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Song des Tages: Lena Hall – „Time Is Running Out“


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Serien- und Filmschauspielerin, Tony-Awards-prämierte Broadway-Aktrice, Synchronsprecherin, gar schon für einen Grammy nominiert – keine Frage, Lena Hall ist eine Frau mit so einigen Talenten…

Und wären schon die anderen Betätigungsfelder nichts, nimmt sich die vielbeschäftigte US-Künstlerin aus San Francisco, die vor 38 Jahren als Celina Consuela Gabriella Carvajal das (Rampen)Licht der Welt erblickte, in dem Rest ihrer scheinbar tatsächlich noch vorhandenen Freizeit – unter dem Banner ihrer Reihe „Obsessed“ – Songs von Künstlern wie Peter Gabriel, Elton John, Pink, David Bowie, Radiohead, Beck, The Cranberries, Jack White oder – jüngst – Muse vor, um diese mit ihrer Begleitband und vor der (YouTube-)Kamera neu zu interpretieren. Und man merkt auch hier und anhand all der anspruchsvollen stimmlichen Originale: Kleine Brötchen lässt Lena Hall partout links liegen.

510l7hAGtrL._SS500.jpgDa bilden die vier Stücke der neusten Cover-EP „Obsessed: Muse“ natürlich keine Ausnahme. Hall nimmt sich mit „Time Is Running Out„, „Falling Away With You“ sowie „Ruled By Secrecy“ vor allem Songs vom dritten (und wohl letzten richtig guten), 2003 erschienenen Muse-Album „Absolution“ vor, bevor „Starlight“ (vom 2006er Werk „Black Holes & Revelations„) die EP beschließt. Stimmlich liefert die am Broadway eh aufs perfekte Timing für Stimm- und Pathosexplosionen getrimmte Lena Hall dabei ein Feuerwerk ab, das selbst Muse-Fronter Matthew Bellamy zu einem Knicks bewegen dürfte…

 

 

Rock and Roll.

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Noch schöner als auf Konserve – Damien Rice live


Foto: Sunshine International/REX

Foto: Sunshine International/REX

Fast noch schöner als Damien Rices im vergangenen November – acht darbungsvoll lange Jahre nach dem Zweitwerk „9“ – veröffentlichtes Werk „My Favourite Faded Fantasy“ (landete bei ANEWFRIENDs Jahresendabrechnung der besten Alben auf Platz 9) selbst ist für viele wohl die Möglichkeit, den 41-jährigen irischen Singer/Songwriter tatsächlich einmal selbst auf einer Konzertbühne erleben zu können.

Wem allerdings bislang weder die Zeit noch die Gelegenheit dazu hatte, selbst einem Damien Rice-Konzert beizuwohnen (die ja freilich auch oft im Nu ausverkauft sind), der findet im weltweiten Netz immerhin akustischen Ersatz. So findet sich etwa auf Heather Brownes formidablen Blog „I Am Fuel, You Are Friends“ ein Mitschnitt des Damien Rice-Gastspiels in der Congregation Sherith Israel Kirche in San Francisco, Kalifornien vom 7. Oktober 2014. Und obwohl es sich – Achtung, fachmännisches Geplänkel! – hierbei um keinen „Soundboard“-, sondern einen „Audience“-Mitschnitt handelt (bedeutet im Grunde nur, dass die Aufnahme nicht vom Mischpult stammt, sondern im Publikum mitgeschnitten wurde), ist die Aufnahmequalität des 15 Songs starken und beinahe zwei Stunden langen Konzertes doch ausgesprochen gut. Besonderes Plus hier: Die hallende Akustik des Kirchenambientes kommt toll zur Geltung, Rice spielt natürlich Stücke aus allen drei bisherigen Alben (also auch bekannte Favoriten wie „Cannonball“, „9 Crimes“ oder „Volcano“, das hier mit einer Variation des Price-Evergreens „When Doves Cry“ gekoppelt wird) und holt beim intensiven „Cheers Darlin‘ “ (vom Debütalbum „O“) eine Zuschauerin auf die Bühne, anhand derer er die alkoholgetränkte Entstehungsgeschichte des Stückes erzählt…

Wer großen Wert auf ausgesprochene Konzertqualität legt (also „Soundboard“-Aufnahmen bevorzugt), dem sei Damien Rices vom Radiosender 1LIVE mitgeschnittenes Konzert aus dem Kölner Alten Pfandhaus vom 12. September 2014 ans Herz gelegt, das zwar eine minimal andere Songauswahl enthält, aber mit fast zwei Stunden ähnlich lang ausfällt (einen Download-Link findet man nach zwei, drei Klicks im Forum des Damien Rice-Fancommunityseite „eskimofriends.com„, welche auch noch massig andere im Zuge der „My Favourite Faded Fantasy“-Promo aufgezeichnete TV- und Radiokonzerte bereithält). Und im Grunde haben alle Rice’schen Auftritte gemeinsam, dass das komplette Publikum während der Konzerte kollektiv-stecknadelstill den Atem anzuhalten scheint.

Diesen geschenkten „Gäulen“ sollte nun wirklich niemand widerstehen können…

 

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Villagers – Occupy Your Mind

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Nur wenige Stunden vor der Eröffnung der 22. Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi, die im Vorfeld bereits von allerhand Diskussionen über Menschenrechte und Korruptionsvorwürfe begleitet wurden (was sich bei einem Gastgeberland wie Russland per se ja kaum vermeiden lässt), im Endeffekt jedoch recht traditionell bieder und erwartbar ausfielen, schickten Conor O’Brien und seine Band Villagers ihren Beitrag zum Sportereignis in Form des neuen Songs „Occupy Your Mind“ in die Welt hinaus. Das von Simian Mobile Disco-Mann James Ford, der in der Vergangenheit bereits durch Kollaborationen mit Little Boots oder Gossip-Wuchtbrumme Beth Ditto seine Qualitäten als Reglerzieher unter Beweis stellte, produzierte Stück geht konsequent den Weg weiter, den die Villagers bereits mit Songs wie „The Waves“ vom im vergangenen Jahr veröffentlichten Album “{Awayland}” eingeschlagen hatten: große Melodien, dezente Tanzbarkeit und ein multiples Spiel mit elektronischen Referenzpunkten. Im dazugehörigen, erneut von Alden Volney verantworteten Musikvideo (er war ja bereits für den großartigen Clip zu „Nothing Arrived“ verantwortlich) präsentiert sich O’Brien mit kurzer Raspelhaarfrisur á la Sinead O’Connor und Pantomimenschminke im spärlich bunt ausgeleuchteten Halbdunkel, und auch auch der knappe Kommentar der irischen Band lässt ausreichend eindeutige Vieldeutigkeit zu: „In the advent of the 2014 Olympics in Sochi, please find attached a song written for you, your mother, your father and your gay brothers and sisters in Russia.“. Alles in allem hat „Occupy Your Mind“ jedoch in der Tat das Zeug zum Großereignis-Titelstück.

 

 

 

Dredg – I Left My Heart In SF

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A propos „große Melodien“: Was machen eigentlich Dredg gerade?

Manch einer mag’s bedauern, manch einer begrüßen, dass nun schon fast drei Jahre lang Funkstille herrscht beim kalifornischen Alternative Rock-Quartett, stieß doch „Chuckles And Mr. Squeezy„, das letzte, 2011 veröffentlichte Album der Band, auf – um’s höflich auszudrücken – „höchst geteiltes Echo“. Nun jedoch dürften alle Fans von Albumgroßtaten wie „El Cielo„, das nun auch schon wieder mehr als zehn Jahre auf dem musikalischen Buckel hat, neue Hoffnung schöpfen, denn die Band um Frontmann Gavin Hayes präsentierte mit dem lediglich gut zwei Minuten knappen Song „I Left My Heart In SF“ ihren Beitrag zum „SF Timelapse Project“ und ließ das musikalische Lebenszeichen in allerhand eindrucksvolle Bilder ihrer kalifornischen Wahlheimat einbauen. Wer mag, der darf sich den neuen Song denn auch kostenlos (im *.wav-Format) via Youtube herunterladen…

 

 

 

Frank Turner – Polaroid Picture EP

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Weitaus weniger geizig mit neuen Veröffentlichungen geht bekanntlich Frank Turner zuwerke. Nur wenige Monate nach seinem fünften Album „Tape Deck Heart“ lässt der britische Punkrock-Singer/Songwriter nun, mit der „Polaroid Picture EP„, bereits den nächsten Stoß neuer Songs auf seine Hörerschaft los… Obwohl: So „neu“ dürfte ein Großteil der Stücke für die meisten nicht sein, immerhin bekam man den Titelsong bereits auf dem im vergangenen April erschienenen „Tape Deck Heart“ zu hören. Außerdem enthält das Mini-Album noch Turners Cover-Verneigungen vor Frightened Rabbit (mit „The Modern Leper“), den Weakerthans (mit „Plea From A Cat Named Virtute“) und Biffy Clyro (mit „Who’s Got A Match“), ihres Zeichens allesamt Freunde und/oder Lieblingsbands des 32-Jährigen Vollblutmusikers, sowie das neue Stück „Sweet Albion Blues“. Und da dem weltenbummelnden Energiebündel neben all den Plattenveröffentlichungen, Tourneen oder dem Kreieren eigener Biersorten noch immer schnell langweilig zu werden droht, hat er so ganz nebenbei noch seine eigene Hardcore-Zweitband namens Möngöl Hörde – namenstechnische Ähnlichkeiten zu Motörhead sind hier freilich aus der Umlaut-Luft gegriffen – am Start, von denen in näherer Zukunft wohl auch zu hören sein wird…

 

Hier kann man sich eine betont atemlose Live-Version von „Sweet Albion Blues“ anschauen…

 

…und in alle fünf EP-Songs hinein hören:

 

 

Against Me! – FUCKMYLIFE666

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Viel war in letzter Zeit zu lesen über Against Me!-Frontfrau Laura Jane Grace und ihr Transgender-Outing. Jedoch sollte bei aller Diskussionen, ob und inwiefern und überhaupt es denn bitteschön in der Hinterhand-Prüderie des 21. Jahrhunderts möglich ist, dass sich ein (ehemaliger) Punkrockfrontmann zu seinen weiblichen Reizen, zu Brüsten anstatt von zwei dicken Cockrockeiern bekennt, nicht außer acht gelassen werden, dass Against Me! kürzlich mit ihren neuen Album ”Transgender Dysphoria Blues” ein ganz hervorragendes Stück melodieseligen Punkrocks veröffentlicht haben. Dass die Transgender-Thematik dabei ebenso die kompletten 29 Albumminuten durchzieht wie die drei Minuten des Musikvideos zu „FUCKMYLIFE666“ ist natürlich die logische – da abgrundtief ehrliche – Konsequenz. Im in Schwarz-weiß gehaltenen Clip zum Song tauchen immer wieder Textzeilen auf, in denen Laura Jane Grace von ihrer Zeit vor und nach ihrem Coming-out erzählt…

 

 

Selbiges Stück gab die Band vor wenigen Tagen bei Late Night Talk-Urgestein David Letterman auch vor den Augen der breiten US-amerikanischen TV-Öffentlichkeit zum Besten. Den Auftritt kann man sich hier anschauen:

 

 

The National – I Need My Girl (…und ein Cover Contest)

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Einen netten Einfall hatten auch die sich scheinbar dauerhaft auf Tour oder im Studio befindlichen Herren von The National im Rahmen der Veröffentlichung ihrer neuen Single „I Need My Girl“, welchen Frontmann Matt Berninger kürzlich als einen der „wenigen echten Lovesongs der Band“ beschrieb. So können alle zum (Cover)Musiker berufenen Fans aktuell ihre Version des Stückes digital auf Film bannen und auf der Website der Band online stellen. Den Gewinner werden The National selbst und höchstpersönlich am – aufpassen, wie passend! – Valentinstag (also am 14. Februar) bekannt geben und um einen 500-Dollar-Geschenkgutschein reicher machen…

Und um zu zeigen, wohin die klangliche Reise gehen könnte, haben The National allen ambitionierten Coverkünstlern auch gleich noch ihre Akustikvariante von „I Need My Girl“ mit an die Hand gegeben:

 

Meine favorisierte „I Need My Girl“-Version auf den Gesamtsieg steht übrigens bereits fest: die von Courtney Jaye…

 

 

Rock and Roll.

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Markéta Irglová – live in San Francisco – kostenloser Konzertmitschnitt auf NoiseTrade


Auf der Seite des Internet-Labels NoiseTrade kann man sich – im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse – den Mitschnitt des San Francisco-Konzerts von Markéta Irglová vom 18. November 2011 völlig legal und kostenlos herunterladen. Und obwohl mir ihr im letzten Jahr erschienenes Solo-Debüt „Anar“ im Vergleich zu den bisher mit The Swell Season (ihrer gemeinsamen Band mit dem The Frames-Frontbarden Glen Hansard) veröffentlichten Alben eher weniger gefallen hat, ist das Konzert definitiv empfehlenswert, denn neben Songs von „Anar“ werden auch einige The Swell Season-Stücke wie „I Have Loved You Wrong“ (vom zweiten, 2009 veröffentlichten Album „Strict Joy“) oder „Falling Slowly“ (der wohl bekannteste Song der Band, der Irglová und Hansard 2008 unverhofft den Oscar für den besten Titelsong zum Film „Once“, in dem beide auch die Hauptrollen spielen, bescherte). Wer also die bisherigen The Swell Season-Veröffentlichung und den Film „Once“ mag, der wird auch an diesem Konzert Gefallen finden…

Auf geht’s: herübersurfen, herunterladen – und auch in Zukunft NoiseTrade im Blick behalten, denn die Seite bietet noch einige andere kostenlose Schätze an (etwa einen Sampler von William Fitzsimmons).

 

Eventuell werde ich hier noch einmal ein, zwei lobende Worte über „Once“ verlieren – dieses grundsympathisch-minimalistische Kleinod von Film sei aber hier schon einmal jedem ans Herz gelegt.

 

Rock and Roll.

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