Schlagwort-Archive: Gesellschaftskritik

Zitat des Tages


(gefunden bei Facebook)

(Sir Karl Raimund Popper, 1902-1994, österreichisch-britischer Philosoph)

Rock and Roll.

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„Save Ralph“ – Ein Kurzfilm gegen Tierversuche


Der sehenswerte Stop-Motion-Kurzfilm „Save Ralph“ von Regisseur Spencer Susser ist Teil einer Kampagne der Humane Society International, welche sich für ein weltweites Verbot von Tierversuchen einsetzt. Die Nonprofit-Organisation ist auch für die Produktion des Films verantwortlich, zu dessen Team, neben einigen anderen Stars wie Taika Waititi, Olivia Munn, Pom Klementieff, Rodrigo Santoro oder Tricia Helfer, auch die beiden vegan lebenden Schauspieler Ricky Gervais und Zac Efron zählen.

Die Story des Films im Dokustil, welche ebenfalls von Susser stammt, handelt von einem Kaninchen namens Ralph, das durch Tierversuche auf einem Auge blind und fast taub ist und von Ricky Gervais zunächst in seinem Zuhause interviewt wird. Dabei erzählt es aus seinem Leben – davon, wie es, wie der Rest seiner Familie auch, zum Testobjekt in einem Versuchslabor wurde.

Auf seinem Twitter-Account schreibt Ricky Gervais:

„Ich bin so stolz, Teil dieses Films zu sein und damit den Kampf gegen die Tierversuche zu unterstützen.“

Der britische Comedian, Radiomoderator, Schauspieler, Autor und Regisseur machte in den letzten Jahren immer wieder Schlagzeilen mit seinem Einsatz in Sachen Tierrechte. Zuletzt setzte er sich in seiner englischen Heimat etwa für das Pelzverbot und gegen Massentierhaltung ein.

Das Kaninchen Ralph wird im Film von Oscar-Gewinner Taika Waititi („Jojo Rabbit“) gesprochen. Das neuseeländische Multitalent schreibt in gewohnt doppeldeutiger Manier auf Twitter:

„Wenn ihr euch den Film nicht anschaut oder ihn nicht mögt, hasst ihr Tiere und seid nicht mehr meine Freund*innen.“

Leider leiden noch heute nach wie vor Millionen von Tieren weltweit absolut unnötigerweise und bar jeden Mitgefühls in Versuchslaboren – auch hierzulande. Und auch wenn bereits hier und da Fortschritte zu verzeichnen sind, ist es noch ein langer Weg bis zu einem kompletten Verbot. Einen weiteren beachtlichen Schritt machte in diesem Monat China. Das Land kündigte das Ende der obligatorischen Tierversuche für Kosmetika an, was es Unternehmen in Zukunft möglich macht, ihre Produkte zu verkaufen, ohne dafür qualvolle Tests an Tieren durchzuführen.

Fakt ist, dass alles, was die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Grausamkeit und Sinnlosigkeit von Tierversuchen lenkt, zur Lösung des Problems beiträgt. Damit ist der knapp vierminütige Kurzfilm „Save Ralph“, zu dem man hier die passende Petition findet, abseits seiner absolut gelungenen Machart ein weiterer kleiner Schritt in die richtige Richtung. Gute Sache, so oder so. 👍

Rock and Roll.

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Song des Tages: Danger Dan – „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“


Foto: Promo / Jaro Suffner

Kein Techniker, kein Empfangspersonal, kein Zuschauer ist zu sehen. Daniel Pongratz ist allein im Theater. Auf der Bühne steht ein Flügel, er setzt sich davor. Jetzt wäre der Moment, in dem der 38-jährige Berliner Musiker eine Ballade über den bevorstehenden Corona-Sommer anstimmen könnte – eine Zeit, in der der gebürtige Aachener vermutlich wieder nicht vor Publikum auftreten kann. Doch Pongratz haut ziemlich schnell auf die Tasten ein und singt: „Also jetzt mal ganz spekulativ / Angenommen, ich schriebe mal ein Lied / In dessen Inhalt ich besänge, dass ich höchstpersönlich fände / Jürgen Elsässer sei Antisemit.“ 14 Sekunden, 24 Wörter, die auch ganz ohne örtliche Gäste ihre Hörer schnell finden.

Als Pongratz – der sich den Künstlernamen Danger Dan gegeben hat und als ein Drittel der HipHop-Formation Antilopen Gang bekannt wurde – vor wenigen Tagen dieses Video aus dem Theatersaal ins weltweite Netz lud, geht es quasi übers Wochenende viral. Der Satiriker Jan Böhmermann, die Schriftsteller Saša Stanišić und Max Czollek sowie so einige befreundete wie gleichgesinnte Musiker*innen und Bands teilen es auf ihren Kanälen. Was mit dem rechtspopulistischen Journalisten Jürgen Elsässer beginnt, führt über Verleger Götz Kubitschek oder Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen und den AfD-Politiker Alexander Gauland und schließlich zur Aussage, die Geschichte habe gezeigt, dass man mit Faschisten nicht diskutieren könne. Doch bevor die Angesprochenen den Musiker dafür anzeigen wollten – Ken Jebsen tat es bereits in der Vergangenheit wegen des Antilopen-Songs „Beate Zschäpe hört U2“ (was wiederum darin resultierte, dass Ken Jebsen sowohl die Gerichts-, als auch die Anwaltskosten der Antilopen Gang zahlen musste) – , verweist der Song aufs Grundgesetz. So heißt es im Refrain: „Juristisch wär die Grauzone erreicht / Doch vor Gericht machte ich es mir wieder leicht / Zeig‘ mich an und ich öffne einen Sekt / Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt.“ Die Strategie, ein Zuviel an Eindeutigkeit zu umgehen, erinnert dabei an Jan Böhmermanns Gedicht „Schmähkritik„. Mit diesem veranschaulichte der satirische ZDF-Moderator 2016 den Unterschied zwischen der von der Kunstfreiheit gedeckten Satire und einer strafrechtlich relevanten Schmähung, was seinerzeit sogar in ernsthaften diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei resultierte.

Ende des Monats wird Danger Dan das dazugehörige Album veröffentlichen, welches passenderweise ebenfalls den Titel „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ trägt und – was wohl auch den Corona-bedingten Lockdowns und Kontaktbeschränkungen geschuldet sein dürfte – vornehmlich reduziert am Piano entstand. Wenn man so mag, klingt das Ganze wie eine Melange aus Hannes Wader und Comedian Harmonists (man höre an dieser Stelle auch Danger Dans viralen Hit „Nudeln und Klopapier“ sowie die erste Single „Lauf davon„). Im Theatersaal – oder eben auf Konzertbühnen – wird man ihn als Zuschauer voraussichtlich erst 2022 sehen können. Doch seine Musik gewordene, unverblümt politische Gesellschaftskritik zeigt ganz gut: Manchmal genügt notgedrungen auch die digitale Bühne.

„Also jetzt mal ganz spekulativ
Angenommen, ich schriebe mal ein Lied
In dessen Inhalt ich besänge, dass ich höchstpersönlich fände
Jürgen Elsässer sei Antisemit
Und im zweiten Teil der ersten Strophe dann
Würde ich zu Kubitschek den Bogen spann’n
Und damit meinte ich nicht nur die rhetorische Figur
Sondern das Sportgerät, das Pfeile schießen kann

Juristisch wär die Grauzone erreicht
Doch vor Gericht machte ich es mir wieder leicht
Zeig mich an und ich öffne einen Sekt
Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

Also jetzt mal ganz spekulativ
Ich nutze ganz bewusst lieber den Konjunktiv
Ich schriebe einen Text, der im Konflikt mit dem Gesetz
Behauptet, Gauland sei ein Reptiloid
Und angenommen, der Text gipfelte in ei’m
Aufruf, die Welt von den Faschisten zu befrei’n
Und sie zurück in ihre Löcher reinzuprügeln noch und nöcher
Anstatt ihnen Rosen auf den Weg zu streuen

Juristisch wär die Grauzone erreicht
Doch vor Gericht machte ich es mir wieder leicht
Zeig mich an und ich öffne einen Sekt
Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

Vielleicht habt ihr schon mal von Ken Jebsen gehört
Der sich über Zensur immer sehr laut beschwert
In einem Text von meiner Band dachte er, er wird erwähnt
Und beschimpft und hat uns vor Gericht gezerrt
Er war natürlich nicht im Recht und musste dann
Die Gerichtskosten und Anwältin bezahl’n
So ein lächerlicher Mann, hoffentlich zeigt er mich an
Was dann passieren würde? Ich kann es euch sagen

Juristisch wär die Grauzone erreicht
Doch vor Gericht machte ich es mir wieder leicht
Zeig mich an und ich öffne einen Sekt
Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

Nein, ich wär nicht wirklich Danger Dan
Wenn ich nicht Lust hätte auf ein Experiment
Mal die Grenzen auszuloten, was erlaubt und was verboten ist
Und will euch meine Meinung hier erzähl’n
Jürgen Elsässer ist Antisemit
Kubitschek hat Glück, dass ich nicht Bogen schieß‘
An Reptilienmenschen glaubt nur der, der wahnsinnig ist
Gauland wirkt auch eher wie ein Nationalsozialist
Faschisten hören niemals auf, Faschisten zu sein
Man diskutiert mit ihnen nicht, hat die Geschichte gezeigt
Und man vertraut auch nicht auf Staat und Polizeiapparat
Weil der Verfassungsschutz den NSU mitaufgebaut hat
Weil die Polizei doch selbst immer durchsetzt von Nazis war
Weil sie Oury Jalloh gefesselt und angezündet hab’n
Und wenn du friedlich gegen die Gewalt nicht ankommen kannst
Ist das letzte Mittel, das uns allen bleibt, Militanz

Juristisch ist die Grauzone erreicht
Doch vor Gericht mach‘ ich es mir dann wieder leicht
Zeig mich an und ich öffne einen Sekt
Das ist alles von der, alles von der, alles von der, alles von der
Alles von der Kunstfreiheit gedeckt

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Steiner & Madlaina – Wünsch mir Glück (2021)

-erschienen bei Glitterhouse/Indigo-

Knapp 150 Konzerte in den letzten Jahren, auf Bühnen vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist eine ganze Menge. Denn: Diese Zahl bedeutet noch viel mehr Tage auf Tour als „nur“ jene 150. Etliche Tage und Nächte in Tourbussen auf Autobahnen, von Show zu Show zu Show – mal als Vorband (etwa von Element Of Crime), mal als Headliner, mal auf Festivals. Zeit zum Schreiben von neuen Songs? Lediglich immer mal so zwischendurch, irgendwo in den Leerzeiten zwischen Soundcheck, Auftritt und Abfahrt. Das Aufnehmen der Songs aber, das erfordert bekanntlich etwas mehr Zeit. Dafür konnten die beiden Schweizerinnen Nora Steiner und Madlaina Pollina dann das ungeplant konzertfreie Jahr 2020 nutzen. Und brachten aus dem Studio „Wünsch mir Glück“ mit, ihr zweites Album und den Nachfolger zum viel beachteten 2018er Debütlangspieler „Cheers„.

Und wem vor knapp drei Jahren bereits ebenjenes gefiel, der wird auch mit den elf neuen Songs schnell warm werden. Denn im Gros bleibt das Duo, welches sich schon seit der Schulzeit kennt und seitdem gemeinsam auf der Bühne steht, seiner Linie treu. Auch in diesen vor allem für alle Kulturschaffenden nicht eben einfachen Zeiten thematisieren Steiner & Madlaina einige der großen Probleme unserer Gesellschaft, wie den Sexismus und das formvollendete Versagen der Menschheit, vor allem in ihrer Schweizer Heimat durch das Nichtstun, das Zusehen bei Menschenrechtsverletzungen und das Schulterzucken bei Dingen, die außerhalb der eigenen Staatsgrenze passieren, weil es das eigene Land, in seiner überheblichen Neutralität, vermeintlich nicht betrifft. Und sie behandeln auch die vergleichsweise kleinen, privaten Themen, die eigene Trennung oder das eigene Verlangen. Im Gegensatz zum Debüt, welches englische, deutsche und schweizerdeutsche Songtexte vereinte, sind Steiner & Madlaina auf ihrem Zweitling komplett deutschsprachig unterwegs. Nach wie vor schreiben die beiden unabhängig voneinander an den Texten – und diese Aufteilung fällt nun vor allem auf „Wünsch mir Glück“ deutlich ins Gewicht, da Madlaina Pollina, von der man ohne große Übertreibung behaupten kann, dass sie aus einer bekannten Musikerfamilie stammt (ihr Vater ist der italienischstämmige Schweizer Cantautore Pippo Pollina, ihr Bruder Julian Pollina ist auch hierzulande als Faber eine recht große Nummer), zum Beziehungslied neigt und Nora Steiner eher zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. Auf jene, die Gesellschaft, werfen die beiden bereits im Opener einen ersten Blick. Dabei scheint „Es geht mir gut“ musikalisch erst einmal ein fluffiger Gute-Laune-Song zu sein. „Zu faul für jegliche Debatten / Bleib ich bei 40 Grad im Schatten“ regt jedoch vielmehr das süffisant brodelnde schlechte Gewissen des Hörers an, während dem nämlich eigentlich bewusst ist, „was rundherum der Mensch so tut“. Noch ein Knüppelschlag in die gemütliche Magengrube gefällig? Ja, gern doch! So wird etwa in „Heile Welt“ die bereits oben angesprochene Schweizer Gesellschaft, in ihrer Isolation, kritisiert: „Damit unsere heile Welt / Noch eine Weile hält / Halten wir uns raus / Nur so fühl’n wir uns zu Haus…“ Ein Klang gewordener Mittelfinger par excellence.

„Wenn ich ein Junge wäre (Ich will nicht lächeln)“ erinnert klanglich – und das bis hin zur typischen Gesangsphrasierung – ohne jeglichen Zweifel an Bands wie Ideal sowie die Neue Deutsche Welle und zerlegt wütend die teils immer noch bestehende gesellschaftliche Sicht auf die Frau, welche einfach nur noch nervt: „Wenn ich ein Junge wäre / Würde man mir mehr zutrau’n / Und wer bestimmt das Rollenbild der Frau“. Insgesamt überwiegen jedoch auf dem zweiten Album die Stücke, in denen beide teils wahnsinnig nah und unmittelbar wirken, so wie etwa bei „Prost mein Schatz“, in welchem Madlaina boshaft und larmoyant, jedoch jederzeit packend eine bevorstehende Trennung andeutet. Das Spannungsfeld zwischen dem polierten Song und dessen Botschaft mag an Größen wie Lana Del Rey erinnern, und in diesem grellen Zwielicht, wenn sie mit Witz von Alltagsabsurditäten erzählen und gekonnt zwischen politisch Heiklem und nahbar Privatem switchen, agieren die beiden Schweizerinnen einmal mehr mit beeindruckender Souveränität.

„So schön wie heute“ ist dem gegenüber ein recht fad geratener, fast schon gemütlicher Song über das Erwachsenwerden und juvenile Vergänglichkeit, während „Denk was du willst“ Zwischenmenschlichkeiten und Selbstzerstörung aushandelt. „Ciao Bella“ schlägt in eine ähnliche Kerbe wie schon „Wenn ich ein Junge wäre“ und mit sarkastisch spitzer Zunge tief ins Unrecht gegenüber Frauen. Hier versetzen die beiden sich in einen sexistischen Mann: „Oh Bella, ciao Bella / Komm und mach‘ mein Leben schöner“ wird der Anspruch dieses Machos an das weibliche Gegenüber im Refrain deutlich. Der Dummdreist-gestrige regt sich gleichzeitig auf über Frauen in Führungspositionen, erklärt Rechtfertigungen für niedrigere Bezahlung des weiblichen Geschlechts und das vermeintliche „Risiko“ bei der Einstellung aufgrund einer möglichen Schwangerschaft. Noch famoser geraten das sich in einen Furor steigernde „Klischee“ sowie der Titelsong, eine von einer einsamen Gitarre begleitete Geschichte zweier Menschen, die Zuneigung fürs Gegenüber spüren, bei denen es trotzdem nicht für mehr reicht – der kleine Tod der verflogenen Chance.

(Fotos: Promo / Tim Wettstein)

Obwohl die beiden in Zürich aufgewachsenen Schweizerinnen auf ihrem neuen Album nur auf Deutsch singen und englische Stücke dieses Mal fehlen, bewegen sich Steiner & Madlaina musikalisch auf ähnlichen Pfaden. Die Musik ist nach wie vor verspielt und ihre angenehmen Stimmen spielen da gern mit. Die Songs mögen im Vintage-Gewand schimmern, mögen mit ordentlich Sixties-Twang an Chanson, Jazz, Rock’n’Roll, Americana oder New Wave andocken – doch jeglicher Retro-Verdacht schwindet, sobald man eben die Texte hört. Das Schlagzeug von Leonardo Guadarrama sowie die dominanten Saiteninstrumente von Max Kämmerling (E-Gitarre) und Nico Sörensen (Bass) erzeugen mit unterschiedlichen weiteren Begleitern, wie etwa Synthies oder einem Chor im Hintergrund, eine durchaus abwechslungsreiche, live im Studio eingespielte Soundkulisse, die man gern irgendwo in der Umgebung des Indie-Folk-Pops einordnen darf. Und die oft genug überzeugt. Das fehlende Quäntchen mag man gern darauf schieben, dass diesmal an der ein oder anderen Stelle einfach der Aha-Neu-Effekt des Debüts ausbleibt. Nichtsdestotrotz haben die beiden charismatischen jungen Frauen mit „Wünsch mir Glück“ – der zugegebenermaßen etwas eigenartigen Optik des Albumcovers zum Trotz (die Dame auf dem Cover ist übrigens Anne, eine Freundin und Live-Fotografin von Nora und Madlaina, die sich bei einem Sturz vom Fahrrad einen Zahn ausgeschlagen hat)- elf neue Songs fürs kommende Konzert-Repertoire geschaffen, die mit Kritik, auch an sich selbst, keineswegs geizen und einem Sound, der dies im ersten Moment nicht immer vermuten lässt. File under: raffinierte Ambivalenz. Bleibt ihnen im Grunde nur zu wünschen, dass sie – um den Titel beim Wort zu nehmen – bald wieder das Glück haben auf der Bühne zu stehen…

— Steiner & Madlaina live 2021 —

  • 02.11.21 Stuttgart – Im Wizemann Club
  • 03.11.21 München – Ampere
  • 05.11.21 Magdeburg – Moritzhof
  • 06.11.21 Dresden – Beatpol
  • 08.11.21 Hamburg – Knust
  • 09.11.21 Bremen – Tower
  • 10.11.21 Münster – Gleis 22
  • 11.11.21 Essen – Zeche Carl
  • 12.11.21 Köln – Gebäude 9
  • 17.11.21 Freiburg – Jazzhaus
  • 19.11.21 AT-Wien – Chelsea
  • 20.11.21 Nürnberg – Korns
  • 22.11.21 Wiesbaden – Schlachthof
  • 23.11.21 Hannover – Musikzentrum
  • 25.11.21 Leipzig – Täubchenthal
  • 26.11.21 Erfurt – HsD
  • 27.11.21 Berlin – Hole44

Rock and Roll.

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Rage Against The Machine veröffentlichen Mini-Dokumentation „Killing In Thy Name“


Jeder, der sich jemals nicht nur mit der zweifellos wegweisenden Musik von Rage Against The Machine, sondern auch mit den Texten des Rap-Rock-Quartetts beschäftigt hat, weiß: Diese Band wollte die Welt zu einem besseren, gerechteren Ort machen, indem sie beständig soziale Missstände anprangerte (und im Anschluss selbst die ein oder andere Kontroverse entfachte). Und obwohl die Los-Angeles-Kombo seit mehr als zwei Jahrzehnten mehr oder minder auf Eis liegt, versuchen Frontmann Zack de la Rocha, Gitarrist Tom Morello, Bassist Tim Commerford und Schlagzeuger Brad Wilk genau das – das kleine Stückchen idealistische Weltverbesserung – auch in der neuen, 15-minütigen Feature-Dokumentation „Killing In Thy Name“, welche – das dürften selbst Gelegenheitsfreunde von RATM wissen – in Anlehnung an ihren wohl berühmtesten Song „Killing In The Name“ (von selbstbetitelten 1992er Debüt) benannt wurde und die thematischen Hintergründe ebenjenes Gassenhauers beleuchtet: „Unser Ziel mit diesem Stück ist, eine Fluchtmöglichkeit aus der als ‚Weißsein‘ bekannten Fiktion sowie eine Triebfeder für Entdeckung zu bilden„, so die Band.

Die Doku haben RATM unlängst in Kooperation mit dem internationalen Künstlerkollektiv The Ummah Chroma produziert und veröffentlicht. Kern des Kurzfilms scheint der auch heutzutage tief in den Köpfen vieler US-Amerikaner verwurzelte Rassismus zu sein, der Afroamerikanern immer noch im Land der (scheinbar) unbegrenzten Möglichkeit entgegenschlägt. So schicken Rage Against The Machine den Bildern folgende Info voran: „Das Folgende ist ein Dokument wahrer Ereignisse. Wir wollen, dass dieses Stück ein Notausgang von der als Weißheit bekannten Fiktion sowie eine Triebfeder für Entdeckung ist. Bedenkt: Die Kinder schauen immer zu.“

Des Weiteren kommentiert Band-Stimme Zack de la Rocha: „Wenn du in den Vereinigten Staaten lebst, lebst du in einer der brutalsten Gesellschaften der Weltgeschichte. In dem Land, das den Völkermord der amerikanischen Ureinwohner geerbt hat. In einem Land, das bei der Sklaverei mitgemacht hat. Jede Gesellschaft oder Regierung oder jedes System, das nur dafür errichtet wurde, um einer reichen Klasse zu nützen, während die Mehrheit der Leute schuftet und leidet und ihre Arbeitskraft verkauft, sollte nicht bestehen bleiben. Zumindest solange, wie das einzig wahre Motiv dieses Systems Profitinteresse ist und nicht die Pflege und Besserstellung der Bevölkerung, um menschliche Bedürfnisse zu erfüllen. Es sollte herausgefordert und in Frage gestellt und umgestoßen werden.“

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(Kurt Tucholsky, 1890-1935, deutscher Journalist und Schriftsteller)

Rock and Roll.

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