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Song des Tages: Denzel Curry – „Bulls On Parade“


DENZEL-CURRY

Freunden von Rage Against The Machine dürfte Denzel Curry mutmaßlich nicht unbedingt etwas sagen, schließlich hat sich 24-jährige Rapper aus Carol Bay, Florida bislang eher im Hip Hop einen Namen gemacht, zuletzt im vergangenen Jahr mit seinem dritten Album „TA13OO„.

Für die Cover-Song-Reihe „Like A Version“ des australischen (Online-)Radiosenders Triple J jedoch wagte sich Curry deutlich in den von Rage Against Machine bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2000 (die Live-Reunion 2007 lassen wir, da es – und das ausgerechnet bei dieser Band! – des schnöden Mammons wegen geschah, mal unter den revolutionären Planungstisch fallen) so unnachahmlich beschrittenen Crossover-Raprock vor: Mit Begleitband spielt er dort den RATM-Klassiker „Bulls On Parade“ von deren zweitem, 1996 erschienenen Album „Evil Empire“ – und liefert tatsächlich eine äußerst spektakuläre Version ab!

Die Studio-Band zieht das Tempo nochmal leicht an, hält sich ansonsten aber eng ans allseits bekannte Original, während Curry mit seinem ekstatischen Brüllen wohl selbst so manchen Metalband-Shouter in die Tasche steckt (und dem nicht eben alltäglichen Sprechgesangsstil von RATM-Fronter Zack de la Rocha alle Ehre erweist). Während des Gitarrensolos fügt er dann eine dritte, sich überraschend organisch in den heftigen Track integrierende Strophe hinzu, welche wiederum aus seinem Song „Sirens | Z1renz“ vom aktuellen Albums stammt, und in der unter anderem auch Donald Trump sein Fett weg bekommt. Amtlich. Phat.

 

 

Rock and Roll.

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Das Album der Woche


Bruce Springsteen – High Hopes (2014)

bruce springsteen - high hopes (cover)-erschienen bei Columbia/Sony-

„Ach, es ist doch ein Kreuz! Man(n) kann es eben nicht allen recht machen…“ Dieser Ausspruch wird dem „kleinen Mann“ am Fließband der Bochumer Opel-Werke wohl ebenso dann und wann über die Lippen kommen wie einem erfolgsverwöhnten Sportmillionär wie Franck Ribéry – den einen tadelt der Schichtleiter für vermeintlich schlechte Produktionszahlen, der andere darf den für die „Weltfußballer 2014“-Trophäe auf dem häuslichen Kamin freigeräumten Platz nun erst einmal anderweitig ausfüllen… Irgendwo zwischen Alltagsnöten und Luxuspetitessen ordnet sich auch Bruce Springsteen ein.

