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Song des Tages: Azure Ray – „Bad Dream“


Es war damals, kurz nach der Jahrtausendwende, als zwei junge Ladies von Athens, Georgia aus – und über das fantastische Indie-Label Saddle Creek, dessen Releases man zu jener Zeit quasi per Blindkauf vertrauen konnte – die auf Dream-Pop geeichte Indie-Folk-Welt verzauberten. Drei wunderschöne Alben und ein paar EPs lang musizierten einem Orenda Fink und Maria Taylor als Azure Ray in ihrem turmhoch tönenden Wolkenkuckucksheim die melancholischst gestimmten Geigen um die Gehörgänge, bevor die beiden eine (erste) Bandpause einlegten , um sich fortan etwas mehr ihren Solo-Karrieren zu widmen, 2010 mit dem vierten Album „Drawing Down The Moon“ zurückzumelden und hernach eine erneute, zweite Pause einzulegen. Bis jetzt. (Nunja, fast: 2018 erschien mit der EP „Waves“ ein kleines Lebenszeichen des Duos…)

Nun melden sich Azure Ray einmal mehr zurück – und lassen nach dem Titelstück mit „Bad Dream“ einen zweiten neuen Song vom am 11. Juni auf Maria Taylors eigenem Indie-Label Flower Moon Records erscheinenden Comeback-Album „Remedy“ hören, dessen zehn Stücke die beiden Mittvierzigerinnen (Kinners, wie die Zeit vergeht!) im vergangenen Jahr gemeinsam mit Produzent Brandon Walters (Lord Huron, Joshua Radin) an verschiedenen Locations in Südkalifornien aufgenommen haben. Und siehe da – auch gut zwanzig Jahre nach ihren Saddle Creek’schen Achtungserfolgen strahlen Fink und Taylor im Zweiergespann noch immer diesen geradezu unverkennbar magischen Charme aus, in den man sich am liebsten Tage, Wochen und Monate betten möchte… *hach*

„‚Bad Dream‘ ist unser Sommer-Jam. Es ist eher ein Song zum Ausatmen, ein Song, zu dem man die Autofenster herunter lässt. Alle Stücke auf ‚Remedy‘ wurden während der Pandemie geschrieben, also tragen sie alle Elemente der Anstrengungen, mit denen wir im vergangenen Jahr konfrontiert wurden, in sich. Viele von uns haben Trauer, Wut, Isolation und Angst erlebt, und in diesen Zeiten, in denen man an den gewohnten Orten keinen Trost finden kann, muss man ihn eben im Inneren suchen. Letztendlich bist du selbst deine eigene Kraftquelle, deine eigene Quelle der Hoffnung. Du bist ein Heilmittel – und meist das einzig Richtige. ‚Bad Dream‘ wiederum kombiniert die Ängste der letzten Zeit, aber verfolgt sie bis in unsere Vergangenheit und hinterfragt, wie unser unterbewusster Geisteszustand unsere Entscheidungen diktiert.“

Rock and Roll.

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Song des Tages: The Mynabirds – „Glory Box“


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Für die ganz große Bühne mag es für Laura Burhenn bislang zwar nicht gereicht haben, im Indie-Bereich ist die Dame jedoch keineswegs ein unbeschriebenes Blatt. So ist die in Los Angeles lebende Singer/Songwriterin, Musikerin und Aktivistin seit etwa zehn Jahren das kreative Mastermind hinter The Mynabirds, einer Band, die mit „What We Lose In The Fire We Gain In The Flood„, „Generals„, „Lovers Know“ und zuletzt „Be Here Now“ zwischen 2010 und 2017 vier von Kritikern gefeierte und stilistisch recht unterschiedliche Alben beim seit eh und je über jeglichen qualitativen Zweifel erhabenen US-Indie-Label Saddle Creek veröffentlicht hat. Davor bildete Burhenn gemeinsam mit John Davis (Q and Not U) das recht kurzlebige Indiepop-Duo Georgie James, veröffentlichte zwei selbstproduzierte Soloalben über das von ihr gegründete Label Laboratory Records und sammelte als Tournee-Mitglied bei den von Kritikern gelobten und kommerziell erfolgreichen Indie-Acts The Postal Service und Bright Eyes so einiges an Bühnenerfahrung. War’s das mit der Umtriebigkeit? Keineswegs, denn Laura Burhenn half vor einigen Jahren außerdem, „Omaha Girls Rock“ zu gründen, eine gemeinnützige Organisation, die es jungen Mädchen ermöglicht, ihre kreative Stimme zu finden. Und sie hielt 2013 einen TED-Vortrag, in dem sie sich ihrem Fotoprojekt „New Revolutionists“ widmete, welches wiederum der Frage nachging, was es bedeutet, in der heutigen Zeit eine revolutionäre Frau zu sein. Nein, Stillstand mag nicht Laura Burhenns Ding sein…

artworks-000593855958-tuvy72-t500x500Interessanterweise könnte man hier Parallelen zu einer anderen Großen im Indie-Kosmos ziehen: Beth Gibbons. Musikconnaisseure wissen freilich: bei ihr handelt es sich um die Stimme der legendären britischen TripHop-Band Portishead, deren Debütalbum „Dummy“ 2019 ein frisches Vierteljahrhundert feiern durfte, und auch für Burhenn sehr einflussreich war, wie sie selbst zugibt: „‚Dummy‘ war meine Lieblingsplatte zum Rummachen in der Highschool und gehört zu meinen ständigen Top Ten“, so Laura Burhenn in einer Pressemitteilung. Als kleinen, ehrfurchtsvollen Knicks vor „Dummy“ veröffentlichte die Mynabirds-Frontfrau daher im vergangenen Jahr eine von Patrick Damphier produzierte Coverversion des Portishead-Evergreens „Glory Box„, die den bedächtig knisternden, geradezu schwülen und von trotzigem Feminismus geprägten Charakter des Originals zwar beibehält, aber gleichzeitig eine subtile, fast schon oldschoolige Country-Atmosphäre vermittelt. „Unglaublich, wie Beth Gibbons diese feministische Hymne in meinem Teenager-Hirn verankert hat – dieser Song hat bei mir vieles neu justiert“, meint Burhenn. Ohne Zweifel: durch #MeToo und immer dann, wenn die Rechte der Frauen beschnitten werden, bekommen der Song und seine Refrain-Zeile „I just want to be a woman“ – 25 Lenze auf dem musikalischen Buckel hin oder her – mehr Gewicht denn je…

Übrigens wurde der Cover-Song über „Our Secret Handshake“ veröffentlicht, ein von Frauen geführtes, frauenorientiertes Kollektiv für kreative Strategien, das Laura Burhenn – Sie ahnen es bereits – im Jahr 2018 mitbegründete. Und: ein Teil der Einnahmen aus der Single kam/kommt dem „Omaha Girls Rock“ zugute. Thumbs up!

 

 

„I’m so tired of playing
Playin‘ with this bow and arrow
I gonna give my heart away
Leave it to the other girls to play
For I’ve been a temptress too long

Just give me a reason to love you
Give me a reason to be a woman
I just wanna be a woman

From this time unchained
We’re all lookin‘ at a different picture
Through this new frame of mind
A thousand flowers could bloom
Move over and give us some room, yeah

Give me a reason to love you
Give me a reason to be a woman
I just wanna be a woman

So don’t you stop, being a man
Just take a little look
From our side when you can
Show a little tenderness
No matter if you cry

Give me a reason to love you
Give me a reason to be a woman
I just wanna be a woman
Cause it’s all I wanna be is all a woman, yeah

For this is the beginning of forever and ever
It’s time to move over
So tired of playing

So tired of playing
Playin‘ with this bow and arrow
I gonna give my heart away
Leave it to the other girls, to play
For I’ve been a temptress too long

Just give me a reason to love you
Give me a reason to be“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Frances Quinlan – „Rare Thing“


CREDIT- Julia Khorosilov

Foto: Promo / Julia Khorosilov

Frances Quinlan, ihres Zeichens bisher vor allem als ebenjenes wütende Frontfrauen-Feuer, das im Zentrum der Philadelphia-Indierock-Lieblinge Hop Along lodert, in Erscheinung getreten, geht’s gut, das darf man so wohl vermuten, wenn man die Songs der ersten Platte hört, die sie solo und unter eigenem Namen aufgenommen hat. „Likewise„, für welches die vielseitig Kreative auch das Coverartwork besorgte, ist über weite Strecken sehr sonnig und wandelt damit auf dem Pfad, den bereits das vierte, 2018 erschienene Hop-Along-Werk „Bark Your Head Off, Dog“ so halbwegs eingeschlagen hatte (das Album fand seinerzeit bereits auf ANEWFRIEND Erwähnung). Einerseits vermisst man dabei die verzweifelt-aggressiven Ausbrüche Quinlans, die sie durch ihr massives Organ immer zu ganz besonderen Musikmomenten machte, andererseits will man ihr es auch gönnen, dieses Hochgefühl fernab jeglicher Teenage Angst-Gefühligkeit. Denn es ist schon arg schön, wie Quinlan in der Erstauskopplung „Rare Thing“ ihrer kleinen Nichte im Traum erklärt: „There is love that doesn’t have to do with taking something from somebody“. Der Sound wabert dabei in weltbester Eighties-Manier mit Synthies und elektronischem Beatschlag um den Gesang. Da kann man dann zum Beispiel an die Schotten von CHVRCHES denken, insbesondere im Refrain, wo gesampelte Saiten Quinlans Verse umschwingen. Die zweite Strophe gibt sich darauf organischer, und auch das passt super, vor allem das Schlagzeug spielt recht angenehm auf.

0648401029826Ansonsten ist das musikalische Setting auf „Likewise“ näher an dem, was man so wenn Quinlans Freischwimmversuch von ihrer Hauptband erwarten konnte. Zwar scheinen die Songs im Vergleich zu Hop Along weniger voll aufgezogen, dennoch fährt die 33-jährige Indie-Musikerin einen angenehmen indie-pop-rockigen Bandsound auf, an dem auch Hauptbandkollege Joe Reinhart mitgearbeitet hat. Das Debütalbum beginnt mit „Piltdown Man“ und undeutlichem Kinderstimmengewirr, bevor Quinlan mit einer verzerrten Orgel einsteigt und den anfangs leicht zerfetzten Sound immer mehr zu einer Melodie formt, die schließlich so großartig ist, dass man direkt – jawoll! – Bock auf dieses Album bekommt. Anderswo ist es, wie in der dritten Single, dem frühlingshaften „Your Reply„, ein Piano, das den Song prägt (und den Song, wenn man so mag, zu Quinlans „Joni-Mitchell-Moment“ macht), im verträumten „Detroit Lake“ hingegen sind Glockenspiele und Streicher mit von der musikalischen Partie, die auch im romantischen „Lean“ eine Hauptrolle spielen. In „A Secret“ untermalt bis kurz vor Schluss nur eine gezupfte Gitarre oder Autoharp die Zeilen Quinlans. An dieser Stelle zeigt sich die Stimmgewalt der Philly-Künstlerin auch einmal ganz wunderbar, wenn ihr sie ihr Gemüt ganz dem gesungenen Text unterordnet und schneller wird, dann wieder langsamer, lauter und leiser.

Noch mehr gilt das für „Went to LA“, dessen Melodie an den späten Elliott Smith erinnert, das aber zwischendurch all das von sich wirft und sich in der gesanglichen Ausmalung immer weiter ins Bodenlose steigert. „Heaven is a second chance“ kreischt Quinlan frohen Mutes zum Ende des Songs, wenn sie in Los Angeles endlich wieder ihren Glauben wiederfindet. Das einzige etwas düsterere Stück ist die zweite Auskopplung „Now That I’m Back„, in welcher Quinlan durch den Vocoder keift, während drumherum ein ordentlicher Wind aus Synthies pfeift wie der Kater-Kopfschmerz aus der ersten Strophe. Nach knapp zwei Minuten bricht der Sound, die Drummachine drückt nach vorn, mit der Gefühlslage werden auch die Synths weicher, Ballons steigen auf. Ähnlich präsentiert sich zunächst auch der Closer „Carry The Zero“ (übrigens eine Coverversion, deren Original von den US-Indierockern Built to Spill stammt), zumindest bis eine heftig verzerrte E-Gitarre die luftige Atmosphäre zerschneidet und in der Folge ein funkiger Basslauf den Sound dominiert. In dream-poppiger Atmosphäre und mit „Ba-ba-ba, ba-ba-ba“-Chören bringt Quinlan „Likewise“ würdig zu Ende.

Obwohl die Finessen wohl zwischen den Zeilen und Tönen versteckt scheinen, ist der markanten Frontstimme von Hop Along in Gänze ein feines, einnehmend-kurzweiliges Solodebüt voll mit kleinen, emotionalen Geschichten gelungen… Wurde schon erwähnt, dass es ihr gut geht?

 

 

„My love in the dream, you were already speaking
I was too shocked to make any one of my tired speeches
Listen, that’s a rare thing for me
Sunlight touches on the plants that I’ve been torturing
Yet when I come over I love that quick delay before your face lights in recognition

I know there is love that doesn’t have to do with taking something from somebody
Was so much for me not real?
I only managed to stay small by making giants out of strangers
Through the chaos I can see
All afternoon you inhale every bouquet you meet

Come to think of it
The dream was a nightmare with no one who knew me just then
You were there
Two-foot tall little bear
You took my hand and introduced me to everybody
I watched as you were named on that mid-February morning

I know there is love that doesn’t have to do with taking something from somebody
Was so much for me not real?
I only managed to stay small by making giants out of strangers
Through the chaos I can see
All afternoon you inhale every bouquet you meet
I have to stop myself and admit I am happy

There is love that doesn’t have to do with taking something from somebody
Was so much for me not real?
I only managed to stay small by making giants out of strangers
Through the window you look out at me
I have to stop myself and admit you make me happy“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Cursive – „Black Hole Town“


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Tim Kasher und seine Derzeit-Hauptband Cursive scheinen gerade einen Lauf in die (qualitativ) richtige Richtung zu haben: Nachdem erst im vergangenen Oktober Album Nummer acht, „Vitriola“, erschien (welches in der 2018er Endabrechnung nicht ohne Grund ANEWFRIENDs „Album des Jahres“ wurde), darf man guten Gewissens den Eindruck bekommen, dass die fünf US-Post-Hardcore-Indierocker noch die ein oder andere wütende Idee mehr im Rock-Köcher haben, schließlich legten Cursive erst vor wenigen Tagen mit dem neuen Song „Barricades“ nach, in welchem sich Frontmann Tim Kasher einmal mehr ebenso gesellschaftskritisch wie politisch gibt: Zum aufreibenden Sound seiner Band singt er aus der Perspektive verschiedener Figuren, die jeweils deutlich machen, wie sich Menschen heutzutage mehr und mehr voneinander abgrenzen.

Und nun? Gibt’s mit „Black Hole Town“ gleich noch ein ähnlich feines neues Stück, in dem Kasher vom mausgrauen Rattenrad Alltag berichtet. Dass sich beide Songs auch auf „Vitriola“ gut gemacht hätten? Spricht für den Cursive’schen Lauf. Ob bald schon ein neues Album ansteht? Bleibt zu wünschen, bleibt abzuwarten…

 

 

Edith: Und kaum schreibe ich obige Zeilen, haben Cursive mit „Marigolds“ schon wieder einen Song aus dem rege genutzten Aufnahmestudio entlassen… Fleißig, fleißig dieser Tage, Tim Kasher und seine Jungs…

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Jenny Lewis – „Heads Gonna Roll“


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Jennifer „Jenny“ Diane Lewis mag zwar „erst“ 43 Jahre jung sein, kann aber bereits auf ein ganzes Leben im Showgeschäft zurückblicken – erst als Kinderstar in diversen, mal mehr, mal weniger bekannten US-TV-Shows, dann als Indierock-Darling mit ihrer damaligen Band Rilo Kiley (of Saddle Creek fame). Schon vor deren langsamen Ende (erst mit Auszeit 2010, dann der finale Schlussstrich vier Jahre später) schwang sich die gebürtige Kalifornierin zu einer Solo-Karriere auf, die seit 2006 (und dem Solo-Debüt „Rabbit Fur Coat„) mit „Acid Tongue“ und „The Voyager“ zwei weitere Werke voll mit Songs, die stilistisch ab und an noch im milde indierockenden Gewässer á la Kilo Kiley unterwegs waren, viel öfter jedoch die musikalischen Fühler nach Alt.Country, Americana und Co. ausstreckten. Less Punkrock, more LA Lounge Bar.

jennylewisDas kann man nun auch über das jüngste, vierte Album, „On The Line„, behaupten. In ihren besten Momenten tönt Jenny Lewis so verspielt wie Kate Bush im Rockmodus oder so verlebt wie Stevie Nicks, in seichteren Minuten gerät manch eines der elf neuen Stücke immerhin noch zu bubblegumigem Westcoast-Pop, der einerseits die Sonne scheinen lässt (ohne in den Gehörgängen haften zu bleiben), andererseits schließlich auch keinem weh tut.

Einen guten ersten Eindruck von Jenny Lewis‘ neusten Ergüssen kann man sich bereits mit dem Opener verschaffen: „Heads Gonna Roll“, mit einem gewissen Ringo Starr am Schlagzeug (nicht, dass dies ins Gewicht fiele), klingt nach dezent gefühliger, semi-melancholischer Americana-Musik, die – ganz amerikanische Topoi, allesamt – von Liebe und Sünde, von Himmel und Hölle erzählt – vom Willen, sich bis zum letzten Glockenschlag nicht unterkriegen zu lassen. Immerhin packt der Refrain zu: Köpfe werden rollen, singt Jenny Lewis, und ihre zumeist markant-sanfte Stimme wird brüchiger an dieser Stelle, so ganz will sie, bei allem durchaus vorhandenem Referenzwucher von Elliott Smith und Bob Dylan bis Duluth und Marrakesh, nicht ablassen von diesen feinen, zwischen den Zeilen versteckten doppelten Böden, auf denen sie sich als Sängerin von Rilo Kiley gerne bewegt hat.

Und auch wenn auf „On The Line“ wenig zwingend und mehr nach dem modus operandi „Easy Listening an einem Sonntagvormittag“ gerät, ist und bleibt Jenny Lewis eine Gute, der man auch diesmal gern zuhört. Denn mit einem Leben im Showbiz in petto hätte man freilich noch die ein oder andere interessante Anekdote parat…

 

 

„Since I haven’t talked to you I dream about your baby blues
And wonder why you stopped getting high
Even though we were just friends, I think of us as bookends
And I’m gonna love you till I die

And you think you’re going to heaven
And that I am going to hell
And that I’m gonna keep on dancing
Till I hear that ringing bell

Heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls
Heads gonna roll

Took a little trip up north
In a borrowed convertible red Porsche
With a narcoleptic poet from Duluth
And we disagreed about everything
From Elliott Smith to Grenadine

He fell asleep and I put up the roof
And he took me to a graveyard
I thought he’d kill me there
And he kissed me on the corner
While the nuns of Harlem stared

Oh, heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls
Heads gonna roll

Smoking Marlboro cigarettes
Almost makes me forget about riding on a private jet with you
I hope the sycophants in Marrakesh
Make you feel your best
Anonymity must make you feel blue
And you think I’m going to heaven and you are going to hell
With your back to the Medina as if you were in jail

Heads gonna roll
Baby, everybody’s gotta pay that toll
And maybe after all is said and done
We’ll all be skulls

Heads gonna roll
Ladies, we’re gonna drink until they close

And maybe a little bit of hooking up is good for the soul
Heads gonna roll…“

 

Rock and Roll.

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Song des Tages: Tomberlin – „I’m Not Scared“


Tomberlin-Beitragsbild

Weiß man mehr, dann wundert einen die beinahe sakrale Ruhe der neusten Singer/Songwriter-Sadcore-Entdeckung aus dem qualitativ ohnehin seit eh und je hochwertigen Label-Hause Saddle Creek kaum, schließlich steckt hinter Tomberlin die 23-jährige in Jacksonville, Florida, geborene Songwriterin Sarah Beth Tomberlin, die als Tochter eines Baptistenpredigers in einer streng religiösen Familie im tiefsten Süden von Illinois aufwuchs.

Trotzdem ist das, was Tomberlin da auf und in den zehn Songs des im August erschienen Debütalbums „At Weddings“ – zumeist auf Akustischer und Piano – ebenso entwaffnet, einem Seelenstriptease gleich ehrlich wie einfach in Wort und Ton bannt: fragil, bewegend, berührend, gar anmutig. Coming-Of-Age-Stücke aus der Erlebniswelt eines grüblerischen Twentysomethings, die all jene relevanten Dinge hinterfragen: die Identität, den eigenen Glauben, die vermaledeite Liebe und die Hoffnung auf das Morgen. Klar, dass da gleichsam melancholisch eingestellte Labelmates wie die (übrigens höchst würdig) gealterten Azure Ray quasi ums Eck lugen, während (zumindest gefühlt) Saddle-Creek-Impressionato Conor „Bright Eyes“ Oberst an den Studio-Reglern zu drehen scheint…

 

Mit „I’m Not Scared“ gibt es den wohl bewegendsten Song vom Tomberlin-Debüt „At Weddings“ in der Albumversion…

 

…sowie in der Live-Session-Variante, aufgenommen im August in den New Yorker Paste Studios:

 

„I’m not scared of you this time
And when you pick up the phone I’ll stay on the line
And I’ll do more than breathe this time
And I’ll let you in at least I’m gonna try

And it felt so strange when I said it out loud
That I look for redemption in everyone else
But funny thing is that I always hated church
Spend so much time looking that I forgot to search

And to be a woman is to be in pain
And my body reminds me almost every day
That I was made for another, but I don’t want to know that
Cause it happened once and I always look back

In my sentience I wear your judgement like a crown
Couldn’t look you in your eyes so I look to the ground
Then I took the drugs again last night
But pills have never brought me any kind of light

My eyes are heavy all I want to do is sleep
But I need to make money and I need to eat
And loving never made anybody I know happy
And loving only seems to make you bruise and to bleed

And to be a woman is to be in pain
And my body reminds me almost everyday
That I was made for another, but I don’t want to know that
Cause it happened once and I always look back“

 

Rock and Roll.

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