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Song des Tages: An Horse – „This Is A Song“


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Foto: Promo / Corry Arnold

Von 2007 bis 2012 gibt es wohl nur einen Ausdruck, um die (Mini-, da immer noch im „Indie-Rahmen“) Karriere von An Horse zu beschreiben: Non-Stop. Nur nachvollziehbar ist es also, dass Kate Cooper und Damon Cox nach zwei Alben, unzähligen Touren und Schicksalsschlägen schlichtweg ausgebrannt waren. Nun, nach fast sechs Jahren Pause, kehrt die Band endlich zurück.

Aber blicken wir noch einmal kurz zurück: 2010 hatte das Indie-Rock-Duo aus dem australischen Brisbane sein Debütalbum „Rearrange Beds“ und nur ein Jahr später das zweite Werk „Walls“ veröffentlicht, die sich mal zwischen verträumteren Thermals, mal zwischen bodenständigeren Tegan And Sara einsortierten. Davor, dazwischen, danach und währenddessen waren Cooper und Cox im Prinzip konstant auf Tour, um ihre Songs in möglichst viele Ohren zu bringen: entweder als Headliner oder gemeinsam mit Tegan And Sara, Death Cab For Cutie, Silversun Pickups oder Nada Surf ging es gleich mehrmals um die ganze Welt. Dieses Touren im Akkord forderte seinen Tribut: die Band verfiel in einen sechsjährigen Winterschlaf.

Kate Cooper sagt, sie sei nach dem Ende der letzten Tour zum zweiten Album einfach am Ende gewesen. Sie hatte keine Lust mehr, immer nur unterwegs zu sein, ihre Liebe zu vermissen. Gleichzeitig wurde bei ihrem Vater ein Gehirntumor diagnostiziert, den er leider nicht besiegen konnte. „Ich wollte keine Songs darüber schreiben, am Totenbett zu sitzen und traurig zu sein. Traurigsein ist einfach, zumindest für mich. Schwierig ist es, glücklich zu sein. Dafür musst du arbeiten. Die Gitarren habe ich erst wieder in die Hand genommen, als ich über etwas anderes als Traurigkeit schreiben konnte.“

Cooper verschlug es 2012 von Australien nach Montreal in Kanada, Cox zog nach New York. Beide hielten ständig Kontakt. Nach einigen Jahren der (musikalischen) Funkstille erreichten Damon Cox dann wieder frische Songideen von Kate Cooper, die er ergänzte und ihr zurückschickte. Man traf sich über Weihnachten in der australischen Heimat Brisbane, dann wieder in Kanada, und plötzlich war das dritte Album „Modern Air“ fertig.

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Ebenjenes „Modern Air“ mit seinen elf neuen Stücken ist lebendiger, abwechslungsreicher und dynamischer als die beiden Vorgängeralben, es zeigt An Horse stark wie nie – ob nun trotz oder wegen der doch recht langen Bandpause. Kate Cooper und Damon Cox sind eine Einheit, die nahtlos verschmilzt. Ihr gitarren-basierter Indie Rock kommt auf dem neuen Album immer noch mit zahlreichen Kanten daher, wagt dieses Mal aber auch ausschweifende Momente und mehr Experimente.

6b97f448-Cover_Final_Spotify„We are okay now / We made it through somehow“, singt Cooper nun im wachrüttelnden Opener von „Modern Air“. Und bereits nach zweieinhalb Minuten steht fest: Da geht noch was bei An Horse. Und da geht noch was mit unverkopftem Indie Rock. „This Is A Song“ ist eines dieser Lieder, die man kurz belächelt, weil sie so simpel daherkommen, und denen man dann verfällt, weil sie ebenso simpel alles auf den Punkt bringen: „And this is a song / For all the times you didn’t belong / And this is a song/ For all the times they got you wrong“ – viel mehr braucht es nicht, wenn die Attitüde und das Gitarrenriff stimmen. „Dieser Song feiert das Gefühl, anders zu sein, auch wenn man zu der Erkenntnis erst einmal selbst kommen muss“, so die Sängerin und Gitarristin Kate Cooper über „This Is A Song“. „Ich habe mir die Fotos aus meiner High School Zeit angesehen, und ich sehe darauf so krass anders aus als alle anderen, ich steche da total heraus. Damals war das schwierig für mich. Heute denke ich: die sehen alle so schmerzhaft normal aus! Ich bin froh, nicht so wie die anderen auf diesen Bildern zu sein.“ 

Das australische Indie-Rick-Duo kann 2019 aber nicht nur Hymnen auf das Außenseitertum singen, sondern auch – ohne Filter oder Blatt vorm Mund – in Richtung der Gegenseite austeilen: „Tell me I can’t get married / While you’re fucking your secretary“, greift Cooper im folgenden, noch etwas stärkeren „Live Well“ die Scheinheiligkeit der Gegner gleichgeschlechtlicher Ehen an. Und dieser Song steht durchaus exemplarisch für „Modern Air“, denn er schlägt härtere Töne an, ist dabei aber nicht verbittert, sondern – mit geballten Fäusten und einer guten Prise Rock – lebensbejahend. Im Verlauf ihrer dritten Platte wagen sich Cooper und Cox aber auch immer wieder aus der Komfortzone heraus, hin zu raumgreifendem Indiepop in „Started A Fire„, der mit Streichern abgerundeten Akustikballaden-Fingerübung „Mind Reader„, dem seltsamen Soundexperiment in der Albummitte, das mit „Bob Ross (Be The Water)“ einen angemessen verrückten Songtitel erhalten hat, oder „Fortitude Valet“, das haushohe Gitarrentürme übereinander schichtet und schüchtern in Richtung Shoegaze lugt. Und, übrigens: Das klassischste aller Trinkspiele ließe sich auf „Modern Air“ auch anwenden: für jedes zuckersüße „Fuck“ einen Shot, und die Nacht ist gelaufen. Auf das Leben – willkommen zurück, An Horse!

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Hier gibt’s mit „This Is A Song“ den Albumopener von „Modern Air“ in Bild und Ton…

 

…sowie via Bandcamp das Album im Stream:

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Caracara


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Es gibt sie glücklicherweise auch bei mir noch, diese Momente, in denen man in die Songs einer neuen, bislang gänzlich unbekannten Band hinein hört und sich Hals über Ohr über Kopf schockverliebt. Spontan würde ich meinen, dass mir dies zuletzt vor einigen Jahren mit Foxing so ging. Oder mit Summering (das dazugehörige Debütwerk landete schließlich auch in meinen Top 5 des Jahres 2016, fand aber bis heute leider keinen Nachfolger).

Und nun wieder mit Caracara. Die wohlmöglich und offensichtlich nach einer Falkengattung benannte vierköpfige Band aus dem US-amerikanischen Philadelphia, Pennsylvania macht es einem mit ihrer von Sekunde eins an mitreißenden Mixtur aus Indierock, Post-Hardcore, Post-Rock, Slowcore, gar Gothic-Folk oder Jazz aber auch allzu leicht, sich bedingungslos in jede Note, jeden rhythmischen Frickel, jeden Akkord fallen zu lassen.

Summer Megalith_Caracar.jpgMan nehme nur „Evil“, seines Zeichens die Eröffnungsnummer des 2017 erschienenen Debütalbums „Summer Megalith„: Zuerst wiegen sanfte Gitarrennoten den Hörer in trügerischer Sicherheit, während Sänger William Lindsay emo’esk seine Pein offenbart: „I watched you fall apart / What can I say? / I said nothing / And where is your heart / Could you at least build a fake one?“. Im weiteren Verlauf jedoch steigert sich der Song, zudem sich alsbald ein Cello und rhythmische Schlagzeugsynkopen gesellen, in einen wahren Infernal aus GitarreSchlagzeugBass – gar Bläsern! – postrock’scher Güteklasse. Wie ich bereits schrieb: schockverliebt ab Sekunde eins. Und auch die restlichen elf Stücke des seinerzeit nicht von Ungefähr von Modern Baseball-Frontman Jacob Ewald produzierten Debüts kann mit ganz ähnlichen Zutaten knapp eine Dreiviertelstunde lang überzeugen. Großer Einstieg.

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Kaum verwunderlich also, dass schnell weitere Bewunderer auf Caracara aufmerksam wurden. Einer war ausgerechnet – und passenderweise – der ebenfalls aus Philadelphia stammende Produzent Will Yip, welcher in den letzten Jahren unter anderem das Who-is-Who der „The Wave“- und Post-Hardcore-Szene von La Dispute über Touché Amoré, Defeater, Pianos Become The Teeth, Circa Survive, Title Fight, Balance and Composure oder mewithoutYou bei sich im Studio begrüßen durfte (und somit gut und gern als „der Rick Rubin der jungen, lauten Musik“ gelten dürfte). Dieser Will Yip also schnappte sich Caracara und brachte Carlos Pacheco Perez, Sean Gill, William Lindsay und George Legatos bei seinem eigenen Label Memory Music unter – natürlich vor allem, um bei den vielseitigen Indierock-Newcomern in Zukunft selbst hinter den Studio-Reglern zu sitzen…