BruceSpringsteenHighHopesZugegeben: Würde sich der mittlerweile 64-jährige Musiker je über sein Leben beschweren, so wäre es in der Tat Jammerei auf sehr hohem Niveau. Im Jahr 2014 kann Bruce Frederick Joseph Springsteen auf eine Weltkarriere zurückblicken, die einen einstmals rebellischen Herumtreiber aus Freehold, New Jersey zig Male rund um die Welt spülte, ihn in den größten Stadien und Arenen auftreten ließ, während ebenso Staatsmänner wie Filmstars und Musikerkollegen zu seinen treuen Fans zählen wie – aufgepasst, das Phrasenschwein bekommt Kilometergeld! – der „einfache Mann“ mit 9-to-5-Job oder die Supermarktkassiererin von Kasse drei. Keine Frage: Springsteen emotionalisiert, Springsteen verbindet. Und so liegen sich bei seinen – freilich oftmals ausverkauften – Konzerten Menschen mit selig glänzenden Augen in den Armen, die im „wahren Leben“ wohl so niemals zusammen gefunden hätten, prosten sich Börsenhaie und Anarcho-Irokesen bierselig grinsend zu. Doch während der „Boss“ und seine famose E Street Band gerade live und auf den Bühnen dieser Welt eine echte Bank sind und mit dem Alter sogar noch qualitativ zuzulegen scheinen (der Mann spielte auf der kürzlich beendeten „Wrecking ball“-Tour in finnischen Helsinki mit schlappen vier Stunden und sechs Minuten gar das bislang längste Konzert seiner Karriere!), nehmen seine Studioalben eine ganz andere Marschrichtung. Wobei… Auch hier setzt der Erbsenzähler den kritischen Rotstift freilich an einem verdammt hohen Punkt an, denn wer die jüngsten Veröffentlichungen Springtsteens mit über (beinahe) jeglichen Zweifel erhabenen Klassikern wie „Born To Run“ (1975), „The Wild, The Innocent & The E Street Shuffle“ (1973), „Darkness On The Edge Of Town“ (1978) oder „The River“ (1980) vergleicht, geht ganz klar ein hohes Wagnis ein. Dennoch: All diese Diskografie-Meilensteine liegen lange zurück, und vieles, was danach kam (das dunkle, mehr als zwanzig Jahre umspannende Soloalbumtrio aus „Nebraska„, „The Ghost Of Tom Joad“ und „Devils & Dust“ mal außen vor), geriet in der Tat zum qualitativen Tanz auf der Rasierklinge. Ganz gleich, ob nun auf Alben wie „The Rising“ (2002), „Magic“ (2007) oder (vor allem) „Working On A Dream“ (2009) – viele der Songs wären auf den einstigen Studiogroßtaten der Siebziger wohl dem kritischen Schnittmesser des Rockmusikers zum Opfer gefallen. Da war die Erleichterung nach den ersten Hördurchgängen des bislang letzten, 2012 erschienenen „Wrecking Ball“ umso größer, bewies Springsteen doch selbst seinen schärfsten Kritikern, dass er es nach all den mediokren Jahren auch auf Albumlänge noch drauf hat! Die elf Stücke klangen frisch und unverbraucht, interessant und – im besten Sinne – rockig, während der „Boss“ zwischen den Zeilen Studioneuland betrat und sich muskelgestählt und pathosbeladen von seiner wohl besten Seite präsentierte. Doch selbst dieses Album konnte keinesfalls darüber hinweg täuschen, dass Bruce Springsteen und seine so wichtige Haus-und-Hofkapelle, die E Street Band, vor allem – und zumeist ausschließlich – auf den Konzertbühnen ein Erlebnis sind, denn erst dort finden seine Songs den Raum, um sich zu entfalten, die Energie elektrifizierter Gitarren zu atmen und zu wirken. Das liest sich vielleicht abgedroschen nach kopierter Null-Acht-Fünfzehn-Schreibe, ist jedoch einfach so…

bruce springsteen

Nun also stellt Bruce Springsteen mit „High Hopes“ sein mittlerweile 18. Studioalbum in die Regale. Und: Er betritt damit erneutes Neuland. Denn zum ersten Mal in seiner mehr als vierzigjährigen Karriere ist eine seiner Platten, vom 2010 erschienenen „The Promise„, welches viele teils hervorragende Outtakes der „Darkness On The Edge Of Town“-Sessions versammelt, ist eine seiner Platten komplett aus liegengebliebenen Albumüberbleibseln, Neuaufnahmen und Coverversionen aufgebaut. Und: Der oscarprämierte zwanzigfache Grammy-Gewinner nahm die zwölf Stücke nicht etwa als wohlverdiente Pause zwischen zwei Schaukelstuhlmußestunden auf der heimischen Veranda in New Jersey auf, sondern in mehreren kurzen Auszeiten seiner „Wrecking Ball“-Welttournee und irgendwo zwischen Australien, New Jersey, Atlanta, New York City und Nashville. Vom Personal her dürfte dem kundigen Musikfreund die größte Überraschung von „High Hopes“ bereits beim Lesen der Trackliste entgegen springen, vertritt doch bei gut der Hälfte der Songs niemand Geringeres als der ehemalige Rage Against The Machine-Gitarrist und erklärte Springsteen-Bewunderer Tom Morello den eigentlichen E Street Band-Saitenschwinger Steven Van Zandt, der während der Australienkonzerte und Albumaufnahmen für die norwegische (!) TV-Serie „Lillyhammer“ vor der Kamera stand. Da kann man es denn schonmal mit der Angst bekommen, mindestens jedoch gespannt sein: Würden Morello und seine ganz eigene, unverkennbare Art des Gitarrenspiels Springsteens Songs einen ähnlich fiesen „Wah Wah“-Effekt verleihen wie noch zu seligen Rage Against The Machine-Zeiten, ihnen gar die Luft abschneiden? Nun, das komplette Gegenteil ist der Fall! Oder, anders ausgedrückt: Die Stücke, an denen Morello beteiligt ist, zählen zu den wohl gelungensten auf „High Hopes“…

