Schlagwort-Archive: Popkultur

Moment! Aufnahme.


(gefunden bei Facebook)

An alternate take from ‚The ‚Freewheelin‘ Bob Dylan‚ album cover shoot, featuring Bob with Suze Rotolo photographed on West 4th Street in New York City in February 1963. Photo by Don Hunstein.

„It was the first time I’d shot him,“ explains Hunstein. „I asked him to walk away about fifty feet from me, turn around and walk to me. Because it was cold we didn’t take terribly much time, but we were lucky to get what we got.“

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Thees Uhlmann & Band – 100.000 Songs Live in Hamburg (2022)

-erschienen bei Grand Hotel Van Cleef-

Es ist eigentlich unwichtig, auf welcher Bühne der passionierte Bahnreisende und Jeansjackenträger, der in manchem Moment wirkt wie der Vorstandsvorsitzende der bundesdeutschen Berufsjugendlichen (und das ist keineswegs despektierlich gemeint!), auftaucht. Und es ist genauso unwichtig, ob er zum Singen, Vorlesen oder einer Mischung aus beidem diese Bühne betritt: Thees Uhlmann macht einfach, Thees Uhlmann liefert verlässlich ab. Und sieht sich wohl auch deshalb stets mindestens gut gefüllten Sälen, Hallen oder Open-Air-Locations gegenüber. Dort präsentiert er dann, in beiderseits bester Laune und lautstark gefeiert, eine Mischung aus Songs (alleine oder in Begleitung von Freunden oder seiner Band), Anekdoten (über Freunde, seine Band, Kölner, Düsseldorfer oder seine Familie), Büchern (eigene Romane oder über befreundete Düsseldorfer) und – ja eben, man kann’s kaum oft genug tippen! – weltbester Feierlaune. Auch wenn die Bücher dieses Mal keine Rolle spielen: Die Nachricht über eine relativ kurzfristige Veröffentlichung in Form eines amtlichen Live-Albums von Thees Uhlmann & Band kann nur für strahlende Gesichter bei all denen gesorgt haben, die in den letzten Jahren einem dieser Auftritte beigewohnt haben.

Foto: Sebastian Igel

Von außen und im Gesamten betrachtet dürfte es selten so simpel und gleichzeitig so schwer gewesen sein, ein Live-Album beschreibend und bewertend in Worte zu fassen, denn Konzerte von Thees Uhlmann umfassen einfach so viel mehr als die reine Musik, die nun eben aus der Konserve tönt. Es sind auch die Stories zwischen den Songs, die der gebürtige Hemmoorer und Wahl-Berliner so wunderbar einzigartig und in weltexklusiver Uhlo-Manier erzählt, die Momente im singenden Publikum oder einfach nur das Bild, wenn dieser so nonchalant zwischen Mittelmaß und Einzigartigkeit changierende Typ nach der Show nassgeschwitzt da oben steht oder mal eben spontan den Mittelfinger in die Luft reißt. Klar, das mag bei anderen Künstler*innen freilich nicht groß anders sein, doch um die geht es ja gerade mal nicht. „Das Album ist einfach genauso großartig wie die Konzerte!“ mag der eine oder die andere in Fankreisen rufen. Das stimmt, und doch scheint es zu einfach, um diese Konzerte für alle greifbar zu machen. „Es ist die Mischung aus guter Musik und erzähltem Quatsch!“ ist schon ein etwas präziserer Ausruf, und dennoch nicht ausreichend um wirklich eine Vorstellung davon zu geben, was die 23 Songs auf „100.000 Songs Live in Hamburg“ alles zu bieten haben. Also versuchen wir mal etwas ins Detail zu gehen…

Die sechsköpfige Band um Thees Uhlmann, die der bekennende Springsteen-Fan sich für die Support-Konzerte seines dritten, 2019 erschienenen Solo-Albums „Junkies und Scientologen“ in bester E-Street-Manier zusammengestellt hat (und selbst meist knapp mit „TUB“ abkürzt), betritt im Dezember 2019, als „Corona“ nur der Name irgendeiner Biermarke war und Masken vor allem in Krankenhäusern getragen wurden, unter großem Applaus die Bühne der Hamburger Großen Freiheit 36, um die Show mit „Fünf Jahre nicht gesungen“ zu eröffnen. Passender? Geht’s nicht. Was übrigens auch auf das anwesende Publikum zutrifft, das sich von Anfang an textsicher zeigt und mit Jubel ’n‘ Applaus nicht geizt. Wer in der letzten Zeit selbst das ein oder andere TUB-Konzert besucht hat, dem bieten sich während der knapp zwei Stunden so einige Déjà-Entendu-Erlebnisse, denn freilich kann Uhlmann bei den Ansagen und Geschichten das Rad (beziehungsweise seine Erlebnisse) ja nicht neu erfinden, sodass den Besuchern der Konzerte das eine oder andere natürlich bestens bekannt vorkommt. Das muss jedoch kein Nachteil sein, denn aus den küchentischenen „Also gestern hat er auch irgendwas von seiner Tochter erzählt und hat die so nachgeäfft“-Erzählungen am Morgen danach wird jetzt ein „Hier, hör‘ mal! So war das, was ich da damals meinte…“. Und endlich können alle Uhlmanns so norddeutsch-sympathisches, so herrlich selbstironisches Frei-von-der-Leber-weg-Gesabbel nachvollziehen, ohne sich auf wohlmöglich verkatert-wirre Erinnerungen anderer verlassen zu müssen: wie er den Hamburger „Gefangenenchor“ antreibt und zum Mitsingen animiert, von einem verlorenen Streit mit seiner Tochter erzählt, den Literaturnobelpreis für Stephen King fordert oder das Publikum zu dessen Dorfherkunft befragt. Interaktion? Geht bestenfalls genau so.

