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Sunday Listen: Kristofer Åström – Live at Södra Teatern, Stockholm 2001


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Wenn es Herbst wird und mein Griff immer öfter ins Singer/Songwriter-Fach wandert (was eigentlich nicht nur zu dieser Jahreszeit, sondern im Grunde ganzjährig passiert), dann ist Kristofer Åström seit eh und je einer meiner Favoriten.

Warum? Nun, die Songs, die der Schwede – der als ehemaliger Frontmann der Alternative-Rocker Fireside außerdem bereits unter Beweis gestellt hat, dass er auch ganz andere musikalische Gangarten beherrscht – in bester Scandinavian Cowboy-Manier  vom Stapel bricht, suchen in Punkto süßer Herzschmerz-Melancholie schon immer ihresgleichen (und wer’s nicht glauben mag, dem sei die 2013 veröffentlichte Werkschau „An Introduction to….“ ans Hörerherz gelegt). Ob es die Vergleiche zu Genre-Größen wie Elliott Smith braucht? Wohl kaum. Passt auch nicht. Vielmehr stehen Åström Landmänner wie Christian Kjellvander oder Rasmus „Tiger Lou“ Kellerman näher…

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Dass der mittlerweile 43-jährige Musiker aus Luleå (dem ortsansässigen Eishockey-Team spendierte er übrigens vor einigen Jahren eine Hymne) auch auf Bühnenbrettern zu überzeugen weiß, beweist unter anderem das Live-Album „Göteborg String Session„, welches er im vergangenen Jahr in die (digitalen) Plattenläden stellte (das letzte Studiowerk „The Story Of A Heart’s Decay“ wiederum erschien 2015). Und wer sich ein Hörbild von Kristofer Åström ohne Streicher und im mal satt rockenden, mal akustisch klampfenden Outfit machen möchte, dem seien der Mittschnitt einer Show, welche er 2001 im Stockholmer Södra Teatern gab (ein Teil des Konzerts fehlt wohl, dafür ist die Audio-Qualität sehr gut), sowie die Soundboard-Aufnahme eines Konzerts im Wiener Stadtsaal aus dem Jahr 2012 (gibt’s hier als kostenlosen Download) empfohlen.

Eine Überdosis als Åström’schem Liedgut ist in dieser Jahreszeit ja ohnehin ausgeschlossen…

 

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


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Heute wäre Johann Hölzel aka Falco 60 Lenze alt geworden, hätte sich der Popstar um des Ruhmes Willen, für den weder Österreich noch die große weite Welt Platz genug schienen, anno 1998 nicht bei einem Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik ins Jenseits befördert (dass bei der Obduktion ein Blutalkoholwert von 1,5 ‰ und große Mengen an Kokain sowie Tetrahydrocannabinol – also THC – nachgewiesen wurden, füttert nur noch die tragische Legende vom Wiener Lebemann). Verschwörerische Stimmen sagen ja, der Gute liege heute mit Elvis, dem Lennon-John, dem Cobain-Kurt, dem Marley-Bob und 2Pac irgendwo Cocktails schlürfend in der Sonne und ließe es sich’s – offiziell tot, daher in Ruhe gelassen – gut gehen…

Wo immer du auch bist, Herr Kommissar – rock mal den Amadeus für uns. Und grüß Jeanny.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Wanda – „Bologna“


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So leicht springe ich ja nun wirklich nicht auf irgendwelche „Trendzüge“ auf, in deren ständig wechselnden Abteilen uns mal wieder ein ach so auf Kulturtrends getrimmter pfiffiger Musikjournalist die neuste „heiße Band“ kredenzen will, die künftig noch „gaaaanz steil“ gehen werde… In diesem Fall mache ich – mit ein, zwei Abstrichen auf Albumlänge – aber gern mit.

„In diesem Fall“ bezieht sich denn auf Österreichs neusten Popexport – und damit ist explizit nicht die letztjährige Eurovision Song-Chanson-Gewinnerin Conchita Wurst, diese um Gleichberechtigung kämpfende Pop-Dragqueen mit Vollbart und großer Stimme, gemeint. Vielmehr habe ich seit vielen Wochen einen derben Ohrwurm – und das ausgerechnet durch ein Stück, das mit einigem Schmäh, toller Melodie und unnachahmlicher Wiener Mundart überzeugt: „Bologna“ von Wanda.

AmoreWan… wer? Zugegeben: Wem Künstler wie Falco, der ja – tot oder nicht – irgendwie immer ins Spiel kommt, sobald es um Musik aus Österreich geht, sowieso schon immer spinnefeind waren, der darf und wird auch an der 2012 von Sänger und Frontmann Marco Michael Wanda und vier Kumpels Manuel Christoph Poppe (Gitarre und Backgroundgesang), Christian Hummer (Keyboard, Piano und Backgroundgesang), Ray Weber (Bass und Backgroundgesang) und Lukas Hasitschka (Schlagzeug) ins Leben gerufene Wiener Band Wanda einen weiten Bogen machen. Für alle anderen haben die fünf im vergangenen Oktober mit ihrem Debütwerk „Amore“ wohl einen der feinsten Einstiege in die Musikwelt hingelegt, der mit zwölf Song irgendwo zwischen – jawohl! – Falcos Gespür für schmissigen Pop, Rainhard Fendrichs Achtziger-Mundarthits, Melodien, die in einem Paralleluniversum auch von einer Wiener Variante der Beatles stammen könnten (oder eben von einer Italo-Disco-Truppe) sowie einer Messerspitze Rock’n’Roll-Lifestyle nach Machart der österreichischen Hauptstadtmetropole überzeugen. Ob man das Ganze nun flugs „Austropop“ oder „Alpen-Rock’n’Roll“ tauft, ist im Grunde egal. Am Ende des Tages stehen da mit Wanda fünf selig grinsende Kerle auf der Bühne, die sich selbst am meisten über ihren Erfolg, der das Debütalbum bislang bis in die Top 20 der heimischen Ösis-Charts spülte, freuen, und aktuell gemeinsam mit anderen Künstlern und Bands wie Bilderbuch, Ja,Panik oder Der Nino aus Wien die Speerspitze einer Generation jünger österreichischer Musikschaffender bilden, die beweisen, dass der Alpenstaat längst mehr zu bieten hat als Mozart, Wintersportler oder blindblöden Jörg Haider-Wiedergängern. Frisches Popblut etwa, dem die Nähe zum windschiefen Chanson ebenso unpeinlich vor der Brust vor sich herträgt wie das eben noch vorgetragene Mundart-Liedgut. Romantisch, modern und von Neonlichtern beleuchtet? Alles geht, nichts muss. Und selbst für die, so einer derartige Menge an Wiener Schmäh auf Albumlänge einfach zu viel finden, sind doch immer noch ein, zwei Ohrwürmer dabei…

Da passt auch und vor allem die Single „Bologna“, in welcher Marco Michael Wanda vom Liebesglück (s)einer entfernten Tante im italienischen Bologna berichtet und sein explizit sexuelles Verlangen nach (s)einer halbitalienischen Cousine lauthals in die warme Sommernacht hinaus singt. Ob all das nun am Ende des Poptages wahr ist oder doch nur – nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ – frei erfunden – wen interessiert’s! Schöner als in den dreieinhalb Minuten von „Bologna“ hat der Ruf nach Sommer, Sonne, Sonnenschein und lauschigen Mondscheinnächten lang nicht geklungen – eine feine Prise Trash, zu der auch passt, dass Wanda und die beiden befreundeten Filmemacher Wolfgang Seehofer und Florian Senekowitsch das dazugehörige Musikvideo zu „Bologna“ in ebendieser Stadt im Norden des Stiefelstaates für spottbillige 600 Euro produziert haben – eben das, was die Tickets für Hin- und Rückfahrt gekostet haben… Darauf einen Schnaps, und dann alle: „Amore!“

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„Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine schlafen
Obwohl ich gerne würde, aber ich trau mich nicht
Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine reden
Obwohl ich gerne würde, aber ich trau mich nicht

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht
Amore, meine Stadt
Tante Ceccarelli hat einmal in Bologna Amore gehabt
Bologna, meine Stadt

Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine reden
Obwohl ich gerne würde, aber wir trauen uns nicht
Ich kann sicher nicht mit meiner Cousine tanzen
Obwohl ich gerne würde, aber sie traut sich nicht

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht
Amore, meine Stadt
Tante Ceccarelli hat einmal in Bologna Amore gehabt
Und eins merk dir genau:

Wenn jemand fragt wohin du gehst
Sag: „Nach Bologna!“
Wenn jemand fragt wofür du stehst
Sag: „Für Amore, Amore!“

Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht
Amore, meine Stadt
Tante Ceccarelli hat einmal in Bologna Amore gehabt!
Bologna, meine Stadt

Bologna, meine Stadt…“

 

Rock and Roll.

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