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Song des Tages: Soundgarden – „4th Of July“


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Foto: Paul Bergen/Redferns/Getty

Natürlich gäbe es deutlich subtilere Kandidaten für einen „Song des Tages“ am heutigen 4. Juli. Aber keinen besseren.

Und nicht nur heute wird offensichtlich, welch‘ große Stimme am 18. Mai verstummt ist. Damn, Chris Cornell. Ich vermisse dich, verdammt. Danke fürs Singen. Danke für Soundgarden. Danke für deine Songs. ♥

Heard it in the wind / And I saw it in the sky / And I thought it was the end / And I thought it was the fourth of July…“

 

(die Studioversion gibt’s hier zu hören…)

 

„Shower in the dark day
Clean sparks diving down
Cool in the waterway
Where the baptized drown
Naked in the cold sun
Breathing life like fire
Thought I was the only one
But that was just a lie

‚Cause I heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July

Pale in the flare light
The scared light cracks and disappears
And leads the scorched ones here
And everywhere no one cares
The fire is spreading
And no one wants to speak about it
Down in the hole
Jesus tries to crack a smile
Beneath another shovel load

‚Cause I heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July

Heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July
Fourth of July, July

Now I’m in control
Now I’m in the fall out
Once asleep but now I stand
And I still remember your sweet everything
Light a roman candle
And hold it in your hand

Heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July

Heard it in the wind
And I saw it in the sky
And I thought it was the end
And I thought it was the fourth of July, yeah…“

 

Rock and Roll.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , ,

If you’re a real fan…


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(gefunden bei Facebook)

 

Rock and Roll.

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Meine Essenz der Jugend – Chris Cornell ist tot.


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„On a cob web afternoon,
In a room full of emptiness
By a freeway I confess
I was lost in the pages of a book full of death;
Reading how we’ll die alone.
And if we’re good we’ll lay to rest,
Anywhere we want to go.

In your house I long to be;
Room by room, patiently,
I’ll wait for you there, like a stone.
I’ll wait for you there, alone.

And on my deathbed I will pray to the gods and the angels,
Like a pagan to anyone who will take me to heaven;
To a place I recall, I was there so long ago.
The sky was bruised, the wine was bled, and there you led me on.

In your house I long to be;
Room by room, patiently,
I’ll wait for you there, like a stone.
I’ll wait for you there, alone, alone…

And on I read until the day was gone;
And I sat in regret of all the things I’ve done;
For all that I’ve blessed, and all that I’ve wronged.
In dreams until my death I will wander on.

In your house I long to be;
Room by room, patiently,
I’ll wait for you there, like a stone.
I’ll wait for you there, alone, alone…“

 

 

Scheiße. Das wird jetzt wirklich schwierig….  Nein, da kann ich schon einmal vorwarnen: Dies wird keiner dieser „Nun-isser-gestorben-also-schreibe-ich-ein-paar-Zeilen“-Nachrufe. Warum? Mit Chris Cornell ist ein Teil meiner Jugend, meiner musikalischen Essenz verstorben. Denn obwohl Pearl Jam wohl auf immer und ewig meine liebste aller Lieblingsherzbands bleiben werden, hätte ich Eddie Vedder und Co. ohne Soundgarden wohl nie entdeckt…

Im Prinzip hat mich der „Grunge“ erst postum erschlagen, so etwa um 1997 herum. Im zarten Alter von 14 Jahren – und somit in der Blüte meiner Teenager-Jahre – fand „A-Sides“, anno dazumal die erste „Best Of“ von Cornells On/Off-Hauptband Soundgarden, den Weg in meine damals noch recht überschaubare Plattensammlung. Hatte ich mir die während einer Klassenfahrt besorgt? Vielleicht überteuert im lokalen Plattenladen? Gar via Mailorder? Fast zwanzig Lenze später habe ich keine Ahnung mehr… Aber da war sie. Und Songs wie „Jesus Christ Pose„, „Rusty Cage„, „Fell On Black Days“ oder der unvermeidliche Instant-Grunge-Hit „Black Hole Sun“ machten mich mit ihrer berauschenden, unzurechnungsfähig-wütenden Art, die Hardrock mit Metal, ein wenig Jazz-Feeling und noch mehr Gespür für Neues wie Eingängiges vermengte, neugierig, was es denn – über Soundgarden und ihre Alben, die ich nach und nach für mich vereinnahmte, hinaus – in dieser „Grunge-Szene“ noch zu entdecken gäbe. Freilich, deren Gallionsfigur, Kurt Cobain, war da schon längst tot und die Szene zugunsten von Nu-Metal-Vollhonks wie Fred Durst vermeintlich angeschrieben. Störte mich nicht weiter. Ich entdeckte Alice In Chains. Und Nirvana. Und die Smashing Pumpkins. Die Stone Temple Pilots. Später auch die Screaming Trees (mit dem unnachahmlichen Mark Lanegan) oder Mother Love Bone. Und: natürlich Temple Of The Dog und Pearl Jam. Der Rest war pure, tiefe, echte Liebe. Bis heute. Für immer.

Dass ich auch Chris Cornell immer treu blieb, war für mich (r)eine Selbstverständlichkeit. Was will man auch machen? Der Mann, 1964 in Seattle geboren, war mit einer Jahrhundertstimme gesegnet, der, in ihrer energischen, durch Mark und Bein dringenden Art, wohl nur Led-Zeppelin-Frontmann Robert Plant das Wasser reichen konnte und wohl auch abseits der Konzertbühnen so manches (Frauen)Herz schwach werden ließ (Stichwort: „Orgasmusgarantie“). Das nach dem zwischenzeitlichen Soundgarden-Split im Jahre 1997 veröffentlichte erste Soloalbum Cornells, „Euphoria Morning“ (von 1999), zählt noch immer zu meinen liebsten Alben (man höre nur „Can’t Change Me„!), und auch der Zusammenschluss mit der dreiköpfigen instrumentalen Seite von Rage Against The Machine zu Audioslave war – zumindest für das 2002 erschienene Debüt – eine bahnbrechend großartige Sache. Dass auch in Chris Cornells umtriebiger Bio- und Diskografie nicht bei allem und jedem Ton goldene Hände vor wie an den Reglern saßen? Geschenkt. Genauso wie die frühen Alben von Soundgarden (also alles vor dem 1991er Werk „Badmotorfinger“), die nachfolgenden Audioslave-Alben ab dem zweiten („Out Of Exile“) oder gerade Cornells – mancher mag’s „waghalsig“, mancher „idiotisch“ nennen – Versuch, mit Produzent Timbaland und dem 2009 veröffentlichten Solowerk „Scream“ so etwas wie den blutigen Bastard aus einer Grunge-Leiche und üblem R’n’B zu erschaffen. Dafür brachte der Mann mit „You Know My Name“ den wohl besten „James Bond“-Titelsong der jüngsten Vergangenheit zustande (2007 zu „Casino Royale“). Und hatte nach der Soundgarden-Reunion, die 2012 in „King Animal“ und dem ersten gemeinsamen Album mit Gitarrist Kim Thayil, Bassist Ben Shepherd und Schlagzeuger Matt Cameron (der seit 1998 auch das Schlagwerk bei Pearl Jam bedient) seit 15 Jahren mündete. Dass auch das zwar gut anzuhören war, allerdings auch die Zeit nicht in die juvenil-wütenden Neunziger zurück drehen konnte, war logisch. Aber: Soundgarden waren zurück, Chris Cornell hatte an deren Mikro wieder (s)einen Platz. Bis gestern…