unnamed-2019-03-08T110552.570-1552061165-640x640Erstes Ergebnis der spannenden Paarung aus Caracara und Will Yip ist die im März erschienene Drei-Song-EP „Better„, bei der bereits der epische, fast sechsminütige titelgebende Einstiegssong (bei dem übrigens Mannequin Pussys Marisa Dabice im Hintergrund zu hören ist) mit seiner gleichsam dynamischen wie dramatischen (“I thought you knew me better”) Steigerung ein dickes Ausrufezeichen setzt, welches das ruhigere „Hades“ (das stilistisch in direkter Verwandtschaft zu früheren Singles wie “Glacier” oder “Revelatory” steht) sowie das lautstark tönende „Learn Your Love“ beschließen. Drei Songs und 13 Minuten leider nur, man hätte gern viel mehr…

Caracara. Eine tolle Band, die man auf dem Radar behalten, der man sein Ohr leihen sollte. Ich bin und verbleibe: schockverliebt. ♥

 

 

Hier kann man sich die Musikvideos zur das Debütalbum eröffnenden Nummer „Evil“ (welche hier von Will Yip ein dezentes Remaster erhalten hat)…

 

…sowie zum Song „New Chemical Hades“ (von der „Better EP“) anschauen:

 

Auf Bandcamp kann man sich sowohl das Debütalbum „Summer Megalith„…

 

…als auch die „Better EP“ in Gänze anhören:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Hi! Spencer – „Nicht raus, aber weiter“


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Im vergangenen Herbst haben Jupiter Jones – nach immerhin 16 gemeinsamen Jahren dies- wie jenseits von Club- und Festivalbühnen sowie einem Sängerwechsel – einen vorläufigen Schlussstrich unter das Kapitel Bandhistorie gezogen. Werden sie vermisst? Schon ein klein wenig. Muss also Ersatz her? Nicht unbedingt. Und falls doch: Hi! Spencer bewerben sich hiermit um den Job.

Denn immerhin bringt die fünfköpfige Band aus Osnabrück – zumindest dem ersten Höreindruck nach – alles mit, was schon Jupiter Jones eine recht treue Fanbase beschert hat: Rockmusik der Marke „Indie meets Punk“, eine Prise Pop, ein bisschen Rebellion und hier und da eine verzerrte Gitarre. Dazu deutschsprachige, mit massig Emotion – und den richtigen persönlich-befindlichen Schlagworten – aufgeladene Texte. Des Öfteren konnte man gar Verweise auf Bands wie Turbostaat, Muff Potter oder Kettcar lesen. Well… Machen wir’s kurz und direkt: In meinen Augen hinkt dieser Vergleich. Denn erstens kommt – zumindest im im deutschsprachigen Raum – kaum jemand an das Storytelling von Marcus Wiebusch heran und zweitens waren Muff Potter in schöner Vorzeit wirklich mal rotzig produzierter, herrlich dreckiger Punkrock – mit Widerhaken und Attitüde. Und Turbostaats nordische Räudigkeit scheint ohnehin meilenweit entfernt.

hi-spencer-nicht-raus-aber-weiter-198488Hi! Spencer suchen vielmehr ihr Heil in der Eingängigkeit. Nicht immer gelingt das Sven Bensmann (Gesang), Janis Petersmann (Gitarre), Malte Thiede (Gitarre, Gesang), Jan Niermann (Bass, Keyboard, Gesang) und Niklas Unnerstall (Schlagzeug) auf ihrem zweiten, im Februar erschienenen Album „Nicht raus, aber weiter“ so gut wie im Titelstück, in welchem die Band Themen Angst, Panikattacken und innere Konflikte (ohnehin alles Sujets, die sich durchs Album ziehen) aufgreift, oder im ruhigem „Hinter dem Mond„, in dem Bensmann und Co. das heikle Thema Rechtsruck auf ihre Art anpacken – anstatt eines wütenden „In-die-Fresse-Punk-Songs” als nachdenkliche Ballade mit Tiefgang. In anderen Songs jedoch (etwa „Angst ist ein Magnet“ oder „Wo immer du bist„) schlingern Hi! Spencer mit allzu vielen recht hohlen Phrasen und pathetisch-dickem Schmalz bedenklich nahe an das Nullsummen-Spiel-Niveau von Max Giesinger und Konsorten heran.

Alles in allem ist „Nicht raus, aber weiter“ ein zweischneidiges musikalisches Schwert mit recht vielen Tief- wie Höhepunkten. Ein kleines Ausrufezeichen, welches all jenen, die Jupiter Jones ebenso sehr vermissen und deutschsprachigen Indierock mit erhöhtem Pop-Faktor nicht scheuen, durchaus zu empfehlen ist. Nicht mehr, aber keinesfalls weniger.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Brutus – „War“ (live at Rain City)


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Wir erinnern uns zwei Jahre zurück, als BRUTUS mit ihrem Debütwerk „Burst“ lautstark von sich hören machten. Am Ende des Musikjahres stand ebenjene Platte in den ANEWFRIEND’schen Top 5, und mir blieb nur festzustellen: „Besser, effektiver, überraschender und ungewöhnlicher durchgerockt als das Trio aus dem belgischen Leuven hat mich 2017 keine Band.“

Seitdem sind einige Monate ins Land gezogen, in denen Stefanie Mannaerts (Schlagzeug, Gesang), Stijn Vanhoegaerden (Gitarre) und Peter Mulders (Bass) keinesfalls auf der faulen belgischen Haut lagen. Nachdem das Trio ihr Debüt ausreichend betourt hatte, setzte man sich zusammen, um an neuen Songs zu werkeln. Als die Soundgerüste fürs neue Album schließlich standen, setzten sich Mannaerts und ihre Jungs in den Flieger ins kanadische Vancouver, um dort – wie schon „Burst“ – gemeinsam mit Produzent Jesse Gander ihre neusten brachialen Songbrocken einzuspielen.

5060626460362Die beste Nachricht: auch mit und auf den elf neuen Stücken von „Nest“ bleibt das Trio seinem recht einzigartigen Mix aus Elementen aus Postrock, Shoegaze, Indie, Punk bis hin zu Post-Hardcore und sinistren Black-Metal-Einschüben treu. Mehr noch: viele der frischen Songs, deren einmal mehr kryptische Texte sich um Themen wie Intimität und Vertrauen beziehungsweise deren Verlust im Kontext von Familie drehen, kommen weniger verkopft und „freier von der Leber“ eingespielt daher. Man höre nur den knapp vierminütigen Holterdiepolter-Smasher „Cemetery„, oder etwa das unfassbar großartige „War“, welches bedrohlich ruhig einläuft, bevor Mannaerts, Vanhoegaerden und Mulders es mit einem derart derben Trash-Metal-Part windelweich prügeln, dass es kaum verwunderlich scheint, dass ausgerechnet Metallica-Schlagwerker Lars Ulrich zu den prominentesten Fans der Band zählt. Möchte man denn unbedingt neue Nuancen in den elf neusten BRUTUS’schen Klangorkanen aus (oft genug zeitgleicher) Euphorie, Sehnsucht, Trauer, Zorn und Wut ausmachen, so mögen diese wohl darin liegen, dass die Band ihren Sound nun größer auffächert, während anderswo offene Erstlingsversprechen eingelöst werden und vor allem Stefanie Mannaerts sich (nebst ihrem erneut unfassbar tollen Drumming!) nun gesanglich noch mehr nach vorn wagt.

Einmal mehr: großartig-geile Scheiße mit Potential zum Grower bis zum Ende des Musikjahres sowie für den ein oder anderen spontan verrenkten Halswirbel. BRUTUS liefern einen amtlichen Nachfolger, der dem Debütwerk „Burst“ in nichts nachsteht. Nuff said. Hörbefehl 2.0.

 

 

Via Bandcamp kann man sich „Nest“ zu Gemüte führen…

 

…und hier ein ausführliches Interview mit der Band lesen.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Liily – „Toro“


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Zwar mögen Dylan Nash, Sam De La Torre, Maxx Morando und Charlie Anastasis altersmäßig kaum an der Zwanzig kratzen, ihren Songs, die die neuerdings zum Fünfergespann angewachsenen Newcomer Liily aus dem kalifornischen San Fernando Valley (deren fünfter Name partout nicht ausfindig zu machen scheint) vor wenigen Tagen auf der Debüt-EP „I Can Fool Anybody In This Town“ in die Musikwelt entließen, hört man die von der Westcoast-Sonne verwöhnte Milchbubi-Haut jedoch kaum an…

81Z+2XwWJjL._SS500_Vielmehr scheinen auf „Toro“, “Sold” oder “Sepulveda Basin” Vorbilder wie die Foals (das frickelig-nervöse Gitarrenspiel von Sam De La Torre), Interpol (wenn’s die Saiten mal düsterer mögen, scheint Interpols Daniel Kessler nicht fern), Reverend And The Makers, Jane’s Addiction, Rage Against The Machine oder die Arctic Monkeys (wenn Sänger Dylan Nash seine Stimme erhebt, quengelt sich diese im Zweifel bis ins englische Sheffield) durch – zumindest gefühlt.

Prädikat: Macht schon jetzt gut Bock auf den kommenden Sommer, und in jedem Fall auf den hoffentlich baldigst folgenden Langspieler der Jungs von Liily. Da könnte etwas Großes entstehen…

 

 

Hier gibt’s die sechs Songs starke Debüt-EP „I Can Fool Anybody In This Town“ im Stream:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Beths – „Not Running“


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Texte über Herzschmerz und gute Laune versprühende Musik schließen sich keinesfalls gegenseitig aus. Das gilt nicht erst seit Evan Dando und seinen Lemonheads, sondern schon – zumindest gefühlt – immer, schließlich ist die Popmusik seit eh und je voll von diesen kleinen, fiesen Gute-Laune-Abgründigkeiten (zumindest, wenn man nicht gerade auf all die Ohohohoh-Stadion-Coldplays schielt)…

the beths_future meDas beweisen nun auch The Beths. Ob’s wohl mit der sonnenbeschienenen Herkunft zu tun hat? Immerhin ist das im vergangenen August erschienene Albumdebüt „Future Me Hates Me“ der unlängst zum Trio geschrumpften Band aus dem neuseeländischen Auckland prall gefüllt mit zackig-melodiös dahin dengelnden Indierock-Songs, denen Frontfrau Elizabeth Stokes textlich die richtige Würze verleiht. „If there is a record / For most hours wasted / Least worthy reason / To cry on a Thursday evening / I’m in the lead“ singt sie etwa im Opener „Great No One„. Textlich weniger düster und musikalisch noch bezaubernder kommt das Titelstück daher, in dem Stokes ihr Gespür für verflucht eingängige Hooks unter Beweis stellt. Oder eben „Uptown Girl„, in dem die Sängerin dann eine Mission zu haben scheint: „I’m going out tonight / I’m going to drink the whole town dry“ – und zwar als trotzige Reaktion auf eine Trennung.

Aber wohl feinsten jedoch gelingt den ehemaligen Jazz-Studenten Elizabeth Stokes, Jonathan Pearce und Benjamin Sinclair das trotzige „Not Running“ (welches sich im Übrigen auch unter ANEWFRIENDs liebsten Songs des vergangenen Jahres wiederfand): „Breathe aloud / I promise it won’t freak me out / I’m not running away / Awkward mouth / I wanna hear that broken sound / Tell me to stay / Oh, I’m not running away“ – Ich werde bleiben, selbst wenn’s hässlich wird. Ein Ohrwurm unter neun weiteren Albumkollegen zwar, aber selbst diesen einen trägt man wohl noch tagelang mit sich herum. Bissig, tief traurig, aufrichtig. Der nahezu perfekte Soundtrack für sonnige Wehmut aller Art, mit Pop-Punk gewordenem hymnischem Kurzweil-Indierock in der Rückhand. Me likes.

 

 

„This stays in this room
Don’t take it with you
If I told the truth
Then what would you do

How can we rely
Demand and supply
If you said goodbye
Would that be a lie

Breathe aloud
I promise it won’t freak me out
I’m not running away
Awkward mouth
I wanna hear that broken sound
Tell me to stay
Oh, I’m not running away

Too far to be near
Are you really here
It’s alright to be scared
I feel you had fear

Breathe aloud
I promise it won’t freak me out
I’m not running away
Awkward mouth
I wanna hear that broken sound
Tell me to stay
Oh, I’m not running away

(Breathe aloud)
(I promise it won’t freak me out)
(I’m not running away)

Oh, I’m not running away
(Awkward mouth)
(I wanna hear that broken sound)
(Tell me to stay)

Oh, I’m not running away
(Breathe aloud) Ooh
(A voice that would freak me out) Ooh
(Not running away) Ooh

Not running away
(Awkward mouth) Ooh
(I wanna hear that broken sound) Ooh
(Tell me to stay) Ooh
I’m not running away“

 

Rock and Roll.

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