Schlagwort-Archive: Tool

Song des Tages: Brass Against – „Wake Up“


BrassAgainsttheMachine-WEB

 

„In this politically challenging era, it’s time to stand up against the machine. We want the music we perform to sound inspiring and resonate with people’s emotions, encouraging them to act. We combine rock and edgy hip-hop to play music that’s powerful and empowering. Brass Against is exceptional music with a political edge.“

 

Brass Against covern – der Name verrät es wohl bereits – vorrangig Stücke der legendären Alternative-Rap-Rocker Rage Against The Machine. Darüber hinaus nimmt sich die neunköpfige Brass-Band mit politischer Message aus New York City jedoch auch andere (Protest)Songs von Bands und Künstlern wie Public Enemy, A Tribe Called Quest, Kendrick Lamar, Jane’s Addiction, Gil Scott Heron, Living Colour, Led Zeppelin, den Fugees oder jüngst gar die eigentlich uncoverbaren Tool vor.

Phat.

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: A Perfect Circle – „The Doomed“


A-Perfect-Circle-The-Doomed-1038x584

Würde man lediglich einen kurzen Blick auf die Veröffentlichungshistorie von A Perfect Circle werfen, man könnte fast glauben, deren Frontmann Maynard James Keenan habe mehr als eine Dekade auf der faulen Haut gelegen, schließlich hat das jüngste Album der Band, „Emotive„, bereits stolze 13 Jahre auf dem Buckel, und das letzte Werk mit eigenen Songs, „Thirteenth Step„, gar ein Jahr mehr („Emotive“ enthielt lediglich Coversongs). Das lange Warten auf neues Material machte freilich auch das eine neue Stück „By And Down“ nicht besser, welches 2013 auf der Werkschau „Three Sixty“ (nach nur drei Alben!) erschien…

Nein, ganz im Gegenteil: Keenan ist ein vielbeschäftigter Mann. Ob nun als passionierter Weinbauer und -produzent (Interessierte können diesen Weg mithilfe der Dokumentation „Blood Into Wine“ nachverfolgen), Buchautor (seine Autobiografie „A Perfect Union of Contrary Things“ erschien im Oktober 2016), glühender Kampfsport- und Lucha-Libre-Fan oder als Vorsteher seiner Drittband Puscifer, deren jüngstes Album „Money Shot“ es 2015 in ANEWFRIENDs Top 4 der „Alben des Jahres“ schaffte. Und auch bei seiner eigentlichen Hauptband Tool, deren letztes, 2006 erschienenes Werk „10,000 Days“ langsam aber sicher seinem Titel alle Ehre macht und Guns N’Roses‘ „Chinese Democracy“ längst die Krone des größten musikalischen Treppenwitzes abgenommen hat, wird in hoffentlich nahender Zukunft neue Musik folgen. Irgendwann? Irgendwann.

Fürs kommende Jahr jedoch legt Maynard James Keenan zunächst den Fokus auf A Perfect Circle. Denn scheinbar hat des der stets enigmatisch auftretende 53-jährige vielgeschäftige Musiker tatsächlich geschafft, gemeinsam mit Hauptsongwriter Billy Howerdel (Gitarre), Ex-Smashing-Pumpkin James Iha (Gitarre), Matt McJunkins (Bass) und Jeff Friedl (Schlagzeug) neue Songs aufzunehmen. Plus: Im kommenden Jahr wird die kalifornische Band gar auf ausgedehnte Tour gehen.

61cG5oPGvXL._SS500Einen ersten Vorgeschmack aufs für 2018 angekündigte neue Album liefern A Perfect Circle mit dem Song „The Doomed„, welches nun auch ein von Jeremy Danger und Travis Shinn gedrehtes Musikvideo spendiert bekommen hat. Gehalten in intensivem Scharz-Weiß-Kontrast blicken Sänger Maynard James Keenan (einmal mehr mit einer eindrucksvollen Perücke ausgestattet, dieses Mal mit Flechtzöpfen) und der Rest der Band fast völlig ausdrucks- und emotionslos in die Kamera, die wenigen Bewegungen geschehen wie in Zeitlupe. Ab und an wechselt der Hintergrund von Schwarz zu Weiß, zudem flackern manchmal einzelne Bildteile kurz wie bei einer Störung.

Der Effekt ist eindrucksvoll: Der ohnehin apokalyptische Song mit seinem Text um die dem Untergang geweihten Guten wirkt so noch abgründiger und bedrohlicher. Dass sich Keenan und seine Mitstreiter überhaupt im Clip zeigen, ist dabei erstaunlich genug: Bei dessen anderer Band Tool zeigen sich die Musiker nie in ihren Videos (und auch bei Puscifer taucht Keenan, wenn überhaupt, nur mit heftiger Maskerade auf).

Scheint also ganz so, als dürften sich alle Freunde von Maynard James Keenans Haupt-, Zweit- und Drittband auf vergleichsweise veröffentlichungsreiche Monate gefasst machen…

 

 

„Behold a new Christ
Behold the same old horde
Gather at the (altar)ing [ALTERING]
New beginning, new word
And the word was death
And the word was without light
The new beatitude:
‚Good luck, you’re on your own‘

Blessed are the fornicates
May we bend down to be their whores
Blessed are the rich
May we labour, deliver them more
Blessed are the envious
Bless the slothful, the wrathful, the vain
Blessed are the gluttonous
May they feast us to famine and war

What of the pious, the pure of heart, the peaceful?
What of the meek, the mourning, and the merciful?
All doomed
All doomed 

Behold a new Christ
Behold the same old horde
Gather at the (altar)ing [ALTERING]
New beginning, new word
And the word was death
And the word was without light
The new beatitude:
‚Good luck…‘

What of the pious, the pure of heart, the peaceful?
What of the meek, the mourning, and the merciful?
What of the righteous?
What of the charitable?
What of the truthful, the dutiful, the decent?

Doomed are the poor
Doomed are the peaceful
Doomed are the meek
Doomed are the merciful
For the word is now death
And the word is now without light
The new beatitude:
‚Fuck the doomed, you’re on your own'“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Der Jahresrückblick 2015 – Teil 3


Ein zwar nicht durch und durch hochkarätiges, jedoch ebenso wenig an tollen Veröffentlichungen armes Musikjahr 2015 neigt sich unausweichlich seinem Ende zu. Zeit also, ANEWFRIENDs “Alben des Jahres” zu küren und damit, nach der Rückschau aufs Film- und Serienjahr, auch die Königsdisziplin ad acta zu legen! Dem regelmäßigen Leser dieses Blogs werden sich wohl wenige Überraschungen offenbaren, schließlich wurde ein guter Teil der Alben meiner persönlichen Top 15 im Laufe des Jahres – insofern es die Zeit zuließ – bereits besprochen. Bleibt nur zu hoffen, dass auch 2016 ein ähnlich gutes Niveau an neuen Platten und Neuentdeckungen bieten wird… Ich freue mich schon jetzt drauf.

 

 

adam angst1.  Adam Angst – Adam Angst

Wenn ich ehrlich bin, dann war die Pole Position meiner Lieblingsalben dieses Jahres bereits im Februar vergeben. Und dass an ein Album, dessen Protagonist ein „arroganter Drecksack“ (Pressetext) ist, der dem Hörer elf Kapitel lang seine eigenen Verfehlungen, seine Makel und Achillesfersen vor Augen und Ohren führt. Muss man sich ein derart gerüttelt Maß an Antipathie wirklich anhören? Man muss! Vor allem wenn sie von Felix Schönfuss und seiner neuen Band Adam Angst stammt. Denn den großmäuligen Versprechungen, die da bereits im Vorfeld um das neuste musikalische Baby des Ex-Frau-Potz- und Escapado-Frontmanns gemacht wurden, liefern Schönfuss und Co. Songs nach, die einen schlichtweg umhauen – sei es durch zackigen, verquer melodieverliebten Rock, der weder den Punk von Frau Potz noch den Hardcore von Escapado noch in sich trägt, oder – vor allem – durch die durch und durch brillanten Texte. Denn in denen bekommen wirklich alle ihr Fett weg – die Schweinepriester und Heiden („Jesus Christus“), die mehr oder minder latenten Rassisten („Professoren“), das tumbe Wochenend-Partyvolk („Wochenende. Saufen. Geil.“), die digital süchtigen Klickzahlenjunkies („Wunderbar“), die sinnentleerten Workaholics („Flieh von hier“), die dysfunktional-zerstrittenen Pärchen („Ja, ja, ich weiß“)… Da muss man schon sehr weit ab von allem sein, um sich an der ein oder anderen Stelle nicht selbst ertappt zu fühlen. „Adam Angst“ mag vielleicht kein Album für die nächsten zehn Jahre sein, mehr Aktualität, Zeitgeist und tolle Songs hatte 2015 jedoch kein anderes an Bord. Obendrein liefern Schönfuss und Band mit „Splitter von Granaten“ noch den definitiv wichtigsten Song des Jahres…

 

 

Benjamin Clementine2.  Benjamin Clementine – At Least For Now

Benjamin Clementines Geschichte liest sich fast wie eine moderne, musikalische Cinderella-Story: Mittelloser Junge aus *hust* „schwierigen Umständen“, der sich bereits seit Kindestagen – und das nicht nur seiner Hautfarbe wegen – als beflissener, belesener Außenseiter fühlt, flieht erst – von verheißungsvollen Versprechungen und vom Fernweh getrieben – aus dem Zig-Millionen-Einwohner-Molloch der englischen Hauptstadt und nach Paris, von dem er einst so viel las, sich so viel versprach. Dort führt er ein Vagabunden-, ein Herumtreiberdasein, schläft unter Brücken und dem freien Himmel, spielt seine Lieder in Metrostationen und wird dann und dort – endlich – von einem findigen Musikmanager erhört, der ihn alsgleich mit einem Plattenvertrag ausstattet. Und so klingen auch die pianolastigen Stücke auf dem vollkommen zu recht mit dem renommierten Mercury Prize ausgezeichneten Debütalbum „At Least For Now“: aus der Zeit gefallen, ebenso modern wie von gestern, schwelgerisch, energisch, klagend, zentnerschwer ausufernd und melancholisch in sich gekehrt. Dazu vorgetragen von einer Stimme, die zu den besondersten seit Antony Hegarty, vielleicht sogar seit Jeff Buckley und Nina Simone (welch‘ Dimensionen!) zählen darf. Man kann, man will dieses Werk gar nicht beschreiben – man sollte es hören! Meine Entdeckung des Jahres.

