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Das Album der Woche


Raye Zaragoza – Woman In Color (2020)

-erschienen bei Rebel River Records-

Raye Zaragoza weiß ziemlich genau, wie es ist, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die außerhalb des amerikanischen Mainstreams existiert. Ihr Vater hat indianische Wurzeln, ihre Mutter ist japanischer Abstammung. Zaragoza selbst wuchs in der Enge eines kleinen New Yorker Apartments auf. In einem sehr realen Sinne brachte ihr ihre Erziehung also eine Verbindung zu anderen, die sich ausgegrenzt, diskriminiert und an den Rand der modernen Gesellschaft gedrängt fühlen – da scheint der Fakt, dass ihr Vater in ihrer Kindheit den Sioux-Häuptling Sitting Bull im Broadway-Stück „Annie Get Your Gun“ gab, nur allzu gut ins nicht eben klischeefreie Bild zu passen. Wenig verwunderlich also, dass die 27-jährige Folk-Musikerin, die bereits seit einiger Zeit im sonnigen Kalifornien lebt, diese Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken in ihre Songs einfließen lässt.

Ebenso wenig verwunderlich ist es, dass auch ihr aktuelles, recht programmatisch „Woman In Color“ betiteltes Album vom aktuellen Kampf für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung all jener inspiriert wurde, die in den US of A der Gegenwart auf so viele verschiedene Weisen ausgegrenzt, verleumdet und generell gemieden werden – ein Thema, auf das Zaragoza im Laufe des Albums immer wieder zurückkommt, vor allem in Songs wie „They Say„, „Fight Like A Girl„, The It Girl“ oder „Warrior“, die sich, jeder für sich, bei genauerem Hinhören zu essentiellen kleinen Hymnen erheben, die erhaben sind und doch in sich ruhen, während sie andererseits vor Leidenschaft und Zielstrebigkeit nur so strotzen. Dennoch wählt Raye Zaragoza nie die Lautstärke als Mittel zum Kampf, ihre im Americana-Folk angesiedelten Melodien bleiben meist zurückhaltend und verführerisch tänzelnd, in jeder Sekunde durchdrungen von einer geradezu hypnotischen Aura, die den Hörer in ihren Bann zu ziehen vermag, ohne die Botschaften außer Acht zu lassen. Neben den oben genannten umschmeicheln besonders zwei Stücke, „Ghosts Of Houston Street“ und dem ihrer Mutter gewidmeten „Change Your Name“, in diesem Sinne den Hörer und hinterlassen so einen nachhaltigen Eindruck.

(Foto: Promo / Cultivate Consulting)

„Meine Erziehung und meine ethnische Identität waren immer eine treibende Kraft für meinen Wunsch, eine Geschichtenerzählerin sein zu wollen“, betont Zaragoza. „Farbige Frauen werden so oft aus der amerikanischen Erzählung ausgeklammert, und das möchte ich mit meiner Musik ändern. Bei dieser Platte geht es vor allem darum, wie wichtig es ist, diejenigen Geschichten zu erzählen, die so oft übersehen werden – vermisste und ermordete indigene Frauen, die Darstellung in den Medien, Gentrifizierung, Immigration und so weiter. Ich hoffe, dass meine neue Platte die Wichtigkeit des Erzählens verschiedener Geschichten hervorhebt.“

Raye Zaragoza, die als frühe musikalische Einflüsse Harry Chapin, Jewel, Selena oder Avril Lavigne nennt, sagt, sie sei auf einem mehr oder weniger großen Umweg zu der Entscheidung gekommen, Musik zu machen. „Ich habe in der Dienstleistungsbranche als Kellnerin, Barkeeperin und Hostess gearbeitet“, erinnert sie sich. „Dabei ging es darum, das Publikum, welches in diesem Fall am Tisch saß, glücklich zu machen und dafür ein Trinkgeld zu bekommen. In dieser Zeit wurde mir klar, dass ich das Gleiche als Musikerin tun konnte, indem ich einfach in einem anderen Teil des Raumes stehe und eine Gitarre in den Händen halte. Von da an spielte ich fünf bis sechs Tage pro Woche in Restaurants, Weingütern, Brauereien und auf Bauernmärkten. Das war meine erste Erkenntnis: dass ich, wenn ich hart arbeite, so viel verdienen kann, wie ich in einem Restaurant als Kellnerin verdiene, indem ich stattdessen für die Menschen Musik mache. Ich spiele keine Restaurant-Gigs mehr, aber es war eine erstaunliche Brücke, die mich dahin gebracht hat, wo ich jetzt bin.“

