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Song des Tages: Restorations – „Nonbeliever“


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Keine Frage, Restorations sind Halunken! Da kündigt die fünfköpfige Indierock-Band aus dem US-amerikanischen Philadelphia, Pennsylvania – nach immerhin vier Jahren Wartezeit – ihr neues Album an – und am Ende stehen schlappe sieben Songs und knapp 25 Minuten Spielzeit zu Buche… Die gute Nachricht: Das ist wohl beinahe das einzige, was man Restorations aktuell vorwerfen kann.

Ungeachtet des Eindrucks, dass sich Jon Loudon (Gesang, Gitarre), Dave Klyman (Gitarre),  Ben Pierce (Keyboard, Gitarre), Dan Zimmerman (Bass) und Jeff Meyers (Schlagzeug) anno 2018 und auf ihrem neuen Album „LP5000„, für das die Band – nach den Vorgängern „Restorations“ (2011), „LP2“ (2013) und zuletzt „LP3“ (2014) – die im Grunde simple Plattentitel-Chronologie um einen überhöhenden Wortwitz ergänzt, mehr denn je in die ehrsame Riege der kumpeligen, Karohemd tragenden Bartresen-Springsteen-Epigonen einreihen, verbucht das Quintett Vieles an Pluspunkten für sich, was Referenzbands wie The Gaslight Anthem, The Hold Steady, Hot Water Music, Jimmy Eat World oder den Get Up Kids mit den letzten Veröffentlichungen abhanden gekommen schien. Etwa: ein feines Näschen für die richtige Melodie und spannende Song-Idee.

restorations-lp5000Denn obwohl kaum eines der gerade mal sieben Stücke von „LP5000„, welches die Band erneut gemeinsam mit Langzeit-Produzent Jon Low (The National, Frightened Rabbit, The War On Drugs) in Hudson, NY aufnahm, höchstens annähernd die Vier-Minuten-Marke kratzt (einzig der ruhig startende und gen Ende mächtig Post-Rock-Fahrt aufnehmende Albumabschluss „Eye“ bildet hier die Ausnahme), ziehen sie den Hörer von Hördurchlauf zu Hördurchlauf immer weiter in ihren mal mehr, mal weniger laut rockenden Bann. Der flotte Einstieg „St.“ etwa, in dem Frontmann Jon Loudon mit seinem markant-rauen Gesangsorgan voller Emphase beteuert: „I’ll tell you what you already know: you can’t do this all on your own“. Oder das bereits vor einigen Wochen vorab veröffentlichte „The Red Door“ (nebst einem feinen Musikvideo, das die Geschichte von zwei Hunden erzählt, die in die Natur fliehen und ihre neu gewonnene Freiheit feiern), in dem Loudon die Gentrifizierung seiner Heimatstadt anprangert: „Philadelphia (und möglicherweise auch deine Stadt) verändert sich rapide. Ich frage mich, wo die Leute hingehen werden, wenn sie es sich in Zukunft nicht mehr leisten können, in diesen neuen Nachbarschaften zu leben. Diese ‚roten Türen‘ an all diesen Gebäuden erscheinen mir wie eine Art Warnschild,“ wunderte sich der Sänger kürzlich in diesem Interview bei NPR.

Eines der Highlights des – der Kürze zum Trotz – kaum an Glanzpunkten armen Albums dürfte jedoch zweifellos „Nonbeliever“ sein. Durchzogen von schwebenden Emorock-Gitarrenriffs und angetrieben von einem – im besten Sinne – fies ohrwurmigen Refrain, dreht sich der Song um verschiedene Fragen, die sich laut Sänger und Gitarrist Jon Loudon viele Menschen Mitte Dreißig stellen: „An welchen Ort soll man noch ziehen? In welcher Branche kann man noch arbeiten, die nicht zusammenbrechen wird? Welche Möglichkeiten sind da, die nicht zu schrecklich sind?“ – Allesamt berechtigte Fragen, mit denen der selbst 35-jährige Musiker kaum allein auf weiter Flur dastehen dürfte…