 

 

love a3.  Love A – Jagd und Hund

Wie schrieb ich doch in meiner Rezension zur Jahresmitte? „Eines steht fest: Frontmann Jörkk Mechenbier und seine drei Bandkumpane von Love A sind angepisst. Aus Gründen.“ Das hat sich freilich auch im Dezember noch nicht geändert, die zwölf runtergekühlten Post-Punk-Stücke des dritten Love-A-Albums haben allerdings nichts von ihrer überhitzt angewiderten Aura verloren. Wer „Adam Angst“ 2015 etwa abgewinnen konnte, der sollte auf „Jagd und Hund“ gern mal ein Ohr riskieren, schlagen die polternden Trierer Punker doch in eine ganz ähnliche Kerbe – vor allem textlich. Die Überdrehtheit der Vorgänger mag „Jagd und Hund“ nicht mit an Bord haben, doch die poppigen Ansätze und neue Introvertiertheit (beides natürlich sehr relativ zu sehen!) stehen Love A ganz ausgezeichnet.

 

 

pusicfer4.  Puscifer – Money Shot

Für Tool-Fans dürfte 2015 eigentlich als ein (weiteres) enttäuschendes Jahr in die Musikgeschichte eingehen, wurde man doch erneut wieder und wieder vertröstet in seinem Warten auf das erste neue Album seit dem 2006er Werk „10,000 Days“ (was umgerechnet gut 27 Jahren entspräche und somit der gefühlten Wartezeit näher und näher kommt). Auch für Freunde von A Perfect Circle sieht es da eigentlich kaum besser aus – trotz der Tatsache, dass vor etwa zwei Jahren mit „Stone And Echo“ ein üppiges Live-Dokument erschien. Eigentlich. Wäre da nicht das dritte, im Oktober erschiene Puscifer-Album „Money Shot“. Denn das Projekt, welches Tool- und A-Perfect-Circle-Stimme und -Fronter Maynard James Keenan vor einigen Jahren zur Auslegung verquerer (elektronischer) Ideen ins Leben gerufen hatte, hat sich über die Jahre zur veritablen Band gemausert. Und hat 2015 erstmals auch albumfüllend großartige Songs auf Lager, die fast ausnahmslos mit den bisherigen Stammbands des passionierten Winzers mithalten können (mit mehr Schlagseite zu A Perfect Circle, freilich). Den Stücken kommt vor allem zugute, dass ihnen die britische Musikerin Carina Round, die erfreulicherweise Jahr für Jahr immer tiefer mit Puscifer verwächst, eine zweite, weibliche Ebene liefert. Für Freunde von Tool und A Perfect Circle ist „Money Shot“ also Segen und Fluch zugleich – zum einen tröstet das Album fulminant über die länger werdende Wartezeit auf neue Songs hinweg, zum anderen wird es für Maynard James Keenan – mit derart feinen Songs im Puscifer-Gepäck – jedoch kaum attraktiver, zu den anderen Bands zurück zu kehren…

 

 

tobias jesso jr.5.  Tobias Jesso Jr. – Goon

Ähnlich wie bei Benjamin Clementine dürfte man beim Lebenslauf von Tobias Jesso Jr. an eine modern-männlich-musikalische Aschenputtel-Variante gedacht haben, die es dem 30-jährigen Eins-Neunzig-Schlacks dieses Jahr sogar ermöglichte, eines seiner (unveröffentlichten) Stücke auf dem Alles-Abräumer-Album „25“ von – jawoll! – Adele zu platzieren (nämlich die Single „When We Were Young„). Dass die Grande Madame des Konsenspop beim Hören von Jesso Jr.s Debüt „Goon“ sein Talent für feine, kleine Popsongs aufgefallen sein dürfte, ist allerdings nur allzu verständlich, denn immerhin ist das Album voll davon. Oder wie ich bereits im März schrieb: „Wer es schafft, bereits das eigene Debüt nach John Lennon, Paul McCartney, Harry Nilsson, Randy Newman, Billy Joel, Elton John, Todd Rundgren, Nick Drake oder Ron Sexsmith klingen zu lassen (und das, obwohl Jesso Jr. laut eigener Aussage einen Großteil dieser Künstler erst während der Arbeit an seinem Album kennen lernte), während man sich darüber hinaus noch eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt, dem gebührt jeder einzelne Applaus“. Genauso sieht’s aus.

 

 

sufjan stevens6.  Sufjan Stevens – Carrie & Lowell

Dass Sufjan Stevens großartige, zu Herzen gehende Singer/Songwriter-Kunst abliefern kann, hat der 40-Jährige in den vergangenen 15 Jahren bereits hinlänglich bewiesen. Nur wollen wollte Stevens in den zehn Jahren, die seit „ILLINOIS“ ins Land gegangenen sind, immer weniger, veröffentlichte stattdessen Verqueres wie „The Age Of Adz“ oder gar Soundtracks über Schnellstraßen-Dokus. Von daher ist die größte Überraschung, dass Sufjan Stevens tatsächlich noch einmal mit einem Werk wie „Carrie & Lowell“ ums Eck kommt. Und dass es ein derartiges Meisterwerk des bittersüßen Songwritings werden würde. Denn das wiederum hat ganz persönliche Gründe: Stevens setzt sich auf „Carrie & Lowell“ mit dem Tod seiner Mutter und seines Stiefvaters auseinander und schreibt herzzerreißende Songs über das Leben, das Sterben und alles, was danach kommen mag. Klingt nach Tränendrückern? Die gibt es zwar („Fourth Of July“), aber das Album als Ganzes stellt dabei keinen musikalischen Trauermarsch dar, vielmehr feiert Sufjan Stevens das Leben als Kreislauf – in ruhigen Tönen, wie es nur er es kann. Toll.

 

 

Ryan Adams7.  Ryan Adams – 1989

Ryan Adams covert Taylor Swift – im Studio, ein ganzes Album, und dann auch noch den Millionenseller „1989„. Was sich lesen mag wie ein – wahlweise – verfrühter oder verspäteter musikalischer Aprilscherz, war keiner. Denn der 41-Jährige mit dem ohnehin breit aufgestellten Musikgeschmack, der bereits in der Vergangenheit hinlänglich bewiesen hat, dass es im Zweifelsfall jedes Genre von Doom Metal bis HipHop (mehr oder weniger ernsthaft) für sich besetzen kann, beweist mit seinen Interpretationen von Radiohits von „Shake It Off“ bis „Bad Blood“ seine Fertigkeiten. Freilich klingen die dreizehn Stücke nun gänzlich nach Ryan Adams, doch auch er kann sich den feinen Melodien der Ausgangskompositionen nicht gänzlich entziehen. Warum auch? Im Plattenladen oder auf Spotify mögen die Fanlager von Swift und Adams ganze Universen trennen. Hier kommt zusammen, was noch vor Monaten unmöglich schien. Da war auf Twitter selbst die Ursprungsinterpretin der Schnappatmung nahe…

 

 

Florence and the Machine8.  Florence and the Machine – How Big, How Blue, How Beautiful

Gerade im Vergleich zum großartigen, fünf Jahre jungen Debüt „Lungs“ war „Ceremonials„, 2011 erschienen, eine kleine Enttäuschung, setzten sich darauf doch deutlich weniger Songs zwischen den Ohrmuscheln fest. „How Big, How Blue, How Beautiful“ nun ist wieder ein durchweg tolles Album, getrieben durch imposante Orchesterinszenierungen und erzählt von der variablen Stimme von Florence Welch. Ein spannendes Werk mit elf Geschichten, die durch ihre Musikvideos noch mitreißender werden und erneut so universelle Themen zwischen Liebe, Wut, Tod und Angst behandeln. Ein Album, das am besten als Ganzes funktioniert und ausgestattet mit einem dramatischen Sog, Songs mit Gefühlen zwischen bunter Leichtigkeit („Queen Of Peace“) und erdrückendem Drama – alle mit einer immensen Wucht, und sogar mit Saxofon! Kaum verwunderlich, aber umso erfreulicher, dass der Britin und ihrer Band damit ihre erste US-Nummer-eins gelungen ist. Florence and the Machine sind 2015 ganz oben, da wo sie hingehören.

 

 

frank turner9.  Frank Turner – Positive Songs For Negative People

Frank Turner ist einer von den Guten. Plattitüde? Logisch. Aber besser kann und will man’s gar nicht ausdrücken. Und wenn der britische Punkrocker by heart dann noch mit so guten Songs wie denen seines sechsten Solowerks „Positive Songs For Negative People“ aus dem Studio kommt, dann kann der kommende schweißnasse Festivalsommer kein ganz Schlechter werden. Und wer beim abschließenden „Song For Josh“ nicht mindestens einen Sturzbach Tränen verdrücken muss, der ist aus Stein. Oder hört Techno. Beides wäre schade um ein Paar Ohren…

 

 

noah gundersen10. Noah Gundersen – Carry The Ghost

Top 3 im Vorjahr, Top 10 in diesem – kein ganz schlechtes Ergebnis für einen 26-Jährigen, für den sich außerhalb der heimatlichen USA kaum ein Schwein (geschweige denn Hörer) zu interessieren scheint. Was schade ist, denn Noah Gundersens Songs sind nicht erst seit dem fulminanten 2014er Debüt „Ledges“ eine Wucht, die mich gar zu Vergleichen mit Damien Rice, Ryan Adams oder dem Dylan-Bob hinrissen. Und dem steht „Carry The Ghost“ (fast) in nichts nach. Freilich merkt man dem zweiten Werk des Musikers aus Seattle (!) an, dass das Leichte des Erstlings einer schweren Reife Platz machen musste, doch ist es gerade dieses Geschlossene, in welches man sich mit jedem Hördurchgang immer tiefer hinein gräbt, das „Carry The Ghost“ erneut so ergreifend macht. Freunde von Ryan Adams‘ „Love Is Hell“ sollten reinhören, wer tolle Songs für ruhige Momente sucht, natürlich auch.

