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Die Statistik des Tages: Vinyl boomt.


Glaubt man dieser Statistik (welche ich natürlich nicht selbst gefälscht habe) oder diesem Artikel, so ist Vinyl vor allem in den US of A, aber auch im UK, weiterhin auf dem Vormarsch, und setzt zwar nicht den Streaming-Diensten, jedoch dem Absatz anderer physischer Formate kräftig zu (kennt dort jemand noch diese Compact Discs?). Wieso es in good ol‘ Dschörmenieh mal wieder ein klein wenig anders ausschaut (so man denn wiederum diesem knappen, aktuellen Artikel Glauben schenken darf)? Nix Genaues weiß man nicht…

 

Rock and Roll.

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Vom langsamen Tod der Indie-Szene – Offene Worte von Wolfgang Müller


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Foto: Promo / Hans Starck

Dass es um den kreativen Broterwerb gerade kleinerer Indie-Künstler und -Bands (also alles, was nicht wie U2, Coldplay, Beyoncé und Konsorten Stadien und Arenen füllen kann) nicht eben zum Besten bestellt ist, habe ich hier auf ANEWFRIEND über die Jahre, wie ich denke, bereits oft erwähnt (oft genug kann man solch einen Missstand freilich leider nicht ansprechen), und in den letzten Monaten auch offene Worte von Ex-Spaceman-Spiff Hannes Wittmer sowie von Refused-Frontschreihals Dennis Lyxzén an anderer Stelle im Wortlaut wiedergegeben.

Das möchte ich nun – oft genug gibt es, wie erwähnt, nie – im Fall von Wolfgang Müller tun. Denn obwohl sich der Hamburger Liedermacher in den vergangenen gut zehn Jahren mit nunmehr sechs Studioalben (zuletzt erschien im April „Die sicherste Art zu reisen„) einen formidablen Erste-Reihe-Platz bei der stetig wachsenden Hörerschaft sowie Playlist-Einsätze irgendwo zwischen Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert, Erdmöbel, Tom Liwa oder Element Of Crime erspielt hat, und auch von dem ein oder anderen (oft genug kritischen) Platten-Rezensenten mit mildem Lob bedacht wurde, kann der 43-jährige Musiker by passion auch nach über einer Dekade im Musikgeschäft immer schlechter als rechter vom schönsten Hobby der Welt leben. Und hat gerade deshalb gestern via Facebook in offenen Worten etwas berechtigten Dampf abgelassen. Darüber, dass immer mehr kleinere, unbekanntere Künstler einen „echten“ Broterwerbsjob benötigen, um sich das Musikmachen als Hobby – angefangen von Albumaufnahmen bis hin zum Touren – überhaupt leisten zu können. Dass eine Handvoll Plattenfirmen-Riesen ihre kleinere Konkurrenz gnadenlos kaputt schluckt und danach den Markt unter sich aufteilt. Dass das Album von der Kunstform immer mehr zum kostenfreien Werbe-Gimmick für Tourneen (welche wiederum – neben dem Merchendise bei ebenjener – einem guten Teil der Künstler die eigentliche Kohle sichern) verkommt. Dass Musik-Streaming dem Hörer zwar die Musik jederzeit und überall verfügbar machen kann, dem (gerade kleineren) Künstler jedoch kaum Moneten aufs Girokonto spült. Alles wahre Worte. Und da haben wir noch nicht mal vom langsamen Tod der (Musik-)Printmedien angefangen, denn immerhin musste mit der „SPEX“ (nach immerhin 40 Jahren, und nach anderen kaum weniger renommierten Blättern wie „NME“, „Intro“ und Co.) vor wenigen Tagen das nächste prominente Print-Musikheft die bedruckten Segel streichen… – Das alles sind Vorgänge, die auch dem hartgesottensten Liebhaber gehaltvoller Musik zu denken geben sollten. Leider.

 

Hier Wolfgang Müllers Meinung im Wortlaut:

Desiree Klaeukens hat neulich schon mal einen großen Post darüber gemacht, dass es für Musiker im mittleren Erfolgssegment mittlerweile unmöglich ist, von ihrer Musik zu leben. Ich kann das leider nur bestätigen. Ich bin über die Jahre ja eher bekannter geworden (wenn auch nicht gerade berühmt), aber anders als bei allen anderen Veröffentlichungen vorher konnte ich das letzte Album trotz vieler toller Kritiken, toller Konzerte und teilweise immerhin 5-stelligen Plays bei Spotify nicht ins Plus hieven. Nicht mal ansatzweise. Wenn man nicht im Segment der komplett austauschbaren Indie-Schlager-Mugge unterwegs ist, ist es mittlerweile nahezu aussichtslos, ein gut produziertes Album zu refinanzieren. Und das liegt nicht daran, dass man so unbekannt (oder unfähig) ist, sondern daran, dass kein Mensch mehr Tonträger kauft und von 0,001 Cent pro Play bei den Streamingdiensten kein Mensch irgendwas verdient (tatsächlich ja nicht mal die Streamingdienste – Spotify macht seit Gründung Verlust). Besonders handgemachte Singer/Songwriter Musik war ja nun noch nie der Superseller, aber es war möglich als mittelmäßig erfolgreicher Künstler mit einer Band auf Tour zu sein und ein Album zu machen und dafür genug Geld zu bekommen. Das geht nicht mehr. Pascal Finkenauer hat sein neues, großartiges Album nun auf Soundcloud veröffentlicht: https://soundcloud.com/…/se…/pascal-finkenauer-lichter-sehen . Ein wirklich tolles Stück Musik, mit Herz und Liebe und Können gemacht, und so wie es aussieht wird das auch bei mir und vielen anderen die ich kenne der Weg sein. Hannes Wittmer will sein neues Album gleich ganz verschenken ohne über ein Label oder Streamingportale zu gehen, um dieses System der totalen Ausbeutung nicht auch noch zu unterstützen. Ich finde die Idee des Streamings gut und toll, aber wenn keiner dafür auch nur ansatzweise das bezahlt was er früher für CDs ausgegeben hat, kann man sich an 5 Fingern ausrechnen, dass der Musiker de facto kein oder minimal Geld bekommt. Es ist eine implizite Erpressung aller Musikschaffenden, ihre Musik zu verschenken, weil man sonst überhaupt nicht mehr gehört wird. Ich habe auch aktuell keine Idee wie das korrigiert werden kann, aber die Auswirkungen werden sehr bald sehr deutlich spürbar sein. Die letzten 5 Jahre war das Musikbussiness noch wie ein Jumbo-Jet dem der Sprit ausgegangen ist, aber eben noch schön ruhig dahinsegelte und nicht abstürzte weswegen alle glaubten, ist ja gar nicht so schlimm. Jetzt nähern wir uns langsam dem Boden und merken dass der Gashebel nicht mehr funktioniert. Mainstream-Acts werden das noch halbwegs überstehen, aber alles was unbekannter ist, von Nachwuchsbands gar nicht zu reden, wird sich nur noch in kleinen Nischen rumdrücken können oder eben versuchen wie früher die Musik an der Ecke auf Tapes verkaufen. Oder verschwinden. Hört euch das neue Finkenauer Album. Die Texte sind nicht zum mitgrölen und die Hookline ist kein Schlägertyp, aber es ist tiefe, wunderschöne Musik, die einen Eindruck davon vermittelt, wo und wie man in Zukunft vielleicht nur noch Musik von so tollen Künstlern hören kann.“

 

Rock and Roll.

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Keine neue Musik, bitte – Ich bin Ü30!


