Schlagwort-Archive: What’s In My Bag?

Song des Tages: Strand Of Oaks – „Radio Kids“


strandofoaks_large

Gut zwei Jahre liegt die Veröffentlichung des letzten Strand Of Oaks-Werks „HEAL“ jetzt zurück, und ich feiere das Album, das es – auch heute noch völlig zu recht – anno 2014 unter meine Top 5 der „Alben des Jahres“ geschafft hat, bis zum jetzigen Tag gnadenlos ab. Das Konzept ist ja immer noch großartig, denn ausgerechnet auf dem – rein textlich – bisher persönlichstem und bitterstem Werk von Frontmann Timothy Showalter stellen sich all der schmerzhaften Lyrik ausgerechnet poppig anmutende Melodien und nicht wenige Fuzz- und Bratz-Gitarren (für ein, zwei Solos konnte er gar Dinosaur Jr.-Legende J. Mascis gewinnen) in den Weg, die „HEAL“ zu einer wahren Freude mit allerhand Repeat-Garantien machen. Und allerhand Repeats haben die Songs seit damals in der Tat bekommen…

Trotzdem ist’s nun Zeit für neue, süchtig machende Stücke. Das dachte sich scheinbar auch Timothy Showalter, als er vor einigen Tagen mit „Radio Kids“ einen neuen Song, dem im Februar 2017 das mittlerweile fünfte Album „Hard Love“ seines einstigen Soloprojekts folgen wird, vorstellte. Und nimmt man „Radio Kids“ als musikalischen Gradmesser, so wird der auf „HEAL“ eingeschlagene Weg, der Strand Of Oaks als veritable Rockband präsentierte, weiter fortgesetzt. Heißt: Rocksongs mit melancholischer Note und übersteuerten Indie-Gitarren der Duftmarken Dinosaur Jr. und Neunziger-Indierock – nur eben mit extra Synthie-Schichten, nach denen Showalter geradezu süchtig zu sein scheint…

soo

 

Hier gibt’s das Musikvideo zu „Radio Kids“…

 

…sowie den Song via Bandcamp im Stream:

 

Und wer sich schon immer mal gefragt hat, was sich der Kopf von Strand Of Oaks so selbst privat auf den Plattenteller schmeißt, der findet in dieser Ausgabe von Amoebas „What’s In My Bag?“ ein paar Antworten:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , ,

Zu früh, zu früh – Benjamin Curtis ist tot.


Benjamin CurtisZugegeben: Ich habe zwei Tage mit mir gerungen, ob ich das noch recht junge Jahr – im ANEWFRIEND’schen Sinne – tatsächlich mit einer so traurigen Nachricht wie dieser eröffnen soll. Doch irgendwie fühlte sich die Tatsache, einen so herben Verlust unter den Tisch des nicht Erwähnten fallen zu lassen, einfach zu falsch an: Am 29. Dezember 2013 ist der Musiker Benjamin Curtis in New York verstorben…

 

Foto: Instagram

Foto: Instagram

Erst zu Beginn des vergangenen Jahres wurde bei dem gebürtig aus Oklahoma stammenden Gitarristen und Gründungsmitglied der Bands The Secret Machines, in welcher er bis März 2007 gemeinsam mit seinem Bruder Brandon spielte, sowie UFOFU, wo er sich in den neunziger Jahren hinters Schlagzeug klemmte, und seiner aktuellen Band, den New Yorker Dream Pop Shoegazern von School Of Seven Bells, eine aggressive Form von lymphatischer Leukämie diagnostiziert. Um die Kosten seiner Chemotherapiebehandlung aufzutreiben (an dieser Stelle sei wieder ein eindeutig sarkastisches Hoch auf das Gesundheitssystem der USA erlaubt!), beteiligten sich befreundete Künstler wie Dev „Blood Orange“ Hynes, Adam Green, Strokes-Gitarrist Albert Hammond Jr. oder der Interpol-Frontmann Paul Banks im Sommer 2013 an Benefizkonzerten für Curtis in New York, während Fans und Freunde via Internet Trost und Geld spenden konnten. Doch obwohl sich der Musiker für die ihm entgegen gebrachte Hilfsbereitschaft und Anteilnahme – und allen sich im Jahresverlauf stetig verschlechternden Prognosen und leicht spöttischen Bemerkungen („two cancers for the price of one, I guess“) zum Trotz – zutiefst dankbar zeigte, den Kampf gegen die tödliche Erkrankung nie so ganz aufgab und bis zuletzt auf eine Knochenmarkspender hoffte („I’m gonna beat this for you just as much as I am for myself.“ – Zitate vom Facebook-Auftritt von School Of Seven Bells), trat seine verbliebene Bandkollegin Alejandra Deheza (ihre Zwillingsschwester Claudia verließ School Of Seven Bells vor drei Jahren „aus persönlichen Gründen“) am 31. Dezember 2013 den schweren virtuellen Gang an und ließ der (Musik)Welt folgende Zeilen zukommen:

„Dear friends, 

Last night, Dec. 29th 2013, we lost our friend and brother Benjamin Curtis to his fight against cancer.

While we had hoped to delay this announcement until a more suitable time when his friends and family could feel better prepared and settled to greet any correspondences from folks attempting to reach out, unfortunately the news has prematurely leaked. So we felt it would be appropriate to at least offer an official acknowledgement from us, in light of all the fans who loved and supported Benjamin and his music. 

We kindly ask that his immediate family, friends & bandmates‘ privacy be respected during this time, and that instead, any inquires, well wishes, or notes-of-consolation be sent through School of Seven Bells’ management, where it can be shared with them at the suitable time. They can be sent to a special e-mail address here: sviib@wizkidmanagement.com

If relevant, further information will be made available through the suitable channels in the near future.

We can’t thank all of you who supported him and his music through the years enough. All of you who attended or participated in the various benefits in and around New York City over the past year since his diagnosis, and of course those who contributed and gave generously to help support him throughout that journey. You made it possible for all of us, and for him, to see how truly loved he was and how many lives he had touched through his music by your gestures. We will all miss this incredibly talented and rare person every day, but we are fortunate enough that he shared with us his music, and that is something that we can keep forever.“

Am 29. Dezember 2013 verlor Benjamin Curtis in der Memorial Sloan-Kettering-Krebsklinik in New York seinen wohl letzten großen Kampf, dem Leben weitere Akkorde abzuringen. Er wurde nur 35 Jahre alt.

 

 

 

 

sviib-press2010-608x447

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: