Schlagwort-Archive: Gesellschaft

Moment! Aufnahme.


©Antoine-Repesse-365-Unpacked-1

Foto: ©Antoine Repesse / „#365 Unpacked“

 

Irgendwann im Jahr 2011 entschied sich der Fotograf Antoine Repessé dazu, fortan all seinen recyclebaren Hausmüll aufzuheben, um ein Statement zu setzen. Vier Jahre später entwickelte er aus diesem „Statement“ eine bildgemalte Fotoserie namens „#365 Unpacked“, die uns unsere Rolle als Konsumenten neu überdenken lässt…

Während dieser vier höchst (an)sammelwütigen Jahre stauten sich bei dem aus dem französischen Lille stammenden Künstler über 70 Kubikmeter Müll an: 1.600 Milchflaschen, 4.800 Toilettenpapierrollen, 800 Kilogramm alter Zeitschriften… – all das bewahrte er schließlich getrennt voneinander auf, um die Müllberge visuell noch gewaltiger wirken zu lassen: „Ich wollte meiner Arbeit eine ästhetische Dimension hinzufügen“, erklärt Repessé. „Die Entscheidung, den Müll zu sortieren, hat schon einen grafischen Effekt. Ich habe versucht, ein perfektes Bild hinzubekommen, das auch Beunruhigung hervorruft.“

Mit seiner Bildreihe möchte Antoine Repessé auf Probleme bei der Abfallbeseitigung und der globalen Erwärmung hinweisen – und wie unsichtbar sich diese Probleme in unser aller tägliches Leben eingeschlichen haben: „Uns wird oft von den Massen an Müll, den wir alle produzieren, erzählt. Ich denke jedoch, dass Bild mehr sagt als tausend Worte“, wie Repessé anmerkt. „Ich hoffe, dass mein Projekt dazu anregt, etwas zu ändern.“ Dem gibt es wenig hinzuzufügen.

 

Mehr Bilder aus Repessés Fotoserie „#365 Unpacked“ gibt es hier.

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,

Zitat des Tages


19060017_1319291981521116_8653384334498928617_n

 

(Mutter Teresa, oder: Heilige Teresa von Kalkutta, geboren als Anjezë (Agnes) Gonxha Bojaxhiu, 1910-1997, indische Ordensschwester und Missionarin albanischer Herkunft)

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

„More Fast Songs About The Apocalypse“ – Moby verschenkt sein neues Album als politisches Statement


MOBY-THE-VOID-PACIFIC-CHOIR

Als MOBY & THE VOID PACIFIC CHOIR hatte der New Yorker Multiinstrumentalist und True-Heart-Electro-Punk Moby im letzten Oktober sein letztes Album „These Systems Are Failing“ heraus gebracht, welches von Punk über New Wave bis hin zu Industrial oder Euphoric Rave alles beinhaltete, was ihm aktuell musikalisch lieb und recht ist (und damit eher als seine Frühphase anknüpfte als an kommerziell erfolgreiche Pop-Evergreens wie „Why Does My Heart Feel So Bad?„, „Extreme Ways“ oder „Porcelain„).

Moby-1497280439Dass sich der 51-jährige DJ, Produzent, Fotograf und Beinahe-Allerkönner-Musiker nach 30 Jahren im Musikgeschäft (s)einen Ruf als überzeugter Demokrat, Tierrechtler und Veganer (noch dazu eröffnete er 2015 in Los Angeles ein eigenes veganes Restaurant namens „Little Pine„, welches er auch selbst betreibt) erarbeitet hat, dürfte den Meisten hinlänglich bekannt sein – ebenso wie die offene Verachtung für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und dessen hinterfotzige Mischpoke. Da sich die Wut, die Richard Melville Hall (Fun fact: Der Künstlername „Moby“ stammt tatsächlich daher, dass dieser mit dem Autor des Buches gleichen Namens verwandt ist) auf das System und die aktuelle Politik seines Landes mit sich herumschleppt, auch 2017 kaum verflüchtigt hat – nein, offenbar ist sie noch viel schlimmer geworden –, hat sich der Musiker entschlossen, noch ein paar Songs als Zugabe nachzulegen und diese nun unter dem treffenden Namen „More Fast Songs About The Apocalypse“ zu veröffentlichen. Das neue Album dockt mit schroffen Gitarren, tightem Schlagzeugspiel und derben Synthies nahtlos an die leicht verqueren Industrial-Punk-Hybriden von 2016 an, während Titel wie „All The Hurts We Made“ oder „There’s Nothing Wrong With The World There’s Something Wrong With Me“ bereits die Topoi verraten.

Besser noch: Da Moby gern jeden an seinem neuen Machwerk (welches wiederum sein nunmehr 14. Studioalbum ist) und seiner unbändigen Wut teilhaben lassen möchte, gibt es das neue Album – gar im Doppel mit dem kaum weniger räudigen Zwillingsbruder „These Systems Are Failing“ – ab sofort als Free Download unter http://mobyandthevoidpacificchoir.com (oder direkt hier)!

Auch wenn die Songs beider Alben kostenfrei sind, so hinterlässt Moby jedoch folgendes Statement:

„The music is free here, but if you want to pay for it just give money to your favorite charity. the issues that i’m personally most concerned about are: animal rights, factory farming, climate change, and women’s rights. oh, and electoral reform here in the usa. but it’s up to you!“

Logischerweise ist es auch ihm nicht möglich, wirkliche Lösungen für die unzähligen gesellschaftlichen wie politischen Probleme anzubieten, doch zumindest weist Moby mit aufrichtigem Engagement darauf hin.

a841f91e3621d6de.jpg

 

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Moment! Aufnahme.


18922556_10154661875618030_5847682754759457852_o

(gefunden bei 11FREUNDE/Facebook – Foto: Miftahuddin Halim)

 

So geht es also auch: Ngurah Nanak, Yabes Roni und Miftahul Hamdi – ein Hindu, ein Christ und ein Moslem – feiern in Indonesien – jeder auf seine Weise und doch zusammen –  ihr Tor für Bali United. (via Bali United FC)

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Moment! Aufnahme.


161

Foto: Arjun Kamath

 

In Sektion 377 des indischen Strafgesetzbuches, das vor mehr als 150 Jahren in Kraft getreten ist, heißt es: „Wer auch immer freiwillig körperlichen Verkehr gegen die Ordnung der Natur mit egal welchem Mann, egal welcher Frau oder egal welchem Tier hat, der soll mit einer Freiheitsstrafe auf Lebenszeit oder mit einer Freiheitsstrafe belegt werden, die mehr als zehn Jahre betragen kann; außerdem kann die Person mit einer Geldbuße belangt werden.“ Mit anderen Worten: Homosexuellen wird die Luft zum Atmen abgeschnürt – in der größten „Demokratie“ der Welt.

Im Jahr 2016 gab die indische Regierung einen Gesetzesentwurf frei, in dem die kommerzielle Leihmutterschaft verboten wird. Ziel dieses Gesetzesentwurfes ist es, Ausländern, Menschen mit indischer Herkunft, Paaren mit Kindern, Lebensgefährten, alleinerziehenden Eltern und Homosexuellen die Möglichkeit zu verwehren, Kinder über eine Leihmutter zu bekommen. Nach der Verkündung der Entscheidung erklärte der indische Außenminister Sushma Swaraj den Reportern: „Wir erkennen Homosexuelle oder Lebenspartnerschaften nicht an, deshalb ist es ihnen nicht erlaubt, Babys über eine Leihmutterschaft in Auftrag zu geben. Das geht gegen unser Ethos.“

Aber wie ist es nun wirklich, in Indien homosexuell zu sein? Nachdem das Gesetz des Landes Homosexuelle als Kriminelle stigmatisiert, müssen sie ihre sexuellen Vorlieben geheim halten („remain in the closet“; wörtlich: im Schrank bleiben). Es ist schwer, die emotionale Pein zu ermessen, die Schwule, Lesben und Bisexuelle erleiden müssen – ob sie nun im Geheimen lieben oder es wagen, sich zu outen. Vor kurzer Zeit schrieb Anamika Pareek, eine „stolze Lesbe“, dazu auf Quora:

„Der Grund, warum wir uns verstecken müssen und uns die ganze Zeit verstellen müssen ist, dass die Gesellschaft uns hassen würde. Der einzige Grund, warum wir meistens depressiv sind und Selbstmordgedanken haben ist der, dass wir niemandem davon erzählen können und nicht jeder ist so mutig und offenbart sich und stellt sich den Problemen… Neulich wollte meine Freundin mich küssen. Ich habe ihr gesagt, dass sie noch ungefähr MV5BMTc5ODMwMTM5OF5BMl5BanBnXkFtZTgwMDEwOTEzODE@._V1_UY317_CR42,0,214,317_AL_jahrelang damit warten muss, bis wir zusammenleben, weil wir ins Gefängnis kommen, wenn uns irgendjemand sieht. Obwohl ich sie getröstet habe, ist ein ‚Zusammenleben‘ hier eher ein nahezu unerreichbarer Traum, weil meine Eltern sich Gedanken darüber machen, wie sie mich verheiraten können (natürlich mit einem Mann).“

Trotzdem – oder gerade deshalb – hat der Fotograf Arjun Kamath die Probleme der Homosexuellen in Indien in einer beeindruckenden 30 Bilder umfassenden Fotoserie thematisiert, welche den treffenden Titel „Coming out“ trägt. Die zwar fiktive, jedoch realitätsnahe Geschichte handelt von Maitreyi und Alpana, zwei Frauen, die sich der Welt offenbaren – vom ersten Moment der Liebe und des Mutes an. Erzählt wird die Geschichte durch die Figur Maitreyi, die ihre Freundin Alpana in einen Wald hinausführt, bis sie ein schreckliches Ende nimmt…

 

 

Die komplette Fotoserie (inklusive des übersetzten Begleittextes) findet ihr hier (oder hier im englischen Original), oder hier als Videostream:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Moment! Aufnahme.


Deli16x24-750x500

Foto: Erica Simone, „Nue York“

Kleidung ist viel mehr als nur eine Hülle. Das, was man am Körper trägt und die Modetrends, denen man – ob nun bewusst oder unbewusst – folgt, nehmen Einfluss auf die Kommunikation und das soziale Miteinander von Menschen. Mode beeinflusst die Stimmung und unsere Gefühle. Nicht zuletzt bestimmt Kleidung den vermeintlichen sozialen Status des Gegenüber. Ohne Kleidung durch die Stadt zu gehen ist für die meisten undenkbar und in vielen Ländern sogar verboten.

Zudem prägt Mode das Erscheinungsbild und die Wahrnehmung von Städten. Ganze Großstädte wie New York, London oder Paris definieren sich über Mode und ernennen sich selbst zur jeweiligen „Fashion-Metropole“.

Die französisch-amerikanische Fotografin und Künstlerin Erica Simone hat sich mit den Fragen nach der Bedeutung von Kleidung und Mode in der Gesellschaft auseinandergesetzt. Dafür ist sie, ganz in Anlehnung an ihr ähnlich gesinnte Kolleginnen wie Milo Moiré oder Deborah de Robertis, nackt durch New York gelaufen und hat an allen Ecken und Enden des Big Apple Selbstportraits gemacht. Simone stellte ihr Stativ an Orten wie der U-Bahn, beim Einkaufen oder auf dem Times Square auf und lichtete sich nackt in der urbanen Umgebung und bei ganz alltäglichen Tätigkeiten ab. Nach sechs langen – und teils sehr nackten – Jahren entstand die beeindruckende Fotoserie „Nue York„.

Die Fotografin selbst, die im Alter von 17 Jahren mit dem Fotoschießen anfing, beschreibt ihr Projekt so: „’Nue York: Self-Portraits of a Bare Urban Citizen‘ was born out of an initial questioning about clothing and the importance of fashion in modern society. Clothes do so much more than just meet our physical needs. What we wear acts as a silent language, allowing us to convey who we are and want to be to the outside world. Fashion reveals our moods, our social standing and establishes dynamics between people. Nowhere is this more evident than on the streets of this fashion capital we call New York City.

As I watched an image-obsessed society care more about the sales at Barneys than the homeless people they ignore as they parade by, I began to wonder what the world would feel like naked, without the empowering or disempowering effect of clothing.  What if all we had was our natural state to express who we are? Could we overcome our self consciousness and become fully confident in our own skin? How would we assimilate or dissimilate? Could being naked in the world transcend sexual connotations and why is nudity so taboo that it is against the law?“

Veröffentlicht hat Erica Simone die gesammelten Fotos 2015 in dem Bildband-Buch „Nue York: Self-Portraits of a Bare Urban Citizen„. Ein Teil der Erlöse auf dem Verkauf und den dazu erhältlichen limitierten Druckeditionen spendet die Künstlerin an die die Organisation Beauty for Freedom, die sich gegen Menschenhandel stark macht und Opfer unterstützt.

 

 

Mehr Fotos aus Simones „Nue York“-Reihe findet ihr hier

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: