Schlagwort-Archive: Konzertmitschnitt

Song des Tages: The Distillers – „City Of Angels“ (live)


Na da hör‘ her! The Distillers haben ein Live-Album titels „Live In Lockdown“ veröffentlicht, welches ab sofort digital erhältlich ist. Die insgesamt neun Songs, die während eines Livestreams gegen Ende des vergangenen Lockdown-Jahres aufgenommen wurden, werden am 21. November 2021 über Rise Records auch auf Vinyl erscheinen.

Zwölf Jahre nach ihrer Auflösung kündigte die Band 2018 etwas überraschend ihr Comeback an, dem das Punk-Rock-Quartett einige Live-Auftritte in den US of A sowie der Single „Man vs. Magnet / Blood In Gutters“ die ersten neuen Songs nach immerhin 14 Jahren Sendepause folgen ließ. The Distillers gründeten sich 1998 um Frontfrau Body Dalle im kalifornischen Los Angeles und lösten sich 2006 auf, nachdem sowohl Schlagzeuger Andy Granelli als auch Bassist Ryan Sinn die Band verlassen hatten. In jenen acht Jahren veröffentlichte die Band drei Alben und erlangte mit diesen (sowie eventuell dem Fakt, dass ihre Frontfrau bis 2020 mit Queens Of The Stone Age-Vorsteher Josh Homme liiert war) weltweit Kultstatus. Brody Dalle und Gitarrist Tony Bevilacqua gründeten nach Auflösung der Distillers mit Spinnerette eine neue Band, welche jedoch recht kurzlebig geriet. Brody Dalle ist seitdem auch als Solo-Künstlerin aktiv und veröffentlichte im Jahr 2014 mit „Diploid Love“ bislang ein Album unter eigenem Namen.

Nachdem The Distillers, die aktuell auch am Nachfolger zum 2003 erschienen jüngsten Langspieler „Coral Fang“ arbeiten, ursprünglich 2020 die ersten Europa-Shows nach ihrem Comeback spielten wollten, bestätigte die Band um Frontfrau Brody Dalle erst vor kurzem die neuen Tour-Termine für 2022. Da „Live In Lockdown“ im vergangenen Dezember aufgezeichnet wurde, mutet das Video zum Repertoire-Klassiker „City Of Angels“, welches den Vierer zwischen Weihnachtsbäumen, Kunstschnee, Schneemännern und Zipfelmützen zeigt, aktuell, Mitte Juli, zwar etwas eigenartig an, nichtsdestotrotz kann man sich damit bestens davon überzeugen, dass Brody Dalle und ihre Männer auch nach über einer Dekade Funkstille recht wenig von ihrer punkrockenden Energie verloren haben…

— The Distillers live —

02.06.22 Berlin, Zitadelle
06.06.22 Hamburg, Fabrik
10.06.22 UK-Donington, Download Festival
12.06.22 AT-Nickelsdorf, Nova Rock Festival
14.06.22 NL-Amsterdam, Melkweg
15.06.22 NL-Amsterdam, Melkweg
18.06.22 BE-Antwerpen, Trix
19.06.22 LU-Luxemburg, Den Atelier

Rock and Roll.

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Monday Listen: Dredg – „Live at Konzerthaus Dortmund“


Foto: Promo / Skalarmusic

Auf der Liste der Bands, von denen ich seit Jahren sehnlichst auf neue Musik erwarte, belegen Dredg seit jeher einen Platz auf dem Treppchen, immerhin liegt das jüngste, sowohl bei Fans als auch bei der Band selbst mittlerweile mit durchaus gemischten Gefühlen betrachtete Album „Chuckles And Mr. Squeezy“ ganze zehn (!) Lenze zurück. Da hilft es auch wenig, dass sowohl Frontmann Gavin Hayes als auch der Rest des San Francisco Bay Area-Quartetts zwar alle paar Monate Neuigkeiten versprechen, ansonsten aber seit Jahr und Tag nicht wirklich aus den Pötten kommen.

Fans der vier Alternative-Prog-Rocker bleibt da nur eins: selig bis nostalgisch in alten Erinnerungen schwelgen, alle paar Monde mal wieder in den auch heute noch ebenso fulminanten wie großartigen wie tiefgreifenden Langspieler-Hattrick aus „Leitmotif“ (1999), „El Cielo“ (2002) sowie „Catch Without Arms“ (2005) eintauchen. Oder sich eben davon überzeugen, dass Dredg in ihrer aktiven Zeit zu einer der besten Live-Bands ihres Genres zählten. Glaubste nicht? Dann sei dem kritischen Ohr etwa ebenjene Show als Hörerherz gelegt, die Gavin Hayes (Gesang, Slidegitarre), Mark Engles (Leadgitarre), Drew Roulette (Bass) und Dino Campanella (Schlagzeug, Piano) im Januar 2009 im Konzerthaus Dortmund spielten. Die gibt’s, wie man unten sehhören kann, in bester Qualität sowohl bei YouTube als auch als Bootleg bei archive.org. Von all den Mitschnitten, welche sich wiederum dort finden lassen, sei euch auch jene empfohlen, die die Band 2007 im heimischen San Francisco spielte. Auch dort hören Kenner des Quartetts zwar wenig Neues, dürfen sich jedoch etwas Appetit und Bock auf neue Musik holen. Denn mit einer geschlagenen albumfreien Dekade machen Dredg mittlerweile sogar Rekordhaltern wie Tool mächtig Konkurrenz…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Ex:Re – „Where The Time Went“ (with 12 Ensemble)


Foto: Promo / Maria Kochiashvili

Über zwei Jahre ist es her, dass Elena Tonra mit ihrem ersten Solo-Album unter dem Namen Ex:Re im ungefilterten Monolog das Ende einer Beziehung rekapitulierte und allen geneigten Hörern (und Hörerinnen) zehn wunderschöne, sanft-melancholische Tränenzieher irgendwo im nachtschweren Electro-Pop-Spannungsfeld servierte. Seitdem jedoch herrschte Funkstille – auch bei ihrer eigentlichen Hauptband Daughter. Umso überraschender kam nun die Ankündigung, dass bereits am morgigen Freitag ein (digitales) Album mit Live-Aufnahmen der Kollaboration zwischen der Daughter-Frontfrau, der klassischen Komponistin Josephine Stephenson und dem 12 Ensemble, einem renommierten String Ensemble, erscheinen wird.

Und obwohl die 31-jährige britische Musikerin mit Ex:Re noch immer ihr „Solo-Ding“ verwirklicht, ist „Ex:Re with 12 Ensemble“ ein durch und durch gemeinschaftliches Produkt: So zeichnete sich Fabian Prynn, der Produzent und Schlagzeuger des Ex:Re-Debütalbums, für die Aufnahmen verantwortlich, welche am 30. November 2019 im Londoner Kings Place entstanden. Josephine Stephenson begleitete Tonra auf dem Piano, integrierte das 12-köpfige Streich-Ensemble gekonnt in die emotionalen Songs und erschuf so eine Brücke zwischen klassischer und kontemporärer Musik. Das Ergebnis besticht durch seine subtile Dynamik, die Elenas Worte exponiert und an Bedeutung gewinnen lässt, konträre Melodien oder detailverliebte Änderungen an Harmonien, welche die Songs wachsen lassen. Die vorliegende Live-Umsetzung des Studioalbums ist dabei ein nur allzu logischer Schritt, denn nachdem Stephenson Elena „Ex:Re“ Tonra über ein Jahr auf Tour begleitete und ihre Songs in- und auswendig kannte, existierten die Blaupausen der Arrangements bereits in ihrem Kopf und mussten quasi nur noch an das 12 Ensemble übergeben werden. Wunderschön, einmal mehr.

Einen ersten Eindruck von „Ex:Re with 12 Ensemble“ kann man sich anhand des Videos zum Album-Opener „Where The Time Went“ verschaffen:

Rock and Roll.

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Sunday Listen: The National – live from Best Kept Secret 2018


Seien wir ehrlich, so traurig es auch sein mag: Durch die neuerlichen Corona-Lockdown-Anordnungen (nicht nur hierzulande) sieht’s wohl nach wie vor – und auf unabsehbare Zeit – recht schlecht aus mit Live-Konzerten. Bei akuten Entzugserscheinungen hilft da manchmal nur YouTube…

The National haben da schon vor einigen Monaten mit- und an ihre Fans gedacht und eine Vielzahl von Konzertmitschnitten ins weltweite Bild-und-Ton-Netz geladen. Etwa auch jene Show, die die Band um Frontmann Matt Berninger im Juni 2018 beim Best Kept Secret Festival im niederländischen Beekse Bergen, Hilvarenbeek spielte – satte anderthalb Stunden lang und an Highlights wie etwa den Fan-Favoriten „Bloodbuzz Ohio“, „Slow Show“, „Fake Empire“, „About Today“ (welches ja mein Hörerherz jedes Mal wild pochen lässt) oder – passend zum heutigen Novemberbeginn – „Mr. November“ alles andere als arm. Die fünf US-Indierocker, deren siebentes Album „Sleep Well Beast“ damals gerade knapp ein Jahr jung war, sind bestens ausgelegt wie eingespielt und liefern potentiell eine ihrer wohl besten Shows ab… Lohnt sich also!

Übrigens sollen Matt Berninger, Aaron und Bryce Dessner sowie Scott und Bryan Devendorf – so Corona es denn zulassen wird – im kommenden Jahr erneut beim Best Kept Secret zu Gast sein. Ob die Show stattfinden wird? Warten wir’s ab.

„Our crew are the lifeblood of our touring operation and have become family through the many years we’ve worked together. As uncertainty looms over the state of the live concert industry, we will direct all profits from merch sales through our webstore, new Cherry Tree enrollments, and sales from the Cherry Tree members-only store to support our crew members throughout this crisis to the best of our ability.“

-SETLIST-

  1. Nobody Else Will Be There
  2. The System Only Dreams In Total Darkness
  3. Don’t Swallow The Cap
  4. Walk It Back
  5. Guilty Party
  6. Afraid Of Everyone
  7. Bloodbuzz Ohio
  8. I Need My Girl
  9. Conversation 16
  10. Slow Show
  11. Day I Die
  12. Carin At The Liquor Store
  13. Graceless
  14. Rylan
  15. Fake Empire
  16. About Today
  17. Light Years
  18. Mr. November
  19. Terrible Love
  20. Vanderlyle Crybaby Geeks

Rock and Roll.

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„Live at Red Rocks Unpaused“ – Phoebe Bridgers und Band spielen „Punisher“ in kompletter Länge


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Für alle, die – ebenso wie ich – aktuell gar nicht genug von Phoebe Bridgers‚ fulminant-besonderem Album „Punisher“ bekommen können, gibt’s nun Nachschub in fast schon unerwartbarer Form, denn die US-amerikanische Indie-Singer/Songwriterin und ihre Band bekamen im Rahmen der „Red Rocks Unpaused„-Reihe die Gelegenheit, in dieser doch so eigenartigen Zeit eine Live-Show vor besonderer Kulisse zu spielen: dem Red Rocks-Amphitheater in der Nähe von Morrison, Colorado.

How Red Rocks’ virtual festival is trying to replicate a live concert

Und anstatt ihrem (natürlich lediglich digital anwesenden) Publikum „nur“ eine schnöde zusammengewürfelte Stunde voller Songs aus ihren bislang zwei Alben zu bieten, spielten Phoebe Bridgers und Band – neben Fan-Favoriten wie „Motion Sickness“, „Scott Street“ (vom Debüt „Stranger In The Alps“) sowie „Me & My Dog“ (von der boygenius-EP) – mal eben „Punisher“ in Gänze und am Stück! So bekommt man 2020 unverhofft doch die Möglichkeit, sich von der heimischen Couch aus einen Eindruck davon zu machen, wie „Garden Song“, „Kyoto“, „Chinese Satellite“ oder – vor allem – der krönende Album-Abschluss „I Know The End“ auf Bühnenbrettern klingen…

(Das komplette Konzert kann man sich via Vimeo in gewünschter Bild-Qualität zwischen SD 240p und HD 1080p auch für den Offline-Genuss laden, während man hier die Show im mp3-Format fürs heimische Abspielgerät findet…)

 

(oder via YouTube)

 

Rock and Roll.

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„Guilty Party: Basilica Hudson“ – The National teilen einen Konzertfilm


The-National-photo-by-Lior-Phillips

Foto: Lior Phillips

Um die ungewisse (und in manchem Moment doch recht öde) Zeit in der Coronakrise etwas angenehmer zu gestalten, teilen nun auch The National jede Woche auf YouTube eine neue Überraschung mit der (Musik)Welt. Mal ein besonderes Musikvideo, mal einen Live-Clip oder einen Film von einem ihrer Festivalauftritte – oder eben, wie jetzt, einen Mitschnitt von einem ganz besonderen Konzert: „Guilty Party: Basilica Hudson“ entstand zum Release ihres siebenten, 2017 erschienenen Albums „Sleep Well Beast“. Die Aufnahme von Juli desselben Jahres präsentiert die fünfköpfige Indie-Rock-Band im New Yorker Venue Basilica Hudson. Das Außergewöhnliche: Matt Berninger und seine Bandmates spielten dabei auf einer Bühne, welche eine Art Rondell darstellt, und die gesamte Band performte so bei der Show stets zueinander geneigt (mehr Bilder findet man etwa hier).

Der knapp anderthalb Stunden lange Auftritt wirkt in seiner Größe und Lichtstimmung dabei stets intim. Ganz ähnlich wie beim aktuellen, 2019 veröffentlichten Studiowerk „I Am Easy To Find“ oder den jüngsten Live-Shows werden The National außerdem auch immer wieder von befreundeten Künstlern wie Mouse On Mars, Nadia Sirota, So Percussion, Arone Dyer oder Buke and Gase begleitet. Unterschiedliche Kameraperspektiven ermöglichen Blicke auf jeden Einzelnen im Live-Team, auf das Publikum sowie auf die komplette Bühnensituation. Feine Sache, mit der sich wohl gut das ein oder andere Musen-Stündchen füllen lässt…

 

 

— SETLIST —

1. Nobody Else Will Be There (mit Nadia Sirota)
2. Day I Die (mit So Percussion)
3. Walk It Back (mit Nadia Sirota & Mouse on Mars)
4. The System Only Dreams In Total Darkness (mit Arone Dyer & So Percussion)
5. Born To Beg (mit Arone Dyer & Mouse on Mars)
6. Turtleneck
7. Empire Line (mit So Percussion, Mouse On Mars & Nadia Sirota)
8. I’ll Still Destroy You (mit So Percussion, Mouse On Mars & Nadia Sirota)
9. Guilty Party (mit Nadia Sirota)
10. Carin At The Liquor Store
11. Dark Side Of The Gym (mit Arone Dyer, Nadia Sirota & Mouse On Mars)
12. Sleep Well Beast (mit So Percussion, Buke and Gase, Nadia Sirota, & Mouse On Mars)
13. Bloodbuzz Ohio
14. I Need My Girl
15. Pink Rabbits
16. Fake Empire

ZUGABE:

17. Mr. November
18. Terrible Love

 

Rock and Roll.

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