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Alles in allem gehen Restorations den Weg ihrer letzten Werke mit „LP5000“ (welches NPR aktuell bereits im Stream bietet) weiter und bieten all jenen, die mächtig Bock auf eine kurzweilige Melange aus Indierock (mit den Zehen im seligen Neunziger-College- und Emorock), hemdsärmeligem Punkrock, etwas modernem Grunge, einer Prise Postrock sowie Blues haben, eine musikalische Alternative zu all jenen weiter oben genannten Referenzbands. Und: Geht es nur mir so, oder werden speziell bei diesem Philly-Quintett satte Erinnerungen an Pela wach, die sich nach dem 2007 veröffentlichten (und noch immer sträflichst unbekannten) Debüt „Anytown Graffiti“ leider viel zu früh trennten, sowie vor allem „Rise Ye Sunken Ships„, den darauf folgenden Erstling von We Are Augustines, der Pela-Nachfolgeband, die sich wenig später in Augustines umbenannte, nur um 2016 (und zwei weiteren Alben) vorerst ebenfalls die musikalischen Segel zu streichen? Schließlich sind raue Reibeisen-Gemeinsamkeiten bei den Stimmchen von Jon Loudon und Pela-/Augustines-Fronter William McCarthy kaum von der Hand zu weisen… Nevermind. Großartiges (Mini-)Album der Schlingel von Restorations, das in einer gerechten Musikwelt ausreichend Beachtung und den ein oder anderen vorderen Platz in der Jahresabschlussliste verdient hat – und, ganz nebenbei, eines der schönsten Albumcover-Artworks des Jahres stellt.

 

„Restorations have always been a band keenly aware of their surroundings and LP5000 is just that: Seven songs written and recorded during a time of transition. It’s a record about displacement. It’s about feeling complacent and coming to the sudden realization that maybe things aren’t as solid as they’d seemed—in politics, in personal relationships, and in the different corners of their hometown of Philadelphia. It’s about knowing now that if you don’t constantly work 24/7 to keep things together, they can easily fall apart. One long, sustained ‚Oh, fuck.'“

 

 

„This working thing just ain’t working for you
You just refresh the news and repeat it again
Said you’ve found the trick: just be bad at your job
If you burn all the fries, they’re gonna make you the king

There you’ll find this nonbeliever
On their non-believing knees

Said you’re doing much better living out in L.A
Far away from your parents and the concerns of the day
And you think about all your friends from school
What they’re doing now
If they remember

There you’ll find this nonbeliever
On their non-believing knees
You’ll find this nonbeliever asking for anything

I love your protest lines
Oh, but who has the time?
We all saw the same thing at the same time, okay?
Got a partner for starters
And a kid on the way
Can’t be doing all this dumb shit no more

There you’ll find this nonbeliever
On their non-believing knees
You’ll find this nonbeliever asking for anything

There you’ll find this nonbeliever
On their non-believing knees
You’ll find this nonbeliever asking for anything
Asking for anything

And you’re running out of things to give away…“

 

EDITH: Das Album gibt es mittlerweile via Bandcamp in Gänze im Stream:

 

Rock and Roll.

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„Tausend Jahre sind ein Tag…“ – ANEWFRIENDs Top 10 der Jahreszahl-Songs


How-to-Promote-Mixtape

Kürzlich kam mir beim Hören von Frank Turners neustem Album „Be More Kind“ (welches kein schlechtes, jedoch bei weitem nicht sein bestes ist) ein spontaner Gedanke: Wie wäre es mit einer Top 10 der – spontan, freilich! – persönlich liebsten und tollstbesten Songs mit einer Jahreszahl im Titel?

Gedacht? Getan! Natürlich (ich schrob „spontan“, Ladies und Gentlemänner!) ohne Gewähr auf Vollständigkeit, jedoch feinstsäuberlich-deutsch chronologisch geordnet: hier ist meine eigene Liste…

(Falls euch noch das ein oder andere Stück in den Sinn kommen sollte: lasst es ANEWFRIEND und die internetze Welt da draußen in den Kommentaren wissen!)

 

 

The Gaslight Anthem – „1930“ (vom Album „Sink Or Swim“, 2007)

 

„And I see you like you were there

And I know just how you’d smile

Mary, you looked just like it was 1930 that night…“

 

 

 

Frank Turner – „1933“ (vom Album „Be More Kind“, 2018)

 

„The first time it was a tragedy

The second time is a farce

Outside it’s 1933 so I’m hitting the bar…“

 

 

 

Neutral Milk Hotel – „Holland, 1945“ (vom Album „In The Aeroplane Over The Sea“, 1998)

 

„The only girl I’ve ever loved

Was born with roses in her eyes

But then they buried her alive

One evening 1945

With just her sister at her side

And only weeks before the guns

All came and rained on everyone

Now she’s a little boy in Spain

Playing pianos filled with flames

On empty rings around the sun

All sing to say my dream has come…“

 

 

 

The Stooges – „1969“ (vom Album „The Stooges“, 1969)

 

„Well, it’s 1969 – OK all across the USA

It’s another year for me and you

Another year with nothing to do…“

 

 

 

The Smashing Pumpkins – „1979“ (vom Album „Mellon Collie And The Infinite Sadness“, 1995)

 

„Shakedown 1979, cool kids never have the time

On a live wire right up off the street

You and I should meet…“

 

 

 

Sophie Hunger – „1983“ (vom Album „1983“, 2010)

 

„Guten Morgen, 1983

Wo sind deine Kinder?

Ich bin zu Dir zurückgekehrt

Nur kurz, noch nicht für immer

1983, zeig mir deine Finger

Und frag nach deinem Abdruck…“

 

 

Prince – „1999“ (vom Album „1999“, 1982)

 

„Say, say two thousand zero zero party over, oops, out of time

So tonight I’m gonna party like it’s nineteen ninety-nine…“

 

 

 

Silverchair – „Anthem For The Year 2000“ (vom Album „Neon Ballroom“, 1999)

 

„We’ll make it up to you

In the year 2000

Build it up for you

In the year 2000

Make it up to you

In the year 2000

Build it up for you

In the year 2000 with you…“

 

 

 

Pearl Jam – „4/20/02“ (vom Album „Lost Dogs (Rarities & B-Sides)“, 2003)

 

„So all you fools

Who sing just like him

Feel free to do so now

‚Cause he’s dead…“

 

 

 

The World is a Beautiful Place & I am No Longer Afraid to Die – „January 10th, 2014“ (vom Album „Harmlessness“, 2015)

 

„But don’t you quiver

I am an instrument

I am revenge

I am several women…“

 

 

Rock and Roll.

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High and lonesome sounds – zwei Download-Tipps für Freunde von The Gaslight Anthem und Brian Fallon zur angekündigten Bandpause


Foto: Danny Clinch

Foto: Danny Clinch

„Wir wollten euch mitteilen, dass wir mit The Gaslight Anthem nach unserer Europa-Tour im August eine Pause einlegen werden. Wir werden in der Zwischenzeit andere Projekte verfolgen, auch musikalischer Art, der Band aber eine Pause gönnen, bis wir entschieden haben, was wir als nächstes tun wollen.

Anstatt eine neue Platte aufzuznehmen, nur um eine neue Platte zu haben, wollen wir lieber unsere Batterien aufladen und abwarten, bis wir uns wieder richtig inspiriert fühlen. Wir denken, das ist zum jetzigen Zeitpunkt die beste Entscheidung, die wir treffen können.“

Foto: Joey Maloney

Foto: Joey Maloney

Mal ehrlich: Diese Meldung, die The Gaslight Anthem vor gut zwei Wochen über ihre Facebook-Seite verbreiteten, überraschte wohl die Wenigsten. Immerhin wurden die letzten Alben der Band – angefangen beim dritten Werk „American Slang“ (2010) über  „Handwritten“ (2012) bis hin zum bisher letzten Studiozeugnis „Get Hurt“ (2014) – von Kritikern wie auch Fans immer zwiespältiger aufgenommen. Klar war nicht alles auf diesen Alben schlecht. Klar muss keine Band – auch nicht der Punkrock-Vierer aus New Brunswick, New Jersey – seine Meilensteine (in diesem Falle „Sink Or Swim“ und „The ’59 Sound„, 2007 und ein Jahr darauf erschienen) immer und immer wieder in unterschiedlichsten Variationen wiederholen. Aber wie viel hatten die jüngsten Songs noch mit Gassenhauern für die ewigen Rock-Jagdgründe, die einem noch immer Entenpelle auf die Unterarme zaubern, mit Stücken wie „Great Expectations“, „We Came To Dance“, „Blue Jeans And White T-Shirts“, „1930“ oder „Old White Lincoln“ gemeinsam? Oftmals: zu wenig, um einem Tränen der Begeisterung in die Augen zu zaubern – leider. Trotz all der Liebe, die der Band (auch meinerseits) noch entgegenschlägt, scheint zunächst einmal die Luft raus…

Trotzdem werden die einzelnen Teile von The Gaslight Anthem – Frontmann Brian Fallon, Gitarrist Alex Rosamilia, Bassist Alex Levine und Schlagzeuger Benny Horowitz – kaum stillstehen. Fallon – für mich seit jeher der einzig kredible Anwärter auf den Thron vom „Boss“ Bruce Springsteen – hatte ja auch in den letzten Jahren bereits das ein oder andere Betätigungsfeld abseits seiner Hauptband, etwa The Horrible Crowes, bei dem ihm TGA-Gitarrentechniker Ian Perkins zur Seite stand, oder das bislang vielversprechende Bandprojekt Molly and the Zombies. Es bleibt also trotz allem spannend…

11787320_10207551032240545_252736424_nWer auch in der Bandpause auf unbestimmte Zeit nicht auf The Gaslight Anthem und Brian Fallon verzichten möchte, dem seinen zur Minute zwei Konzertmitschnitte ans Hörerherz gelegt. Ersterer stammt von einer Show von The Gaslight Anthem in der Saint Andrew’s Hall in Detroit, MI, welche die Band am 1. April 2009 spielte (also noch bevor das dritte Werk „American Slang“ erschien und die Punkrocker in größere Venues überwechselten). Hit folgt auf Hit folgt auf Hit folgt auf Hit – 18 Stücke lang. Zweiterer Mitschnitt ist deutlich neuer und präsentiert den TGA-Frontmann a.D., Brian Fallon, (beinahe) solo und akustisch und bestens aufgelegt beim diesjährigen „Newport Folk Festival“ in Newport, Rhode Island im Juli diesen Jahres. Unterstützt von einigen Freunden (etwa Gaslight-Gitarrist Alex Rosamilia und Horrible-Crowes-Kumpan Ian Perkins) gibt Fallon während der 45-minütigen Show insgesamt neun Songs zum Besten, welche vor allem vom 2011 veröffentlichten Horrible-Crowes-Debüt „Elsie“ stammen, mit „Steve McQueen“ und „Smoke“ sind gar zwei neue Stücke dabei. Rein qualitativ handelt es sich bei beiden Bootlegs um Soundboard-Mitschnitte, welche in Bootlegger-Kreisen wohl die Note A- oder B+ bekommen würden (bei der Gaslight-Show sind die Fallon’schen Vocals, welche vor sechs Jahren noch etwas windschief-punkiger ums Eck kamen als etwa heute, wohl etwas zu sehr in den Vordergrund und der Rest der Band zu sehr in den Hintergrund gemischt, bei der von der Festival-eigenen „Newport Folk Festival“-Internetradiostation mitgeschnittenen Solo-Show gibt es die ein oder andere kleine Übertragungsinterferenz). Alles in allem zwei feine geschenkte Gäule, die die Wartezeit fürs Erste überbrücken sollten – Für den Rest gibt es (mindestens) zwei Alben für die Ewigkeit…

 

 

 

Rock and Roll.

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Die Woche in Bild und Ton…


Damit ihr nicht vollkommen den Überblick über alle hörens- und sehenswerten Neuerscheinungen der letzten Woche(n) verliert, hat ANEWFRIEND hier wieder einige der Videoneuerscheinungen der letzten Tage für euch aufgelesen…

 

Pearl Jam – Mind Your Manners

Mind Your Manners

Blitze, Bomben, Umweltkatastrophen – auch das Musikvideo zur neuen Pearl Jam-Single „Mind Your Manners“ ruft Erinnerungen an den bereits 15 Jahre alten Song „Do The Evolution“ wach. Doch anders als damals hat die Band ihren strikten Medienboykott mittlerweile ad acta gelegt und auf ihre eigene Art Frieden mit Musikindustrie und -journalie geschlossen. Leise und meinungsarm sind Eddie Vedder & Co. deshalb keineswegs. Und falls „Mind Your Manners“ auch nur im Entferntesten die Richtung des kommenden, am 11. Oktober erscheinenden neuen Albums „Lightning Bolt“ vorgeben sollte, dann darf man sich auf einige Rockbretter gefasst machen…

 

 

 

Thees Uhlmann – Am 7. März

Thees Uhlmann

Alle Freunde des ehemaligen Tomte-Frontmanns Thees Uhlmann müssen nicht bis Oktober auf neue Songs warten – das zweite, simple „#2“ betitelte Soloalbum erscheint bereits in der kommenden Woche. Nach „Die Bomben meiner Stadt“ kann man nun mit „Am 7. März“ das nächste Stück des neuen Albums hören, und bekommt in dem dazugehörigen Video Einiges an zeitgeschichtlichen Schnappschüssen, in die sich Thees Uhlmann selbst hinein(ver)setzt, um die Ohren geworfen… Amüsant und höchst sympathisch.

 

 

 

Slut – Next Big Thing

Slut #3

Ob „Alienation„, das siebente Album der Bayern von Slut, das „nächste große Ding“ wird, darf berechtigtermaßen bezweifelt werden, denn bei aller Qualität ist die Band noch immer zu sperrig und fordernd für den Mainstream. Dafür hat „Next Big Thing“, die erste Singleauskopplung des aktuellen Albums, nun ein amtliches Musikvideo bekommen, bei welchem Sönke Held Regie führte, und das man sich mit all seinen zu „Alienation“ passenden Rottönen und nervösen Schnitten schon im Vorfeld so vorgestellt haben dürfte…

 

 

 

Frightened Rabbit – Radio Silence

Frightened Rabbit

Neues von ANEWFRIENDs Lieblingsschotten Frightened Rabbit, bei denen man sich mittlerweile und zu recht fragen darf, ob und wann die Band eigentlich schläft… Album, Tour – und bei all dem kommen Scott Hutchison & Co. immer noch dazu, neue Songs aufzunehmen. Hier gibt’s nun „Radio Silence“ für die Ohren (Studioversion) sowie für’s Auge (die Akustikversion von Frontmann Hutchison höchstselbst). Der Song, welcher denen des aktuellen Albums „Pedestrian Verse“ in Punkto Druck und Hymnus in nichts nachsteht, ist Teil der am 10. September erscheinenden neuen EP, welche unter anderem zwei weitere neue Songs enthalten wird…

 

 

 

The Gaslight Anthem – Every Word Handwritten (Kurzfilm)

Every Word Handwritten...

Über den 15-minütigen Kurzfilm von Regisseur Kevin Slack, welches sich thematisch nah am letzten The Gaslight Anthem-Album „Handritten“ hält und eine Vinylplatte von Generation zu Generation begleitet, berichtete ANEWFRIEND bereits im Februar. Während die Band selbst momentan am Nachfolger zu „Handwritten“ arbeitet, kann man sich hier nun den Kurzfilm, zu dem Gitarrist Alex Rosamilia den Score lieferte, in voller Länge anschauen…

 

 

Rock and Roll.

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Liebe und Geschichten in jeder Rille – der Kurzfilm aus dem The Gaslight Anthem-Lager: „Every Word Handwritten“


Every Word Handwritten...

Eines steht fest: wir leben in schnelllebigen Zeiten. Alles muss immer größer, praktischer, effektiver, besser, höher, schneller, weiter sein. Wir führen – zumindest in den Industrienationen – den Darwinismus ad absurdum und passen unsere Umwelt uns an. Gibt’s nicht? Klappt nicht? Was nicht passt, wird passend gemacht! Und wieso sollte es mit der Musik anders sein? Musste man sich früher noch zu Hausmusikabenden zusammen setzen, wenn man Musik hören wollte, so lässt heute beinahe jeder seinen eigenen kleinen Tagessoundtrack auf dem Weg zur oder von der Arbeit, beim Putzen, Joggen, Schlafen, Lesen und wasweißichfürgelegenheiten durch die Gehörgänge rauschen. Musste man früher noch Stunde um Stunde vor dem Tapedeck verbringen, wenn man den neusten „heißen Scheiß“ an Radiotiteln auf Magnetbändern in den Walkman bringen wollte – und beim Mitschneiden im Radio alles sekundengenau abpassen (und hoffen, hoffen, hoffen, dass dieser dämliche Moderator den Titel auch gottverdammtnochmal ausspielt und nicht wieder irgendwelche beschissenen Verkehrsmeldungen über die beste Stelle rasseln lässt!) -, so kann man sich heutzutage bei Bedarf einfach die komplette Diskographie eines Künstlers innerhalb weniger Minuten auf die heimische Festplatte saugen. Und, all ihr Kiddies da draußen: was wisst ihr denn heute noch über die Unwägbarkeiten, die Tücken, die psychologischen Fallstricke der Zusammenstellung des – nahezu! – perfekten Mixtapes? Hm? Darüber, den idealen Anfang und den vielsagensten Abschluss zu finden und den Hörer (zu meiner Zeit und in eurem Alter meist: die Angebetete) während der gesamten Zeitspanne – bei Kassetten meist 60 oder 90 Minuten, später die Standard-CD-Länge von 80 Minuten – bei Laune zu halten, bestenfalls gar (für sich) zu begeistern? Wann habt er zuletzt vor einem Platten- oder CD-Regal gestanden und versucht, den Besitzer dieser „Kostbarkeiten“ anhand des Musikgeschmacks psychologisch einzuschätzen? Wann habt ihr eure Finger zuletzt fachkundig durch die Neuerscheinungen in einem Musikfachgeschäft wandern lassen? (Ja, es gibt in der Tat ein Leben außerhalb des iTunes Stores!) Wann habt ihr zuletzt eine Vinylplatte in euren Händen gehalten – gar: eine gekauft? Oder lediglich eine CD? Also? Hm? Hm?!? HM?!? Und nein: das ist kein Kulturpessimismus. Nennt es bitte verklärte Kulturromantik…

Vinyl Love

The Gaslight Anthem-Schlagzeuger Ben Horowitz sieht das ähnlich: „Ich habe mich in Musik verliebt, als es noch keine Musik gab,“ wie er kürzlich gegenüber der US-amerikanischen Ausgabe des Rolling Stone zu Protokoll gab. „Und als sich die gesamte Musikindustrie veränderte, war ich immer noch verliebt. Es ist schon interessant, ein Musikfan zu sein und diese Veränderungen selbst mitzumachen.“ Und so ist es umso logischer, das er und seine Band dieser Langzeitliebe nun in größerem Maße Tribut zollen: im 15-minütigen Kurzfilm „Every Word Handwritten“ wird der Weg einer Vinylsingle durch die Jahrzehnte gezeigt, wie sie die Leben von Menschen, ja von ganzen Generationen in entscheidenden Momenten verändert, und selbst nur äußerlich Schaden nimmt – Vinyl, du schwarzes Gold, du musikalischer Hort für die Ewigkeit. Und auch der Titel des Film kommt nicht von ungefähr: die Idee kam Horowitz, als es darum ging, Themenbereiche für das Video zum Titelsong des gleichnamigen, im vergangenen Juli erschienenen Gaslight Anthem-Albums „Handwritten“ zu sammeln. Nachdem sich der Schlagzeuger das Okay seiner Bandkumpels eingeholt hatte, setzte er sich mit Regisseur Kevin Slack, der vorher unter anderem bereits das Video zu „Here Comes My Man“ mit verantwortete, in Kontakt und begann mit der Arbeit. Herausgekommen sind 15 sehenswerte Minuten, für deren Score sich TGA-Gitarrist  Alex Rosamilia und Wes Kleinknecht, ein weiterer Freund der Band, verantwortlich zeichnen, und deren Optik wohl allen, die mit den bisherigen Videos von The Gaslight Anthem vertraut sind, ebenfalls zusagen dürfte…

„Ich kann mir ein Leben ohne Vinyl nicht vorstellen. Ein Leben, in dem ich durch mein Wohnzimmer gehe, ohne meine Platten zu sehen.“ Ja, Ben Horowitz ist einer dieser Kulturtraditionalisten, die ihr immer so süffisant belächelt, während ihr euch auf euren iPods und iPhones durch Tage um Tage Musik clickwheeled und scrolled, Kinder. Nichts für ungut, sehr verehrte jüngere Generation, denn auch ich liebe meinen iPod! Aber: viel zu viele von euch werden wohl einen guten Teil eben jener Magie, die die Musik eigentlich stets umgeben sollte, wohl leider nie kennenlernen…

The Gaslight Anthem

Der Kurzfilm „Every Word Handwritten“ kann hier (über den Internetauftritt des US-amerikanischen Rolling Stone) begutachtet werden…

…und hier gibt’s noch einmal die bisherigen Zusammenarbeiten von The Gaslight Anthem mit Regisseur Kevin Slack: das Video zu „I’da Called You Woody, Joe“ (vom 2007 erschienenen Debüt „Sink Or Swim„)…

 

…den Clip zu „Handwritten“ (quasi der Kurzfilm im gestrafften Videoformat)…

 

und das aktuelle Video zu „Here Comes My Man“:

 

Als kleinen Bonus gibt’s hier noch The Gaslight Anthems Version des Animals-Klassikers „House Of The Rising Sun“, die die Band bei einer Session der „Billboard Candid Cover“-Reihe einspielte:

 

Rock and Roll.

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Der Jahresrückblick 2012 – Teil 4


Nachdem auf ANEWFRIEND bereits mein persönliches Jahr 2012 in Punkto Serien (ich entschuldige mich an dieser Stelle noch einmal bei all jenen, denen aufgefallen sein sollte, dass ich lohnenswerten Formaten wie „Breaking Bad“ oder „Californication“ nicht die verdiente Erwähnung entgegen gebracht habe!), Filme und dem „Song des Jahres“ unter die digitale Lupe genommen wurde, kommen wir nun zur gefühlten Königsdisziplin: den „Alben des Jahres“.

Und: findigen regelmäßigen Besuchern dieses kleinen Blogs wird nicht entgehen, dass 13 der Alben meiner persönlichen Top 15 im Laufe des Jahres bereits als „Album der Woche“ auf ANEWFRIEND Erwähnung fanden…

(Dass Platz 1 fehlt, ist übrigens kein Versehen – das Album wird mit einer etwas größeren Review in Kürze nachgereicht!)

 

 

Led Zeppelin - Celebration Day (Cover)02.  Led Zeppelin – Celebration Day

London im Dezember 2007: die „elder statesmen des Rock“ in Persona von Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und „Bonzo“-Sprößling Jason Bonham betreten noch einmal gemeinsam eine Konzertbühne, um Led Zeppelin in höchsten Ehren zu Grabe zu tragen. Ein Schwanengesang, und was für einer!

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Kid Kopphausen - I (Cover)03.  Kid Kopphausen – I

Die beiden deutschen Liedermacher Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch verbindet eine jahrelange Freundschaft. Nur logisch also, sich auch „beruflich“ zusammen zu tun und unter dem sinnstiftenden Namen „Kid Kopphausen“ ein Album im Bandformat zu veröffentlichen. Der Titel „I“ lässt vermuten, dass beide gern noch viele dieser stetig zwischen Frühlingsoptimismus und Herbstmelancholie pendelnden Kleinode geschrieben hätten… Leider verstarb Koppruch plötzlich und unerwartet im Oktober, noch bevor Kid Kopphausen zur geplanten großen Tournee aufbrechen konnten. Und auch wenn es nur ein kleiner Trost ist: Lieder wie das tolle „Das Leichteste der Welt“ strahlen nun, ob der dämmernden Gewissheit, noch heller… Danke, Nils.

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Keaton Henson - Dear (Cover)04.  Keaton Henson – Dear

Der englische mediale Alleskönner bot mit seinem Debüt „Dear“ und den dazugehörigen wundervollen Videos liebeskranken Singer/Songwriter-affinen Hörern 2012 den wohl schönsten Soundtrack. Klar scheint nach dem Genuss des Albums keinem eine kleine Sonne aus dem Allerwertesten, jedoch kann man sich in diese intimen Trauergeständnisse zärtlich behütet einkuscheln… *hach*

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Bloc Party - Four (Cover)05.  Bloc Party – Four

Nach „Intimacy“ schienen Bloc Party als Bandverbund quasi obsolet, Sänger Kele Okereke suchte sein Solo-Heil in Elektronikexperimenten, der Rest der Band widmete sich ebenfalls eigenen Projekten. Dann die scherzhafte mediale Verlautbarung, dass man gerade einen neuen Mikrovorsteher caste – ein Witz, der maximale Aufregung hervorrief. Dass das so simpel wie vielsagend betitelte neue Album „Four“ jedoch eine so gelungene Rückkehr zu alten Stärken werden würde, hatte wohl kaum jemand zu hoffen gewagt. Hier spielt eine verdammte Band! Und sie spielt frisch, laut, gewagt, ungewohnt, spannend. Unerwartet, und daher umso überraschender.

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Die Natur grift an (Cover)06.  Vierkanttretlager – Die Natur greift an

Dass vier Milchbubis aus dem norddeutschen Husum eines der besten deutschsprachigen Debütalben des Jahres abliefern würden, wird wohl nur den wenigsten Eingeweihten – und Kennern der Debüt-EP „Pension Kanonier“ – klar gewesen sein. Spätestens jetzt – und nach einem langen Tourneejahr mit u.a. Casper oder Kraftklub – dürften die Jungs von Vierkanttretlager auch einem breiteren Publikum bekannt sein. Und hört man das stürmische und bereits seltsam altersweise „Die Natur greift an“, so fragt man sich, wie zur Hölle die Instrumentalfraktion von Tomte Sven Regener Element Of Crime als Sänger abwerben konnte…

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cover07.  Kristofer Åström – From Eagle To Sparrow

I won’t back down: auch 2012 stellte der bärtige Schweden-Singer/Songwriter erneut unter Beweis, dass noch immer niemand Herzschmerz so wunderschön aufrichtig vertonen kann, nur um sich im nächsten Moment selbst in den Arm zunehmen, auf die Schulter zu klopfen und beherzt in den Allerwertesten zu treten. Kleine Hymnen in bewährt hoher Qualität. Åström ist und bleibt ’ne sichere Bank!

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Two Gallants - The Bloom and the Blight (2012)08.  Two Gallants – The Bloom And The Blight

Hoppla! Da scheint ja beim wuchtigen Duo aus San Francisco so einiges vorgefallen zu sein. Weg sind die Bluesrock-Mini-Dramen mit annähernd zehn Minuten Spieldauer. Stattdessen wird alles mit ausreichend Sturm und Druck ins beinahe „klassisch“ knappe Songformate gepresst. Und trotzdem sind die neuen Songs des Zweiergespanns Adam Stephens und Tyson Vogel relevante und spannend anzuhörende, kaum zu zähmende Biester!

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Patrick Wolf - Sundark and Riverlight (Cover)09.  Patrick Wolf – Sundark and Riverlight

Zehnjähriges Veröffentlichungsjubiläum? Da lässt sich ein so wandlungsfähiges Musikchamäleon wie Patrick Wolf natürlich nicht lumpen und bringt statt einer schnöden „Greatest Hits“-Zusammenstellung mal eben seine Auswahl der persönlichen Highlights in komplett neuen, mal akustisch, mal mit kleinem Orchester aufgenommenen Arrangements an den treuen Hörer. Lohnt sich, auch für diejenigen, die den talentierten Briten erst jetzt für sich entdecken möchten.

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Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra - Theatre Is Evil (Cover)10. Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestra – Theatre Is Evil

Mehr Aufsehen als die Songs selbst des – mehr oder minder – zweiten Soloalbums der on/off-Dresden Dolls-Frontfrau erregte wohl deren Geldbeschaffungsaktion im Vorfeld: via Kickstarter sammelte Amanda Palmer etwa 1,2 Millionen US-Dollar ein und gab diesen Vorschuss an Geld und Vertrauen anhand eines vielseitigen, mit ihrer Begleitband The Grand Theft Orchestra eingespielten Albums sowie durch individuelle Fan-Gimmicks zurück. „Theatre Is Evil“ mag an einigen Stellen ambitionierter und unkonventioneller als noch das Solo-Debüt „Who Killed Amanda Palmer“ von 2008 tönen, steht diesem jedoch in nichts nach.

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…und auf den weiteren Plätzen:

The Unwinding Hours – Afterlivesmehr…

Regina Spektor – What We Saw From The Cheap Seatsmehr…

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Lost Songsmehr…

The Gaslight Anthem – Handwrittenmehr…

The Smashing Pumpkins – Oceania

 

Rock and Roll.

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