Produziert von Tucker Martine, einem Grammy-nominierten musikalischen Tausendsassa, der unter anderem bereits für Bands und Künstler wie die Decemberists, R.E.M., My Morning Jacket, Neko Case, Modest Mouse, First Aid Kit oder Sufjan Stevens hinter den Reglern saß, ist das im vergangenen Oktober erschienene Album typisch für Zaragozas entschlossene Haltung: Sie gräbt mit beiden Händen tief im Erbe des US-Folk, lässt politischen Aktivismus sowie ihre eigenen Erfahrungen mit einfließen und fördert so solide ausgefeilte Americana-Songs mit dezenten Indie-Rock-Noten zutage, die oft von funkelnden E-Gitarren, lebendigem Bass und beherzt zupackenden Perkussion-Instrumenten flankiert und manchmal gar von sparsamen Bläser-Arrangements und anschwellenden Streichern untermalt werden. Zaragozas eindringliche, wunderbar dunkel schimmernde Stimme bahnt sich ihren Weg durch starke, nicht selten feministisch geprägte Hymnen und zärtelnde Balladen, die in ihrem Unterboden Biografisches ebenso wie Historisches zu tragen scheinen, der Melancholie jedoch auch ausreichend Luft und Raum zum Tagtraum bieten. Politisch und persönlich, mutig und aufrichtig – Raye Zaragozas unerschütterlich ermutigende Story-Songs stellen sich allen Ungerechtigkeiten mit sorgenvoller Gewissheit und festem Glauben. Alles fürwahr keineswegs neu, dennoch schafft sie es im Herzen ihrer Songs, sowohl ihrem Stil als auch ihren Mantren treu zu bleiben.

(Fotos: Promo / Ursula Vari)

„Ich habe das Gefühl, dass meine früheren Veröffentlichungen das Sprungbrett zu ‚Woman In Color‘ waren“, reflektiert die Folk-Musikerin, welche hierzulande immer noch als Geheimtipp zählen darf. „Mit [dem 2017 veröffentlichten Vorgängeralbum] Fight For You‚ war ich immer noch dabei herauszufinden, wer ich bin und wie ich meine Geschichte erzählen will. Es war ein gutes Album, um meine Stimme zu finden. ‚Woman In Color‘ fühlt sich wie eine Fortsetzung dieser Platte an, aber auch wie ein Abschluss mit allem, was ich in den Jahren, in denen ich ‚Fight For You‘ schrieb, zu finden versuchte. Ich habe mein eigenes Plattenlabel Rebel River Records auf Patreon gegründet, um dieses Album zu verwirklichen, und ich bin allen so dankbar, die diese Platte unterstützt haben und sich mit mir für diese zwar indie’eske, jedoch wichtige Veröffentlichung zusammengetan haben.“

Letztendlich ist Raye Zaragozas Engagement offensichtlich, und das ist auch die Botschaft, die bei jedem einzelnen Song des Albums mitschwingt. Die Musikerin möchte einen, anstatt, wie es etwa der – zum Glück! – scheidende 45. US-Präsident in den vergangenen vier Jahren seiner Amtszeit getan hat, zu spalten. Sie sucht nach Unterstützung für eine gemeinsame Sache und für all jene Gruppen, welche darum kämpfen, in der aktuell so vielfältigen US-amerikanischen Malaise gehört anstatt mit tumbem Nonsens übertönt zu werden.

„Ich denke, jede Bewegung, die für Gerechtigkeit und Gleichheit kämpft, hilft sich gegenseitig“, so Zaragoza. „Die ‚Black Lives Matter‘-Bewegung hilft der ‚Indigenous Rights‘-Bewegung und so weiter. Wir alle kämpfen darum, gehört und gesehen zu werden, und der Sieg für einen von uns ist ein Sieg für uns alle. Ich habe absolut das Gefühl, dass wir alle ein Teil einer größeren Gemeinschaft sind, die Gerechtigkeit fordert.“ Außerdem sie ihre Hoffnung, dass die Menschen aufhören ihr Leben von Habgier bestimmen zu lassen, denn „Habgier verblendet und verleitet Menschen dazu, schreckliche Dinge zu tun. Habgier wird unseren Planeten zerstören. Wir müssen dankbar für unsere Mutter Erde sein und ihr mit Respekt begegnen.“ Raye Zaragozas Songs leisten in jedem Fall ihren kleinen Beitrag zum großen Ganzen.

Via Bandcamp gibt’s „Woman In Color“ im Stream…

…und hier Musikvideos zu „They Say“…

…“Rebel Soul“…

…“Fight Like A Girl“…

…“The It Girl“…

…“Warrior“…

…oder „Run With The Wolves“:

Rock and Roll.

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Song des Tages: Carpool Tunnel – „Empty Faces“


Foto: Facebook

Über eine App namens Vampr, quasi Tinder für Musiker, haben sich Carpool Tunnel in Form von Sänger Ben Koppenjan, Gitarrist Brad Kearsley und Schlagzeuger Danny Stauffer 2017 kennengelernt. Bassist Spencer Layne stieß kurze Zeit später dazu und die Band war vollständig, um sogleich mit „Shining“ und „Afterlight“ erste Songs zu veröffentlichen. Im Frühjahr 2021 wollen die vier Kalifornier dann endlich ihr Debütalbum an den Start bringen. Einen ersten Song daraus hat die Band aus San Francisco mit „Empty Faces“ kürzlich mitsamt eines schönen Musikvideos vorgestellt. Wir hören: pop-punkigen Indie Rock mit leichtem Doo-Wop- und Surf-Vibe – der bisher vielleicht originellste, ausgeklügelste Song von Carpool Tunnel. Knapp vier Minuten, die auf ein tolles erstes Album hoffen lassen…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Eels – „Are We Alright Again“


Foto: Promo / Gus Black

Nach „The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett“ (2014) und „The Deconstruction” (2018) haben Mark Oliver „E“ Everett und seine Eels vor wenigen Tagen mit „Earth To Dora” ihr mittlerweile 13. Studioalbum veröffentlicht.

Mit Ausnahme von „Are We Alright Again“ hat Everett alle Songs vor Ausbruch der Corona-Krise geschrieben, doch bereits in Vor-Pandemie-Zeiten hatte der Indie-Rock-Kautz und melancholische Singer/Songwriter genug Schicksalsschläge zu verarbeiten, vom Selbstmord seiner Schwester über den Tod seines in wissenschaftlichen Fachkreise berühmten Vaters bis zur Krebserkrankung seiner Mutter. Schmerz, Leid und diverse Ängste waren Everett als notgedrungenem Zweckoptimisten und „last man standing“ seiner Familie also nie wirklich fremd – davon kündet auch sein nach wie vor famoses, 2007 erschienenes autobiografisches Buch „Things The Grandchildren Should Know“ (deren deutsche Übersetzung den eigenartigen Titel „Glückstage in der Hölle: Wie die Musik mein Leben rettete“ trägt) . Und doch – oder gerade deshalb? – gelingen ihm seit den Neunzigern immer wieder bewegende Songs und fragile Balladen von berückender Schönheit und sanfter Lieblichkeit. Die meisten Songs der Eels sind dabei weitaus mehr als simpler Unterhaltungsrock – sie sind subtile musikalische Befunde, wie eng Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Leben und Tod, Freude und Trauer manchmal beieinander liegen (können). Spieluhren-Indie-Rock, dessen Texte eine durch und durch wahrhaftige Form von ebenjenem Zweckoptimismus verbreiten, der sich wohl zwangsläufig ergibt, wenn man echte Scheiße durchlebt hat, der morgendliche Kaffee aber trotzdem schmeckt, während die Sonne einen neuen Tag ankündigt.

