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Song des Tages: Monica Martin – „Go Easy, Kid“ (with James Blake)


Monica Martin. Die Dame galt eingeweihten Musik-Geeks damals, als sie noch die Stimme der Indiepop-Folker PHOX war, als eine der bezaubersten Stimmen im Musikgeschäft – und nach dem Ende ihrer Band im Jahr 2016 als recht großes Versprechung auf Solo-Erfolge. Leider ließ der endgültige, echte Durchbruch bis heute auf sich warten. Freilich, die Alben mit PHOX sind auch heute noch fein anzuhören. Natürlich, mit der ein oder anderen Single wie Kollaboration (etwa 2017 mit Multiinstrumentalist und Produzent Jeremy Larson aka. Violents) ließ die in Wisconsin aufgewachsene und in Los Angeles lebende Martin in der Zwischenzeit durchaus aufhorchen. Ein Versprechen bleibt sie jedoch weiterhin (an ANEWFRIEND lag’s jedoch nicht).

Dennoch hat sich die US-Musikerin mit dem so wunderbar soulig-samtigen Timbre im Laufe der Zeit auch unter Kolleg*innen eine amtliche Fanbase aufgebaut. Einer davon ist James Blake. Der britische Elektro-Pop-Musiker lud Monica Martin daher nicht nur für einen Gastbeitrag auf seinem im vergangenen Oktober erschienenen fünften Studioalbum „Friends That Break Your Heart“ ein (beim Song „Show Me„), sondern revanchierte sich unlängst auch: Für eine Neuaufnahme von Martins im vergangenen Jahr veröffentlichter Single „Go Easy, Kid„, welche Blake gar als „meinen Lieblingssong der letzten Jahre“ bezeichnete, fand er mit der Sängerin in den Conway Recording Studios in deren kalifornischer Heimatstadt zusammen. Das Ergebnis? Wunderschön – und wie vieles, woran Monica Martin in der vergangenen Zeit beteiligt war, im Grunde viel zu toll, um derart unbeachtet zu bleiben…

„I commit myself to sabotage
See? I can get what I want then I make it hard to hold on
Convince myself that I’m without a god
A spiritual fraud who got lost in her own sad song

We’ve been talking outback
By the garbage cans
About dreams that we had
And the five-year plan
Missing the mark
We’re laughing in the dark
‚Cause after all, no one’s in control
Go easy, kid, it’s only rock and roll

Pledge allegiance to some sanity
It comes into view for a moment or two then it leaves me
Apologize into the neighborhood
And all the calls will be savеd, look, I’d wanna be brave if I could

I was talking outback
With an empty man, hе said
‚Remember times that we had
Before you got in that van?‘
Left me in the dark
Alone in the park
‚Cause after all, no one’s in control
Go easy, kid, it’s only rock and roll

Cut through the smoke
There’s no secret special code
No deeper hidden wisdom
Just accept we’ll never know

We’ve been talking outback
By the garbage cans
About dreams that we had
And the five-year plan
Missing the mark
We’re laughing in the dark
‚Cause after all, no one’s in control
Go easy, kid

In twenty years, kid, you’re going to look back
And wish you grabbed it all by the throat
And said, ‚Fuck it, it’s only rock and roll
‚“

Rock and Roll.

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Song des Tages: Get Jealous – „Working Title“


Eine Uniform hat viele Aspekte: sie kann praktisch sein, kann einerseits für gleiche Verhältnisse sorgen, andererseits einem Menschen aber auch Macht und ein gewisses Selbstbewusstsein verleihen. So vielseitig wie die Argumente dafür und dagegen sind auch die Formen, in denen uns Uniformen tagtäglich begegnen. Der Anzug ist eine davon – und die niederländisch-deutsche Band Get Jealous hat diesem ein Anti-Lied geschrieben. „Working Title“ heißt der Song und ist kein wörtlich übersetzter Arbeitstitel, sondern nimmt vielmehr Bezug auf den Anzug als Symbolbild für den Geschäftsmann. 

„She gives you all you need / And she sees what you don’t see / She’s your rock / Your partner in crime” singt „Frontbitch“ (Zitat der Band) Lotta Rasva zu Beginn des Songs, welcher in der Hook schlagartig umschlägt, als der Protagonist seinen blauen Anzug inklusive aller damit einhergehender Statussymbole an hat. Damit wird ein sehr traditionelles Mann-Frau-Weltbild aufgezeigt, welches das Trio in bester „Riot Grrrl“-Manier kritisiert. „Working Title“ ist also auch ein Song über das „Die-Hosen-Anhaben“ in einer Beziehung, also über ausgelebte Machtverhältnisse. 

Doch bei aller Gesellschaftskritik möchte die Band aus Enschede das alles glücklicherweise nicht allzu bierernst rüberbringen. Im Gegenteil: Get Jealous sind unter ihren Fans bereits bekannt für ihre durchaus kreativen DIY-Videoideen, wie beispielsweise „Lipstick“ oder „Holidays“ anno 2020 bereits eindeutig unter Beweis stellten. Auch im Musikvideo zu „Working Title“ setzen die drei auf Reduktion. Dabei wird Lotta von ihren Bandmates Marike Winkelmann (Bass) und Marek Schnieders (Schlagzeug) von den Seilen bereit, mit denen sie an einen Stuhl gefesselt ist. Freiheit ist somit eines der Themen der im April 2021 veröffentlichten Single-Sammlung „Easily Worried“, nachdem ein Song wie „Aah“ Depressionen behandelte oder das bereits erwähnte „Lipstick“ die Lächerlichkeit, Menschen in Formen pressen zu wollen, die kaum weniger zu ihnen passen könnten. Dazu fährt die Band eine durchaus erfrischende Mischung aus Garage Rock und Punk Rock auf, bei welcher ihre eigene Bezeichnung „Riot Pop“ der Melodieseligkeit wegen passt. Sympathisch, mit mächtig Skate-Punk-Ethos und DIY an Bord. Das Dreiergespann könnte man sich bestens im Vorprogramm von The Baboon Show, Laura Jane Grace oder Mobina Gallore vorstellen…

„Everyone has an opinion about Get Jealous. Wether you think they’re pop, punk, sweet, harsh, wild, happy or way too serious: Get Jealous makes sure you’re listening. Even when you think you don’t like punk.“

Dass die Band nicht nur die laut polternden, sondern auch die ruhigen Töne recht gut beherrscht, zeigt übrigens der nachdenkliche Song „Gabriele„, welchen Get Jealous der im vergangenen Jahr unter tragischen Umständen verstorbenen Mutter von Schlagzeuger Marek widmen:

Rock and Roll.

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Song des Tages: Veronica Swift – „Sing“


Bereits im zarten Alter von neun Jahren nahm die in ein musikalisches Elternhaus hineingeborene Sängerin Veronica Swift das Album „Veronica’s House Of Jazz“ auf. Es folgten im Laufe der Jahre ein paar weitere vielversprechende Platten (zuletzt 2019 „Confessions„), später trat sie zudem mit Weichspülern wie dem Jazz-Trompeter Chris Botti oder Traditionalisten wie dem Pianisten Benny Green auf. Wer hört, wie sie gemeinsam mit Wynton Marsalis ein minutenlanges Live-Scat-Solo über „Cherokee“ hinlegt, für den scheint die Sache klar: Die 1994 geborene New Yorker Sängerin gehört zu jener Kategorie von Wunderkindern, die zwar technisch virtuos, aber sonst eher unoriginell tönen. You may call it „Hintergrundberieselung“…

Nun, von diesem möglicherweise etwas vorschnell gefällten Vorurteil kann man sich spätestens mit ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Album „This Bitter Earth“ getrost verabschieden. Sicher: Auch dort singt Swift gewohnt intonationssicher und solistisch versiert einiges an Standard- und Mainstreamware, wie etwa George Gershwins „The Man I Love“ oder ein schmissig-flottes „Youʼre The Dangerous Type”, bei dem sich eine ganze Heerschar anderer Vokalistinnen wohl die Zunge verknoten würde. 

Doch nicht nur wie sie singt, sondern vor allem was sie singt, überzeugt. Denn die 27-jährige US-Jazz- und Bebop-Musikerin zeigt bei der Stückauswahl großes Geschick und löst ein, was das von Dinah Washington entliehene Titelstück verspricht: Hier stellt sich jemand sehr erwachsen und frei von großen Illusionen den Widrigkeiten der Gegenwart, erstellt einen dreizehnteiligen Liederzyklus, der sich mit Sexismus, häuslicher Gewalt, Umweltproblemen, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder den Gefahren von Fake News befasst und somit Merkmale von wegweisenden Klassikern wie Marvin Gayes „What’s Going On“, Kate Bushs „Hounds Of Love“ oder Mary J. Bliges „My Life“ aufnimmt. Und auch wenn bei den zum Großteil bereits 2019 – und somit bevor die Coronavirus-Pandemie die Welt fast völlig zum Stillstand brachte – aufgenommenen Songs gelegentlich Streicher watteweiche Teppiche auslegen und die musikalische Begleitung von einem blitzsauber swingenden Piano-Trio unter der Leitung Emmet Cohens kommt, so fehlt von dem unschuldig-nostalgischen Eskapismus der Vorgänger-Jazzgesangsgeneration um Jane Monheit und anderen doch jede Spur.

„Ich habe seit Jahren darauf gewartet, dieses Album zu machen und wollte, dass es zwei verschiedene Ansätze hat. Ich habe mit der Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft begonnen und wie sie sich verändert. In der zweiten Hälfte wollte ich andere Missstände in der Welt ansprechen, sei es Rassismus oder Fake News. Aber ich beziehe keine politische Position. Ich bin mir mit meinem Publikum sehr darüber im Klaren, dass ich als Künstler bestimmte Themen als Außenstehender anspreche, der hineinschaut.“ (Veronica Swift)

Ganz im Gegenteil: Mit an Zynismus grenzender Schärfe interpretiert Swift mithilfe von energischen Scat-Vocals etwa die Rodgers- und Hammerstein-Nummer „Youʼve Got To Be Carefully Taught“ aus dem Jahr 1949 und dem Musical „South Pacific“, die davon handelt, dass man Kinder früh zu Angst und Hass erziehen sollte, damit sie brav die rassistischen oder religiösen Vorurteile ihres Umfeldes übernehmen. Ganz sanft und naiv wiederum intoniert sie zu akustischer Gitarre den durch die Vokalgruppe The Crystals bekannt gewordenen Carole King-Song „He Hit Me (And It Felt Like A Kiss)“, welcher unverblümt von häuslicher Gewalt handelt. Nur von Armand Hirsch auf der akustischen Gitarre begleitet, setzt Swift mit ihrem Gesang einen Kontrast zu dem bombastisch instrumentierten Original und entlarvt den im Titel angedeuteten Sexismus mit sanften Tönen Auch toll: das gleichermaßen großartige wie unbekannte „The Sports Page“ von 1971 aus der Feder des Jazz-Pianisten und Journalisten Dave Frishberg, welches sich nun wie ein genialer Kommentar zur Donald Trump’schen Fake-News-Pest, vielsagend-hohlem Verschwörungsgeschwurbel und der US-Wahl 2020 anhört. Andere Stücke stammen aus Musicals wie „Bye Bye Birdie“ (1960), „The King And I“ (1951) oder „The Jungle Book“ (1967) – alle möglicherweise durchaus betagt im Alter, jedoch dennoch auch im 21. Jahrhundert mit deutlichem Zeitgeist-Wert. Wenn Swift nach allerlei hervorragendem Changieren zwischen Jazz, R&B, Rock und einer Prise Blues den krönenden Abschluss „Sing“ (im Original vom US-Punkrock-Cabaret-Duo The Dresden Dolls) mitsamt angejazzrockter E-Gitarre als fragilen Aufruf zur Versöhnung mit dem eigentlich Unversöhnlichen intoniert, wird klar: Die USA haben neben Cécile McLorin Salvant nun eine weitere kraftvolle Jazz-Stimme mit einem brillanten Gespür für Subtexte. Ein superbes Konzeptalbum, zu gleichen Teilen beeindruckend, brillant, virtuos, sentimental, verführerisch, voller Emotionen und schlussendlich hochgradig überzeugend. You may not call it „Hintergrundberieselung“.

Rock and Roll.

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Song des Tages: November Ultra – „Bedroom Walls“


Wenn die Welt da draußen vor der Haustür in einem Strudel aus Wahnsinn und Gewalt unterzugehen scheint, ist zumindest – insofern man sich den Luxus der Zerstreuung leisten kann und mag – auf die Musik Verlass. Denn im Angesicht all der schlechten Nachrichten und neuerlichen Hiobsbotschaften hilft selbige, die Musik, unser Gemüt zu beruhigen. Wer dazu den passenden Soundtrack liefern könnte? Nun, November Ultra etwa. Die Newcomerin gehört zu jener Kategorie von Künstler*innen, die mit ihrer Soundmixtur genau dieses Gefühl der Erleichterung vermitteln. Einer ihrer ersten Songs, „Soft & Tender“, beschrieb die Musik nahezu punktgenau – und auch, was sie später veröffentlichen sollte.

Bevor sie ihre Solokarriere startete, war die junge Französin die Sängerin der Pariser Surf-Pop-Band Agua Roja, die in ihren Songs in etwa die Schnittmenge aus Real Estate und Beach House abbildeten. Als sich die Band 2018 trennte, posteten die drei Mitglieder in den sozialen Netzwerken vielsagend „Ein Ende ist ein Anfang“. Sie sollten Recht behalten – vor allem, was November Ultra betrifft. Denn die begann nicht nur, mit verschiedenen Künstler*innen nationaler wie internationaler Couleur – von Jaden Smith über Terrenoire bis hin zu Claire Laffut – zusammenzuarbeiten, sondern auch in aller Abgeschiedenheit zu Hause an intimen LoFi-Songs zu schreiben. Heute darf ihre Musik ganz für sich selbst stehen.

Ihr erstes, unlängst erschienenes Album „Bedroom Walls“ berichtet von diesem Werdegang – und überzeugt vor allem mit ihrer wunderschönen Stimme. Wie bereits auf der im vergangenen Jahr veröffentlichten „Honey Please Be Soft & Tender EP“ singt sie hauptsächlich auf Englisch, hier und da auch auf Französisch und Spanisch. Letzteres kommt nicht von ungefähr: Die Musikerin wuchs mit spanischen und portugiesischen Eltern mehrsprachig in Frankreich auf, ihr Großvater kommt aus Spanien – nur allzu verständlich, dass vor allem die Ausdrucksmöglichkeiten von dessen wunderbarer Muttersprache ihr ebenso wichtig wie nah sind. „Ich habe alles reingepackt, was mich ausmacht, jede Träne, jedes Lachen, jede Erinnerung“, sagt sie über ihr Album. Und schafft es dennoch, ihren persönlichen, nicht selten in der Intimität des heimischen Schlafzimmers entstandenen Liedern eine gewisse Universalität zu verleihen. Sanftheit und Zärtlichkeit sind eben zwei der Dinge, von denen man wohl nie genug bekommen kann – ebenso wie faule Mußestunden im heimischen Bett. Darf man das Ganze also unter „Bedroom Pop“ verbuchen?

Nun, ganz so einfach ist es nicht. Denn obwohl ihr Label die ehemalige Agua Roja-Sängerin nur allzu gern als „Latest Bedroom Pop Sensation“ vermarkten würde, ist die Musikerin ja keine Newcomerin im klassischen Sinne, hat sich mit diversen Kollaborationen in den letzten Jahren bereits ganz gut in der internationalen Pop-Szene eingerichtet – und wenn schon eine „Sensation“, dann doch vielmehr im Kleinen.

Viel Hilfe benötigt Bedroom Ultra dafür nicht, produzierte ihre eigenen Songs selbst mit dem Programm Ableton – und nutzt dessen Möglichkeiten, um die Musik auf durchaus kreative Weise von innen nach außen zu kehren, indem sie die einzelnen Bestandteile der Songs (hauptsächlich die Gesangsparts) immer wieder herauspickt und isoliert bearbeitet in den Flow zurückführt. Wie’s wirkt? Das wiederum lässt sich schwerlich beschreiben – und führt dazu, dass den eigentlich geradlinig angelegten, stilistisch jedoch umso vielfältiger erscheinenden Tracks zuweilen sogar ein opulenter, operettenhafter Hörspielcharakter zukommt. Pop-Musik im klassischen Ohren-auf-und-durch-Sinne ist das definitiv nicht, da sich die Basis ihrer Stücke aus so unterschiedliche Genres wie Jazz, Folk, Ambient, R’n’B oder Electronica speist. Und auch eines weiteren Klischees entledigt sich die Französin, denn ausgerechnet echte Chansons gibt es hier keine. Insgesamt tönt das schon recht interessant – wenn auch auf eine ganz andere Art, als es der Marketing-Abteilung vielleicht lieb wäre. Und als Soundtrack zur Zerstreuung, bevor man ob der verrückten Welt da draußen wieder mal die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, eignen sich diese Songs allemal…

Dass es sich auch im heimischen Bett recht gediegen musizieren lässt, beweist November Ultra übrigens hier:

Rock and Roll.

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Song des Tages: Zella Day – „Seven Nation Army“


Es gibt Gitarrenriffs, die jeder mitsingen kann. Im Schlaf. Erst recht in bierseliger Laune. Welche Musiker dahinter stehen und wie der entsprechende Song eigentlich heißt, ist den meisten dabei sogar oft verdammt egal. „Smoke On The Water“ von Deep Purple etwa, „Paranoid“ von Black Sabbath sicherlich, „Back In Black“ von AC/DC wohlmöglich, „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana ohne jeden Zweifel – und eben „Seven Nation Army“ von The White Stripes. Letzterer mittlerweile vor allem dank seiner Verbindung zum tumben Volksunterhaltungssport Fußball. Doch nicht so schnell, alles auf Anfang…

Januar 2002, The White Stripes waren gerade auf Tour in Australien. Der Soundcheck vor ihrer Show in Melbourne wurde unerwartet zu einem entscheidenen Moment in der Karriere des Duos. Jack White spielte zum ersten Mal die berühmten sieben Noten des Riffs von „Seven Nation Army“. Der Gitarrist und Bandkopf zeigte es Ben Swank, seines Zeichens Crew-Mitglied und Angestellter bei seiner Plattenfirma Third Man Records, der lediglich ein knappes „It’s OK“ darauf erwiderte. Ganz in Ordnung, Chef, aber irgendwie auch nichts Besonderes…

Nun, so kann man sich irren.

Jack White hoffte zu Beginn der 2000er, in der Zukunft einmal den Titelsong zu einem James-Bond-Film schreiben zu dürfen. Aus diesem Grund fasste er zunächst den Entschluss, das Gitarren-Thema aus Melbourne für ebenjenen Zweck aufzubewahren – eine Idee, die er schnell wieder über den Haufen warf, denn zu unwahrscheinlich erschien ihm dieses Szenario. Und dieses Mal war er es selbst, der sich irrte, schließlich durfte White etwas später tatsächlich den ersehnten Bond-Titelsong schreiben – und wohlmöglich ist das 2008 mit Alicia Keys veröffentlichte „Another Way To Die“ (für den Film „Ein Quantum Trost“) der vielleicht beste Bond-Titeltrack der jüngeren Geschichte…

Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Also wurde daraus dann doch ein Song für The White Stripes und nicht für den Spezialagenten seiner Majestät im Vereinten Königreich. Zumindest geografisch rückten Jack und Meg White dabei nicht allzu weit von 007 ab, denn „Elephant“, das vierte, 2003 erschienene Album des Duos aus Detroit, Michigan, wurde in den Toe Rag Studios in London aufgenommen. Und „Seven Nation Army“ wurde von den beiden zum Opener des Albums erkoren.

Auch das Dahinter ist im Grunde recht schnell abgehandelt. So liegt etwa der Name des Liedes bis heute darin begründet, dass Jack White die Wörter „Salvation Army“, zu deutsch Heilsarmee, als Kind nicht richtig aussprach. Kurzerhand machte er „Seven Nation Army“ daraus. Ursprünglich nur als Arbeitstitel gedacht, avancierten die Wörter schließlich zum tatsächlichen Namen des Liedes, welcher sich inhaltlich mit Kleinstadt-Gossip auseinandersetzt. Jack Whites eigene Erfahrungen, insbesondere im Zusammenhang mit seiner Berühmtheit, bilden das Fundament des Textes.

Und das Klangliche? Nun, einem wichtigen Motto blieben The White Stripes auch auf „Elephant“ treu: keine Bass-Gitarren, Ladies und Bluesmänner! Den Sound des ikonischen Riffs von „Seven Nation Army“ erschuf Jack White mithilfe einer halbakustischen E-Gitarre aus den 1950ern, das Ausgangssignal wurde durch ein Effekt-Pedal namens Whammy der Firma Digitech um eine Oktave herunter transponiert. Ausreichend Fachsimpelei?

Dennoch waren anfangs nicht alle Parteien von dem späteren Evergreen begeistert. Neben Ben Swank musste Jack White auch die Vertreter seiner Partner-Plattenfirmen XL und V2 davon überzeugen, dass „Seven Nation Army“ ein großartiger Song war. Großartig genug sogar, um ihn zur ersten Single-Auskopplung des neuen Albums zu machen. Im Gegensatz zum Band-Frontmann erschien „There’s No Room For You Here“ den Label-Mitarbeitern als geeignetere Wahl – doch White blieb stur und hatte schließlich Erfolg.

Im Oktober 2003 begann dann die „ganze Sache mit dem Fußball“. Der belgische Club FC Brügge spielte in der Champions-League-Gruppenphase auswärts gegen eines der damals besten Teams der Welt: den AC Mailand. Milan hatte im Mai desselben Jahres die UEFA Champions League gewonnen und ging daher als haushoher Favorit in das Match im heimischen San Siro.

Vor dem Spiel vertrieben sich die mitgereisten Fans aus Belgien die Zeit in einer Bar in der Mailänder Innenstadt. Zwischen den Unterhaltungen über die sichere Niederlage gegen den italienischen Giganten, dem feuchtfröhlichen Klirren von Biergläsern und dem nervösen Rücken von Stühlen ertönte plötzlich ein äußerst prägnantes Gitarren-Riff, das sich selbst die betrunkensten Brügge-Fans merken konnten. „Seven Nation Army“ von The White Stripes nahm seinen Lauf – gemeinsam mit dem kleinen Fußball-Wunder am selben Abend, denn in der 33. Minute erzielte Andrés Mendoza das Siegtor für Brügge. Und die in die italienische Modemetropole mitgereisten Fans? Flippten selbstredend aus. Voller Euphorie erinnerten sie sich an die eingängige Melodie, die sie am Mittag gehört hatten (wenngleich auch nicht an den dazugehörigen Text), und grölten ausgelassen ein lautes „Oh…oh-OH-oh oh OHH OHH!“. Verbunden mit der seligen Sieg-Erinnerung nahmen die Anhänger des FC Brügge das Lied mit zurück nach Belgien und etablierten es fortan im eigenen Stadion.

