Schlagwort-Archive: Werbespot

Song des Tages: David Ros – „Take A Walk On The Wild Side“


10603815_998108656921514_3317780417707950310_o

Foto: Facebook

Passiert wohl nicht nur mir ab und an: Da lässt du bei irgendeinem x-beliebigem Privatsender die Werbeunterbrechung durchlaufen, und urplötzlich erhascht – inmitten der drölfzigsten Reklame für Pizza, Abführmittel, Inkontinenzhöschen oder Zahnprothesenhaftcreme – tatsächlich ein Song deine Aufmerksamkeit…

So vor einigen Wochen bei der Werbung für das neuste Modell einer spanischen Automarke, welche wiederum längst zum Konzern eines großen deutschen Autobauers gehört, passiert. Die musikalische Untermalung, die mich da meine Lauscher spitzen ließ, war eine Coverversion von Lou Reeds „Take A Walk On The Wild Side“ (das Original stammt vom 1972 veröffentlichten Solo-Werk „Transformer„). Kannte ich noch nicht. Also mal eben Dr. Google konsultiert, der mir den Namen David Ros ausspuckte. David who?

Mit ein klein wenig Recherche weiß das weltweite Netz auch da ein paar mehr Infos: Ein (zumindest hierzulande) recht unbekannter Singer/Songwriter aus Barcelona, der zwar bislang mit eigenen Veröffentlichungen geizt („He is currently preparing an album of intimate songs and impressive melodies accompanied by his band.“ – wie hier zu lesen ist), in seiner spanischen Heimat vor einigen Jahren bereits in der ein oder anderen TV-Musik-Castingshow (unter anderem bei „La Voz“, der dortigen Ausgabe von „The Voice“) aufgetreten ist, und in der Vergangenheit – nebst seiner markant rauen Stimme – auch mit der ein oder anderen weiteren tollen Coverversion für Beachtung sorgte (etwa von „Use Somebody“ von den Kings Of Leon, dem Oasis-Evergreen „Live Forever“ oder dem durch Adele bekannt gewordenen Bob-Dylan-Schmachtfetzen „Make You Feel My Love„). Fazit: So macht Reklame auch für mich einmal Sinn.

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hedonismus unter Gartenzwergen – Der etwas andere Weihnachtswerbespot


MM spot

Dem Elektro-Discounter mit den zwei roten M’s wird die Ehre zuteil, als erstes Unternehmen mit saufenden und kopulierenden Gartenzwergen zu werben. Aber das ist noch nicht alles. Der neue Weihnachtsspot von Media Markt, welcher parallel zu Internet und TV auch aktuell in etwa 5.000 bundesdeutschen Kinosälen läuft, positioniert sich als Antischmonzette in einem Werbeumfeld, in dem die Konkurrenz alljährlich versucht, dem willig konsumierenden Zuschauer die Tränendrüsen windelweich zu prügeln. Was passt also besser zum Kampagnen-Slogan “Hauptsache ihr habt Spaß” als pimpernde Gartenzwerge auf einer eskalierenden Haus-Party, an deren Ende auch noch die Muschi rasiert wird? Rock and Roll, Baby! Extrapunkte gibt’s für die Abwesenheit leuchtender Kinderaugen…

 

 

Schön, dass offenbar auch an Outtakes gedacht wurde:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Michel Gondry lässt für die Werbung Plattencover aufleben


nirvana-gondry

Der französische Regisseur Michel Gondry ist für seine kreativen visuellen Ideen bekannt, die er seit den Neunzigern ebenso in Filme wie „Vergiss mein nicht!“ und „Science Of Sleep“ einfließen ließ wie in Musikvideos für Björk, Massive Attack, Daft Punk, die Foo Fighters, Radiohead oder die White Stripes. Nun hat sich Gondry wieder einmal seinem dritten Steckenpferd, den Werbeclips, zugewandt und einen Spot gedreht, der freilich ganz seine verträumt-irrsinnige Handschrift trägt.

Für das US-amerikanische Internet-Radio Pandora (welches bis jetzt lediglich in den US of A, Australien und Neuseeland zu empfangen ist) hat der 54-jährige Franzose einige der berühmtesten Schallplatten-Cover der Musikgeschichte nachgestellt – von den Rolling Stones über The Cure, Joy Division, Prince oder David Bowie bis hin zu Pink Floyd.

Im Mittelpunkt des kurzen Videoclips steht eine junge Frau, die eigentlich nur eine Runde joggen möchte. Dabei kommt sie jedoch an einer Reihe von Orten vorbei, die nicht nur Musik-Aficionados durchaus bekannt vorkommen dürften. Unter anderem rennt sie durch ein Feld aus weißen Kreuzen, das verdächtig an das Deckblatt von Metallicas „Master Of Puppets“ erinnert oder taucht gar in einen Pool ab und begegnet dort dem Baby von Nirvanas ikonographischer „Nevermind“-Platte…

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

„Skittles“ und ein Muttertags-Werbespot abseits der Norm


Skittles

Schon lange keine Werbung mehr hier abgefeiert, oder? Aber der „Skittles„-Spot “Nabelschnur”, der in den USA landesweit als “disturbing” eingestuft wurde, ist zwar auch wirklich etwas *hust* „verstörend“, jedoch andererseits auch zu gut.

