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„Tausend Jahre sind ein Tag…“ – ANEWFRIENDs Top 10 der Jahreszahl-Songs


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Kürzlich kam mir beim Hören von Frank Turners neustem Album „Be More Kind“ (welches kein schlechtes, jedoch bei weitem nicht sein bestes ist) ein spontaner Gedanke: Wie wäre es mit einer Top 10 der – spontan, freilich! – persönlich liebsten und tollstbesten Songs mit einer Jahreszahl im Titel?

Gedacht? Getan! Natürlich (ich schrob „spontan“, Ladies und Gentlemänner!) ohne Gewähr auf Vollständigkeit, jedoch feinstsäuberlich-deutsch chronologisch geordnet: hier ist meine eigene Liste…

(Falls euch noch das ein oder andere Stück in den Sinn kommen sollte: lasst es ANEWFRIEND und die internetze Welt da draußen in den Kommentaren wissen!)

 

 

The Gaslight Anthem – „1930“ (vom Album „Sink Or Swim“, 2007)

 

„And I see you like you were there

And I know just how you’d smile

Mary, you looked just like it was 1930 that night…“

 

 

 

Frank Turner – „1933“ (vom Album „Be More Kind“, 2018)

 

„The first time it was a tragedy

The second time is a farce

Outside it’s 1933 so I’m hitting the bar…“

 

 

 

Neutral Milk Hotel – „Holland, 1945“ (vom Album „In The Aeroplane Over The Sea“, 1998)

 

„The only girl I’ve ever loved

Was born with roses in her eyes

But then they buried her alive

One evening 1945

With just her sister at her side

And only weeks before the guns

All came and rained on everyone

Now she’s a little boy in Spain

Playing pianos filled with flames

On empty rings around the sun

All sing to say my dream has come…“

 

 

 

The Stooges – „1969“ (vom Album „The Stooges“, 1969)

 

„Well, it’s 1969 – OK all across the USA

It’s another year for me and you

Another year with nothing to do…“

 

 

 

The Smashing Pumpkins – „1979“ (vom Album „Mellon Collie And The Infinite Sadness“, 1995)

 

„Shakedown 1979, cool kids never have the time

On a live wire right up off the street

You and I should meet…“

 

 

 

Sophie Hunger – „1983“ (vom Album „1983“, 2010)

 

„Guten Morgen, 1983

Wo sind deine Kinder?

Ich bin zu Dir zurückgekehrt

Nur kurz, noch nicht für immer

1983, zeig mir deine Finger

Und frag nach deinem Abdruck…“

 

 

Prince – „1999“ (vom Album „1999“, 1982)

 

„Say, say two thousand zero zero party over, oops, out of time

So tonight I’m gonna party like it’s nineteen ninety-nine…“

 

 

 

Silverchair – „Anthem For The Year 2000“ (vom Album „Neon Ballroom“, 1999)

 

„We’ll make it up to you

In the year 2000

Build it up for you

In the year 2000

Make it up to you

In the year 2000

Build it up for you

In the year 2000 with you…“

 

 

 

Pearl Jam – „4/20/02“ (vom Album „Lost Dogs (Rarities & B-Sides)“, 2003)

 

„So all you fools

Who sing just like him

Feel free to do so now

‚Cause he’s dead…“

 

 

 

The World is a Beautiful Place & I am No Longer Afraid to Die – „January 10th, 2014“ (vom Album „Harmlessness“, 2015)

 

„But don’t you quiver

I am an instrument

I am revenge

I am several women…“

 

 

Rock and Roll.

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Iggy Pop: Der „Godfather of Punk“ feiert seinen 70. Geburtstag


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Eigentlich müsste James Newell „Jim“ Osterberg Jr. längst tot sein. So wie sein Buddy David Bowie, der im Januar 2016 verstarb. So wie seine ehemaligen Stooges-Bandmates Scott († 2014) und Ron Ashton († 2009), Dave Alexander († 1975) und Steve Mackay († 2015). Doch ähnlich wie Keith Richards (of Rolling Stones fame) ist Iggy Pop in all den Jahrzehnten, die der „Godfather of Punk“ nun schon die Bühnen der Welt zerlegt, zwar merklich älter geworden und trägt seine ledrig-sehnigen, durchtrainierten Runzeln im 21. Jahrhundert etwas gemächlicher spazieren, aber: he’s still standing. Und das ist ob des Rock-and-Roll-Lebenstils, den der „Rock Iguana“ seit den Sechzigern teilweise exzessiv-ausgeprägt gepflegt hat – massig Sex, noch mehr Drogen und allzeit Punkrock gehörten da freilich dazu-, schon erstaunlich.

Klar, in den letzten Jahren hat Pop die Frequenz an energetischen Studioalben und furiosen Liveshows merklich zurückgefahren (und es vor nicht allzu langer Zeit gar einen halbwegs gelungenen Flirt mit dem Chanson gewagt), aber gerade das letzte Studiowerk „Post Pop Depression„, welches Osterberg gemeinsam mit Queens-Of-The-Stone-Age-Mastermind Josh Homme in dessen „Rancho De La Luna“-Studio irgendwo im Nirgendwo in der kalifornischen Wüste aufnahm, beweist, dass der Mann auch jenseits aller Jugendlichkeit noch eine „Raw Power“ besitzt, bei der selbst manch anderer Musiker im besten Schaffensalter schlapp machen würde (obwohl man zugeben muss, dass es schon eines gleichgesinnten Kreativpartners wie Homme bedurfte, um diese Energien aus Pop heraus zu kitzeln).

Klar, früher konnte der US-amerikanische Musiker gar nicht genug von Opium, Kokain, Heroin und all den anderen Rauschmitteln kriegen (alles Klischees, die ja irgendwoher kommen müssen), doch inzwischen rührt Iggy Pop laut eigenen Aussagen keine Drogen mehr an. Nicht einmal Zigaretten. „Ein paar Wochen vor dem neuen Millennium machte ich reinen Tisch. Ich hörte auf zu rauchen und habe seitdem nie mehr irgendeine Droge angerührt. Seit dem Beginn des Jahrtausends bin ich clean“, sagte er im September 2016 im „Zeit Magazin“. Insofern dürfte einer wie Ian „Lemmy“ Kilmister, der 2015 verstorbene Frontmann von Motörhead, mit seinem Lebensstil auf ewig ein medizinisches Kuriosum bleiben („Ihr Blut ist giftig. Sie haben kein menschliches Blut mehr in sich, ihr Blut würde einen normalen Menschen töten,“ wie ein Arzt diesem einst bestätigte – nachzulesen in dessen übrigens höchst amüsanter Autobiographie).

Klar, auch einer wie Iggy Pop war nicht immer und bei jedem Song geschmackssicher (gerade in den schrecklichen Achtzigern tut sich, wie bei so vielen anderen Musikern und Bands auch, eine recht einschneidende qualitative Talsohle auf, als Osterberg zu sehr versuchte, sich mit Keybaords und Hardrock an der damaligen Zeitgeist anzubiedern). Aber der Erfolg, den die lebende Legende, die 2010 in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen wurde, gerade bei den Konzerten seiner (vorerst) letzten Tournee im vergangenen Jahr hatte (nachzuhören und -schauen Live-Album-Package „Post Pop Depression – Live at the Royal Albert Hall„), beweist, dass Stücke wie „I Wanna Be Your Dog“, „No Fun“, „Gimme Danger“, „Nightclubbing“ und natürlich „Lust For Life“, „China Girl“ (gemeinsam mit David Bowie geschrieben) oder „The Passenger“ einfach zeitlos sind und bleiben. Wie der Punkrock sich ohne Iggy Pop und seine Stooges heute anhören würde? Ob er überhaupt existieren würde? Man möchte es sich nicht einmal ausmalen…

Heute wird Jim Osterberg, der 1947 in Muskegon, Michigan zur Welt kam, stolze 70 Lenze alt. Und wäre das nicht schon erstaunlich genug, so würde man dem Mann, bei dem dem geneigten Rock-Fan freilich zuerst seine energiegeladenen Live-Shows mit freiem Oberkörper in den Sinn kommen, wohl noch 70 weitere Jahre zutrauen. Wie sagte Bill Clinton vor nicht allzu langer Zeit: „Keith Richards ist, außer Kakerlaken, die einzige Lebensform, die einen Atomkrieg überleben kann.“ Dass er dabei den „Godfather of Punk“ nicht auf der Rechnung hatte, mag man dem ehemaligen US-Präsidenten verzeihen. Da mag sich die Phrase noch so pathetisch anhören, da mag man noch so sehr genötigt werden, flugs ein, zwei Scheine ins Phrasenschwein einzuzahlen: So einer wie Iggy Pop wird heutzutage nicht mehr gebaut. Isso. Umso schöner, ihn noch auf dieser Seite der Welt zu wissen. Allet, allet Jute zum Jeburtstach, Iggy Pop!

(Ein schönes Portrait von, für und über Iggy Pop findet man übrigens bei den Schreiberlingen des deutschen „Rolling Stone“…)

  

  

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Rock and Roll.

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„No fun“ – Scott Asheton ist tot.


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Heaven’s got another drummer boy now… Gestern ist Scott Asheton, seines Zeichens Schlagzeuger und Gründungsmitglied von Iggy Pops wahnwitziger Garagerock-Band The Stooges, im Alter von 64 Jahren verstorben. Dies gab Iggy Pop auf seiner Facebook-Seite bekannt:

Mein lieber Freund Scott Asheton ist letzte Nacht verstorben.

Scott war ein großartiger Künstler, ich habe niemanden gehört, der mit mehr Bedeutung Schlagzeug gespielt hat als Scott Asheton. Er war wie mein Bruder. Er und Ron haben der Welt ein Riesenerbe hinterlassen. Die Ashetons waren immer wie eine zweite Familie für mich, und werden das immer sein.

