Schlagwort-Archive: Spectre

And the Oscar goes to…


Endlich, endlich! Nach jahrelangem Warten, x-fachen Nominierungen (die erste liegt ganze 22 Jahre zurück) und immer zwanghafter erscheinenden Bemühungen hat Leonardo Wilhelm DiCaprio nun endlich seinen Goldjungen als „Bester Hauptdarsteller“ für seine Rolle als Trapper Hugh Glass in Alejandro G. Iñárritus epochalem Western-Naturepos „The Revenant – Der Rückkehrer„! Der Zuschauer denkt sich da nur ein laut geseufztes „Puh!“, denn es wäre kaum auszudenken gewesen, was DiCaprio nach dieser Tour-de-Force-Darstelllung noch bereit wäre, auf Zelluloid auf sich zu nehmen, um den ersehnten Oscar doch noch zu bekommen, hätte es – nach unausgezeichnete Nominierungen für Hauptrollen in „Aviator“, „Blood Diamond“ oder „The Wolf Of Wall Street“ zuvor, nach Jahren, in denen der heute 41-Jährige immer so nah dran war, und am Ende doch nur mit den „kleinen Oscars“, den Golden Globes, abgespeist wurde – auch 2016 nicht geklappt… Hat es aber – endlich, endlich! Die Sache ist durch, next! Puh…

giphy

(gefunden bei Facebook)

Einen kleinen Seitenhieb auf all seine Kritiker und die Academy konnte sich der Charaktermime, bei dem anno „Titanic“ 1997 noch kaum an eine derartige Schauspielkarriere mit manischen Darstellungen in Filmen wie „Catch Me If You Can“, „Shutter Island“, „Departed – Unter Feinden“, „Aviator“, „Inception“, „Der große Gatsby“, „The Wolf Of Wall Street“ oder „Django Unchained“ und jetzt eben „The Revenant“ zu denken war, anscheinend jedoch nicht verkneifen, siehe unteres Bild. Macht ihn nicht eben unsympathischer. Und vielleicht, vielleicht sind ein Westfale namens Udo Wölflehner und des Schauspielers deutsche Oma nicht ganz unschuldig an DiCaprios wohl schon jung gewachsenem Ehrgeiz…

10400355_1050796061628211_3452747448972212414_n

 

Til_It_Happens_to_You_by_Lady_GagaApropos 88. Oscar-Preisverleihung: Wenn ihr mich fragt (oder auch andere), dann ist die Auszeichnung von Sam Smiths Bond-Song „Writing’s On The Wall“ als *hust* „Bester Filmsong“ (für das Titelstück zum letzten Daniel-Craig-Bond „Spectre“) der größte öffentliche Preisverscherbelungswitz seit dem vorzeitigen Friedensnobelpreis für Barack Obama. Wie ich bereits an anderer Stelle angemerkt habe, taugen Smiths pathetisch dröge viereinhalb Säuselminuten nicht mal als erstklassiger Bond-Song – gerade nach Adeles tollem „Skyfall„. Das Traurigste an dieser offensichtlich geschmacksneutralen kollektiven Fehlentscheidung ist, dass mit Lady Gagas tollem wie sinnhaftem Beitrag „Til It Happens To You“ (als Titelstück der Dokumentation „The Hunting Ground„, die sich mit den viel zu hohen Vergewaltigungsraten an US-Colleges und Universitäten beschäftigt) ein Beitrag zur Auswahl stand, mit dem die Academy ein Zeichen hätte setzen können – immerhin stand ebendiese wegen ihrer Nichtnominierung farbiger Künstler in diesem Jahre ohnehin bereits in der Kritik (und wurde obendrein von Oscar-Moderator Chris Rock aufs Korn genommen)… Man muss noch nicht einmal soweit gehen, Sam Smiths und Lady Gagas künstlerisches Potential gegeneinander aufzuwiegen (auf der einen Seite der erfolgreiche 23-jährige britische Schwulstpomadenballadenlieferant, auf der anderen das New Yorker zwar nicht immer unanstrengende, dafür jedoch höchst vielfältige New Yorker Gesamtkunstwerk der Stefani Joanne Angelina Germanotta, die erst in der Verkleidung der „Gaga“ zu Gehör und Größe fand, und sich unlängst sogar erfolgreich im Schauspielfach beweisen konnte). Nein, man muss sich einfach nur die jeweiligen Oscar-Livedarbietungen beider Künstler anschauen – Sam Smith vs. Lady Gaga, eingeschlafene Füsse vs. Gänsehaut zu aktuellem Hintergrund. Setzen, sechs – liebe Academy!

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Sunday Listen: Radiohead live beim Bonnaroo Festival 2006


radiohead-bonnaroo-06

Das Konzert selbst wurde hier auf ANEWFRIEND vor ein paar Jahren – Ende Dezember 2012 – bereits vorgestellt, dürfte dem langjährigen Leser dieses bescheidenen Blogs also bekannt vorkommen.

Ich selbst habe die Radiohead-Show vom Bonnaroo ’06 erst vor wenigen Tagen wieder für mich entdeckt, als ich nach qualitativ hochwertigen Soundboard-Shows der fünfköpfigen, 1985 im englischen Oxford gegründeten Alternative-Rockband gesucht habe. Obwohl: Rockband? So richtig einordnen kann man ja Thom Yorke und Co. spätestens seit dem 2000 beziehungsweise ein Jahr darauf erschienenen Albumdoppel aus „Kid A“ und „Amnesiac“ nicht mehr. Mal rocklastig, des öfteren elektronisch, fast immer höchst experimentell – auch, was die Veröffentlichungstaktiken betrifft: So erschien etwa das siebente Studiowerk „In Rainbows“ 2007 für einen frei wählbaren Betrag zuerst digital auf der Homepage der Band. Und auch das bislang letzte akustische Lebenszeichen von Radiohead, der geschasste Titelsong zum neusten James-Bond-Film „Spectre“, stellte der Fünfer Ende letzten Jahres kostenlos zum Download ins Netz. Da wird freilich schon überall (mehr oder minder ersthaft) darüber spekuliert, wie und wann denn das neuste Album von Thom Yorkes Mannen erscheinen wird…

Bis dahin kann man sich die Wartezeit vorzüglich mit dem mehr als zweistündigen Konzertmitschnitt vom Bonnaroo-Festival 2006 , den es anderswo sogar immer noch legal zum freien Download gibt, vertreiben, enthält dieser doch 28 Stücke in bester Audioqualität (und das sage selbst ich, der ich schon viele Konzerte der Band gehört habe!) sowie einige bekannte Songs von Radiohead – etwa „Videotape“ oder „Climbing Up The Walls“ – in grandiosen Livevarianten. Und selbst der nicht eben unkritische Radiohead-Frontmann meinte rückblickend, einen seiner besten Aufritte seit vielen, vielen Jahren“ abgeliefert zu haben. Recht hat er.

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Radiohead – „Spectre“


radiohead

Über Monate hinweg wurde damals gerätselt, wer denn wohl den Titelsong zum neuen James-Bond-Film „Spectre“ singen wird (und damit auch das Erbe von Adeles Oscar-prämiertem „Skyfall“ antritt). Ellie Goulding? Sam Smith? Beyoncé? Auch und ausgerechnet die fünf Herren von Radiohead wurden in den Gerüchtetopf geworfen, doch seit bekannt wurde, dass Daniel Craigs 007 zu „Writing’s On The Wall“ von Schnulzensänger Sam Smith auf Verbrecher- und Frauenfang gehen würde, war davon nichts mehr zu hören – bis zum diesjährigen Weihnachtsfest…

885081_10153138516882245_2609393678653938185_o-640x640Am 25. Dezember 2015 nämlich offenbarten Radiohead via Facebook, was doch am Ende niemand so recht für möglich hielt:

„Last year we were asked to write a theme tune for the Bond movie Spectre.
Yes we were. It didn’t work out, but became something of our own, which we love very much.
As the year closes we thought you might like to hear it.
Merry Christmas. May the force be with you.“

