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Das Album der Woche


Beck – Morning Phase (2014)

beck_morning_phase_album_cover-500x500-erschienen bei Capitol Records/Universal-

I’m a loser, baby / So why don’t you kill me? – So ziemlich jeder, der in den Neunzigern jung und wild und frei war (oder in jenem Jahrzehnt wenigstens einen guten Teil seiner Adoleszenz erlebte), kennt diese Textzeile. Manch einer mag auch noch Szenen des dazugehörigen Musikvideos im Kopf haben, welches damals auf MTViva in Heavy Rotation flimmerte und in dem ein junger Mann, mal im Holzfällerhemd, mal im weißen Anzug, herrlich ungelenk durchs Bild stiefelte. Wahrlich: Beck Hansen, Jahrgang 1970, war damals, als der alternativ rockende Grunge die hohlen Gesten des Hair Metal hinweg gefegt hatte, für ein paar Sommertage der „King of all slackers“. Dass er dabei so gar nicht royal wirkte und man ihn – Hitsingle hin, Hitsingle her – eher in der örtlichen Suppenküche der Heilsarmee under the bridge denn in den oberen Chartregionen verortet hätte, gehörte eben zum Gesamtbild des „Losers“ und jener „Slacker-Kultur“ der Generation X, die einen verdammten Scheiß auf die Meinung von irgendwem gab. Und eigentlich hätte Beck danach wieder zurück in der Versenkung verschwinden können, auf Nimmerwiedersehen. Wobei: Irgendwie tat der kalifornische Musiker das auch, denn richtige Hits (wenn man’s an Quantität und Verkaufszahlen und nicht an der Qualität festmacht) folgten keine auf „Loser“. Vielmehr stand dem Sohn des Komponisten David Campbell, der in seiner langen Karriere bereits mit etlichen Musikgrößen von Carole King über Art Garfunkel und Jackson Browne bis hin zu Metallica, Kiss oder Muse zusammen arbeitete, und der Performancekünstlerin Bibbe Hansen, welche ihre wohl wildeste Zeit in den Sechzigern im Dunstkreis von Andy Warhols „Factory“ erlebte, der Sinn danach, eben jene musikalischen Bereiche auszuloten, denen von Vornherein weniger kommerzieller Erfolg gediehen schien: Lo-Fi Anti-Folk, Alternative Rock, Country, Gospel, Blues, Rap, Jazz oder Elektronik. Dass er dabei freigeistig in all diesen Genres wilderte, war wohl kaum das Problem, immerhin beweist auch heute noch alle Nase ein neuer aufregender Künstler, dass es sich lohnt, auch einmal abseits der konformen Wege sein kreatives Lager aufzuschlagen. Nur machte Beck es sich über die Jahre zur Angewohnheit, möglichst viele Stile in einem Werk zu vereinen und ging nicht selten gar so weit, innerhalb eines einzelnen Songs Haken und Kehrtwenden einzuschlagen, bis das Ergebnis am Ende klang, als hätte ein autistisches Wunderkind mal eben die komplette instrumentale Farbpalette gegen die aufgestellte Leinwand klatschen lassen wollen. Und so weist Becks Diskografie – nach mehr als zwei Dekaden im Musikgeschäft – eine für einen einzelnen Künstler ungewöhnlich weitläufige Spannbreite an Genres, Kontinuität und Qualität auf, die von eklektischen Großtaten (etwa „Odelay“ von 1996) bis hin zu spröden Verweigerungswerken (der Low-Budget-Anti-Folk vom 1994 veröffentlichten „Mellow Gold“ oder die Beck’schen HipHop-Variationen vom 2006er Album „The Information„) reichten. Unlängst durfte man gar befürchten, den heute 43-jährigen Musiker auf ewig von den kommenden Veröffentlichungskalendern streichen zu müssen, äußerte sich Beck doch zunehmend kritisch dem Sinn der Aufnahme eines kompletten Albums als Gesamtwerk gegenüber, brachte lieber einzelne (digitale) Singles unters Hörervolk und ging im Dezember 2012 gar so weit, mit dem „Song Reader“ zwanzig neue Stücke auf den Markt zu bringen, deren einzige Existenz in der als reine Notenblätter (!) bestand, die jeder gern auf seine Weise als Hausmusik nachspielen durfte. Visionär? Gestrig? Zukünftig? Oder einfach nur slacker-mäßig faul? Die Antwort war Beck wohl herzlich egal… Nur einmal waren sich alle – Fans wie Zufallshörer und Kritiker – einig: Das im September 2002 erschiene Album „Sea Change“ war – nein, noch immer: ist, verdammt! – ein Meisterwerk von stiller Größe. Denn so viel und oft Beck in all den Jahren auch zwischen Stilen und Instrumentierungen hin und her huschte, so fand er doch in den zwölf Songs seines achten Studioalbums, in welchem er das Ende einer langjährigen Beziehung verarbeitete, scheinbar seine wahre innere Mitte. Und so trauerkloßig und auf lethargische Weise schwer auch das 53-minütige Gesamtergebnis im ersten Lichten erscheinen mochte, so voller Anmut und Ernsthaftigkeit war das, was Beck Hansen und Studioass Nigel Godrich (u.a. Radiohead, Paul McCartney) da gemeinsam aus der minimalen Instrumentierung zauberten, während sich Becks Vater David Campbell die galant arrangierten Streichersätze verantwortlich zeichnete. Ein melancholisches Meisterwerk? Das war es, das ist es – und keinesfalls weniger.

beck #1

Ist es nun Fluch oder Segen, dass ausgerechnet Becks erstes Studioalbum seit sechs Jahren (der gemeinsam mit Tausendsassa-Produzent Danger Mouse erarbeitete Vorgänger „Modern Guilt“ erschien 2008) im Grunde da anknüpft, wo „Sea Change“ vor zwölf Jahren endete? Denn wo damals eine behäbige Steel Guitar zu Zeilen wie „Let it pass on the side of the road“ (im letzten „Sea Change“-Song „Side Of The Road“) von Dannen zog, bereiten nun majestätische Streicher im nicht einmal einminütigen Intro „Cycle“ den Weg. Wo sich „Sea Change“ anfühlte, als würde da gerade ein guter Freund nach einer langen, arbeitsreichen Woche an einem Freitagabend gleich einen Haufen Schlussstriche unter nicht weniger einschneidende Lebensereignisse ziehen, so erscheint nun „Morning Phase“ – nomen es omen – wie das Aufwachen am Samstagmorgen, während von Fern der ein oder andere Vogel sanft trällert und sich Frühlingssonnenstrahlen jäh ihren Weg durch die Schlitze der zugezogenen Jalousien bahnen. Schwerer Rotwein vs. einem gut gefüllten Pott frisch gebrühtem Kaffee. Da kann Beck noch so oft und viel von den Alleinstellungsmerkmalen des neuen Albums sprechen – alles, einfach alles auf und an den dreizehn Stücken von „Morning Phase“ erinnert an den dunklen großen Bruder. Man muss freilich auch kein Experte sein, um bei dem wohl nicht zufällig ähnlichen Grundinstrumentenstamm, welcher – wohl ebenfalls kaum zufällig – oft von den gleichen Musikern eingespielt wurde, die auch schon auf „Sea Change“ so kongenial zu Werke gingen, deutliche Parallelen zu entdecken. Zumeist sind es auf „Morning Phase“ nur Beck und seine sanft gezupfte oder angeschlagene Akustische, die im Fokus stehen, während die erneut von Vater David Campbell arrangierten Streicher effektive Einsätze erfahren (etwa im getragenen Ätheriker „Wave“ oder dem dem knappen Zwischenspiel „Phase“), hier und da sachtes Schlagwerk erklingt, ab und an ein Piano Zwischentöne klimpert, eine zahme Mundharmonika Freiräume auffüllt oder – noch seltener – eine E-Gitarre erklingt (wie im epischen Abschluss „Waking Light“). Beinahe nichts lenkt die Aufmerksamkeit ab von der gleichmütigen Stimme des 43-jährigen Musikers, wenn er, fast schon altersweise, vom Älterwerden, vom Kinderkriegen, von Trennungen, vom Alleinsein, von Zweifeln oder dem Ende von Freundschaften singt. All das, was da zwischen den ersten Textzeilen von „Morning“ („Woke up this morning / From a long night in the storm“) und den letzten des Schlusssongs „Waking Light“ („When the morning comes to meet you / Fill your eyes with waking light“) passiert, ist gelebte Katharsis und wohltuende Lethargie, denen eine wohlige Westcoast-Prise durch die Haare fährt.

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Natürlich mag in den zwölf Jahren zwischen „Sea Change“ und „Morning Phase“ eine Menge passiert sein – zwölf Jahre, in denen Beck Hansen sich von einer langjährigen Beziehung erholt hat, die Schauspielerin Marissa Ribisi (deren Zwillingsbruder Giovanni Ribisi dürfte einigen Lesern bekannt sein) geheiratet hat, zweifach Vater geworden ist (Sohn Cosimo Henri kam 2004 zur die Welt, Tochter Tuesday 2007), sich im Jahr 2005 offen zu seiner Zugehörigkeit zu Scientology bekannt hat – und sich irgendwie auch musikalisch fort entwickelt hat. Denn selbst, wenn man alles Wachsen zu neuen Stärken nur als Zwischentöne des in Studios zwischen Los Angeles, Nashville, London und Paris entstandenen neuen Albums wahrnimmt, so war es vielleicht nie schöner, Beck einfach nur zuzuhören. Alle Bezüge zu Scientology und den Lehren des Sekten-Gründers L. Ron Hubbard sind freilich (h)ausgemachter Quatsch (an dem sich diese Kritik der Online-Ausgabe „Zeit“ freilich hochzieht – man sollte da lieber einmal die letzten Leinwandmumpitzmachwerke von Will „Fresh Prince Of Bel Air“ Smith auseinandernehmen und vergleichen!) und finden eventuell ihren Weg ins Beck Hansens Privatleben, nicht jedoch in sein aktuelles Album. Vielmehr ist „Morning Phase“ ein Innehalten am einem Morgen ohne Verpflichtungen, an dem man noch einmal die ein oder andere Erinnerungssequenz vor dem inneren Auge Revue passieren lässt und aus der Ferne – leise, leise, leise – der traurige Clown Nick Drake winkt. Nichts drängt sich in den 47 Minuten auf, nichts sticht aus dem Fluss hervor. Ein meisterliche Antwort auf ein Meisterwerk? Ein großes Album? Meinetwegen. Die vertonte Midlife Crisis des Slackers? Vielleicht. Ein „Loser“ klingt definitiv anders…

beck #3

 

 

Hier kann man sich mit „Blue Moon“ und „Waking Light“ zwei Songs vom neuen Album „Morning Phase“ zu Gemüte führen…

 

…und sich hier und hier die Versionen von „Blue Moon“ und „Wave“ anschauen, die Beck kürzlich bei „Saturday Night Live“ zum Besten gab.

 

Rock and Roll.

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Flimmerstunde – Teil 24


„Der Geschmack von Rost und Knochen“ (2012)

Der Geschmack von Rost und Knochen (Plakat)It’s a hard knock life. Ali (Matthias Schoenaerts), ehemaliger Gelegenheitsboxer und hauptberuflicher Tagelöhner und Gelegenheitsarbeiter, flüchtet gemeinsam mit seinem fünfjährigen Sohn Sam (Armand Verdure) vor der Arbeitslosigkeit und Kälte des französischen Nordens an die warme Côte d’Azur, zu seiner Schwester Anna. Beide haben wenig mehr mit sich als die Kleidung, die sie am Leib tragen, sehen aus wie zwei Gestrandete, die sich kaum kennen. Und obwohl sich Ali und Anna Jahre nicht gesehen haben, nimmt diese ihn – wenn auch mit einem befremdlichen Gefühl der Anonymität im Magen – bei sich auf. Fortan schlägt sich Ali, mehr schlecht als recht, mit Kurzzeitjobs durch, ist mal Wachmann, mal Türsteher, und vögelt – man entschuldige die hier nur allzu passende Wortwahl – praktisch alles, was ihm vor die gestählten Muskeln und den dauerharten Schwellkörper läuft. Eines Abends lernt er vorm Eingang einer Diskothek Stéphanie (Marion Cotillard) kennen, die tagsüber als Schwertwal-Trainerin in einem Vergnügungspark arbeitet. Nach einer Schlägerei bringt er sie nach Hause, steckt ihr im Gehen seine Telefonnummer zu. Und siehe da: Stéphanie ruft einige Wochen später tatsächlich an. Und doch weiß auch Ali längst, dass sie nicht mehr die lebenslustige Kleinstadtschönheit ist, die er an jenem Abend durch die Nacht gefahren hat…

