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Song des Tages: Mosa Wild – „Night“


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Beinahe satte drei Jahre haben Mosa Wild durch musikalische Gefilde streichen lassen, seit das Quartett aus dem englischen Ashford, Kent 2016 mit dem großartigen, von einer wunderbar melancholischen Stimmung durchzogenen Song „Smoke“ von sich hören ließ – eine gefühlte Ewigkeit in unseren schnelllebigen Zeiten mit all ihren Trends, in denen manch ein Hörer zwar ein fixer Scroller sein mag, seine stubenfliegene Aufmerksamkeit aber eher an Einzelsongs statt an komplette Alben „verschwendet“. In der Zwischenzeit lagen Jim Rubaduka (Gesang/Gitarre/Keyboard), Alex Stevens (Gitarre), Edwin Ireland (Bass) und Charlie Campbell (Schlagzeug) zwar, was das Kreative betrifft, keineswegs auf der faulen Haut, spielten hier und da die ein oder andere Show (vor allem im heimischen England) – aber: neue Töne außerhalb ebendieser Konzerte? Fehlanzeige, leider.

nightUmso schöner, dass Mosa Wild, die „ein wenig wie die legitimen Nachfolger von The National klingen“ (so Tobias Tzschaschel von der Radiosendung „PULS“ anno 2016), nun endlich mit einem neuen Song ums Eck biegen. „Night“ heißt er, ist in seiner dreiminütigen Indierock-Herrlichkeit kaum weniger bezaubernd als „Smoke“ – und obendrein noch der Vorbote zur Debüt-EP „Talking In Circles“, welche die vierköpfige Newcomer-Band für die Sommermonate in Aussicht gestellt hat… Höchste Zeit wird’s!

 

 

 

 

„This place is quick sand, a smiling decoy
I’m drowning slowly
She said to me, ‚Don’t wash your eyes out
Escape if you can‘
I’m afraid that no love is evergreen

This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me

Great good Ohio, I’m coming down
When you credit a lie, don’t cry
Oh, steady rise and fall
The sun in both hands
Sinking is blood, no love is evergreen

This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me
This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me be strong
This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me be strong

This night just seems to carry on
And his patience is paper thin
I’m torn like he is, I’m torn like he is
These faces are all facing me
And the voices are breaking in
I keep it under, not from my brother

This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me be strong
This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me be strong
This night is long, and my fire’s burning out
Help me be strong, help me be strong“

 

Rock and Roll.

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„The Doodle Diaries“ – Ein ehemaliger Disney-Zeichner setzt seiner verstorbenen Frau ein rührendes Denkmal


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Der ehemalige Disney-Animateur und Cartoon-Zeichner Gary Andrews hat seiner vor etwas mehr als einem Jahr verstorbenen Frau Joy sowie seiner Familie mit „The Doodle Diaries“, welche sowohl zahlreiche Zeichnungen als auch einen etwa zweiminütigen Animationsfilm umfasst, ein ebenso wunderschön-herzliches wie zu Tränen rührendes Denkmal gesetzt. Toll anzusehen. (Also, bitte: Taschentücher bereit halten!)

 

(Mehr Zeichnungen und Informationen findet ihr hier…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jimmy Eat World – „Firestarter“


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The-Prodigy-Frontderwisch Keith Flint ist tot. Der englische Tänzer und Musiker, den der „Rolling Stone“ – wohl im leichten Überschwang der schlechten Nachricht – als den „vielleicht berühmtesten Rave-Sänger“ bezeichnete, wurde nur 49 Jahre alt. Medienberichten zufolge wurde Flint heute in seinem Zuhause in Dunmow, Essex, aufgefunden und habe, schenkt man seinem Bandkumpel Liam Howlett Glauben, Suizid begangen:

„The news is true , I can’t believe I’m saying this but our brother Keith took his own life over the weekend , I’m shell shocked , fuckin angry , confused and heart broken ….. r.i.p brother Liam“

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Wenn ich selbst an The Prodigy denke, kommt mir meine eigene Jugend wieder in den Sinn, in welcher das dritte, 1997 erschienene Album „The Fat Of The Land“ lautstark so manchen heißen Sommer beschallen durfte. „Smack My Bitch Up“! (Gerade mit dem ikonischen Musikvideo von Jonas Åkerlund, welches mit all seinen explizit nicht jugendfreien Szenen damals, als MTV noch Musikvideos spielte, nur des nachts laufen durfte und deshalb freilich einen zusätzlichen Reiz besaß!) „Firestarter„! „Breathe„! Instant Hits, die damals (wie wohl auch heute) in jedes gute Indie-DJ-Set gehör(t)en…

Als erstes kam mir jedoch die ebenfalls auf ewig tolle „Firestarter“-Coverversion von Jimmy Eat World ins imaginative Ohr. Auch im Rückblick, stolze 14 Lenze nach der Veröffentlichung auf der EP gleichen Titels anno 2004, traf die vierköpfige Alternative-Rock-Band aus dem US-amerikanischen Mesa, Arizona damit eine spannende Wahl, schließlich hätte man von Jim Atkins und Co. Vieles erwartet – nur wohl nicht, dass sich Jimmy Eat World einen Electropunk-Breakbeat-Partykiller einverleiben. Und gerade deshalb gerät diese Version so toll, so still, so abgründig tief…

Mach’s gut, Keith Flint.

(Jedem Interessierten sei etwa der Nachruf von „Spiegel“-Autorin Jenni Zylka empfohlen…)

 

 

Rock and Roll.

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Klassiker des Tages: Jarvis Cocker – „Running The World“


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Es gibt ja gerade im Zuge von „Cool Britannia“ (Sie wissen schon, in den Neunzigern, als alle Welt neidisch und mit dicken Backen auf Großbritannien mit seinem ach so feschem Premierminister Tony Blair und seiner nie zu versiegen scheinenden Welle cooler neuer Bands blickte) so einige Namen, die längst in der Versenkung verschwunden sind. Und der große Rest? Oasis sind längst im Bruderzwist aufgelöst. The Verve sind mehrfach an Richard Ashcrofts spleenigem Ego verzweifelt, ja: zerbrochen. Blur haben sich mittlerweile mit Ach und Krach wieder zusammen gerauft, deren Frontmann Damon Albarn macht jedoch lieber mit anderen kreativen Cash Cows wie den Gorillaz oder The Good, The Bad & The Queen die Musikwelt unsicher. Und die Spice Girls… ach, lassen wir das – die Neunziger, ihnen (und uns!) sei’s vergeben.

Auch Pulp sind, bis auf ein kurzes Intermezzo zwischen 2011 und 2013, längst Britpop-Musikgeschichte. Und auch die Songs der Band aus dem englischen Sheffield haben zwar ein klein wenig musikhistorische Patina angesetzt, dürfen jedoch gut und gern auch heute noch als durchaus moderne Klassiker gelten (nicht, dass das auf das ein oder andere Stück von Oasis, The Verve oder Blur nicht auch gelten würde). Ich meine: „Disco 2000„! „Common People„! „Help The Aged„! „This Is Hardcore„! „Bad Cover Version„! (Wer’s nicht glauben mag, dem sei die zur Band-Ruhigstellung 2002 veröffentlichte Best Of „Hits“ ans Hörerherz gelegt, die eben genau das in betörender Zahl enthält.)

51vroux6ffl._sy355_All das wäre jedoch kaum möglich gewesen ohne Jarvis Cocker, seines Zeichens Herz, Hirn und charismatisches Brillengesicht hinter Pulp. Schon in den Neunzigern mutete er wie der spleenige Onkel an, der sich irgendwo durch den Familienstammbaum gemogelt zu haben schien, nun bei jeder noch so kleinen Familienfeier auftaucht, irgendwann abends verlässlich die sittsame Partygesellschaft mit hinlänglich schmutzigen Fäustchenlachern sprengt – und dann kaum zum Gehen zu bewegen ist. Irgendwie creepy, irgendwie sophisticated – und doch, und wenn auch nur in einem weit entfernten Paralleluniversum: cool. Dass ebenjener Jarvis Cocker kurz nach der Pulp’schen Kreativpause mit „Jarvis“ (2006) und „Further Complications“ (2009, arschcool von Steve Albini produziert) zwei durchaus tolle Solo-Alben veröffentlichte (und erst 2017 mit einem gemeinsamen Werk mit Kammerpop-Pianist Chilly Gonzales wieder von sich hören ließ), gerät meines Erachtens viel zu oft in Vergessenheit, beweist Cocker doch vor allem mit „Running The World“, der ersten Single von „Jarvis“, die dann – Hoho, der spleenige Onkel hat’s wieder getan! – auf dem dazugehörigen Album als Hidden Track versteckt wurde, dass manche seiner Botschaften auch über zwölf Jahre später nichts an Aktualität eingebüsst haben: „Cunts are still running the world…“

 

Den Song gibt’s hier im passenden fan-made Musikvideo…

 

…sowie als offizielles Lyric Video:

 

Rock and Roll.

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Häbbi Börsdeh, Ozzy Osbourne!


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(gefunden bei Facebook)

 

Am heutigen 3. Dezember feiert John Michael „Ozzy“ Osbourne, der 1948 im englischen Birmingham das Licht der Welt erblickte und einige Jahre später als Frontmann und Stimme von Black Sabbath Hardrockgeschichte schrieb, seinen 70. Geburtstag. Und bei dem Rockstarleben, das Ozzy wohl und mutmaßlich und all den tausenden Legenden nach, tatsächlich hinter sich hat, ist das größte Wunder, dass der die meiste Zeit zwar etwas wirr daher brabbelnde, jedoch im Grunde potentiell recht humorvolle englische Rockstar noch immer am Leben ist. True Story. Happy Birthday, Ozzy!

 

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Foto: Facebook

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Ex:Re – „Romance“


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Foto: Marika Kochiashvila / Promo

Elena Tonra, hauptberuflich Frontfrau (also Sängerin, Gitarristin und Songwriterin in Personalunion) der englischen Indierock-Melancholiker Daughter, veröffentlicht ohne großes Vorab-Promo-Ankündigungs-Wartezeit-Tamtam sowie unter dem enigmatischen Namen Ex:Re am kommenden Freitag mal eben ihr Solodebüt. Feine Sache, das…

515VPBsEM+L._SS500Auf dem selbstbetitelten Album lässt uns die 28-jährige Musikerin tief in ihre Seele blicken. Die zehn Songs entstanden nach dem Ende einer Beziehung und sind textlich eine Art Brief an sich selbst und ihre Umwelt. Der Name Ex:Re leitet sich sowohl von den Begriffen „regarding ex“ als auch „X-Ray“ ab – das passt, gibt Elena Tonra doch einmal mehr einen recht offenherzigen Einblick in ihr Innerstes. Break up songs.

Aufgenommen wurde das Album zusammen mit dem 4AD-Studio-Chef und Produzent Fabian Prynn am Schlagzeug und der Komponistin Josephine Stephenson am Cello.

Elena Tonra über ihr Album: „Although the record is written for someone, a lot of the time it’s about the space without that person in it.In every scenario, there’s either the person in memory or the noticeable absence of that person in the present moment. I suppose it is a break-up record, however I do not talk about the relationship at all, and he hardly features in the scenes. He is onlyfelt as a ghostly presence.

Die erste Single heißt “Romance“ und ist eine wunderschöne, sanft-melancholische Elektro-Pop-Ballade, durch die uns die zart gehauchten, in klassischer Daughter-Manier und mit bittersüßen Melodien an Bord vorgetragenen Vocals der zierlichen Sängerin führen. Solche Songs können eigentlich nur durch ein gebrochenes Herz entstehen…

 

 

Rock and Roll.

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