Auftraggeber Wrigley nahm ihn, nachdem man erst einmal etwas Aufmerksamkeit erzeugt hatte (und das ist ja schließlich der Sinn von Werbung), trotzdem von seinen Social-Media-Kanälen, da einfach zu viele Mails mit der Betreffzeile “Kranke Schweine!” eingingen. Beim Statement dazu beweist der Kaugummi- und Süßigkeitenhersteller aus Chicago, Illinois durchaus ein letztes Mal Eleganz:

„We made this video for every mom who likes gross jokes, and we’re taking it down for every mom who doesn’t.“

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

„Choose Love“ – Denn hinter anonymen Zahlen stecken Menschen und ihre Schicksale


2013-02-16_-_wien_-_demo_gleiche_rechte_fur_alle_refugee-solidaritatsdemo_-_refugees_are_human_beings-1024x768

„Refugees, activists and actors come together to #chooselove

Bei all den Debatten über Flüchtlingsquoten, Migranten in einer für sie komplett neuen, westlichen Kultur sowie das generelle Für und Wider der Tatsache, dass wir nun plötzlich nicht mehr ganz für uns sind in unserer Wohlstandsgesellschaft vergessen wir oft, dass hinter all den anonymen Zahlen tatsächlich Menschen stecken. Menschen, die oft ihre Familien zurück gelassen oder – schlimmer noch – zu großen Teilen verloren haben. Menschen mit tragischen Schicksalen, die ohne das Zutun der westlichen Welt wohl nie und nimmer aus ihrer Heimat geflohen wären. Dass verachtenswerte Arschkrampen – Pardon my French – wie die Hohlköpfe von AfD und Co. die Ängste deutscher Bundesbürger ausnutzen und mit diesen böses Spiel treiben, macht das Ganze nur noch bitterer (soll hier aber nicht weiter ausgeführt werden, Diskussionen dazu gibt’s bereits anderswo zur Genüge)…

help-refugees-gig-ticketmaster-crop-600x310

Glücklicherweise gibt es jedoch Organisationen wie „Help Refugees„, welche es sich auf die Fahnen geschrieben haben, den etwa in Griechenland und im französischen Calais gestrandeten Flüchtlingen so gut es denn geht zu helfen – sowohl, was die Erstversorgung mit Nahrungsmittel betrifft als auch die medizinische Hilfe. Denn die Situation ist noch immer alles andere als unter Kontrolle:

„We are currently living in a refugee crisis unseen since the Second World War. The UN estimates that 65.3 million people are now refugees, seeking asylum, or internally displaced.“

Wer also gegen Ende des Jahres noch den ein oder anderen Euro übrig haben sollte und – gerade zu Weihnachten – mal etwas Sinnvolleres geben möchte das das x-ten Paar Socken oder den y-ten Flakon Parfüm, der darf sich gern folgenden Spot von „Help Refugees“ in Gedächtnis rufen und spenden, denn auch kleine Summen können viel bewirken – und sei es nur, um das eigene Karma ins Lot zu bringen. Danke gegebenenfalls schonmal von mir.

 

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Dziadek lernt jetzt Englisch – Wie ein polnischer Werbe-Opa das Internet rührt


commercial-700x525

Same procedure as last year? Nun, zumindest hat der „Edeka-Opa“ aus der Weihnachtswerbung des vergangenen Jahres einen würdigen Nachfolger. Allerdings kommt der neue „Großvater der Werbung“ von den polnischen Nachbarn…

Nachdem der deutsche Einzelhändler Edeka im vergangenen Jahr die rührende Geschichte eines einsamen Großvaters erzählt hat, legt nun ein polnisches Unternehmen nach. Denn auch im neusten Werbespot von Allegro, dem polnischen Pendant zum Online-Versandriesen Amazon, geht es um einen Großvater. Doch anstatt seine Familie mit einer gewitzt-firesen Finte zu sich zu locken, wie es der „Edeka-Opa“ 2015 tat, wird der alte Herr aus Polen selbst aktiv.

So bestellt sich der rüstige Rentner via Internet ein ganzes Lern-Set „English for Beginners“ – „Englisch für Anfänger“ – inklusive CD, Buch und Kopfhörer. Und dann legt er los: „I am, you are, he, she, it is“, dekliniert er das Verb „to be“ durch.

Am Blumentopf, an der Tasse, an der Toilette, ja, selbst an seinem Hund befestigt er kleine gelbe Klebezettel mit den entsprechenden Vokabeln. Man verzeiht es ihm, dass er die Vokabeln „fork“ und „knife“ verwechselt und seine Computermaus zunächst „cat“ -„Katze“ – nennt. In seiner Wohnung, in der Badewanne und unterwegs im Bus lernt er Englisch – und sagt versehentlich, ganz in Gedanken beim Neuerlernten einem weiblichen Fahrgast: „I love you. You are perfect.“

Wozu der ganze Aufwand, fragt sich der Zuschauer während des Werbespots. Erst ganz am Ende, als der grauhaarige Mann nach England reist, gibt’s die Auflösung…

Mehr als 2,7 Millionen Mal wurde das Video seit Ende November auf YouTube bereits angesehen. „Das ist das Reinste, was ich je gesehen habe“, lobt ein User, während ein anderer kommentiert: „Das ist die beste Werbung des Jahres.“ Nun, auf jeden Fall ist’s die wohl besinnlichste…

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: