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Song des Tages: Talitha Ferri – „Tribute To Her“ (Live Session)


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Foto: Facebook

Dieser Tage landete ein „Gesponsert“-Link in meiner Facebook-Timeline, von dessen Güteklasse in Zukunft gern mehr ebenda auftauchen dürfen: eine Live-Session des Songs „Tribute To Her“ aus der Feder von Talitha Ferri.

Talitha…who?

Eben. Sagte auch mir: nichts.

Und auch eine kurze Recherche bei Google und Co. verstärke recht schnell den „Newcomer“-Verdacht. Talitha Ferri ist eine dänische Singer/Songwriterin mit US-Wurzeln, die bereits seit einiger Zeit ihre kreativen Zelte in Kopenhagen aufgeschlagen hat. Von der seit eh und je ebenso sauteuren wie hippen dänischen Hauptstadt aus kombiniert sie (fast schon) klassischen Indie-Folk mit Stilmitteln aus Rock’n’Pop sowie fragilen Melodien und recht offenherzigen Texten, die den geneigten Hörer mit ihrer rohen und beschwörenden Art schonmal direkt ins singende, klingende Herz treffen können – wie eben „Tribute To Her“, einer Hymne an das Weibliche, das wunderschön Unperfekte, die für gut fünf Minuten fast schon himmlische Brückenschläge von Emilíana Torrini über Tim Buckley und Lisa Hannigan bis hin zum selig-großen Leonard Cohen wagt. Recht phantastisch, und leider bereits der einzige Solo-Song der (noch und mit gerade einmal knapp 500 Facebook-Likes dekorierten) unbekannten Nachwuchs-Musikern der sich – insofern ich nicht schlampig gesucht habe (in diesen Fall würde ich mich natürlich über einen Kommentar und digitalen Fingerzeig freuen) –  aktuell im weltweiten Netz auftreiben lässt…

(Übrigens, wem es denn auf Teufelkommraus nach einem akustischen Nachschlag gelüstet: Bei der Live-Session von „Tribute To Her“ spielen auch Joseph „Joe“ Willem Ricci, Janus Jakobsen, Jamie Metcalfe an Gitarre, Bass und Violine mit, die gemeinsam mit Ferri auch im ebenfalls relativ frischen Alt.Folk-Band-Projekt Anima & Ennui musizieren, deren Debüt-Single „Nothing Better“ im vergangenen April erschien. Gute Nachricht an dieser Stelle: Das gemeinsame Debütwerk „An & En“ ist für dieses Jahr versprochen!)

 

 

Rock and Roll.

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Der Jahresrückblick – Teil 2


Wie zum Ende bisher jeden Jahres seit… – Ja, wann eigentlich? Gefühlt bereits seit etwa 20 Lenzen! – gingen auch in den letzten Tagen von 2019 meine mittlerweile “traditionellen” Jahresmixtapes an die ersten Empfänger raus. Einziges Konzept, wie immer: die Songs mussten nicht zwingend von 2019 stammen, mich jedoch in diesem Jahr begeistert, erfreut, bewegt etc. haben. Und das ist bei diesen 62 Stücken beziehungsweise mehr als drei Stunden Musik zweifellos der Fall. Außerdem dürften auch hier die regelmäßigen Blogwärte – sorry für den kleinen infantilen Wortwitz, der musste mal eben wieder an die frische Luft – aufmerken, denn der ein oder andere Song könnte ihnen natürlich durchaus bekannt vorkommen…

Drei Mal querbeet durch meinen Kosmos der gehobeneren musikalischen Unterhaltung 2019, á la ANEWFRIEND – hier die Tracklists zum Nachjagen, Aufstöbern und Nachbasteln…

 

Vol. 1

1.  Intro

Vol. 1 Kopie

Coverfotografien: Tim Swallow Photo

2.  Karen O – Bullet With Butterfly Wings

3.  Frittenbude – Die Dunkelheit darf niemals siegen (feat. Jörkk Mechenbier)

4.  The Bates – Helter Skelter

5.  BRUTUS – War

6.  Antillectual – Truth Hits Everybody

7.  Lo Tom – Overboard

8.  SWMRS – Lose It

9.  The Moth & The Flame – The New Great Depression

10. ANOHNI – In My Dreams

11. Hozier – Movement

12. Caracara – Evil

13. MakeWar – Don’t Panic

14. Rogers – L’amour toujours

15. Mark Ronson & Miley Cyrus – Nothing Breaks Like A Heart (acoustic)

16. Dan Mangan – Fool For Waiting

17. Sidsel Endresen & Bugge Wesseltoft – Try

18. Advance Base – Dolores & Kimberly

19. Bear’s Den – Crow

20. Schreng Schreng & La La – Mit dem Rücken zur Nacht

21. Karen O – Anti-Lullaby

22. Outro

 

Vol. 2

1.  IntroVol. 2 Kopie

2.  Fences – Songs About Angels

3.  Why? – These Few Presidents

4.  David Ros – Take A Walk On The Wild Side

5.  Wintersleep – The Lighthouse

6.  A.T. White – Racehorse (feat. Ghostlight)

7.  Mosa Wild – Night

8.  Black Pumas – Colors (live at The Current)

9.  An Horse – This Is A Song

10. Frank Turner – The Lioness

11. Norbert Buchmacher – Laut geträumt

12. Matt Simons – Amy’s Song

13. Lennon Stella – Kids

14. David O’Dowda – The World Retreats

15. Daughter – Poke

16. Seafood – Porchlight

17. Jade Bird – Love Has All Been Done Before

18. Noah Cyrus – July

19. Jeanette Biedermann – iD

20. 8kids – Dein Zuhause

21. Dodie Clark – Golden Slumbers

22. Christian Lee Hutson – Northsiders

23. Lana Del Rey – Hope Is A Dangerous Thing For A Woman Like Me To Have – But I Have It

24. Outro

 

Vol. 3

1.  IntroVol. 3 Kopie

2.  Cherry Glazerr – Ohio

3.  Sam Fender – Will We Talk?

4.  Thees Uhlmann – Fünf Jahre nicht gesungen

5.  Lilly Hiatt – Records

6.  Joseph – Green Eyes (live session)

7.  Better Oblivion Community Center – Dylan Thomas

8.  Josienne Clarke – Slender, Sad & Sentimental

9.  R.E.M. – Let Me In (Remix)

10. Roxy Music – In Every Dream Home A Heartache

11. Future Teens – Emotional Bachelor

12. Greet Death – You’re Gonna Hate What You’ve Done

13. Steiner & Madlaina – Groß geträumt

14. Mick Flannery – Fuck Off World

15. Fayzen – Von ganz allein (feat. Clueso)

16. Schrottgrenze & Sookee – Traurige Träume

17. Sam Fender – Dead Boys

18. Stereo Jane – Love Me Tender

19. Cross Record – I Release You

20. Tua – Wenn ich gehen muss

21. Cookie Baker – No Need To Argue

22. Outro

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Stanley Odd – „It’s All Gone To Fuck“


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Der Wahlerfolg von Boris Johnsons konservativen Tories bei den britischen Parlamentswahlen vor zwei Tagen mag kein allzu prächtiges Ergebnis für internationale Demokratie (und ganz sicher keines für die Verbesserung sozialen Verhältnisse im Vereinigten Königreich) sein. Oder wie „Spiegel“-Redakteur Jörg Schindler sehr treffend in (s)einem Kommentar schrieb: „Die eigentlichen Verlierer sind Anstand, Aufrichtigkeit und Integrität.“ Vermutlich hatte ein Großteil der Briten einfach genug vom nun schon jahrelangen Brexit-Chaos dies- wie jenseits des Ärmelkanals, und hat nun den populistischen Blondschopf, ehemaligen Bürgermeister von London sowie Außenminister im britischen Kabinett, der im Juli die reichlich glücklose Theresa May im Amt des Premierministers beerbte, mit einer fast schon beängstigend großen Machtfülle ausgestattet. Wieso sollten die politischen Aussichten auch anderswo rosiger aussehen als bei uns mit den rechtskonservativen Spaltungshasspredigern der AfD oder in den US of A, wo ein dummdreister Reality-Show-Geschäftsmann seit nunmehr fast drei Jahren vom Weißen Haus aus die Geschicke seines Landes bestimmt… Dark times ahead? Hellyeah!

Gut denkbar also, dass die Schotten die britische Parlamentswahl als erneuten Anreiz sehen werden, ein weiteres Referendum hin zur Unabhängigkeit von London und vom United Kingdom anzustreben – das letzte im Jahr 2014 fiel ja bereits recht knapp aus.

Damals, vor vier Jahren, gab es einige schottische Bands und Künstler, die sich im Zuge ebenjener Bevölkerungsabstimmung politisch stark machten (etwa bei Konzertreihen wie „A Night for Scotland“). Neben international erfolgreichen Indierock-Bands wie Franz Ferdinand oder Frightened Rabbit, den Glasgower Postrock-Paten Mogwai, der Folk-Ikone Eddi Reader oder der Schauspielerin und Comedian Elaine C Smith zählten dazu auch Stanley Odd.

418459115095-500Für das seit nunmehr zehn Jahren bestehende, vielköpfige Alternative-HipHop-Kollektiv mit Mitgliedern aus Schottland, Norwegen oder Deutschland zählen politisches Engagement und eine klare Meinungskante ebenso zu den einenden Grundpfeilern wie ihr musikalisches Konstrukt aus Live-Instrumenten, Beats, Gesang und den Rhymes von Frontmann Solareye (aka. Dave Hook) im breitesten Edinburghian Scot-Akzent. Wer also mit alledem kein (Verständnis)Problem habe sollte, dem sei etwa die tolle Gänsehautnummer „Son I Voted Yes„, anno 2014 auf dem bisher letzten, fünften Longplayer „A Thing Brand New“ erschienen, welches sich thematisch Schottlands jüngstem Unabhängigkeitsreferendum widmet, ans HipHop-affine Hörerherz gelegt. Oder eben, aus gegebenem aktuellen Anlass, das 2016, eine Woche, nachdem die Bevölkerung des UK für den Brexit stimmte, veröffentlichte „It’s All Gone To Fuck“. *micdrop*

 

“It is amazing to see the country at its most politicised and engaged in generations. The number of people inspired by the debate and the possibilities for positive change that an independent Scotland offers is something that should be celebrated. This referendum is a chance to look at new models and ask questions of how our political system operates; to address issues of poverty and social inequality; and to recognise the importance of public services like the Post Office and the NHS.“

(Dave „Solareye“ Hook zum schottischen 2014er Unabhängigkeitsreferendum)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Georgia Maq – „Easy To Love“


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Georgia „Maq“ McDonald, die sonst bei den australischen Alternative-Punkrockern Camp Cope für Gitarre und Gesang zuständig ist, hat mit „Pleaser“ überraschend ihr erstes Soloalbum veröffentlicht.

(Stille)

(Drei, vier Mal Anflüge von verdutztem Klatschen)

pleaser.jpgKlar, Begeisterungsstürme dürfte die Mittzwanzigerin damit hierzulande kaum auslösen, denn von den acht Stücken ihres halbstündigen Solodebüts dürften sogar noch weniger Leute Wind bekommen als vom unlängst, 2018 veröffentlichten Camp Cope-Werk „How To Socialize And Make Friends“. Doch gerade weil sich McDonald im Alleingang sowohl musikalisch als auch inhaltlich ein gutes stückweit weg vom Lofi-Indiepunk ihrer dreiköpfigen Hauptband mit Home Base in Melbourne bewegt, lohnt es sich in der Tat, mal ein Ohr zu riskieren.

Denn wo sich die Songs von Camp Cope mehrheitlich um Politisches und Familiäres drehen (und sich das All-Female-Trio, zu dem noch Kelly-Dawn Hellmrich am Bass und Sarah „Thomo“ Thompson am Schlagzeug gehören, in ihrer Heimat bereits eine treue Fangemeinde erspielen konnte), widmet sich Georgia „Maq“ McDonald, deren Name Anfang des Jahres durch die Musikpresse „geisterte“, als sie gegen ihren Ex-Freund, den The Smith Street Band-Sänger Wil Wagner, im Zuge der #metoo-Welle schwere Vorwürfe (unter anderem wegen Gewaltandrohungen) erhob, auf ihrem ohne größeren Ankündigungszirkus Album-Alleingang einem universelleren Thema: der Liebe – sowohl der romantischen als auch der Selbstliebe. „Liebe, von der du dich entfernt hast, um dich selbst zu lieben, unerwiderte Liebe, vergebende Liebe, Liebe ohne Sinn und Verstand“, wie sie die Sujets selbst in einem Statement beschrieb.

“Running in circles, I’m still learning / To be comfortable standing still…” („Big Embarrassing Heart„)

Musikalisch docken die Stücke in deutlich poppigeren und ruhigeren Gefilden an und sortieren sich ein ums andere Mal im Referenzregal gleich neben Alleinstellungs-Indiepop einer Robyn („Body Talk“) oder Lorde („Melodrama“) ein. Was noch einmal mehr Sinn ergibt, wenn man weiß, dass McDonald in der letzten Zeit Gesangsunterricht nahm: „Anstatt nur zu schreien versuche ich nun, tatsächlich etwas zu erschaffen, das sich für mich schön anhört. Es wird kein wütendes Geschrei über irgendwas mehr geben.“ Und dann hört man in zarte Electronica-Beats und Synthie-Lines getauchte Songs wie „Easy To Love“ oder „You’ll Be Singing My Name“ und stellt fest, dass diese Kompositionen – wenn auch dann in deutlich radiotauglicher, „fetterer“ Produktion als der von Darcy Baylis und Katie Dey – auch einer Taylor Swift ebenso gut zu Gesicht stünden wie Camp Cope (dann wiederum in wilderen „Power Emo“-Indiepunk gehüllt) – ein größeres Vielseitigkeitskompliment für clever komponierten Zeitgeist-Pop gibt’s eigentlich kaum. Da scheint eine durchaus profilierte Pop-Songschreiberin á la Sia (die ja kaum zufälligerweise ebenfalls aus Down Under stammt) in Georgia McDonald zu stecken…

 

 

Rock and Roll.

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Tradition, Tradition! – Das UK-Label Big Scary Monsters verschenkt (s)einen Label-Sampler


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Weil Traditionen etwas Schönes sind – und freilich auch irgendwann, irgendwie verpflichten -, verschenkt das britische Indie-Label Big Scary Monsters auch in diesem Jahr – wie bereits 2018 und in den Jahren zuvor – (s)einen satte 23 Auszüge aus dem diesjährigen Veröffentlichungskatalog starken Label-Sampler mit einer bunten Auswahl querbeet durch sein aktuelles Künstlerangebot und Release-Oeuvre irgendwo zwischen Indie- und Punkrock, Emo, Post-Hardcore oder Mathrock.

Mit dabei sind 2019 Bands und Künstler wie The Get Up Kids, Orchards, American Football, Proper., Cultdreams, Great Grandpa, And So I Watch You From Afar, Nervus, Pedro The Lion oder Jamie Lenman (also auch der ein oder andere Name, von dem in diesem Jahr auf ANEWFRIEND zu lesen war). Wohl bekomm’s!

 

 

Rock and Roll.

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„One Great Tribute!“ – Der Weakerthans-Tribute-Sampler im Stream


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Die Weakerthans mögen zwar seit etwa vier Jahren auf Eis liegen, nichtsdestotrotz erfreuen sich John K. Samson und seine Band-Buddies immer noch großer Beliebtheit – kaum verwunderlich für mich, verfalle ich Alben wie „Left and Leaving“ oder „Reconstruction Site“ doch bei jedem Mal, wenn sich diese von Zeit zu Zeit (und vor allem bei heimeliger Herbst-Atmosphäre) in meine Playlist schleichen, aufs Neue. Und auch Thees Uhlmann verewigte die Band aus dem kanadischen Winnipeg nicht ohne Grund zu Tomte-Zeiten in einem seiner schönsten Songs (für alle, die zu faul zur Google-Recherche sind: „Walter & Gail“ war’s)…

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Daher war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis der beliebten Indie-Rock-Band aus dem Ahorn-Staat ein ganzer Tribute-Sampler gewidmet wird. Spoiler: Dies ist nun mit „One Great Tribute! – a love letter to The Weakerthans“ passiert. Die Macher dahinter schrieben während der Entstehung Folgendes:

„Our Mandate is simple: We’re putting together a Tribute Album, have gotten the OK from the band […]. We aim to present proceeds both to CAMH (Centre for Addiction and Mental Health) & CMHA (Canadian Mental Health Association) and will be crowdfunding for the eventual production of the album.“

Das fertige Endergebnis, welches ganze 23 Cover-Beiträge von teils (noch) recht unbekannten Bands und Künstlern, aber auch namenhafteren Weakerthans-Fans wie etwa Frank Turner enthält (dieser nimmt sich den Song „Bigfoot“, im Original auf dem letzten, 2007 erschienenen Weakerthans-Studiowerk „Reunion Tour“ zu finden, vor), lässt sich nun in Gänze via Bandcamp streamen. Feine, kurzweilige Sache mit so einigen Neuinterpretation von Klassikern wie „One Great City!“, „Night Windows“ oder „Left & Leaving“, die dem ein oder anderen Song von John K. Samson und Co. sogar noch manch‘ neue Nuance entlocken.

 

 

Rock and Roll.

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