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Song des Tages: Belle and Sebastian – „We Were Beautiful“


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Wer sich Belle and Sebastian bereits im Kopf zurecht legen möchte, ohne den ersten Ton ihrer Musik gehört zu haben, muss eigentlich nur zwei Wikipedia-Fakten kennen:

„Die Band wurde im Januar 1996 von Stuart Murdoch im Rahmen eines Sozialprogramms für Arbeitslose in Glasgow gegründet.“

…und…

„Der Bandname bezieht sich auf das Kinderbuch ‚Belle et Sébastien‘ der französischen Autorin Cécile Aubry über den Jungen Sébastien und seinen Hund Belle.“

Denn wenn man so will, dann macht es einem der Großteil der Songs der siebenköpfigen Band um Frontmann Stuart Murdoch tatsächlich so einfach: ihr kammermusikalischer Indiefolkpop versucht um jeden Preis, der kalt-grauen schottischen Plattenbautristesse zu entkommen und flieht daher in die melancholischen Fantasiewelten französischer Jugendliteratur.

BS_We-Were-Beautiful-single-AW-1501209844-640x640Dass dieses Konzept kein schlechtes sein muss (das kann es auch gar nicht sein, immerhin begeistern Belle and Sebastian damit bereits seit mehr als zwanzig Jahren Fans wie Kritiker), beweist die schottische Band einmal mehr mit dem neuen Stück „We Were Beautiful“, seines Zeichens Teil des Auftaktes zur neuen, dreiteiligen EP-Reihe „How To Solve Our Human Problems“ (das Album wird dann im Februar 2018 nachgereicht). Der Song ist eine flotte Indiepopnummer, bei deren Umsetzung die Band Unterstützung von Dave McGowan (Keyboarder bei den schottischen Landsleuten von Teenage Fanclub) erhielt, während die prominent besetzten Synthieflächen noch von Trompeteneinsätzen und einem amtlichen New-Ordner-Gedächtnis-Bass flankiert werden.

Das dazugehörige, kaum minder tolle Musikvideo wurde von Regisseur Blair Young in Belle and Sebastians Heimatstadt Glasgow gedreht. Ob der dazu tatkräftige Hilfe eines Sozialprogramms für Arbeitslose bekam? Wir wissen es zwar nicht, passen würde es jedoch…

 

 

„I was blank as I could be
Hearing voices telling me
‚Walk away from everything‘
But where was I meant to go?
Far away from those I know
To some desolate below

We were in the uber scene
Where they grind the coffee bean
Where the women are oblique
And the boys are paper thin
Ragged beards upon their chin
We were on the outside looking in

Rise above the present day
Rise above the popular melee
I see you the way you are
I see you, the star

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful before we got wise
We were beautiful with sky and blanket laying low

 I am hanging on the line
I’m on duty all the time
I am your Samaritan on call
I could try my best to heal
All the emptiness you feel
In the giving, I will be alive

We were wrapped around our roots
Nothing on except our boots
We were intimate around the waist
We were settling our scores
We were healing over sores
We were living out the pleasure that we lost

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful for all of time and space
I will tell it to the sun and I will tell it to…

If you listen to the night
We can heard the madmen fight
Hear the foxes making out
But the people all immune
Sleeping silent in their rooms
Growing bodies with their sleep
Making plans inside their heads
Making love to shallow friends

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful before we got wise
We were beautiful with sky and blanket fading out

We were beautiful before this went down
We were beautiful before the years came
And turned it upside down
We were beautiful for all of time and space
I will tell it to the sun and I will tell it to your face“

 

Rock and Roll.

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Mit dem Bulli durch Schottland – der Kurzfilm „Isolation“


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Einfach mal raus aus dem Alltag, aus dem Job, aus dem geschäftigen Großstadttrubel. Rein in den VW-Bulli und ab in die Einsamkeit der schottischen Highlands – die beiden Regisseure Mathieu Bernat und David Guersan haben ihren Hauptdarsteller (Jamie Farquarshon) auf diesem (beinahe) einsamen Trip mit der Kamera begleitet und aus dem entstandenen Material einen vierminütigen Kurzfilm gebastelt… Macht Bock auf einen eigenen Versuch.

 

„I S O L A T I O N… A short film about a character who abandons societies predictability in a bid to uncover the secrets buried within the mysterious and dramatic landscape of the Scottish Highlands.“

 

 

Rock and Roll.

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Konzerttipp: Mogwai – Live im Gothic Theatre, Denver, 2006


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Wenn es um meine liebste Post-Rock-Band aller Zeiten geht, dann liegen Mogwai seit eh und je sanft und sicher in den Top 3. Punkt.

Und da habe ich die Bonuspunkte, die das Quartett durch seine schottische Herkunft (proudly Glasgow born and raised – aye, Sir!) oder durch seine Namensgebung (benannt nach den flauschigen Horrortierchen aus „Gremlins“ – beide Filmteile gehören seit Kindheitstagen zu meinen All-Time-Favs) inne hat, noch gar nicht mit eingerechnet. Fakt ist, dass  Stuart Braithwaite (Gitarre, sporadischer Gesang), Barry Burns (Gitarre, Piano, Synthesizer, darf ab und an auch mal ans Mikro), Dominic Aitchison (Bass) und Martin Bulloch (Schlagzeug) sowohl auf Platte als auch – gerade – live und auf Bühnenbrettern ohne viele Worte eine emotionale Wucht entfesseln, dass es einem – oder zumindest: mir – nicht selten die Gedankengänge frei die Beine weg bläst.

TRR291_MOGWAI_ECS_cover_hi-res_1500x1500px_640xNoch schöner ist, dass die Die-Hard-Celtic-Glasgow-Fans vor wenigen Tagen mit ihrem nunmehr neunten Studiowerk „Every Country’s Sun“ eine Rückkehr nach Maß gefeiert haben, nachdem mich Stuart Braithwaite und Co. mit allem, was da nach dem 2008er Werk „The Hawk Is Howling“ erschien, ein wenig verloren hatten, und auch nach über zwanzig Bandjahren beweisen, dass man vornehmlich instrumentalen Post-Rock durchaus spannend und emotional mitreißend gestalten kann.

Da Mogwai auch und vor allem eine Live-Band sind, sollten sich alle Interessierten, nebst dem ersten, 2010 erschienenen Live-Album „Special Moves“ (für das die Band im Jahr zuvor eine Show in der Music Hall of Williamsburg im New Yorker Stadtteil Brooklyn mitschnitt), auch die ein oder andere Live-Show aus der langen Karriere der Glaswegians zu Gemüte führen.

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Meine persönliche Empfehlung ist – nebst einer 2001 in Dallas, TX mitgeschnittenen Show (hier zu finden) – eine Aufnahme des Gastspiels von Mogwai im Gothic Theatre von Denver, CO vom 3. Mai 2006. Der Sound: superbe Soundboard-Qualität, die auch für ein höchst offiziell veröffentlichtes Live-Album herhalten könnte – eine professioneller aufgenommen und abgemischte Live-Show findet man sonst nirgends im Netz (und zudem noch als kostenfreier Download). Die Setlist: eine bunte Mischung aus frühen Sachen bis hin zum bis dato neusten Werk Mr. Beast„. Über 90 Minuten feinster Post-Rock. Und am Ende der 23-minütigen Schlussnummer „My Father My King“ dröhnen die Ohren. So soll’s sein.

Die 2006er Show aus Denver findet man hier (via archive.org).

All jenen, die bisher weniger mit der Diskografie sowie dem Schaffen von Mogwai vertraut sein sollten, sei außerdem die immerhin 3 CDs starke, 2015 (zum 20. Bandgeburtstag) erschienene Retrospektive „Central Belters“ ans Hörerherz gelegt.

 

 

Wer zum Ton auch gern bewegte Bilder hat, der findet hier zwei relativ aktuelle Live-Show-Mitschnitte der Rock-Schotten:

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Fiskur – „Too Slow, Too Far“


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Ross Clark, ehemals Frontmann des schottischen Indierock-Trios Three Blind Wolves, hat mit Fiskur ein neues Soloprojekt. Erster Gedanke, sicherlich: Kennste Wayne?

Natürlich stehen die Chancen gut, dass selbst findigste Musiktrend-Aficionados weder von Clark noch von dessen bisheriger Band je einen Ton gehört haben. Selbst Google spuckt in seiner Suche nach Fiskur kaum mehr als den Twitter-Account aus, und bei noch 150 Facebook-„Likes“ von „Geheimtipp-Status“ zu schreiben, ist wohl auch keineswegs vermessen.

Trotzdem klingt die just heute online gestellte Single von Ross Clarks neustem, übrigens gemeinsam mit Frightened-Rabbit-Keyboarder Andy Monaghan aus der Taufe gehobenen musikalischem Baby, „Too Slow, Too Far“, einfach zu interessant, um ungehört zu bleiben. Gut vier Minuten schroff produzierter Indierock mit deutlich britischer Färbung, dezent-unterkühltem Eighties-Einschlag und einer feinen Prise Ohrwurm-Potential, der dezent an schottische Kollegen wie We Were Promised Jetpacks erinnert. Da trifft es sich doch, dass der aus Glasgow stammende Musiker ebenjene Band bei deren Shows in Edinburgh, Glasgow, Manchester und London im November im Vorprogramm unterstützen wird…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Frightened Rabbit – „The Hearts Song“


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Dass – allen Misserfolgen der letzten Jahre (oder besser: Jahrzehnte) zum Trotz – der ein oder andere schottische Musiker ein großer Anhänger der nationalen Vereine ist, dürfte nicht erst seit Mogwai hinlänglich bekannt sein (die Postrocker gelten als große Fans von Celtic Glasgow, und haben vor einiger Zeit auch den Score zu „Zidane“, der Dokumentation über den Zinedine selben Namens, geliefert).

Nun haben sich wohl auch Frightened Rabbit geoutet. Das Quintett aus dem schottischen Selkirk hat aus besonderem Anlass Hector Nicols „The Hearts Song“ gecovert. Damit will die Indie-Folk-Band das Tynecastle-Stadion des Heart of Midlothian F.C. nahe Edinburgh ehren, das nach 103-jährigem Bestehen abgerissen werden muss. „The Hearts Song“ ist das traditionelle Vereinslied der 1874 gegründeten Scottish-Premiership-Fußballmannschaft, die Neuinterpretation von Frightened Rabbit macht daraus eine emotionsgeladene Folkrock-Hymne, während das dazugehörige Musikvideo Bilder des Stadions und alte Aufnahmen von Spielen des ansässigen Clubs zeigt.

Zuletzt hatten Frontmann Scott Hutchison und seine Bandmates mit „Fields Of Wheat“ eine Single als Reaktion auf die Wahlen in Großbritannien veröffentlicht.

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Idlewild – „A Modern Way Of Letting Go“


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Erinnert sich noch jemand an Idlewild? Klar, zum großen Durchbruch hat es für den aus Roddy Woomble (Gesang), Rod Jones (Gitarre, Backing Vocals), Colin Newton (Schlagzeug), Andrew Mitchell (Bass) und Luciano Rossi (Keyboard) bestehenden Indierock-Fünfer aus dem schottischen Edinburgh nie gereicht. Umso erstaunlicher, dass die Band ihre Lauerstellung in der nicht eben rühmlichen „zweiten Reihe“ nun schon seit über zwanzig Jahren (das Quintett wurde anno 1995 quasi feucht-fröhlich gegründet, als Frontmann Roddy Woomble Schlagzeuger Colin Newton auf einer Party kennenlernte, und teilt – bis auf eine dreijährige Auszeit zwischen 2010 und 2013 – gemeinsam die Indieclub-Bühnenbretter) eisern durchzieht.

41-rlQ43p6LUnd obwohl nicht jedes ihrer bislang sieben Studiowerke (das erste, „Hope Is Important„, erschien 1998, das bislang letzte, „Everything Ever Written„, fand 2015 seinen Weg in die Plattenläden) durchgängig pures Klanggold ist, hat die Idlewild’sche Diskografie schon den ein oder anderen auch heute noch großartigen Song vorzuweisen. Das schwelgerische „Love Steals Us From Loneliness“ etwa. Das gen Firmament stürmende „You Held The World In Your Arms„. Vor allem jedoch „A Modern Way Of Letting Go“, erschienen 2002 auf dem dritten Album „The Remote Part„. Das Gitarrenriff zum Anfang, so simpel wie weiland Blurs „Song 2“ – und auch ebenso effektiv wie unverkennbar! Dieser Druck, diese Energie, die Woomble und Co. in lediglich zwei Minuten und 25 Sekunden packen (noch so eine Parallele zu „Song 2“, der nach zwei Minuten und zwei Sekunden die Kurve kratzt)! All das klingt verdächtig nach den berühmteren Referenzquellen der Band, nach Gang of Four, Pavement, R.E.M., Fugazi oder eben Blur. All das riecht auch 15 Jahre später noch nach einer Zeit, als britische Rockbands noch frisch und fröhlich und für einen winzigen Moment der tollste heißeste Scheiß der Musikhistorie waren – man denke nur an die Libertines, an Bloc Party, an Maxïmo Park, an Franz Ferdinand, an die Arctic Monkeys und wie sie alle heißen und hießen, ohne auch nur ein stückweit nostalgisch zu seufzen…

(Allen, an denen Idlewilds Songs bislang spurlos vorbei gerauscht sein sollten, sei übrigens die gar nicht mal so üble, 2007 veröffentlichte Werkschau „Scottish Fiction: Best Of 1997-2007“ als Einstiegsquelle ans Hörerherz gelegt.)

 

„If I know, what I know, then no one will watch over you
So someone shouldn’t really tell me what I want to know
I know, I owe, and I know that matters don’t matter as much
As you think they do You will only be yourself
When you can never be yourself 
And you will only be yourself
When you understand what you know 

How long, will we go on with a modern way of letting go, 
tell me how long will we go on with the modern way of letting you go? 

If I know, what I know, losing isn’t learning to be lost
It’s learning to know when you’re lost
If I know, what I know, 
I’ll want to make the most of what it seems like 

You will only be yourself
You can never be yourself
And you will only be yourself
When you understand what you know 

How long, will we go on with a modern way of letting you go, 
tell me how long will we go on with the modern way of letting you go?“

Rock and Roll.

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