„Mein ganzes Leben ist fantastisch für mich, weil ich so niedrige Erwartungen hatte als ich jung war. Das macht mich optimistisch, wenn die Zeiten hart sind, wie jetzt.“ (Mark Oliver Everett)

Fans der Band und Kenner seines Oeuvres wissen ohnehin längst, dass es Mark Oliver Everett wie kaum ein Zweiter versteht, auch dem misslungensten aller Scheißtage noch ein kleines Körnchen an Positivem abzugewinnen und Musik als Medium des Trostes und der Aufmunterung in schwierigen und dunklen Zeiten einzusetzen. Er weiß aber auch, dass seine Musik immer dann am besten wirkt, wenn er sie gekonnt mit schwarzem Humor, diversen Verrücktheiten, Lakonie und kindlicher Naivität würzt. Mögen noch so viele Katastrophen über ihn hereinbrechen, der mittlerweile 57-jährige US-Amerikaner, dem wohl auch seine noch recht frische Vaterschaft vor drei Jahren einiges an neuem Lebensmut geschenkt haben dürfte, hat längst gelernt, mit seelischen Verletzungen und menschlichen Enttäuschungen umzugehen.

„Magic happens everywhere you go“, singt das Hirn, das Herz und der Kopf der Eels mit seiner typisch heiseren Stimme und liefert auf „Earth To Dora“ einmal mehr eine Handvoll Songs voll Wärme und bittersüßer Zuversicht. Songs, die der Band-Diskografie zwar wenig Neues hinzufügen mögen, im besten Fall jedoch nach dem Hören noch sehr, sehr lange nachhallen und ihre lindernde Wirkung entfalten. Die anmutig-verspielten Arrangements und Everetts Vorliebe für schöne Melodien und wohlklingende Harmonien tun einmal mehr ihr Übriges: „Earth To Dora“ ist beglückend-unterhaltsame Musik mitten aus dem Leben und Mr. Es Indiepoprock-Feinkostlädchen, die in ihren schönsten, kraftvollsten Momenten der Schwermütigkeit die Arroganz nimmt.

Noch vor dem Album ließen die Eels mit „Baby Let’s Make It Real“ und „Are We Alright Again“ bereits zwei Auskopplungen hören. Zu zweiterem, diesem sanft groovenden „feel-good hit of the feel-worst year“ (wie die Band den Song selbst via Facebook beschreibt) mit seinen allerhand Beatles-Referenzen wie Chören, Mellotron und der Botschaft, dass dieser Tag nicht so übel ist wie der gestrige und noch ein bisschen Dope im Haus ist, gibt es nun auch ein offizielles Musikvideo.

Der Clip entstand unter der Regie von Greg Barnes und zeigt Jon Hamm in der Hauptrolle. Der Schauspieler ist vor allem für seine darstellerische Leistung in der Fernsehserie „Mad Men“, für die er unter anderem einen Emmy und zwei Golden Globe Awards erhielt, und obendrein seit einiger Zeit als „Eels-Edelfan“ bekannt.

In einem Interview mit dem NME verriet Frontmann Everett aka „E“, dass „Are We Alright Again“ – wie bereits erwähnt – der einzige Albumsong sei, der während der Corona-Pandemie entstand. Demnach konnte der kalifornische Musiker es kaum abwarten, den Menschen ein bisschen mehr Hoffnung mit auf dem Weg in die Zukunft zu geben:

„All the other songs came about before the pandemic, that’s the only one that was done after the pandemic, in the early days when it was really getting bad for the first time […] it’s kind of like a quarantine daydream that I desperately needed to have. It’s my fantasy of ‘Oh, it’s all over and now we can go out and do stuff!’. I couldn’t wait to try to make people feel a little more hopeful for the future. There’s no time to wait.“

„Walking down the street
Or walking on the moon
What’s it matter
Now to my cocoon?
Stepping to the sunshine
Man, it feels good
Birds and bees jamming
A theme for the neighborhood

Are we alright again?
Are we around the bend?
Am I lucky or brave?
Are you stronger today?
Are we alright again?
Yeah, I think we’re alright

