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Morrissey 2019 – was man erwarten darf


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(gefunden bei Facebook)

 

Wer’s genau nimmt, für den würde diese kurze Beschreibung bereits ausreichen – mehr muss man im Grunde nicht (mehr) über Steven Patrick Morrissey, der kürzlich seinen 60. Erdengeburtstag beging, wissen (oder, als Mehr-oder-minder-Fan, verdammt am geistigen Gesundheitszustand von „Moz“ zweifeln). Der Mann ist einfach fernab jedes Spleens mindestens hochgradig unsympathisch – und das nicht erst seit gestern.

Seine Ex-Band The Smiths und Alben wie ebenjenes „The Queen Is Dead“ (mit millionenfach flanellweich durchlittenen Klassikern wie „Bigmouth Strikes Again“ oder „There Is A Light That Never Goes Out“) sind aber natürlich auch knapp 33 Lenze nach Veröffentlichung über jeden Weltschmerz-Zweifel erhaben…

 

Rock and Roll.

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Bandshirt des Tages


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(gefunden bei Facebook)

 

Irgendetwas ist doch faul an diesem Shirt, oder? Irgendetwas… aber ich komm‘ nicht drauf.

 

Rock and Roll.

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Der illustrierte Songtitel


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Abgehört…


Perrecy – Du bist das Opfer (2013)

Du bist das Opfer (Cover)-erschienen bei Timezone-

Fremdkompositionen werden auf der Ukulele nachgespielt… Klar, gab’s etwa jüngst vor drei Jahren schon, als sich Dresden Dolls-Frontfrau Amanda Palmer im Alleingang Stücke der großen Radiohead vornahm und das ganze dann schlicht und einfach „Amanda Palmer Performs The Popular Hits Of Radiohead On Her Magical Ukulele“ nannte. Auch Pearl Jam-Vorsteher Eddie Vedder machte unlängst Ernst mit seiner Liebe zum kleinen hawaiianischen Zupfinstrument und widmete diesen sogar (s)ein ganzes, eben „Ukulele Songs“ betiteltes Soloalbum. Aber in bundesdeutschen Gefilden erfährt die Zwergengitarre noch immer stiefmütterliche Behandlung, und das obwohl der omnipräsente Dauergrinsunterhalter Stefan Raab in den neunziger Jahren nicht müde wurde, die Fernsehlandschaft mit seinen Ukulelen-„Raabigrammen“ zu terrorisieren…

Und genau das macht Perrecys Idee nur umso verrückter. Denn der Musiker aus dem bayrischen Ingolstadt frönt nicht nur einer wohl ebenso großen Liebe zum Mini-Zupfinstrument wie Palmer, Vedder oder Raab, er hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, die Songs von keinem Geringeren als dem „Heiligen der englischen Arbeiterklasse“, dem laut NME „einflussreichsten Künstler aller Zeiten“ ins deutsche – und für die Ukulele! – zu übersetzen: Morrissey. Wer da zuerst denkt, dass bei diesem frommen Wunschtraum mehr schief als richtig laufen kann, liegt wohl gar nicht so falsch, immerhin gehört schon eine gehörige Portion Mut und null Bock auf Ehrfurcht dazu, wenn man sich an Stücke der Smiths, der legendären Ex-Band des englischen Musikers, oder an die Solowerke von Steven Patrick „Moz“ Morrissey heranwagt. Perrecy geht dabei jedoch den wohl schlausten Weg, denn er nimmt all jenen, die mit heiligem Ernst den erhobenen Finger der Unkopierbarkeit präsentieren, schon von Vornherein den Wind aus den Segeln…

Perrecy

Mit „Du bist das Opfer“ veröffentlichte der „Bajuwaren-Mozzer“ nun vor wenigen Wochen sein erstes Album. Und das ist prall gefüllt! Nicht weniger als 26 Songs aus dem recht üppigen Smiths- und Morrissey-Backkatalog hat Perrecy sich vorgenommen, dazu gibt auf fast zwei Stunden sogar noch den anderen Bonus Track (etwa Liveversionen). Und, wie klingt’s? Zunächst einmal: gewöhnungsbedürftig. Denn wer die Originale kennt, wird zwar schnell bemerken, welches Stück sich der aus Hamburg stammende Liedermacher da gerade zur Brust nimmt, sich aber dennoch fragen: Wie klingt das denn nun? Denn wo es in „Panic“, per se ja einer der Smiths-Evergreens, „Panic on the streets of London / Panic on the streets of Birmingham“ gab, dichtet Perrecy mal eben die Szenerie beschaulich in „Panik in den Straßen von München, Panik in den Straßen von Ingolstadt“ um. In „Wilhelm, es war wirklich gar nichts“ (Original: „William, It Was Really Nothing“ wird aus „Humdrum Town“ schlicht „Bavaria“, wo der Regen als „Quell’ deiner Suizidgefahr“ (statt „this town has dragged you down“) fällt. Perrecy versprüht massig Lokalkolorit, macht aus dem aufrechten Rocker „Irish Blood, English Heart“ mal eben „Preussisch Blut, bayrisch Herz“, dehnt die Metren, zieht die Silben und beweist mit dem ehrenwerten Vorhaben, ausgerechnet Stücke des wohl englischsten aller englischen Musiker, ausgerechnet Stücke des überzeugten und streitbaren – und zuweilen verbal recht militanten – Antiroyalisten, Vegetarier („Meat Is Murder“, dem zweiten Studioalbum der Smiths, gab er nicht von ungefähr diesen Namen!) und Menschenrechtler ins insgeheim noch immer ihrem Märchenkönig Ludwig II. nachtrauernde Bayern zu übertragen, eine Menge der Kahn’schen „Eier“. Denn obwohl die Transferleistung nicht bei allen Songs auf gleichem Qualitätslevel greift und man sich auf Dauer dem Gefühl von „reim dich oder ich fress’ dich“ kaum erwehren kann (etwa wenn es in „Dieser charmante Mann“ heißt: „Ich ging gern aus heut‘ Nacht / Doch zum Anzieh’n hab ich keine Naht.“), so lädt doch der Großteil der 26 Coverversionen zum Schmunzeln ein. Und auch, wer beim wohl bewusst recht lo-fi gehaltenen Klang der Neuinterpretationen, deren Unterbau eben die auf Ukulele übertragenen Melodien der Originale liefern, an den abgedrehten Heimorgel-Alleinunterhalter Mambo Kurt denkt, an jenen Typen also, der früher zu seligen Viva2-Tagen höchst eigen Songs von Metallica oder AC/DC zu billigen Casio-Klängen neu zusammenstückelte, der dürfte so falsch kaum liegen. Denn auch Perrecy hält einige Trash-Charme-Karten in der Hinterhand, setzt mehr Drumcomputersounds denn echte Schlagzeugklänge in den Hintergrund, während Johnny Marrs markante Gitarrenfigur in „Wie bald ist Nun?“ (Original: „How Soon Is Now?“) natürlich bestehen bleibt, immer wieder allerlei Billig-Percussion durchs Klangbild tänzelt oder sich „Manche Frauen sind dicker als andere“ (Original: „Some Girls Are Bigger Than Others“) zum dezenten Arschwackler entwickelt.

Schöngeistigkeit oder Schund? Perrecy, der die Idee der deutschen Neuinterpretation englischer Songs übrigens ausgerechnet im Barbados-Urlaub entwickelte, steckt die Grenzen eng. Natürlich mag man noch immer borniert argumentieren, dass sich gefälligst niemand – und schon gar kein bajuwarischer Ukulelenmusikant – an den hochmelancholischen, dauerherbstlichen lyrischen Ergüssen des „Mozzers“ zu vergreifen habe. Klar muss man jedes der Stücke auch immer mit einem Augenzwinkern sehen. Aber mal ehrlich: lustig isses schon, mit anzuhören, wie da einer „Ale“ in „Weißbier“ verwandelt, hemdsärmelige Originaltreue hin oder her. Und wer Zeilen wie „Und wenn ein zweigeschoß´ger Bus fährt uns zwei zu Mus / Zu sterben mit dir / Ist so ein himmlischer Exitus / Und wenn ein LKW tötet uns beide / Zu sterben mit dir / Welch’ eine Ehre und welch’ ein Plaisir“ (aus „Da ist ein Licht das niemals erlischt“, Original: „There Is A Light That Never Goes Out“) singt, der hat eh längst der Popperwellen-König der jungen Mädchen in der ersten Reihe… Morrissey oder Perrecy? Manchester oder München? „You Are The Quarry„? „Du bist das Opfer„! Wen stört’s da, dass der „Bajuwaren-Mozzer“ bis heute auf eine Antwort mit dem rechtlichen ‚Okay‘ seines Idols wartet…

Bild: Facebook

Bild: Facebook

 

 

Über die Seite von Perrecys Label „Timezone“ gibt’s das Album zum Probehören…

…und sich hier das auf niedliche Weise ebenso lo-fi gehaltene Musikvideo zu „Da ist ein Licht das niemals erlischt“ ansehen…

 

…sowie das eigenwillig betitelte „Preussisch Blut, bayrisch Herz“ anhören:

(Auf der Soundcloud-Seite des Perrecy-Fanclubs „Bavarian Front Disco“ gibt’s sogar noch mehr Stücke zu hören…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages – Monophona – „Everyday Is Like Sunday“ (Morrissey Cover)


Monophona

„Hide on the promenade / Etch a postcard: / ‚How I Dearly Wish I Was Not Here‘ / In the seaside town / That they forgot to bomb / Come, come, come – nuclear bomb / Everyday is like Sunday / Everyday is silent and grey“

Eigentlich kommt man gar nicht umhin, einen solchen störrischen Charakterkopf, einen so herzlich harten Grantler wie Steven Patrick Morrissey einfach zu mögen. Immerhin hat es der mittlerweile 53-jährige englische Musiker geschafft, sich wohl auf Ewigkeit mit den Musikern seiner Ex-Band The Smiths zu verkrachen, sich selbst aber auch einen Ruf als militanter Vegetarier aufgebaut, der schon mal ein Konzert absagt, wenn in der benachbarten Fast-Food-Bude noch immer diese ekeligen Hamburger verkauft werden, und von Zeit zu Zeit ebenso deftige Worte für seine Ablehnung des britischen Royalismus findet. Morrissey eben…

Doch vor allem muss man Morrissey einfach für seine brillanten, stets zwischen Lakonie und teils bitterem Sarkasmus schwankenden Texte lieben. Klar könnte hier jetzt eine wahre Beleg- und Zitateflut folgen – aber da heute Sonntag ist, belassen wir es beim Stück „Everyday Is Like Sunday“, welches hier vom luxemburgischen Trio Monophona interpretiert wird. Wo Morrisseys 1988 erschienenes Original (vom Album „Viva Hate„), das es immerhin bis auf Platz 9 der UK Single Charts schaffte, noch die typischen Achtziger-Jahre-Trademarks wie Synthesizer, Konservenschlagzeug und flache Produktionsweise aufweist, überführen Monophona die Melancholie des Songs ins Hier und Jetzt und lassen zarte Lichtstrahlen durch die morgendlichen Laken scheinen…

 

Monophonas Debütalbum „The Spy“ ist im vergangenen November erschienen und kann über die Bandcamp-Seite der Band probe gehört und erstanden werden.

 

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Und  all jene, die Morrisseys Originalversion von „Everyday Is Like Sunday“ bislang nicht kennen sollten (Sakrileg!), haben hier Gelegenheit, anhand des Musikvideos…

 

…und dieser 2004 im heimatlichen Manchester mitgeschnittenen Liveversion, ihre Wissenslücke zu füllen:

 

Rock and Roll.

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