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Song des Tages: Thees Uhlmann – „Club 27“


Foto: Benne Ochs

Pop und Literatur – beides gehört für Rockmusiker Thees Uhlmann und Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre schon lange zusammen.

Überhaupt verbindet Uhlmann und Stuckrad-Barre so einiges, sodass es schon verwundert, dass sich ihre künstlerischen Wege – mal abgesehen von einem gemeinsamen Interview mit dem „Musikexpress“ vor ein paar Jahren – nicht eher gekreuzt haben: beide sind 46 Jahre jung, beide stammen aus Norddeutschland und leben seit einiger Zeit im wuseligen Berlin. Beide verbindet ein gemeinsames Interesse für Musik (etwa der von Oasis, Udo Lindenberg oder Die Toten Hosen), welches das bewahrte Kind im Manne manches Mal zu Lobeshymnen hinreißen mag. Und da der ehemalige Tomte-Frontmann Uhlmann – abseits seiner feinen Solo-Alben (zuletzt 2019 „Junkies und Scientologen„) – seit 2015 und seinem erfolgreichen Roman-Debüt „Sophia, der Tod und ich“ nun immer öfter unter Literaten unterwegs ist, besteht mittlerweile auch beruflich eine Schnittmenge zu dem sich seit den späten Neunzigern in aller Feuilleton-Munde befindlichen Schriftsteller, Journalisten und Moderator Stuckrad-Barre („Soloalbum“, „Panikherz“, zuletzt „Alle sind so ernst geworden“ mit dem Schweizer Erfolgsautor Martin Suter).

Nun erscheint heute – wohl nicht ganz zufällig am 27. Todestag von Kurt Cobain – der gemeinsame Song „Club 27“ als digitale Uhlmann-Single, deren Text aus der Feder von Stuckrad-Barre stammt und die mit einer guten Messerspitze an Ironie im Gitarrenkoffer ein traurig-makabres Phänomen behandelt: den frühen Drogentod von Musik-Ikonen. Und während prominente Mitglieder des sogenannten „Club 27“ wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Brian Jones, Amy Winehouse oder eben Kurt Cobain, die alle mit nur 27 Jahren starben, in dem Stück nicht namentlich genannt werden, weiß wohl jeder Musikfreund, wer gemeint sein wird.

„Ein Musikvideo mit den beiden wird auch demnächst erscheinen“, wie das Label mitteilt.

Toll sind auch die Zeilen, welche „Rolling Stone“-Autor Arne Willander zur Veröffentlichung verfasst hat:

Es ist ein ziemlich exklusives und ziemlich makabres Etablissement, dieser „Club 27“. Zu den Mitgliedern gehören Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Brian Jones und Amy Winehouse. Und, natürlich, Kurt Cobain, der sich vor 27 Jahren im Alter von 27 Jahren erschoss: Der alte Junge in der struppigen Strickjacke, der beim „Unplugged“-Konzert von Nirvana 1993 zwischen Blumen und Kandelabern seine eigene Totenmesse las: „Jesus Doesn’t Want Me For A Sunbeam“.

„In der Bar jenseits der Schmerzen / brennen 27 Kerzen“, heißt es nun in „Club 27“, einem Song darüber, wie es ist, wenn man nicht hineinkommt in diesen Club, weil man überlebt hat – denn „da kommst du nur rein / wenn du zu früh gehst“.

Nicht rein-, also noch einmal davongekommen: Der Musiker Robin Grubert und sein Freund Benjamin von Stuckrad-Barre haben dieses Lied vor einigen Jahren geschrieben, im Garten des Hotels Sunset Marquis; tagsüber, wohlgemerkt. Ist doch das Sunset Marquis eher berühmt für dort verbrachte Nächte, in jedem Fall für das Dunkle. Es ist eines jener Hotels in Los Angeles, aus denen man jederzeit auschecken, die man aber nicht verlassen kann. Dave Gahan erlitt dort einen zweiminütigen Herzstillstand, als er 34 war – mithin zu alt für den Club 27.

Doch als Grubert und Stuckrad-Barre nun dieses Lied schrieben, war es ganz hell, der Pool war hellblau, die Blumen bunt, der Himmel eine gleißende Unverschämtheit. Ein paar Tage später zog Stuckrad-Barre in ein anderes legendäres Hotel, das Chateau Marmont, nur ein paar hundert Meter den Sonnenuntergangsboulevard hinauf, und begann mit dem Schreiben von „Panikherz“, dem Buch, das seine beharrlichen Bewerbungsversuche auf Clubmitgliedschaft verhandelt.

„Too old to die young / sprach der Sensenmann“ – ja, es gab Zeiten, da Robin Grubert und Benjamin von Stuckrad-Barre nah dran waren, in den Club 27 (oder wenigstens 28, 29, 30 ff.) aufgenommen zu werden. Obwohl sie natürlich keinem Club beitreten würden, der sie akzeptiert. Aber sie haben überlebt – und folglich manches zu erzählen: „Ich sag, ok, da komm‘ ich wohl zu spät“.

Sänger des Songs ist Thees Uhlmann, bei dem man nicht weiß, ob seine heitere Traurigkeit noch Hedonismus oder schon Fatalismus ist. Er singt dieses Lied zum Gitarren-Twang mit Bruce Springsteens Bravado und Udo Lindenbergs Schnoddrigkeit: „Manchmal dachte ich, jetzt ist bald Schluss / Und dann sitze ich im letzten Bus / Zum Club 27 / in die Bar, die niemals schläft / In die Jukebox wirft man Träume / und der ganze Laden schwebt“. Thees Uhlmann, Rock‘n‘Roller und Erzähler, der Mann für gewisse Blaue Stunden kurz vorm Morgengrauen. Man hört ihn dieses Lied singen und begreift: Es ist (auch) seins.

„Club 27“ handelt von dem, nun: Mythos – und von einem realen Ort. Von vielen realen Orten. Denn mit Clubs und wie man hineinkommt kennen sich Uhlmann, Grubert und Stuckrad-Barre aus.Und manchmal ist es gut, wenn es eine geschlossene Gesellschaft ist: „Tränen, Mythos und Musik / ist das, was irdisch übrig blieb“.

(Arne Willander)

Rock and Roll.

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Song des Tages: Thees Uhlmann – „Avicii“


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Flirrende Arpeggio-Gitarren, Uptempo-Schlagzeug, zum Refrain hin dezent verzerrter Indierock-Sound – „Avicii“ ist vermutlich einer der zackigeren Songs des kommenden Thees Uhlmann-Albums „Junkies und Scientologen„. Inhaltlich offenbart der selten um einen krummen Witz verlegene Musiker und „Sophia, der Tod und ich“-Autor hier seine – wer hätte gerade das vermutet – Liebe zum 2018 mit nur 28 Jahren verstorbenen schwedischen Electro-DJ Avicii, Textzeilen wie „Avicii, Avicii / Was machst du in Oman? / Deine Mutter macht sich Sorgen / Und ich denke ‚Oh man'“ spielen auf den Sterbeort des jungen Musikers an, „Du warst die neuen Abba“ singt Uhlmann dann, während er Avicii an der Theke gedenkt. Später zementiert er seine Leidenschaft für den Verstorbenen: „Avicii, Kunst wird nicht schlecht, nur weil das Viele hören“, heißt es da, und: „Wie oft hab ich zu dir gesagt / ‚Den finde ich toll.'“

Das Video von Andreas Hornoff und Ingo Pertramer lässt Thees Uhlmann (musikalische) Erinnerungsstücke aus vergangenen Jahrzehnten präsentieren – und unterstreicht damit noch einmal die Wärme und das Mitgefühl, mit dem der ehemalige Tomte-Frontmann dem tragischen Schicksal des von ihm geschätzten Tim „Avicii“ Bergling hier begegnet.

