Schlagwort-Archive: England

Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Dieser Tage im Londoner „Rough Trade East„. Nicht nur ein kleiner versteckter Hinweis auf das vergangene Woche erschienene Frightened-Rabbit-Cover-Album „Tiny Changes: A Celebration of Frightened Rabbit’s ‚The Midnight Organ Fight‘“, sondern auch ein sympathischer Knicks vor dem verstorbenen Frontmann selbiger Schotten-Indierock-Kapelle. Und: ein feines Motto, welches jede(r) sehr gern durch den (All)Tag tragen darf…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: David O’Dowda – „The World Retreats“


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Gerade während der zweiten (im Übrigen erneut großartig mindfuckenden) Staffel der deutschen Netflix-Serie „DARK“ drauf gestoßen: „The World Retreats“, ein Song aus der Feder des aus Manchester stammenden Indie-Folk-Singer/Songwriters David O’Dowda und erschienen auf dessen EP selben Titels, der – scheinbar und leider, leider – seit 2015 nichts Neues mehr nachgefolgt ist. File under und für Freunde von Bon Iver, Fink und Co.

 

 

„Hold by confide among the stars
We could be the lucky ones
If we could only never take
Fly low dear
Dance beneath the trees
If only we had oxygen
And we begin to breath

And we can watch
While the beauty takes it’s toll
And we can stop
While the world retreats

Fly low dear
Fix yourself alive
We could be the wealthy ones
If we could only emigrate
These walls could close in by the light
Everything is down again
And everything can fly

And we can watch
While the beauty takes it’s toll
When we can stop
While the world retreats“

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Robert Anthony Plant, *1948, britischer Rockmusiker)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Elbow – „The Blanket Of Night“


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Der Song „The Blanket Of Night“, seinerzeit erschienen auf dem sechsten Elbow-Album „The Take Off And Landing Of Everything„, mag zwar bereits ein paar Jährchen zurück liegen, ist aber mit seiner Thematik, mit seiner Botschaft leider noch immer so aktuell wie vor fünf Jahren: In dem das Album beschließenden Stück, welches wenig später auch von Led Zeppelin-Stimme Robert Plant gecovert wurde, erzählt Guy Garvey, Sänger und Frontmann der Rockband aus dem englischen Manchester, von der (sowohl physischen wie spirituellen) Reise zweier Flüchtlinge, die ihre alte Heimat verlassen haben, um in der Fremde Frieden und Zuflucht zu suchen. Dabei mag „The Blanket Of Night“ zwar in seinem Text eine Momentaufnahme darstellen, in der das Paar mitten in der Dunkelheit der Nacht in einem kleinen Boot auf dem offenen Meer treibt, und nicht weiß, ob es den nächsten Morgen erleben, geschweige denn irgendwann das sprichwörtlich rettende Ufer erreichen wird. Zwischen den Zeilen ist der Song Guy Garveys (und wohl auch Elbows) Kommentar zur Haltung der großen britischen Parteien gegenüber Immigranten und Zuwanderung – und an dieser hat sich in den vergangenen Jahren (und das keineswegs lediglich in Großbritannien!) wenig geändert. Im Gegenteil, wie ein aktuelles Beispiel einmal mehr zeigt. Logischerweise bin ich keinesfalls diejenige Koryphäe, die jetzt die argumentative Büchse der pandorinischen Grundsatzdebatte öffnen möchte. Aber, um es noch einmal mit nicht ganz eigenen, aber dennoch absolut richtigen Worten zu sagen: Seenotrettung darf nicht, nie und zu keinem Zweck kriminalisiert werden. Punkt. Schließlich leisten die guten Menschen bei „Sea-Watch“ und Co., die tagtäglich nicht nur ihre eigenen, sondern (leider, und da hört die Perversion keineswegs auf) auch etliche rechtliche Grenzen ausloten, um Menschen in Not vor dem Ertrinken, vor dem Tod zu bewahren, ohnehin bereits genug Großes, Großartiges (auch, wenn es ihnen wohl kaum genug erscheint). Gut auf den Punkt gebracht wurde es dieser Tage von der „Süddeutschen Zeitung“:

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Andererseits – auch das sollte keineswegs unerwähnt bleiben – ist es jedes Mal verdammt schön zu sehen, dass nicht alle Menschen miese Arschlöcher sind, die die Ärmsten der Armen als Schachfiguren für waswasichauchimmer für perfide Zwecke benutzen. Viele Menschen helfen, nehmen Anteil, sind offen. Und wenn auch nur im Kleinen. Nicht jede(r) muss eine Carola Rackete sein. Aber ein wenig ziviler Ungehorsam im Sinne der Nächstenliebe hat wohl noch keiner Gesellschaft geschadet… ✊

 

0602537547678.jpg„It’s about a couple at sea, refugees escaping a bad situation. When even Labour is campaigning on immigration trying to make the country’s ills the fault of such people… well, nothing’s ever made me so angry. I wrote it in 20 minutes, which tells me it came from the gut.“ (Guy Garvey gegenüber dem „Mojo Magazine“)

 

„That was to illustrate that, while both political parties are blaming the country’s problems on immigrants, there are people who are dying to get into the country,“ Garvey told Uncut magazine. „It’s so irresponsible to blame immigrants for our problems, those politicians should be ashamed of themselves.“ (Guy Garvey im Interview mit „Uncut“)

 

„It was written in between enormous humanitarian disasters. It was a general sort of… I think it’s crazy that depending on a person’s income or social status they can or cannot be ignored. As if we’re not all immigrants at some point or another. Look at New York: the centre of Western capitalism on the one hand, but a city built by immigrants and lived in by immigrants on the other hand. That’s what can happen when you open your arms to the world and get your ideas together. I just think, we made a deal. I met a girl who worked for Kofi Annan, many years ago, and I asked her, what was the point of everyone agreeing to find refugees a home after the Second World War? She told me those laws were eroded and bypassed little by little. Countries were looking for excuses not to accept refugees. And the arguing and politicking from both sides [in the UK] – there’s no empathy, no humanity. It was bugging me. So I wrote that song.“ (Guy Garvey in einem weiteren Interview über „The Blanket Of Night“)

 

 

„Paper cup of a boat
Heaving chest of the sea
Carry both of us
Carry her, carry me

From the place we were born
To the land of the free
Carry both of us
Carry her, carry me

The ocean
That bears us from our home
Could save us
Or take us for its own
The danger
That life should lead us here
My angel
Could I have steered us clear?

Gone, the light from her eyes
With the lives that we made
Just the two of us
In the night on the waves

Moving silent her lips
By the moon’s only light
Sewing silver prayers
In the blanket of night

The ocean
That bears us from our home
Could sail us
Or take us for its own
The danger
That life should lead us here
My angel
Could I have steered us clear?

Paper cup of a boat
Heaving chest of the sea
Carry both of us
Or, swallow her, swallow me“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jade Bird – „Love Has All Been Done Before“


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Im Fall von Jade Bird mag man das musikalische Hüh-Hott von verschiedenen Seiten aus aufzäumen: Wahlweise darf man glauben, dass die seligen Neunziger mit ihren Alanis Morissettes, Shania Twains, Sheryl Crows oder Natalie Imbruglias ihr Revival bekämen. Oder bereits die Nullerjahre, als ein blondes Pausbacken-Kücken namens Taylor Swift zum großen Sprung aus der US-Südstaaten-Hillbilly-Country-Scheune hin zu den gaaaaanz großen Arenen ansetzte. Kann man machen. Oder anerkennend staunen, was für eine Energie die 21-jährige Britin bereits auf ihrem selbstbetitelten, im April erschienenen Debütalbum versprüht…

91HUOaBPk+L._SS500_.jpgKlar, neu sind die musikalischen Zutaten keineswegs, die Jade Elizabeth Bird da in Songs wie „Lottery„, „Uh Huh“ (die beide bemerkenswerterweise bereits in den Top 3 der US-Alternative-Charts landeten), „I Get No Joy“ oder „Love Has All Been Done Before“ benutzt: Ein bisschen Alt.Country-Spirit hier, großzügige Prisen Americana und Indiepop da, ein Mü bluesige Schwere im Abgang, mächtig Emphase-Nachwürze im Refrain – fertig ist der Ohrwurm, den du partout nicht mehr aus den Gehörgängen bekommst (und das erfreulicherweise auch gar nicht möchtest), und der ebenso gut als qualitativ gelungener Lückenfüller zwischen all die immergleichen Mark-Forster-Klonen ins Formatradio passt. Allein schon der (Band-)Instrumentierung wegen hätte man in den Neunzigern gut und gern von einer „Rockröhre“ geschrieben (und Indie-Kundige hätten wohl noch Nikka Costa als stimmgewaltigen Vergleich ins Feld geführt). Ist die Newcomerin, Jahrgang 1997, auch – nur eben nicht schal und „zig mal so gehört“, sondern frisch, intensiv und interessant. Und auch wenn man’s berechnend (und ein klein wenig naiv) finden darf, das Debütwerk, das der 2017 veröffentlichten „Something American EP“ nachfolgt und bei welchem der Newcomerin bekannte Namen wie Simon Felice und David Baron zur Seite standen, mit einer so arg niedlich-reduzierten, lieblichen Nummer wie „Ruins“ zu eröffnen – Jade Bird beherrscht viele Nuancen bis hin zu herzergreifend großen, simplen Balladen wie „17“ oder dem abschließenden „If I Die„, welches die tolle Zeile „If I die put me in a song / Tell everyone how in love I’ve been“ aufbietet, die wie viele der Songs am Ende doch – wie könnte es anders sein – vor allem von der Liebe erzählt (jedoch anderswo auch schwerere Themen wie Scheidung, Trauer oder Tod touchiert)… Aber das war ja für ewige Größen wie Dolly Parton auch nie ein Nachteil, oder? Da ist es auch kaum ein Widerspruch, dass die junge Engländerin das eher konservative (jedoch über Jahrzehnte hinweg erfolgreiche) Songwriting von Parton ebenso schätzt wie die lyrische und musikalische Freiheit einer Patti Smith, und beide genauso als Vorbild nennt wie Avril Lavigne und Bruce Springsteen, Kelly Clarkson und The Smiths.

Am Ende mag es Jade Bird – bei ihrem Talent, bei ihrer Stimmgewalt, bei ihrem Gespür für Dynamik, Atmosphäre und schlussendlich tolle Songs – auch komplett egal, Schnuppe und Wurscht sein, welcher – mal treffender, mal hastig aus der Luft gegriffener – Vergleich ihrem musikalischen Gaul zum Sprung verhilft: Spätgeborenes Neunziger-Rockrevival á la Morissette? Indie-Epigonin von La Swift? Frech konzipierte Indie-Nummern fürs nachmittägliche Formatradio? Aber erstaunlich ist’s schon, dass diese Songs, die so all American tönen, nun von Croydon, Südlondon aus die Musikwelt erfreuen…

 

 

 

„Sick and tired of just lettin‘ you in
Just to let you down again
Exasperated with the expectation
You’d be more than just a friend
But in honesty that I, I can be
A fourth finger with four limbs to carry
Won’t let you make a fool out of me, boy
See boy

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

You almost had me for a minute there
Givin‘ my whole life to this love affair
Well I’m not gonna sit here and stroke your hair
You almost had me for a minute there
It doesn’t help that you mean well
They say the devil’s in the detail
And I’m tryin‘ not to raise hell
But it’s likely for the refill

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

Everything’s a rerun
Before it’s even begun
Tell me, what’s the reason?
If everything’s a season
Then I’m a setting sun
We’re already done

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

Ooh, ooh
Ooh, ooh
We’re already done

You are good and you are pure
The angel knocking at my door
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before
And you are sweet and you are nice
Keep me calm and satisfied
But I need something, something more
‚Cause love has all been done before

Ooh, ooh
Oh, love has all been done before
Love has all been done before
Love has all been done before
Love has all been done before
You are sweet and you are pure
But love has all been done before“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Mammoth Penguins – „Closure“


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In britischen Szene-Kreisen gilt Emma Kupa schon etwas länger als eines der bestgehütetsten, hoffnungsvollsten Talente, was gehaltvoll vertontes Textgut betrifft. So wurde ihre aktuelle Band, Mammoth Penguins, zu der neben der Sängerin und Gitarristin noch Bassist Mark Boxall und Schlagzeuger Tom Barden gehören, bereits 2015 von Radiomoderator Steve Lamacq in seiner Show auf „BBC 6 Music“ gefeaturet. Ob also all die Lorbeeren verdient sind? Nun, zumindest lässt „There’s No Fight We Can’t Both Win„, das dritte, im April erschiene Album des Trios aus dem englischen Cambridgeshire, einmal mehr aufhorchen…

5057805016885.jpgIm Grunde setzen Kupa und ihre beiden Jungs den auf dem 2018er Vorgänger „John Doe„, welcher sich der (fiktiven) Geschichte eines Mannes widmet, der zunächst seinen eigenen Tod vortäuscht, um Jahre später inmitten der Gesellschaft wieder aufzutauchen, fort (wenn auch mit weniger Konzept an Bord): elf Songs, die vom Verlust der Liebe, von Enttäuschungen, Rückschlägen, zig blutigen Nasen erzählen – und vor allem davon, immer wieder auszustehen, weiterzumachen. Twentysomething stories, but with a hell lotta positive vibes. Musikalisch liefert das Trio eine feines Potpourri an melodieseligem Indierock mit herber Schlagseite zum ohrwurmigen Powerpop, der gern auch mal etwas schrammeligen Punk-Rock-Vibe („Dick Move“) aufweisen darf. Wer Vergleiche mag: man denke sich eine Melange aus artverwandten Bands wie Worriers, Muncie Girls, Hop Along oder Land Of Talk, vermengt mit dem Pop-Gespür von Weezer (die Weezer der „Pinkerton“- bis „Green Album“-Phase seien hier ausdrücklich gemeint, nicht die Selbstkopie der Jetzt-Zeit!).

Bestenfalls geht all das, unterstützt von Emma Kupas mal windschief emphatischer, mal sympathisch eindringlicher Stimme, wie beim Opener „Closure“ direkt in die Gehörgänge: „Never really understood what closure was / Last time we met, it’s what I got / Never really understood what closure meant, walking away from you felt different…“

 

„Closure is a song about an interaction, or day, or moment, or occurrence when something shifts and feelings that you may have been carrying around for a while just dissipate.“ 

(Emma Kupa)

 

 

Das neue Mammoth Penguins-Album „There’s No Fight We Can’t Both Win“ gibt es via Bandcamp in Gänze im Stream zu hören:

 

Rock and Roll.

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