Schlagwort-Archive: Kunst

Zitat des Tages


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(Sheldon Allan „Shel“ Silverstein, 1930-1999, US-amerikanischer Songwriter, Musiker, Filmkomponist, Drehbuchautor, Dichter, Karikaturist und Verfasser von Kinderbüchern)

 

Mir selbst war Shel Silverstein bislang kein Begriff – bis ich heute via Facebook auf ebenjenes, „Masks“ betitelte Gedicht des 1999 verstorbenen künstlerischen Multitalents stieß.

Und obwohl dieser lyrische Erguss (welcher etwa im 2011 postum erschienenen Gedicht- und Illustrationenband „Every Thing On It“ zu finden ist) lediglich acht Verse kurz ist, steckt in den wenigen kindlich gehaltenen Worten mehr Tiefe, Wahrheit und Weisheit über das Leben, die Gesellschaft und die Liebe als in manch hochphilosophisch gemeintem Aufsatz. Wunderschön.

 

Rock and Roll.

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Foto: ©Antoine Repesse / „#365 Unpacked“

 

Irgendwann im Jahr 2011 entschied sich der Fotograf Antoine Repessé dazu, fortan all seinen recyclebaren Hausmüll aufzuheben, um ein Statement zu setzen. Vier Jahre später entwickelte er aus diesem „Statement“ eine bildgemalte Fotoserie namens „#365 Unpacked“, die uns unsere Rolle als Konsumenten neu überdenken lässt…

Während dieser vier höchst (an)sammelwütigen Jahre stauten sich bei dem aus dem französischen Lille stammenden Künstler über 70 Kubikmeter Müll an: 1.600 Milchflaschen, 4.800 Toilettenpapierrollen, 800 Kilogramm alter Zeitschriften… – all das bewahrte er schließlich getrennt voneinander auf, um die Müllberge visuell noch gewaltiger wirken zu lassen: „Ich wollte meiner Arbeit eine ästhetische Dimension hinzufügen“, erklärt Repessé. „Die Entscheidung, den Müll zu sortieren, hat schon einen grafischen Effekt. Ich habe versucht, ein perfektes Bild hinzubekommen, das auch Beunruhigung hervorruft.“

Mit seiner Bildreihe möchte Antoine Repessé auf Probleme bei der Abfallbeseitigung und der globalen Erwärmung hinweisen – und wie unsichtbar sich diese Probleme in unser aller tägliches Leben eingeschlichen haben: „Uns wird oft von den Massen an Müll, den wir alle produzieren, erzählt. Ich denke jedoch, dass Bild mehr sagt als tausend Worte“, wie Repessé anmerkt. „Ich hoffe, dass mein Projekt dazu anregt, etwas zu ändern.“ Dem gibt es wenig hinzuzufügen.

 

Mehr Bilder aus Repessés Fotoserie „#365 Unpacked“ gibt es hier.

 

Rock and Roll.

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Hugleikur Dagsson – schwarzer Humor auf Isländisch


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Alle Cartoons: © Hugleikur Dagsson / Tumblr

 

Keine Frage – der isländische Zeichner Hugleikur Dagsson mag es böse. Sehr böse. Seine Cartoons zeigen eine ganz eigene Sicht auf die Welt: hintersinnig, witzig und manchmal sehr traurig.

Das Foto auf der Wikipedia-Seite von Hugleikur Dagsson zeigt den 39-Jährigen, der früher auch als Radiomoderator bei der isländischen Radiostation „Radíó X“ arbeite, als einen freundlichen Mann, der entspannt in die Kamera lächelt. In seinem Inneren aber muss etwas sehr Dunkles sein. Und genau das bringt er seit 2002 in Comics ans Licht. Seine Cartoons sind einfach gezeichnet – und voll von schwarzem Humor.

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Eines seiner Bücher heißt „Solltest du darüber lachen?„, ein anderes „Finden Sie DAS etwa komisch?“ – und genau dieses Gefühl erwecken viele seiner Zeichnungen. Sie greifen ernste Themen wie das Leid Geflüchteter, häusliche Gewalt oder die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung auf – und überspitzen sie gnadenlos. Das mag nicht jede(r) witzig finden, und manche, die mit weit weniger Sinn fürs Ironische oder Sarkastische gesegnet sind, sogar abstoßend. In jedem Fall jedoch regt Hugleikur Dagsson so – auf seine Weise – zum Nachdenken an…

Mehr von Dagssons Cartoons findet ihr hier oder hier.

 

Rock and Roll.

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Foto: Arjun Kamath

 

In Sektion 377 des indischen Strafgesetzbuches, das vor mehr als 150 Jahren in Kraft getreten ist, heißt es: „Wer auch immer freiwillig körperlichen Verkehr gegen die Ordnung der Natur mit egal welchem Mann, egal welcher Frau oder egal welchem Tier hat, der soll mit einer Freiheitsstrafe auf Lebenszeit oder mit einer Freiheitsstrafe belegt werden, die mehr als zehn Jahre betragen kann; außerdem kann die Person mit einer Geldbuße belangt werden.“ Mit anderen Worten: Homosexuellen wird die Luft zum Atmen abgeschnürt – in der größten „Demokratie“ der Welt.

Im Jahr 2016 gab die indische Regierung einen Gesetzesentwurf frei, in dem die kommerzielle Leihmutterschaft verboten wird. Ziel dieses Gesetzesentwurfes ist es, Ausländern, Menschen mit indischer Herkunft, Paaren mit Kindern, Lebensgefährten, alleinerziehenden Eltern und Homosexuellen die Möglichkeit zu verwehren, Kinder über eine Leihmutter zu bekommen. Nach der Verkündung der Entscheidung erklärte der indische Außenminister Sushma Swaraj den Reportern: „Wir erkennen Homosexuelle oder Lebenspartnerschaften nicht an, deshalb ist es ihnen nicht erlaubt, Babys über eine Leihmutterschaft in Auftrag zu geben. Das geht gegen unser Ethos.“

Aber wie ist es nun wirklich, in Indien homosexuell zu sein? Nachdem das Gesetz des Landes Homosexuelle als Kriminelle stigmatisiert, müssen sie ihre sexuellen Vorlieben geheim halten („remain in the closet“; wörtlich: im Schrank bleiben). Es ist schwer, die emotionale Pein zu ermessen, die Schwule, Lesben und Bisexuelle erleiden müssen – ob sie nun im Geheimen lieben oder es wagen, sich zu outen. Vor kurzer Zeit schrieb Anamika Pareek, eine „stolze Lesbe“, dazu auf Quora:

„Der Grund, warum wir uns verstecken müssen und uns die ganze Zeit verstellen müssen ist, dass die Gesellschaft uns hassen würde. Der einzige Grund, warum wir meistens depressiv sind und Selbstmordgedanken haben ist der, dass wir niemandem davon erzählen können und nicht jeder ist so mutig und offenbart sich und stellt sich den Problemen… Neulich wollte meine Freundin mich küssen. Ich habe ihr gesagt, dass sie noch ungefähr MV5BMTc5ODMwMTM5OF5BMl5BanBnXkFtZTgwMDEwOTEzODE@._V1_UY317_CR42,0,214,317_AL_jahrelang damit warten muss, bis wir zusammenleben, weil wir ins Gefängnis kommen, wenn uns irgendjemand sieht. Obwohl ich sie getröstet habe, ist ein ‚Zusammenleben‘ hier eher ein nahezu unerreichbarer Traum, weil meine Eltern sich Gedanken darüber machen, wie sie mich verheiraten können (natürlich mit einem Mann).“

Trotzdem – oder gerade deshalb – hat der Fotograf Arjun Kamath die Probleme der Homosexuellen in Indien in einer beeindruckenden 30 Bilder umfassenden Fotoserie thematisiert, welche den treffenden Titel „Coming out“ trägt. Die zwar fiktive, jedoch realitätsnahe Geschichte handelt von Maitreyi und Alpana, zwei Frauen, die sich der Welt offenbaren – vom ersten Moment der Liebe und des Mutes an. Erzählt wird die Geschichte durch die Figur Maitreyi, die ihre Freundin Alpana in einen Wald hinausführt, bis sie ein schreckliches Ende nimmt…

 

 

Die komplette Fotoserie (inklusive des übersetzten Begleittextes) findet ihr hier (oder hier im englischen Original), oder hier als Videostream:

 

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„Jake Likes Onions“ – Sarkasmus in Comicform


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Wer einen absurden Sinn für Humor hat, sollte sich unbedingt die Comics von „Jake Likes Onions“ ansehen. Der Künstler behandelt darin Themen wie Arbeit, Liebe, Tod und Existenzialismus und fügt bekannten Sprichwörtern und populären Filmen seine eigenen, schrulligen Wendungen hinzu. Der Zeichner, dem bereits 165.000 Nutzer via Instagram und knapp 99.000 Nutzer via Facebook folgen, hat ein Gespür dafür, seine Geschichten mit einem irreführenden Gefühl der Unschuld zu beginnen, bevor er etwas ins Spiel bringt, was man so wohl kaum erwartet hätte… Einige seiner wöchentlich erscheinenden Comic-Strips sind hellauf lustig, andere sind schwarzhumorig-dunkel, aber alle sind komisch (so man denn selbst eine gesunde Prise Ironie und Sarkasmus mitbringt).

 

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Mehr Comics findet ihr auf der Website von „Jake Likes Onions“, via Facebook oder hier

 

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