 

 

…und auf den weiteren Plätzen:

Foxing – Dealer

Desaparecidos – Payola

Roger Waters – The Wall (LIVE)

Kante – In der Zuckerfabrik: Theatermusik

William Fitzsimmons – Pittsburgh

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Johnny Cash – She Used To Love Me A Lot

cash-11006

Johnny Cash – da haben die meisten sicherlich das gebrechliche Bild jenes Mannes in Erinnerung, der sich im Musikvideo zur großartigen Nine Inch Mails-Coverversion von „Hurt“ über die Tasten des vor ihm stehenden Pianos schaut und auf (s)ein langes Leben zurückblickt… Nicht umsonst gelten Cashs letzte Jahre, für die er sich mit Erfolgsproduzent Rick Rubin zusammentat, um mit der Aufnahmereihe der „American Recordings“ sein eigenes, in all den Jahren leicht country’esk angestaubtes Image aufzupolieren, als seine wohl besten und produktivsten.

Doch der „Man in Black“ war auch vor (und nach) seiner Zeit der Alternative Credibility äußerst umtriebig und veröffentlichte in seiner Karriere zwischen 1954 und 2003 nahezu 100 Alben auf diversen Labels. Dass bei dieser Masse freilich so einiges unters Mischpult rutscht, dürfte nicht verwundern. Dass nun, elf Jahre nach Cashs Tod im Alter von 71 Jahren, nach und nach all die „verschollenen Aufnahmen“ plötzlich (?) das Licht der Plattenläden entdecken, gehört wohl dazu. „Out Among The Stars„, das in Deutschland am 21. März, erscheint, enthält nun Songs, die Johnny Cash zwischen 1981 und 1984 (also in den Jahren seiner Popularitätsflaute) mit dem Country-Produzenten Billy Sherrill aufgenommen hatte. Weil sich sein damaliges Label Columbia Records jedoch weigerte, das Album zu veröffentlichen, verschwanden die Songs und tauchten erst kürzlich wieder auf, als sich Cashs Sohn John Carter Cash deren annahm und ein wenig auf Zeitgeist „polierte“.

Im Musikvideo zur Auskopplung „She Used To Love Me A Lot“ stellt der verantwortliche Film- und Musikvideoregisseur John Hillcoat in eleganten, schwarzweiß und matt farbig gehaltenen Bildern der romantischen Vorstellung des amerikanischen Traumes die Entfremdung und soziale Zwiespältigkeit der Realität entgegen: Ur-amerikanische Landschaftsaufnahmen reihen sich an Bilder von Naturzerstörung, Symbolen des Kapitalismus – auf zwei kämpfende Bisons in der Steppe folgt beispielsweise der Stier der New Yorker Wall Street – und vom Leben gezeichneten und geprüften Menschen mit traurigen Augen. „Der Text des Liedes klang für mich, als hätte er ihn an das heutige Amerika gerichtet“, erklärt Hillcoat seine Interpretation des Cash-Songs. „An die Nation, die ihn liebte, und gegen deren Spaltung er immer gekämpft hat. Diese Spaltung hat sich seit seinem Tod nur noch extrem verstärkt, deshalb wollten Amerika in diesem krassen Licht zeigen, als Hommage an den Grund, aus dem Cash immer schwarz getragen hat: weil es beschämenderweise immer mehr Entrechtete und Ausgeschlossene gibt.“

Gleichzeitig ist das Musikvideo laut Hillcoat auch ein Kommentar zu Cashs persönlichem Leben – nicht umsonst sind immer wieder Bilder des Musikers im Hintergrund auf Wänden zu sehen. „Wir wollten auch den Kampf und die Reise dieses großen Mannes zeigen, von der Liebe seines Lebens hin zu den verbrannten Ruinen seines berühmten Hauses am See, persönliche Fotos, die Höhle, wo er versuchte, sich das Leben zu nehmen und dann sein Leben umkrempelte, den Ort wo er zuletzt aufnahm und das letzte Foto von ihm vor seinem Tod.“ Letzteres bildet denn auch eindrucksvollen Schluss des Videos…

 

 

 