Den Anfang macht die Neuaufnahme des Tielsongs, welcher Fans als Havalinas-Cover bereits von der 1995 veröffentlichten „Blood Brothers EP“ bekannt sein dürfte. „Give me love, give me peace / Don’t you know these days you pay for everything? Got high hopes“ – zu Max Weinbergs ausgefuchst vorwärts drängendem Schlagzeug, Morellos furchenden Gitarren und jubilierenden Bläsersätzen gelingt der Einstieg. Auch das Gaunerlied „Harry’s Place“, ein Überrest der mehr als zehn Jahre zurückliegenden „The Rising“-Sessions, legt sich stoisch in die Gehörgänge und bietet ein wohl letztes Mal das unnachahmliche Saxophon des 2011 verstorbenen E Street Band-Gründungsmitglieds Clarence „Big Man“ Clemons auf. Dass die live längst zu Favoriten und Klassikern avancierten „American Skin (41 Shots)“ und „The Ghost Of Tom Joad“ ebenfalls aufhorchen lassen, darf vor allem auf Tom Morellos Habenseite notiert werden. Ersteres Stück feierte als bewegende Breitwandballade, in welcher Springsteen die Ermordung des Farbigen Amadou Diallo durch New Yorker Polizisten im Jahr 1999 thematisiert, vor 13 Jahren auf dem Livealbum „Live in New York City“ seine Premiere, zweiteres schlägt mit Outlaw-Gesinnung und Robin Hood-Mentalität in eine ähnliche Kerbe, macht jedoch in seiner Neuinterpretation eine wahre Einhundertachtziggradkehrtwende durch. Denn anders als der 1995 auf dem gleichnamigen Album veröffentlichte Evergreen kommt „The Ghost Of Tom Joad“ im Jahr 2014 nicht als einsame Lagerfeuererzählung eines Lonesome Cowboy um die Ecke, sondern als lärmende Siebeneinhalbminutenwalze, die mit ihren keifenden Gitarren noch am ehesten an die dreizehn Jahre zurück liegende Coverversion von Rage Against The Machine erinnert – kein Wunder, schließlich war Tom Morello auch da nicht ganz unbeteiligt… Auch andere Songs gelingen: „Down In The Hole“ trägt mit Orgel und Banjo den schleppenden, mit etwas Irish Folk angereicherten Balladengeist von „I’m On Fire“ aus den achtziger Jahren fort, „Frankie Fell In Love“ macht Spaß wie einst zu Zeiten von „The River“. Was sich Springsteen jedoch beim Dudelsack-Erweckungsstück „This Is Your Sword“, dem leider recht egalen The Saints-Cover „Just Like Fire Would“, dem im Studiogewand einfach zu gewollt agierenden Gospelrocker „Heaven’s Wall“ („Raise your hand, raise your hand, raise your hand / And together we’ll walk into Canaan land“) oder der verkappten Filmmusik „Hunter Of Invisible Game“ gedacht hat, wird wohl nur er so genau wissen… Zum Glück reißt das großartige „The Wall“, das der „Boss“ 1998 nach einem Besuch des Monuments für die im Vietnamkrieg getöteten Soldaten in Washington, D. C. schrieb, das Ruder noch einmal herum. Mehr noch: Der Song rührt zu Akustikgitarre und dem Akkordeon des vor fünf Jahren verstorbenen E Street-Bandkumpans Danny Federici als samtweiches Requiem für Walter Cichon, einen Rocker von der Jersey-Küste, der nie aus dem Vietnamkrieg zurück kehrte, wahrlich zu Tränen. Wäre „Dream Baby Dream“, Springsteens Studioversion eines Songs der Protopunker Suicide gelungen, so hätte es auch nach dem großen „The Wall“ einen angemessenen Schlusspunkt setzten können. Leider verliert die 2014er Variante den internen Vergleich gegen Springsteens Schlusslied vieler Konzerte seiner 2005er Solotournee, bei welchem er dem Stück ein Vielfaches mehr an Intensität verlieh. Schade.

Springsteen und Morello live, 2009

Springsteen und Morello live, 2009

Insgesamt ist Bruce Springsteen und Band auch mit „High Hopes“ ein solides Album gelungen, das bestenfalls viele Qualitäten des Rockmusikers – vom pathetisch Mitreißenden bis hin zum Wachrüttler und Mahner – auf sich vereint, jedoch auch – und dies wohl mehr denn je – die Grenzen Springsteens im klinischen Studiooutfit aufweist (der fehlende Bühnenboden zur energiegeladenen freien Entfaltung der Stücke, wie weiter oben erwähnt). Natürlich hatte er auch diesmal mit Ron Aniello ein erfahrenes Produzentenass im Ärmel seines hautengen Denim-Arbeiterklassehemdes. Doch angesichts der sich geradezu aufdrängenden Ahnung, sich mit eben jenen Regelschiebern (da darf auch gern Brendan O’Brien hinzugezählt werden) in eine kreativen Sackgasse manövriert zu haben, wird wohl schon bald der Ruf nach etwas mehr Mut zum Wagnis lauter werden. Denn auch – oder gerade? – Bruce Springsteen, dieser sympathisch rockende Kontrollfreak, emsige Arbeiter und E Street-Bandleader, weiß, dass sein Alterswerk wohl gleich um die Ecke warten kann, während sich die Zeit keine Freunde macht. Immerhin: das Feuer, es brennt noch. Hohe Funken sprüht „High Hopes“ jedoch nur mit Anstrichen. Oder wie es sueddeutsche.de formuliert: „Es ist das Ding, das ihm auf halber Strecke hinten vom Truck gefallen ist.“

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(Übrigens: Der Erstausgabe von „High Hopes“ liegt für einen geringen Aufpreis eine Bonus DVD mit dem Mitschnitt der Live-Aufführung des kompletten „Born In The U.S.A.“-Albums im Rahmen der Springsteen-Show beim letztjährigen „Hard Rock Calling“-Open-Air in London bei… Zugreifen lohnt sich also.)

 

Hier gibt’s mit „High Hopes“…

 

…und „Dream Baby Dream“ die Musikvideos zum Eröffnungs- und Abschlussstück des neuen Springsteen-Albums als Musikvideos…

 

…sowie eine Live-Version von „The Ghost Of Tom Joad“, für welche sich der „Boss“ ebenfalls die saitenschwingende Hilfe von Tom Morello auf die Bühne holte:

 

Und alle jene, die’s ganz genau wissen möchten, bekommen während dieses etwa einstündigen aktuellen Interviewmitschnitts des Senders „Sirius XM Radio“ eventuell die ein oder andere Frage beantwortet:

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Video- und Songneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Bruce Springsteen – High Hopes (2013 Version)