Nicht nur ich frage mich: Wie kann dieser Mann tot sein, der wenige Stunden zuvor, im „Fox Theater“ in Detroit, noch ein Konzert gegeben und seine Fans begeistert hatte? Wieso fühlt es sich so falsch an, als heute morgen (mitteleuropäischer Zeit) Meldungen mit der Schlagzeile „Chris Cornell ist tot.“ die Runde via Facebook und Co. machten? Eine Falschmeldung? Muss es doch sein, schließlich hatten findige Fake-News-Arschgeigen schon so ziemlich jeden zweiten Musik-Prominenten, von Avril Lavigne bis hin zu Ozzy Osbourne, bereits fälschlicherweise für mausetot erklärt! Nun, diesmal sieht die Sache anders aus. Leider. „Demnach habe ein Freund der Familie, der auf Bitten von Cornells Frau nach ihm habe sehen sollen, den Musiker leblos auf dem Badezimmerboden seines Hotelzimmers gefunden. Sanitäter hätten versucht ihn wiederzubeleben, er sei aber noch an Ort und Stelle für tot erklärt worden.“ Noch gravierender: nach ersten Medienberichten aus Kreisen der Polizei habe Chris Cornell Selbstmord gegangen. „Cornell hatte in seinem Leben mit Depressionen sowie Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen gehabt, galt aber schon länger als clean.“, wie die VISIONS schreibt. Sieht man einmal vom Klischee der sensiblen Künstlerseele ab, so beweist all das – Kenntnisstand jetzt – doch nur, dass man wohl keinem hinter die Fassade schauen kann und wohl auch der „härteste Rocker“ mit passabler aktueller Karriere (Chris Cornells letzte Solo-Single „The Promise“ erschien erst im März, Soundgarden wollten baldigst mit den Arbeiten an einem neuen Album beginnen) schwarze Tage hat. Fell on black days…

Auch am Abend dieses so traurigen Tages ringe ich noch um Worte, ringe ich um Fassung. Das hat weniger mit (m)einem ab und an durchaus vorhandenen Hang zur Melodramatik zu tun, sondern vielmehr, dass Chris Cornell von einem auf den nächsten Moment auf die andere Seite verschwunden ist. Mit 52 Jahren… Mein Vater ist 57 Jahre jung. All das macht mir Angst, lässt mich die Vergänglichkeit spüren, der wir alle unterlegen sind. Das helfen auch keine neunmalklugen Erkenntnisse á la „Der Tod gehört zum Leben.“. Auch wenn viele Worte herzlich wenig Sinn ergeben und nur einen Bruchteil von der gefühlten Sprachlosigkeit vermitteln, die sich immer noch in meiner Brust staut: Chris Cornell wird vermisst werden, seine Musik nicht nur mir auf ewig die Welt, durch die sie mich bereits seit zwanzig Jahren trägt, bedeuten. Seine letzten Worte, die er nur Stunden vor seinem Tod auf Instagram postete: „I’m the shape of the hole in your heart“ (aus dem Soundgarden-Song „By Crooked Steps„) – wie passend, wie wahr, wie düster vorahnend. Verdammt.

Danke, Chris – für alles. Mach’s gut.

 

 

(Drei Beispiele für den wohl unweigerlichen Ansturm an Worten im weltweiten Netz: Nachrufe von den Kollegen des deutschen „Rolling Stone„, einer der „ZEIT“ und eine sehr persönlicher auf „Spiegel Online„…)

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Pearl Jam – „Alive“


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Im Laufe des Lebens wechselt man unweigerlich so viele Sachen: Jobs, Autos, Schuhe, bestimmte Vorlieben und Gewohnheiten, Lebensabschnittspartner, Unterhosen… Doch zwei Dinge – so sehe zumindest ich das – bleiben. Und dann fürs Leben: der Lieblingsverein und die Band des Herzens.

Und beinahe so lang wie an die Schwarz-gelben mit dem schönsten Stadion der Welt, der größten Stehtribüne der Welt, die während der Bundesligasaison eine ansonsten nicht besonders schöne Stadt im Ruhrpott in ein Tollhaus verwandelt, habe ich mein Hörerherz an eine Band aus Seattle verloren. Freilich, ich habe noch tonnenweise andere Lieblingsbands, -künstler und -künstlerinnen, bei deren Musik meine Synapsen höher und höher schlagen (und die hier aufzuzählen einer Sisyphusarbeit gleichkommen würde), doch keine bewegt mich, begleitet mich seit nahezu zwanzig Jahren wie Pearl Jam. Mein erstes Album war anno 1998 „Yield“, für teure Taschengeldmark gekauft in einem lokalen Kleinstadtplattenladen, kurz nachdem ich – Teenager, auf der Suche nach Werten und Bedeutungen (Sie kennen das sicher) – einen Song namens „Do The Evolution“ höchst offiziell für „cool“ befunden hatte (dazu stehe ich natürlich auch noch heute, mit Dreißig plus).

