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Sunday Listen: Posse – „Horse Blanket“


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„Aus, Ende, vorbei, bye bye Junimond: Die Band Posse aus Seattle hängt die Gitarren an den Nagel und löst sich im verflixten siebten Jahr nach Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums auf. Schade. Zum einen, weil das Trio durchaus sympathisch war mit seiner Mischung aus Lo-Fi und Indie-Pop, stets flirtend mit den Neunzigerjahren und doch aktuell wie eh und je. Zum anderen, weil Posse es in ihrer aktiven Zeit aus unerklärlichen Gründen nicht zu genau jener Aufmerksamkeit gebracht haben, die sie so wohlverdient hätten. Nun gehen die drei, wie sie auch gekommen sind: Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, noch immer und wahrscheinlich auch für immer als Geheimtipp.“

(Jennifer Depner – plattentests.de)

Schon mal etwas von Posse gehört? Nein? Ich auch nicht. Und ohne die Rezension von plattentests.de, aus der der obige Auszug stammt, wäre es auch sicherlich dabei geblieben…

Und es wäre noch nicht einmal verwunderlich, immerhin teilen so viele Bands und Künstler ebenjenes Schicksal, nahezu ungelauscht in den mal mehr, mal weniger digitalen Weiten unterzugehen – aus dem Klick, aus dem Sinn.

Im Falle des aus Seattle stammenden Trios Posse wäre es jedoch höchst schade, denn gerade ihr drittes – und leider auch letztes – Album „Horse Blanket„, welches Sacha Maxim, Paul Wittmann-Todd und Jon Salzman vor wenigen Tagen als kostenfreien Download ins weltweite Netz entlassen haben, präsentiert Posse als Drahtseilkünstler zwischen seligem, raumgreifenden Neunzigerjahre-Slacker-Rock und melancholischem Surf-Pop. Dass die sechs Songs in gerade einmal einer guten halben Stunde kein letztes Indierock-Feuerwerk abbrennen und es viel lieber vorziehen, still und leise zu verglühen, ist – bei aller Qualität, bei aller nüchternen Lyrik der Stücke – irgendwie schade, macht Maxim, Wittmann-Todd und Salzman jedoch auch sympathisch. “Have I given something away / And I just don’t know it?” sind die letzten Worte des gemächlichen Albumabschlusses „Trapped“, eine Antwort bleibt die Band schuldig. Forever slacker, forever Geheimtipp. Fare thee well, Posse.

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Via Bandcamp kann man das Abschiedswerk „Horse Blanket“ streamen und für lau aufs heimische Abspielgerät laden…

 

…und sich hier eine KEXP Session der Band aus dem Jahr 2014 (damals war gerade das zweite Album „Soft Opening“ erschienen) zu Gemüte führen:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: oh sleep – „Magazine“


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Einer der wohl größten Unterschiede zwischen der US-amerikanischen und der hiesigen Musikszene ist die zeitweise Nähe zum Glauben. Während bei uns ach so liberalen und aufgeklärten Festland-Europäern vermeintlich bibeltreue Aluhut-Prediger wie Xavier Naidoo und seine Söhne-Mannheims-Clique zumindest Stirnrunzeln hervorrufen, sind Musiker und Bands, die das eigene, persönliche Glaubensbekenntnis auch in ihren Texten offen zur Schau stellen, in den US of A gar nicht mal so selten. Man denke nur an Creed, Flyleaf, Lifehouse oder Paramore. Klar, nicht jeder hängt so abstrusen Theorien an wie Gaslight-Anthem-Frontmann Brian Fallon, dessen Glaube an den Kreationismus auf dieser Seite des Atlantiks freilich für Kopfschütteln sorgt. Und nicht jede Band versucht, aus den eigenen religiösen Ansichten heraus gleich eine U2’sche Pathos-Messe mit zigtausenden willigen Teilnehmern zu veranstalten. Dennoch sind die Grenzen zwischen Persönlichem und Öffentlichem in den USA – und das auch weit über Genregrenzen hinaus (in meiner knappen Aufzählung weiter oben habe ich mal lieber das gottesfürchtige Star-Spangeled-Banner-Genre Country außen vor gelassen) – deutlich schwimmender gezeichnet als in Europa…

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Wohl den wenigsten dürfte bekannt sein, dass auch Pedro The Lion einst als offensiv christliche Indierock-Band an den Start gingen. Gegründet von Frontmann David Bazan in Seattle Mitte der Neunziger, waren die Songs der zwischen 1998 und 2004 veröffentlichten vier Alben, welche sich stilistisch irgendwo zwischen Lo-Fi-Singer/Songwritertum und knarzigem Emo-Rock beweg(t)en, auch ein Vehikel zur –  teils kritischen – Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Dass Bazan, der nach der zwischenzeitlichen Auflösung der Band im Jahr 2006 gut eine Handvoll Solo-Alben in die Regale stellte (und vor ein paar Tagen bekannt gab, wieder Shows unter dem Pedro-The-Lion-Banner zu spielen), seinen Glauben eher subtil denn mit dem textlichen Vorschlaghammer zum Ausdruck brachte, passt dabei zum sonst eher liberalen, oftmals politisch links orientierten und straight edge gehaltenen Emo-Genre. Trotz alledem finden sich für all jene, die einen genaueren Blick auf die Texte der Pedro The Lion-Songs werfen, allerlei religiöse Hinweise.

control-2012Man nehme etwa das Stück „Magazine„, erschienen 2002 auf dem dritten Studiowerk „Control“ (welches wiederum gemeinhin als bestes der Band gilt). Vordergründig mag man Zeilen wie „Wouldn’t you love to be / On the cover of a magazine? / Healthy skin, perfect teeth / Designed to hide what lies beneath“ als Zeitgeist-Kritik an der Mediengeilheit mancher (semi-)prominenter Personen lesen, David Bazan hatte mit seinem Text jedoch wohl eher all jene im kritischen Blick, die meinen, ihren Glauben allen Mitmenschen überstülpen zu müssen („Oh, look you earned your wings / Are you an angel, now / Or a vulture / Constantly hovering over / Waiting for the big mistake“).

Dass man den Song auch anders – und relativ frei von jenem religionskritischen Kontext – betrachten kann, beweist Florian Sczesny alias oh sleep. Der Bonner Indie-Musiker, welchen ANEWFRIEND in diesem Jahr bereits „Auf dem Radar“ hatte, nahm sich „Magazine“ für seine aktuelle „trio ep“ vor und unterzog das Stück aus der Feder seines Lieblings-Singer/Songwriters David Bazan einer Neuinterpretation, die nun weitaus weniger rockig ausfällt als noch das Pedro The Lion’sche Original. Anhand des nun veröffentlichten – und, wie ich finde, richtig guten – Musikvideos wird deutlich, dass sich Sczesny weitaus weniger aufs Religiöse konzentriert als Bazan und vielmehr die Mediengeilheit der heutigen Gesellschaft ins Auge fasst. Das hätten wir sie wieder, die unterschiedlichen Herangehensweisen in Europa und den USA…

 

 

Hier zum Vergleich „Magazine“ in einer Bazan’schen Live-Session-Variante von 2013:

 

„This line is metaphysical
And on the one side, on the one side
The bad half live in wickedness
And on the other side, on the other side
The good half live in arrogance
And there’s a steep slope
With a short rope
This line is metaphysical
And there’s a steady flow
Moving to and fro

Oh, look you earned your wings
Are you an angel, now
Or a vulture
Constantly hovering over
Waiting for the big mistake

Oh, my God, what have I done?
Oh, my God, what have I done?

Wouldn’t you love to be
On the cover of a magazine?
Healthy skin, perfect teeth
Designed to hide what lies beneath

I feel the darkness growing stronger
As you cram light down my throat
How does that work out for you
In your holy quest to be above reproach?“

 

Rock and Roll.

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Moment! Aufnahme.


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Foto: Twitter

 

Ein Bild, mit dem die Foo Fighters den Live-Stream ihres Auftritts beim Berliner Lollapalooza-Festival am vergangenen Sonntag ankündigten, zeigt, wie Frontmann Dave Grohl geht vor dem Drumset seines Foo-Fighters-Kollegen Taylor Hawkins in die Knie geht.

So weit, so normal – denn selbst derbe From-the-heart-Rocker wie Grohl brauchen wohl ab und an mal eine Verschnaufpause, oder? Klar, würde Hawkins‘ Bassdrum nicht ein Foto des im Mai verstorbenen Chris Cornell zieren. So darf man diese kleine, feine Geste Grohls als aufrichtigen Tribute an seinen langjährigen Grunge-Kumpel werten…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Soundgarden – „4th Of July“


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Foto: Paul Bergen/Redferns/Getty

Natürlich gäbe es deutlich subtilere Kandidaten für einen „Song des Tages“ am heutigen 4. Juli. Aber keinen besseren.

Und nicht nur heute wird offensichtlich, welch‘ große Stimme am 18. Mai verstummt ist. Damn, Chris Cornell. Ich vermisse dich, verdammt. Danke fürs Singen. Danke für Soundgarden. Danke für deine Songs. ♥

Heard it in the wind / And I saw it in the sky / And I thought it was the end / And I thought it was the fourth of July…“

 

(die Studioversion gibt’s hier zu hören…)

 

„Shower in the dark day
Clean sparks diving down
Cool in the waterway
Where the baptized drown
Naked in the cold sun
Breathing life like fire
Thought I was the only one
But that was just a lie

‚Cause I heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July

Pale in the flare light
The scared light cracks and disappears
And leads the scorched ones here
And everywhere no one cares
The fire is spreading
And no one wants to speak about it
Down in the hole
Jesus tries to crack a smile
Beneath another shovel load

‚Cause I heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July

Heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July
Fourth of July, July

Now I’m in control
Now I’m in the fall out
Once asleep but now I stand
And I still remember your sweet everything
Light a roman candle
And hold it in your hand

Heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July

Heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July, yeah…“

 

Rock and Roll.

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If you’re a real fan…


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Meine Essenz der Jugend – Chris Cornell ist tot.


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„On a cob web afternoon,
In a room full of emptiness
By a freeway I confess
I was lost in the pages of a book full of death;
Reading how we’ll die alone.
And if we’re good we’ll lay to rest,
Anywhere we want to go.

In your house I long to be;
Room by room, patiently,
I’ll wait for you there, like a stone.
I’ll wait for you there, alone.

And on my deathbed I will pray to the gods and the angels,
Like a pagan to anyone who will take me to heaven;
To a place I recall, I was there so long ago.
The sky was bruised, the wine was bled, and there you led me on.

In your house I long to be;
Room by room, patiently,
I’ll wait for you there, like a stone.
I’ll wait for you there, alone, alone…

And on I read until the day was gone;
And I sat in regret of all the things I’ve done;
For all that I’ve blessed, and all that I’ve wronged.
In dreams until my death I will wander on.

In your house I long to be;
Room by room, patiently,
I’ll wait for you there, like a stone.
I’ll wait for you there, alone, alone…“

 

 

Scheiße. Das wird jetzt wirklich schwierig….  Nein, da kann ich schon einmal vorwarnen: Dies wird keiner dieser „Nun-isser-gestorben-also-schreibe-ich-ein-paar-Zeilen“-Nachrufe. Warum? Mit Chris Cornell ist ein Teil meiner Jugend, meiner musikalischen Essenz verstorben. Denn obwohl Pearl Jam wohl auf immer und ewig meine liebste aller Lieblingsherzbands bleiben werden, hätte ich Eddie Vedder und Co. ohne Soundgarden wohl nie entdeckt…

Im Prinzip hat mich der „Grunge“ erst postum erschlagen, so etwa um 1997 herum. Im zarten Alter von 14 Jahren – und somit in der Blüte meiner Teenager-Jahre – fand „A-Sides“, anno dazumal die erste „Best Of“ von Cornells On/Off-Hauptband Soundgarden, den Weg in meine damals noch recht überschaubare Plattensammlung. Hatte ich mir die während einer Klassenfahrt besorgt? Vielleicht überteuert im lokalen Plattenladen? Gar via Mailorder? Fast zwanzig Lenze später habe ich keine Ahnung mehr… Aber da war sie. Und Songs wie „Jesus Christ Pose„, „Rusty Cage„, „Fell On Black Days“ oder der unvermeidliche Instant-Grunge-Hit „Black Hole Sun“ machten mich mit ihrer berauschenden, unzurechnungsfähig-wütenden Art, die Hardrock mit Metal, ein wenig Jazz-Feeling und noch mehr Gespür für Neues wie Eingängiges vermengte, neugierig, was es denn – über Soundgarden und ihre Alben, die ich nach und nach für mich vereinnahmte, hinaus – in dieser „Grunge-Szene“ noch zu entdecken gäbe. Freilich, deren Gallionsfigur, Kurt Cobain, war da schon längst tot und die Szene zugunsten von Nu-Metal-Vollhonks wie Fred Durst vermeintlich angeschrieben. Störte mich nicht weiter. Ich entdeckte Alice In Chains. Und Nirvana. Und die Smashing Pumpkins. Die Stone Temple Pilots. Später auch die Screaming Trees (mit dem unnachahmlichen Mark Lanegan) oder Mother Love Bone. Und: natürlich Temple Of The Dog und Pearl Jam. Der Rest war pure, tiefe, echte Liebe. Bis heute. Für immer.

Dass ich auch Chris Cornell immer treu blieb, war für mich (r)eine Selbstverständlichkeit. Was will man auch machen? Der Mann, 1964 in Seattle geboren, war mit einer Jahrhundertstimme gesegnet, der, in ihrer energischen, durch Mark und Bein dringenden Art, wohl nur Led-Zeppelin-Frontmann Robert Plant das Wasser reichen konnte und wohl auch abseits der Konzertbühnen so manches (Frauen)Herz schwach werden ließ (Stichwort: „Orgasmusgarantie“). Das nach dem zwischenzeitlichen Soundgarden-Split im Jahre 1997 veröffentlichte erste Soloalbum Cornells, „Euphoria Morning“ (von 1999), zählt noch immer zu meinen liebsten Alben (man höre nur „Can’t Change Me„!), und auch der Zusammenschluss mit der dreiköpfigen instrumentalen Seite von Rage Against The Machine zu Audioslave war – zumindest für das 2002 erschienene Debüt – eine bahnbrechend großartige Sache. Dass auch in Chris Cornells umtriebiger Bio- und Diskografie nicht bei allem und jedem Ton goldene Hände vor wie an den Reglern saßen? Geschenkt. Genauso wie die frühen Alben von Soundgarden (also alles vor dem 1991er Werk „Badmotorfinger“), die nachfolgenden Audioslave-Alben ab dem zweiten („Out Of Exile“) oder gerade Cornells – mancher mag’s „waghalsig“, mancher „idiotisch“ nennen – Versuch, mit Produzent Timbaland und dem 2009 veröffentlichten Solowerk „Scream“ so etwas wie den blutigen Bastard aus einer Grunge-Leiche und üblem R’n’B zu erschaffen. Dafür brachte der Mann mit „You Know My Name“ den wohl besten „James Bond“-Titelsong der jüngsten Vergangenheit zustande (2007 zu „Casino Royale“). Und hatte nach der Soundgarden-Reunion, die 2012 in „King Animal“ und dem ersten gemeinsamen Album mit Gitarrist Kim Thayil, Bassist Ben Shepherd und Schlagzeuger Matt Cameron (der seit 1998 auch das Schlagwerk bei Pearl Jam bedient) seit 15 Jahren mündete. Dass auch das zwar gut anzuhören war, allerdings auch die Zeit nicht in die juvenil-wütenden Neunziger zurück drehen konnte, war logisch. Aber: Soundgarden waren zurück, Chris Cornell hatte an deren Mikro wieder (s)einen Platz. Bis gestern…

Nicht nur ich frage mich: Wie kann dieser Mann tot sein, der wenige Stunden zuvor, im „Fox Theater“ in Detroit, noch ein Konzert gegeben und seine Fans begeistert hatte? Wieso fühlt es sich so falsch an, als heute morgen (mitteleuropäischer Zeit) Meldungen mit der Schlagzeile „Chris Cornell ist tot.“ die Runde via Facebook und Co. machten? Eine Falschmeldung? Muss es doch sein, schließlich hatten findige Fake-News-Arschgeigen schon so ziemlich jeden zweiten Musik-Prominenten, von Avril Lavigne bis hin zu Ozzy Osbourne, bereits fälschlicherweise für mausetot erklärt! Nun, diesmal sieht die Sache anders aus. Leider. „Demnach habe ein Freund der Familie, der auf Bitten von Cornells Frau nach ihm habe sehen sollen, den Musiker leblos auf dem Badezimmerboden seines Hotelzimmers gefunden. Sanitäter hätten versucht ihn wiederzubeleben, er sei aber noch an Ort und Stelle für tot erklärt worden.“ Noch gravierender: nach ersten Medienberichten aus Kreisen der Polizei habe Chris Cornell Selbstmord gegangen. „Cornell hatte in seinem Leben mit Depressionen sowie Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen gehabt, galt aber schon länger als clean.“, wie die VISIONS schreibt. Sieht man einmal vom Klischee der sensiblen Künstlerseele ab, so beweist all das – Kenntnisstand jetzt – doch nur, dass man wohl keinem hinter die Fassade schauen kann und wohl auch der „härteste Rocker“ mit passabler aktueller Karriere (Chris Cornells letzte Solo-Single „The Promise“ erschien erst im März, Soundgarden wollten baldigst mit den Arbeiten an einem neuen Album beginnen) schwarze Tage hat. Fell on black days…

Auch am Abend dieses so traurigen Tages ringe ich noch um Worte, ringe ich um Fassung. Das hat weniger mit (m)einem ab und an durchaus vorhandenen Hang zur Melodramatik zu tun, sondern vielmehr, dass Chris Cornell von einem auf den nächsten Moment auf die andere Seite verschwunden ist. Mit 52 Jahren… Mein Vater ist 57 Jahre jung. All das macht mir Angst, lässt mich die Vergänglichkeit spüren, der wir alle unterlegen sind. Das helfen auch keine neunmalklugen Erkenntnisse á la „Der Tod gehört zum Leben.“. Auch wenn viele Worte herzlich wenig Sinn ergeben und nur einen Bruchteil von der gefühlten Sprachlosigkeit vermitteln, die sich immer noch in meiner Brust staut: Chris Cornell wird vermisst werden, seine Musik nicht nur mir auf ewig die Welt, durch die sie mich bereits seit zwanzig Jahren trägt, bedeuten. Seine letzten Worte, die er nur Stunden vor seinem Tod auf Instagram postete: „I’m the shape of the hole in your heart“ (aus dem Soundgarden-Song „By Crooked Steps„) – wie passend, wie wahr, wie düster vorahnend. Verdammt.

Danke, Chris – für alles. Mach’s gut.

 

 

(Drei Beispiele für den wohl unweigerlichen Ansturm an Worten im weltweiten Netz: Nachrufe von den Kollegen des deutschen „Rolling Stone„, einer der „ZEIT“ und eine sehr persönlicher auf „Spiegel Online„…)

 

Rock and Roll.

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