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Song des Tages: Enno Bunger – „Konfetti“


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Selbst wenn sich Enno Bunger in den letzten Wochen anlässlich seines am vergangenen Freitag erschienenen neuen Albums „Was berührt, das bleibt.“ öfter auf diesen bescheidenen Blog-Seiten wiederfand – ein vielleicht letztes Mal sei dem 32-jährigen Hamburger Indie-Pop-Pianisten definitiv noch gegönnt, denn: diese Platte ist, wie ich anhand der immerhin fünf vorab veröffentlichten Stücke „Bucketlist“, „Stark sein“, „Ponyhof“, „Konfetti“ und „Kalifornien“ (gibt’s weiter unten) bereits vermutet und gehofft hatte, in der Tat schon jetzt eine der besten, da bewegendsten deutschsprachigen Veröffentlichungen des Musikjahres. Und auch Bunger selbst meint: „Ich kann, will und werde wohl nie wieder ein solches Album schreiben.“

60346108_10157507537598783_1118283628451725312_oDass „Was berührt, das bleibt.“ dabei ebenso wohlwollende Rezensionen wie Schnellschuss-Verrisse einheimst, liegt wohl in der Natur der Sache, schließlich war es bei „großer Kunst“ (dieses Siegel verleihe ich der Platte an dieser Stelle mal eben) schon immer so, dass ebendiese polarisiert. Und am Ende darf sich jede(r) nur allzu gern selbst durch die elf Stücke, in denen sich der vielseitige Liedermacher so persönlich wie nie präsentiert, hören. So oder so: es lohnt sich, denn auch ich hatte lange nicht mehr so viele Tränen im Knopfloch, so viele Wellen Gänsehaut innerhalb eines dreiviertelstündigen musikalischen Platten-Erstkontakts…

Und wer schon nicht mir Glauben schenken mag, dem sei an dieser Stelle gern die nicht minder euphorische Review des ebenfalls nicht selten großartigen Bunger’schen Liedermacher-Kollegen Wolfgang Müller ans Herz gelegt, die dieser unlängst via Facebook ins weltweite Netz entließ, denn bessere, passendere Worte habe auch ich nicht für das tolle „Was berührt, das bleibt.“, dessen Titel gleich doppelt zu bejahen ist. Gänsehaut. Nachhall. Der Rest ist hören. Danke dafür, Enno. ❤️

 

„HERZRASEN UND GÄNSEHAUT
Mit seinem neuen Album ‚Was berührt, das bleibt‘ rettet Enno Bunger die Seele des Indie-Pop. Und vermutlich sich selbst dazu.

Es passiert nicht oft, dass ich ein Album höre und nach spätestens drei Stücken ausmachen muss – nicht, weil es so furchtbar wäre, sondern weil ich die Dichte und Intensität nicht ertrage. Bei ‚Du kannst mich an der Ecke rauslassen‘ von Niels Frevert war es so, bei ‚0‘ von Damien Rice. ‚Boxer‘ von The National. Musik, die man in Zeit auflösen muss, damit man sie verdauen kann. Und jetzt also Enno Bunger. ‚Was berührt, das bleibt‘ heißt seine neue Platte, und ganz offensichtlich ist dieses Gesetz keine Einbahnstraße – das, was da geblieben ist, geschnitten in orangenes Vinyl, 44 Minuten in 11 Songs, berührt nicht nur, es trifft einen als Hörer bis ins Mark. Selten, sehr selten, bereitet mir Musik Herzrasen. Diese hier tut es.

Dabei fängt alles so harmlos an. ‚Kalifornien‘, der Opener des Albums, kommt als fröhlicher, unschuldiger Aussteiger-Song daher. Doch bereits hier, in den ersten Zeilen, zeigt sich, woraus die Texte geschnitzt sind – aus einfachen Bildern, die gekonnt zu eindringlichen Geschichten geflochten werden. Enno Bunger schafft es, Allgemeinplätze so übereinander zu legen, dass sie aussehen wie exotische Orte. Das Ergebnis erscheint dabei manchmal so naheliegend, dass man sich fragt, wieso niemand vorher darauf gekommen ist. ‚Zeit ist Geld, wir werden so reich geboren‘ wäre so ein Satz. ‚Du wünschst dir für die Zukunft die Vergangenheit zurück‘ ein anderer. ‚Mit dir in meinen Armen hab‘ ich mein Leben im Griff.‘ noch einer. Ich könnte zwei Seiten mit Zitaten aus den Songs vollschreiben, und jedes Einzelne wäre es wert, doch all das erklärt nicht die Magie des Albums. Andere Künstler, deren Namen hier gnädig hinter dem Vorhang gehalten werden sollen, schaffen ebenfalls schöne Bilder mit teils witzigen Wortspielen und eingängigen Melodien. Und trotzdem gähnen diese Songs vor Leere und Belanglosigkeit, während sich bei Enno Bunger, der Teile des Albums in Zusammenarbeit mit seiner Freundin und Musikerin Sarah Muldoon geschrieben hat, ein Garten voller Gefühle öffnet. Spätestens bei ‚Konfetti‘, einem Lied über die verstorbene Freundin seines Schlagzeugers und besten Freundes Nils Dietrich (dem mit ‚Ponyhof‘ ein eigenes Denkmal gesetzt wurde), offenbart sich ein offenes Geheimnis aufs Neue: Schöne Sätze reichen nicht. Nur wer wirklich etwas zu sagen hat, und dann noch die richtigen Worte findet, kann etwas schreiben, was die Seele berührt. Und berühren tut es. Wem nach ‚Konfetti‘ keine Tränen in den Augen oder auf den Wangen glitzern, hat keine Ohren oder kein Herz. Vergleiche verbieten sich in der Musik, aber im Olymp der Totenklagen sitzt ‚Konfetti‘ direkt neben ‚Seltsames Licht‘ von Gisbert zu Knyphausen und ‚Der Weg‘ von Herbert Grönemeyer.

‚Glaube an die Welt‘ (das ironischerweise an den letztgenannten Song erinnert) trägt die Fackel weiter in ein leeres Zimmer voller Fragen an den Sinn und Unsinn dieser Welt. ‚Wolken aus Beton‘ wiederum reißt das Fenster zur Zukunft auf. So wie das ganze Album schwankt das Lied wie ein kleines Boot zwischen Wut, Trotz und Zuversicht auf einem tosenden Meer aus Traurigkeit. Ab und zu bricht die Sonne durch die Wolken, der Wind flaut ab, und für einen kurzen Moment herrscht Frieden. Doch schon gleich darauf erlischt das Licht, und die nächste, haushohe Welle stürzt hinab und zerreißt das Segel. Man ahnt, man schmeckt wie Salzwasser, wie die letzten Jahre für Enno Bunger und die, die er liebt, gewesen sein müssen. Es spricht eine Dringlichkeit, eine Präsenz und eine Klarheit aus den Liedern, die nur jemand haben kann, der weiß, was es bedeutet, jemanden für immer zu verlieren. Und daher auch weiß, worum es am Ende des Tages wirklich geht.
Jedes Lied auf diesem Album hat eine Botschaft, eine Geschichte, einen festen Platz, ein Geburtsrecht auf Zuhörerschaft. Selbst ‚Niemand wird dich retten‘, das jedes Klischee von Superhelden-Geschichten zitiert und Computerspiel-Bilder bemüht, und es zudem noch wagt, nach Ingo Pohlmann ein Yoda-Zitat in einem Song zu verwenden, erzeugt Gänsehaut, weil man spürt, dass hier jemand jedes Wort genauso meint, wie er es sagt, und die Bedeutung des Satzes ‚Niemand hier kann dich retten, niemand außer dir selbst‘ wirklich begriffen hat.