Foto: via Facebook

Doch natürlich gibt es zwischen Thees Uhlamnns unterhaltsamer Sabbelei noch allerhand Songs aufs Ohr. Die recht bunt durchgemischte Setlist fokussiert Uhlos 2011er Solodebüt sowie das damals neue „Junkies und Scientologen„, die es beide nahezu komplett zu hören gibt. Da muss die zweite, 2013 veröffentlichte und simple „#2“ betitelte Soloplatte, welche lediglich mit „Zugvögel“ vertreten ist, etwas zurückstecken (und hätte doch zumindest noch mit „Am 7. März„, der tollen Hommage an Mama Uhlmann, repräsentiert werden dürfen), Dennoch folgt hier Hit auf Hit auf Hit, sodass die Platte gut und gern als eine Art Live-Best-Of durchgehen dürfte: von „Danke für die Angst“, der Musik gewordenen Verbeugung vor Horrorautor Stephen King, über „& Jay-Z singt uns ein Lied“, bei dem Uhlmann den Rap-Part von Benjamin „Casper“ Griffey in voller Länge mal eben selbst übernimmt, der herrlich alltäglichen Sozialstudie „Das Mädchen von Kasse 2“, Mittelmäßigkeits- und Heimat-Oden („Was wird aus Hannover“ und „Lat: 53.7 Lon: 9.11667“), etwas ruhigeren („Ich bin der Fahrer, der die Frauen nach HipHop-Videodrehs nach Hause fährt“ oder „Ein Satellit sendet leise“) oder fieberhaft-ruppigeren Nummern („Katy Grayson Perry“) bis hin zu „Römer am Ende Roms“, bei dessen Ende der Blondschopf mal eben die Mundharmonika auspackt, sowie unverblümt hittigen Immergrün-Songs wie „Avicii“ oder „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“. Doch Solo-Schaffen hin oder her, die viel umjubelten echten Highlights bilden hier „Ich sang die ganze Zeit von dir“, „Korn & Sprite“, „Schreit den Namen meiner Mutter“ und „Die Schönheit der Chance“ aus Uhlmanns Tomte-Zeit – allesamt deutschsprachige Manifeste allererster Hamburger-Schule-Güte, welche auch mit einigen Lenzen auf dem Buckel noch so großartig tönen wie anno dazumal (wenngleich hier zwei von ihnen, nämlich „Korn & Sprite“ und „Schreit den Namen meiner Mutter“, eventuell etwas zu zahm abgemischt wurden). Dementsprechend darf „Die Schönheit der Chance“, diese frontale Emotionalität, diese ewiglich funkelnde Ode an das Leben, welche mit immer weniger Instrumenten, aber sämtlichen Publikumsstimmen ausklingt, schließlich das auf Platte festgehaltene Live-Erlebnis abschließen und alle Anwesenden selig gestimmt in die Nacht entlassen – wenn Uhlmann nicht noch ein letztes Mal in bester St. Pauli-Manier dazwischen grätschen würde: „Das war ein geiles Konzert!“, schreit der Bandleader zum Ende ins Mikrofon, das er dann noch hörbar droppt. Nun, Rock’n’Roll neigt ja bekanntlich ebenso selten zu Understatement wie Uhlo selbst…