Editors – Sugar

editors_jpg_630x274_q85

Im krassen Gegensatz zu den weiten Landschaften des Cash-Clips stehen die Bilder des neuen Musikvideos zu „Sugar“, der aktuellen Singleauskopplung aus dem im vergangenen Juni veröffentlichten vierten Editors-Studioalbum „The Weight Of Your Love„. Darin finden sich Sänger Tom Smith & Co. inmitten grauen Betons und kühler Neonbeleuchtung wieder. Und während geradezu aggressive Basslinien und Textzeilen wie „You swallow me whole / With just a mumbled hello / And it breaks my heart to love you / It breaks my heart to love you“ mal wieder ordentlich Melancholie ins Hörerherz pumpen, verlieren Schwerkraftgesetze ihre Gültigkeit und kommen die Wände immer näher…

 

 

 

Yesterday Shop – Trees & Games

Yesterday-Shop

Ähnliches Setting inmitten verlassener Industriebauten und den nagenden Zähnen der Zeit, identisches Gespür für schwebende Indie-Schwermütigkeit: Das aus dem schwäbischen Reutlingen stammende und sich mittlerweile auf Hamburg und Berlin verteilende Quintett Yesterday Shop gewährt mit „Trees & Games“ einen ersten Vorgeschmack aufs kommende Album „Parodos“, welches ab dem 9. Mai in den Plattenläden stehen wird. Ob das ähnlich gut wird wie der Ende 2012 erschienene selbstbetitelte Erstling? ANEWFRIEND bleibt am Ball!

 

 

 

Warpaint – Love Is To Die (live at Conan O’Brien)

warpaint_conan-500x280

Indie? Melancholisch? Schwebend? Faszinierend? All diese Attribute treffen freilich auch auf den All-Female-Vierer von Warpaint und deren aktuelles Album zu. Dass die Band aus Los Angeles bei allem Touren rund um die Welt und all den Vorband-Aufritten für The National, Nick Cave & The Bad Seeds oder die Queens Of The Stone Age das heimische (TV-)Publikum nicht vergessen hat, bewiesen Emily Kokal, Theresa Wayman, Jenny Lee Lindberg und Stella Mozgawa kürzlich bei Late Night-Talker Conan O’Brien, bei dem sie eine tolle Live-Version der aktuellen Single „Love Is To Die“ zum Besten gaben…

 

 

 

Joan As Police Woman – Holy City

Joanie

Für den hartnäckigsten Ohrwurm in den ANEWFRIEND’schen Gehörgängen sorgte in der vergangenen Woche übrigens Joan „Joan As Police Woman“ Wasser mit „Holy City“, der aktuellen Single aus dem neuen Album „The Classic„. Dabei sei betont, dass sich der dazugehörige Rest von Platte Nummer fünf der 43jährigen Wahl-New Yorkerin ebenso lohnt, immerhin lässt sich laut.de in seiner knappen Review zu dem euphorischen Urteil hinreißen, das in den zehn neuen – und absolut zeitgemäß mit Elementen aus Soul, Blues, Swing und Sixties-Doo-Wop spielenden – Stücken „das echte Leben tobt“…

 

 

 

Die Coverversion(en) der Woche…

heart-shaped-box

…stammt von der jungen Musikerin Kawehi, die im Rahmen ihrer Kickstarter-Kampagne für das Musikprojekt Robot Heart Cover-Wünsche annahm. Einer dieser Unterstützer-Vorschläge war Nirvanas „Heart-Shaped Box“, das die Künstlerin mit Beatboxing intoniert und nach und nach – mittels Loop-Maschine – Gesangs- und Keyboard-Schleifen einfügt, bis am Ende eine komplett eigene Variante des Kurt Cobain-Angstkleinodes entsteht.

Auch gut ist Sarah Stones A Capella-Handclap-, Tischklopf- und Becherknall-Variante von „Royals“ (das Original von Neuseelands 17-jährigem Shooting Star Lorde dürfte wohl hinlänglich bekannt sein), während Meytal Cohens Drum-Cover des Tool-Evergreens „Forty Six & 2“ beweist, wie *hust* ansehnlich und leichtfüßig weibliches Schlagzeugspiel inmitten schöner Sonnenlandschaften daher kommen kann. Das Auge hört ja bekanntlich auf YouTube mit, oder?

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Das Album der Woche


A Perfect Circle – Stone and Echo: Live at Red Rocks / Trifecta (2013)

Stone And Echo (Cover)-erschienen bei Amazon & iTunes (digital)-

Zum Anfang sei einfach einmal folgende Behauptung in den Raum gestellt: Maynard James Keenan ist ein dauerbeschäftigter Workaholic. Während die einen nun wohlmöglich panisch beginnen, diesen Namen zu googeln um so ihre vermeintliche Wissenslücke zu schließen (was wären wir nur ohne das Internet und seine kleinen Helfershelfer), schüttelt der grob kundige Rockhörer ungläubig den Kopf…

Und das ist an sich auch erst einmal kaum verwerflich. Denn das letzte akustische Lebenszeichen von Keenans Hauptband Tool liegt in Form des bislang letzten Albums „10,000 Days“ – Tourneen und vereinzelte Konzerte einmal außen vor – bereits satte sieben Jahre zurück. Und auch seine kaum weniger bekannte und erfolgreiche Zweitband A Perfect Circle lässt die Fans seit dem 2004 erschienenen (Beinahe-)Cover-only-Album „eMOTIVe“ auf ein neues Studiolebenszeichen warten. Was zur Hölle bringt den Schreiberling dieser Zeilen also zu seiner tollkühnen Behauptung? Viel wichtiger noch: Was zur Hölle hat Keenan seitdem gemacht?

Maynard James Keenan

Nun, der regelmäßige ANEWFRIEND-Leser wird sich an Maynard James Keenan wohl als den Typen erinnern, der es doch tatsächlich wagte, im staubigen Wüstenboden Arizonas Wein anzubauen (zu sehen in der noch immer tollen Dokumentation „Blood Into Wine„) – und damit auch noch Erfolg hatte. Und auch die Musik verlor der 49-Jährige keineswegs aus den Augen: Mit seinem „Musikprojekt“ Puscifer widmet er sich bereits seit 2007 in losen Abständen jenen mal rocklastig bombastischen (man höre deren Queen-Coverversion von „Bohemian Rhapsody„!), mal derbst verspulten elektronischen Grenzbereichen, für die in seinen anderen Bands eben nie ausreichend Platz schien. Ganz nebenbei bewies Keenan, ob nun während der Puscifer-Bühnenshows oder in den Covergestaltungen, sein Talent für schwarzhumorige Comedy und dafür, sich auch mal selbst auf die Schippe zu nehmen. Fraglos: Nicht alles an Puscifer gelang ebenso großartig wie die zurückliegenden Veröffentlichungen von Tool oder A Perfect Circle, jedoch merkte man dem Mann an, dass er seine selbstgeschaffene (künstlerische) Freiheit in vollen Zügen genoss. Und wo blieben dabei eben jene erwähnten Tool und A Perfect Circle? Die hock(t)en in den jeweiligen Proberäumen (respektive: Startlöchern) und schienen nur auf ein Zeichen ihres charismatischen Frontmanns zu warten. Schon irre: Da hat man je eine Auswahl von Ausnahmemusikern beisammen (Adam Jones, Danny Carey und Justin Chancellor auf der Tool-Seite, Billy Howerdel als Songwriter-Konstante bei A Perfect Circle), und trotzdem sind diese immer noch dermaßen auf ihre Frontstimme (Keenan) angewiesen, dass sie es nicht wagen, ohne ihn weiterzumachen. Dumm nur, dass für diese Stimme weder nervenaufreibende Aufnahmesessions noch Promoterin noch Endlostourneen in der Zukunftsplanung eine Rolle spiel(t)en. Winzertum, lose Veröffentlichung mit Puscifer – null Bock aufs musikalische Rattenrennen nach den Regeln der Plattenindustrie seitens Keenan…

a perfect circle 2013

Umso erstaunlicher ist es, dass sich nun – gefühlt – die Ereignisse zu überschlagen scheinen. So durfte man sich anhand der Meldungen, dass sich der Frontmann nun doch und tatsächlich bereit erklärt habe, einem neuen (!) Tool-Album (!) seine Stimme zu leihen, völlig zu recht ungläubig die Augen gerieben und ein Tränchen der Vorfreude beiseite gewischt haben. Und als dann auch noch A Perfect Circle eine neue Veröffentlichung ankündigten, war der ein oder andere kundige Alternative Rock-Gegustinato wohl völlig der Ohnmacht nahe… Obwohl: „neu“? Natürlich, dass opulente, „A Perfect Circle Live: Featuring Stone And Echo“ betitelte Box Set ließ bereits vermuten, dass es sich hier „lediglich“ um die freundliche Resteverwertung bereits bekannten Songmaterials handele. Und trotzdem war die Box, welche exklusiv über die bandeigene Homepage angeboten wurde, in Windeseile ausverkauft. Doch damit der Rest der Hörerschar nicht in die leere Tonröhre schaut, bietet die Band den Audioteil der Box – also exklusive der heiligenden Live-DVD – nun zumindest zum Download an…

