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Song des Tages: The Drew Thomson Foundation – „A Little More Time“


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Wer in den letzten Monaten – wohl mehr zufällig – auf seine 2018 veröffentlichte „Stay EP“ gestoßen sein sollte, der weiß bereits, dass Single Mothers-Frontmann Andrew „Drew“ Thomson viel mehr kann, als beißende Texte in einer der unbeständigsten Hardcore-Punk-Bands der letzten Jahre ins Mikro zu spucken. Denn was Thomson in seinem Soloprojekt, The Drew Thomson Foundation, macht, ist etwas ganz anderes…

a0370705959_16Auf deren selbstbetiteltem, im vergangenen September erschienenem Debütalbum dreht sich – ganz anders als bei den Hardcore-Punk-Brechern, die der Mittdreißiger sonst mit seiner im kanadischen London, Ontario beheimateten Hauptband zurecht rockt – alles um große, glänzende Melodien, die in noch größere, heller glänzendere Power-Pop-Songs verpackt werden, in denen sich Drew Thomson öffnet und mit seiner jahrzehntelangen Hassliebe zum Teufel Alkoholismus ins Reine kommt. Jetzt nüchtern und mit einer positiveren Lebenseinstellung, hat sich Thomson in einen „Diät-Coke- und Limetten-Typen“ gewandelt, der nun – schlichtweg und erfreulicherweise – gar nicht mehr das Bedürfnis hat, ständig wütend zu sein.

Musikalisch sprechen wir hier im Gros über Pop-Rock im Stil der späten Neunzigerjahre, wie Third Eye Blind, Gin Blossoms oder die Goo Goo Dolls – jedoch mit gerade genug Punk-Spirit, um nachhingehend gemeinsame Touren mit Bands wie Dirty Nil oder New Swears zu rechtfertigen. Manch ein Indierock-Connaisseur mag auch an die melodienseligen Anfangstage eines Jesse Malin denken.

Neben feinen Songs wie „Stay“ oder „Pace Yourself“ (welche bereits auf der Debüt-EP zu hören waren) dürfte die Single „A Little More Time“ sicherlich eines der Highlights des Albums darstellen, schließlich spiegelt diese Thomsons Mischung aus doppelbödiger Heiterkeit und riffgeschwängerter Melancholie mit am besten wider – übrigens ebenso wie das dazugehörige Musikvideo. Darin sieht man einen Tag in Drews Leben, komplett mit Akustikgitarren auf Parkbänken und gelegentlichem Eis. Andererseits malen die Aufnahmen von Thomson, wie er mit den Blumen spielt, die nach ihm geworfen werden, oder wie er paralysiert in einer Ballon gewordenen Halluzination auf seiner Couch sitzt, das Bild eines Typen, der vielleicht nicht (komplett) verrückt ist, aber definitiv mit etwas Heftigerem zu tun hat, als an einem sonnigen Tag ein flottes Lied übers Vermissen und An-jemanden-denken zu spielen.

Laut Regisseur Ryan Brough „zeigt uns Drew Thomson von der Drew Thomson Foundation in dem neuen Video zu ‚A Little More Time‘ seinen Alltag. Das Video ist ein Tag im Leben eines Mannes mit seiner Strickjacke, Katzen und Kaffee. Das Video zeigt eine ungeschminkte Seite von Drew und hält sie real und auf den Punkt. Das Video spielt in der Stadt, in der Drew lebt, Hamilton. Folgen Sie Drew, wie er den Hammer erforscht und uns sein wahres Gesicht zeigt.“

Oder, in Drew Thomsons eigenen anspielungsreichen Worten: „Wir taten ein paar Schritte in meinen Schuhen, beobachteten mein Leben wie eine Tüte im Wind und versuchten, die Dämonen noch ein wenig länger in Schach zu halten.“

 

 

Rock and Roll.

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