high hopes 2013

Der Mann macht zum Herbst seiner Karriere noch mal so richtig Dampf… Zumindest gefühlt liegt die Veröffentlichung des letzten Springsteen-Albums – „Wrecking Ball“ erschien im März vergangenen Jahres – noch nicht all zu lange zurück, da kündigt der „Boss“ bereits das nächste an. Wobei man bei „High Hopes„, dem am 10. Januar erscheinenden 18. Studioalbum Springsteens, wohl kaum von einem komplett „neuen“ Album sprechen kann. Vielmehr versammelt das nimmermüde US-amerikanische Heiligtum darauf zwölf Stücke, die er in kleinen Tourneepausen irgendwo zwischen New Jersey, Los Angeles, Atlanta, Australien und New York City aufnahm, und welche in Gänze einen Mix aus neuem Material, Covern und Neufassungen eigener Songs ergeben. So dürfte etwa das titelgebende Stück eingefleischten Fans bekannt vorkommen, immerhin gab es „High Hopes“, ein Cover der LA-Band Havalinas, in einer früheren Version bereits 1996 auf der „Blood Brothers EP“ zu hören. Auch „Dream Baby Dream“, Springsteen gelungene Variante eines Suicide-Stückes, wurde in anderer Form bereits vor zehn Jahren veröffentlicht. Und „High Hopes“ dürfte auch für Freunde der Polit-Rocker von Rage Against The Machine interessant werden, immerhin ist Gitarrist Tom Morello auf einem Großteil der Songs als Gastsaitenschwinger mit von der Partie – natürlich ebenso wie Springsteens E Street Band…

Wer wissen möchte, was Springsteen selbst zur anstehenden Veröffentlichung von „High Hopes“ zu sagen hat, findet hier mehr Informationen.

 

 

 

 

Judith Holofernes – Liebe Teil 2 (Jetzt erst recht)

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Das alte Spiel: An einer Band wie Wir sind Helden scheiden sich bereits seit deren unvermitteltem Einschlag in die bundesdeutsche Poplandschaft – man erinnere sich an das rotzfreche Liedchen „Guten Tag“ aus dem Jahre 2003 – die musikalischen Gemüter. Mir selbst war die selige Melancholie, die sich vor allem durch die letzten Alben der Band zog, stets lieber als die irgendwie aufgesetzt protestige Gute Laune der Anfangszeit. Und doch braucht jede Gruppe auch mal eine Auszeit… Klar kann man die dann etwa zur Familiengründung nutzen. Doch selbst der schönste Berliner Kinderspielplatz wird wohl irgendwann zu langweilig… Also beschloss Wir sind Helden-Frontfrau Judith Holofernes, dass es nach der ein oder anderen Kollaboration (zum Bespiel mit der Höchsten Eisenbahn) Zeit für’s erste Soloalbum sei: „Ein leichtes Schwert“ wird ab dem 7. Februar 2014 in den Läden stehen, schon jetzt kann man sich mit „Liebe Teil 2 (Jetzt erst recht)“ einen ersten Vorgeschmack darauf holen, wie Judith denn ohne ihre drei männlichen „Stammhelden“ so klingt. Und auch für alle Helden-Hasser dürfte das dazugehörige Musikvideo ein wahrer augenzwinkernder Augenschmaus sein, immerhin lässt sich die 37-jährige Musikerin darin von zwei kleinen Engeln (!) aufs Übelste zurichten…

 

Hier gibt’s das Video zu „Liebe Teil 2 (Jetzt erst recht)“…

 

…und das Making Of:

 

 

Metric – Mother

metric

Dass die Kanadier von Metric nicht nur die großen Indiediskostampfer, sondern auch die ganz ruhigen Töne aus dem Effeff beherrschen, hat die Band in ihrer langjährigen Karriere bereits in unzähligen Sessions, in denen sie sich selbst einfach mal den elektrifizierten Stecker zog und ihre Songs in abgesteckten Akustik-Versionen darbot, bewiesen. Kürzlich machten Metric in den New Yorker Magic Shop Recording Studios Halt, um ihre Variante des bewegenden John Lennon-Songs „Mother“ aufzunehmen und sich selbst als versierte Beatles-Fans zu outen. Für die Coverversion setzte sich Gitarrist James Shaw an Piano und Mikrofon, während die eigentliche Frontfrau Emily Haines lediglich die Backing Vocals beisteuerte…

 

Hier gibt die Metric-Variante von „Mother“ in Bild…

 

…und Ton:

 

 