Meine Gedanken sind bei seiner Schwester Kathy, seiner Frau Liz und seiner Tochter Leanna, die das Licht seines Lebens war“.

 

Anstatt zu zitieren, will ich auch hier andere mit ihrem Nachruf zu Wort kommen lassen – etwa die Schreiberlinge von spiegel.de.

 

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Anna Rose – „Gimme Danger“


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„Gimme danger, little stranger / And I feel with you at ease / Gimme danger, little stranger / And I feel your disease / There’s nothing in my dreams / Just some ugly memories / Kiss me like the ocean breeze…“ 

Eigentlich hat dieser Song von Iggy Pop und seinen Stooges, welcher im Februar 1973 auf deren Albummeilenstein „Raw Power“ erschien (und somit in wenigen Tagen schlappe vier Jahrzehnte auf dem Buckel haben wird!), etwas, was man ihm nicht nehmen sollte: die beinahe schüchterne Akustikgitarreneinleitung, zu der der damals 25-jährige James Newell „Iggy Pop“ Osterberg von jenen mysteriösen Cabaretdamen erzählt, die die noch junge Band auf ihren Tourneen traf. Er spricht zu ihnen, ja fleht sich beinahe an, ihn aus der Langeweile seines altes Lebens fortzureißen. Gegen Ende zwängt sich der Song immer mehr in sein Kostüm aus Sehnsucht, Neugier und Wahn, während die Saiten von Stooges-Gitarrist James Williamson Solokapriolen schlagen und Iggy längst mehr raunt als singt… Ein Klassiker.

anna-rose-music-shk-magazine-41Anna Rose hat sich trotzdem an eine Coverversion gewagt. Anna wer? Wer nun ihren Namen googelt, um mehr über die 27-jährige gebürtige Kalifornierin und Wahl-New Yorkerin zu erfahren, der sollte sich nachträglich wohl nicht zu sehr zur falschen Gewichtung biografischer Eckdaten hinreißen lassen. Freilich ist Rose die Tochter von Disney-Filmmusikkomponist Alan Menken („Aladdin“, „Arielle, die kleine Meerjungfrau“). Sicherlich mag auch ein wenig des Freigeistes ihrer Mutter Janis, einer gefeierten Balletttänzerin, auf sie abgefärbt haben. Vielmehr ist Anna Rose jedoch ein Kind mit der musikalischen Sozialisation der Neunziger im Hinterkopf und den wilden Siebzigern im Herzen. Die Rolling Stones, Beatles, Stooges, Tom Waits, Nick Cave, Muddy Waters, Jim Morrison und seine Doors – auf der einen Seite trägt Rose so allerhand maskulin-gefährliche Rock-Einflüsse aus dem 20. Jahrhundert zusammen, nur um ihnen im nächsten Augenblick – etwa mit Stevie Nicks, Chrissie Hynde, Joan Jett oder Janis Joplin – nicht minder herausragende weibliche Musikheroen entgegenzusetzen. Wer wollte, konnte dieses Gegenspiel bereits in Ansätzen aus Anna Roses 2010 veröffentlichtem Albumdebüt „Nomad“ heraushören. Doch erst jetzt, mit ihrem zweiten Werk „Behold A Pale Horse„, welches die Schwerpunkte mehr in Richtung von Soulness und schwerem Songwriter-Bluesrock verlagert, scheint die im New Yorker East Village lebende Künstlerin erstmals tatsächlich bei sich angekommen – und wirkt in den heutigen Zeiten der krassen Übersexualisierung, in denen Hype-Kühe – von Lady Gaga bis Miley Cyrus – quasi im Minutentakt durch virtuelle Dorf getrieben werden und gar nicht genug plastische Plastik von sich preisgeben können, wie ein befeenstaubtes Artefakt vergangener Dekaden…

Dass die 27-Jährige ein Händchen fürs Neuinterpretieren von Fremdkompositionen hat, bewies Rose bereits vor gut zwei Jahren, als sie sich höchst eindrucksvoll an Arcade Fires „My Body Is A Cage“ versuchte. Und auch für ihre Version von „Gimme Danger“ erhielt die Musikerin Zuspruch von höchster Stelle, durfte sie den Song doch 2010 im Rahmen des “Jam for Ron Asheton” (der ehemalige Stooges-Gitarrist erlag am 1. Januar 2009 einem Herzinfarkt) an der Seite der Stooges-Mitglieder Scott Asheton, Mike Watt und Steve Mackay zum Besten geben. Und so gibt sie dem Stück ein klein wenig verruchtes Nachtclub-Flair, ein wenig Spaghetti Western – ganz so, als hätte David Lynch seinen Filmklassiker „Blue Velvet“ irgendwo in der staubigen Nähe von Alamo, Texas gedreht…

 

(Wer mag, darf sich den Song auch auf’s heimische Abspielgerät laden…)

 

Hier kann man sich das Musikvideo des Titelstücks von Anna Roses aktuellem Album „Behold A Pale Horse“ anschauen:

 

Rock and Roll.

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