Szene #1

Regisseur Jacques Audiard, der 2010 für seinen unbedingt sehenswerten Vorgänger „Ein Prophet“ bereits für einen Oscar nominiert war, zeichnet in „Der Geschmack von Rost und Knochen“ in mal ruhigen, mal rastlosen Bildern das Portrait von zwei im ersten Teil ihrer Leben gebrochenen Menschen, denen nun die Chance zuteil wird, sich am ungleichen Gegenüber aufzurichten. Auf der einen Seite der grobe und – scheinbar – gefühlskalte Ali, personifiziertes Opfer der französischen Wirtschaftskrise, der jedoch auf seine Weise – und in einer Art Überlebensmechanismus – alles daran setzt, nicht unter die gesellschaftlichen Räder zu kommen: er nutzt seine Kraft und Erfahrung und lässt sich bei illegalen Wettkämpfen gut bezahlt die Fresse polieren (und teilt freilich noch mehr aus). Auf der anderen Seite Stéphanie, der durch einen Arbeitsunfall plötzlich alles Lebenswerte genommen scheint, und die sich am Ende ihrer Kräfte an Ali wendet – ebenfalls eine Art Automatismus. Das schöne Häufchen Elend und das grobschlächtige Biest mit den traurigen Augen – ein ungleiches Paar, dem erst das Schicksal die Köpfe einschlagen muss, um sie das Leben spüren zu lassen…

Szene #2

Das wohl Beste an „De rouille et d’os“ (der französische Originaltitel) ist, dass Audiard hier eine gut zweistündige, herzzerreißende Liebesgeschichte erzählt, welche gänzlich ohne Kitschfaktoren auskommt – und das kann man ihm im an Erbauungsschmonzetten á la „Ziemlich beste Freunde“ nicht eben armen französischen Kino gar nicht hoch genug anrechnen. Des Weiteren beweist Oscar-Preistträgerin Marion Cotillard („La vie en rose“) einmal mehr, dass sie nicht ohne Grund zu den talentiertesten Schauspielerinnen ihrer Generation zählt. Mit jedem Blick, jeder Bewegung, jeder Geste verleiht sie Stéphanies schlussendlich unbedingtem Kampf zurück ins Leben eine Tiefe, die – national wie wohl auch international – ihresgleichen sucht – und stellt dabei sogar die Leistung ihres belgischen Leinwandpartners Matthias Schoenaerts, der mit seiner Wandlung von Kälte zu Erkenntnis ebenfalls zu überzeugen weiß, in den Schatten. „Der Geschmack von Rost und Knochen“ (ganz nebenbei mal ein gelungener deutscher Filmtitel!) mag zwar für Audiard bei den letztjährigen Filmfestspielen in Cannes – skandalöserweise – keinen Preis eingebracht haben. Der Film beweist jedoch wieder einmal, dass französische Filme zwar durchaus unbequem sein können, aber vor allen Dingen beinahe immer auch eines: unbedingt sehenswert und ungewöhnlich anders. Was obendrein seit jeher auf Filme mit Madame Cotillard zutrifft… Großartig und hiermit uneingeschränkt empfohlen!

 

 

 

„After Earth“ (2013)

After Earth (Plakat)Will Smith, M. Night Shyamalan – beide Männer waren mal wichtig, beide waren mal richtig gut. Smith setzte sich in den Neunzigern als klamaukiger „Prinz von Bel-Air“ selbst ein TV-Denkmal, und bewies in zurecht erfolgreichen – da mit überaus feinem Popcornkino-Unterhaltungswert versehenen – Filmen wie „Bad Boys“, „Men In Black“ oder „Independence Day“ seinen international anwendbaren Unterhaltungswert. Der indischstämmige Regisseur Shyamalan bewies 1999 mit seinem zweiten Werk „The Sixth Sense“, in welchem der damals 11-jährige Haley Joel Osment an der Seite von Bruce Willis den Satz „Ich sehe tote Menschen!“ zu geflügelten Filmspruch machte, zumindest ein Mal – dafür jedoch umso effektvoller -, dass er in der Theorie durchaus befähigt ist, das willige Filmpublikum mit einer ganzen Reihe von großen Horror-, Suspense- und Mysteryschockern das Fürchten zu lehren. Stattdessen fügte er mit Filmen wie „Unbreakable“, „Signs“, „The Village“ oder „The Happening“ Schauspielern wie Samuel L. Jackson, Mel Gibson, Joaquín Phoenix oder Mark Wahlberg herbe Verrisskratzer in der jeweils eigenen Vita zu. Und auch bei Will Smith lief es kaum besser: Klar waren Filme wie „I, Robot“, „Das Streben nach Glück“, „I Am Legend“ oder „Hancock“ Erfolge – jedoch schlichen sich insgeheim böse Gerüchte ein: Was läuft da mit Scientology? Nutzte der Schauspieler etwa seine Filme als Medium, um die – völlig zu recht – fragwürdigen Psychotechniken von L. Ron Hubbard ins Unterbewusstsein der Zuschauer zu schleusen? Nun, wo man gerade wie Filme wie „Das Streben nach Glück“ oder „Hancock“ zumindest noch skeptisch sein musste, wird man nun bei Smiths neustem Film „After Earth„, zu dem dem Schauspieler selbst (offiziell) die alleinigen Story-Credits zugeschrieben werden, praktisch mit dem Indoktrinationsvorschlaghammer geprügelt…

Der Geschichte selbst ist schnell erzählt: Eintausend Jahre in der Zukunft hat die Menschheit die Erde – natürlich – längst unbewohnbar gemacht und musste sich auf dem Planeten „Nova Prime“ einen neuen Lebensraum aufbauen. Dummerweise hat davon auch eine außerirdische Spezies Wind bekommen, welche nun blinde Kampfbiester – die „Ursas“ – zur Menschenjagd einsetzt. Die „Ursas“ können jedoch nur jene Menschen jagen, die sie aufgrund ihrer Angst riechen können – was so ziemlich alle Menschen sein dürften, nur einer nicht: General Cypher Raige (Will Smith). Der besitzt freilich Legendenstatus, liegt aber mit seinem – scheinbar – schwächlichen 13-jährigen Sohn Kitai (Jaden Smith) im Clinch, dem er noch immer die Schuld am Tod seiner Tochter zuschreibt. Auf einem Übungsflug stürzt ihr Raumschiff auf – natürlich – der wilden, menschenfreien Erde ab, beide überleben als einzige. Da Cypher Raige verletzt ist, muss sich Kitai nun allein durch die ihm fremde Natur kämpfen, um Hilfe zu rufen…

Szene aus "After Earth"

Nach „After Earth“ braucht’s keine offizielle Bestätigung mehr, ob Will Smith und sein Clan nun dem Bespiel von Tom Cruise, John Travolta und Konsorten gefolgt sind und sich in den behüteten Schoss von Scientology gegeben haben (zumal der Fakt, dass Smith der Sekte vor geraumer Zeit eine nicht eben kleine Summe als Spende zukommen ließ, ebenfalls für sich sprechen dürfte). Smiths neuster Film, welcher zu allem Überdruss noch nicht einmal übermäßig spannend oder gar unterhaltsam gelungen ist, trieft nur so vor theoretischen Anleihen aus „Dianetics“, L. Ron Hubbards Scientology-Machwerk aus dem Jahr 1950: Wir sind die Auserwählten! Die Angst ist eine Illusion! Hinterfrage nichts, unterwirf‘ dich einem Automatismus! (An dieser Stelle soll nicht tiefer ins Detail gegangen werden. Wer sich informieren mag, dem stehen freilich alle erdenklichen Medien zur freien Information wie Desinformation zur Verfügung…) Entschuldigung, aber: Was zur Hölle soll die Scheiße?!? Will Smith selbst verkommt zum seelenlos auftretenden Nebencharakter, lässt seinen ältesten Spross Jaden nun Werbung für Scientology laufen. M. Night Shyamalan setzt erwartetermaßen seinen freien Niveaufall fort. So weit, so ärgerlich. Von Shyamalan erwartet man schon längst keine positive Überraschung á la „The Sixth Sense“ mehr. Für mich persönlich hat’s jedoch Will Smith mit „After Earth“ – man entschuldige erneut – endgültig verkackt. Nicht ausschauen, keinesfalls – großer Mist, langweilige Sektenscheiße, welche als hirnrissig-primitive SciFi-Geschichte getarnt wird, das Ganze… Das. Musste. Raus.

 

Rock and Roll.

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