Schlagwort-Archive: Edeka

Den CD-Verkauf ankurbeln – 2019 Edition


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Dziadek lernt jetzt Englisch – Wie ein polnischer Werbe-Opa das Internet rührt


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Same procedure as last year? Nun, zumindest hat der „Edeka-Opa“ aus der Weihnachtswerbung des vergangenen Jahres einen würdigen Nachfolger. Allerdings kommt der neue „Großvater der Werbung“ von den polnischen Nachbarn…

Nachdem der deutsche Einzelhändler Edeka im vergangenen Jahr die rührende Geschichte eines einsamen Großvaters erzählt hat, legt nun ein polnisches Unternehmen nach. Denn auch im neusten Werbespot von Allegro, dem polnischen Pendant zum Online-Versandriesen Amazon, geht es um einen Großvater. Doch anstatt seine Familie mit einer gewitzt-firesen Finte zu sich zu locken, wie es der „Edeka-Opa“ 2015 tat, wird der alte Herr aus Polen selbst aktiv.

So bestellt sich der rüstige Rentner via Internet ein ganzes Lern-Set „English for Beginners“ – „Englisch für Anfänger“ – inklusive CD, Buch und Kopfhörer. Und dann legt er los: „I am, you are, he, she, it is“, dekliniert er das Verb „to be“ durch.

Am Blumentopf, an der Tasse, an der Toilette, ja, selbst an seinem Hund befestigt er kleine gelbe Klebezettel mit den entsprechenden Vokabeln. Man verzeiht es ihm, dass er die Vokabeln „fork“ und „knife“ verwechselt und seine Computermaus zunächst „cat“ -„Katze“ – nennt. In seiner Wohnung, in der Badewanne und unterwegs im Bus lernt er Englisch – und sagt versehentlich, ganz in Gedanken beim Neuerlernten einem weiblichen Fahrgast: „I love you. You are perfect.“

Wozu der ganze Aufwand, fragt sich der Zuschauer während des Werbespots. Erst ganz am Ende, als der grauhaarige Mann nach England reist, gibt’s die Auflösung…

Mehr als 2,7 Millionen Mal wurde das Video seit Ende November auf YouTube bereits angesehen. „Das ist das Reinste, was ich je gesehen habe“, lobt ein User, während ein anderer kommentiert: „Das ist die beste Werbung des Jahres.“ Nun, auf jeden Fall ist’s die wohl besinnlichste…

 

 

Rock and Roll.

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Der John Lewis-Weihnachtswerbespot 2016: #BusterTheBoxer


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Sobald die letzten welken Blätter sich im Spätherbst gen regennassem Boden bewegen, sobald die ersten Buden in den Innenstädten den Glühweinduft durch die Menschenmassen treiben, sind die Weihnachts-TV-Spots der britischen Kaufhauskette John Lewis auch im weltweiten Netz jedes Jahr ein viraler Renner. Da wird auch #BusterTheBoxer keine Ausnahme machen…

Anders als in den emotionalen Weihnachtswerbefilmchen der letzten Jahre jedoch – man erinnere sich nur an den tollen Spot von 2014 mit „Monty The Penguin“ – drücken John Lewis und die langjährige Stammagentur Adam & Eve/DDB mit „Buster The Boxer“ diesmal nicht so sehr auf die Tränendrüse – sondern rücken lieber die große Freude über ein tolles Geschenk in den Fokus. Dazu erzählt das Duo die Geschichte einer jungen Familie an Heiligabend und am Morgen des ersten Weihnachtstages: Während die kleine Tocher vorm Schlafengehen aufgeregt auf ihrem Bett herumspringt und den nächsten Morgen kaum noch abwarten kann, steht der tierische Protagonist Buster daneben und beobachtet die Sprünge des Mädchens neidvoll. Was der Boxer noch nicht ahnt: Von dem Geschenk, das die Eltern ihrer Tochter machen, wird nicht nur die halbe Tierwelt aus dem Wald, sondern auch er profitieren. Entsprechend lautet die Botschaft am Ende des Commercials diesmal: „Gifts that everyone will love.“ 

Wie schon in den vergangenen Jahren schafft es John Lewis auch diesmal, den Konsumenten mit der gesamten Weihnachtskampagne über alle Kanäle hinweg Mehrwerte zu bieten. So sammelt der Handelsriese beispielsweise auf einer eigenen Landingpage alle Produkte, die mit dem Film zusammenhängen (Plüschtiere, Bücher, Schlafanzüge mit Aufdrucken von Buster und natürlich das Trampolin) und spendet einen Teil der Erlöse an The Wildlife Trusts.

 
Hier gibt’s den aktuellen Weihnachtswerbespot von John Lewis von „Buster The Boxer“…

 

…und – weil er bereits vor zwei Jahren so herzerwärmend schön war – hier noch die 2014er Variante mit „Monty The Penguin“:

 

Dass John Lewis und seine Werbeagentur ihr Publikum (slash ihre potentielle Kundschaft) ganz gut einzuschätzen wissen, beweist auch der Erfolg des 2015er Spots „Man On The Moon“, welcher bis heute allein auf YouTube mehr als 27 Millionen Klicks erhielt:

 

Ohnehin sind Weihnachtswerbespots, bei denen das Kreative über sich herzende Harmonie-Familien und via „CocaCola“-Trucks durch Land bretternde Weihnachtsmänner hinaus geht (man denke da etwa an den Edeka-Werbeclip im vergangenen Jahr), immer gern genommen. Verkaufen wollen sie eh alle, und sei es nur ein gutes Image.

 

Rock and Roll.

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Weihnachten, oh du einsame – der neue EDEKA-Spot zum Motto #heimkommen


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Man mag’s kaum glauben, denn wie jedes Jahr kommt’s auch in diesem wieder ziemlich unverhofft: Weihnachten rückt näher und näher und langsam tauchen auch die ersten weihnachtlichen Werbespots auf. So wie der von EDEKA, welcher obendrein ungewöhnlich emotional ist und für den ein oder anderen Denkanstoß gut sein dürfte. Unter dem Motto #heimkommen (ja, selbst bei EDEKA haben sie nun die Hashtags für sich entdeckt) wird uns eine traurige Geschichte erzählt. Hauptperson ist dieser Mann. Er ist nicht mehr der Jüngste und doch tut er alles, um mit seinen Kindern und Enkeln die Weihnachtszeit zu genießen. Es wird geschmückt, gekocht und dekoriert – aber am Ende sitzt Opa dann jedes Jahr allein am Tisch.

„Wir werden es Weihnachten dieses Jahr wieder nicht schaffen“ – immer diese Ausreden. Also wird Papa (slash Opa) immer wieder aufs nächste Jahr, aufs nächste Fest vertröstet. Dabei sollte doch kein Weg zu weit sein und kein Termin wichtiger als bei der Familie zu sein. Was macht man also, wenn die Lieben einen schon vor längerer Zeit mehr so auf die Reservebank verbannt haben? Wenn die Familie ihr eigenes, hektisches Leben hat und sich nur noch selten meldet? Opa beschließt: nun ist’s genug mit den einsamen Festtagen – und schmiedet einen wahrhaft todsicheren Plan…

 

 

Rock and Roll.

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Auf die Plätze, fertig, Kuss! – Ein zweiter Blick auf den „10 first kisses“-YouTube-Hit


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Im Grunde dürften das alles alte Hüte des vitalen Marketings sein: Eine Marke tarnt sich besonders subtil hinter schönen Bildern, die mal besonders witzig, mal besonders ausgefallen, mal besonders anstößig, mal besonders herzzerreißend oder eben aufs Schönste stilisiert und besonders trivial daherkommen. In jedem Sinne: besonders muss es sein, ansonsten geht ein so kleines Datenpaket – sei es nun in Schrift-, Bild- oder Videoform – schnell in schnelllebigen digitalen Zeiten wie diesen, wo eine vermeintliche heiße Neuigkeit längst die nächste jagt, schnell verloren und unter. Und wer sich einmal zwei, drei Minuten Zeit nimmt und überlegt, welche Beispiele es da in letzter Zeit gegeben haben könnte, der wird sicherlich schnell im Hinterstübchen der Erinnerung fündig: etwa der sehr sehr geile Greis Friedrich Liechtenstein, der mit seinem „supergeilen“ Flaniertanz durch die Regalreihen von Edeka zur „deutschen Antwort auf den Gangnam-Style“ avancierte, oder das dezent skandalöse Oben-ohne-Werbeplakat einer Muslima der US-aerikanischen Bekleidungskette American Apparel. Ganz klar: Fünf Minuten Web-Fame sind mit etwas Kreativität und Glück für Jedermann drin, und bei guten Bildern nimmt das Gros der Klickenden gern die unterschwelligen Reklamebotschaften in Kauf.

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Das beweist auch das neuste Beispiel in der Reihe der „gut getarnten Kommerzpropaganda“, welchem etwa die Online-Ausgabe des Spiegel den so treffend nichtssagenden Titel „Zehn erste Küsse“ gab. Und wirklich: Würde man das etwa dreiminütige Video der (käuflichen) Visual-Künstlerin Tatia Pilieva nicht weiter hinterfragen, so wäre es vor allem eines: eine besonders schöne Idee. Klappe Spiegel: „Was passiert beim ersten Kuss? Die Künstlerin Tatia Pilieva hat diese Frage mit einem Video beantwortet. In einem Fotostudio stellte sie zehn Paare zusammen, die sich vor der Kamera küssen sollten. Das Besondere daran: Die Personen kannten sich vorher nicht, sie begegneten sich zum ersten Mal.“ Bild.de haut gar – erwartetermaßen – noch derber mit der Pathos-Peitsche zu: „Knutsch-Video wird YouTube-Hit: Einmal küssen, bitte!“. Doch was im ersten Licht der Schwarz-weiß-Bilder wirkt wie die künstlerisch kompetente Zurschaustellung eines soziologischen Feldversuchs, ist im Grunde nichts weiter als eine ebenso einfache wie effektive Werbekampagne des Modelabels Wren Studio. Gut, man könnte der Bekleidungsmarke aus dem US-amerikanischen Lake Forest, Illinois zugute halten, dass es gar nicht erst so tut, als würde es sich hinter irgendwelchen romantischen Zeitlupenschmatzern verstecken, immerhin erscheint bereits zum Anfang des Videos: „Wren presents“. Und doch war wohl am Ende alles gar nicht so spontan und losgelöst, immerhin besteht Pilievas Zwanzig-Personen-Cast beinahe ausnahmslos aus in Kussszenen und Inszenierungen geübten Models, Musikern und Schauspielern, die freilich nicht nur die eigene Visage, sondern auch den – freilich von Wren Studio eingekleideten – formschönen Astralkörper in die Kamera hielten. Da ist die Frage, was nun echt ist und was Mienenspiel, nur allzu berechtigt. Oder wie es blog.rebellen.info – auch in Bezug auf die umfassende Berichterstattung in so ziemlich jedem News-Portal – so treffend formuliert: „Wenn selbst Journalisten nicht mehr zwischen Werbung und Inhalt unterscheiden können, dann wird Werbung zum Inhalt.“ Das hält die auf menschliche Urinstinkte geeichte Tatia Pilieva/Wren Studio-Koproduktion freilich keineswegs davon ab, fleißig Zuschauer einzusammeln – ganze 25 Millionen Mal wurde das Drei-Minuten-Filmchen in etwas mehr als zwei (!) Tagen allein auf YouTube angeklickt…

Letztendlich muss wohl wie immer jeder für sich selbst entscheiden, wie weit er der schönen Viral-Fassade im weltweiten Netz über die digitalen Datenwege traut. Denn obwohl auf dem einen Auge vor allem die künstlerisch wertvollen Absichten im Fokus zu stehen scheinen, so gilt auch hier: mit dem Zweiten sieht man besser. Oder man gibt sich vollkommen der Berieselung hin. That’s entertainment…

 

 

Rock and Roll.

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