Schlagwort-Archive: Rock

Zitat des Tages


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(Robert Anthony Plant, CBE, *20. August 1948, britischer Rockmusiker sowie ehemaliger Leadsänger der britischen Rockband Led Zeppelin)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Starcrawler – „Chicken Woman“ (Live Session)


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Mein erster Gedanke: Die gruselige dürre Horror-Uschi vom Dachboden des ersten „[REC]“-Streifens (und hiermit sei bitte explizit das spanische Original gemeint!) hat’s nach draußen geschafft und im sonnigen L.A. eine tieftönende Glamrock-Band gegründet…

coverIst natürlich Quatsch. Dennoch mag einen die groß gewachsene, mit „schlaksig“ noch mild umschriebene Statur von Frontdame Arrow De Wilde gut und gern das Fürchten lehren. Und die Musik, die die Tochter von Star- und Szene-Musikfotografin Autumn De Wilde (die in der Vergangenheit unter anderem Größen von Beck, Fiona Apple, die White Stripes, Wilco, die Raconteurs bis hin zu Elliott Smith vor die Linse bekam) mit ihrer Band Starcrawler auf dem selbstbetitelten, im vergangenen Jahr erschienenen Debütwerk durch die Lautsprecherboxen jagt? Klingt, „als hätten die Cramps mit Joan Jett im Schlepptau die B-52’s im Proberaum überfallen“ (meint etwa der „Musikexpress„). Oder wie ein zwischen somnambul und Sonnenstich pendelnder Mix aus Ozzy Osbourne, den Runways, Misfits, Yeah Yeah Yeahs und Patti Smith. Klar wäre das Quartett aus dem Los-Angeles-Viertel Echo Park, wo Arrow De Wilde ihre drei milchbübigen Mitstreiter einst auf dem Schulpausenhof rekrutierte, gern so manisch, bissig und gefährlich wie einst Iggy Pop und seine Stooges, oder meinetwegen – um auch ein weibliches Role Model ins Feld zu führen – wie Brody Dalle und ihre seligen Distillers. Dafür baden die zehn Glam’n’Punk’n’Roll-Songs des Debütalbums, welches übrigens von einem gewissen Ryan Adams mit reichlich fachmännischem Retro-Chic produziert wurde, jedoch zu genüsslich im Pop. Da können de Wilde und Band-Nesthäkchen-Gitarrist Henry Cash noch so sehr ihre Liebe zu Oralsex und der Stadt der Engel besingen, pausbäckigen Hass ausspeien, juvenile Tränen vergießen und verkünden: „I don’t wanna be anything but me. I don’t wanna be cause I will do what I want.“ Da kann man noch so viele prominente Fans und Fürsprecher von Dave Grohl (Foo Fighters) über Shirley Manson (Garbage) bis hin zu Elton John vorweisen und auf der Bühne manische an das „Der Exorzist“-Mädchen (oder eben „[REC]“) gemahnende Posen und Verrenkungen aufs Parkett legen. Es bleibt düster scheppernder Pop. Der jedoch? Unterhält.

 

 

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Corey Taylor – „Live in London 2016“


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Corey Taylor ist wohl nicht nur eine der coolsten Säue im Rock-Bizz, der 44-Jährige ist auch seit jeher mit einer der unbestreitbar tollsten Stimmen im gitarrenbetriebenen Musikgeschäft gesegnet. Das zeigt(e) der Sänger aus dem US-amerikanischen Des Moines, Iowa bei seinen beiden Bands – hauptberuflich Slipknot, im Stadionbühnen-Nebenerwerb Stone Sour – natürlich zuletzt immer öfter (Mann wird ja auch nicht jünger), doch durch die Maske des skurrilen Horrorclown-Brüllaffen (Slipknot) beziehungsweise kühlen Alternative-Rockstars (Stone Sour) scheinen Taylors stimmliche Qualitäten auch nach über zehn Alben mit beiden Bands viel zu selten durch…

Viel lieber mag man sich den nach außen oft harten Typen mit dem derben Humorverständnis und der potentiell weich-empfindsamen Seele doch lieber im Akustik-Gewand geben. Etwa bei ebenjener Show, die der US-Rockstar am 8. Mai 2016 im Londoner Koko gab. Dort spielte Corey Taylor in etwa zwei Stunden nicht nur so einiger reduzierte Versionen von Songs aus dem Backkatalog seiner beiden Bands, sondern auch massig Coverversionen von Evergreens wie „Have You Ever Seen The Rain?“, „Love Song“, „The One I Love“ oder „Folsom Prison Blues“. Großer Unterhaltungswert, große Stimme.

 

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SETLIST

  1. I’ll Be Your Lover, Too (Van Morrison cover)
  2. Bother (Stone Sour song)
  3. Friend of the Devil (Grateful Dead cover)
  4. Snuff (Slipknot song)
  5. Taciturn (Stone Sour song)
  6. SpongeBob SquarePants Theme (Painty the Pirate & Kids cover)
  7. Zzyzx Rd. (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  8. Have You Ever Seen the Rain? (Creedence Clearwater Revival cover) (with Christian Martucci)
  9. Dying (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  10. Hard Luck Woman (KISS cover) (with Christian Martucci)
  11. The Travelers, Pt. 1 (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  12. Tired (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  13. The One I Love (R.E.M. cover) (with Christian Martucci)
  14. Ever Fallen in Love (With Someone You Shouldn’t’ve) (Buzzcocks cover) (with Christian Martucci)
  15. 30/30-150 (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  16. Lovesong (The Cure cover) (with Christian Martucci)
  17. Farm Song (Life Sex & Death cover) (with Christian Martucci)
  18. Name (Goo Goo Dolls cover) (with Christian Martucci)
  19. Folsom Prison Blues / Mystery Train / American Nightmare (with Christian Martucci)

    Encore:

  20. The Conflagration (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  21. Through Glass (Stone Sour song) (with Christian Martucci)
  22. Take It Easy (Eagles cover) (with Christian Martucci) (preceded by Free Bird tease)
  23. Spit It Out (Slipknot song) (preceded by Never Gonna Give You Up tease)

 

Rock and Roll.

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„Tausend Jahre sind ein Tag…“ – ANEWFRIENDs Top 10 der Jahreszahl-Songs


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Kürzlich kam mir beim Hören von Frank Turners neustem Album „Be More Kind“ (welches kein schlechtes, jedoch bei weitem nicht sein bestes ist) ein spontaner Gedanke: Wie wäre es mit einer Top 10 der – spontan, freilich! – persönlich liebsten und tollstbesten Songs mit einer Jahreszahl im Titel?

Gedacht? Getan! Natürlich (ich schrob „spontan“, Ladies und Gentlemänner!) ohne Gewähr auf Vollständigkeit, jedoch feinstsäuberlich-deutsch chronologisch geordnet: hier ist meine eigene Liste…

(Falls euch noch das ein oder andere Stück in den Sinn kommen sollte: lasst es ANEWFRIEND und die internetze Welt da draußen in den Kommentaren wissen!)

 

 

The Gaslight Anthem – „1930“ (vom Album „Sink Or Swim“, 2007)

 

„And I see you like you were there

And I know just how you’d smile

Mary, you looked just like it was 1930 that night…“

 

 

 

Frank Turner – „1933“ (vom Album „Be More Kind“, 2018)

 

„The first time it was a tragedy

The second time is a farce

Outside it’s 1933 so I’m hitting the bar…“

 

 

 

Neutral Milk Hotel – „Holland, 1945“ (vom Album „In The Aeroplane Over The Sea“, 1998)

 

„The only girl I’ve ever loved

Was born with roses in her eyes

But then they buried her alive

One evening 1945

With just her sister at her side

And only weeks before the guns

All came and rained on everyone

Now she’s a little boy in Spain

Playing pianos filled with flames

On empty rings around the sun

All sing to say my dream has come…“

 

 

 

The Stooges – „1969“ (vom Album „The Stooges“, 1969)

 

„Well, it’s 1969 – OK all across the USA

It’s another year for me and you

Another year with nothing to do…“

 

 

 

The Smashing Pumpkins – „1979“ (vom Album „Mellon Collie And The Infinite Sadness“, 1995)

 

„Shakedown 1979, cool kids never have the time

On a live wire right up off the street

You and I should meet…“

 

 

 

Sophie Hunger – „1983“ (vom Album „1983“, 2010)

 

„Guten Morgen, 1983

Wo sind deine Kinder?

Ich bin zu Dir zurückgekehrt

Nur kurz, noch nicht für immer

1983, zeig mir deine Finger

Und frag nach deinem Abdruck…“

 

 

Prince – „1999“ (vom Album „1999“, 1982)

 

„Say, say two thousand zero zero party over, oops, out of time

So tonight I’m gonna party like it’s nineteen ninety-nine…“

 

 

 

Silverchair – „Anthem For The Year 2000“ (vom Album „Neon Ballroom“, 1999)

 

„We’ll make it up to you

In the year 2000

Build it up for you

In the year 2000

Make it up to you

In the year 2000

Build it up for you

In the year 2000 with you…“

 

 

 

Pearl Jam – „4/20/02“ (vom Album „Lost Dogs (Rarities & B-Sides)“, 2003)

 

„So all you fools

Who sing just like him

Feel free to do so now

‚Cause he’s dead…“

 

 

 

The World is a Beautiful Place & I am No Longer Afraid to Die – „January 10th, 2014“ (vom Album „Harmlessness“, 2015)

 

„But don’t you quiver

I am an instrument

I am revenge

I am several women…“

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Selig – „Unterwegs“


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Foto: Promo / Mathias Bothor

Muss man eigentlich noch viel über Selig schreiben? Immerhin gehören Jan Plewka, Christian Neander, Lenard „Leo“ Schmidthals und Stephan „Stoppel“ Eggert mittlerweile – wenn man so will – zu den Elder Statesmen des deutschen Alternative Rocks…