„Avicii“ ist bereits die zweite Vorab-Single des am 20. September erscheinenden neuen Uhlmann-Albums „Junkies und Scientologen“. Vor knapp einem Monat hatten bereits der Song „Fünf Jahre nicht gesungen“ sowie das zugehörige Video Uhlmanns Comeback nach einer längeren Zeit ohne große musikalische Aktivitäten eingeläutet…

aviciiUhlo zu „Avicii“ via Facebook:

„Mein Freund Christoph fragte mich, als er den Song das erste Mal hörte: ‚Meinst Du das ironisch?‘ und ich meinte:

‚Nein, Christoph! Ich meine das ernst. Ich habe den geliebt. Es ist so traurig. Warum kommt es manchmal so, wie es kommt? Warum kann manchmal keiner helfen? Wie kommen wir durch? Wie bleiben wir stark und sanft?‘

Und dann hat Christoph gesagt: ‚Ich hab nichts anderes von dir erwartet. Ich hab mich nur kurz gewundert.‘

Immer weiter singen. Immer weiter Kunst.

Avicii war der Geilste! Wie gerne ich das nachts in der Küche höre!
– Das beste Gitarrenriff der letzten 5 Jahre ist von uns! (Welches ist besser? In die Kommentare! Das Battle ist on!)
– Video ist von Horni (80% – Unit Haupstadt) und Fotoingo (25% – Unit Wien)
– Ich wollte ‚OMAN‘ und ‚OH MAN‘ genau gleich singen. Rudi Meier und Simon Frontzek haben das verhindert. Mit Fäusten! Mit Recht!
– Hat jemand die Star Wars-Vans aus dem Video noch mal in neu? Schuhgröße 41-45 reicht.
– Ja, das ist ein John F. Kennedy Teppich. Ich weiß. Ich finde es genau so geil.“

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Thees Uhlmann – „Fünf Jahre nicht gesungen“


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Uhlo ist back! Satte sechs Jahre nach dem zweiten Solowerk „#2“ hat Thees Uhlmann (s)einen neuen Song „Fünf Jahre nicht gesungen“ veröffentlicht und gibt damit einen ersten musikalischen Vorgeschmack auf sein vor kurzem angekündigtes drittes Album „Junkies und Scientologen“, welches am 20. September – natürlich beim heimischen Grand Hotel Van Cleef – erscheinen wird (und in der Box-Set-Variante – nebst Vinyl sowie etlichen Gimmicks – wahlweise auch eine Bonus-Platte mit „8 unveröffentlichten deutschsprachigen Coverversionen“ enthält).

funf-jahre-nicht-gesungen.jpg„Fünf Jahre nicht gesungen“ nun beginnt mit einem hart angeschlagenen Keyboard, dessen Rhythmus verdammt an Foreigners „Cold As Ice“ erinnert – schon der Pressetext warnt davor, dass das aber auf die falsche Fährte führt. Wenn Uhlmanns unverkennbarer Gesang, der seit jeher die Lager spaltet, einsetzt, wird das viereinhalbminütige Stück in der Tat zum vertraut umarmenden Liedermacher-Indierock Uhlmann’scher Bauart. Im Text reflektiert der ehemalige Tomte-Frontmann und Jetzt-auch-Romanautor (das tatsächlich tolle „Sophia, der Tod und ich“ erschien 2015) die vergangenen paar (turbulenten) Jahre seines Lebens und stellt in Passagen wie „Und dann kam Silvester und mir wurde klar / Wenn der Sommer beginnt stirbt ein weiteres Jahr“ fest, wie vergänglich und schnell wandelbar alles ist.

Die Idee dazu kam dem Vertreter der Hamburger Schule nach eigener Aussage, als ihm im vergangenen Jahr klar wurde, dass er seit fünf Jahre keine neuen Songs geschrieben hatte und lange nicht mehr vor Publikum musizierte: „Wobei aus fünf Jahren ja schon fast sechs geworden sind, aber vor einem Jahr habe ich eben darüber nachgedacht, warum mir seit fünf Jahren nichts mehr eingefallen ist. Von daher mögen mir die Mathelehrer verzeihen, wie sie mir schon so viel verziehen haben.“ Der 45-jährige Wahl-Berliner empfiehlt augenzwinkernd: „Wenn Sie schlechte Laune haben, dann wird das genau Ihr Song sein. Und wenn Sie gute Laune haben, dann werden Sie sich freuen, wie schön es ist, keine schlechte Laune zu haben, aber auch gut, wenn bei den anderen so ein Song dabei raus kommt. So ist das eben. Das Leben ist kein Highway, es ist die B73!“

Und schon wird einem klar, wie sehr der ebenso trockene wie fein austarierte norddeutsche Humor des bekennenden St.-Pauli-Fans in den letzten Jahren gefehlt hat – dem tut die einmal mehr seeeehr spezielle Tracklist von „Junkies und Scientologen“ freilich keinen Abbruch:

01. Fünf Jahre nicht gesungen
02. Danke für die Angst
03. Avicii
04. Was wird aus Hannover
05. 100.000 Songs
06. Ich bin der Fahrer, der die Frauen nach Hip Hop Videodrehs nach Hause fährt
07. Junkies und Scientologen
08. Katy Grayson Perry
09. Menschen ohne Angst wissen nicht, wie man singt
10. Ein Satellit sendet leise
11. Die Welt ist unser Feld
12. Immer wenn ich an dich denke, stirbt etwas in mir

 

 

Im August, September und Dezember sind Thees Uhlmann und Band denn auch auf ausgedehnter Tour:

03.08. Hamburg, Theaterschiff (solo, ausverkauft)
13.08. Reutlingen, Franz.K
14.08. Worpswede, Music Hall
15.08. DK – Rømø, Cruise van Cleef (ausverkauft)
16.08. Kassel, Kulturzelt
17.08. Grosspösna, Highfield Festival
23.08. Essen, Zeche Carl Open Air

25.09. Rostock, Mau Club
26.09. Cottbus, Glad-House
27.09. Hamburg, Große Freiheit 36 (ausverkauft)
28.09. Berlin, Lido (ausverkauft)
29.09. München, Ampere (ausverkauft)
30.09. Köln, Stadtgarten (ausverkauft)

06.12. A – Wien, Gasometer
07.12. München, Tonhalle
08.12. Saarbrücken, Garage
10.12. Erlangen, Heinrich Lades Halle
11.12. Dortmund, FZW
12.12. Wiesbaden, Schlachthof
13.12. Stuttgart, LKA Longhorn
14.12. Berlin, Columbiahalle
16.12. Hannover, Capitol
17.12. Hamburg, Große Freiheit 36
18.12. Hamburg, Große Freiheit 36
19.12. Bielefeld, Lokschuppen
20.12. Bremen, Pier 2
21.12. Köln, Palladium

 

Rock and Roll.

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Traurige Musik rettet Leben.


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(gefunden bei Facebook)

 

…oder wie Tomte einst sangen: Nichts ist so schön auf der Welt wie betrunken traurige Musik zu hören. Das unterschreibe ich natürlich sofort. Wer’s nicht versteht, der soll ruhig weiter seinen seelenlosen Techno-meets-R’n’B-Kram hören…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tomte – „Füll deine Lungen mit Feuer“


Tomte 2008

Oktober 2008. Ich hatte vor wenigen Monaten meinen zeitweiligen Wohnsitz in die spanische Hauptstadt verlegt. Dass Madrid in eben jenem Jahr, in dessen langem, heißem Sommer über Monate hinweg nicht ein Tropfen Regen fiel, neben vielen Sonnenplätzen auch so einige Schattenseiten zu bieten hatte, und vor allem mein Stadtteil Lavapiés neben einigem Multimulti (so schaute ich Tag für Tag aus meinem Balkonfenster auf einen Afrika-Shop auf der anderen Straßenseite, vor dem es sich tagtäglich einige Männer in langen, weiten Kaftanen gemütlich machten, sich schon morgens in ihre lautstarken Gespräche vertieften und von da an bis zum frühen Abend nicht abzurücken schienen) – trotz der Nähe zum Stadtzentrum – auch seinem Ruf als einer der kriminellsten Orte der spanischen Drei-Millionen-Einwohner-Metropole bestätigen sollte, musste ich nicht lang nach meiner Ankunft am eigenen Leib erfahren, als Einbrecher mitten in der Nacht über den Balkon in mein Zimmer einstiegen und so Einiges an Wert mitgehen ließen – und was während ich mich schlafend im Zimmer befand (und trotzdem im Nachgang an nichts erinnern konnte)… Verbucht unter: Erfahrungswert No. 271, auch bei heißen spanischen Sommernächten stets die Balkontür verschlossen halten, bitte!

HeurekaEine der schönsten Erinnerungen an jene Zeit – und das waren, damit wir uns nicht falsch verstehen, so einige! – habe ich an den 10. Oktober vor gut sechs Jahren. An diesem Tag war gerade eben „Heureka„, das fünfte Album der Hamburger Indiejungs von Tomte, frisch erschienen – ein Album, dessen Veröffentlichung ich schon über Monate hinweg herbeigesehnt hatte. Dank iTunes Store konnte ich mir das damals neuste – und bis heute letzte – Werk der Band um Frontmann Thees Uhlmann auch fernab der Heimat aufs digitale Abspielgerät laden. Ich nahm meinen iPod, trat hinaus in einen goldenen, sonnig-warmen Herbst und lief von Lavapiés – obwohl ich auch gut und gern die gelbe Metro-Linie No. 3 hätte nehmen können – bis zur Puerta del Sol, durchs stets geschäftige und vor allem von Touristen bevölkerte Zentrum, dann bis zum Königspalast und wieder zurück – in meinen Gehörgängen die gute Stunde neuer Tomte-Songs auf Repeat. Wenn ich heute zurückdenke, dann kommt mir neben dem ebenso großen wie Gänsehaut erzeugend tief gehenden „Wie sieht’s aus in Hamburg?„, bei dessen Thees Uhlmann-Zeile „Und alle zwanzig Minuten denkst du an Elliott Smith“ ich mich von einem Moment zum nächsten so verstanden und aufgehoben gefühlt habe wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr, vor allem „Füll deine Lungen mit Feuer„, welches als B-Seite der ersten Album-Single „Der letzte große Wal“ bereits einige Wochen früher erschienen war, in den Sinn. Mag es am am Ende der knapp vier Minuten feinst rockig-derb zupackenden Finale des Songs liegen. Oder aber an der Zeile „Ich bewahre alles auf was du berührst“, in der so viel Nostalgie, Liebe und Hoffnung auf das Gute in uns allen steckt, dass das Stück davon beinahe überbordet. Freilich, Thees Uhlmann läuft bekanntlich ständig Gefahr, seinen Pathos wie ein großes Transparent vor sich herzutragen – ob nun bei Tomte oder mittlerweile auf seinen zwei bislang veröffentlichten Solowerken. Aber wer wie ich einer guten Prise pathetischem Lebensgefühl nie ganz abgeneigt ist, für den sind Momente wie diese eine Wonne. Noch heute ist „Heureka“ – wohl vor allem dieser sonnenbeschienen Augenblicke in Madrid wegen, an denen ich die Platte zum ersten Mal hörte und auch allen durchwachsenen Plattenkritiken zum Trotz – mein liebstes Tomte-Album, das ab und an noch – ob nun in Einzelstücken oder als Ganzes – in meine Playlist wandert und wohl auf ewig einen Platz in meinem Hörerherzen sicher hat. Ach, Madrid…

 

Da YouTube und Co. einem bei der Suche nach „Füll deine Lungen mit Feuer“ den eiskalten Mittelfinger mit „Gibt’s nicht!“-Tattoo zeigen, müsst ihr an dieser Stelle leider ohne eine direkte Einbindung auskommen. Gehört werden kann die B-Seite zur „Der letzte große Wal“-Single jedoch via Spotify oder bei bop.fm.

 

„Füll‘ deine Lungen mit Feuer
Spuck‘ das Feuer in die Welt
Ich erklär‘ dir alles mit E-Moll und C
Du zählst die Tage
Und die Anderen zählen das Geld

Ich bewahre alles auf was du berührst
Ich bewahre alles auf was du berührst

Gib den Sachen einen Namen, der was taugt
Und wertschätze die Dinge auf die du baust
Du lebst wie ein Amboss
Und warum zittert dein Kinn?
Ich bin das, was ich sage
ich bin das, was ich bin

Ich bewahre alles auf was du berührst…“

 

Rock and Roll.

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Zitat des Tages


Thees Uhlmann

 

„Es macht keinen Sinn, in der Hölle zu schreien: ‚Es gibt keinen Gott!'“

 

(Thees Uhlmann über Optimismus und Pessimismus bei „Bauernfeind„)

 

Rock and Roll.

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