Look up at the sky
Don’t you think you could
Birds and bees jamming
Their tune for the neighborhood, they say
‚Do you wanna fly?‘ – Hmm…
‚Do you wanna get high?‘ – Yeah, I do
‚High up here where we are‘ – Let me up there
‚Wеll, don’t you know it’s not that far?‘

Are we alright again?
Are wе all on the mend?
Am I lucky or brave?
Are you stronger today?
Are we alright again?
Yeah, I think we’re alright


But I can see clear up ahead
Smiling skies with a chance of ‚yes‘
Maybe it’s time to get out of bed

Hey Mr. Bluebird, give me a hit of that
And pass it over to that mangy cat
Well, he’s been through a lot now, more than you and me
Let’s give him what we’ve got, that’s who you wanna be

Are we alright again?
Can I finally attend?
Am I lucky or brave?
Are you stronger today?
Are we alright again?
We are all among friends
Are you lucky or brave?
Am I stronger today?
Are we alright again?
Yeah, I think we’re alright“

Rock and Roll.

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„Halloween Is Cancelled“ – Auch Michael Myers hat’s dieses Jahr schwer…


Michael Myers scheint mehr als jeder andere bestürzt darüber zu sein, dass Halloween in diesem Jahr wie vieles andere Corona zum Opfer fällt. Das zumindest zeigt ein unterhaltsamer Kurzfilm…

In dem knapp dreiminütigen Fan-Video, das vor einigen Tagen von Andrew Kasch auf YouTube und Co. hochgeladen wurde, kehrt der berühmt-berüchtigte Messermörder am 31. Oktober mit der festen Absicht ins heimische Haddonfield zurück, noch einmal die Zahl der Leichen zu erhöhen. Diesmal jedoch macht Michael auf den leeren Vorstadtstraßen einen noch traurigeren Eindruck als ohnehin schon, wenn er sich fragt, was zur Hölle denn mit all den Süßes-oder-Saures-Kiddies und ihrem parentalen Anhang passiert sein mag… Als er sich durch die Nachbarschaft bewegt, findet der maskierte Wannabe-Schlitzer lediglich Schilder vor, die ankündigen, dass Halloween dieses Jahr mal eben abgesagt ist.

Eingefleischte (sic!) Horrorfans können sich obendrein über so einige Easter Eggs freuen, die immer dann im Video versteckt wurden, wenn Michael Myers an einigen bekannten Orten vorbei kommt. Dazu gehört etwa ein bekanntes Haus in der Elm Street, welches man aus einem anderen Horror-Franchise kennen dürfte. Oder ebenjenen Busch, hinter dem er sich im ursprünglichen Halloween-Film gerne versteckt hatte – was jedoch nun, da niemand zum Erschrecken auf der anderen Seite wartet, weitaus weniger Spaß verspricht…

Und: Alle in diesem Kurzfilm verwendeten Schauplätze sind die echten Drehorte aus John Carpenters originalem „Halloween„-Film von 1978, der in Pasadena, Kalifornien, gedreht wurde. Auch wenn der wortkarge Irre mit der weißen William-Shatner-Maske und dem dunklen Overall – zumindest in der legendären Filmreihe – ein finsterer Slasher sein mag, der stets auf der Suche nach Menschen ist, die er ins Jenseits befördern kann, so kommt man – zumindest in diesem Jahr und dank dieses Kurzfilms – einfach nicht umhin, ein wenig Mitleid mit ihm zu haben. Und die Dinge werden noch peinlicher, wenn der arme Michael gen Ende mit seiner Entscheidung, eine Maske zu tragen, konfrontiert wird…

(oder via YouTube)

