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Song des Tages: Kali Masi – „Trophy Deer“


Foto: Promo / Michelle Johnson

Schon 2017 überzeugten Kali Masi mit ihrem Debütalbum „Wind Instrument„. Die Band aus Chicago ließ darauf Emo, Nineties-Punkrock und modernen Hardcore so zielsicher verschmelzen wie lange keine junge Band mehr. Damit fand das Quartett auch beim etwas größeren Genre-Bruder Red City Radio Anklang, den sie denn auch folgerichtig 2019 auf seiner Europa-Tour als Support begleiteten.

Auf ihrem im März erscheinenden Nachfolgewerk „[laughs]“ schlagen die Newcomer eine etwas härtere Gangart als noch bei „Wind Instrument“ ein – das bewies bereits die erste mitreißende Single „The Stray„. Erneut tat sich die Band dafür mit Defeater-Mitbegründer und Produzent Jay Maas zusammen, der sich für das zehn Songs starke neue Album, welches sich thematisch einmal mehr um Emotionales rund um psychischen Missbrauch, angespannte Beziehungen und Selbsterkenntnis dreht, hinter die Regler setzte.

Um die Wartezeit eine wenig zu verkürzen, haben Kali Masi nun mit „Trophy Deer“ eine zweite Single aus „[laughs]“ inklusive einem animierten Musikvideo veröffentlicht, das die nostalgische Grundstimmung des Songs treffend untermalt. Das dreiminütige Stück handelt von dem unumgänglichen Prozess des Älterwerdens und der sich damit stets im Wandel befindlichen Identität. So steht sie beispielhaft für den Ton, den das nachdenkliche Album anschlagen wird. Außerdem haben Kali Masi damit eine weitere kleine eingängige Indie-Hymne geschaffen, die wir hoffentlich so bald wie möglich auch live belauschen können….

„Befreiung. Darum geht es in Kali Masis zweitem Studioalbum ‚[laughs]‘. Die Indie Punks aus Chicago streben auf ihrer neuen Platte nach dem Ausbruch aus persönlichen Fesseln – um neue Wege zu gehen und die Richtung zu finden, auf deren Suche wir uns alle stetig befinden. In musikalisch und lyrisch anspruchsvollen Songs thematisiert das Album die Erkenntnis, dass der Mut und die Energie wir selbst zu sein, aus unserem inneren Antrieb stammen und nicht aus den Erwartungen derer, die uns umgeben.

Sänger und Gitarrist Sam Porter gibt Einblick in das Gefühl fehl am Platz zu sein – in die Entfremdung von Heimat, und auch von uns selbst, die Hand in Hand geht mit der Entwicklung zum angestrebten Ich. Eindrucksvoll spiegeln Gitarre und Schlagzeug die Sehnsucht nach Klarheit und Verstehen wider und lassen dabei erkennen, wie die erdrückende Leere eines Verlusts den bittersüßen Erinnerungen an die Jugend gegenübersteht.

Kali Masi waren noch nie dafür bekannt, etwas zurückzuhalten und dieses Versprechen halten die vier Jungs auch auf ihrer neuen LP. ‚[laughs]‘ ist durchgehend scharf, kritisch und ehrlich. Poetische Erinnerungen und die Schatten der Vergangenheit stehen dabei der nachdenklichen Akzeptanz der eigenen Person gegenüber. In den neuen Songs spricht die Band über angespannte Freundschaften und die Schwierigkeiten, die allzu oft und allzu lange unausgesprochen bleiben – bis hin zum irreparablen Bruch.

Auch auf dieser Platte – erneut aufgenommen mit Hardcore-Legende und Defeater-Mitgründer Jay Maas – meistern Kali Masi die Balance zwischen Eindringlichkeit, Spannung und faszinierender, instrumenteller Harmonie. Das Ende eines jeden Songs entlässt uns in eine gespannte Erwartung, denn angenehm überraschend wechselt die Stimmung zwischen Lebendigkeit und Nachdenklichkeit.

Die zehn Tracks sind eine Reise durch das Chaos der Gefühle. Sie lassen uns einsam fühlen inmitten bekannter Gesichter. Sie lassen uns die qualvoll schlaflosen Nächte durchleben, die so oft eine Veränderung begleiten. Kraftvoll und mit Hingabe streben Kali Masi danach herauszufinden, wer wir eigentlich sind. Und uns dafür zu feiern. Lass dich von ‚[laughs]‘ mitreißen und löse die Schlingen, die dich einst zurückgehalten haben. Was auf dich wartet? Befreiung.“

Rock and Roll.

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