Will heißen: Ja, die Band sei tatsächlich gefragt worden, ob sie ein Bond-Theme für „Spectre“ schreiben wolle. Sie wollten. Offensichtlich hat ihr daraufhin verfasster Track für die Bond-Macher zwar nicht funktioniert. Aber er wurde, so Radiohead, zu etwas sehr eigenem, das sie sehr liebten. Also entschlossen sich die Engländer, ihr eigenes Bond-Theme kurz vor Jahresfrist im Stream und als kostenlosen Download zur Verfügung zu stellen. Freilich kommt auch der verschmähte Radiohead’sche 007-Beitrag , wie fast alle Bond-Songs zuvor, mit den obligatorischen Streichern daher, hat aber – Überraschung – mit Sam Smiths… wie sag ich’s positiv…  sehr erwartbarem „Writing’s On The Wall“ oder anderen drögen Nummer-Sicher-Songs nicht allzu viel gemein. Unnötig zu sagen, dass Radioheads „Spectre“-Track von „Wow!“ über „wäre die bessere Wahl gewesen“ bis hin zu „unhörbarer Schrott“ sämtliche Reaktionen provoziert – Reaktionen, die die Musik der Band eben seit mehr als zwanzig Jahren so hervorruft.

Ob es sich bei dem mit gut drei Minuten recht kurzen, atmosphärischen Track um einen Vorboten für das kommende, selig erwartete neunte Album von Radiohead handelt, das für 2016 angekündigt ist, bleibt allerdings erst einmal unklar. Einen guten Eindruck macht „Spectre“ auf jeden Fall, auch wenn der Song nach dem in Gänze experimentellen, 2011 erschienenen Werk „King Of Limbs“ wieder einen Schritt in konventionellere und weniger komplexe musikalische Strukturen andeutet. Aber wer Radiohead kennt, der weiß, dass das innerhalb von kurzer Zeit wieder ganz anders aussehen mag…

 

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , ,

Song des Tages: Queens Of The Stone Age vs Adele – „No One Knows When The Sky Falls“ (Mash-up)


maxresdefault

Etwaigen Charterfolgen zum Trotz sind die Kritiken zu Sam Smiths Bond-Song „Writing’s On The Wall“, sagen wir, eher durchwachsen. Und wenn ihr mich fragt, dann dürften die Macher hinter der nun schon seit mehr als fünfzig Jahren über die globalen Leinwände flimmernden Agenten-Reihe gern mal etwas mehr Mut beweisen. Mein Vorschlag: Daniel Craig nach dem kommenden „Spectre“ als Bond in den Ruhestand schicken, Idris „Luther“ Elba als ersten schwarzen „Geheimagenten ihrer Majestät“ geschüttelte Martinis bestellen, schöne Frauen verführen und hinterlistige Verbrecher jagen lassen. Und wenn man schon einmal dabei ist, dann dürfte ein Künstler des Schlages Benjamin Clementine gern den offiziellen Bond-Song übernehmen.

Bis die Verantwortlichen genug Arsch im Höschen für Schritte wie diesen haben, muss eben das Internet in Punkto „besserer Filmsong“ aushelfen: Der YouTube-User DJ Poulpi liefert (s)eine Alternative für die musikalischen Untermalung des Agententhrillers: Ein Mash-Up aus Adeles Oscar-prämierten „Skyfall“ und Queen Of The Stone Ages inzwischen auch schon 13 Jahre jungem Klassiker „No One Knows„.

Dabei gelang DJ Poulpi ein brilliantes Arrangement dieser zwei eigentlich grundverschiedenen Stücke. Die pompöse, theatralische Orchestrierung von „Skyfall“ wurde mit der Gesangslinie von QOTSA-Fronter Josh Homme aus „No One Knows“ unterlegt. Das Ergebnis ist überraschend gut gelungen und lässt Zweifel anklingen, ob dies nicht eventuell die Originalversion des QOTSA-Klassikers ist, die wir da hören. Und besser als der Smiths furchtbar weinerlicher Bond-Beitrag ist das Mash-up allemal.

 

DJ Poulpis gelungenes Mash-up-Ergebnis kann man sich wahlweise via YouTube…

 

…oder Soundcloud zu Gemüte führen (und hier auch gleich aufs heimische Abspielgerät laden):

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
%d Bloggern gefällt das: