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Zitat des Tages


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(Sheldon Allan „Shel“ Silverstein, 1930-1999, US-amerikanischer Songwriter, Musiker, Filmkomponist, Drehbuchautor, Dichter, Karikaturist und Verfasser von Kinderbüchern)

 

Mir selbst war Shel Silverstein bislang kein Begriff – bis ich heute via Facebook auf ebenjenes, „Masks“ betitelte Gedicht des 1999 verstorbenen künstlerischen Multitalents stieß.

Und obwohl dieser lyrische Erguss (welcher etwa im 2011 postum erschienenen Gedicht- und Illustrationenband „Every Thing On It“ zu finden ist) lediglich acht Verse kurz ist, steckt in den wenigen kindlich gehaltenen Worten mehr Tiefe, Wahrheit und Weisheit über das Leben, die Gesellschaft und die Liebe als in manch hochphilosophisch gemeintem Aufsatz. Wunderschön.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Portugal. The Man – „Don’t Look Back In Anger“


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Wer sein neustes Werk „Woodstock“ nennt, der sollte damit rechnen, dass dem Gegenüber dabei auch so einige Assoziationen durch die Hirnrinde schießen – welche im Fall von Portugal. The Man durchaus enttäuscht werden.

Denn so richtig politisch ist das achte Album der US-Indierock-Band nicht. Eher: Hipper Hipster-Electro-Soul-Rockpop, der die Blumen nicht (mehr) im Haar trägt, sondern die bunt beschienene Tanzfläche damit ausschmückt, und die Faust nicht wutentbrannt gen Firmament, sondern freudig tanzend gen Diskokugel reckt. Vielmehr entstammt der Titel des neusten Studiowerkes (dem ersten seit „Evil Friends“ von vor vier Jahren) einer Konversation von Heliumstimmen-Frontmann John Gourley mit dessen Vater, der damals, 1969, beim legendären Musikfestival mit dabei gewesen sein soll.

Und diejenigen, die die Karriere von Alaskas Finest seit den Anfängen vor über zehn Jahren (das Debüt „Waiter: ‚You Vultures!‘“ erschien 2006) stetig mitverfolgen, dürften wissen, dass gerade Portugal. The Man eine Band sind, die sich stetigem Wandel unterwirft. Da werden sowohl munter Bandmitglieder getauscht wie die musikalische Ausrichtung – vom zackigen, Pirouetten schlagenden Frickelrock á la The Mars Volta über verqueren Lagerfeuer-Folk bis hin zu von Danger Mouse produziertem psychedelischem Soul-Pop war bereits alles drin in der tönenden Wundertüte aus Wasilla, Alaska.

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Und nun eben: Psych-Electro-Soul (die Eröffnungsnummer „Number One„, welche wiederum mit einem beim „Woodstock“-Festival aufgenommen Sample von Richie Havens beginnt), Autotune und Rapeinlagen („Mr. Lonely“ mit LA-Hip Hopper Fat Lip), Neo-Glam („Live In The Moment“), satte Radio- („Feel It Still„) und Modern-Rock-Hits („Easy Tiger“). Mit der teilweise so schön dreckigen Gitarrenmusik der Anfangstage hat all das nur noch wenig zu tun. Pop-Act (im Kleinen) statt Rock-Combo (mit Indie-Cred). Sonnenbeschienene Nachmittags-Festivalbühne statt miefiger Indie-Club. Das darf man schade oder gar scheiße finden, man kann es aber auch begrüßen. Entscheiden Sie selbst…

 

Um ihr neustes Studioalbum „Woodstock“ ausreichend zu promoten, haben Portugal. The Man kürzlich auch Halt in der niederländischen Radioshow „Ekdom in de Ochtend“ (also: „Ekdom am Morgen“ – mit Moderator Gerard Ekdom, welche auf NPO Radio 2 läuft) gemacht. Dort präsentierte die fünfköpfige Band ihre Covervariante des Oasis-Gassenhauers „Don’t Look Back In Anger“ (welcher durch die Ereignisse in Manchester vor wenigen Wochen wieder aus der Versenkung geholt wurde)…

 

…und eine Akustik-Version den neuen Songs „Feel It Still“:

 

Rock and Roll.

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„Rakka“ – Neill Blomkamp stellt kompletten Kurzfilm mit Sigourney Weaver online


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Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp („District 9“, „Elysium“, „Chappie“) und die kürzlich gegründeten amerikanisch-kanadischen Oats Studios haben ihren ersten gemeinsamen Kurzfilm „Rakka“ veröffentlicht. Zu sehen ist der wilde Mix aus Science-Fiction und Horror kostenfrei auf YouTube und Steam.

Rakka“ spielt im Jahr 2020. Die Menschheit wurde von außerirdischen Echsenwesen versklavt. Diese haben begonnen, die Welt und die Atmosphäre zu verändern. Überall ragen schwarze, organisch aussehende Türme in den Himmel. Die Menschen werden entweder getötet oder für grausame Experimente missbraucht. Nur eine kleine Gruppe von freien Überlebenden, geführt von Sigourney Weaver (die ja spätestens seit „Alien“ als ausgewiesene Expertin im Kampf gegen außerirdische Dreckviecher gilt), stellt sich im post-apokalyptischen Texas gegen die Invasoren.

„In ‚Rakka‘ seht ihr, was auf unserer Welt passiert. Nur verlagert in eine Science-Fiction-Kulisse“, sagt Blomkamp. „Die ursprüngliche Idee war es, zu zeigen, wie eine lokale Gemeinschaft auf eine Besatzungsmacht reagiert.“ Viele Momente erinnern daher an Szenen, die wir (leider) aus den Nachrichten kennen, wenn etwa wieder einmal über Kämpfe zwischen Syrern und dem sogenannten Islamischen Staat berichtet wird. Wie die Islamisten zerstören auch die Klum (wie die außerirdischen Echsenwesen im Kurzfilm heißen) Denkmäler und Symbole von Kunst- und Kultur. Auch Momente aus Dokumentationen rund um den Zweiten Weltkrieg, den Vietnam- und Irakkrieg spiegeln sich in den Bildern von „Rakka“ (das seinen Namen wiederum von einer Stadt im Norden Syriens hat, welche lange Zeit als Hochburg des IS im Land galt).

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Neill Blomkamp, der seine Karriere mit Kurzfilmen begonnen hatte (und welche zum Teil, wie „Alive in Joburg“ zu „District 9“ und mit „Tetra Vaal“ zu „Chappie„, zu abendfüllenden Spielfilmen wurden), sieht das Kurzfilm-Projekt sowie Oats Studios vor allen als Testfeld für neue, experimentelle Ideen, die man anderswo – und vor allem außerhalb des weltweiten Netzes – schwer verwirklichen könne. „Rakka“ gehört zu Volume 1 der geplanten Kurzfilmreihe, die aus insgesamt drei jeweils zwanzigminütigen Episoden bestehen soll.

Die ersten drei Kapitel sollen kostenlos zu sehen sein. Ein weiteres Ziel des Projekts sei es, zu sehen, wie gut das Publikum die Reihe annimmt. So will man feststellen, ob sich mit Volume 2 Geld verdienen lässt, indem die Zuschauer für die einzelnen Episoden zahlen. Der Vertrieb soll über die Gaming-Plattform Steam erfolgen.

 

 

Weitere Infos findet ihr hier

 

Rock and Roll.

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„More Fast Songs About The Apocalypse“ – Moby verschenkt sein neues Album als politisches Statement


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Als MOBY & THE VOID PACIFIC CHOIR hatte der New Yorker Multiinstrumentalist und True-Heart-Electro-Punk Moby im letzten Oktober sein letztes Album „These Systems Are Failing“ heraus gebracht, welches von Punk über New Wave bis hin zu Industrial oder Euphoric Rave alles beinhaltete, was ihm aktuell musikalisch lieb und recht ist (und damit eher als seine Frühphase anknüpfte als an kommerziell erfolgreiche Pop-Evergreens wie „Why Does My Heart Feel So Bad?„, „Extreme Ways“ oder „Porcelain„).

Moby-1497280439Dass sich der 51-jährige DJ, Produzent, Fotograf und Beinahe-Allerkönner-Musiker nach 30 Jahren im Musikgeschäft (s)einen Ruf als überzeugter Demokrat, Tierrechtler und Veganer (noch dazu eröffnete er 2015 in Los Angeles ein eigenes veganes Restaurant namens „Little Pine„, welches er auch selbst betreibt) erarbeitet hat, dürfte den Meisten hinlänglich bekannt sein – ebenso wie die offene Verachtung für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und dessen hinterfotzige Mischpoke. Da sich die Wut, die Richard Melville Hall (Fun fact: Der Künstlername „Moby“ stammt tatsächlich daher, dass dieser mit dem Autor des Buches gleichen Namens verwandt ist) auf das System und die aktuelle Politik seines Landes mit sich herumschleppt, auch 2017 kaum verflüchtigt hat – nein, offenbar ist sie noch viel schlimmer geworden –, hat sich der Musiker entschlossen, noch ein paar Songs als Zugabe nachzulegen und diese nun unter dem treffenden Namen „More Fast Songs About The Apocalypse“ zu veröffentlichen. Das neue Album dockt mit schroffen Gitarren, tightem Schlagzeugspiel und derben Synthies nahtlos an die leicht verqueren Industrial-Punk-Hybriden von 2016 an, während Titel wie „All The Hurts We Made“ oder „There’s Nothing Wrong With The World There’s Something Wrong With Me“ bereits die Topoi verraten.

Besser noch: Da Moby gern jeden an seinem neuen Machwerk (welches wiederum sein nunmehr 14. Studioalbum ist) und seiner unbändigen Wut teilhaben lassen möchte, gibt es das neue Album – gar im Doppel mit dem kaum weniger räudigen Zwillingsbruder „These Systems Are Failing“ – ab sofort als Free Download unter http://mobyandthevoidpacificchoir.com (oder direkt hier)!

Auch wenn die Songs beider Alben kostenfrei sind, so hinterlässt Moby jedoch folgendes Statement:

„The music is free here, but if you want to pay for it just give money to your favorite charity. the issues that i’m personally most concerned about are: animal rights, factory farming, climate change, and women’s rights. oh, and electoral reform here in the usa. but it’s up to you!“

Logischerweise ist es auch ihm nicht möglich, wirkliche Lösungen für die unzähligen gesellschaftlichen wie politischen Probleme anzubieten, doch zumindest weist Moby mit aufrichtigem Engagement darauf hin.

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Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook, Foto: Pete Souza / White House)

 

Was könnte der ehemalige US-Präsident Barack Obama wohl zu TV-Koch Anthony Bourdain gesagt haben, als sich beide im vietnamesischen Hanoi – in einem Restaurant mit dem schönen Namen „Bun Cha Huong Lien“ – für ’ne flinke Nudelsuppe ein ein lokales Kühles auf Plastikstühlen niederließen (Bourdain selbst hat hierüber einen Artikel für cnn.com verfasst)? Hm…

Wer mit einer guten Schippe Ironie-Verständnis gesegnet sein sollte, mal den ganzen ikonographischen Bullshit beiseite lässt und sich nur auf die bloßen, blanken Fakten konzentriert, der könnte sich einen Teil der Konversation – abseits der Kameras, freilich – wie folgt vorstellen:

Obama: „So, Tony… I was at war for eight years solid – that’s a record – and completely against international law, ha ha! No president has kept bombing other human beings for as long as me! Seven counties I was killing people in – can you believe that?!? AND listen to this, you are going to love this: I am the only Nobel Peace Prize winner that has actually dropped bombs on other Nobel Peace Prize winners!“

Bourdain: „Wow, Barry – you are so, so cool – I will drink to that!“

 

Rock and Roll.

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