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Song des Tages: Sarah King – „War Pigs“


Obwohl tatsächlich nie als Single veröffentlicht, ist „War Pigs“ einer der ikonischsten Songs von Black Sabbath – und für manche gar einer der besten Metal-Songs überhaupt. Kein Wunder also, dass das Stück seit Erscheinen im Jahr 1970 (auf dem Album „Paranoid„) von zahlreichen Bands und Künstlern von Faith No More über Cake oder First Aid Kit bis hin zu The Dresden Dolls gecovert wurde.

Eine der neusten – und wohl zweifellos bislang ungewöhnlichsten – Interpretationen stammt von Sarah King. Und anstatt den Song ähnlich rabiat zum Besten zu geben wie seinerzeit Tony Iommi, Ozzy Osbourne, Geezer Butler und Bill Ward, entschied sich die Roots-Rock-Singer/Songwriterin aus Vermont, mal eben beinahe alles zu ignorieren, was „War Pigs“ seit einem halben Jahrhundert so unverwechselbar, so unverkennbar macht. Stattdessen stellt sich die US-Musikerin den Song als etwas vor, das Folk-Hippies vom Greenwich Village bis hinüber nach San Francisco wohl in den Sechzigerjahren veröffentlicht hätten: einen Anti-Kriegs-Protestsong.

So lässt Sarah King etwa das bekannte sludgy anmutende Intro komplett weg und beginnt direkt mit den Textzeilen „Generals gathered in their masses / Just like witches at black masses“, während ihre einsame Akustikgitarre abwechselnd den Platz von Bill Wards Schlagzeug sowie den Saiteninstrumenten von Tony Iommi und Geezer Butler einnimmt. Auch „Luke’s Wall“, das Outro, ist in ihrer Version verschwunden. Das spontan innerhalb von zwanzig Minuten live im Studio eingespielte Ergebnis lenkt so die Aufmerksamkeit des Hörers auf den berühmten Anti-Kriegs-Zeilen des Songs, welche klar und deutlich jene Leute aus Politik, Wirtschaft und Co. verurteilen, die anderen zwar den Krieg erklären, aber selbst nicht kämpfen. So wird „War Pigs“ fünfzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung vom Metal-Banger zum gleichsam düstren wie klassischen Protestsong…

Rock and Roll.

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„Stay Inside!“ – Dieses Nirvana-Cover bewirbt sich als Quarantäne-Hymne


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Na? Bleibt ihr auch alle schön zuhause, haltet – ganz „Social Distancing“-konform – eineinhalb Meter Abstand zu euren Mitmenschen und kippt euch ausgiebig Desinfektionsmittel über die Patschehändchen? Das Coronavirus zwingt uns alle zu Änderungen unseres gewohnten Alltags, die Umstände sind gerade – sowohl beruflich als auch privat – alles andere als leicht. Aber für diese harten, unsicheren Zeiten gibt es nun zumindest die nahezu perfekte Quarantäne-Hymne. Diese hat der aus dem US-amerikanischen Burlington, Vermont stammende Musiker Urian Hackney, der ansonsten Teil der recht unbekannten Punk-Garagerocker Rough Francis ist, vor zwei Tagen auf seinem Bandcamp– und YouTube-Kanal hochgeladen: (s)eine dem Zeitgeist angepasste Version von Nirvanas „Stay Away“ – nur, dass bei ihm das Stück, dessen Original anno 1991 auf dem wegweisenden Nirvana-Langspieler „Nevermind“ erschien, nun „Stay Inside!“ heißt…

a0325575094_16Und nicht nur Titel und Refrain sind in Hackneys Variante umgemodelt. Auch der restliche Text wurde von dem Indie-Musiker an COVID-19 und die derzeit weltweit allumfassend um sich greifende Corona-Krise angepasst. Er imitiert Kurt Cobains knurrige Stimme und singt: „Wische jede Oberfläche sauber, ich desinfiziere! Stocke Reis und Bohnen auf, ich desinfiziere!“. In dem selbst gefilmten Clip dazu sieht man ihn – „Social Distancing“, Baby! – allein mal am Mikrofon, mal am Schlagzeug, am Bass und an der Gitarre – CobainGrohlNovoselic in notgedrungener Personalunion, wenn man so mag. Zwischendrin putzt er aber auch, mit gelben Gummihandschuhen bewaffnet, einen Türgriff. Eine zeitgeistige voll auf die Zwölf rockende Nummer, die zeigt, dass es sich lohnt, selbst die größte Scheißsituation mit ein wenig Humor zu nehmen…

 

 

Rock and Roll.

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