Musikalisch wandert Enno Bunger zwischen Balladen und Indie-Pop – und darüber hinaus: ‚One-Life-Stand‘ könnte auch ein Casper-Song sein, Kalifornien treibt einen Tomte-artigen Beat vor sich her, bei ‚Stark sein‘ zwitschert beim Hören des Refrains ‚Angel‘ von Robbie Williams dazwischen, die Farbe der Stimme erinnert bisweilen an Gisbert zu Knyphausen, aber all das tut der Originalität keinen Abbruch. Auch hier schafft es Enno, aus Bekanntem etwas Neues, Eigenes und Kraftvolles zu formen, so, wie das Kunst in seiner besten Form tut.

Während viele bekanntere Indie-Musiker sich mit immer seichteren und gefälligeren Songs langsam aber sicher dem Indie-Schlager nähern, um ein Stück vom Kuchen des Mainstream-Musikmarktes zu ergattern, hat Enno Bunger den Mut gefunden, ein zutiefst persönliches und authentisches Album zu schreiben, ein wahrhaftiges Stück Musik zu erschaffen, und darin nach eigenen Angaben fast seine gesamten Ersparnisse zu versenken. In Zeiten, in denen man mit physischen Tonträgern kaum noch Geld verdienen kann, und auf große Klickzahlen bei Spotify und Co angewiesen ist, um zu überleben, ein großes Risiko. Dass die Lieder trotz der Ernsthaftigkeit fast allesamt Ohrwürmer sind, macht da viel Hoffnung und tut ihrer Tiefe keinen Abbruch, im Gegenteil. ‚Was berührt, das bleibt‘ gehört dem Streaming zum Trotz fraglos in jede Vinyl- oder CD-Sammlung. Damit das, was berührt, auch dann noch bleibt, wenn es längst keine Playlisten mehr gibt. Mit diesem Album hat Enno Bunger die Seele des Indie-Pop gerettet, und vermutlich sich selbst dazu. Dafür kann man sich nur verneigen, Konfetti werfen und Applaus klatschen. Hiermit geschehen.“

(Wolfgang Müller)

 

Hier kann man sich den Kurzfilm aus allen fünf Musikvideos zu „Was berührt, das bleibt.“ in der von Enno Bunger bestimmten Reihenfolge zu Gemüte führen:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Melodicka Bros – „Chop Suey!“


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Man mag’s auf die definitiv sommerliche Affenhitze draußen schieben, aber diese recht einfache, jedoch durchaus ungewöhnliche Coverversion des System Of A Down-Klassikers „Chop Suey!“ hat was.

Die Melodica Bros, die laut Facebook „weird covers for weird people“ produzieren, schnappen sich den gerade einmal knappe, schlappe 18 Jahre jungen Song von „Toxicity„, dem wohl besten Album der kalifornischen Alternative-Metal-Band um Serj Tankian, Daron Malakian und Co., und basteln ein humoriges „Way Too Happy Acoustic Cover“, welches mit Natur-Setting und Spökes näher beim poppig-fröhlichen Chill-Out-Modus eines Jason Mraz wegdöst als dass es zum durchgeschwitzten Aggro-Pogo ansetzen würde…

 

 

„Wake up (wake up)
Grab a brush and put a little makeup
Hide the scars to fade away the shake up
(Hide the scars to fade away the shake )
Why’d you leave the keys up on the table?
Here you go create another fable

(You wanted to)
Grab a brush and put on a little makeup
(You wanted to)
Hide the scars to fade away the shake up
(You wanted to)
Why’d you leave the keys up on the table?
(You wanted to)

I don’t think you trust, in, my,
Self-righteous suicide,
I, cry, when angels deserve to die

Wake up (wake up)
Grab a brush and put a little makeup
Hide the scars to fade away the shake up
Why’d you leave the keys up on the table?
Here you go create another fable

(You wanted to)
Grab a brush and put on a little makeup
(You wanted to)
Hide the scars to fade away the shake up
(You wanted to)
Why’d you leave the keys up on the table?
(You wanted to)

I don’t think you trust in my
Self-righteous suicide,
I cry, when angels deserve to die
In my self-righteous suicide,
I cry, when angels deserve to die

Father (brother)
Father (mother)
Father (fucker)
Father (aaah!)
Father into your hands, I commend my spirit
Father into your hands, why have you forsaken me?
In your eyes, forsaken me
In your thoughts, forsaken me
In your heart, forsaken me

