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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Charles Bukowski, 1920-1994, US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller)

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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Aus gegebenem Anlass möchte ich folgende Zeilen, deren Textmaß in der Tat über das sonstige – zumindest von der Kürze her – Kalenderspruchtaugliche hinaus gehen mag, nicht ungeteilt lassen, denn in der Tat bringt Ex-Jupiter Jones- und -Von Brücken-Frontmann Nicholas Müller (den ich seit Jahr und Tag schätze und der an anderer, recht persönlicher Stelle bereits Erwähnung fand) einmal mehr nahezu Unaussprechliches und in jedem Fall sehr, sehr Trauriges trefflich auf den Punkt, ohne gleich wieder in irgendeinem Sinne drüber hinaus zu schießen oder vollends und final den „Glauben an die Menschheit“ zu verlieren. Kann ich im Gros so unterschreiben. Wie immer: Lesen und drüber sinnieren lohnt sich! ❤️

 

„Einmal die Woche

Einmal die Woche verliere ich meinen Glauben an die Menschheit.

Das ist dann weder Absicht, noch Attitüde, es ist stets ein gewachsener, echter Gedanke, der mich heimsucht wie ein schlimmer Traum. Meist folgt auf Tage dieser Sorte dann eine Nacht, die eben voll von einem wiederkehrenden, schlimmen Traum ist: Ich bewege mich auf einer schmalen Brücke unaufhaltsam in eine Richtung, die mir nicht mehr verrät, als dass sie irgendwie ‚vorwärts‘ sein soll. Das Ziel aber bleibt unbekannt. Links und rechts von mir klafft eine Lücke an Realität, wächst eine große Schwärze und lädt zum Sturz ein. Am greifbarsten könnte man sie wohl einfach Nichts nennen und nichts ist bedrückender als Nichts, wünscht man sich Sicherheit und Geborgenheit und ein Ziel. Nun träume ich da also so vor mich hin, mit dem Unbekannten vor mir und dem Nichts an beiden Seiten und fühl mich grauselig. Mein Leben fühlt sich abschüssig an, mein Schwung wird mir selbst zu viel, ich werde zu einem plumpen Brocken aus Kinetik und Zweifeln und weiß nicht, was mich mehr bekümmert: Die Frage nach dem unbekannten Ende vor mir oder die nach den noch unbekannteren Alternativen zu meinen Seiten.

Immer dann, wenn ich einmal die Woche meinen Glauben an die Menschheit verliere, passiert das so.

George Floyd war 46 Jahre alt, als er aus einer Dummheit heraus oder aus Unwissen mit gefälschtem Geld zahlen wollte. Ich kann euch nicht sagen, ob ich einen gefälschten Geldschein erkennen würde, hätte ich einen in den Händen. George Floyd war vielleicht ein wenig auf Sendung, als er das tat. Berichten zufolge war er intoxikiert, hatte Drogen intus, war nicht kooperationsbereit, als er von vier bulligen Typen im Polizistenornat wegen seines Falschgeldfehlers festgenommen wurde. Als George Floyd die restlichen Plus/Minus 46 Jahre seines längst noch nicht fertigen Lebens genommen wurden, lag er hilflos mit dem Gesicht auf einem Bordstein und wurde von drei Polizisten fixiert, von dem einer so lange auf seinem Hals kniete, bis kein Atem mehr in die Lungen wollte. Er rief nach seiner Mutter, wie man das beim Sterben wohl so macht, bat um Gnade, Luft und Wasser. Und wenn’s ein paar Sachen gibt, die wir Menschen mit unseren opponierbaren Daumen und unseren weltraumberechnenden Hirnen, mit unseren sehenden und sehnenden Herzen, mit unserem Menschsein und dem ganzen Geschenk der Evolution geben können, dann sind das Wasser, Luft und Gnade. Vor allem Gnade. Dafür sind wir hier. Dafür sind wir, was wir sind.

Und wenn das nicht geht, dann verliere ich einmal die Woche meinen Glauben an die Menschheit.

Der Mensch soll kein gescheitertes Konzept sein. Kein Versuch aufs Wunderbare, mit dem Auskommen einer lebenden Katastrophe. Es schmerzt mich, da zusehen zu müssen. Es schmerzt in einem Maße, das mir nicht mal erlaubt, euch jetzt zu erzählen, dass der Gegenbeweis mich Papa nennt. Dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass meine Tochter jemals so wird. So, dass sie aus Hass und Missgunst und Gier ihr Privileg Mensch verwirken will, um abgründig und schlecht zu sein. Das käme mir verklärt und in Anbetracht einer derartigen Tragödie weltfremd vor. Und die Welt, so klapprig und unrund sie auch sein mag und das nicht erst seit dieser Woche, die soll mir nicht fremd werden. Ich lebe doch hier, auch außerhalb der vier Wände, in denen Zukunft herrscht. Ich will mich so gerne auskennen. Aber dass es Beweise gibt, dass eben kein Mensch so geboren wird, wie es dann in diesen acht grausamen Minuten um den Tod von George Floyd gelebt wurde, das wird mir dann klar. Eigentlich. Ich würde gerne immer Lösungen präsentieren, kluge Ratschläge und Wege aufzeigen, aber gerade ist es mir unmöglich. Gerade lähmt mich der Gedanke, dass die wunderbarsten Menschen so leise wirken, wenn die Schlimmen so laut Schlimmes tun. Hass gebiert Hass, Gewalt erzeugt Gegengewalt, es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Deswegen verliere ich einmal die Woche den Glauben an die Menschheit.

