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Song des Tages: Matt Simons – „Amy’s Song“


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Ja, natürlich gibt in den tagtäglichen Untiefen aller regionalen wie überregionalen Formatradiosender, die vollmundig vorgeben, „das Beste aus den Achtzigern, Neunzigern und von heute“ (oder so) zu spielen, und am Ende auch nur den immergleichen Einheitsbrei aus Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Bridge-Refrain-Refrain servieren, Künstler, die zwar nicht zum Weiterskippen, jedoch auch kaum zum genauen Hinhören animieren. Matt Simons etwa.

5400863007270.jpgUnd freilich klingt auch auf „After The Landslide„, dem dritten Album des Pop-Singer/Songwriters aus Palo Alto, Kalifornien viel von jenen Zutaten an, die in jüngerer Vergangenheit Songs eines gewissen Ed Sheeran zu übermäßig platinierten Streaming-Hits gemacht haben – man höre nur „Open Up“ oder „We Can Do Better„. Fraglos beherrscht der 32-Jährige auch das kleine Romantik-Ein-Mal-Eins bestens, und hat obendrein also noch die ein oder andere Spätsommer-Ballade wie „Summer With You“ (sic!) am Start (von welcher es übrigens eine feine Sessions-Version gibt).

All das würde jedoch – regelmäßige Leser von ANEWFRIEND ahnen es wohl bereits – kaum reichen, um Matt Simons zu einem Platz als „Song des Tages“ zu verhelfen. Und hier kommt „Amy’s Song“ ins Spiel. In ebenjenem berührendem Stück setzt Simons, der am Purchase Conservatory of Music der State University of New York Jazz und Saxophon (fürwahr nicht eben das gewöhnlichste Instrument für einen Studienkurs) studierte, ein Zeichen gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender.

912n0nhRL4L._SS500_.jpgGanz allein kam Matt Simons jedoch nicht auf die Idee: „Amy’s Song“ schrieb er gemeinsam mit der seit Jahren als Co-Songwriterin für Künstler(innen) wie etwa Kelly Clarkson erfolgreichen und mit ihren Songs aus US-Serien wie „One Tree Hill“ oder „Gilmore Girls“ bekannten Singer/Songwriterin Amy Kuney (aka. AMES). Der Song wurde von Kuneys eigenen Erfahrungen inspiriert, die als homosexuelle Frau in Amerika aufwuchs. “Amy’s Song” ist ihre Geschichte. Eine Geschichte über eine junge Frau, die als Tochter zweier christlicher Missionare in einem streng konservativen Umfeld in Oklahoma aufwuchs und im zentralen Süden der USA früh Opfer von Anfeindungen und Diskriminierung wurde. Mal ehrlich: „Does your god really give a damn?“ – Hell, no!

Und obwohl das gospelige „Amy’s Song“ – anders als gefälliger Einweg-Pop wie „Open Up“ oder „We Can Do Better“ – leider nie (s)einen Weg in die Nachmittags-Playlists aller Formatradiosender mit dem „Besten aus den Achtzigern, Neunzigern und von heute“ finden wird (und das trotz der Tatsache, dass der Song im vergangenen Jahr als Single erschien), transportiert Matt Simons in diesem Stück eine wichtige Botschaft für ein offeneres, toleranteres, bunteres Miteinander. Auf das Leben. Das Leben-lassen. Daumen hoch für Pop wie diesen. 👍

 

Hier gibt’s das auch abseits der Textzeilen aussagekräftige Musikvideo…

 

…ein Making Of…

 

…sowie „Amy’s Song“ in einer gemeinsam mit Co-Schreiberin und Namensgeberin Amy Kuney in den Boulevard Recording Studios in Los Angeles, Kalifornien aufgenommenen Live-Session-Variante:

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Anna Eleanor Roosevelt, 1884-1962, US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Diplomatin sowie ehemalige „First Lady“ und die Ehefrau des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Knorkator – „Rette sich wer kann“


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Ein Vierteljahrhundert gibt’s Knorkator nun schon, und noch immer entzieht sich die fünfköpfige Berliner Band im Grunde – zumindest für mich – jeglicher Einordnung. Denn mal ehrlich: So richtig ernst kann das, was Frontderwisch Stumpen, Keyboarder Alf Ator,  Gitarrist Buzz Dee, Bassist Rajko Gohlke und Schlagzeuger Nick Aragua da seit den Neunzigern veranstalten, kaum gemeint sein. Da treffen Slayer’sche Death Metal-Blastbeats auf sanften Lounge Jazz auf Rammstein’sche Boller-Rhythmik auf sinistre Mittelalter-Ballade (das recht bekannte „Weg nach unten“ von 1999). Dazu Texte im weiten Feld zwischen Gaga, Dada und ernstzunehmender, vor Wut schäumender Gesellschafts- und Zeitgeistkritik. File under? Fun-Core? Fun Metal? Neue Deutsche Härte? Oder sind Knorkator einfach, wie sie in Anlehnung an befreundete Hauptstädter wie Die Ärzte selbst augenzwinkernd meinen „Deutschlands meiste Band der Welt“? Nix Jenaues weeß keen Schwein, Keule…

knorkator-widerstand-ist-zwecklos-204336Und doch fällt es in manchem Momenten recht leicht, Stumpen, Alf Ator und Co. gerade für ihre clever-bissige Gesellschaftskritik, bei der bundesweit wohl – in guten Momenten – lediglich Felix Schönfuss und seine Jungs von Adam Angst mithalten können, zu mögen (selbst wenn die Herren ansonsten weniger meinen eigenen Musikgeschmack bedienen mögen). Der Kenner weiß: Damit haben Knorkator auch in den letzten Jahren – siehe Stücke wie „Sie kommen„, „Arschgesicht“ oder „Setz Dich hin“ kaum hinterm Berg gehalten. Wer weitere hörbare Beweise braucht, der nehme sich das gestern erschienene neunte Album „Widerstand ist zwecklos“ vor, welches mit Songs wie der Eröffnungsnummer „Revolution“ (wurde unlängst bei den Leipziger „Off The Road“-Sessions grandios durchgezimmert), „Krieg“ oder eben „Rette sich wer kann“ neue bissig-gewitzt geriffte Kommentare zum Zeitgeschehen enthält. Die nicht nur der braunen Suppe Würze und Schärfe stehlen, sondern auch Konsumgier, Klimawandel-Leugnung, Hysterie und sonstige menschliche Irrwege aufs Korn nehmen. Dazu bezeichnend diese wunderbare Textzeile aus „Rette sich wer kann“: „Da vorn is’n Abgrund, aber is‘ ja noch’n Stück / Wir könnten auch abbiegen, tun wir aber nicht / Da is‘ ja nur’n Sandweg – schlecht für die Achsen…“ Denn selbst wenn der lyrische Hochgenuss fürs humorige Gift-und-Galle-Spucken hier mal für Momente ad acta gelegt wird, sind Knorkator der laut tönende Beweis, dass einem subtil blödelnder Deutschrock abseits von Till Lindemann und Konsorten auch in etwas düsteren Zeiten ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, und die grauen Zellen dazu anregt, darüber nachzudenken, was „Menschsein“ eigentlich bedeutet…

 

Hier gibt’s das Musikvideo zu „Rette sich wer kann“, bei dem Knorkator einmal mehr auf prominente Unterstützung bauen konnten – dieses Mal etwa sind Ex-Boxbirne Axel Schulz (wo ist die „Fackelmann“-Mütze?) und Hans Werner „Luise Koschinsky“ Olm mit von der Partie…

(Den Text findet man etwa hier…)

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

Und trotz alledem gilt: Niemals nie nimmernicht aufgeben. Make tiny changes.

 

Rock and Roll.

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Moderne Zeiten, böse Geister – die Illustrationen von Mariya Zavolokina


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Die von einem Großteil von uns beinahe tagtäglich verwendeten Technologien verändern unser aller Leben derart schnell, dass wir ab und an innehalten und uns fragen sollten, wie wir vor nicht nicht allzu langer Zeit ohne all das leben konnten. Und – wie bei einer Medaille – verändern sich Dinge nicht nur zum Guten. Von daher sollten wir aufpassen, dass ebenjene Technologien uns nicht Schritt für Schritt wertvolle Dinge nehmen (oder ersetzen), wie etwa Beziehungen, oder all die Gespräche von Angesicht zu Angesicht.

Die russische Illustratorin Mariya Zavolokina zeigt mit ihrer Kunst einerseits auf, dass all die Laptops, Smartphones und Videospiele kaum einen adäquaten Ersatz für Freunde und Familie darstellen können, andererseits auch die ein oder andere Kehrseite der „modernen Welt“…

 

 

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(via)

 

Rock and Roll.

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10 Gebote im Umgang mit Eigenbrötlern


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(gefunden bei Facebook)

 

True stories, that. Also gilt, wie stets: Leben und leben lassen. ❤️

 

Rock and Roll.

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