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Trauriger Harlekin mit Engelsstimme – Puddles The Clown covert sich durch die Musikgeschichte


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„Ein Clown ist ein Artist, dessen primäre Kunst es ist, Menschen zum Lachen zu bringen“, heißt es bei Wikipedia. Der unter anderem durch die US-Fernsehshow „America’s Got Talent“ bekannt gewordene Clown Puddles ist augenscheinlich jedoch alles andere als fröhlich: In dem Format „Puddles Pity Party“ veröffentlicht der traurige Clown Coverversionen vieler bekannter Songs wie „Hurt“ (Nine Inch Nails), „Royals“ (Lorde), „Under Pressure“ (Queen), „Space Oddity“ (David Bowie), „Where Is My Mind?“ (Pixies) oder „Losing My Religion“ (R.E.M.). Nebst der eigenartigen Kostümierung ist es vor allem die fulminante Stimme des mysteriösen Künstlers, die für hochgezogene Augenbrauen sorgen dürfte…

Sein aktuellstes Projekt ist die Neuinterpretation des DIO-Klassikers „Rainbow In The Dark„, den der Sänger-Clown einmal mehr mit unfassbar engelsgleich voluminöser Stimme zum Besten gibt. Zum Lachen ist auch das nicht – berühren wird diese Puddles’sche Coverversionen jedoch in jedem Fall…

 

 

Ein kurzes Vorstellungsvideo zu Puddles The Clown – mit musikalischer Untermalung der Puddles’schen Version von „Royals“ – gibt es hier:

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Posse – „Horse Blanket“


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„Aus, Ende, vorbei, bye bye Junimond: Die Band Posse aus Seattle hängt die Gitarren an den Nagel und löst sich im verflixten siebten Jahr nach Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums auf. Schade. Zum einen, weil das Trio durchaus sympathisch war mit seiner Mischung aus Lo-Fi und Indie-Pop, stets flirtend mit den Neunzigerjahren und doch aktuell wie eh und je. Zum anderen, weil Posse es in ihrer aktiven Zeit aus unerklärlichen Gründen nicht zu genau jener Aufmerksamkeit gebracht haben, die sie so wohlverdient hätten. Nun gehen die drei, wie sie auch gekommen sind: Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, noch immer und wahrscheinlich auch für immer als Geheimtipp.“

(Jennifer Depner – plattentests.de)

Schon mal etwas von Posse gehört? Nein? Ich auch nicht. Und ohne die Rezension von plattentests.de, aus der der obige Auszug stammt, wäre es auch sicherlich dabei geblieben…

Und es wäre noch nicht einmal verwunderlich, immerhin teilen so viele Bands und Künstler ebenjenes Schicksal, nahezu ungelauscht in den mal mehr, mal weniger digitalen Weiten unterzugehen – aus dem Klick, aus dem Sinn.

Im Falle des aus Seattle stammenden Trios Posse wäre es jedoch höchst schade, denn gerade ihr drittes – und leider auch letztes – Album „Horse Blanket„, welches Sacha Maxim, Paul Wittmann-Todd und Jon Salzman vor wenigen Tagen als kostenfreien Download ins weltweite Netz entlassen haben, präsentiert Posse als Drahtseilkünstler zwischen seligem, raumgreifenden Neunzigerjahre-Slacker-Rock und melancholischem Surf-Pop. Dass die sechs Songs in gerade einmal einer guten halben Stunde kein letztes Indierock-Feuerwerk abbrennen und es viel lieber vorziehen, still und leise zu verglühen, ist – bei aller Qualität, bei aller nüchternen Lyrik der Stücke – irgendwie schade, macht Maxim, Wittmann-Todd und Salzman jedoch auch sympathisch. “Have I given something away / And I just don’t know it?” sind die letzten Worte des gemächlichen Albumabschlusses „Trapped“, eine Antwort bleibt die Band schuldig. Forever slacker, forever Geheimtipp. Fare thee well, Posse.

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Via Bandcamp kann man das Abschiedswerk „Horse Blanket“ streamen und für lau aufs heimische Abspielgerät laden…

 

…und sich hier eine KEXP Session der Band aus dem Jahr 2014 (damals war gerade das zweite Album „Soft Opening“ erschienen) zu Gemüte führen:

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


Rosa Parks Riding the Bus

Foto: Getty Images

She said „No“: Heute vor 62 Jahren weigerte sich in Montgomery, Alabama eine 42-jährige Afroamerikanerin namens Rosa Parks, ihren Sitzplatz im Bus für weiße Fahrgäste freizumachen. Sie wurde verhaftet und zu einer Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung. Der Rest ist Geschichte

 

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Rock and Roll.

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Song des Tages: Lonesome Animals – „Best Of You“


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Die Foo Fighters-Gang um Grinsebacke Dave Grohl dürfte im Laufe ihrer bisherigen Karriere (und die dauert ja nun auch schon über zwanzig Jahre an) bereits so einige Instant-Rock-Ohrwürmer geschaffen haben. Einer der größten – und hartnäckigsten – ist zweifelsohne „Best Of You„.

FOO_FIGHTERS_BEST+OF+YOU-493666Der Song, anno 2005 auf dem fünften Studioalbum „In Your Honor“ erschienen, gehört seit seiner Veröffentlichung zum festen Kern der Konzert-Setlists der Band und sorgt in schöner Regelmäßigkeit für lautstarke Publikumschöre und nicht selten feuchte Augen bei Dave Grohl und Co. (unvergessen etwa die Version, die die Band 2008 im Londoner Wembley Stadium zum Besten gab).

Auch Coverversionen finden sich bereits zur Genüge im weltweiten Netz – mal poppig und cheesy (Anastacia hätte gern auf ihr kreativfreies Eins-zu-eins-Nachspielen verzichten dürfen), mal als große Würdigung (Prince etwa baute einen Auszug aus dem Stück in seine Halbzeitshow zum Super Bowl XLI in Miami, Florida im Jahr 2007 ein).

Dass man die Rock-Hymne auch ruhig und sanft neu interpretieren kann, überrascht zwar kaum, trotzdem ist die Folk-Version von Lonesome Animals vor allem eines: sehr, sehr schön. Hinter Lonesome Animals (das Pseudonym geht auf ein John-Steinbeck-Zitat zurück) verbirgt sich die Musikerin Erin (einen Nachnamen bleibt auch eine intensivere Recherche im Internet schuldig) aus dem US-amerikanischen Illinois, welche in den vergangenen Jahren in Kennerkreisen bereits mit zwei EPs auf sich aufmerksam machte (die selbstbetitelte erschien 2010, die „Soft Light EP“ drei Jahre darauf).

Wer bei den sanften Akustikgitarrenklängen dezent an den singer/songwritenden Chefmelancholiker William Fitzsimmons denken muss, der liegt übrigens gar nicht mal so falsch, immerhin ist der Enddreißiger selbst einer der größten Fans der Musik von Lonsome-Animals-Erin und produzierte sowohl deren erste beiden EPs als auch die in Kürze erscheinende Cover-EP, auf der sich auch die Variante von „Best Of You“ befinden wird:

“The last month I’ve had the joy of producing another album for one of my favorite bands, Lonesome Animals. This project is particularly cool because it’s an extremely varied covers album. Erin, the lead singer, has a super haunting voice and I’m so proud of this work to say the least. They’ve just released one song off of the new EP. The rest will be out in the near future I believe. I hope you guys enjoy it as much as I did producing it.” (William Fitzsimmons via Facebook)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Neverly Boys – „Burn Hollywood Burn“


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Wenn er nicht gerade die Regler für andere Bands und Künstler wie die Yeah Yeah Yeahs, Kelis, Bat For Lassies, Foals, Santigold oder Beady Eye schiebt, scheint Produzent und TV On The Radio-Mastermind Dave Sitek eine ausgewiesene Abneigung gegen Langeweile zu haben. Anders ist kaum zu erklären, dass der 45-Jährige nun gemeinsam mit Daniel Ledinsky (der wiederum landete mit dem feinen „DonaldTrumpMakesMeWannaSmokeCrack“ im vergangenen Jahr einen kleinen viralen Hit) als The Neverly Boys eine gemeinsame Zwei-Mann-Band an den Start bringt.

Neverly-Boys-1510937272-640x640Deren erster Song „Burn Hollywood Burn“, eine düstere, kraftstrotzende Ballade, die etwas von dem auch von TV On The Radio bekannten elektronischen Avantgarde-Glanz übernimmt, mag zwar als passender Kommentar zur aktuell grassierenden #meetoo-Sexismus-Debatte (Sie wissen schon: all die Enthüllungen, die einstmals große Namen wie Harvey Weinstein, Kevin Spacey und Co. wohl mutmaßlich und selbstverschuldet ihre Karrieren gekostet haben dürften) in der nach außen hin so glänzenden „Traumfabrik“ gelten, allerdings entstand das Stück bereits einige Zeit davor (auch wenn es, laut Sitek, seine Inspiration „aus demselben vergifteten Brunnen“ bezieht).

Daniel Ledinsky über „Burn Hollywood Burn“:

“I’m guessing most people who live here in Los Angeles can relate to that feeling of total hopelessness, This place sure creates some amazingly beautiful art, but it also has a tendency to use and corrupt you. Hollywood has attracted artists to come here to pursue their dreams since the 20’s, and a lot of people end up in a very dark place chasing that dream. I love this city for all its beauty, but it has always been a very hard and violent place as well.“

Dave Sitek lernte den aus Schweden stammenden Ledinsky, dem die schöne Scheinwelt des Pop-Bizz als Ghostwriter für Künstler wie Tove Lo, Kent, CeeLo Green, Shakira oder Rihanna ebenfalls bestens bekannt sein dürfte, bei gemeinsamen Arbeiten für Bands wie Blondie oder Pussy Riot kennen. Ob die beiden in Los Angeles beheimateten Multitalente als The Neverly Boys noch weitere Songs desselben Kalibers folgen lassen? Warten wir’s ab…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tiny Moving Parts – „Caution“


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Wer’s kurz und knapp mag, der könnte behaupten, dass Tiny Moving Parts klingen, als hätten sich die juvenilen Blink-182 entschlossen, fortan die grüblerische Neunziger-Emo-Brille aufzusetzen (und dafür auch die nicht selten witzigen Musikvideos der dreiköpfigen Band als Beweismittel B ins Feld führen). Doch ganz so einfach machen es einem die Songs der Truppe aus dem US-amerikanischen Benson, Minnesota freilich nicht. Wie wäre es stattdessen mit MathPopPunkCore als Schublade?

Fakt ist, dass Dylan Mattheisen und seine Cousins William und Matthew Chevalier seit dem im vergangenen Jahr erschienenen, vielerorts gefeierten fünften Album „Celebrate“ an so einigen Schrauben des bandinternen Sounds gedreht haben und den neuen Song „Caution“ mit allerlei hymnischen Shouts, ordentlich Gitarrero-Gegniedel und weiblichem Gast-Gesang zielgerichtet in die Gehörgänge setzen. Me likes!

 

 

„The caution tape that you’ve wrapped around my brain has continued to stay as I’m The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay as I’m waiting for a break
Constantly connecting dots
Trying my best, consuming facts
All I’ve learned is what’s done is done
And you can not change the past
Helping or hurting?
I am numb
I haven’t felt anything in days
Confusion is key as I am locked inside
Or am I just really gone?

The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay
A constant strain right behind my face
I’m still waiting for a slight break
For a slight break

And I know we’re just different
I know we’re just different
Keep drinking from the same cup
It’ll fill you up
It’ll keep you numb
Simplify the motions
Counteract the movements
Don’t think twice because this is love
This is love
This is love

The caution tape that you’ve wrapped around my brain
Has continued to stay
A constant strain right behind my face
I’m still waiting for a slight break

You are caffeine in my bloodstream
You are the energy hidden in between two muscles sleeping
Please don’t wake me up
I miss myself too much
I miss myself too much
I miss myself too much
So please don’t wake me up
Don’t wake me up

‚Cause all I have is patience
We all lose strength someday
I’ve been waiting for a slight break“

 

Rock and Roll.

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