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Song des Tages: Alex Cameron & Angel Olsen – „Stranger’s Kiss“


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Eigentlich ist’s doch jeden Sommer dasselbe: die tumbe Masse kurbelt die Autoscheiben zu dämlichen Spenglish-Rhytmen mit noch dämlicheren Ga-Ga-Texten runter, welche meist von Latinos mit formvollendeten Beach Bodies und debil-verführerischem Dauergrinsen vorgetragen werden, während selbige von silikonenen, formvollendeten Latinas umschwänzelt werden. Heute seid ihr noch „Despacito“, morgen schon so langsam, jedoch sehr sicher abgemeldet…

Und wenn’s in diesem dezent verregneten Sommer schon einen vermeintlichen „Sommersong“ benötigt, dann liefert Alex Cameron mit „Stranger’s Kiss“ einen recht guten Kandidaten.

Der Stück selbst stammt von „Forced Witness„, dem im September erscheinenden zweiten Album des Musikers aus dem australischen Sydney. Für den Song, welchen die Schreiberlinge von „Consequence Of Sound“ trefflich mit „imagine if Nick Cave wrote a Bruce Springsteen ballad with a twinkling modern synth edge“ umschreiben (was man wiederum so stehen lassen darf), hat sich der pop-affine Singer/Songwriter prominente Unterstützung an Bord geholt: So steuert die US-Folkerin Angel Olsen äußerst charmante Gesangsparts bei, während die aus der HBO-Comedy-Serie „Girls“ bekannte Schauspielerin Jemima Kirke die Regie zum Musikvideo und gleichzeitig auch die weibliche Hauptrolle im Clip übernahm – nämlich die des dandy-haften, tomboy’esken City Girls, welches einem von Alex Cameron gespielten New Yorker Großstadtmusiker hinterher läuft…

(Übrigens: Alex Cameron gilt wohl auch als einer der sichersten Kandidaten auf den Gewinn der hässlichsten Website im weltenweiten Netz. Glauben se nich? Kieken se mal hier!)

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: We Lost The Sea – „A Gallant Gentleman“


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Wo wir doch gestern bereits einmal etwas tiefer in Post-Rock-Spähren eingetraut sind – bleiben wir, zumindest für den Moment, einmal genau da

Denn ebenso wie in Dänemark – oder wohl eher noch viel weniger – würde man die Musik von We Lost The Sea im zumeist dauersonnigen australischen Sydney verorten. Für Stücke, die so elegisch, so ausufernd daher schreiten, und dazu noch grüblerische Hintergrundgeschichten abgeben, muss eine Band doch eher im tristen Schottland oder meinetwegen in der arschkalten kanadischen Einöde hocken, oder?

Doch Mark Owen (eventuelle Namensgleichheiten zum Take-That-Mitglied rein zufällig), Brendon Warner, Mat Kelly, Kieran Elliott, Matt Harvey, Nathaniel D’Ugo und Chris Torpy (welcher 2013 verstarb, von der Band jedoch immer noch zu ihrem Kreis zählt) kommen in der Tat aus der Vier-Millionen-Einwohner-Metropole an der Ostküste von „Down Under“ – und machen dennoch eine Art Post Rock, der zumindest für Australien recht neu sein dürfte. Das ändert jedoch rein gar nichts daran, dass die Songs ihres dritten, im vergangenen Juli erschienenen Albums „Departure Songs“ auch – und vor allem – bei nasskaltem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Klar, bei Längen bis zu 23 Minuten bleibt auch massig Gelegenheit, um höchst tief einzutauchen und sich nach und nach weiter treiben zu lassen…

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Dabei ist „A Gallant Gentleman“, mit beinahe schon radioverträglichen sechs Minuten noch das kürzeste der fünf Stücke und wohl auch deshalb so etwas wie die erste Single des Albums (wenn so etwas im Post-Rock-Kontext überhaupt denkbar sein sollte), ein feines Beispiel dafür, mit wieviel Hintergrundgedanken die Band ihre feingliedrig konstruierten, instrumental aufgebauten Kompositionen aufladen:

„‚A Gallant Gentleman‘, the opening track from We Lost The Sea’s third and most adventurous record to date, is a slowly building piece that gives you a just a glimpse of the tumultuous journey to follow. This is the perfect gateway to the heart wrenching ‚Departure Songs.‘

The tracks tells the story of Lawrence Oates, an army captain and explorer who walked off into the freezing Antarctic night on a expedition gone wrong, in an attempt to give his life to save the rest of his team. He knew he had become a burden on his friends. He knew their chances of survival would improve without him. So off he walked, alone, into oblivion. An opening track to a record that is steeped so much in the ideas of life, death and hope.“

Zu Hilfe gekommen ist We Lost The Sea, die bereits 2007 zusammen fanden, um auf der anderen Seite der Welt großen Vorbildern wie den unvermeidlichen Godspeed You! Black Emperor, Cult Of Luna oder Mogwai nachzueifern, der Mädchenchor des Mercy College in Chatswood, Australien. Instrumental-Post-Rock und ein Chor? Klingt nach Pathos. Ja, logisch! Und genau so muss es auch klingen… Bitte wirken lassen, und dann das Album zu Gemüte führen.

 

 

Via Bandcamp kann man sich „Departure Songs“, nach „Crimea“ (2010) und „The Quietest Place On Earth“ (2012) das dritte Werk von We Lost The Sea, in Gänze anhören:

 

Rock and Roll.

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Vorurteile beiseite, bitte – der Kurzfilm „Das Vorstellungsgespräch“


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Nervös wartet Thomas Howell auf sein Vorstellungsgespräch in einer renommierten Anwaltskanzlei in australischen Sydney. Da erscheint ein junger Mann mit Down Syndrom und holt ihn ab. Er stellt sich als sein neuer Vorgesetzter Paul Dexter vor und bittet ihn in sein Büro. Thomas weiß nicht, was er davon halten soll und fragt höflich nach, ob nicht noch jemand anderes zum Gespräch kommt. Das verneint Paul und merkt an, dass Thomas eine hässliche Krawatte trägt und ihm etwas Farbe nicht schaden könne. Das Gespräch nimmt seinen Lauf und wird immer skurriler – bis es zu einer unerwarteten Wendung kommt…

Die Regisseurin des Kurzfilms, Genevieve Clay-Smith, wurde 1988 in Newcastle, Australien, geboren. Sie studierte an der Hunter School of Performing Arts in Broadmeadow. 2009 gewann sie das Tropfilm Kurzfilmfestival. Sie setzt sich für soziale Gerechtigkeit und Inklusion von Menschen mit Behinderung ein. Mithilfe von Robin Bryan, ihre Co-Regisseurin, zeigt sie in „Das Vorstellungsgespräch“ eine Welt, die um vieles besser und schöner sein könnte, wenn wir alle nur ab und an unser Pack an Vorurteilen beiseite räumen würden.

 

Der Kurzfilm kann hier bei arte.tv angeschaut werden.

 

Rock and Roll.

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