APC - box set

Und der hat es in sich! Nicht weniger als vier (!) komplette Konzerte ihrer drei beziehungsweise zwei Jahre zurückliegenden „Comeback-Minitournee“ haben A Perfect Circle darauf archiviert. Zum einen wäre da das namensgebende „Stone and Echo: Live at Red Rocks„, aufgenommen im August 2011 im Red Rocks Amphitheatre in Morrison, Colorado, welches auf einer Stunde und vierzig Minuten Länge einen Zwanzig-Song-Querschnitt durch die (bislang) drei erschienenen A Perfect Circle-Studioalben bietet, dabei zwar den Fokus auf Coverversionen wie „Imagine“ (John Lennon), „What’s Going On“ (Marvin Gaye) oder „Gimmie Gimmie Gimmie“ (Black Flag) – und damit auf das letzte Album „eMOTIVe“ – legt, jedoch auch kaum einen der anderen starken Fanfavoriten auslässt. Ob nun „Weak And Powerless“, „Blue“, das tolle „The Noose“ oder „Orestes“ – am Ende steht eine runde Setlist, auf der zwar Überraschungen ausbleiben (das Fehlen des großartigen Dauerbrenners „Judith“ liegt wohl darin begründet, dass Keenans Mutter, die Inspirationsquelle des Stückes, kurz vorher verstarb), aber dennoch beinahe jeder Wunsch – mit dem Abschluss „By And Down“ sogar der nach einem neuen Song – erfüllt wird. Wichtiger noch: Das Konzert gerät zu keiner Minute zur bloßen Pflicht- und/oder Geldeintreibeveranstaltung. Man merkt Maynard James Keenan, dem ehemaligen Nine Inch Nails-Gitarrentechniker, Leadgitarristen und musikalischen Hauptsongwriter Billy Howerdel, Ex-Smashing Pumpkin James Iha an der zweiten Gitarre, Bassist Matt McJunkins und Alround-Schlagzeuger Josh Freese jederzeit an, dass sie tatsächlich Bock auf ein paar mehr gemeinsame Shows hatten. Die Musik strömt so druckvoll wie klar aus den Boxen, Howerdel gibt zwar auch auf der Bühne den mannschaftsdienlichen Gitarrenschattenboxer, gönnt sich jedoch – im Vergleich zu den Studioversionen – die ein oder andere gröbere Note sowie ein kleines eingestreutes Minisolo oder sporadische Variationen dann und wann. Und Keenan? Dessen Gesangsorgan steht eh über allem, packt die Töne an ihren Wurzeln, wirbelt sie ins Besucherrund und zieht alle in seinen Bann. Da verzichtet man nur all zu gern auf großartige Publikumsinteraktion…

Doch das Box Set bietet sogar noch mehr: Wer mit „Stone and Echo: Live at Red Rocks“ noch nicht ausreichend versorgt ist, der kann sich alle drei A Perfect Circle-Alben als komplette (!) Liveaufführungen, welche während einer ein Jahr zuvor (also: 2010) absolvierten Mini-Tournee mitgeschnitten wurden, aufs heimische Abspielgerät laden. Wie schon bei der „Stone And Echo“-Revue kommen auch „Mer de Noms – LIVE„, „Thirteenth Step – LIVE“ und „eMOTIVe – LIVE„, zusammengefasst unter dem mysteriösen „Trifecta“-Banner, in glänzendem Livegewand daher, bieten sogar mit dem David Bowie-Cover „Ashes To Ashes“ (auf „Mer de Noms – LIVE“), dem längst legendären Ozzy Osborne-/The Cure-Doppelcover „Diary Of A Madman“ sowie dem damals erstmals live präsentierten neuen Song „By And Down“ (beide auf „eMOTIVe – LIVE“) das ein oder andere interessante Fan-Gimmick.

apc 2010 (tim cadiente)

Freilich sind zumindest die beiden ersten beiden A Perfect Circle-Alben, dreizehn („Mer de Noms„) beziehungsweise zehn Jahre („Thirteenth Step„) nach ihrem Erscheinen, noch immer über jeden Zweifel erhaben. Klar mögen Tool jederzeit versierter und größer zu Werke gegangen sein. Dennoch kann sich der kundige Alternative Rock-Freund ein Zungenschnalzen zur wohl auf ewig zeitgemäßen Mystik eben jener Alben kaum verkneifen, während auf „eMOTIVe“ A Perfect Circles Inspirationen offenbar wurden. Und obwohl man, wenn schon nicht geahnt, dann doch zumindest immer gehofft hatte, dass jene (einmaligen?) Comeback-Shows eines Tages ihre Veröffentlichung erfahren würden, so ist es doch umso toller, diese nun tatsächlich hören zu dürfen. Fans greifen also digital zu, und ziehen den gut dreistündigen Live-Rundumschlag damit der parallel erscheinenden Werkschau „Three Sixty“ vor, die Neulingen zwar einen recht guten Überblick über die lediglich drei veröffentlichten Alben bietet, Neues jedoch „nur“ in Form der – nichtsdestotrotz tollen – Studioversion des Songs „By And Down“ bereit hält (ohnehin erfüllte die Band damit lediglich ihren Plattenvertrag). Der Workaholic-Motor des erfolgreichen Hobby-Winzers und musikalischen Grenzgängers Maynard James Keenan, er läuft also tatsächlich auf Hochtouren. Hoffen wir, wenn schon nicht auf ein neues A Perfect Circle-Album, dann doch wenigstens auf ein neues Tool-Gesamtkunstwerk in baldigster Zukunft…

Mer de Noms LIVE

Thirteenth Step LIVE

eMOTIVe LIVE

 

 

 

 

 

 

 

Hier gibt es den kompletten (!), 15 Songs straken Auftritt von A Perfect Circle beim diesjährigen Lollapalooza-Festival für Augen und Ohren…

 

…sowie das neue Stück „By And Down“, einmal als Liveversion, mitgeschnitten in diesem Jahr in Brasilien…

 

…und als Studioversion für die Gehörgänge:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: