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Song des Tages: Frances Quinlan – „Rare Thing“


CREDIT- Julia Khorosilov

Foto: Promo / Julia Khorosilov

Frances Quinlan, ihres Zeichens bisher vor allem als ebenjenes wütende Frontfrauen-Feuer, das im Zentrum der Philadelphia-Indierock-Lieblinge Hop Along lodert, in Erscheinung getreten, geht’s gut, das darf man so wohl vermuten, wenn man die Songs der ersten Platte hört, die sie solo und unter eigenem Namen aufgenommen hat. „Likewise„, für welches die vielseitig Kreative auch das Coverartwork besorgte, ist über weite Strecken sehr sonnig und wandelt damit auf dem Pfad, den bereits das vierte, 2018 erschienene Hop-Along-Werk „Bark Your Head Off, Dog“ so halbwegs eingeschlagen hatte (das Album fand seinerzeit bereits auf ANEWFRIEND Erwähnung). Einerseits vermisst man dabei die verzweifelt-aggressiven Ausbrüche Quinlans, die sie durch ihr massives Organ immer zu ganz besonderen Musikmomenten machte, andererseits will man ihr es auch gönnen, dieses Hochgefühl fernab jeglicher Teenage Angst-Gefühligkeit. Denn es ist schon arg schön, wie Quinlan in der Erstauskopplung „Rare Thing“ ihrer kleinen Nichte im Traum erklärt: „There is love that doesn’t have to do with taking something from somebody“. Der Sound wabert dabei in weltbester Eighties-Manier mit Synthies und elektronischem Beatschlag um den Gesang. Da kann man dann zum Beispiel an die Schotten von CHVRCHES denken, insbesondere im Refrain, wo gesampelte Saiten Quinlans Verse umschwingen. Die zweite Strophe gibt sich darauf organischer, und auch das passt super, vor allem das Schlagzeug spielt recht angenehm auf.

0648401029826Ansonsten ist das musikalische Setting auf „Likewise“ näher an dem, was man so wenn Quinlans Freischwimmversuch von ihrer Hauptband erwarten konnte. Zwar scheinen die Songs im Vergleich zu Hop Along weniger voll aufgezogen, dennoch fährt die 33-jährige Indie-Musikerin einen angenehmen indie-pop-rockigen Bandsound auf, an dem auch Hauptbandkollege Joe Reinhart mitgearbeitet hat. Das Debütalbum beginnt mit „Piltdown Man“ und undeutlichem Kinderstimmengewirr, bevor Quinlan mit einer verzerrten Orgel einsteigt und den anfangs leicht zerfetzten Sound immer mehr zu einer Melodie formt, die schließlich so großartig ist, dass man direkt – jawoll! – Bock auf dieses Album bekommt. Anderswo ist es, wie in der dritten Single, dem frühlingshaften „Your Reply„, ein Piano, das den Song prägt (und den Song, wenn man so mag, zu Quinlans „Joni-Mitchell-Moment“ macht), im verträumten „Detroit Lake“ hingegen sind Glockenspiele und Streicher mit von der musikalischen Partie, die auch im romantischen „Lean“ eine Hauptrolle spielen. In „A Secret“ untermalt bis kurz vor Schluss nur eine gezupfte Gitarre oder Autoharp die Zeilen Quinlans. An dieser Stelle zeigt sich die Stimmgewalt der Philly-Künstlerin auch einmal ganz wunderbar, wenn ihr sie ihr Gemüt ganz dem gesungenen Text unterordnet und schneller wird, dann wieder langsamer, lauter und leiser.

Noch mehr gilt das für „Went to LA“, dessen Melodie an den späten Elliott Smith erinnert, das aber zwischendurch all das von sich wirft und sich in der gesanglichen Ausmalung immer weiter ins Bodenlose steigert. „Heaven is a second chance“ kreischt Quinlan frohen Mutes zum Ende des Songs, wenn sie in Los Angeles endlich wieder ihren Glauben wiederfindet. Das einzige etwas düsterere Stück ist die zweite Auskopplung „Now That I’m Back„, in welcher Quinlan durch den Vocoder keift, während drumherum ein ordentlicher Wind aus Synthies pfeift wie der Kater-Kopfschmerz aus der ersten Strophe. Nach knapp zwei Minuten bricht der Sound, die Drummachine drückt nach vorn, mit der Gefühlslage werden auch die Synths weicher, Ballons steigen auf. Ähnlich präsentiert sich zunächst auch der Closer „Carry The Zero“ (übrigens eine Coverversion, deren Original von den US-Indierockern Built to Spill stammt), zumindest bis eine heftig verzerrte E-Gitarre die luftige Atmosphäre zerschneidet und in der Folge ein funkiger Basslauf den Sound dominiert. In dream-poppiger Atmosphäre und mit „Ba-ba-ba, ba-ba-ba“-Chören bringt Quinlan „Likewise“ würdig zu Ende.

Obwohl die Finessen wohl zwischen den Zeilen und Tönen versteckt scheinen, ist der markanten Frontstimme von Hop Along in Gänze ein feines, einnehmend-kurzweiliges Solodebüt voll mit kleinen, emotionalen Geschichten gelungen… Wurde schon erwähnt, dass es ihr gut geht?

 

 

„My love in the dream, you were already speaking
I was too shocked to make any one of my tired speeches
Listen, that’s a rare thing for me
Sunlight touches on the plants that I’ve been torturing
Yet when I come over I love that quick delay before your face lights in recognition

I know there is love that doesn’t have to do with taking something from somebody
Was so much for me not real?
I only managed to stay small by making giants out of strangers
Through the chaos I can see
All afternoon you inhale every bouquet you meet

Come to think of it
The dream was a nightmare with no one who knew me just then
You were there
Two-foot tall little bear
You took my hand and introduced me to everybody
I watched as you were named on that mid-February morning

I know there is love that doesn’t have to do with taking something from somebody
Was so much for me not real?
I only managed to stay small by making giants out of strangers
Through the chaos I can see
All afternoon you inhale every bouquet you meet
I have to stop myself and admit I am happy

There is love that doesn’t have to do with taking something from somebody
Was so much for me not real?
I only managed to stay small by making giants out of strangers
Through the window you look out at me
I have to stop myself and admit you make me happy“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Cursive – „Black Hole Town“


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Tim Kasher und seine Derzeit-Hauptband Cursive scheinen gerade einen Lauf in die (qualitativ) richtige Richtung zu haben: Nachdem erst im vergangenen Oktober Album Nummer acht, „Vitriola“, erschien (welches in der 2018er Endabrechnung nicht ohne Grund ANEWFRIENDs „Album des Jahres“ wurde), darf man guten Gewissens den Eindruck bekommen, dass die fünf US-Post-Hardcore-Indierocker noch die ein oder andere wütende Idee mehr im Rock-Köcher haben, schließlich legten Cursive erst vor wenigen Tagen mit dem neuen Song „Barricades“ nach, in welchem sich Frontmann Tim Kasher einmal mehr ebenso gesellschaftskritisch wie politisch gibt: Zum aufreibenden Sound seiner Band singt er aus der Perspektive verschiedener Figuren, die jeweils deutlich machen, wie sich Menschen heutzutage mehr und mehr voneinander abgrenzen.

Und nun? Gibt’s mit „Black Hole Town“ gleich noch ein ähnlich feines neues Stück, in dem Kasher vom mausgrauen Rattenrad Alltag berichtet. Dass sich beide Songs auch auf „Vitriola“ gut gemacht hätten? Spricht für den Cursive’schen Lauf. Ob bald schon ein neues Album ansteht? Bleibt zu wünschen, bleibt abzuwarten…

 

 

Edith: Und kaum schreibe ich obige Zeilen, haben Cursive mit „Marigolds“ schon wieder einen Song aus dem rege genutzten Aufnahmestudio entlassen… Fleißig, fleißig dieser Tage, Tim Kasher und seine Jungs…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jenny Lewis – „Heads Gonna Roll“


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Jennifer „Jenny“ Diane Lewis mag zwar „erst“ 43 Jahre jung sein, kann aber bereits auf ein ganzes Leben im Showgeschäft zurückblicken – erst als Kinderstar in diversen, mal mehr, mal weniger bekannten US-TV-Shows, dann als Indierock-Darling mit ihrer damaligen Band Rilo Kiley (of Saddle Creek fame). Schon vor deren langsamen Ende (erst mit Auszeit 2010, dann der finale Schlussstrich vier Jahre später) schwang sich die gebürtige Kalifornierin zu einer Solo-Karriere auf, die seit 2006 (und dem Solo-Debüt „Rabbit Fur Coat„) mit „Acid Tongue“ und „The Voyager“ zwei weitere Werke voll mit Songs, die stilistisch ab und an noch im milde indierockenden Gewässer á la Kilo Kiley unterwegs waren, viel öfter jedoch die musikalischen Fühler nach Alt.Country, Americana und Co. ausstreckten. Less Punkrock, more LA Lounge Bar.

jennylewisDas kann man nun auch über das jüngste, vierte Album, „On The Line„, behaupten. In ihren besten Momenten tönt Jenny Lewis so verspielt wie Kate Bush im Rockmodus oder so verlebt wie Stevie Nicks, in seichteren Minuten gerät manch eines der elf neuen Stücke immerhin noch zu bubblegumigem Westcoast-Pop, der einerseits die Sonne scheinen lässt (ohne in den Gehörgängen haften zu bleiben), andererseits schließlich auch keinem weh tut.

Einen guten ersten Eindruck von Jenny Lewis‘ neusten Ergüssen kann man sich bereits mit dem Opener verschaffen: „Heads Gonna Roll“, mit einem gewissen Ringo Starr am Schlagzeug (nicht, dass dies ins Gewicht fiele), klingt nach dezent gefühliger, semi-melancholischer Americana-Musik, die – ganz amerikanische Topoi, allesamt – von Liebe und Sünde, von Himmel und Hölle erzählt – vom Willen, sich bis zum letzten Glockenschlag nicht unterkriegen zu lassen. Immerhin packt der Refrain zu: Köpfe werden rollen, singt Jenny Lewis, und ihre zumeist markant-sanfte Stimme wird brüchiger an dieser Stelle, so ganz will sie, bei allem durchaus vorhandenem Referenzwucher von Elliott Smith und Bob Dylan bis Duluth und Marrakesh, nicht ablassen von diesen feinen, zwischen den Zeilen versteckten doppelten Böden, auf denen sie sich als Sängerin von Rilo Kiley gerne bewegt hat.

Und auch wenn auf „On The Line“ wenig zwingend und mehr nach dem modus operandi „Easy Listening an einem Sonntagvormittag“ gerät, ist und bleibt Jenny Lewis eine Gute, der man auch diesmal gern zuhört. Denn mit einem Leben im Showbiz in petto hätte man freilich noch die ein oder andere interessante Anekdote parat…

 

 

„Since I haven’t talked to you I dream about your baby blues
And wonder why you stopped getting high
Even though we were just friends, I think of us as bookends
And I’m gonna love you till I die

And you think you’re going to heaven
And that I am going to hell
And that I’m gonna keep on dancing
Till I hear that ringing bell

Heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls
Heads gonna roll

Took a little trip up north
In a borrowed convertible red Porsche
With a narcoleptic poet from Duluth
And we disagreed about everything
From Elliott Smith to Grenadine

He fell asleep and I put up the roof
And he took me to a graveyard
I thought he’d kill me there
And he kissed me on the corner
While the nuns of Harlem stared

Oh, heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls
Heads gonna roll

Smoking Marlboro cigarettes
Almost makes me forget about riding on a private jet with you
I hope the sycophants in Marrakesh
Make you feel your best
Anonymity must make you feel blue
And you think I’m going to heaven and you are going to hell
With your back to the Medina as if you were in jail

Heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls

Heads gonna roll
Ladies, we’re gonna drink until they close

And maybe a little bit of hooking up is good for the soul
Heads gonna roll…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tomberlin – „I’m Not Scared“


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Weiß man mehr, dann wundert einen die beinahe sakrale Ruhe der neusten Singer/Songwriter-Sadcore-Entdeckung aus dem qualitativ ohnehin seit eh und je hochwertigen Label-Hause Saddle Creek kaum, schließlich steckt hinter Tomberlin die 23-jährige in Jacksonville, Florida, geborene Songwriterin Sarah Beth Tomberlin, die als Tochter eines Baptistenpredigers in einer streng religiösen Familie im tiefsten Süden von Illinois aufwuchs.

Trotzdem ist das, was Tomberlin da auf und in den zehn Songs des im August erschienen Debütalbums „At Weddings“ – zumeist auf Akustischer und Piano – ebenso entwaffnet, einem Seelenstriptease gleich ehrlich wie einfach in Wort und Ton bannt: fragil, bewegend, berührend, gar anmutig. Coming-Of-Age-Stücke aus der Erlebniswelt eines grüblerischen Twentysomethings, die all jene relevanten Dinge hinterfragen: die Identität, den eigenen Glauben, die vermaledeite Liebe und die Hoffnung auf das Morgen. Klar, dass da gleichsam melancholisch eingestellte Labelmates wie die (übrigens höchst würdig) gealterten Azure Ray quasi ums Eck lugen, während (zumindest gefühlt) Saddle-Creek-Impressionato Conor „Bright Eyes“ Oberst an den Studio-Reglern zu drehen scheint…

 

Mit „I’m Not Scared“ gibt es den wohl bewegendsten Song vom Tomberlin-Debüt „At Weddings“ in der Albumversion…

 

…sowie in der Live-Session-Variante, aufgenommen im August in den New Yorker Paste Studios:

 

„I’m not scared of you this time
And when you pick up the phone I’ll stay on the line
And I’ll do more than breathe this time
And I’ll let you in at least I’m gonna try

And it felt so strange when I said it out loud
That I look for redemption in everyone else
But funny thing is that I always hated church
Spend so much time looking that I forgot to search

And to be a woman is to be in pain
And my body reminds me almost every day
That I was made for another, but I don’t want to know that
Cause it happened once and I always look back

In my sentience I wear your judgement like a crown
Couldn’t look you in your eyes so I look to the ground
Then I took the drugs again last night
But pills have never brought me any kind of light

My eyes are heavy all I want to do is sleep
But I need to make money and I need to eat
And loving never made anybody I know happy
And loving only seems to make you bruise and to bleed

And to be a woman is to be in pain
And my body reminds me almost everyday
That I was made for another, but I don’t want to know that
Cause it happened once and I always look back“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Hop Along – „Prior Things“


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Manchmal kann man als sich juvenil haltender Musikfreund jenseits der Dreißig schon nostalgisch werden und an selige Heydays zurück denken. Etwa an jene Zeit um die Jahrtausendwende, als ein damals (wie eigentlich heute auch) auf recht kleiner Flamme operierendes Label aus dem beschaulichen US-amerikanischen Nebraska die Indie-Welt im Sturm nahm und so ziemlich jede neue Veröffentlichung – welche man vorm Zeitalter der sofortigen Streaming-Verfügbarkeit noch mühsamst via Mailorder (oder im damals sehr gut sortierten Saturn am Berliner Alex) ranschaffen musste – Großes, Neues und Frisches verhieß: Bright Eyes! Cursive! The Good Life! Azure Ray! Now It’s Overhead! The Faint! Desaparecidos! Rilo Kiley! Der herzbestickerte Indie-Teil meiner Plattensammlung wäre ohne all die Alben aus dem Hause Saddle Creek, welche dieses innerhalb jener (kurzen) Zeit in die Plattenläden stellte, auch heute noch um einiges ärmer…

Und obwohl ebenjenes Label auch heute noch für feine neue Musik garantiert, hat sich die Begeisterung über jede einzelne Neuveröffentlichung doch etwas gelegt. Vielleicht liegt es daran, dass man ein neues Album nicht mehr entbehrungsreich aus Übersee hierher schippern lassen muss (ganz zu schweigen von den Wochen der Vorfreude!). Vielleicht liegt es auch an der Gesetztheit des Alters… Wer weiß das schon?

Fakt ist: Auch 2018 beweisen die Labelboss-Nasen von Saddle Creek noch ein feines Gespür dafür, frische Bands wie Künstler in ihr Roster aufzunehmen, die woanders wohl kaum – oder zumindest weniger – Gehör finden würden. Hop Along etwa.

hopalongbark.jpgDenn obwohl die vierköpfige Indierockband aus Philadelphia, Pennsylvania bereits seit mehr als zehn Jahren gemeinsam durch speckige Indieclubs dies- wie jenseits des Atlantiks tourt und in dieser Zeit immerhin drei Langspieler veröffentlicht hat (zuletzt erschien 2015 „Painted Shut„), gelten Frontstimme Frances Quinlan und ihre drei Jungs noch immer als Geheimtipp. Und auch über dieses „Warum“ kann man wiederum nur Theorien klöppeln. Manch einem mag wohl Frances Quinlans durchaus gewöhnungsbedürftiges Gesangorgan die musikalische Suppe versalzen, wenn vor lauter Emphase und Dringlichkeit der Texte über die großen wie kleinen Dinge des Lebens, über Beziehungen, über Tiere, die Schriftstellerei, über Krieg und inneren Frieden die Stimme der Anfangsdreißigerin mal wieder windschief kippt. Manch einem poltern die Stücke des Quartetts, bei denen man mal an Modest Mouse, mal an Indie-Folker wie Fanfarlo oder Noah and the Whale denken dürfte, wohl auch zu sehr nach ungehobelter Indie-Manier…

Nun, beides hält sich auf dem neuen Album „Bark Your Head Off, Dog“ in Grenzen. Was wohl zum einen daran liegen mag, dass Hop Along ihren eh nie um das ein oder andere Experiment verlegenen bandeigenen Sound nun um einiges offener und breiter gestalten und der polternden Dreifaltigkeit aus GitarreSchlagzeugBass in den Songs des vierten gemeinsamen Werkes viel öfter als bisher auch einmal eine simple Akustische oder Streicher zur Seite stellen – Kammermusik meets Indierock, quasi. Dass die ehemalige Freakfolkerin Frances Quinlan da nicht (mehr) gegen anschreien muss, versteht sich fast wie so selbst. Dass die Band darüber hinaus ihr Gespür für kleine Indiepophits, die sich von Hördurchgang zu Hördurchgang immer tiefer ins Hörerherz graben, nicht verloren hat, wohl genauso. Und die Emphase? Die ist freilich noch immer da, ebenso wie das frische Gefühl einer neuen Veröffentlichung aus dem Hause Saddle Creek. Da kann man ruhigen Gewissens schon mal nostalgisch werden…

 

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Azure Ray – „November“


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Tegan and Sara? First Aid Kit? Indigo Girls? Nope. Das tollste All-Female-Duo im Indie-Musikbizz sind und bleiben Azure Ray – selbst, wenn Saddle Creeks Vorzeige-Sirenen bereits seit fünf langen Jahren – die EP „As Above So Below“ erschien 2012 – nichts mehr von sich haben hören lassen…

Denn noch immer eignen sich die vier zwischen 2001 und 2010 in die gut sortierten Plattenläden gestellten Azure Ray-Alben perfekt, um Jahresanfänge und Jahresenden einzuläuten. Einen besseren Soundtrack für jene Momente, wenn alles aus einem langen (Winter)Schlaf erwacht oder sich – so langsam, jedoch sicher – wieder in selbigen begibt, als die von Maria Taylor und Orenda Fink meisterhaft in scheinbarer Slow-Motion verfassten und in wunderbarer Melancholie gebadeten Songs kann es kaum geben… Einwände? Sag‘ ich doch!

 

 

Rock and Roll.

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