Schlagwort-Archive: The Greatest

Song des Tages: Cat Power – „Woman“ (feat. Lana Del Rey)


Cat-Power

Satte sechs Jahre Zeit hat sich Charlyn Marie „Chan“ Marshall alias Cat Power Zeit gelassen, um an einem neuen Album zu werkeln – die bislang längste Veröffentlichungspause in der Diskografie der auch schon 46-jährigen US-Musikerin. (Kinners, wie die Zeit vergeht…) 

131298Am 5. Oktober nun wird Cat PowerWanderer„, den Nachfolger zur bislang letzten Platte  „Sun“ und summa summarum das zehnte Studiowerk, in den Plattenregalen platzieren. Und stellt nun mit „Woman“ den ersten (kompletten) Song daraus vor – mit prominentem Gastbeitrag von niemand Geringerem als Lana Del Rey.

Der beginnt als bluesiges Indierock-Stück, über das Marshall gewohnt entspannt und cool singt. Zum Refrain hin wird es langsamer und souliger, sodass der kundige Kenner der bisherigen Werke ans großartige „The Greatest“ denken darf, und Del Reys markante Stimme kommt als passende Begleitung ins Spiel. Im dazugehörigen Musikvideo, bei dem Greg Hunt Regie führte, kommt Gastchanteuse Del Rey jedoch nicht vor, es zeigt lediglich Chan Marshall und ihre Band an verschiedenen, durchaus romantischen Locations… *hach*

 

 

„If you know people who know me
You might want them to speak
To tell you ‚bout the girl or the woman they know
More than you think you know about me
More than you think you know me
See you walkin‘ in circles (circles)
See you talkin‘ in circles (circles)
See your thoughts runnin‘ in circles
And walk around all day long, followin‘ me
The doctor said I was better than ever
Man, you should have seen me
Doctor said I was not my past
He said I was finally free

Taking the charge (taking the charge)
I took the lead (I took the lead)
I need you to believe

I’m a woman of my word, now haven’t you heard
My word’s the only thing I’ve ever needed?
I’m a woman of my word, now you have heard
My word’s the only thing I truly need
Woman…

Your money’s like a weapon, a tool to get me
You think I’m like the other ones
Well, my money’s like a weapon (weapon), tool for me
No, I’m not like those other ones
A cage is like a weapon, a tool for me
You think I’m like the other ones
Well, my cage is a weapon, it’s perfect for me
It’s the one suit they seem to not see

I’m a woman of my word, now haven’t you heard
My word’s the only thing I’ve ever needed?
I’m a woman of my word, now you have heard
My word’s the only thing I truly need
Woman…

I’m a woman, woman, woman, woman…“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

„The Greatest“ – Muhammad Ali ist tot.


Muhammad-Ali-Quotes-Facebook-Cover-10

Rumble in the Jungle. – Damals, im Oktober 1974, wohl der größte Boxkampf aller Zeiten (vergesst Mayweather Jr. vs. Pacquiao, wo das Boxerische nicht mit dem Großmaul-Showgehabe mithalten kann), als Muhammad Ali und George Foreman in Kinshasa, Zaire aufeinander trafen, heute ein geflügelter Ausspruch. Thrilla in Manila. – Kaum ein Jahr später, im Oktober 1975, trafen Ali und Joe Frazer in Quezon City, heute ein Teil der Region Metro Manila, Philippinen, aufeinander. Zwei Kämpfe, die in die Sportgeschichte eingingen. Zwei Kämpfe, deren windige Organisation durch den legendären Boxpromoter Don King zwar wenig von der perfekt durchorganisierten Show besaß, die heute bei Großereignissen wie diesen üblich ist, dafür umso mehr Unterhaltungswert (und mag es vor allem aus Nostalgie sein). Zwei Kämpfe, die Muhammad Ali – wenn auch knapp – für sich entschied. „The Greatest.“

Es gibt wohl nichts, das nicht bereits zu Lebzeiten über den Mann, der am 17. Januar 1942 in Louisville, Kentucky als Cassius Marcellus Clay Jr. zu Welt kam, gesagt wurde. Er gehörte zu den bedeutendsten Schwergewichtsboxern und herausragendsten Athleten des 20. Jahrhunderts und wurde 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt – wer je einen seiner 61 Kämpfe (von denen er 56 gewann, wiederum 37 davon durch K.O.) gesehen hat, der wird verstehen, wieso. Er ist bis heute der Einzige, der den Titel „unumstrittener Schwergewichts-Boxweltmeister“ dreimal in seiner Karriere gewinnen konnte. Viel wichtiger jedoch: Muhammad Ali war auch als Mensch, als Persönlichkeit faszinierend. Er war ein Großmaul, wie es im Buche stand – aber eines, das den markigen Worten auch fliegende Fäuste folgen ließ. „Das ist nur ein Job. Gras wächst, Vögel fliegen, Wellen schlagen an Land. Und ich verprügle Leute.“, wie er einmal sagte. Es war eher das Wie, welches ein Stückweit die Welt – auch außerhalb des Boxrings – veränderte. Und die Zeit, in der Muhammad Ali, diese polarisierende, ganz besondere Sorte Mensch, aktiv war. Sein Kampf für die Rechte der Schwarzen in den USA, sein Bekenntnis zum Islam im Jahr 1964. Heutige Box-Großmäuler wie Floyd Mayweather Jr. mögen mehr Kohle mit ihrer Show scheffeln. Sollen sie nur. Ohne einen Muhammad Ali würde keiner von ihnen heute da sitzen – wenn man so will, kann man in ihm einen „Steve Jobs des Boxsports“ sehen. All die Berge von Dollars, als die halbnackten Frauen und aufgereihten Privatjets und Luxuskarossen seiner Protz-und-Prass-Nachfolger machen nur umso deutlicher, dass es wohl nie wieder einen Boxer wie Muhammad Ali geben wird, der in der vergangenen Nacht in einem Krankenhaus in Scottsdale, Arizona, in welches er wegen Atembeschwerden eingeliefert wurde, im Alter von 74 Jahren starb. Er war „The Greatest“, er wird es bleiben.

Passende Worte findet man im Nachruf von Spiegel.de-Redakteur Peter Ahrens.

 

 

MA days quote

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Mixtape Madness: Cat Power


Cat Power

Im Grunde ist eine Frau wie Chan Marshall einfach nur zu beneiden: musikalisch durchaus nicht untalentiert, ebenso lyrisch begabt, durfte sich neben Norah Jones und Jude Law auch schon vor der Kamera beweisen (in Wong Kar-Wais Film „My Blueberry Nights“ von 2007). Trotz ihrer mittlerweile 40 Jahre sieht sie noch immer blendend aus und könnte glatt als „Twen“ an einem dieser „Bad-hair-days“, die für gewöhnlich einer durchzechten Nacht folgen, durchgehen. Der nicht eben unkritische Karl Lagerfeld ernannte Marshall sogar schon zu einer seiner „Musen“ und sie selbst gilt seit Ende der Neunziger als eine der bekanntesten und prototypischsten „Slacker„-Ikonen. Und wenn sie unter ihrem Pseudonym „Cat Power“ dann doch einmal ab und an ein Album veröffentlicht – das tat sie seit 1995 bisher neun Mal -, dann werden diese nicht zu unrecht von Fans wie Kritikern gefeiert.

catpower-smoke-square-626x626Und trotzdem war der Werdegang der Charlyn Marie Marshall einer mit glanzvollen Höhen und abgründigen Tiefen, einer, der bereits weniger zart besaitete Persönchen hat fallen sehen. Und wer in der Vergangenheit das meist zweifelhafte Vergnügen hatte, sie als Journalist zum Interview zu treffen oder als Zuschauer einem ihrer Konzerte beizuwohnen, der fragte sich schon, ob das trunkene, kettenrauchende Häufchen Elend, welches er da gerade vor sich sah, noch die selbe Person war, die man von ihren grandiosen Alben kannte. Und so sagte Chan „Cat Power“ Marshall 2006 denn auch die Termine ihrer anberaumten US-Tournee zum Album „The Greatest“ ab und begab sich aufgrund von psychischen und Alkoholproblemen in Behandlung. Böse Zungen würden behaupten, dass sie im Laufe ihrer Karriere, welche Mitte der Neunziger in ihrer Heimatstadt Atlanta startete und sie bald nach New York City führte, selbst zu einer dieser traurigen, gebrochenen Gestalten, dieser von Zorn, Verzweiflung und Unstetigkeit getriebenen Hobos, geworden war…

Und doch war und ist Cat Power doch vor allem eines: abgrundtief ehrlich. Denn ganz gleich, ob sie sich gerade auf einer Konzertbühne oder in einer dieser für Interviewmarathons angemieteten Luxushotelsuiten befindet, kehrt sie ihr Innerstes stets nach Außen, trägt ihr Herz auf der Zunge, lässt den Gegenüber ohne Hintergedanken an ihrer derzeitigen seelischen Verfassung teilhaben. Dass es ihr heutzutage besser gelingt, ihre „innere Mitte“ zu finden, als noch vor zehn Jahren, ist beruhigend. Dass es ihr nach wie vor gelingt, jedes ihrer Alben neu, aufregend und spannend zu gestalten, ist mehr als erfreulich. Und die Dame hat musikalisch eine enorme Spannbreite zu bieten: vom dunklen, rohen PJ Harvey-Sound früherer Alben (etwa „Dear Sir“ oder „Myra Lee“ von 1995 beziehungsweise 1996) über „The Covers Record“ von 2000, auf welchem sie Evergreens wie „(I Can’t Get No) Satisfaction“ (Rolling Stones) oder „I Found A Reason“ (Velvet Underground) in stillen Interpretationen ihre ganze eigene Note verlieh, die Songwriter-Großtat „You Are Free„, bei welcher ihr „Fachmänner“ wie die Musiker Dave Grohl (Foo Fighters), Eddie Vedder (Pearl Jam) und Warren Ellis (Dirty Three) oder Produzent Adam Kasper zur Seite standen, oder die selbstbewussten Memphis-Sound-Alben „The Greatest“ und „Jukebox“ – nie drohte sich Marshall zu wiederholen. Und auch auf ihrem – im letzten Jahr erschienenen – neunten Album „Sun“ fängt sie nicht damit an – den Unterbau bilden oft elektronische Klänge, dazu dürfen nach wie vor Gitarren den Ton angeben, die Texte pendeln zwischen Selbstbewusstsein, Zynismus und Alterweisheit. Die Schöne hat ihr Biest gezähmt, vorerst.

Cat Power #2

Für all jene, die bisher weniger mit den Songs der bildhübschen, charismatischen und faszinierenden Indie-Ikone in Berührung gekommen sind, hat ANEWFRIEND hier eine gut zweistündige Zusammenstellung von Cat Powers besten Stücken, welche ihr euch anhand der Tracklists selbst „nachbasteln“ könnt:

 

Disc 1Cat Power - The Greatest

1.  Dark End Of The Street (von der „Dark End Of The Street EP“, 2008)

2.  Say (von „Moon Pix“, 1998)

3.  Yesterday Is Here (von „Dear Sir“, 1995)

4.  Theme From ‚New York, New York‘ (von „Jukebox“, 2008)

5.  I’ve Been Thinking (with Handsome Boy Modeling School) (von „White People“, 2004)

6.  Ruin (von „Sun“, 2012)

7.  Stuck Inside The Mobile With The Memphis Blues Again (vom „I’m Not There“ Soundtrack, 2007)

8.  Song To Bobby (von „Jukebox“, 2008)

9.  The Greatest (von „The Greatest“, 2006)

10. Metal Heart (Jukebox version) (von „Jukebox“, 2008)

11. Ice Water (von „Myra Lee“, 1996)

12. Wonderwall (Peel Session, 2000)

13. Cross Bones Style (von „Moon Pix, 1998)

14. Names (von „You Are Free“, 2003)

15. I Found A Reason (von „The Covers Record“, 2000)

16. Fool (von „You Are Free“, 2003)

17. Wild Is The Wind (von „The Covers Record“, 2000)

18. Lived In Bars (von „The Greatest“, 2006)

 

Disc 2Cat Power #4

1.  (I Can’t Get No) Satisfaction (von „The Covers Record“, 2000)

2.  Freebird (Peel Session, 2000)

3.  Good Woman (feat. Eddie Vedder) (von „You Are Free“, 2003)

4.  Silver Stallion (von „Jukebox“, 2008)

5.  Nude As The News (von „What Would The Community Think“, 1996)

6.  Love & Communication (von „The Greatest“, 2006)

7.  Silent Machine (von „Sun“, 2012)

8.  Free (von „You Are Free“, 2003)

9.  You May Know Him (von „Moon Pix“, 1998)

10. Sea Of Love (von „The Covers Record“, 2000)

11. Amazing Grace (with Dirty Delta Blues) (von der „Dark Was The Night“ Charity Compilation, 2009)

12. Evolution (feat. Eddie Vedder) (von „You Are Free“, 2003)

13. Naked, If I Want To (Jukebox version) (von der Bonus Disc zu „Jukebox“, 2008)

14. I Believe In You (von „Jukebox“, 2008)

15. Peace And Love (von „Sun“, 2012)

16. Maybe Not (von „You Are Free“, 2003)

17. Don’t Explain (von „Jukebox“, 2008)

18. I Don’t Blame You (von „You Are Free“, 2003)

19. Cherokee (von „Sun“, 2012)

20. Dream (Bonus Track der japanischen Ausgabe von „The Greatest“, 2006)

 

 

Mehr über Chan Marshall aka. Cat Power erfahrt ihr zum Beispiel in diesem kurzen Beitrag des NDR Kulturspiegels vom August 2011:

 

Und auch Cat Powers Videos sind durchaus sehenswert. So etwa das zum Song „Cross Bones Style“ von 1998:

 

…das zu „He War“ (von 2003)…

 

…das zum selbsterfüllenden Stück „Lived In Bars“ (2006)…

 

…oder das neuste Video zum Song „Cherokee“, welches Marshall mit blondierter Kurzhaarfrisur in einem Roadmovie zeigt:

 

Und dass Chan Marshall – mittlerweile – durchaus Humor besitzt und sich und ihre Biografie selbstironisch auf die Schippe zu nehmen versteht, kann man hier – in diesem Teil der Reihe „Funny or Die“ – prüfen:

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: