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Flimmerstunde – Teil 30


The Philosophers – Wer überlebt?“ (2013)

the philosophersEs beginnt als ein simples Experiment an einer internationalen Schule in Jakarta. Der Philosophielehrer Mr. Zimit (James D’Arcy) führt mit seiner Schulklasse anlässlich von deren Abschlussprüfung im Unterricht ein fiktives Gedankenexperiment durch: Was wäre, wenn das Ende der Welt bevorsteht, aber der rettende Bunker nicht für alle Platz bietet? Wer von den zwanzig Schülern kommt hinein und wem sollte der Zutritt verwehrt werden, wenn doch nur Reserven für zehn Menschen vorhanden sind? Per Zufall werden den Schülern verschiedene Berufsrollen und Eigenschaften zugeteilt. Doch wer hat ein größeres Anrecht darauf zu überleben? Wer wird dringender gebraucht und auf wen kann angesichts der nahenden nuklearen Apokalypse verzichtet werden? Ist der Dichter weniger wert als ein Öko-Bauer, der Homosexuelle bei der Planung einer „Neubesiedelung“ außen vor? Das Ganze ist ein Gedankenexperiment, mit dem Mr. Zimit ein letztes Mal das Urteilsvermögen seiner Schüler herausfordert. Doch schnell bröckelt das rationale Gebäude und das Experiment bekommt eine gefährliche Eigendynamik, von der alsbald auch romantische Beziehungen im wahren Leben betroffen sind…

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„Man stelle sich vor, was für ein guter Film „The Philosophers“ hätte werden können… Die Prinzipien utilitaristischer (und damit teilweise schlicht menschenverachtender) Vernunft ausgetestet an einer Gruppe theoretischer Konstrukte, deren Gefühlsebene unaufhaltsam in die Gleichung involviert wird. Das hätte wahnsinnig viel Raum geboten, nur nutzt John Huddles bloß die Besenkammer.“ – Obwohl die Kritik von cellurizon.de doch recht hart mit dem vor allem in den tropischen Kulissen von Jakarta und Indonesien entstandenen Film von Regisseur John Huddles („Unsere verrückte Farm“) ins Gericht geht, hat sie doch nicht ganz unrecht. Denn „After The Dark“ (so der US-Originaltitel) mangelt es zwar nicht an vielen spannenden Denkansätzen und Gedankenexperimenten, nur sind diese halt recht schnell erschöpft, und so muss der Film, welcher im August 2013 beim Fantasy Filmfest seine Deutschlandpremiere feierte, nach gut der Hälfte seiner knapp 110 Minuten neue Stränge herbei ziehen, um den Zuschauer halbwegs bei Laune zu halten. Action? Nunja, nicht des Philosophen Spezialgebiet… Amouröse Verwicklungen? Es bleibt an der Oberfläche, der Rest vorhersehbar… Da hilft auch nicht, dass die recht kleine Produktion mit KoRn-Frontmann Jonathan Davis einen namenhaften Soundtrack-Lieferanten gewinnen konnte. So bleiben junge, unbekannte Gesichter in urlaubsreifen Kulissen, welche sich ohne ein einziges Gramm Dreck unter den von der nahenden Apokalypse bedrohten Fingernägeln die frisch frisierten Köpfe über große philosophische Konstrukte zerbrechen. Wer jedoch eh schon ein Faible fürs Philosophische hat (so wie ich, immerhin habe ich das Ganze mal mehr oder minder ernsthaft studiert und kann derlei theoretischen „Eierköpfigkeiten“ schon etwas abgewinnen) und da auch mal 90 Minuten auf Action verzichten kann, dem sei „The Philosophers“ ans Flimmerherz gelegt. Der Rest dürfte gelangweilt abwinken…

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Rock and Roll.

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