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Zitat des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

(Dolores Mary Eileen O’Riordan, 6. September 1971 – 15. Januar 2018, irische Sängerin, Songwriterin und Leadsängerin der Rockgruppe The Cranberries)

 

Rock and Roll.

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So viel mehr als nur „Zombie“ – Dolores O’Riordan ist tot.


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Foto: Getty Images

Das neue Jahr ist erst gut zwei Wochen jung und hält bereits für all jene, die in den seligen Neunzigern mit Rockmusik aufgewachsen sind, die erste echte Scheißnachricht bereit: Dolores O’Riordan ist tot.

Dolores O’Riordan? Ja, die Frontdame von den Cranberries. Freilich denkt man nun zuerst an deren zwar guten, jedoch auch echt fiesen Ohrwurm „Zombie“. An das dazugehörige Musikvideo, welches innerhalb von fünf Minuten all die Schrecken des Nordirlandkonflikts auf den visuellen Punkt bringt. An die für nicht wenig Hummeltittchen sorgende Version des Songs bei MTV Unplugged, mitgeschnitten am Valentinstag 1995 in der Academy Of Music in Brooklyn, New York. Natürlich wurde die Band aus dem irischen Limerick vor allem mit und wegen diesem Stück berühmt und bekannt, eventuell noch wegen „Linger“ oder „Ode To My Family“ (letzteres ist ebenso wie „Zombie“ auf dem 1994 erschienenen zweiten Album „No Need To Argue“ zu finden, welches sich bis heute mehr als 16 Millionen Mal weltweit verkaufte). Aber speziell für mich  war O’Riordan, waren die Cranberries so viel mehr als diese zwei, drei einprägsamen Songs…

Klar, man konnte die Stimme der zierlichen Frontfrau anstrengend, nervtötend und – to put it simplescheiße finden (und wer in den kommenden Tagen Umschreibungen wie „Rockröhre“ oder „Powerfrau“ in irgendeinem Nachruf findet, darf gern ein paar Euronen fürs Phrasenschwein einfordern). Man konnte dem Anfang der Neunziger ins Leben gerufenen Rock-Quartett gut und gern ebenso deren nicht selten prätentiöse Herangehensweise ans Musikalische zur Last legen wie die Tatsache, spätestens nach dem 1999 erschienenen vierten Werk „Bury The Hatchet“ den eigenen kreativen Zenit merklich überreizt zu haben (der Titel des nächsten, zwei Jahre darauf in die Regale gestellte Albums „Wake Up And Smell The Coffee“ darf gern symptomatisch für dessen Null-und-nichtig-Aussagekraft stehen und heutzutage nur noch von Eingeschlafene-Füsse-Bands wie Coldplay getoppt werden). Dass Dolores O’Riordan es einige Jahre, nachdem sich die Cranberries zwischenzeitlich auflösten, mit einem ersten, halbwegs gelungenen Solo-Album namens „Are You Listening?(sic!) versuchte? Dass die Band 2012 mit dem sechsten Werk „Roses“ ein kaum bemerktes Comeback versuchte und erst im vergangenen Jahr auf „Something Else“ – nennt es mangelnde Kreativität, nennt es „die Nostalgiewelle reiten“, nennt es Geldschneiderei – einige ihrer *hust* „größten Hits“ als Akustikversionen neu interpretierte? Hat man am Rande registriert, und sich irgendwie auch gefreut, dass O’Riordan und ihre drei nicht mehr ganz jungen Jungs (Noel und Mike Hogan sowie Fergal Lawler) immer wieder einen Neuanlauf wagten.

Klar, irgendwie waren sowohl Dolores O’Riordan als auch die Cranberries standfeste Relikte der Neunzigerjahre-Rockszene. Wegen „Zombie“. Wegen Nordirland. Aber auch wegen so viel anderer tolle Stücke, von denen mir spontan „I Just Shot John Lennon„, „Animal Instinct„, „Salvation„, „Promises„, „Ridiculous Thoughts“ oder „Yeats‘ Grave“ in den Sinn kommen.