Ein paar Jahre darauf, im Februar 2006, spielte der FC Brügge erneut gegen ein italienisches Team, nun aber zu Hause gegen den AS Rom im kleinen Bruder der Champions League, dem UEFA Cup (welcher sich heute „UEFA Europa League“ schimpft). Zwar verlor Brügge jenes Spiel mit 1-2, doch dies tat der Popularität von „Seven Nation Army“ als Fußball-Song keinen Abbruch – ganz im Gegenteil: Nun fanden auch die Anhänger der Roma Gefallen an dem leicht memorablen Mitgröhl-Riff des Songs und machten ihn sich zu eigen.

Die italienische Fußball-Legende Francesco Totti (785 Spiele mit 307 Toren in 24 Jahren als Profi beim AS Rom) kommentierte das Geschehen auf den Rängen gegenüber einer niederländischen Zeitung mit den Worten: „Ich hatte den Song noch nie gehört, bevor wir in Brügge aufs Feld gelaufen sind. Seitdem kann ich den ‚PO-PO-PO-PO-PO-POO-POO-Song‘ nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Es hat sich fantastisch angehört und die Zuschauer mochten es sofort. Danach habe ich mir schnell ein Album der Band besorgt…“

Gemeinsam mit Totti und den Fans des AS Rom gelangte „Seven Nation Army“ wieder zurück nach Italien. Bei der Weltmeisterschaft im Sommer 2006 wurde das Lied so etwas wie die inoffizielle Hymne der Azzurri auf dem Weg zum Titel in Deutschland. Die Funktionäre der UEFA bemerkten den Trend und machten den White-Stripes-Song zur offiziellen Einlauf-Musik der Mannschaften während der Europameisterschaft 2008. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten es alle mitbekommen – ob sie nun wollten oder nicht. „Seven Nation Army“ verselbstständigte sich, fernab vom US-amerikanischen Detroit, und wurde zum Mannschaften wie Fanszenen übergreifenden, veritablen Fußball-Hit.

Jack White selbst freute sich über die Geschichte, die vor nunmehr zwanzig Jahren in Melbourne begann (und irgendwie auch die White Stripes überlebte, welche 2011 ihr Bandende bekannt gaben). Als er auf die Adaption seines Hits durch die italienischen Fußball-Fans angesprochen wurde, unter denen „Seven Nation Army“ als der „PO-PO-PO-PO-Song“ bekannt ist, sagte er: „Ich fühle mich geehrt, dass die Italiener den Song zu einem der ihren gemacht haben. Nichts ist schöner in der Musik als die Annahme einer Melodie durch Menschen, die ihr erlauben, den Pantheon der Folk-Musik zu betreten. Als Songwriter ist so etwas unmöglich zu planen. Besonders in modernen Zeiten. Ich liebe es, dass die meisten Leuten überhaupt nicht wissen, wo die Melodie herkommt, wenn sie sie singen. Das ist Folk-Musik.“

Manchmal nimmt ein Song eben ungewöhnliche Wege…

Womit wir nun auch bei der Künstlerin von ANEWFRIENDs heutigem „Song des Tages“ wären. Bereits 2012 nahm Zella Day eine Coverversion des White-Stripes-Klassikers auf. Dennoch sollte es nahezu eine weitere Dekade dauern, bis ebenjene Neuinterpretation durch die Verwendung in einem Werbespot eines namenhaften südkoreanischen Elektronikherstellers zu weitreichenderer Bekanntheit gelangte. Im Grunde zu Unrecht, denn die Version der mittlerweile 27-jährigen, aus Pinetop-Lakeside, Arizona stammenden und inzwischen – wie so ziemlich viele – in Los Angeles, Kalifornien beheimateten Indie-Pop-Musikerin kann sich als reduziert-schmissige Ballade durchaus hören lassen. Und das nun auch für all jene, die noch nie ein Fussballstadion von innen (oder im Fernsehen) gesehen haben…

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Kevin Devine – Nothing’s Real, So Nothing’s Wrong (2022)

-erschienen bei Triple Crown/Membran-

Regelmäßige Leser von ANEWFRIEND wissen es freilich: Kevin Devine ist seit Jahr und Tag ein regelmäßiger Gast auf diesem bescheidenen Blog, wannimmer es von neuen Tönen aus der Feder des kreativen 42-jährigen Singer/Songwriters aus Brooklyn zu berichten gibt.