Zwanzig Jahre! Eine „Schnapsidee“, wie Thees Uhlmann, Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff (die letztgenannten dürften die meisten als Frontmann respektive Bassist von Kettcar kennen) die Gründung ihres Hamburger Labels Grand Hotel Van Cleef gern nennen, trägt sich nicht nur bereits seit nunmehr zwei Jahrzehnten, sondern steht heutzutage sogar renommierter denn je innerhalb der von nicht wenigen Krisen gebeutelten bundesdeutschen Musikbranche dar. Ein solches Jubiläum, eine solche Leistung hat sämtliche Glückwünsche absolut verdient. Was Uhlmann und seine Label-Mitmacher dabei über all die Jahre seit 2002 auf dem Boden hielt, sind bei aller Arbeit und Mühe, bei allem Punk-Ethos und Idealismus vor allem die gemeinsame Freundschaft sowie eine bedingungslos-leidenschaftliche Liebe zur Musik. Und eine zumindest angetäuschte, sympathische Unprofessionalität – das Bodenständige, die nordisch-trockene Selbstironie eben. Und vor allem Uhlmann trägt sein Herz eh auf der Zunge, teilt seine Leidenschaft für Musik und Popkultur mit jedem, der es (nicht) wissen möchte. Das mag manchmal auch nerdig-aufdringlich wirken und nicht jedem und jeder schmecken, aber, verehrte internetaffine Leserschaft, der Uhlo ist einer von uns: nicht nur Künstler, sondern auch und vor allem Fan. Und in diesem Sinne macht er mit „100.000 Songs Live in Hamburg“ nicht nur, er liefert amtlich ab, sodass alle geneigten Ohren, die diese Live-Platte hören, sogleich mächtig Bock auf Konzerte und Festivals, auf den Sommer, das Leben bekommen – und in jeder Sekunde spüren, dass es den Typen und Typinnen da auf der Bühne genauso geht. Ein größeres Kompliment kann’s ja im Grunde kaum geben, oder?

Wer übrigens nicht genug von Thees Uhlmanns gleichsam sprunghaftem wie unterhaltsamem Gesabbel bekommen mag, dem sei „Amara & Uhlmann“ ans Herz gelegt, eine bisher 3-teilige Gefilmter-Podcast-Reihe (ein 4. Teil soll in den könnenden Tagen erscheinen), in welcher er sich mit Broilers-Frontmann Sammy Amara nicht nur über ihre jeweils neuen Live-Platten, sondern auch (und vor allem!) über das Leben und die Musik unterhält:

Rock and Roll.

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„The Baby Superstar“ – Gil Finkelstein verjüngt die Prominenz


Egal ob sie nun aus dem Musiker-Business, aus der Sportwelt, aus Hollywood oder dem Superhelden-meets-Superschurken-Universum stammen – der aus Israel stammende und in Kalifornien beheimatete Grafikdesigner Gil Finkelstein verjüngt unter dem Titel „The Baby Superstar“ via Instagram auf ebenso kreative und humorvolle wie herzallerliebste Weise die hinlänglich bekannte Prominenz, die zwar hier vor allem durch volle Windeln von sich reden machen mag, sich jedoch oft genug auch durch das ein oder andere „Markenzeichen“ zu erkennen gibt… Prädikat: sollte man gesehen haben.

Hier eine Auswahl allseits bekannter Musikgrößen:

(via Instagram)

Rock and Roll.

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Adele Laurie Blue Adkins anno 1998 in ihrem Kinderzimmer in Tottenham, Nordlondon. Damals wusste die Zehnjährige freilich weder, dass sie selbst mal ein weitaus größerer Pop-Star werden noch dass sie ihre Idole etwa zwanzig Jahre später höchstpersönlich treffen würde – und Scary, Baby, Ginger, Sporty sowie Posh Spice mittlerweile ihrerseits große Fans ihrer Musik sein würden. Manchmal werden Superfan-Träume eben doch wahr… So oder so: eine wunderbare Momentaufnahme, die rückblickend voller Female Empowerment steckt.

Rock and Roll.

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So streitbar – und im Grunde doch recht dämlich – einer wie Kanye „Ye“ West sein mag, seine „Fans“ wissen im Zweifel noch einen auf Mount Facepalm oben drauf zu setzen. Wieso sonst käme man auf die reichlich bekloppte Idee, einem vormals – bestenfalls – visionären Musiker und Selbstvermarktungskünstler, der sich mit allerlei teils zweifelhaften, teils größenwahnsinnigen, teils einfach strunzdümmlich-verachtenswerten Äußerungen und Aktionen innerhalb weniger Tage um einen guten Teil seines so oder so immensen Vermögens gebracht hat, dabei „helfen“ zu wollen, seinen Milliardärsstatus zurückzuerlangen? Eben, soviel mentaler Vollsuff kann kaum gesund sein. Umso lustiger ist, dass dieses so oder so hirnrissige Vorhanden ruckzuck gescheitert ist… Somit trifft’s der obige Kommentar der Cardigans schon ganz gut: „The last idiot is yet to be born“. 🤦

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(John Winston Ono Lennon, MBE, 1940-1980, britischer Musiker, Komponist, Autor und Friedensaktivist – Mitbegründer der Beatles)

Rock and Roll.

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