Wenn all das passiert, dann will ich nicht an Blumen denken. Dann will ich niemandem mit den Worten ‚Aber schau doch mal, wie schön es hier ist!‘ begegnen und so tun, als wär’s in Ordnung, nur eben an ganz anderen Stellen und Orten. Dann fühlt sich jeder Blick auf die allgegenwärtigen Wunder hier unten an, als wär’s ein Blick auf vertane Chancen. Dann verliere ich den Glauben an mich. Dann gebe ich Verantwortung ab, an einen Fatalismus, der mir verbietet zu wachsen und besser zu sein. Dann verleugne ich die Hoffnung, dann tu ich so, als gäbe es sie nicht. Und wenn wir alle das tun, dann wird irgendwann Wahrheit daraus. Dann bauen wir uns eine Realität, die nicht nur an Träume von ziellosen Brückenfahrten und Dunkelheit gemahnt, dann sind wir unsere eigene Dunkelheit. Wenn wir jetzt müde werden, dann schlafen wir am Steuer ein und fallen allesamt links und rechts vom Rand. Das wäre viel zu einfach. Niemals darf das sein. Es macht keinen Sinn sich einzureden, dass die Welt ein rundum guter Ort ist, denn das stimmt nicht, es stimmte nie und es wird aller Voraussicht nach auch niemals stimmen. Aber noch viel weniger Sinn macht es, sich in diese Tatsache zu fügen. Wir sollten uns bei jeder Gelegenheit dagegen stemmen. Wir haben die Geschicke der Welt und ihrer Menschen sicher nicht vollumfänglich in der Hand, meist können wir ja noch nicht mal unsere eigenen Wege absehen, aber wir können verdammt noch mal morgens aufstehen und eben nicht schlecht sein. Kein milliardengroßes Konvolut von kleinen Katastrophen. Wir können das. Wir haben opponierbare Daumen, weltraumberechnende Hirne und sehende und sehnende Herzen. Wir haben ein Menschsein. Und so sehr ich mir weiter die Antwort wünsche, so sehr ich auch gern ganz vorne stünde, mit grenzenlosem, immerdarem Optimismus; so sehr mich auch schmerzt, dass all das nicht sein kann, weiß ich doch: Jede Woche, seit Anbeginn des Kalenders und voraussichtlich bis zum letzten abgerissenen Blatt hat sieben Tage.

Und:
Gerade mal einmal die Woche verliere ich den Glauben an die Menschheit.“

(gefunden bei Facebook)

 

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Moment! Aufnahme.


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(gefunden bei Facebook)

 

Weil Menschen sich zwar andere Masken aufsetzen können, jedoch scheinbar nie ändern werden. Weil die ebenso tragischen wie sinnlosen jüngsten Tode von George Floyd, Breonna Taylor oder Ahmaud Arbery beileibe nicht die ersten ihrer Art, und wohl leider auch nicht der letzte sein wird – aller noch so optimistischen Hoffnung zum Trotz. Homo homini lupus est.

Und falls einer von euch ach so auf- und abgeklärten Westeuropäern vorschnell Reden über Weißkutten und lodernde Kreuze tragende, Trump wählende, minderbemittelte US-Rednecks schwingen mag, so möchte ich nur an den kaum weniger traurigen Fall von Oury Jalloh hierzulande erinnern (um nur ein Beispiel zu nennen). Und wem das noch immer nicht reicht, der darf sich gern ein paar vor Hass und Beschränktheit nur so triefende Polit-Sabbeleien von Individuen wie Gauland, Von Storch, Seidel oder dem Anti-Alternative-Vorzeige-Faschisten Höcke antun… Wohl bekomm’s, wohl bleibe es im Halse stecken.

 

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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Karl Valentin, 1882-1948, mit bürgerlichem Namen Valentin Ludwig Fey, deutscher Komiker, Volkssänger, Autor und Filmproduzent)

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


 

Im Juni des Jahres 1963 war im großen Affenhaus des New Yorker Zoos eine Ausstellung zu sehen, welche schnell für allerhand Aufsehen sorgte – und das nicht nur, weil sie auf einer ebenso einfachen wie effektiven Idee beruhte, sondern auch, weil sie schlussendlich doch für sich selbst sprach. Ebenjene Ausstellung trug den Titel “The Most Dangerous Animal in the World” („Das gefährlichste Tier der Welt“). Zwischen dem Orang-Utan-Käfig und dem Berggorilla-Käfig befand sich ein Zwischenraum mit Gitterstäben und einer erklärenden Unterschrift (die auf dem Foto oben zu sehen ist):

“You are looking at the most dangerous animal in the world. It alone of all the animals that ever lived can exterminate (and has) entire species of animals. Now it has the power to wipe out all life on earth.”

Besucher, die von der Aufregung versprechenden Überschrift über dem Ausstellungskäfig angelockt wurden, blieben neugierig stehen und schauten in den Käfig. Was sie sahen, war denn auch zweifellos das gefährlichste Tier der Welt. Der häufige Kommentar vieler Besucher lautete „Das stimmt!“, denn sie schauen in einen vergitterten Spiegel. Und so einfach diese Idee gewesen sein mag – damals wie heute steckt wahnsinnig viel Wahrheit in dieser einfachen, aber wirkungsvollen Aussage…

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


CC

 

(Sir Charles „Charlie“ Spencer Chaplin jr., 1889-1977, britischer Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Schnittmeister, Komponist, Filmproduzent und – vor allem – Komiker)

 

Rock and Roll.

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