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Song des Tages: K’s Choice feat. Skin – „Not An Addict“


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Still und heimlich nehmen uns die Neunziger mal wieder in ihren Würgegriff. Seit Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine zu Recht oder Unrecht vergessene Band ihr Live-Comeback, eine richtige Reunion, ein Jubiläums-Best-Of oder eine andere Art von Tournee(-Ausverkauf) ankündigt. Die kürzlich wieder reformierten Britpopper von Elastica etwa schicken Grüße aus dem Studio, die gruseligen Hippie-Trolle der Kelly Family (oder zumindest die, die sich zur Leichenfledderei bereit erklärt haben) verkaufen dreimal (!) die Westfalenhalle in Dortmund aus und drohen zusätzlich noch ein neues Album an, die erwachsen gewordenen „MMMBop“-Brüder von Hanson gehen zum 25-jährigen Bandjubiläum auf Welttournee, The Cranberries nehmen ein neues Akustikalbum mit alten Songs auf (was auch wohl besser so ist, denn alles was da nach dem 1999er Werk „Bury The Hatchet“ erschien, stellte selbst eingefleischte Fans vor eine Probe) – von all den Boygroups wie New Kids On The Block, den Backstreet Boys, Take That, Caught In The Act und Co., die immer mal wieder für Augenblicke zurück in den Rand den Rampenlichts treten, um eine Tournee lang all jene Mittdreißiger und -vierziger-Hausfrauen abzukassieren, die mal ihre treuesten Teenie-Fans waren, sprechen wir da noch gar nicht… Und heute? Heute sind K’s Choice an der Reihe.

K’s wer?

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Seit 1993 haben K’s Choice acht Alben herausgebracht, das aktuelle „The Phantom Cowboy“ erschien 2015 und schaffte es immer noch bis auf Platz 3 der heimischen belgischen Charts. Verschwunden waren sie also keineswegs. Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum veröffentlicht die Band aus dem belgischen Antwerpen um die Geschwister Sarah und Gert Bettens nun im April aber ein weiteres Best-Of-Album, das wenig überraschend „25“ heißt (das erste hieß – Sie ahnen es – „10: 1993-2003 – Ten Years Of“ und erschien 2003) und neben alten Fan-Favoriten wie „Almost Happy“, „If You’re Not Scared“, „Believe“, „Everything For Free“ und „Cocoon Crash“ auch eine Neuaufnahme ihres größten Hits beinhaltet: „Not An Addict“ haben K’s Choice, die mit Frontfrau Sarah Bettens auch jenseits der Neunziger noch immer eine der tollsten und faszinierendsten Stimmen im Rockgeschäft an Bord haben, gemeinsam mit Skin von Skunk Anansie und damit mit einer anderen, noch weitaus prägenderen Sängerin aus den Neunzigern ein Update verpasst (und ja, auch Skunk Anansie gibt’s seit ein paar Jahren wieder – noch so ein Comeback, das es im Grunde nicht gebraucht hätte). Außerdem haben K’s Choice mit „Resonate“ einen neuen Song aufgenommen. Beide Stücke sind seit dem heutigen 17. März draußen, ein Video zur Neuaufnahme von „Not An Addict“ bereits seit Januar.

K's Choice - 25 (2CD)_0An wem also K’s Choice bislang vorbei gerauscht sein sollten, der darf sich mit „25“ gern einen Überblick über das bisherige Schaffen der Belgier (was nur so halb stimmt, denn Sarah Bettens wohnt seit einigen Jahren mit ihrer Freundin und den gemeinsamen vier Kindern in Kalifornien, wo sie nebenbei als Feuerwehrfrau arbeitet – jaja, diese Klischees…) verschaffen möchte, dem sei „25“ ebenso ans Hörerherz gelegt wie die drei zwischen 1996 und 2000 erschienenen Alben „Paradise In Me„, „Cocoon Crash“ und „Almost Happy“ (2000) sowie das Live-Album von 2001.

 

 

 

Rock and Roll.

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Covered in Female Folk – Songs von den Queens Of The Stone Age, Backstreet und Kavinsky in neuem Gewand…


Farao

Kari Jahnsen, eine 21-jährige, in London lebende Norwegerin, die unter ihrem Künstlernamen Farao Musik veröffentlicht, hat sich „Go With The Flow“ von den Queens Of The Stone Age vorgenommen. Wo das 2002 auf dem oft – und wohl völlig zu recht – als „Meilenstein“ gepriesenen Queens-Album „Songs For The Deaf“ erschienene Stück mit ordentlich Zug und Fahrtwind über den gefühlten Alternative Desert Rock-Freeway brettert, verleiht Faraos Akustikgitarrenversion dem Song – und vor allem dem Text! – einiges an Gefühl und Verletzlichkeit…

„I want something good to die for / To make it beautiful to live…“

Feine, interessante Neuinterpretation, oder? Und alle, die nun mehr von Jahnsen hören möchten, sollten sich ihre kürzlich veröffentlichte Debütsingle „Skin“ zu Gemüte führen – im besten Sinne verträumter Indiefolkpop, der auch Leslie Feist gut zu Gesicht gestanden hätte…

 

 

 

Alice Jemima

A propos „feine, interessante Neuinterpretation“, a propos England: In diesen Punkten kann nämlich die 19 Jahre junge, aus New Abbot, Devon stammende Singer/Songwriterin Alice Jemima durchaus mithalten (gut, für die geografische Verortung kann sie vielleicht weniger). In ihrer Heimat hat sich Jemima durch das ein oder andere Stück, welches dann etwa von ihrer Debüt-EP „All The Boyfriends“ stammt oder via Soundcloud auf die virtuelle Hörerschar „losgelassen“ wurde, bereits einige Beachtung erspielt. Und Vergleiche mit Emiliana Torrini, Lisa Mitchell oder Nina Persson (The Cardigans) bekommt man auch nicht so ohne Weiteres und nebenher, oder?

Hier kann man sich anhören, wie Alice Jemima den fast 17 Jahre alten Backstreet-Klassiker „No Diggity“ vom US-R’n’B mal eben in einen The xx-mäßigen, puristisch gechillten Indiepop-Kosmos überführt…

„I like the way you work it / No diggity, I got to bag it up, bag it up…“

…oder das aus dem Film „Drive“ bekannte Stück „Nightcall“, welches im Original von dem französischen House-DJ Kavinsky stammt, komplett für sich einnimmt. Ganz klar: auch kleine Songs können große Momente haben. Da braucht’s keinesfalls immer den Hüftschwung einer Beyoncé, die überdrehten Kunstform-Auftritte einer Lady Gaga oder die Privatskandälchen einer Rihanna…

 

Rock and Roll.

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