Für alle anderen als kleiner Service hier noch einmal (s)ein Indie-Rock-Werdegang im Schnellabriss: Devines Karriere begann in den frühen Nullerjahren mit der Emo-Indie-Rock-Band Miracle of 86. Anschließend veröffentlichte er erste Soloalben, tourte mit seinem ständig wechselnden Backing-Kollektiv The Goddamn Band (welche ihrerseits unter anderem aus ehemaligen Mitgliedern von Miracle Of 86 besteht) und gründete mit Manchester Orchestra-Frontmann Andy Hull zudem das Projekt Bad Books. Neben seiner Solokarriere, welche zuletzt, 2016, die Alben “Instigator” sowie “We Are Who We’ve Always Been” (das 2017 erschien und Akustik-Versionen der “Instigator”-Songs beinhaltete) hervorbrachte, war Kevin Devine, der sich zudem auch politisch engagiert und oft genug Wort gegen soziale Missstände ergreift, auch Tourmusiker in zahlreichen anderen Bands und tourte weltweit, sowohl solo als auch mit befreundeten Bands und Musker*innen wie Frightened Rabbit, John K. Samson oder Julien Baker. Neuerdings beschritt der US-Musiker außerdem neue digitale Wege und bietet seinen treuesten Fans via Patreon exklusiven Content sowie Livestream-Shows (in welchen er etwa auch seinem Idol Elliott Smith die Ehre erwies).

Foto: Erik Tanner

Ja, auch ohne eigene „vollwertige“ Albumveröffentlichung hatte Kevin Devine in den letzten Jahren alle Hände voll zu tun. Wer da nicht versuchte, beständig am Ball zu bleiben, der konnte anhand des enormen Outputs des New Yorker Musikers (zu dem in der Vergangenheit außerdem ein Aus-Spaß-an-der-Freude-Komplettcover des Nirvana-Meilensteins „Nevermind“ zählte) schonmal den Überblick verlieren. Dass es nun doch ganze fünf Jahre gedauert hat, bis „Instigator“ einen Nachfolger erhält, kommt da fast ein wenig überraschend…

Andererseits platzt „Nothing’s Real, So Nothing’s Wrong“ mitten hinein in eine in vielerlei Hinsicht durch eine weltweite Pandemie, den Klimawandel, kriegerische Konflikte, rassistische Gewalttaten oder „Me Too“ aufgewühlte Zeit – vor allem, wenn man dessen Schöpfer selbst befragt: Konzepte wie Kapitalismus und Männlichkeit seien am Ende, so Devine, die Realität an Bizarrheit kaum noch zu überbieten. Wo Tocotronic ob des Zustands der Welt bereits anno 2007 einst „Kapitulation“ forderten, ruft der 42-Jährige nun zum eskapistischen Rückzug auf. Und zwar dem ins Innere: Realitätsverlust als Chance.

„Die Songs loten alle eine bestimmte Art aus, wie man auf eine Krise reagiert: spirituell, familiär und kulturell. Anstatt der ohnmächtigen Annahme, dass es einen unsichtbaren Architekten gibt, der alles bestimmt, sage ich mir: Alles ist genauso, wie es ist, und vieles von dem, was mir real vorkommt, ist gar nicht real: Ich muss mich nicht von Allem emotional kaputt machen lassen. ‚Nothing’s Real, So Nothing’s Wrong‘ ist natürlich eine plakative Aussage – Aber wie soll es sonst auch anders gehen heutzutage? Ich habe mir mit einem mentalen Skalpell einen ’safe space‘ erschaffen, in dem ich mich in Ruhe sortieren kann.“ (Kevin Devine)

Vor allem klanglich präsentiert sich Kevin Devines nunmehr zehntes Solo-Werk dabei in einem nahezu völlig neuen Gewand, denn garagiger Power Pop oder splitternackte Songwriter-Übungen sind auf „Nothing’s Real, So Nothing’s Wrong“ nicht mehr anzutreffen. Stattdessen balancieren Devine und Band spürbar mehr Tonspuren als je zuvor auf ihren schmalen Schultern und legen sich richtig hinein in die weiträumig ausgetüftelten und detailliert orchestrierten Stücke – ein „surrealer, cineastischer Bedroom-Rock-Fiebertraum“, wie’s im Begleittext zum neuen Album heißt. Songs wie „Override“ oder „Someone Else’s Dream“ klingen entsprechend, als hätte man rohen Elliott-Smith-Skizzen eine Pomp-Behandlung spendiert, so wie auch dieser seinen todtraurigen Songs auf „XO“ und insbesondere „Figure 8“ (freilich auch auf dem postum erschienenen „From A Basement On The Hill“) ein gewisses Mehr an Gewicht genehmigt hat. Schon das Eröffnungsstück „Laurel Leaf (Anhedonia)“, welches sich mit Anhedonia, der Unfähigkeit Freude und Lust zu empfinden, befasst, schichtet hibbelige Streicher und verrauschte Schlagzeugeffekte über eine Beatle’eske Pop-Melodie, die mit den Symptomen einer Depression konterkariert wird. „All the nights I cut myself and I felt nothing / Murder every messenger, but they keep coming“ – Auswege zu finden, ist oft genug unerträglich schwer. Manchmal bleibt da nur, sich mit dem inneren schwarzen Hund zu versöhnen. Mit dieser Überdosis Harmonie zwischen den Noten demonstriert Devine gleich zum Einstieg, wie viel Kraft und Selbstheilungspotential in tönender Kunst stecken kann – für die, die sie hören und die, die sie machen.

Galoppierende Stampf-Drums und flirrende Elektro-Sprengsel regnen in „How Can I Help You?“ herab, das zwar nicht direkt ins Ohr will, seine Qualitäten aber dennoch nach und nach offenbart. In anderen Songs experimentiert Devine nicht nur mit Soundcollagen, sondern auch mit Tempowechseln, weiteren Synthie-Backings und immer wieder mit traumwandlerischen, gar psychedelischen Harmonien, die in große Gesten umschlagen. Selbst in Momenten der Paranoia („Someone’s after me“) versucht er, seine innere, entspannte Mitte nicht zu verlieren, sodass ebenjene Momente fast ein wenig zugedröhnt wirken mögen. Was wiederum nicht heißt, dass Kompositionen wie etwa „It’s A Trap!“ nicht auch – im positiven Sinne – ein wenig chaotisch werden dürfen, wenn sich noch klarinettenähnliche Töne und krumme Rhythmen zu dem bunten Reigen dazugesellen – Größen von den Flaming Lips über Sparklehorse bis hin zu Wilco lassen hier als Referenzen lieb grüßen. Mit am besten kulminiert dies alles im vorab veröffentlichten „Albatross“. „I think my brain is broken“, fürchtet Devine in der nahezu formvollendeten, als feierlicher Sixties-Schunkler getarnten Stadion-Pop-Hymne, stellt jedoch auch relativierend fest: „Nothing matters anyway.“ – und man selbst merkt immer mehr, dass da vielleicht etwas dran sein könnte an seiner Feststellung. Das Album endet schließlich versöhnlich mit „Stitching Up The Suture“, und tatsächlich hat Devine im Laufe dieser Songs mit seinem vorsichtigen Optimismus so einige Wunden zugenäht – unsere, aber auch seine.

Obwohl „Nothing’s Real, So Nothing’s Wrong“, dessen Albumtitel etwas von zu viel Wein und Küchenphilosophie hat, nicht wenige musikalisch herausfordernde Geschütze auffährt (von denen zugegebenermaßen nicht jedes einen Volltreffer landet und einen im ersten Moment ein wenig überrumpeln mag), erstickt Album Nummer zehn dennoch nicht an der eigenen Theatralik. Auch lyrisch wagt sich der „Brooklyn Boy“ noch stärker als ohnehin schon ins Literarische vor, erzählt hochintrospektive, jedoch mit allerlei textlichen Verrenkungen ausgeschmückte Anekdoten eines zwar wachen, aber hochgradig an sich selbst zweifelnden Geistes, der sich vor der ihm fremd gewordenen Welt da draußen in sich selbst zurückzuziehen sucht. Letztendlich steckt jedoch mehr Konfrontation als Augenverschließen in Devines emphatischen Bewältigungsmechanismen, vor allem wenn es um seine eigene Einsamkeit geht – umso besser, dass all die Albträume, all die Ängste das Album nie in allzu dunkle Gefilde ziehen. Und natürlich tönen hier viele Songs schwer und sperrig, sind mit all den überbordenden, surrealen Arrangements, den gleißenden Synthies, den schwankenden Gitarren, den Popsongrahmen oft genug sprengenden Klangexperimenten recht nahe dran am Psychedelic Pop der bereits genannten Flaming Lips oder Sparklehorse, muten mitunter sogar ein bisschen esoterisch an, und sind von der Unbekümmertheit des jungen „Emo-Devine“ von vor einem Jahrzehnt, der nur Stimme, Gitarre und ein bisschen Grunge Rock benötigte, um jedes Hörerherz zu erwärmen, meilenweit entfernt. Aber auch eine konsequente Weiterentwicklung – zumindest musikalisch. Bei all dem absurden Irrsinn in der Welt da draußen bleibt eben manchmal nur noch die Einsiedelei und der Weg zurück zu sich selbst. Denn da, dort drinnen, kriegt einen keiner. Dennoch: all is not lost.

Rock and Roll.

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