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Eine aktuelle Umfrage im Auftrag eines Streaming-Dienstes bestätigt ein altes Klischee: Demnach hören Menschen statistisch um ihr 30. Lebensjahr herum langsam auf, neue Musik zu entdecken und sich dafür zu begeistern. Die Gründe für diese „musikalische Erstarrung“ sind vielfältig.

Die These ist keineswegs neu: Mit fortschreitendem Alter begeistern sich Menschen immer weniger für neue, aktuelle Musik und hören stattdessen mehr und mehr nur noch ihre „alten“ Lieblingskünstler, die sie seit Jahren begleiten – schon der Erfolg der jüngsten Touren von grau melierten Altherren-Bands wie AC/DC, Guns N‘ Roses oder den Rolling Stones könnte ein weiterer Indizienbaustein dafür sein, dass an diesem Klischee etwas dran ist.

Eine Umfrage im Auftrag des Streaming-Anbieters Deezer kam nun zu dem gleichen Ergebnis. Demnach tritt statistisch im Alter von 30 Jahren und sechs Monaten bei Musikfans eine „musikalische Erstarrung“ ein, sie entdecken also keine neue Musik mehr.

Als Gründe nannten die Befragten unter anderem zu wenig Zeit oder Lust wegen ihres Jobs oder ihrer Kinder, eine Überforderung durch die Masse an neuer Musik oder durch die Masse an Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen.

Stolze 60 Prozent der Befragten gaben an, sie würden sich in einem „musikalischen Trott“ gefangen fühlen, der sie immer wieder die gleichen Künstler hören ließe. Gleichzeitig sagten 47 Prozent der Befragten, sie würden gern mehr Zeit haben, um sich mit neuer Musik zu beschäftigen. Nur 25 Prozent äußerten „gar kein Interesse“, noch neue Musik zu finden.

Die meiste neue Musik wird laut der Studie im Alter von circa 24 Jahren entdeckt. In diesem Alter hätten 75 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben zehn oder mehr neue Songs pro Woche gehört, 64 Prozent entdeckten in diesem Alter fünf oder mehr neue Künstler im Monat.

Die Aussagekraft der Studie ist dabei schwer einschätzbar. Wichtige Daten wie die Zahl der Befragten, die Art der Fragestellung oder die Auswahl der befragten Personen wurden nämlich nicht veröffentlicht.

Die Studie deckt sich allerdings mit dem Ergebnis früherer Befragungen: 2015 kam eine – nicht wissenschaftliche – Analyse zu einem ähnlichen Ergebnis, die anhand von Nutzerdaten von Spotify und anderen Plattformen das Hörverhalten untersuchte. Dort hieß es, mit rund 33 Jahren würden viele Menschen aufhören, neue Musik zu entdecken und stattdessen verstärkt zu Musik ihrer Jugend zurückkehren.

All das lässt „High Fidelity“ gleich in einem noch nerdigeren Licht dastehen…

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Rock and Roll.

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Soundcloud, oh Soundcloud…


Es ist schon beeindruckend, wie hart und unbeirrt ein Unternehmen – in diesem Fall die in Berlin ins Leben gerufene Online-Musikstream-Plattform Soundcloud – daran arbeiten kann, sich selbst zu zerstören. In den Anfangsjahren 2007 war man (wohlmöglich) noch die coolste Musikstream-Sau im Internet – gerade als neuer Konkurrent des damals marktbeherrschenden Myspace. Aber spätestens mit der Einführung der Copyright-Scanner bei DJ-Mixen fing die alte Liebe an zu bröckeln. Mittlerweile ist es kaum mehr als eine Zweckbeziehung, in der man eigentlich nur noch bleibt, weil die meisten Alternativen auch nicht übermäßig sexy sind. An welchem Tiefpunkt Soundcloud mittlerweile angekommen zu sein scheint, zeigt dieser Tweet des australischen – und nicht eben unbekannten – Elektro-Soul-Tüpftler Chet Faker – ein schlechter Digitalwitz, dem man eigentlich nur noch mit Galgenhumor begegnen kann…

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