Als ich vor wenigen Minuten von Dolores O’Riordans überraschendem Tod im Alter von 46 Jahren las, musste ich an all jene Momente meiner Jugend denken, die ein alter Freund – zwei Dumme, eine Erinnerung – nur wenige Sekunden darauf via Facebook – und in Anspielung auf das ewig tolle Titelstück von „No Need To Argue “ – wie folgt auf den Punkt brachte:

„Jedes Treffen in deinem Elternhaus begann mit diesem Song auf der endgeilen Anlage deines Vaters (mit Kirchensound versteht sich). ‚Ich brauche meine Medizin‘ sagte ich immer. Kacke und nu isse nich mehr. Mir dreht sich der Quirl im Magen.“

Ganz klar: Wir alle werden älter, und – ähnlich wie ich mich bei der Nachricht vom Tod Chris Cornells gefühlt habe – sagen unserer Jugend mit jeder dieser Noten ein ums andere Mal Adieu. Eine Träne im Anschlag, die Faust bleibt erhoben. Danke für heilige juvenile Momente, Dolores. Du irische Sirene. Du Rockröhre. Du Powerfrau. Mach’s gut, verdammt.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Missio – „Zombie“


Fotos: Missio / Facebook

Foto: Missio / Facebook

Matthew Brue alias Missio stammt aus dem US-amerikanischen Austin, Texas und hat sich (ausgerechnet!) des Hits der Cranberries angenommen. Klar mag das auf den ersten Blick banal klingen, immerhin hat sich der mittlerweile über zwanzig (!) Jahre alte Song durch massig Airplay quasi – gefühlt – längst selbst überholt, das Resultat ist jedoch herausragend bis markerfrierend berührend geworden. Missio, welcher „miss-ee-o“ ausgesprochen werden möchte und sich auf seiner Homepage nicht wenig pathetisch mit „Missio seeks purity in broken things through minimalistic songwriting“ selbst beschreibt, trägt den Song ehrlich und um etliches düsterer als das von Cranberries-Frontfrau Dolores O’Riordan lautstark intonierte Original vor. Synthesizer und Beats sind viel klarer im Fokus als die Gitarren der 1994 erschienen Originalversion, und auch die Vocals sind durch etwas Hall recht nebulös gestaltet. Auch wenn man „Zombie“ also möglicherweise – wegen des vielen Airplays über all die Jahre – nicht mehr hören kann, so könnte der Song durch Matthew Brues herzergreifende Interpretation eine regelrechte Renaissance erleben. Und in düstere Zeiten wie diese passt das Stück – damals, in den Neunzigern, ein Protestsong gegen den Nordirlandkonflikt – sowieso, leider…

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Rock and Roll.

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„Dead, Actually“ – die etwas andere „The Walking Dead“-Hommage


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Klar, Weihnachten ist das „Fest der Liebe“. Nur: gilt das denn dann auch für Zombies und dererlei Untote?

Bei Fans der derzeit äußerst beliebten US-Zombieapokalypse-Serie „The Walking Dead“ wird der Name „Rick Grimes“ natürlich gleich das Konterfeit des 41-jährigen englischen Schauspielers Andrew Lincoln vors innere Auge zaubern. Bevor Lincoln in der US-Serie als ehemaliger Cop einen Trupp Überlebender durchs von Zombies und weniger friedlich gesinnten menschlichen Artgenossen verwüstete Georgia führte, spielte er etwa 2003 in „Love Actually“ (deutscher Titel: „Tatsächlich… Liebe“) an der Seite von – unter anderem – Keira Knightley und hatte dort, als der beste Freund von Knightleys Filmmann, eine der mittlerweile wohl meistkopierten Filmszenen im Romantic Comedy-Genre, in welcher er zu Weihnachten mit einer ganz besonderen Nachricht vor deren Tür auftaucht (siehe unten).

Diese Szene hat sich der – freilich (noch) recht namenlose – Schauspieler Charlie Farrell, der Lincoln doch zumindest etwas ähnlich sieht, nun für (s)eine Parodie vorgenommen – und sie, da Weihnachten ja quasi schon auf der Türschwelle steht und zur kalten Jahreszeit selbst Zombies Liebe vertragen können, ein wenig auf Rick Grimes… ähem, Andrew Lincolns Rolle in „The Walking Dead“ umgemünzt…

 

 

Und hier noch die Originalszene aus „Love Actually“:

 

Rock and Roll.

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Der Jahresrückblick 2014 – Teil 1


Es gibt kein Entrinnen, nirgends! Wohin man auch blickt und klickt, wird man mit Resümees, Rekapitulationen, Highlights, Lowlights und Schlussstrichen geradezu überschüttet und kopftechnisch nahezu übersättigt. ANEWFRIEND stimmt nun auch in diesen Reigen ein und präsentiert, wie bereits in den vergangenen Jahren schon, höchst subjektive Glanzlichter aus Bild und Ton.

In guter Tradition startet die ANEWFRIEND‘sche Jahreszäsur auch 2014 mit den Serien…

 

 

„Shameless“

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Meine persönliche Neuentdeckung des Jahres ist „Shameless„. Man mag es auf den Mangel an Zeit oder auf die Fülle anderer guter bis sehr guter Serien schieben, dass ich erst jetzt – die US-Serie, welche ihrerseits selbst eine Adaption des britischen Originals (2004-2013) darstellt, läuft seit 2011 recht erfolgreich bei Showtime (USA) beziehungsweise FOX (Deutschland, via Pay-TV) und wurde mir bereits vor einigen Monaten von einem Freund ans Herz gelegt – dazu gekommen bin, mich hier auf den neusten Stand zu bringen.

Die Serie handelt von Frank Gallagher (William H. Macy), einem frustrierten, taugenichtigen Vater von sechs Kindern. Er verbringt seine Tage betrunken in seiner Stammbar irgendwo in den trist-grauen Suburbs von Chicago und überlässt seine heranwachsenden Kinder nur allzu gern größtenteils sich selbst. Die älteste Tochter, Fiona (Emmy Rossum), übernimmt notgedrungen die Rolle ihrer ebenfalls durch Abwesenheit glänzenden Mutter und versucht den Haushalt am Laufen und die Familie – bestehend aus ihr, dem ebenso klugen wie raubeinigen Lip, Ian, der mit seiner Homosexualität zu kämpfen hat und dessen größter Traum es ist, ausgerechnet zur US-Army zu gehen, der pubertierenden Debbie, die „gute Seele“ der Familie, dem ständig für massenhaft Ärger guten Carl und dem kleinen Liam (Ein schwarzes Baby in einer weißen Familie? Passt ja!) – zusammenzuhalten. Zum Glück kann sie dabei auf die Unterstützung ihrer ebenfalls nicht minder chaotischen und herzlichen Nachbarn und Freunde Kevin und Veronica zählen…

Im Grunde hat die Serie alles, um zu unterhalten: genug Witz für die Comedy-Sparte, reichlich Herzschmerz und Drama für den Hormonhaushalt der Freundin, die ein oder andere Anspielung auf die gesellschaftliche Schieflage in den gar nicht mal so gloriosen US of A, sowie massig Denkanstöße, die dem Ganzen – Unterhaltung zum Trotz – den wohltuenden Beigeschmack einer Sozialstudie geben. Natürlich muss der Zuschauer ein gutes Pfund an Ironie (slash Sarkasmus) mit vor den Bildschirm bringen, um all die ausweglos scheinenden Engpässe, in die sich die Gallaghers von Monatsrechnung zu Monatsrechnung manövrieren, mit einem Lächeln zu ertragen. Das Schöne ist, dass „Shameless“ während seiner bislang vier Staffeln nie zu ernst gerät und selbst den dunkelsten Serienstunden stets lächelnd den ausgestreckten Mittelfinger der political incorrectness entgegenstreckt. Für den Rest sorgt freilich die ausgezeichnete Schauspielerriege, der neben William H. Macy und Emmy Rossum auch die tolle Joan Cusack in der Rolle der dauerlabilen, überdrehten Hausfrau Sheila angehört.

 

 

„The Walking Dead“

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Die Serie läuft seit 2010 Woche für Woche konstant auf meinem Flimmerradar und hat, wie’s scheint, mit Staffel 5 auch das Interesse der breiteren Zuschauermasse geweckt. So ist zwischen der Zombie-Action von Frank Darabont und George R.R. Martins kaum weniger monumentalem Ritter-und-Drachen-Historienschinken „Games of Thrones“ ein Fernduell um die allwöchentliche Zuschauergunst entstanden, wie es in den seligen Neunzigern nur zwischen „Baywatch“, den „Simpsons“ und „Emergency Room“ möglich war – wie sich die Zeiten ändern…

Ich für meinen Teil stelle mich gern auf die Seite der Gruppe Überlebender um den Ex-Cop Rick Grimes (Andrew Lincoln), denn nachdem die Serie in Staffel 4 mit all ihrer lokal und handlungsmäßig doch recht beengten Gefängnisstoryline noch einen herben Durchhänger hatte, läuft’s in Staffel 5 umso besser. Plottwists, mehr famos kostümierte Untote, mehr Action, mehr Blut – alles prima. Da ist es nur allzu erfreulich, dass der ausführende US-Sender AMC „The Walking Dead„, deren zweiter Staffelteil im Februar folgt, mit mindestens einer sechsten Staffel weiterführen wird.

 

 

„American Horror Story: Freak Show“

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Ich selbst liebe und lobe die US-Mystery-Serie ja bereits seit Jahren. Die Idee, die Darstellerriege, welche sich momentan um Jessica Lange, Sarah Paulson, Evan Peters, Kathy Bates und Angela Bassett bewegt, von Staffel zu Staffel zu übernehmen und bei alternierender Horrorthematik – nach einem Spukhaus in Staffel 1, einer Irrenanstalt in Staffel 2 und einem Südstaatenhexeninternat in Staffel 3 sind wir nun, der Titel sagt’s bereits, in einer „Freak Show“-Zirkustruppe angekommen – einfach in andere Rollen schlüpfen zu lassen, ist einfach zu brillant.

Und – auch da wiederhole ich mich nur allzu gern – natürlich lässt sich auch “American Horror Story: Freak Show” weiterhin als nicht eben simpel gestrickter Gruselspaß mit toller Atmosphäre schauen. Liest man jedoch tiefer ins Innenleben der seit 2011 recht erfolgreich laufenden Serie hinein, so zerpflückt diese zwischen den Zeilen die dunkelsten Spielarten des menschlichen Miteinanders – und offenbart, dass der wahre Horror noch immer in der Alltäglichkeit steckt. Die wahren „Freaks“ sind hier nicht die bärtigen Frauen, siamesischen Zwillinge, Krebshändenmänner und Lizard Girls, sondern die „normalen“ Menschen, mit all ihren verächtlichen und abweisenden Blicken. Das wird auch in Staffel 4 nur allzu deutlich…

 

 

Aus und vorbei…

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Keine Minute zu früh kam wohl die letzte Klappe für Hank Moody und „Californication„. Aller political incorrectness, allem Rock’n’Roll-Hedonismus, aller Liebenswürdigkeit, mit der David „Fox Mulder“ Duchovny die Figur des stets von Misere zu Misere taumelnden, gutmütigen Schreiberlings Hank Moody verkörperte, zum Trotz – nach sieben Jahren und Staffeln hatte sich das Konzept aus Sex, Drugs, noch mehr Sex und reichlich Rock’n’Roll unter der kalifornischen Sonne einfach überholt. Leicht wehmütig sieht man die letzten Folgen, nach denen eines fest steht: Hank Moody has left LA…

 

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Ebenfalls „fare thee well“ hieß es 2014 für „How I Met Your Mother„, dessen neunte Staffel zu einem einzigen langen Hochzeitspro- oder -epilog (je nachdem, wie man’s nimmt) zwischen der dauerhaft unsicheren Robin Scherbatsky (Cobie Smulders) und unser aller Lieblingsplayboy Barney Stinson (Neil Patrick Harris) wurde. Dass die schlussendliche Auflösung, wie Ted Mosby (Josh Radnor) nun die ominöse „Mutter“ seiner Kinder trifft, nicht zur Zufriedenheit aller Fans der Serie ausfiel (ebenso wie tatsächliche Serienende), ist klar – immerhin musste man schlappe neun Jahre auf diese eine Antwort warten…

 

 

Den Anschluss verpasst…

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…habe ich bei „Sons of Anarchy“ irgendwo zwischen Staffel 5 und 6. Zu viel Drama, zu viel Larifari, zu wenig Action, am Ende. Dass die Serie nach sechs Jahren und sieben Staffeln vor wenigen Tagen zu Ende ging (höchst dramatisch, freilich!), hat mich daher nur am Rande interessiert. Mal schauen – eventuell gebe ich den letzten Staffeln der von Shakespeares „Hamlet“ inspirierten Geschichte um die kalifornische Bikergang „SAMCRO“ (Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original) rund um Lederwesten-Jungspund Jackson „Jex“ Teller (Charlie Hunnam) und dessen Mutter Gemma (Katey Sagal) irgendwann noch einmal eine Chance…

Ebenso raus bin ich – aktuell – bei „Hannibal“ (nach wenigen Folgen, trotz dem tollen Mads Mikkelsen als Dr. Hannibal Lecter), „New Girl“ (auf Zooey Deschanels Charme darf man sich nicht allzu sehr verlassen, wenn am Ende die Storyline und der Witz fehlen), „Person of Interest“ (einerseits sehr konfus mit all seinen Handlungsebenen, andererseits doch auch recht eintönig innerhalb der einzelnen Episoden), „House of Lies“ oder „2 Broke Girls“ (beide mangels Zeit).

 

 

Und 2015?

the-returned-banner-03…stehen für mich – nebst den oben genannten Serien, natürlich – die ersten Staffeln von „True Detective“ und der französischen Mystery-Serie „The Returned“ auf dem Zettel. Erstere liefert mit einer hervorragend besetzten Darstellerriege um Matthew McConaughey, Woody Harrelson und Michelle Monaghan nur einen weiteren Beleg dafür, dass immer mehr tolle Hollywood-Schauspieler ihr Mimikheil im Serienfach suchen, das sich sowohl von den Etats als auch von der Ausstattung, den Plots und der Regieführung längst nicht mehr vorm abendfüllenden Kino zu verstecken braucht, es immer öfter gar übertrifft. Zweitere wird – vom Soundtrack, für welchen sich die schottischen Instrumentalpostrocker von Mogwai verantwortlich zeichnen, mal ganz abgesehen – allerorts angepriesen. Und da wäre da noch „Der Tatortreiniger“ Heiko „Schotty“ Schotte (Bjarne Mädel), der beweist, dass es ein Leben nach „Stromberg“ gibt – und dass deutsche Comedy auch 2014/2015 ausgezeichnet zu unterhalten weiß, abseits das platten Mainstream. Außerdem warten noch immer Francis J. Underwood (Kevin Spacey) und die zweite Staffel der fulminant bitterbösen Politthrillerserie „House of Cards“ auf mich. Langeweile? Nicht im Serienfach, nicht in 2015 – selbst, wenn alle Fans von „Sherlock“ wohl noch bis 2016 warten müssen, bevor Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) und Dr. John Watson (Martin „Der Hobbit“ Freeman) mit einer hoffentlich vierten Staffel der großartigen BBC-Serie zurückkehren…

 

 

Rock and Roll.

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Flimmerstunde – Teil 22


ANEWFRIEND hat wieder vier Filme für euch: drei davon sind Volltreffer, vor einem wird gewarnt…

 

„In ihrem Haus“ (2012)

In ihrem Haus (Plakat)Der frustrierte Französischlehrer Germain (Fabrice Luchini) gibt seiner Klasse die Aufgabe, einen Essay über das verganene Wochenende zu schreiben. Die Ergebnisse sind für den Pädagogen einmal mehr uninspiriert und mehr als enttäuschend, doch ein Werk sticht aus der Masse der Mittelmäßigkeit hervor: Der Aufsatz des introvertierten Claude (Ernst Umhauer), ein stiller Charakter, der sich bislang stets zurückhaltend in die letzte Reihe des Klassenzimmers verzogen hat. Der Junge schreibt, dass er es am Wochenende geschafft habe, seinen Mitschüler Raphael in dessen Haus zum Lernen zu besuchen – ein Umstand, den er schon lange beabsichtigt hatte. Mit einem hohen Maße an Beobachtungsvermögen und auch einem starken Hang zum Voyeurismus schafft es Claude, Germain mit seinem Text in den Bann zu ziehen. Selbst dessen Ehefrau Jeanne (Kristin Scott Thomas) ist vom Talent des Jugendlichen überzeugt. Gemeinsam wollen sie Claude so gut es geht fördern, doch die Aufforderung zur Fortsetzung des Aufsatzes scheint unvorhersehbare Ereignisse ins Rollen zu bringen…

„In ihrem Haus“ (Originaltitel: „Dans la maison“), der neuste Film des französischen Qualitätsregisseurs François Ozon („Swimming Pool“, „8 Frauen“), ist ein feines, kleines Kammerspiel, in dem schon bald die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Puppe und Puppenspieler zu verschwimmen scheinen, und dessen Ende nur Verlierer kennt. Spannend? Ungemein!

 

 

„Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ (2013)

Stirb langsam 5 (Plakat)Wieso? Wieso habe ich 98 Minuten meines Lebens für diesen Film verschwendet?

Wieso? Wieso rasseln Hollywood-Regisseure (hier: John Moore) auch zwanzig (!) Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs (Und: ja, das neuste „Stirb langsam“-Machwerk spielt in der Obama’schen Gegenwart!) noch Drehbuchhandlungen á la „Böser, dummer Russe vs. guter, idealistischer Ami“ herunter?

Wieso? Wieso kann man dann nicht wenigstens die Dialoge etwas humoriger – und weniger platt! – gestalten?

Wieso? Wieso tut sich Bruce Willis den fünften Leinwandausflug als New Yorker Bulle John „Schweinebacke“ McClane noch an? Wieso kann nicht wenigstens er, der ja hin und wieder (zuletzt etwa im tollen „Looper“) richtig tolle Rollen spielt, in Würde altern? Was soll’s – dann packe ich ihn eben in die „Eigentlich First Class-Schauspieler, die nur noch Mist abliefern“-Schublade, in der bereits seine Kumpels Liam Neeson, Denzel Washingston und Samuel L. Jackson friedlich schlummern und auf die nächste Karrierekiller-Rolle warten. Und. Schaue. Nicht. Mehr. Rein.

Wieso? Wieso sollte ich hier mehr zum Film schreiben? Die Story ist dünn, steckt voller logischer Trugschlüsse, und hetzt seine Darsteller mit Plattitüden im Gepäck fröhlich ballernd zwischen Moskau und Tschernobyl hin und her. Zwar habe ich keinesfalls etwas gegen gute Popcorn-Action-Unterhaltung, aber das hier ist einfach ein auf Zelluloid gebanntes Ärgernis! Gebt mir bitte eine Leinwand, auf die ich meine Fäkalien schmieren kann! – Das hätte zumindest irgendwo eine künstlerische Rechtfertigung, und sähe besser aus als dieser Film…

 

 

„Mission To Lars“ (2012)

Mission to Lars (Plakat)Tom Spicer hat im Grunde nur einen Wunsch: er möchte Lars Ulrich, den Schlagzeuger seiner Lieblingsband Metallica, treffen. Und was für „normale“ Menschen bereits ein kleines Ding der Unmöglichkeit darstellen dürfte, scheint bei Tom – zumindest theoretisch – ausgeschlossen. Denn Tom leidet am Fragiles-X-Syndrom, einer Erbkrankheit und starken Behinderung, welche zu Sprachstörungen, Lernschwierigkeiten und Aufmerksamkeitsdefiziten führt. Doch zum seinem Glück versprechen ihm seine Geschwister Kate und Will, ihn bei der Erfüllung seines größten Traums zu unterstützen. Gemeinsam, und mit einer Kamera bewaffnet, machen sie sich aus dem englischen Bristol auf ins weit entfernte Kalifornien. Dort wird Kate und Will schnell klar, dass sie noch weniger über die Behinderungen und Eigenarten ihres großen Bruders wussten als befürchtet, denn Tom hat panische Angst vor lauter Musik (!) und Menschenmengen. Und sagt plötzlich, dass er Lars – nach 20 Jahren des Bettelns – nun gar nicht mehr treffen möchte…

Mission To Lars“ begleitet einen autistischen Heavy Metal-Fan bei der Erfüllung seines Traums, und seine Geschwister dabei, einen Menschen kennen zu lernen, der zwar auf dem Papier ihr großer Bruder sein mag, den sie jedoch bislang kaum kannten. Heraus kommt die etwas andere Variante einer Musikdokumentation, und ist ebenso kurzweilig wie herzerwärmend.

 

 

„Warm Bodies“ (2013)

Warm Bodies (Plakat)R (Nicholas Hoult) ist wohl das, was man in den Neunzigern als „Slacker“, sprich: als nutzlosen Tagträumer und Herumtreiber, bezeichnete. Nichtstuend schleicht er über die Flure des heimischen Flughafens, hängt seinen wirren Gedanken nach, und lebt minimalistisch von einem Tag in den nächsten. Doch wer sich jetzt bereits ein vorgefertigtes Bild in den Kopf gesetzt haben mag, sollte dieses schnellstens wieder verwerfen, denn R ist ein Zombie! Ein Untoter, der sich weder an seinen vollständigen Namen noch an den Grund, aus dem er zum Zombie wurde, erinnern kann. Er ist ein Wesen, das weder schläft noch träumt, und sich von Fleisch und Gehirn der wenigen überlebenden Menschen ernährt. Die haben sich hinter einer hohen Mauer verbarrikadiert, und harren in ständiger Angst der kommenden Dinge. Doch eines Tages trifft R das menschliche Mädchen Julie (Teresa Palmer), und plötzlich weiß er nicht, wie ihm geschieht. Will er sie töten, sie gar fressen? Nein, er will sie beschützen! Was ist nur mit ihm los? Und was zur Hölle ist dieses warme Gefühl, das da plötzlich in ihm zu lodern beginnt? Auch Julie merkt schnell, dass R anders ist als die anderen Zombies…

Der Trailer zu „Warm Bodies“ ließ schon vor einiger Zeit erkennen und hoffen, dass der Film von Regisseur Jonathan Levine, welcher auf dem gleichnamigen Roman von Isaac Marion basiert, eine äußerst unterhaltsame und abwechslungsreiche Zombie-Komödie abgeben würde – und dass trotz der Tatsache, dass auch in diesem Genre Filme wie „Shaun Of The Dead“ oder „Zombieland“ die Messlatte nicht eben niedrig angesetzt haben. Doch alles in allem wird der Zuschauer während der 97 Minuten nicht enttäuscht und darf sich in diesem launigen Mix aus Semi-Splatter, Komödie und Teenie-Schnulze, bei der die Tatsache, dass das Hauptdarstellerpaar frappierend an die „Twilight“-Vampire Bella und Edward erinnert, wohl keine spitzfindige Zufälligkeit darstellt, prima unterhalten lassen. Dickes Plus: Charaktermime John Malkovich gibt hier den verwirrten Zombie-Gegenspieler und eifersüchtigen Vater. Der Zombie, mein Liebhaber? Romeo und Julia treffen sich nach der Apokalypse, und zum Hauptgang des Candlelight Dinners darf am Hirn geknabbert werden… Wohl bekomm’s!

 

 

Rock and Roll.

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