Oh, trust in my, self-righteous suicide
I cry when angels deserve to die
In my self-righteous suicide
I cry when angels deserve to die“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jenny Lewis – „Heads Gonna Roll“


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Jennifer „Jenny“ Diane Lewis mag zwar „erst“ 43 Jahre jung sein, kann aber bereits auf ein ganzes Leben im Showgeschäft zurückblicken – erst als Kinderstar in diversen, mal mehr, mal weniger bekannten US-TV-Shows, dann als Indierock-Darling mit ihrer damaligen Band Rilo Kiley (of Saddle Creek fame). Schon vor deren langsamen Ende (erst mit Auszeit 2010, dann der finale Schlussstrich vier Jahre später) schwang sich die gebürtige Kalifornierin zu einer Solo-Karriere auf, die seit 2006 (und dem Solo-Debüt „Rabbit Fur Coat„) mit „Acid Tongue“ und „The Voyager“ zwei weitere Werke voll mit Songs, die stilistisch ab und an noch im milde indierockenden Gewässer á la Kilo Kiley unterwegs waren, viel öfter jedoch die musikalischen Fühler nach Alt.Country, Americana und Co. ausstreckten. Less Punkrock, more LA Lounge Bar.

jennylewisDas kann man nun auch über das jüngste, vierte Album, „On The Line„, behaupten. In ihren besten Momenten tönt Jenny Lewis so verspielt wie Kate Bush im Rockmodus oder so verlebt wie Stevie Nicks, in seichteren Minuten gerät manch eines der elf neuen Stücke immerhin noch zu bubblegumigem Westcoast-Pop, der einerseits die Sonne scheinen lässt (ohne in den Gehörgängen haften zu bleiben), andererseits schließlich auch keinem weh tut.

Einen guten ersten Eindruck von Jenny Lewis‘ neusten Ergüssen kann man sich bereits mit dem Opener verschaffen: „Heads Gonna Roll“, mit einem gewissen Ringo Starr am Schlagzeug (nicht, dass dies ins Gewicht fiele), klingt nach dezent gefühliger, semi-melancholischer Americana-Musik, die – ganz amerikanische Topoi, allesamt – von Liebe und Sünde, von Himmel und Hölle erzählt – vom Willen, sich bis zum letzten Glockenschlag nicht unterkriegen zu lassen. Immerhin packt der Refrain zu: Köpfe werden rollen, singt Jenny Lewis, und ihre zumeist markant-sanfte Stimme wird brüchiger an dieser Stelle, so ganz will sie, bei allem durchaus vorhandenem Referenzwucher von Elliott Smith und Bob Dylan bis Duluth und Marrakesh, nicht ablassen von diesen feinen, zwischen den Zeilen versteckten doppelten Böden, auf denen sie sich als Sängerin von Rilo Kiley gerne bewegt hat.

Und auch wenn auf „On The Line“ wenig zwingend und mehr nach dem modus operandi „Easy Listening an einem Sonntagvormittag“ gerät, ist und bleibt Jenny Lewis eine Gute, der man auch diesmal gern zuhört. Denn mit einem Leben im Showbiz in petto hätte man freilich noch die ein oder andere interessante Anekdote parat…

 

 

„Since I haven’t talked to you I dream about your baby blues
And wonder why you stopped getting high
Even though we were just friends, I think of us as bookends
And I’m gonna love you till I die

And you think you’re going to heaven
And that I am going to hell
And that I’m gonna keep on dancing
Till I hear that ringing bell

Heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls
Heads gonna roll

Took a little trip up north
In a borrowed convertible red Porsche
With a narcoleptic poet from Duluth
And we disagreed about everything
From Elliott Smith to Grenadine

He fell asleep and I put up the roof
And he took me to a graveyard
I thought he’d kill me there
And he kissed me on the corner
While the nuns of Harlem stared

Oh, heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls
Heads gonna roll

Smoking Marlboro cigarettes
Almost makes me forget about riding on a private jet with you
I hope the sycophants in Marrakesh
Make you feel your best
Anonymity must make you feel blue
And you think I’m going to heaven and you are going to hell
With your back to the Medina as if you were in jail

Heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls

Heads gonna roll
Ladies, we’re gonna drink until they close

And maybe a little bit of hooking up is good for the soul
Heads gonna roll…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: SWMRS – „Lose It“


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„In ihrer Musik kombinieren SWMRS die bissigen Breitseiten von The Clash, das Amphetamin-Bubblegum der Ramones und die schneidenden Texte, treibende Energie und raue Ehrlichkeit von Public Enemy, Frank Ocean, A Tribe Called Quest und Kurt Cobain.“ Na, immerhin stapelt der Pressetext von Warner Music nicht zu tief…

81cWFGcvmEL._SS500_Dass Cole Becker, Max Becker, Joseph Armstrong und Sebastian Mueller diese Vorschusslorbeeren (ebenso wie den Fakt, dass der Punkpoprock-Vierer aus dem US-amerikanischen, sonnenbeschienenen Oakland, Kalifornien 2016 vom „Rolling Stone“ als „Best New Artist“ angepriesen wurde) nur bedingt einlöst, mag wohl daran liegen, dass SWMRS sich zwar bereits – wenn auch unter anderen Bandnamen – so einige Jahre lang ihre Bühnebrettersporen verdient haben, andererseits jedoch auch fern davon sind, als „alte Indierock-Hasen“ zu gelten. Vielmehr klingen sowohl das 2016er Album „Drive North“ als auch das nun erschienene neue Werk „Berkeley’s On Fire“ (mehr Infos dazu findet ihr etwa hier, das Musikvideo zum Titelstück gibt es an dieser Stelle) wie Mixtape-Soundtracks für imaginäre Frühsommer-Roadtrips entlang der kalifornischen Küste oder lange Abende im nahegelegenen Skate-Park, prall gefüllt mit allem, was sich an Indie-, Alternative-, (Post-)Punk-, seligem Neunziger-Retro-Rock, Synthie- oder Popwerpop gerade so auftreiben ließ. Im Einzel schön, als Ganzes jedoch schnell beliebig, und trotz guter Ansätze in Musik und Texten (noch) mit zu wenig eigenem Stil – da hilft auch die prominente Verwandtschaft (der Punkrock-Dad von Schlagzeuger Joseph Armstrong ist kein Geringerer als Green-Day-Frontmann Billie Joe Armstrong) wenig. Aber: all das kann ja noch werden…

 

Ganz toll in jedem Fall – und meinerseits mit erhöhter Ohrwurm-Warnung versehen: die auf dem Re-release von „Drive North“ erschienene Quasi-Slacker-Ballade „Lose It“:

 

„When I first saw you I made a mixtape
I didn’t know you’d do the same damn thing
When I said goodbye to you it went quiet
Cause I didn’t wanna feel any pain
The last thing I want is another debutante
To take me away from my world (Take me away from my world)
And I know that wasn’t us, but it still got tough
So come on, come on

And tell me why’d you have to have such a damn good taste in music?
Ya if all my favorite songs make me think of you I’m gonna lose it

When we drove up the coast we had a soundtrack
We made it feel like a film on a reel
And our story didn’t have a happy ending
But it still sounded good despite the way I feel
The last thing I want is another broken heart
To drive me to the brink of crazy (Drive me to the brink of crazy)
In the end I couldn’t take it cause I knew we wouldn’t make it
So come on, come on

And tell me why’d you have to have such a damn good taste in music?
Ya if all my favorite songs make me think of you I’m gonna lose it
Tell me why’d you have to have such a damn good taste in music?
Ya if all my favorite songs make me think of you I’m gonna lose it

In the end we were just a couple kids
Who thought and fought our way around each other
There’s a mark on the town from the times we had around
But there’s still some space for the rest of our lives

Sing it
Doo doo doo doo doo doo…

Tell me why’d you have to have such a damn good taste in music?
Ya if all my favorite songs make me think of you I’m gonna lose it
Tell me why’d you have to have such a damn good taste in music?
Ya if all my favorite songs make me think of you I’m gonna lose it

I’m gonna lose it…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Souvenirs – „You Affect Me“


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Es gibt so Bandnamen, die könnten beliebiger kaum sein. „Souvenirs“ etwa. Da gäbe es sowohl eine „Tanzband & Hochzeitsband“ aus München, eine Swing- und Jazzband (ebenfalls aus der bajuwarischen Landeshauptstadt, dass die da mal bloß nicht durcheinander kommen!), ein dänisches Pop-Duo, eine Classic Acoustic Country- und Americana-Band (mit einem „The“ davor), gewohnt Schräges aus den Niederlanden… Und eben Souvenirs aus dem kalifornischen Carpinteria.

41otv0fbcul._ss500Und auch die Einflüsse der seit 2011 bestehenden Band von Sänger und Gitarrist Tim Riley sind beim ersten, spontanen Hineinhören gar nicht mal eben so besonders: Waren die ersten Veröffentlichungen noch von klassischem LoFi-Neunziger-Emo á la Sunny Day Real Estate oder Mineral geprägt, klingen auf dem im Januar 2017 erschienenen aktuellen Album „Posture Of Apology“ mittlerweile Bands wie die frühen Phoenix, Death Cab For Cutie („‘Transatlanticism’ is one of my all time favorite records“, wie Riley selbst zugibt) oder Pedro The Lion, manchmal gar die Editors durch – hoch melodischer Shoegaze-Pop, der leicht tapsend durch Indierock- und Emo-Gefilde schlurft, wenn man so mag.

Ein weiterer Einfluss auf die Songs von „Posture Of Apology“ dürften außerdem AFI gewesen sein, schließlich gilt deren Frontmann Davey Havok nicht nur als ein Förderer von Souvenirs (und nahm die Band als Vorgruppe mit auf Tour), sondern liefert bei einem Stück des Albums („Float„) auch die Gast-Vocals. Tim Riley weiß Folgendes zu erzählen:

„Davey Havok was actually one of my first friends I made when I moved to Los Angeles. We were trying to figure out who what sound cool for the bridge in ‚Float‘ and he came up and we were like ‚duh‘. Dave was so cool about it, I think he just responded with ‚when and where?!?‘ It was done in like 24 hours of asking. We played AFI’s first ‘comeback’ show at the Troubador a few years ago and I guess that put us on their radar for this tour. It’s pretty surreal to tour with a band that we all grew up listening to.“

Insgesamt schmeichelt sich ein Großteil der Songs des Albums gut in die Gehörgänge, tut so gar nicht weh – und passt damit formidabel zum verschlafenen Jahresanfang. Memorable Bandnamen dürfen sich da gern andere ausdenken…

 

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Zwar ist das Bild nicht ganz brandaktuell (einer kurzen Recherche nach müsste es von Januar 2016 sein), die Botschaft dahinter ist jedoch trotzdem zu gut, um in Vergessenheit zu geraten:

„Famed actor Arnold Schwarzenegger posted a photo of himself sleeping on the street under his famous bronze statue, sadly wrote ‚How times have changed’…

The reason he wrote the phrase was not only because he was old, but because when he was governor of California he inaugurated a hotel with his statue. Hotel staff told Arnold, ‚at any moment you can come and have a room reserved for you.‘
When Arnold stepped down as Governor and went to the hotel, the administration refused to give him a room arguing that he should pay for it, since they were in great demand.

He brought a sleeping bag and laid underneath the statue and explained what he wanted to convey: ‚When I was in an important position, they always complimented me and when I lost this position, they forgot about me and did not keep their promise. Do not trust your position or the amount of money you have, nor your power, nor your intelligence, it will not last.‘

Trying to teach everyone that when you’re ‚Important‘ in the people’s eyes, everyone is your ‚Friend‘. But once you don’t benefit their interests, you won’t matter.

‚You are not always who you think you will always be, nothing lasts forever.'“

 

Rock and Roll.

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