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Topiary Creatures


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Noch nienimmernicht von Topiary Creatures gehört? Macht nix, denn selbst auf Facebook konnten die fünf Newcomer aus San Francisco, Kalifornien bislang gerade einmal knapp 530 „Gefällt mir“-Klicks sammeln…

a3292030761_16Über die Qualität ihrer Songs sagt das freilich recht wenig aus. Wöllte man’s fix einordnen, so könnte man meinen, dass Topiary Creatures emo-lastigen Indie Rock mit feinem Twinkle und gelegentlichen Ausbrüchen tönen lassen. Anhand so einiger schöner Ideen und melodischer Spielereien, die aus dem unlängst erschienenen Debütalbum „Tangible Problems“ hervorstechen, darf man gern an Emo-Post-Rock-Kapellen wie etwa The World is a Beautiful Place & I am No Longer Afraid to Die denken – da passt’s nur allzu gut, dass deren Gitarrist Chris Teti hier hinter den Reglern und auf dem Produzentenstuhl saß. Stimmlich wiederum klingt an mancher Stelle eine Nähe zu Heliumkehlchen wie Claudio Sanchez (Coheed & Cambria) oder Anthony Green (Circa Survive, Saosin) an. Und hinter allem steckt Bandkopf Bryson Schmidt, der nach so einigen recht kurzlebigen Band- und Solo-Projekten (etwa Chloroform Playset) bei Topiary Creatures, deren Name – standesgemäß geekig-nerdig – einem Neunziger-Computerspiel entliehen ist, eine neue musikalische Heimat gefunden hat und sich ganz nebenbei auch für alle fantasievoll-kreativen Artworks verantwortlich zeichnet. Merke an: Diese Band sollten Genre-Freunde als echten, frischen Geheimtipp auf dem Schirm haben!

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Hier gibt’s das Musikvideo zu „Depends On The Day You Ask Me“…

 

…sowie das frisch erschienene Debütwerk „Tangible Problems“ im Stream:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jade Castrinos & The Black Cherrys – „I Don’t Want You“


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Was ’ne Stimme! Ich muss ehrlich zugeben, dass ich erst heute wirklich auf Jade Castrinos aufmerksam geworden bin, da die kalifornische Musikerin einen durchaus fabelhaften Beitrag zu „Echo In The Canyon„, einer 2018 erschienenen Musik-Doku über die Künstler-Szene im Laurel Canyon in den Sechzigern, abgeliefert hat – die ebenso kurzweilige wie interessante Dokumentation sowie der dazugehörige Soundtrack, zu welchem, neben Jakob Dylan (seines Zeichens der Sohn von His Bobness) und Jade Castrinos, auch weitere tolle Künstler wie Beck, Fiona Apple, Cat Power, Regina Spektor oder Norah Jones Gesangsbeiträge geliefert haben, sei hiermit allen Musikinteressierten wärmstens empfohlen.

Allen Freunden poppigen Indiefolks dürfte Castrinos‘ Stimme jedoch bereits deutlich länger bekannt sein, schließlich war die Dame bis 2014 Teil der LA-Indiefolk-Kombo Edward Sharpe and the Magnetic Zeros, und trug damit vor genau einer Dekade ihren – nicht eben ganz unwesentliches – kreatives Schippchen zum gepfiffene Erkennungsmelodie gewordenen Instant-Ohrwurm „Home“ bei. Jetzt klingelt’s, oder?

Dabei hatte Jade Castrinos bereits vor 2007, als sie ESatMZ-Frontmann Alex Ebert vor einem Café im heimatlichen LA traf, einiges an Erfahrung auf und neben kalifornischen Club-Bühnen gesammelt, stand ab und an bei der Band ihres Vaters am Mikrofon. Wer etwa die beiden um 2006 herum entstandenen Songs wie „Hunter“ oder „I Don’t Want You“ hört (das Internet liefert da trotz einiger Recherche leider wenig Infos), bei denen fast schon monumentale Seventies-Rock-Riffs à la Led Zeppelin auf das damals zwar noch junge, jedoch bereits mächtig gewaltige Gesangsorgan von Castrinos treffen (mich erinnert das Ganze logischerweise an die brillante All-Female-LedZep-Coverband Lez Zeppelin), den wundert es in der Tat kaum, dass ebenjene Musikerin knapp 15 Jahre später mal eben eine fulminante Version des The Mamas And The Papas-Evergreens „Go Where You Wanna Go“ raushaut…

 

 

Wer mehr über Jade Castrinos erfahren mag, der findet hier ein recht aktuelles Interview mit der stimmgewaltigen kalifornischen Musikerin…

 

Rock and Roll.

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