Kanye West – Bound 2

bound 2

Wer heutzutage im HipHop-Geschäft noch etwas reißen mag, der sollte gefälligst auch wirklich etwas zu bieten haben. Denn längst ist der mit Beats und Rhymes beladene Rap-Express in Richtung der Reime-Kolchose Odd Future Wolf Gang Kill Them All, welcher unter anderem so kontroverse Künstler wie Tyler, The Creator, Earl Sweatshirt oder Frank Ocean angehören, nach Los Angeles weiter gezogen – da kann sich jemand wie „Hova“ Jay Z (Mann besteht neuerdings auf die Entfernung des Bindestrichs!) noch so fest an seinen sicher geglaubten Klassenbestenthron ketten, da kann das Milchbrot Eminem mit dem unlängst erschienenen „The Marshall Mathers LP 2“ noch so verzweifelt versuchen, an die – künstlerisch wie kommerziell – erfolgreichen Anfangstage anzuknüpfen…

Nur einer lebt noch immer in seiner Welt des überhöhten Selbstverständnisses: Kanye West. Klar, wer mit einem Society-Sternchen wie Kim Kardashian anbandelt, dem gemeinsamen Kind ernsthaft den Namen North (also: North West!) gibt und sich in künstlerischem Sinne auf Augenhöhe mit Visionären wie Picasso, Walt Disney und Steve Jobs sieht, der darf – in welchem Sinne auch immer – schon als höchst besondere Persönlichkeit gelten. Natürlich beweist das der 36-jährige Rap-Star immer wieder aufs Neue, ob nun mit besonders weinerlichen Autotune-Veröffentlichungen (das beinahe gänzlich aus der Spur geratene vierte Album „808s & Heartbreak“ von 2008), indem er Megalomanie auf bedeutsame Megalomanie schichtet (das noch immer auf bescheuerte Weise großartige „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ zwei Jahre darauf), indem er sich mit Buddy Jay Z zum Aufsehen erregenden Gipfeltreffen begibt (das gemeinsame Album „Watch The Throne“ von 2011) oder dem verdutzten Zuschauer seiner Musikvideos mal eben alles an optischen Reizen vor den Latz knallt, was man in der Kürze der Zeit für Abertausende von Dollar gerade so kaufen konnte (man schaue sich zum Beweis den „lediglich“ 35-minütigen Protz-Overkill „Runaway„, einen kaum als Kurzfilm – eher: Kunstfilm – zu titulierenden Geniestreich zu „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“, an). Dass Wests aktuelles Album „Yeezus“ (!) einerseits zwar mit für seine Verhältnisse recht konventionellem HipHop aufwartet, andererseits zwischen den Zeilen erneut abseitige Größe beweist, dürfte klar sein. Der Mann ist schließlich um keinen Superlativ verlegen…

Und: Auch West versteht es wie kaum ein Zweiter, immer und immer wieder für mediale Schlagzeilen zu sorgen. Ob nun durch seine Beziehung mit Kardashian, die ein oder andere kontroverse und/oder schwulenfeindliche Äußerung oder den allseits bekannten Größenwahn. Neuerlich mag es Kanye West aber wohl besonders plakativ. Wie anders ließe sich das Musikvideo zur neusten „Yeezus„-Auskopplung „Bound 2“ deuten, in welchem zuerst Pferde durch eine uramerikanische Kulisse stapfen, bevor West erscheint, um seine (Beinahe-)Angetraute während einer Motorradfahrt (!) und unter freiem Himmel (!) mit dem (wohl ebenso megalomanischen) „Mini-West“ zu beglücken? Klischees aus der Ramschkiste, die direkt auf die Frontseite der Klatschmagazine abzielen… Erfreulicherweise ist ein Video wie dieses natürlich auch ein gefundenes Fressen für Parodien. Und wenn sich dann sogar Schauspielgrößen wie Seth Rogen und sein Kollegenkumpel James Franco dazu hinreißen lassen, höchst ironisch und überzeugend die Parts von West und Kardashian zu übernehmen, dann ist das Ergebnis ebenso lustig wie Aufsehen erregend… Kanye West dürfte das nur recht sein. Und wie man unlängst hörte, mochte er die Parodie seiner parodistischen Selbstdarstellung durchaus…

Hier gibt’s das Original…

 

…und die Parodie:

 

Und da beliebte Internetscherze im virtuellen Zeitalter selten unter sich bleiben, musste man logischerweise selbst auf die Parodie der Parodie nicht lange warten:

 

 

Rock and Roll.

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