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Song des Tages: Fever Ray – „Keep The Streets Empty For Me“


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Zwar keineswegs neu ist dieser Song von Karin Dreijer Andersson aka. Fever Ray. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, zu welchen Gelegenheiten einem das Stück vom 2009 erschienenen Debütalbum gleichen Namens über den musikalischen Weg läuft. Etwa zwei Jahre darauf in der kanadischen Horror-Romanze „Red Riding Hood“ (welche wohl allein schon wegen Amanda Seyfried als Möchtegern-Rotkäppchen lohnenswert sein dürfte).

FeverrayOder nun wieder in der kürzlich veröffentlichten ersten Staffel der Netflix-Mystery-Serie „Dark„, die zwar in dem ein oder anderen Moment an das – zumindest von den meisten Kritikern ins Vergleichsfeld geführte – US-Vorbild „Stranger Things“ (oder meinetwegen auch „Twin Peaks“) erinnern mag, mit ihrer beklemmend-mysteriösen Atmosphäre, zu der die hervorragende Darstellerriege und das regengraue Setting im deutschen Hinterland nur noch erschwerender mit beitragen, durchaus überzeugt – und definitiv Bock auf eine zweite Staffel macht…

Eine bessere Wahl als die Musik von Karin „Fever Ray“ Dreijer Andersson, die ja ansonsten mit ihrem Bruder Olof das schwedisch-verquere Electro-Duo The Knife bildet, hätten die Serien-Macher um Regisseur Baran bo Odar und die Drehbuch-Autoren Jantje Friese und Martin Behnke übrigens kaum treffen können, schließlich ist auch das komplette 2009er Fever-Ray-Debüt von einer ganz ähnlichen atmosphärischen Bedrohlichkeit, die sich nie ganz Bann bricht, jedoch stets ums Eck lugt, gekennzeichnet (und ganz nebenbei im Längen besser als das kürzlich überraschend veröffentlichte zweite Album „Plunge„).

 

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Neverly Boys – „Burn Hollywood Burn“


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Wenn er nicht gerade die Regler für andere Bands und Künstler wie die Yeah Yeah Yeahs, Kelis, Bat For Lassies, Foals, Santigold oder Beady Eye schiebt, scheint Produzent und TV On The Radio-Mastermind Dave Sitek eine ausgewiesene Abneigung gegen Langeweile zu haben. Anders ist kaum zu erklären, dass der 45-Jährige nun gemeinsam mit Daniel Ledinsky (der wiederum landete mit dem feinen „DonaldTrumpMakesMeWannaSmokeCrack“ im vergangenen Jahr einen kleinen viralen Hit) als The Neverly Boys eine gemeinsame Zwei-Mann-Band an den Start bringt.

Neverly-Boys-1510937272-640x640Deren erster Song „Burn Hollywood Burn“, eine düstere, kraftstrotzende Ballade, die etwas von dem auch von TV On The Radio bekannten elektronischen Avantgarde-Glanz übernimmt, mag zwar als passender Kommentar zur aktuell grassierenden #meetoo-Sexismus-Debatte (Sie wissen schon: all die Enthüllungen, die einstmals große Namen wie Harvey Weinstein, Kevin Spacey und Co. wohl mutmaßlich und selbstverschuldet ihre Karrieren gekostet haben dürften) in der nach außen hin so glänzenden „Traumfabrik“ gelten, allerdings entstand das Stück bereits einige Zeit davor (auch wenn es, laut Sitek, seine Inspiration „aus demselben vergifteten Brunnen“ bezieht).

Daniel Ledinsky über „Burn Hollywood Burn“:

“I’m guessing most people who live here in Los Angeles can relate to that feeling of total hopelessness, This place sure creates some amazingly beautiful art, but it also has a tendency to use and corrupt you. Hollywood has attracted artists to come here to pursue their dreams since the 20’s, and a lot of people end up in a very dark place chasing that dream. I love this city for all its beauty, but it has always been a very hard and violent place as well.“

Dave Sitek lernte den aus Schweden stammenden Ledinsky, dem die schöne Scheinwelt des Pop-Bizz als Ghostwriter für Künstler wie Tove Lo, Kent, CeeLo Green, Shakira oder Rihanna ebenfalls bestens bekannt sein dürfte, bei gemeinsamen Arbeiten für Bands wie Blondie oder Pussy Riot kennen. Ob die beiden in Los Angeles beheimateten Multitalente als The Neverly Boys noch weitere Songs desselben Kalibers folgen lassen? Warten wir’s ab…

 

 

Rock and Roll.

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Sunday Listen: Kristofer Åström – Live at Södra Teatern, Stockholm 2001


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Wenn es Herbst wird und mein Griff immer öfter ins Singer/Songwriter-Fach wandert (was eigentlich nicht nur zu dieser Jahreszeit, sondern im Grunde ganzjährig passiert), dann ist Kristofer Åström seit eh und je einer meiner Favoriten.

Warum? Nun, die Songs, die der Schwede – der als ehemaliger Frontmann der Alternative-Rocker Fireside außerdem bereits unter Beweis gestellt hat, dass er auch ganz andere musikalische Gangarten beherrscht – in bester Scandinavian Cowboy-Manier  vom Stapel bricht, suchen in Punkto süßer Herzschmerz-Melancholie schon immer ihresgleichen (und wer’s nicht glauben mag, dem sei die 2013 veröffentlichte Werkschau „An Introduction to….“ ans Hörerherz gelegt). Ob es die Vergleiche zu Genre-Größen wie Elliott Smith braucht? Wohl kaum. Passt auch nicht. Vielmehr stehen Åström Landmänner wie Christian Kjellvander oder Rasmus „Tiger Lou“ Kellerman näher…

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Dass der mittlerweile 43-jährige Musiker aus Luleå (dem ortsansässigen Eishockey-Team spendierte er übrigens vor einigen Jahren eine Hymne) auch auf Bühnenbrettern zu überzeugen weiß, beweist unter anderem das Live-Album „Göteborg String Session„, welches er im vergangenen Jahr in die (digitalen) Plattenläden stellte (das letzte Studiowerk „The Story Of A Heart’s Decay“ wiederum erschien 2015). Und wer sich ein Hörbild von Kristofer Åström ohne Streicher und im mal satt rockenden, mal akustisch klampfenden Outfit machen möchte, dem seien der Mittschnitt einer Show, welche er 2001 im Stockholmer Södra Teatern gab (ein Teil des Konzerts fehlt wohl, dafür ist die Audio-Qualität sehr gut), sowie die Soundboard-Aufnahme eines Konzerts im Wiener Stadtsaal aus dem Jahr 2012 (gibt’s hier als kostenlosen Download) empfohlen.

Eine Überdosis als Åström’schem Liedgut ist in dieser Jahreszeit ja ohnehin ausgeschlossen…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: pg.lost – „Ikaros“ & „Off The Beaten Path“ (Live Studio Session)


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Okay, Post-Rock-Bands gibt es längst so viele wie den sprichwörtlichen Sand am Meer, da ist es für jeden, der ausufernden instrumentalen Gitarrenwänden und schneidend-schnittigen Feedbackorgien etwas abgewinnen mag, schwer, die – nochmal sprichwörtlich – Spreu vom Weizen zu trennen.

Und: Ja, auch die Melancholie kommt in ebenjenem Genre (dem Post Rock) nie wirklich zu kurz – wie sollte es auch anders sein, wenn der Hörer bei oft fehlendem Gesang ganz seinem Kopfkino überlassen wird? Und: Ja, auf der Suche nach musikalischer Melancholie war und ist Skandinavien meist eine nicht eben schlechte Adresse…

Von daher passen pg.lost, der aus den beiden Gitarristen Mattias Bhatt und Gustav Almberg, Bassist Kristian Karlsson sowie Schlagzeuger Martin Hjertstedt bestehende Vierer aus dem schwedischen Norrköping, ganz gut ins Klangbild. Zwar hat sich die Band, seit vor fast zehn Jahren das Debütwerk „It’s Not Me, It’s You!“ erschien, hörbar weiterentwickelt, trotzdem besitzt auch das aktuelle, im vergangenen Jahr veröffentlichte vierte Album „Versus“ all jene Trademarks, die Freunden des Post-Rock-Genres ein saftiges Steaks ins Hörerherz zaubern dürften: sich langsam, aber beständig auftürmende Songs aus GitarreSchlagzeugBass, unterstützt von massig Effektgeräten und garniert mit Synthie-Flächen. Raus kommt dann etwa „atmosphärisch exzellenter Blaupausen-Postrock“ (Zitat laut.de), der sich an der Brachialität der Chicagoer von Russian Circles reibt, nur um sich kurz darauf an den fragilen Samt von Caspian zu schmiegen oder ein wenig von der dezenten Poppigkeit von God Is A Astronaut zu atmen. Neu? Nope. Aber wer will den gleich ein neues Rad erfinden, wenn man knietief im Kopfkino baden kann?

 

 

Rock and Roll.

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Pures Netzgold – Stings Reaktion zur José-Feliciano-Verhunzung von „Every Breath You Take“


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Pures Netzgold, und für all jene, die auf „König Fremdscham“ stehen, dürfte das wohl eines der lustigsten Videos der Woche sein: Im weltweiten Netz machen Mitschnitte der diesjährigen Preisverleihung des schwedischen „Polar Music Prize“ die Runde, die einen Sting zeigen, der vier Minuten lang mutmaßlich lieber an jedem anderen Ort der Welt wäre, als dort im Publikum zu sitzen (übrigens neben der schwedischen Kronprinzessin Victoria und ihrem Mann Daniel).

Die Bewegtbilder zeigen Gordon „Sting“ Sumner, der sich eine Coverversion seines The-Police-Evergreens „Every Breath You Take“, live dargeboten vom eigentlich legendären puertoricanischen Gitarristen José Feliciano und der serbischen Sängerin Jelena Krstic, anhören muss. Seiner Gestik und Mimik nach zu urteilen, gefällt ihm so gar nicht, was er da sieht (und hört!):

Zur Ehrenrettung von Sting, Feliciano und Krstic muss man fairerweise jedoch schreiben, dass Sting am Ende der Coverversion dann doch gerührt scheint (oder eben froh, dass es vorüber ist). In seiner Dankesrede sagte er zudem: „I’m standing alongside … Mr José Feliciano, whose influence on my own music both as a singer and a guitarist has gone unsaid, until now.” Andererseits: Was sonst soll er denn auch sagen? Immerhin muss der 65-Jährige sein Image als englischer Gentleman und fairer Sportsmann wahren…

Der landläufig als „Nobel-Preis für Musik“ bekannte „Polar Music Prize“ wurde dieses Jahr am 15. Juni in Stockholm, neben dem US-amerikanischen Jazz-Saxophonisten Wayne Shorter, auch an Sting verliehen. Die Begründung: „As a composer, Sting has combined classic pop with virtuoso musicianship and an openness to all genres and sounds from around the world.“

Kann trotzdem mal bitte wer ein paar GIFs aus Stings Reaktionen basteln? Danke.

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Pale Honey – „Youth“


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„Jungs hätten das garantiert anders gemacht und – das sollte man ergänzen – nicht unbedingt besser.“ (MPMBL.)

Überhaupt – dieses Denken in Geschlechterrollen: Jungs müssen möglichst tough sein und dumb-derb rocken á la Strokes und Metallica, Mädels sinnfrei-aufreizend die Hüften schwingen und die Möpse spazieren tragen wie Katy Perry oder Ariana Grande (danke übrigens an Facebook, daher kenne auch ich solche Namen). Ist doch (h)ausgemachter Bockmist, oder? Dass das weibliche, gar nicht mal immer so zarte Geschlecht die Saiten durchaus ebenso ungestüm zu malträtieren weiß, wissen wir nicht erst seit Polly Jean Harvey und Konsorten. Und wer mal eben bewiesen haben möchte, dass Slash auch einen ebenbürtigen femininen Widerpart besitzt, der sollte sich mal die ehemalige Prince-Protegistin Donna Grantis zu Gemüte führen… Kurzum: wer rocken will, soll einfach rocken. Ganz egal, ob nun mit den sprichwörtlichen „Balls“ oder ohne.

51ma-fmp0ql-_ss500Das dürften wohl auch Tuva Lodmark und Nelly Daltrey so sehen. Das junge Duo aus dem schwedischen Gøteborg, einer Stadt, welche mit Namen wie José Gonzáles, Jens Lekman, Ace Of Base, Little Dragon, The Knife oder The Soundtrack Of Our Lives seit den Neunzigern schon Vielfältiges ins Musikgeschäft gespült hat, hat sich als Pale Honey dem versierten Spiel mit Gesang-Schlagzeug-Gitarre und der Dynamik aus Leise und Laut verschrieben und beschreibt sich via Facebook mal eben so: „We can headbang at 2040 bpm (bangs per minute) but you will never see it.“ Take that, guys! Dass es den beiden Damen nicht durchgängig gelingt, auf allen der zehn Stücke des bereits 2015 erschienenen, selbstbetitelten Debüts den Spannungsbogen zu halten – geschenkt. Dass ein Großteil der Songs dem Dreampop (zwar zerschossen, aber noch immer verträumt) dabei näher steht als dem Punkrock (und das Album gar mit der psychedelischen Synthie-Ballade „Sleep“ beendet) – ist okay. Solange dabei so großartige Stücke wie „Youth“ rausspringen, welches sich allen Ernstes anhört wie die weibliche Variante eines recht frühen Nine-Inch-Nails-Songs (zu Zeiten von „Pretty Hate Machine“, „The Downward Spiral“ oder „The Fragile“). The girls are alright.

 
 

 

Rock and Roll.

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