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Eine Empfehlung des Hauses: das erste Fink-Livealbum „Wheels Turn Beneath My Feet“ (+ Tourankündigung)


Ein einsamer Mann und seine Akustikgitarre – bereits tausendfach in Fußgängerzonen, auf Konzertbühnen und aus Lautsprechern gehört. Bei Fin Greenall aka. Fink hat es dennoch etwas für sich. Der aus dem englischen Bristol stammende Songwriter (unter anderem auch für und mit John Legend und Amy Winehouse), Gitarrist, Produzent und DJ bringt dieser Tage – nach fünf Studioalben (das letzte, „Perfect Darkness„, erschien 2011) – nun in Form von „Wheels Turn Beneath My Feet“ das erste Dokument seiner Live-Begabung auf den Markt.

Die Platte enthält dreizehn während seiner letzten Tour – welche ihn und seine Band auf über 20.000 Meilen in 14 Länder führte – in europäischen Städten wie London, Amsterdam, Kopenhagen, Paris, Wien, Prag und Lyon aufgenommene Songs (unter anderem auch den Mini-Hit „This Is The Thing“) und beweist auf wunderbare Weise, dass Finks Stimme auch ohne jegliche Studiospielereien nichts an Intensität einbüsst und es, abgesehen von dezenter Begleitung und einigen energetischeren Augenblicken dann und wann, eben oft nichts anderes braucht um große Momente zu erzeugen als: einen einsamen Mann und seine Akustikgitarre.

Hier die Tracklist von „Wheels Turn Beneath My Feet“:

1.  Biscuits (live from Amager Bio, Copenhagen)
2.  Perfect Darkness (live from Union Chapel, London)
3.  Fear Is Like Fire (live from Koko, London)
4.  Yesterday Was Hard On All Of Us (live from Paradiso, Amsterdam)
5.  Blueberry Pancakes (live from WUK, Vienna)
6.  Trouble’s What You’re In (live from Union Chapel, London)
7.  Berlin Sunrise (live from La Cigale, Paris)
8.  Warm Shadow (live from Epicerie Moderne, Lyon)
9.  Honesty (live from La Cigale, Paris)
10. Wheels (live from Paradiso, Amsterdam)
11. This Is The Thing (live from Paradiso, Amsterdam)
12. Sort Of Revolution (live from La Cigale, Paris)
13. Pretty Little Thing (live from Meetfactory, Prague)

 

Hier das live in London aufgenommene „Fear Is Like Fire“…

 

…das offizielle Video zu „This Is The Thing“…

 

…das offizielle Video zu „Sort Of Revolution“…

 

…sowie noch einige weitere Höreindrücke:

 

Wer den Mann und seiner Band gern selbst einmal live erleben möchte, der hat im November an folgenden Tagen und Orten Gelegenheit dazu:

Samstag, Nov 10 // Komplex 457, Zürich
Sonntag, Nov 11 // Muffathale, München
Dienstag, Nov 13 // Arena, Wien
Mittwoch, Nov 14 // Theaterfabrik, Leipzig
Donnerstag, Nov 15 // Klubu Stodoła, Warschau
Samstag, Nov 17 // Astra, Berlin
Sonntag, Nov 18 // Übel & Gefährlich, Hamburg

(den kompletten Tourneeplan gibt’s hier)

 

Rock and Roll.

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Kettcar live im Alten Schlachthof, Dresden, 1. März 2012: Von Kühen und Flüssen, Barry White und Erwartungen


„Das muss am Fluss liegen.“ Ob die gemeinsame Elbsozialisation nun der (einzige) von Bassist Reimer Bustorff ins Feld geworfene Grund für die konstant gute Stimmung während des Kettcar-Gastspiels im Dresdner Alten Schlachthof war, sein einmal dahin gestellt. Mir würden da noch einige mehr einfallen… Aber von Anfang an.

Zehn Jahre ist es nun her, dass die aus Marcus Wiebusch (Gesang, Gitarre), seinem jüngeren Bruder Lars Wiebsuch (Keyboard), Reimer Bustorff (Bass), Erik Langer (Gitarre) und Christian Hake (Schlagzeug, seit 2010 an Bord) bestehende Hamburger Band ihr erstes, viel beachtetes Album „Du und wieviel von deinen Freunden“ veröffentlicht und dafür mangels Interesse der Majorlabels ihr eigenes Label Grand Hotel Van Cleef gegründet hat (welches, neben Wiebusch und Bustorff, Thees Uhlmann als Co-Chef vorweist). Drei Studio- und ein Live-Album später ist nun vor kurzem „Zwischen den Runden„, welches ANEWFRIEND kürzlich als „Album der Woche“ würdigte, erschienen. Und natürlich haben zehn Jahre auch bei Kettcar einiges verändert. Die eigenen Familien haben sich vergrößert, die Haare sind lichter und die Bäuche fülliger als noch zu Zeiten, als die Jungs in Punk- und Ska-Bands wie …But Alive oder Rantanplan ihre Anfänge machten, aus dem Hobby Musik ist längst ein Full Time Job geworden, das Label läuft Dank einer Menge Enthusiasmus, Engagement und Liebe zum Detail bestens, im Feuilleton und in der Presse findet die Band mittlerweile mit jeder neuen Platte ausreichend Beachtung, das ZDF berichtete kürzlich gar vom Tourstart zum aktuellen Album.

Und auf eben jener Tour machten Kettcar am vergangenen Donnerstagabend Halt im gut gefüllten Dresdner Alten Schlachthof. Die norddeutsche Band Torpus & The Art Directors machten mit ihren an Mumford & Sons erinnernden Songs als Anheizer einen ordentlichen Job, das – offizielle – Debütalbum der Band soll in Kürze erscheinen. Um kurz nach 21 Uhr betraten dann Marcus Wiebusch & Co. die Bühne und eröffneten ihr 21 Lieder starkes und gut 90 Minuten langes Set mit „Rettung“, dem ersten Song ihres aktuellen Albums. Nachfolgend wurden alle Alben, vom Erstling „Du und wieviel von deinen Freunden“ über „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen„, das dezent zynisch gehaltene „Sylt“ bis hin zu „Zwischen den Runden“, berücksichtigt und auch viele Publikumsfavoriten wie „48 Stunden“, „Graceland“, „Balkon gegenüber“, „Ich danke der Academy“ oder eben dem „Mädchen-Song“ (Zitat Marcus Wiebusch) „Balu“ gespielt. Geschickt wurden ruhigere Songs wie das bewegende „Nach Süden“, „In deinen Armen“ oder „Am Tisch“ (in welchem Lars Wiebusch den Album-Gesangspart von Niels Frevert übernahm) ins die Setlist eingebaut und immer wieder zischen kaustischer und elektrischer Gitarre hin- und hergewechselt, ohne das dies den Fluss oder die Stimmung gestört hätte. Kettcar zeigten sich gewohnt spielfreudig und die beiden Vegetarier Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff überrascht, dass die Band während ihrer bundesweiten Tournee in so vielen „Schlachthöfen“ spiele, worauf sie spontan ein „Muh!“ aus dem Publikum ernteten. Während des Konzerts wurden immer mal wieder kurze Anekdoten zu den Songs oder kleine Spitzen hinsichtlich aktueller Plattenkritiken (wonach Wiebusch kürzlich als der „Barry White des Indiepop“ betitelt wurde) geliefert. Nach dem zweiten Zugabenblock und dem Klassiker „Landungsbrücken raus“ wurde das zufriedene Publikum in die milde Märznacht entlassen. „Ich danke der Academy und Standing Ovation.“ Habt ihr euch verdient, Jungs! Es ist schön zu sehen, dass Kettcar voll und ganz „bei sich angekommen“ sind und, ohne auf Erwartungshaltungen oder Sympathiepunkte zu schielen, nach wie vor nach ihrem Gusto agieren. Muss wohl am Fluss liegen…

Die Setlist könnt ihr hier sehen:

Bilder vom Konzert findet ihr unter anderem bei DNN.

Und hier noch einer meiner Favoriten vom aktuellen Album, welcher – wie ihr oben sehen könnt – auch gestern in Dresden gespielt wurde: „Schrilles, buntes Hamburg“.

Rock and Roll.

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Moritz Krämer und We Invented Paris live in der Scheune, Dresden, 14. Februar 2012 – oder: Wohlfühlvalentinstag


Es gibt durchaus einige gute Gründe, die eine gemeinsame Tour von Moritz Krämer und We Invented Paris (WIP) als logische Konsequenz erscheinen lassen: Beide haben im vergangenen Jahr ihre Debütalben veröffentlicht (Moritz Krämer sein „Wir können nix dafür“, zu welchem ihr hier mehr lesen könnt, und We Invented Paris ihren selbstbetitelten Erstling), die Musik ist in Aufbau, Wirkung und Herangehensweise gar nicht so unterschiedlich, beide wurden schon früh von „TV Noir“ entdeckt, empfohlen und unterstützt. Da wundert es kaum, dass der gemeinsame Konzertabend in der Dresdner Scheune unter eben jenem „TV Noir“-Banner stattfindet. Alles ist angerichtet für ein entspanntes Sitzplatzkonzert im gut geheizten und bis auf den letzten Platz gefüllten Saal und – Hallo, Gesamtkonzept! – in etwa so eingerichtet, wie man es von den Mitschnitten der regelmäßigen Konzertreihe aus dem Berliner Heimathafen kennt: eine Couch, eine Stehlampe, sogar ein in der Bühnenmitte hängendes Gemälde – nicht ohne Grund trägt die Sendung den Untertitel „Wohnzimmer der Songwriter“

Zur Wohnzimmer-Wohlfühlatmosphäre tragen auch alle Musiker während des gut zwei Stunden langen Konzertes bei. Es wird immer im Wechsel musiziert, manchmal – und vor allem gegen Ende – auch inmitten des Publikums und/oder gemeinsam. Der Wahlberliner Moritz Krämer macht mit „Hinterher“, einem Lied, welches mit ironischem Unterton Überlegungen über die eigene Beerdigung anstellt, den Anfang, das schweizerisch-deutsche Musikerkollektiv, welches an diesem Abend aus vier „Delegierten“ besteht, legt mit „Bubbletrees“ nach. Beinahe den kompletten Abend über werden die Stücke in akustischem Gewand dargeboten, was zur Wohlfühlatmosphäre beiträgt, aber nie langweilt, auch weil vor allem WIP-Frontmann Flavian Graber und der stets etwas positiv verpeilte Moritz Krämer bestens gelaunt und immer um Interaktion mit dem Publikum bemüht sind. Es wäre unnötig, hier alle gespielten Songs aufzuzählen, vielmehr bestätigten alle Musiker den positiven Eindruck, welchen sie bei ihren letzten Besuchen in Dresden (WIP bei ihrem Konzert im Ostpol im Oktober 2011, Moritz Krämer im Rahmen des Grand Fest Van Cleef im Dezember 2011) hinterlassen hatten. Sympathie-Punkte sammelt das Tour-Gespann außerdem für sein soziales Engagement: Bei jedem Konzert der Tour wird ein Zuschauer bzw. eine Zuschauerin (wie in Dresden der Fall) gebeten, während des Auftrittes ein Bild auf einer bereitstehenden Staffelei (samt Leinwand und Farben) zu malen, welches am Konzertende versteigert wird. Die Einnahmen sollen am Tourende einer Peruanischen Bauernfamilie in Form einer Kuh zukommen – eine „Kuh für Peru“, sozusagen (mehr Infos findet ihr hier)… Und vor allem WIP sind eine Band, welche – für mich – vor allem live und auf der Bühne funktioniert. Zwar kann man das Debütalbum als durchaus gelungen bezeichnen, doch gerade Songs wie „Iceberg“, „The Bunker“, „A View That Almost Kills“ oder das fantastische „Nothing To Say“ entwickeln auf auf der Bühne eine Strahlkraft und Dynamik, welche sich kaum in klinischer Studioatmosphäre reproduzieren lässt. Moritz Krämer hat es da als Solokünstler, der live wie auf Platte selten mehr braucht als eine Gitarre, um einiges einfacher…

Nach mehreren Zugaben – unter anderem einem von Graber solo dargebotenen A Cappella-Radiohead-Cover von „Idioteque“ und dem älteren Moritz Krämer-Stück „Gudann“, bei dem nach und nach alle Musiker die Bühne verließen – war der Wohlfühlvalentinestag mit den Gastgebern Moritz Krämer und We Invented Paris beendet. War schön, Jungs. Bald wieder? Gern!

Hier wieder ein paar optische Konzertimpressionen…

(alle Fotos: ANEWFRIEND)

 

…und bewegte Hörproben von Auftritten bei „TV Noir“:

 

 

 

Rock and Roll.

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