devise. Sowohl das Bandgefüge (aktuell sind sie nur zu viert), als auch die Orchestrierung und dominierende Gitarrenklänge erhielten eine Art Restriktion. Eine Woche lang quartierten sich Frontmann Chris Neuburger und Gitarrist Rainer Schaller deshalb im Jahr 2016 in einer leerstehenden Wohnung in Athen ein, bevor es mit allerlei Ideen und dem Rest der Band nach Rom ging, wo schließlich aus Miniaturen Songs werden. Wie Christian Neuburger in einem Interview erläutert, wurde ihnen bereits während der ersten Skizzen klar, dass sie das „Ausorchestrierte der vergangenen LPs vielleicht gar nicht brauchen“ und Gefallen an „kurzen, lyrischen Musikstücken, ohne ausfransende Enden“ gefunden haben – was auch das erste Stück sehr gut vermittelt. Ja, ungewohnt elektronisch kommt „For The Soul There Is No Hospital“, für welches sich die Band Unterstützung von Produzent Fabian Isaak Langer (AnnenMayKantereit, Die Höchste Eisenbahn) ins Boot holte, sogar daher – trotzdem ist das typische „Slut-Gen“, dieser in der deutschen Musiklandschaft seit den Bandanfangstagen Mitte der Neunziger unverwechselbare Hang zum Melancholischen, hör- und spürbar. Thematisch wiederum geht es um Entstehen, Vergehen, Bleiben und Scheitern der Liebe.

„Though we are connected
Though we are reflected
We’re apart…“

Auch ANEWFRIEND freut sich sehr, die gereifte Formation nach mehr als sechs seeeeehr Slut-losen Jahren wieder im Musikzirkus begrüßen zu dürfen und erwartet mit Spannung das (bislang noch titellose) Studioalbum Nummer neun. Ein genaues Veröffentlichungsdatum wurden bislang noch nicht verraten – das Werk soll aber noch vor Jahresablauf das Licht dieser aktuell sehr schrägen Welt erblicken…

 

 

Rock and Roll.

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