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Song des Tages: Lilly Hiatt – „Records“


LILLY HIATT

Lilly Hiatt? Na, da war doch was? Richtig! Ihr Vater ist kein Geringerer als John Hiatt, seines Zeichens in den Siebzigern ebenso wie heute noch eine recht umtriebige US-amerikanische Country- und Southern-Rock-Legende. Und als dessen Tochter wurde Lillian „Lilly“ Alice Hiatt die Musik gewissermaßen in die Wiege gelegt. Konsequenterweise begann Lilly, nachdem ihr ihr Senior eine Gitarre schenkte, bereits im zarten Teenager-Alter damit, eigene Songs zu schreiben. Ob die Große-Fußstapfen-Reputation des bekannten Vaters da eher Segen oder Fluch ist? Mag man sehen wie man möchte (und im Zweifel auch mal bei den Geschwistern Rufus und Martha Wainwright nachfragen, denen es mit dem renommierten Erzeuger Loudon Wainwright III wohl lange Zeit ganz ähnlich ging). So oder so hat die 35-jährige Singer/Songwriterin nicht nur eine bewegende Biografie (ihre Mutter Isabella Wood beging Selbstmord, als Lilly gerade einmal ein Jahr alt war, sodass sie auf der Farm ihres Vaters und seiner dritten Frau Nancy Stanley in Nashville, Tennessee aufwuchs), sondern auch eine durchaus respektable Diskografie vorzuweisen.

0607396639526Ihr aktuelles, drittes Album „Trinity Lane“ erschien 2017. Der Titel nimmt Bezug auf die Straßenanschrift ihrer Wohnung in East Nashville, in welcher ein Großteil der Kompositionen entstanden ist. Ebenjene Trinty Lane ist für Lilly Hiatt eine Art Sehnsuchtsort. Nach einer langen Periode, in der sie nicht nur mit ihrem Mitmusiker John Moreland auf Tour war, sondern auch eine schmerzvolle Trennung verarbeiten musste, erfuhr sie hier Ruhe und Besinnung – bitter nötig, um nach einem ohnehin recht unsteten Leben und nach fünf Jahren erfolgreicher Abstinenz nicht wieder dem „bösen Teufel Spiritus“ zu verfallen. All das sind schlussendlich Themen, die die studierte Psychologin persönlich nicht nur viel Kraft und Energie kosteten, sondern auch in die Stücke von „Trinity Lane“ einflossen und die nicht selten intensiven Texte beeinflussten. Und obwohl die Songs durchaus die ein oder andere Tradition des Soulful Country pflegen (immerhin wurde das Album gemeinsam mit Produzent Michael Trent in Nashville aufgenommen), kommt ein Gros des Nachfolgers zum 2015er Werk „Royal Blue“ mit Elementen, die weit über klassische Southern-Rock- und Singer/Songwriter-Strukturen hinaus weisen, deutlich rockiger ums Eck. Man höre etwa das Titelstück (das schon mit den Eröffnungszeilen “I get bored, so I wanna get drunk” harten Confessional-Tobak touchiert), „The Night David Bowie Died“ (welches nur am Rande eine Hommage an den Thin White Duke darstellt und dessen Tod im Januar 2016 mit Zeilen wie „I wanted to call you the night David Bowie died / But I just sat in my room and cried / I wanted to be perfect for you, everything you wanted me to / Believe me baby, I tried“ vielmehr biografisch unterfüttert) – oder eben das tolle Vinyl-Nerd-Tribut „Records“: „I’ll take lonely if it means free / It’s never how you thought it’d be / But that record waited up for me / That record waited up for me…“.

Obwohl man „Trinity Lane“ zu jeder seiner gut 45 Minuten die Stars’n’Stripes anzuhören glaubt, beweist Lilly Hiatt ein feines Näschen für tolle Mitwipp-Melodien, während die Songs mit ihren kleinen, ausreichend rauen Jam-Session-Momenten auch Ryan Adams zu dessen besten Alt.Country-Whiskeytown- oder The Cardinals-Zeiten in den inspirierten Sinn hätten kommen können. Gefällt auch ohne Redneck-Roots und die obligatorischen Accessoires wie Cowboy-Hut und -Stiefel im Kleiderschrank, versprochen!

 

 

„I’m thirty-two, I feel twenty-three
Got no husband next to me
I just wanna rock’n’roll
Scream out my lungs and burn real slow

I’ll take lonely if it means free
It’s never how you thought it’d be
But that record waited up for me
That record waited up for me

Six years ago, hope was nothin‘ much
Wakin‘ up to a stranger’s touch
I gave up vodka, I chilled out on weed
That record still hung on to me

I’ll take lonely if it means free
It’s never how you thought it’d be
But that record waited up for me
That record waited up for me

Lookin‘ out a window pane
Wonderin‘ why I still feel the same
I put the needle down – hey, Mr. Young
You know our work is never done

I saw that boy I loved so hard
He passed me in his beat-up car
Desire doesn’t know it’s wrong
So I came home and put the record on

I heard the backbeat, I sank into the groove
And suddenly I wasn’t worried about you
I turned it up so loud that it buzzed my ears
And that’s okay, ‚cause I’m the only one here

I’ll take lonely if it means free
It’s never how you thought it’d be
But that record waited up for me
That record waited up for me…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Luna Sol – „Below The Deep“


luna-sol George Blosser

Foto: Promo / George Blosser

Blitze leuchten weit oben in den Bergen auf. Sie hallen noch auf der Iris nach, als das ferne Grollen des Donners längst verklungen ist. Dunkle Wolken schieben sich über die Gipfel und Kämme. Sie tragen Regen in sich, den sie über den Hängen ausspucken als würden sie sich übergeben. Aber so ist die Natur in den Bergen. Roh, ungezähmt, gefährlich.

Natürlich ist man bei all dieser buchstabenen Bildmalerei nur ein, zwei Pinselstriche von Caspar David Friedrich entfernt. Und wäre obige Worte Musik, sie würde klingen wie die Songs aus dem Hause Luna Sol: Wuchtiger, dröhnender Rrrrrrock, geboren in der Einsamkeit der Rocky Mountains. Doch Luna Sol sind mehr. Ihr Signature Sound aus dem trockenen Groove des Desert Rock, der sumpfigen Gravitas des Blues und den naturmystischen Legenden verschrobener Bergbewohner trägt auf dem kürzlich erschienenen zweiten Album „Below The Deep“ das Gefühl von etwas Gewaltigem, Übermächtigen in sich, das stets außerhalb der Wahrnehmung lauert. Und wohlmöglich ziemlich verkatert ist…

81yX9dITTCL._SS500_.jpgDrei Jahre nach dem süffigen Luna Sol-Debüt „Blood Moon“ legt Stoner-Rock-Veteran David Angstrom (Ex-Supafuzz, Hermano) ein Album vor, das so wohl nur in der felsigen Abgeschiedenheit Colorados entstehen konnte und dennoch den Southern Rock seiner ursprünglichen Heimat Kentucky in sich trägt wie Restalkohol im Blut. „Ich liebe Colorado und mein Leben hier, singe immer noch leidenschaftlich gern über die Legenden dieser kleinen Bergdörfer, die ich oft besuche. Diesmal wollte ich aber ein paar meiner Southern Roots und meine Südstaaten-Erziehung exhumieren“, sagt er. Das ist nicht alles, was sich auf „Below The Deep“ verändert hat. Für Shanda und Pat sind Justin Baier (Schlagzeug) und David Burke (Gitarre) in die Band gekommen, außerdem, so Angstrom, „klingen Luna Sol jetzt deutlich mehr, wie er sich das in seinem Kopf immer schon vorgestellt hat. Damit können wir gut leben.“

Angstrom ist einer dieser Künstler, die sehr von ihrer Umgebung geprägt werden. Morgens macht er Yoga in der Stille der freien Natur, trinkt Kaffee und hört Tom Waits, danach fährt er mit seinem alten Truck an der Seite seiner Frau durch die Gegend und sammelt Sagen und Mythen ein wie ein Schrotthändler verrostete Einzelteile. „Außerdem liebe ich Denver und seine Musikszene“, betont er. „Hier kann ich einfach ich sein. Als Künstler, Ehemann, Vater – und als Musik-Nerd!“ 

David Angstrom ruht in sich. Das merkt man ihm an, das merkt man auch seiner Musik an, bei deren Selbstbeschreibung „High Mountain Southern Kentucky Desert Blues Rock“ sich Luna Sol erst gar nicht großartig Mühe geben, irgendwelche spezifischen Grenzen abzustecken. Was für den einen nach allerlei Stoner-Rock-Klischees tönt, klingt für den anderen frisch wie der morgendliche Bergtau: bratende Rock-Riffs, dicke Grooves, John Garcia-/Mark Lanegan-ähnlicher Gesang, Southern Licks á la Corrosion Of Conformity. Und freilich lugen die üblich-verdächtigen Referenzen von Kyuss über die (frühen) Queens Of The Stone Age bis hin zu Baroness (zumindest deren wilde Lust auf Jam-Sessions) ums Eck. Gibt’s trotzdem die ein oder andere Überraschung auf „Below The Deep“? Klaro! „Along The Road“ beginnt mit einer rückwärtslaufenden Gesangsspur, holt sich eine Orgel und weibliche Gesangsunterstützung von Bassistin Shannon Fahnestock dazu und endet als A-cappella-Gospel. „Man Worth Killing“ ist ein ZZ Top-artiger Blues, extra herrlich crunchy. Mit „Sometimes We Get It Right“ gibt es eine Art Upbeat-Hit mit vielschichtigem Gesangsarrangement. Das fast siebenminütige „Garden Of The Gods“ nimmt sich zurück, wirkt wie eine der großen Grunge-Hymnen der Neunziger (Güteklasse: Alice In Chains). „Halleluja“ ist Southern Rock mit Gospel-Schmiss, „The Dying Conglomerate“ eine als Riff-Furor getarnte Abrechnung mit US-amerikanischen Politikern und bei „Mammoth Cave“ kommt neben der psychedelischen Orgel eine Akustikgitarre dazu. All das gelingt freilich nur, wenn man seine Persönlichkeit in die Musik legt. Oder gleich die der ganzen Sippe: Seine Frau ist am Piano zu hören, seine beiden Kinder singen in einem Song, die engen Freunde David W. Prasse und Jason Groves halfen bei der Produktion.

Zeitlos? Auf der Höhe des Zeitgeistes? Desert Rock aus den Rocky Mountains? David Angstrom wird’s herzlich egal sein. „Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Leben führen darf. Luna Sol ist da das absolute Tüpfelchen auf dem ‚i‘. Und verhindert“, lacht er, „dass meine Finger einrosten.“. Mission übererfüllt.

 

 

(Weitere Infos gefällig? Bei den Kollegen von rockhard.de findet man ein aktuelles Interview mit Luna Sol-Mastermind David Angstrom…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Blackberry Smoke & Amanda Shires – „You Got Lucky“


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Die Southern-Roots-Rocker von Blackberry Smoke nehmen sich – mit freundlicher Unterstützung von Amanda Shires an der Fiddle sowie am Co-Gesang – den Tom-Petty-Song „You Got Lucky“ vor, der unter der Behandlung der Band aus dem US-amerikanischen Atlanta, Georgia zur (in Nuancen) keltisch angehauchten Akustik-Nummer gerät.

5055006561425Das Original erschien 1982 auf dem Tom Petty and the Heartbreakers-Album „Long After Dark“ (und klingt leider – unter Einsatz von Synthies und Co. – sehr nach dem unseligen Jahrzehnt seiner Entstehung). Der Tribute-Song an Tom Petty, der am gestrigen 20. Oktober seinen 68. Geburtstag gefeiert hätte, am 2. Oktober 2017 jedoch – viel zu früh und unerwartet – verstarb, wird Teil der in den kommenden Tagen erscheinenden „The Southern Ground Sessions EP“ von Blackberry Smoke sein. Feine Version in jedem Fall (übrigens ebenso wie die, die Petal und Kevin Devine kürzlich für No. 9 von Devines „Devinyl Splits“-Reihe aufgenommen haben)…

 

 

„You better watch what you say
You better watch what you do to me
Don’t get carried away
Girl, if you can do better than me, go
Yeah go, but remember

Good love is hard to find
Good love is hard to find
You got lucky, babe
You got lucky, babe, when I found you

You put a hand on my cheek
And then you turned your eyes away
If you don’t feel complete
If I don’t take you all o‘ the way, then go
Yeah go, but remember

Good love is hard to find
Good love is hard to find
You got lucky, babe
You got lucky, babe, when I found you

Yeah go, just go
But remember

Good love is hard to find
Good love is hard to find
You got lucky, babe
You got lucky, babe, when I found you“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jason Isbell & The 400 Unit – „If We Were Vampires“


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Jason Isbell, singer/songwritender Southern-Rock-Experte vom Dienst, hat den neuen Song „If We Were Vampires“ veröffentlicht. Dieser ist eine wehmütig-melancholische Akustik-Ballade mit Gitarrenbegleitung, bei dem Isbell mit der Sängerin Amanda Shires über die Vergänglichkeit menschlicher Beziehungen singt, die spätestens mit dem Tod enden: „Maybe we’ll get 40 years together / But one day I’ll be gone / Or one day you’ll be gone.“

Das Stück gehört zum kommenden, sechsten Album „The Nashville Sound„, das der ehemalige Drive-By Truckers-Gitarrist, der seit 2011 auch im Country-Rock-Mekka, das der neuen Platte ihren Namen gab, beheimatet ist, mit seiner jetzigen (Begleit)Band The 400 Unit am 16. Juni via Southeastern veröffentlicht. Bisher waren bereits die Songs „Hope The High Road“ und „Cumberland Gap“ erschienen.

 

 

„It’s not the long flowing dress that you’re in
Or the light coming off of your skin
The fragile heart you protected for so long
Or the mercy in your sense of right and wrong

It’s not your hands, searching slow in the dark
Or your nails leaving love’s watermark
It’s not the way you talk me off the roof
Your questions like directions to the truth

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone

If we were vampires and death was a joke
We’d go out on the sidewalk and smoke
And laugh at all the lovers and their plans
I wouldn’t feel the need to hold your hand

Maybe time running out is a gift
I’ll work hard ‚til the end of my shift
And give you every second I can find
And hope it isn’t me who’s left behind

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone

It’s knowing that this can’t go on forever
Likely one of us will have to spend some days alone
Maybe we’ll get forty years together
But one day I’ll be gone or one day you’ll be gone“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Kyle Craft – „Chelsea Hotel #2“


kyle-craft-cover photo by Mercy McNab

Foto: Mercy McNab

Chelsea Hotel #2„? Aye, Sir – großartig. Ein Klassiker der klassischsten Leonard-Cohen-Machart, veröffentlicht anno 1974 auf dem vierten Studioalbum des im vergangenen Jahr verstorbenen Troubadour-Großmeisters und Ladies‘ Man, „New Skin For The Old Ceremony“. Geschrieben vielleicht im, in jedem Fall über das Chelsea Hotel, jene berühmt-berüchtigte Absteige im New Yorker Künstler- und Einkaufsviertel Chelsea, 1883 erbaut und bis 1902 sogar das höchste Gebäude des Big Apple. Dass ebenjenes Hotel erst ab den Sechzigern, als sich zahlreiche Musiker, Schriftsteller und Künstler wie Salvador Dalí, Thomas Wolfe, Arthur Miller, Dylan Thomas, Charles R. Jackson, Nico, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Catherine Leroy, Valerie Solanas, Patti Smith oder eben Leonard Cohen sprichwörtlich die Klinke in die Hand gaben, Berühmtheit erlangte – alles Musikhistorie. Ebenso wie der Fakt, dass es ausgeflippten Kunstschaffenden wie Andy Warhol und seiner „Factory“ als „Spielwiese“ für deren später wegweisende Film- und Kunstaktivitäten diente (Velvet Underground, anyone?). Oder die Tatsache dass ebenda im Jahr 1978 ein zwar absolut talentfreier, jedoch charismatisch-durchgedrehter Bassist mit dem Künstlernamen Sid Vicious (Sie wissen schon: die Sex Pistols – ihres Zeichens die welterste zusammen gecastete Punk-Boygroup) im Zimmer Nummer 100 seine Freundin Nancy Spungen – mutmaßlich im Drogenrausch – erstach und im Jahr darauf im selben Zimmer an einer Überdosis verstarb. Da der Hotelbetrieb seit 2011 wegen Renovierungsarbeiten eingestellt wurde, und die historischen Gemäuer nördlich von Greenwich Village und südlich des Garment District in der 222 West 23rd Street bei soviel umwehtem Geist wohl heutzutage nur enttäuschen können, hält man sich doch am Besten an den unkaputtbaren Leonard-Cohen-Song, in welchem dieser in seiner unnachahmlichen Art – mutmaßlich, denn bestätigen wollte er es freilich nie – von einer zwar kurzen, jedoch wohl höchst intensiven Liebschaft mit Rockröhre Janis Joplin berichtet: „I remember you well in the Chelsea Hotel / You were talking so brave and so sweet / Giving me head on the unmade bed / While the limousines wait in the street“. Wie so oft bei Cohen gehen graue Realität und deren romantische Verklärung, Anziehung, Verlangen, sauige Leibeslust und tiefe Spiritualität Hand in Hand durch alle Zeilen: „I remember you well in the Chelsea Hotel / You were famous, your heart was a legend / You told me again you preferred handsome men / But for me you would make an exception / And clenching your fist for the ones like us / Who are oppressed by the figures of beauty / You fixed yourself, you said, ‚Well never mind, / We are ugly but we have the music'“. Wenn schon der Dylan-Bob ’nen Nobelpreis für’s Lebenswerk bekommt, dann sollte Leonard Cohen höchstbald folgen…

homepage_large.fdd38cb8Kaum schlechter als das Original ist die Version von Kyle Craft, welche der im künstlerisch dicht bevölkerten Portland, Oregon beheimatete US-amerikanische Musiker kürzlich in einer Piano-Variante zum Besten gab. Apropos Kyle Craft: der 28-Jährige wird aufgrund seines leicht überreizt quengeligen Gesangsorgans gern mit Dylan verglichen, während der Bandsound seines 2016 erschienenen Debüts „Dolls Of Highland“ Vergleiche mit Bruce Springsteens E Street Band nahe legt (nicht als Rentnergang, aber in deren tighter Siebziger-Form). Außerdem recht oft in der Review-Wundertüte: Glam Rock (Bowie, T.Rex, Queen – der Hang zur pathetischen Übertreibung), erdiger Rock’n’Roll, Southern Rock (was nicht verwundert, denn Craft wurde in Shreveport, Louisiana geboren und verbrachte somit fast zwangsläufig Teile seiner Kindheit im baptistischen Kirchenchor zu). Ich selbst höre in Songs wie „Eye of a Hurricane„, „Lady of the Ark“ oder dem Titelstück des Debütalbums vielmehr Künstler wie Jesse Malin (den diesseits des Atlantiks noch immer viel zu wenige kennen) raus, während Crafts Stimmbänder gleich neben Starsailor-Frontmann James Walsh parken (Sie wissen schon, die gaaanz große Dramaschublade von „Alcoholic“ und so). Aber wie immer darf ja jede(r) gern seine ganz eigenen Vergleiche ziehen…

 

 

„I remember you well in the Chelsea Hotel
You were talkin‘ so brave and so sweet
Givin‘ me head on the unmade bed
While the limousines wait in the street

Those were the reason an‘ that was New York
We were runnin‘ for the money and the flesh
An‘ that was called love for the workers in song
Probably still is for those of them left

Ah, but you got away, didn’t you babe
You just turned your back on the crowd
You got away, I never once heard you say
I need you, I don’t need you
I need you, I don’t need you
And all of that jiving around 

I remember you well in Chelsea Hotel
You were famous, your heart was a legend
You told me again you preferred handsome men
But for me you would make an exception

An‘ clenching your fist for the ones like us
Who are oppressed by the figures of beauty
You fixed yourself, you said, „Well, never mind
We are ugly but we have the music“

And then you got away, didn’t you baby
You just turned your back on the crowd
You got away, I never once heard you say
I need you, I don’t need you
I need you, I don’t need you
And all of that jiving around

I don’t mean to suggest that I loved you the best
I can’t keep track of each fallen robin
I remember you well in Chelsea Hotel
That’s all, I don’t even think of you that often“

 

Rock and Roll.

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Auf dem Radar: Shakey Graves


Vor wenigen Tagen stolperte ich zufällig – durch das neuste Sommer-Mixtape des immer wieder fantastischen Blogs I AM FUEL YOU ARE FRIENDS (schon allein die Tatsache, dass der Blog-Titel eine Pearl Jam-Referenz ist – toll!) – über die „Band“ Shakey Graves.

Um genau zu sein, handelt es sich bei Shakey Graves um eine Ein-Mann-Band, denn alle Instrumente, ob nun Gitarre, Percussion Instrumente oder die selbstgebaute Koffer-Kick-Drum (solch ein Instrument kennt der Eine oder die Andere eventuell bereits von Mumford & Sons-Vorsteher Marcus Mumford), werden von Alejandro Rose-Garcia bedient und bespielt. Und das alles andere als schlecht! Wenn sich hier in Mitteleuropa irgendwann einmal die Sonne gegen die grauen Sommeregenwolken durchsetzt, dann will ich genau solche Musik hören: zurückgelehnter, direkt aufgenommener Southern Rock, mal mit Schlagseite Richtung Roots Rock, mal in Richtung Blues’n’Country, mal in Richtung Singer/Songwriter.

Klingt wie: der einsame Hobo, der letzte Woche noch den Lonesome Blues in der Cantina kurz vor der mexikanischen Grenze geschoben hat.

Wer Referenzen mag: Two Gallants (die übrigens in Kürze selbst ein neues Album veröffentlichen), Townes Van Zandt, Ben Harper…

Und das Beste ist, dass der Texaner sein komplettes Debütalbum „Roll The Bones“ auf der Bandcamp-Seite in der „Name your price“-Variante zum Anhören und/oder Download anbietet! Also: hören, zum selbstgewählten Preis laden, gut finden, weiterempfehlen! Danke!

Hörproben gefällig?

(Jawoll! Das Original stammt von Springsteen.)

 

Und hier kann man sich Herrn Rose-Garcia live und in Farbe ansehen:

 

 

Und für alle, die nach dem Album noch mehr von Mr. Shakey Graves hören möchten, bietet Daytrotter eine im März diesen Jahres aufgenommene Session von und mit dem Lonesome Cowboy.

 

Rock and Roll.

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