Und natürlich trage ich für den regelmäßigen Leser gerade die Eulen nach Athen, habe ich doch sowohl die Band als auch den Frontmann über die Jahre auf diesem bescheidenen Blog schon oft hervorgehoben – wegen der Musik, wegen der Menschlichkeit, wegen der Persönlichkeit(en). Lassen wir das also. Meine „heiligen Kühe“ heißen Pearl Jam und Eddie Vedder. Isso.

Und es ist auch nach all den Jahren noch immer schwierig zu beschreiben, was Songs wie „Rearviewmirror“, „Black“, „Indifference“, „Jeremy“, „Smile“, „Yellow Ledbetter“, „Given To Fly“, „State Of Love And Trust“ (um nur mal einige Wenige zu nennen, welche mir gerade in den Sinn kommen) oder eben „Alive“, anno 1991 auf dem Debütalbum „Ten“ erschienen, in mir auslösen. All das sind Stücke, die mich durch viele nicht immer einfache Zeiten hindurch begleitet haben, die mich gleichzeitig runterziehen und wieder aufbauen, die mich aufwühlen und wieder zur Ruhe bringen, die mir einen Schub zurück in die Vergangenheit geben und mich im Nu wieder ins Hier und Jetzt ziehen. So viele Erinnerungen… Gänsehaut. Ich kann – die mich kennen, wissen das nur zu gut – stundenlang über Musik reden. Doch nur tagelang über Pearl Jam. Echte Liebe. Jahrhundertband. Für mich. Fürs Leben. Das können eine Million Worte nicht beschreiben, das muss man hören. Oh I, oh, I’m still alive…

 

 

„Son, she said
Have I got a little story for you
What you thought was your daddy
Was nothin‘ but a fool

While you were sittin‘
Home alone at age thirteen
Your real daddy was dyin‘
Sorry you didn’t see him
But I’m glad we talked…

Oh I, oh, I’m still alive
Hey, hey, I, oh, I’m still alive
Hey I, oh, I’m still alive

Oh she walks slowly
Across a young man’s room
She said ‚I’m ready, for you‘
I can’t remember anything
To this very day
‚Cept the look, yeah the look
Oh, you know where
Now I can’t see, I just stare
I, I, I’m still alive
Yeah, yeah I, oh, I’m still alive
Yeah, yeah I, oh, I’m still alive
Yeah, yeah I, oh, I’m still alive

‚Is something wrong?‘
She said
Of course there is
‚You’re still alive‘
She said
Oh do I deserve to be?
And is that the question?
Oh, and if so, if so…
Who answers?
Who answers?

I, I, I’m still alive
Yeah, yeah I, oh, I’m still alive
I’m still alive

Yeah, yeah, yeah, yeah…“

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Noah Gundersen – Live at BBC Celtic Connections


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Der regelmäßige Besucher von ANEWFRIEND dürfte mit Noah Gundersen und dessen Songs freilich längst vertraut sein, immerhin hat es der 27-jährige Folk-Singer/Songwriter in den letzten Jahren mit seinen zwei Soloalben stets unter meine liebsten zehn „Alben des Jahres“ geschafft.

Deshalb auch gar nicht mehr Worte, sondern einfach ein 24-minütiger Live-Mitschnitt eines Auftritts von Gundersen, dessen Schwester Abby aktuell mit dem ebenfalls in still-intensiven Gefilden musizierenden William Fitzsimmons on Tour ist, der für „BBC Celtic Connections“ im Centre for Contemporary Arts im schottischen Glasgow aufgezeichnet wurde, wo der aus dem US-amerikanischen Seattle, Washington stammende Musiker Ende Januar diesen Jahres auftrat. Neben fünf Stücken von „Ledges“ und „Carry The Ghost“ gab Noah Gundersen da auch (s)eine Version des Springsteen-Klassikers „Dancing In The Dark“ zum Besten.

 

 

Setlist:
1. Isaiah 0:00
2. Halo (Disappear / Reappear) 3:50
3. Selfish Art 7:13
4. Dancing in the Dark (Bruce Springsteen Cover) 11:49
5. Empty From The Start 15:22
6. Jealous Love 20:37

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Rocky Votolato – „Sawdust And Shavings“


Rocky Votolato in the Studio 2014 - Photo By: Amber Zbitnoff

Rocky Votolato in the Studio, 2014 – Foto: Amber Zbitnoff

In einer besseren Welt müsste sich einer wie Rocky Votolato – seit Jahren einer meiner liebsten Herzensmusiker – nie Sorgen um den schnöden Mammon machen. Leider sieht die Realität anders aus…

Und in ebendieser – der Realität – spielt sich der 39-jährige US-amerikanische Singer/Songwriter bereits seit Jahren den sprichwörtlichen Arsch ab, tourt in regelmäßigen Abständen durch kleine Clubs dies- wie jenseits des Atlantiks, um genug Geld für die nächste Platte – und freilich auch die nächste Miete, denn der Mann, geboren im texanischen Dallas, mittlerweile beheimatet in Seattle, ist verheiratet und hat zwei Kinder – auf die hohe Kante zu bringen. Das war bereits in den Neunzigern, als er den sagenumwobenen Emorockern Waxwing vorstand, so, das ist heute, mit neun Soloalben und zahlreichen EPs in der Vita, kaum anders. Mehr „working class“ kann selbst der Boss höchstselbst nicht.

Andererseits brauchen Votolatos oftmals intime Songs auch die Atmosphäre eines kleinen Indie-Clubs, in dem die Spannung greifbar zu sein scheint, niemand mit desinteressiertem Dazwischengequatsche die Stille bricht (von unsinnigen Handyschnappschüssen ganz zu schweigen), der Künstler sprichwörtlich sein Innerstes auf den Bühnenboden rotzt. Das Stadion sollen bitteschön zu Größerem gewachsene Bands wie etwa The Gaslicht Anthem (auch wenn etwa die gerade eine Pause einlegen) bespielen, Rocky Votolato will man da erst gar nicht sehen (auch wenn ihm die Gagen freilich zu wünschen wären).

Und wer noch nienimmernicht auf eines von Votolatos Alben gestoßen sein sollte, der sollte das schleunigst nachholen – als Einstieg seien etwa das 2003 erschienene Meisterwerk „Suicide Medicine“ oder das im letzten Jahr veröffentlichte letzte Soloalbum „Hospital Handshakes“ ans Hörerherz gelegt. Oder eben die im Februar nachgereichte „Sawdust & Shavings EP„. Melodien für Millionen mag man eventuell woanders finden, dafür bekommt man bei Rocky Votolato sehr, sehr viel Herz(blut).

 


"There's sawdust and shavings for rent here
And power lines through all the summer woods, my dear
I'm hoping and that hope is linked to your tears
Let love be your only teacher

Andromeda, the sea is restless tonight
Why do this love and madness look so much alike
Andromeda, the sea is restless tonight 
You have no idea the power on the dark side
  
There's a voice without words if you listen 
If you can keep the crows and the nightingales quit
It's driving you mad with each revelation
Let love be your only teacher
 
You walk from the tavern out into the streets
Drinking your passion and stumble in disgrace
And close both your eyes to see anything
But keep the door of your heart open

Andromeda, the sea is restless tonight
Why do this love and madness look so much alike
Andromeda, the sea is restless tonight                 
You have no idea the power on the dark side

I'll give you my heart if you can keep the door open"

 

Rock and Roll.

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