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Song des Tages: Lea Porcelain – „Streets Of Philadelphia“


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Es ist erst ein paar Wochen her, da coverte Ryan Adams Bruce Springsteens 1994er Oscar-Evergreen „Streets Of Philadelphia“. Nun haben sich zwei ganz andere Musiker eben dieses Songs angenommen: Julien Bracht und Markus Nikolaus aus Frankfurt. Kennt keine Sau, oder? Besser bekannt ist das Postpunk-Duo freilich unter dem Namen Lea Porcelain, doch selbst darunter firmieren die beiden noch als Geheimtipp (der in den Blogsphären jedoch längst auch internationale Kreise zieht). Auch in Deutschland fanden die beiden mit ihrer 2016 erschienenen EP „Out Is In“ Einiges an Beachtung: In deren „Hotlist 2017“ attestierte „Musikexpress“-Redakteur Stephan Rehm Lea Porcelain die richtigen Vorbilder: „Peter-Hook-Gedächtnisbassläufe durchziehen ‚Out Is In‘, der Geist von Ian Curtis zickzacktanzt durch ‚Atmosphere‘. Ein Song wie ‚Warsaw Street‚ erinnert unweigerlich an ‚Warsaw‘ von der ersten Joy-Division-EP und an Bowies unheimliches ‚Warszawa'“, schrieb Rehm im Januar.

Lea Porcelains überfälliges Debütalbum „Hymns To The Night„, das in den vergangenen zwei Jahren im legendären Berliner Funkhaus aufgenommen wurde, lässt leider noch etwas auf sich warten und erscheint erst am 16. Juni. Bis dahin vertrösten Bracht und Nikolaus alle Wartenden mit ihrer ganz eigenen Version von „Streets Of Philadelphia“. Warum? Wir hörten den Song in dieser Zeit (während der Aufnahmen, Anm. d. Red.) sehr oft, wenn wir nachts nach Hause kamen. Er wurde für uns zu einer Art ‚Homecoming‘-Song während der Aufnahmesessions. Einen Abend, bevor wir uns auf den Weg in die Heimat machten, um unsere Familien zu treffen, verbrachten wir die Nacht, mehrere Versionen des Tracks aufzunehmen. Die finale Version klingt 100% nach uns und wir dachten, dies wäre ein schönes Geschenk für Freunde und Familie sich für ihre Unterstützung, ihr Verständnis und ihre Liebe zu bedanken.“

Seht hier das Roadtrip-Video zu „Streets Of Philadelphia“ von Lea Porcelain, das von ihnen selbst und Regisseur Micki Rosi Richter – ganz stilecht, immerhin geht’s hier um den Boss – im US-amerikanischen Arizona gedreht wurde:

 

Und für all jene, die gern mehr über Lea Porcelain wissen möchten, gibt’s hier ein kleines Fünf-Minuten-Portrait:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Ryan Adams – „Karma Police“


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Der seit Jahr und Tag nimmermüde Ryan Adams tingelte kürzlich durch Radiostationen, Hotelzimmer, Redaktionen und mutmaßlich gar Spielzeugabteilungen, um sein im Februar erschienenes neues, sechzehntes Album „Prisoner“ zu bewerben, auf welchem er seine Trennung von Ex-Pop-Sternchen Mandy Moore verhandelt und in 43 Minuten Herzschmerz-Heartlandrock presst. Mein erstes Fazit: solides Handwerk des 42-jährigen US-Musikers, das seine Wurzeln aus dem Classic Rock zieht. Jedoch reichen die zwölf neuen Songs mit ihrer teilweise doch recht cleanen und überfrachteten Produktion (für die konnte Adams Regelschieber-Koryphäe Don Was gewinnen) kaum an all die Großtaten der Nuller-Jahre – von „Heartbreaker“ über „Gold“ und „Love Is Hell“ bis hin zu „29“ – heran. Trotzdem werden Rocker aus Adams‘ Feder (wie etwa der unmißverständliche Album-Opener „Do You Still Love Me?„) immer gern genommen.

Dass sich Ryan Adams auch ausgezeichnet aufs Reininterpretieren von Fremdkompositionen versteht, weiß man nicht erst seit dem vor zwei Jahren erschienenen „1989„, das – jawollja! – seine mit Akribie neu zusammen gewürfelte Komplett-Variante des Taylor-Swift(!)-Millionensellers von 2014 darstellte. Wir erinnern uns: Anno 2003 lieferte Adams auf dem ersten Teil der beiden „Love Is Hell“-EPs (s)eine fast schon gespenstische Version des Oasis-Gassenhauers „Wonderwall“ ab, welche im Nachgang sogar den lobenden Segen von Oasis‘ Chef-Grantler Noel Gallagher erhielt.

ryan-adamsUnd eben kürzlich hat er’s wieder getan: Ende Januar war Ryan Adams in London bei „BBC Radio 2“ zu Besuch und gab dort ein paar Akustiknummern zum Besten. Darunter nicht nur den neuen Song „Doomsday“, sondern auch eine Coverversion von Radioheads „OK Computer“-Klassiker „Karma Police„. Die Auswahl, die er erst am Morgen des Promotages getroffen habe, begründete Adams wie folgt: „Ich habe keine Ahnung, ob ich dem Song etwas Neues und Interessantes hinzufüge, doch ich dachte, es passt sehr gut. Wegen dieser ziemlich schrecklichen Person, die gerade in den Vereinigten Staaten zum Präsidenten gewählt wurde. Ich weiß nicht genau weshalb, aber heute Morgen hatte ich diesen Song im Kopf.“

In „Karma Police“ geht es im weitesten Sinne um Obrigkeitshörigkeit, Irrsinn, Populismus und Kapitalismus – 1997 erschienen, doch diese Themen verlieren wohl nie an Aktualität. Adams könnte bei Textzeilen wie diesen also sehr wohl geahnt haben, warum ihm dieser Song einfiel, als er an Donald Trump und Co. dachte:

„Karma police
Arrest this man
He talks in maths
He buzzes like a fridge
He’s like a detuned radio

Karma police
Arrest this girl
Her Hitler hairdo
Is making me feel ill
And we have crashed her party…“

 

Hört hier die von „BBC Radio 2“ mitgeschnittenen Akustik-Varianten von „Doomsday“ und „Karma Police“ im Stream:

 

Damit übrigens nicht genug, denn Adams hat sich auf seiner Radio-Promotour auch zwei weitere Künstler zur Neuinterpretation vorgenommen, die ihn wahrscheinlich bereits seit Ewigkeiten verfolgen: Bei den „Spectrum Sessions“, welche in Norwegen aufgezeichnet wurden, covert er den Evergreen „Run To You“ von Kanada-Rockurgestein Bryan Adams (sic!), mit dem ihn nicht nur 90 Prozent des Namens verbindet (deshalb wurde der Adams-Ryan in der Vergangenheit mehr als einmal mit dem Adams-Bryan verwechselt, was ersteren nicht selten auf die Palme brachte), sondern – glauben Sie’s oder nicht – auch derselbe Geburtstag am 5. November (Bryan kam 1959 in Kingston, Ontario zur Welt, Ryan 1974 im US-amerikanischen Jacksonville, North Carolina). Kurios? Sicher. Zufall? Achwo!

 

Außerdem unterzog Adams beim britischen „6 Music“ ausgerechnet „Streets Of Philadelphia„, Bruce Springsteens 1994 mit einem Oscar ausgezeichneten Titelsong zum AIDS-Drama „Philadelphia“, einer Cover-Behandlung. Und macht auch das mit gewohnter Brillanz.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Lonely The Brave – „Streets Of Philadelphia“


Lonely The Brave

Auch wenn ihnen die ein oder andere Review – auch hierzulande – für das aktuelles Jahr sicherlich größere Aufmerksamkeit prophezeit hatte, wird 2014 am Ende doch als recht erfolg- und ereignisreiches Jahr in die Bandbiografie von Lonely The Brave eingehen. Ausgestattet mit der traditionellen Handvoll Vorschusslorbeeren der heimischen englischen Musikpresse (die Vergleiche reichten von Pearl Jam, The National und Biffy Clyro bis hin zu Coldplay und U2), veröffentlichte das Quintett aus der Studentenstadt Cambridge im September ihr Debütalbum „The Day’s War„, welches immerhin Platz 14 der britischen Albumcharts erreichte, und bespielte im laufenden Jahr nahezu alle großen europäischen Festival wie Rock am Ring, Rock im Park, Pukkelpop oder das Reading and Leeds Festival.

Dass sich Lonely The Brave nicht nur aufs Schreiben druckvoller Rocksongs, sondern auch ganz gut auf das Covern von Fremdkompositionen verstehen, zeigten sie vor einigen Wochen mit ihrer Interpretation des Bruce Springsteen-Songs „Streets Of Philadelphia„, 1994 vom „Boss“ eigens für das bewegende AIDS-Drama gleichen Namens verfasst und alsbald mit einem Oscar, vier Grammys und einem MTV Video Music Award preisgekrönt. Obwohl die Band der Originalversion wenig hinzufügt, passt die markant-rauhe Stimme von Sänger David Jakes perfekt zum Springsteen-Klassiker, während die Gitarren atmosphärisch hallend flirren…

 

 

(Ihre Aufnahme des Songs verschenkt die Band übrigens aktuell – nebst einem weiteren Stück – auf ihrer Facebook-Seite…)

 

Rock and Roll.

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