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Auf dem Radar: Violet Soda


Hört man die Songs von Violet Soda, dann mag man an recht vieles denken, jedoch kaum an Zuckerhut, Copacabana, Samba, Neymar oder Gilberto Gil. Doch tatsächlich stammt das Quartett, welches sich möglicherweise seinen Namen bei diesem Drink geliehen hat, aus dem brasilianischen São Paulo, wo Sängerin und Gitarristin Karen Dió, Gitarrist Murilo Benites, Bassist Tuti AC und Schlagzeuger André Dea im Jahr 2018 beschlossen, fortan gemeinsam etwas lauter Sache zu machen. Ihren Sound lehnen Violet Soda vor allem am Grunge, Alternative Rock und krachigen Indie Rock der Neunziger an: ein wenig von der suffschiefen Riot-Grrrl-Attitüde à la Courtney Love und Hole, ein gerüttelt Maß des unkaputtbaren Powerrocks von Dover, zwei Messerspitzen Joan Jett und Pixies sowie ein großzügiger Esslöffel des ohrwurmigen Zeitgeist-Poprocks von Paramore (deren Frontfrau Hayley Williams auch das das stilistische Vorbild von Karen Dió sein dürfte) – fertig sind Songs wie „Charlie“, „Girl!“, „Tangerine“, „Coffee“ oder „Candyman“.

Nachhören kann man all das bisher auf zwei EPs von 2018 sowie dem selbstbetitelten, ein Jahr darauf erschienenen Debütalbum. Zuletzt – und daran dürfte auch die konzertfreie Zeit der Pandemie Schuld sein – ließ es die Newcomer-Band im heimischen Proberaum etwas ruhiger angehen und veröffentlichte zwei Unplugged-Sessions. Und auch die beweisen das durchaus vorhandene internationale Potential von Violet Soda, die im Rahmen ihres Debütalbums verrückterweise bisher nur drei Shows vor Publikum spielen konnten. Kaum verwunderlich also, dass so langsam auch die Online-Musikpresse außerhalb ihrer südamerikanischen Heimat auf das Vierergespann aufmerksam wird – beim britischen „KERRANG!“ etwa fanden Karen Dió und ihre Jungs unlängst im Rahmen einer näheren Betrachtung der brasilianischen Musikszene Erwähnung…

Rock and Roll.

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Song des Tages: Katie Ferrara – „Tangerine“


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Foto: Chris Fayz

Es gibt eine Handvoll Bands und Künstler, deren Songs eine Coverversionen fast schon verbieten, oder es derjenigen Person, die sie für sich neu interpretieren möchte, zumindest schwer macht, dies auf Augenhöhe zu tun. So würde sich doch kaum ein „normal denkender“ Musiker je an einem Tool-Song versuchen, oder?

Ein weiteres gutes Beispiel in dieser Reihe dürften Led Zeppelin sein, deren musikalisch-magische Vierfaltigkeit aus Sänger Robert Plant, Gitarrist Jimmy Page, Bassist John Paul Jones und Schlagzeuger John Bonham vor allem in den Siebzigern unübertrefflich war.

Doch wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Etwa die Coverversionen des LedZep-Songs „Tangerine“ der aus Los Angeles stammenden Folk/Pop-Straßenmusikerin Katie Ferrara, die das ohnehin bereits recht entspannt und mit massig kalifornischer Sonnenschlagseite daher rumpelnde Stück, welches im Original vom 1970 erschienenen LedZep-Album „III“ stammt, noch ein wenig relaxter strahlen lässt…

 

(Ähnlich gut ist übrigens Katie Ferraras Version des Aerosmith-Smashers „Crazy“, welche ebenfalls aus dieser „Lemon Cat Session“ stammt…)

 

Rock and Roll.

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