Dass die Hamburger Band seit ihrer Wiedervereinigung vor zehn Jahren deutlich entspannter zu Werke geht als noch in den Neunzigern, als ihnen Hits wie „Ohne Dich„, „Sie hat geschrien„, „Ist es wichtig?“ oder „Bruderlos“ einerseits das (auch heute noch) seltsame Trademark „Hippie-Metal“, aber auch den Ruf der „deutschen Antwort“ auf Grunge-Größen wie Nirvana, Pearl Jam oder die Stone Temple Pilots einbrachten, bevor ihnen 1999 der Druck und so einige Ego-Streitigkeiten (vorerst) das bandinterne Genick brachen, ist mit jedem neuen Album, dass die vier Musiker seit 2008 in schöner Regelmäßigkeit in die Plattenläden stellen, deutlicher zu erkennen. Denn irgendwie müssen sich Jan Plewka und Co. nun, in der zweiten Phase der Bandhistorie, niemandem mehr wirklich beweisen. Ob’s am Alter liegt (denn immerhin sind alle der Fünfzig näher als der Vierzig)? Oder daran, dass Seligs Songs zwar modern, jedoch auch irgendwie zeitlos aus der Zeit gefallen klingen?

51aSMEGs6xLDiese Frage will auch das neuste, siebente Studioalbum „Kashmir Karma“ nicht beantworten. Stattdessen präsentieren sich Plewka, Neander, Schmidthals und Eggert in den elf neuen Stücken, welche in einer einsamen Hütte in Schweden entstanden, wohl so entspannt und zuweilen bluesig-laid back wie nie. Dass nicht jeder Song hängen bleibt, die Band es manchmal, wie bei der Single „DJ„, mit Stonerrock, Wah-Wah-Pedalen und Psychedelic-Anleihen etwas übertreibt, und vor allem Jan Plewka seine besten Tage als Texter bereits im Gros wohl hinter sich hat und sich ab und an zu sehr auf spirituelle Allgemeinplätze und etwas leere Pathos-Worthülsen verlässt? Geschenkt. Denn speziell der Sänger-Frontmann, der ansonsten meist mit einem Schwung von Rio-Reiser-Covern im Gepäck durchs Land zieht, besitzt auch mit 47 Lenzen noch eine der tollsten und prägnantesten Stimmen der Rock-Republik.

Und solange die Band es noch fertig bringt, so wundervolle Nummern wie die neuste „Kashmir Karma“-Single-Auskopplung „Unterwegs“ zu schreiben, welche speziell für mich eine ganz besondere Bedeutung hat (mehr dazu eventuell zu gegebener Zeit auf diesem bescheidenen Blog) und, wie ich finde, das lang gesuchte deutsche Pendant zum Red-Hot-Chili-Peppers-Evergreen „Road Trippin‘“ bildet (so es das denn braucht), dürfen Selig ihren musikalischen Stiefel gern „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“ durchziehen. Mein Hörerherz haben sie…

KK

 

 

Hier gibt’s das Musikvideo zu „Unterwegs“ (welches sich in der Single-Version, und mit dem ein oder anderen elektronischen Element an Bord, jedoch – zumindest wie ich finde – nicht ganz so gelungen anhört wie in der Album-Variante, die erst ganz entspannt beginnt, bevor Gitarrist Christian Neander dem Song ein tolles Solo spendiert)…

 

…sowie das Lyric Video:

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Cloud Anthems – „Areté EP“


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Manchmal entsteht aus dem (vorübergehenden) Ende des einen der Beginn von etwas Neuem…

Als die vier Dänen von Sky Architects (die ANEWFRIEND anno 2015 „Auf dem Radar“ hatte) vor einiger Zeit ihre Band auf Eis legten, hätte man wohl auch kaum mit einer baldigen Rückkehr berechnet, schließlich lasen sich die ins Feld Begründungen mit ebenjenem klassischen Teufel Zeitnot (Brotjob, Nachwuchs und schönes Hobby lassen sich eben nicht immer gleichsam vereinen) durchaus schlüssig. Nichtsdestotrotz kehren Stefan Fast und Co. nun bereits zurück – wenn auch unter anderem Namen.

0013268802_10Dieser lautet auf Cloud Anthems und präsentiert als solcher mit der „Areté EP“ einen knapp 28 Minuten und fünf neue Stücke tollen Post-Rock-Monolithen, der sich kaum vor großen, lautmalerischen Genre-Vorbildern von Mogwai bis Explosions In The Sky zu verstecken braucht und inhaltlich – ja, holla! – den ein oder anderen sokratisch-philosophischen Gedankenstrang zum Schwingen bringen dürfte (so beschreibt Telos in der altgriechischen Philosophie und Rhetorik das „Ziel“ oder den „Endzweck“, während Areté wiederum „die Vortrefflichkeit einer Person oder die hervorragende Qualität und den hohen Wert einer Sache“ bezeichnet oder Polis den „Staat“).

Besser sogar noch: Die vier Dänen-Post-Rocker aus Århus bieten ihr vor wenigen Tagen digital veröffentlichtes neustes Werk via Bandcamp als „Name your price“-Download an. Macht man also nix falsch, wa?

 

 

Rock and Roll.

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