Schlagwort-Archive: Werbespot

Hedonismus unter Gartenzwergen – Der etwas andere Weihnachtswerbespot


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Dem Elektro-Discounter mit den zwei roten M’s wird die Ehre zuteil, als erstes Unternehmen mit saufenden und kopulierenden Gartenzwergen zu werben. Aber das ist noch nicht alles. Der neue Weihnachtsspot von Media Markt, welcher parallel zu Internet und TV auch aktuell in etwa 5.000 bundesdeutschen Kinosälen läuft, positioniert sich als Antischmonzette in einem Werbeumfeld, in dem die Konkurrenz alljährlich versucht, dem willig konsumierenden Zuschauer die Tränendrüsen windelweich zu prügeln. Was passt also besser zum Kampagnen-Slogan “Hauptsache ihr habt Spaß” als pimpernde Gartenzwerge auf einer eskalierenden Haus-Party, an deren Ende auch noch die Muschi rasiert wird? Rock and Roll, Baby! Extrapunkte gibt’s für die Abwesenheit leuchtender Kinderaugen…

 

 

Schön, dass offenbar auch an Outtakes gedacht wurde:

 

Rock and Roll.

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Michel Gondry lässt für die Werbung Plattencover aufleben


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Der französische Regisseur Michel Gondry ist für seine kreativen visuellen Ideen bekannt, die er seit den Neunzigern ebenso in Filme wie „Vergiss mein nicht!“ und „Science Of Sleep“ einfließen ließ wie in Musikvideos für Björk, Massive Attack, Daft Punk, die Foo Fighters, Radiohead oder die White Stripes. Nun hat sich Gondry wieder einmal seinem dritten Steckenpferd, den Werbeclips, zugewandt und einen Spot gedreht, der freilich ganz seine verträumt-irrsinnige Handschrift trägt.

Für das US-amerikanische Internet-Radio Pandora (welches bis jetzt lediglich in den US of A, Australien und Neuseeland zu empfangen ist) hat der 54-jährige Franzose einige der berühmtesten Schallplatten-Cover der Musikgeschichte nachgestellt – von den Rolling Stones über The Cure, Joy Division, Prince oder David Bowie bis hin zu Pink Floyd.

Im Mittelpunkt des kurzen Videoclips steht eine junge Frau, die eigentlich nur eine Runde joggen möchte. Dabei kommt sie jedoch an einer Reihe von Orten vorbei, die nicht nur Musik-Aficionados durchaus bekannt vorkommen dürften. Unter anderem rennt sie durch ein Feld aus weißen Kreuzen, das verdächtig an das Deckblatt von Metallicas „Master Of Puppets“ erinnert oder taucht gar in einen Pool ab und begegnet dort dem Baby von Nirvanas ikonographischer „Nevermind“-Platte…

 

 

Rock and Roll.

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„Skittles“ und ein Muttertags-Werbespot abseits der Norm


Skittles

Schon lange keine Werbung mehr hier abgefeiert, oder? Aber der „Skittles„-Spot “Nabelschnur”, der in den USA landesweit als “disturbing” eingestuft wurde, ist zwar auch wirklich etwas *hust* „verstörend“, jedoch andererseits auch zu gut.

Auftraggeber Wrigley nahm ihn, nachdem man erst einmal etwas Aufmerksamkeit erzeugt hatte (und das ist ja schließlich der Sinn von Werbung), trotzdem von seinen Social-Media-Kanälen, da einfach zu viele Mails mit der Betreffzeile “Kranke Schweine!” eingingen. Beim Statement dazu beweist der Kaugummi- und Süßigkeitenhersteller aus Chicago, Illinois durchaus ein letztes Mal Eleganz:

„We made this video for every mom who likes gross jokes, and we’re taking it down for every mom who doesn’t.“

 

 

Rock and Roll.

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„Choose Love“ – Denn hinter anonymen Zahlen stecken Menschen und ihre Schicksale


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„Refugees, activists and actors come together to #chooselove

Bei all den Debatten über Flüchtlingsquoten, Migranten in einer für sie komplett neuen, westlichen Kultur sowie das generelle Für und Wider der Tatsache, dass wir nun plötzlich nicht mehr ganz für uns sind in unserer Wohlstandsgesellschaft vergessen wir oft, dass hinter all den anonymen Zahlen tatsächlich Menschen stecken. Menschen, die oft ihre Familien zurück gelassen oder – schlimmer noch – zu großen Teilen verloren haben. Menschen mit tragischen Schicksalen, die ohne das Zutun der westlichen Welt wohl nie und nimmer aus ihrer Heimat geflohen wären. Dass verachtenswerte Arschkrampen – Pardon my French – wie die Hohlköpfe von AfD und Co. die Ängste deutscher Bundesbürger ausnutzen und mit diesen böses Spiel treiben, macht das Ganze nur noch bitterer (soll hier aber nicht weiter ausgeführt werden, Diskussionen dazu gibt’s bereits anderswo zur Genüge)…

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Glücklicherweise gibt es jedoch Organisationen wie „Help Refugees„, welche es sich auf die Fahnen geschrieben haben, den etwa in Griechenland und im französischen Calais gestrandeten Flüchtlingen so gut es denn geht zu helfen – sowohl, was die Erstversorgung mit Nahrungsmittel betrifft als auch die medizinische Hilfe. Denn die Situation ist noch immer alles andere als unter Kontrolle:

„We are currently living in a refugee crisis unseen since the Second World War. The UN estimates that 65.3 million people are now refugees, seeking asylum, or internally displaced.“

Wer also gegen Ende des Jahres noch den ein oder anderen Euro übrig haben sollte und – gerade zu Weihnachten – mal etwas Sinnvolleres geben möchte das das x-ten Paar Socken oder den y-ten Flakon Parfüm, der darf sich gern folgenden Spot von „Help Refugees“ in Gedächtnis rufen und spenden, denn auch kleine Summen können viel bewirken – und sei es nur, um das eigene Karma ins Lot zu bringen. Danke gegebenenfalls schonmal von mir.

 

 

 

Rock and Roll.

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Dziadek lernt jetzt Englisch – Wie ein polnischer Werbe-Opa das Internet rührt


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Same procedure as last year? Nun, zumindest hat der „Edeka-Opa“ aus der Weihnachtswerbung des vergangenen Jahres einen würdigen Nachfolger. Allerdings kommt der neue „Großvater der Werbung“ von den polnischen Nachbarn…

Nachdem der deutsche Einzelhändler Edeka im vergangenen Jahr die rührende Geschichte eines einsamen Großvaters erzählt hat, legt nun ein polnisches Unternehmen nach. Denn auch im neusten Werbespot von Allegro, dem polnischen Pendant zum Online-Versandriesen Amazon, geht es um einen Großvater. Doch anstatt seine Familie mit einer gewitzt-firesen Finte zu sich zu locken, wie es der „Edeka-Opa“ 2015 tat, wird der alte Herr aus Polen selbst aktiv.

So bestellt sich der rüstige Rentner via Internet ein ganzes Lern-Set „English for Beginners“ – „Englisch für Anfänger“ – inklusive CD, Buch und Kopfhörer. Und dann legt er los: „I am, you are, he, she, it is“, dekliniert er das Verb „to be“ durch.

Am Blumentopf, an der Tasse, an der Toilette, ja, selbst an seinem Hund befestigt er kleine gelbe Klebezettel mit den entsprechenden Vokabeln. Man verzeiht es ihm, dass er die Vokabeln „fork“ und „knife“ verwechselt und seine Computermaus zunächst „cat“ -„Katze“ – nennt. In seiner Wohnung, in der Badewanne und unterwegs im Bus lernt er Englisch – und sagt versehentlich, ganz in Gedanken beim Neuerlernten einem weiblichen Fahrgast: „I love you. You are perfect.“

Wozu der ganze Aufwand, fragt sich der Zuschauer während des Werbespots. Erst ganz am Ende, als der grauhaarige Mann nach England reist, gibt’s die Auflösung…

Mehr als 2,7 Millionen Mal wurde das Video seit Ende November auf YouTube bereits angesehen. „Das ist das Reinste, was ich je gesehen habe“, lobt ein User, während ein anderer kommentiert: „Das ist die beste Werbung des Jahres.“ Nun, auf jeden Fall ist’s die wohl besinnlichste…

 

 

Rock and Roll.

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Ein Zug, ein Schneesturm und Adrien Brody – Wes Andersons neuer Weihnachtswerbespot


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Jetzt konnte also auch Wes Anderson nicht widerstehen.

Der 47-jährige US-amerikanische Starregisseur („Grand Budapest Hotel“, „Darjeeling Limited“, „Die Tiefseetaucher“) hat für ein großes schwedisches Modehaus einen Werbespot gedreht. Genauer: Einen Weihnachtswerbespot.

Dass Anderson dabei nicht einfach schnöd-simpel Klamotte für Klamotte abfilmen würde, dürfte von Vornherein klar gewesen sein. Stattdessen hat er sich seinen Buddy, Oscar-Preisträger Adrien Brody („Der Pianist“), der ja auch schon bei „Grand Budapest Hotel“ und „Darjeeling Limited“ mit von der Partie war, geschnappt und einen knapp vierminütigen, ebenso dezent besinnlichen wie dezent speeligen Kurzfilm in bester Wes-Anderson-Retro-Manier gedreht, welcher einmal mehr zwei von Andersons scheinbaren Vorlieben verbindet: das Zugfahren und für US-Amerikaner seltsam anmutende Regionen im Ausland (diesmal scheint der Spot irgendwo in Deutschland zu spielen).

Was wohl nur den Wenigsten bekannt sein dürfte: Es ist bei Weitem nicht der erste Werbefilm, bei dem Anderson Regie führt. In den vergangenen Jahren drehte der 47-Jährige bereits Commercials für Marken wie American Express, Ikea, Hyundai, Stella Artois und Sony Mobile – freilich stets zu seinen Regeln und mit den typischen Trademarks, welche seit jeher auch seine wie in Weichzeichner-Traumwelten spielenden Filme auszeichnen…

 

 

Rock and Roll.

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